Verweigerung jeglicher Hilfe von außen - was tun?

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  • Hallo,
    ich habe eine weitere Frage bezüglich meines Vaters (79 J.), der seit ca. 3,5 Jahren an einer Alzheimer-Demenz leidet.
    Um meine Mutter (76 J.) etwas zu entlasten, versuchen mein Bruder und ich, eine Hilfe von außen, in welcher Form auch immer, hinzuziehen. Wir hatten uns jetzt dafür entschieden, zunächst einmal einen Pflegedienst kommen zu lassen, der täglich das Medikamentenpflaster, das mein Vater benötigt, klebt, da meine Eltern auch Probleme haben, täglich daran zu denken. Der behandelnde Arzt hat auch eine entsprechende Verordnung erteilt.
    Heute habe ich dann versucht, meinem Vater davon zu überzeugen, dass es eine hilfreiche und gute Sache sei, wenn täglich jemand käme, um da Pflaster zu kleben. Der Arzt habe es empfohlen und verordnet, weil es wichtig sei, dass das Pflaster ordnungsgemäß aufgebracht werde, zumal die Haut meines Vaters auch schon ziemlich unter den Pflastern leidet. Außerdem könne damit auch meine Mutter entlastet werden, weil sie nicht mehr täglich an das Pflaster denken müsse.
    Mein Vater hat sich sehr aufgeregt. Er empfand es als eine unverschämte Unterstellung, dass er nicht in der Lage sei, selber täglich an das Pflaster zu denken. Seine persönliche Freiheit werde hierdurch erheblich eingeschränkt. Er wolle keine Fremden im Haus habe. Er und meine Mutter kämen allein gut zurecht. Und was die ganze Aufregung seiner Kinder überhaupt solle? Dann müsse er halt bald sterben, na und?
    Mein Vorschlag, man könne doch vielleicht einmal eine Probewoche vereinbaren und schauen, wie es ihm gefällt, hat er vom Tisch gefegt. Er wurde sehr wütend und aggressiv.
    Wenn man jetzt gegen seinen Willen jemanden kommen lassen würde, hätte das nur zur Folge, dass er sich darüber permanent aufregen würde und meiner Mutter damit das Leben noch schwerer machen würde. Die gewünschte Entlastung meiner Mutter lässt sich damit zur Zeit auf keinen Fall herbeiführen. Ehrlich gesagt, bin ich ratlos.
    Ich habe ihn dann noch gefragt, ob er einverstanden sei, wenn eine Haushaltshilfe ins Haus kommen. Klar, wenn meine Mutter dies wünsche, aber er würde dann solange das Haus verlassen und erst zurückkommen, wenn die Hilfe mit ihrer Arbeit fertig ist.
    Haben Sie eine Idee, wie man es anstellen könnte, meine Mutter zu entlasten?
    Bekannte oder Nachbarn o.ä. kommen nicht in Betracht. Wir haben uns schon wochenlang den Kopf zerbrochen, wie wir erreichen können, dass meine Mutter mal wieder alleine das Haus verlassen kann.


    Vielen Dank
    Sisi172

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Sissi172,


    wenn keine Selbst- oder Fremdgefährdung durch bzw. für Ihren Herrn Vater vorliegt, gibt es da wenig Zugriffsmöglichkeiten, eher "nur" die wiederkehrenden Versuche, einen Zugang, einen Dreh zu finden diese Hilfen einfliessen zu lassen, so dass Ihr Herr Vater diese annimmt.
    In einigen Threads wurden schon ähnliche Probleme angesprochen. Ich darf Frau Dr. Sachweh sicherlich zitieren "Trick 17 kenne ich auch nicht".
    Sprechen Sie mit dem Hausarzt, der vielleicht auch zu einem Hausbesuch persönlich vorbeikommen sollte und das Gespräch mit Ihrem Herrn Vater suchen sollte. Wiederum eben fraglich ob er dies zulassen wird.
    http://www.wegweiser-demenz.de…no_cache=1&tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=32
    und
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    und
    http://www.wegweiser-demenz.de…no_cache=1&tx_mmforum_pi1[action]=list_post&tx_mmforum_pi1[tid]=25


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

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