demenz nach schlaganfall

  • hallo mein vater72 hatte vor 4 jahren einen kleinen schlaganfall ist innerhalb von 2jahren vom normalen menschen zum pflegefall demenz geworden ,er hatte die letzten 20 jahre vorher nur noch davon gesprochen wie alt er schon ist und und sich für nix mehr interssiert hat dieses verhalten die krankheit beschleunigt ?

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Xaver312,


    Auch wenn uns die wissenschaftlichen Ergebnisse doch recht klare Zusammenhänge suggerieren, ist es im individuellen Fall immer sehr schwierig zu beurteilen, ob nun bestimmte Verhaltens- oder Lebensweisen das Fortschreiten einer Demenz verzögern hätten können. Im Falle ihres Vaters könnten die frühen Verhaltensveränderungen genauso auch als erste psychische Reaktion auf ein sich langsam entwickelndes demenzielles Krankheitsgeschehen gesehen werden. Recht unspezifische Symptome wie sozialer Rückzug und zeitweise depressive Stimmungslagen werden recht häufig als Begleiter einer frühen Demenz beschrieben. Unabhängig von der Ursache können sich die Symptome einer Depression und einer Demenz dann natürlich durchaus gegenseitig verstärken und durch entsprechende therapeutische Maßnahmen sind Zustandsverbesserungen in der Regel recht schnell zu erreichen. Aber eine Linderung von Symptomen und eine damit verbundene Verbesserung der unmittelbaren Lebensqualität entspricht nicht immer auch gleichzeitig einer Verzögerung des Krankheitsverlaufes. Soweit sind wir therapeutisch leider noch nicht.


    Vorerst alles Gute und freundliche Grüße,


    Marc M. Lässer

  • hallo und danke für die antwort warum ist der krankheitsverlauf bei meinen vater so schnell vorangeschritten ?und hätte eine frühe therapie den krankheitsverlauf hinauszögern können (meine mutter ist erst letztes jahr mit ihm zum arzt gegangen nach erheblichen sprachstörungen und gedächtnisslücken )

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrter Xaver312,


    Durch eine optimale Behandlung in einem frühen Krankheitsstadium kann zwar durchaus Zeit gewonnen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden, diese Einflussmöglichkeit nimmt im weiteren Verlauf der Erkrankung jedoch stetig ab und die Natur der Erkrankung gibt mehr und mehr das Tempo des Fortschreitens vor. Prognostische Aussagen oder rückblickende Einschätzungen wie im Falle ihres Vaters sind deshalb nur schwer bis gar nicht möglich.


    Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass zusätzliche Krankheitsereignisse den Verlauf einer vorbestehenden Demenz teilweise auch dramatisch beschleunigen können. Gerade bei einem Schlaganfall sind zusätzliche Schädigungen des Gehirns zu erwarten, die je nach Ausmaß auch schon alleine für sich zu einer Pflegebedürftigkeit des Betroffenen führen können.



    Freundliche Grüße,


    Marc M. Lässer

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!