Humor ist, wenn man trotzdem lacht

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    • Offizieller Beitrag

    Hallo liebe Angehörige, Pflegende und sonstwie Interessierte,


    wir alle wissen, dass die Demenz uns Angst macht; dass sie uns Schlaf und Appetit rauben und nahezu als besorgte Mitbetroffene um den Verstand bringen kann.


    Es gibt da aber auch die anderen, unerwarteten und unplanbaren leichten Momente, in denen man gemeinsam lachen muss - über Missgeschicke, witzige Ausdrucksweisen oder die ungewohnte Ehrlichkeit der Erkrankten (Achtung: gemeint ist explizit das gemeinsame, komplizenhafte Lachen, nicht etwa das Auslachen wegen demenzbedingter Fehlleistungen!).


    Die Fachleute werden nicht müde, zu betonen, wie wichtig es ist, den Humor bei aller Tragik nicht zu verlieren - und wie wichtig es ist, Menschen mit Demenz immer wieder zum Lachen zu bringen. Viele Betroffene mögen nach meinen Beobachtungen nonverbalen Humor: Slapstick-Situationen à la Dick und Doof und Mr. Bean, in denen ohne Worte der Witz oder die Absurdität einer Szene klar wird. Sie mögen es vor allem, wenn endlich mal nicht sie, sondern ein anderer schusselig, tolpatschig, ungeschickt oder vergesslich ist und auf einer Bananenschale ausrutscht oder eine Torte ins Gesicht bekommt.


    Deshalb meine Frage an Sie: Welchen Humor pflegen Sie im Umgang mit den Erkrankten? Was kommt wann gut an? Über weche Situationen mussten Sie beide herzlich lachen? Bitte lassen Sie uns teilhaben an Ihren Erfahrungen...


    In gespannter Erwartung auf Ihre Anekdoten und Rückmeldungen


    S. Sachweh

  • Eine Betreute (90 Jahre alt, mittelgradig demenziell erkrankt bei guter verbliebener Kommunikationsfähigkeit) und ich lachen viel zusammen.


    Wenn einer von uns sich verhaspelt oder unabsichtlich ein neues Wort kreiert, geht das "Gekichere" schon los. Die Dame reimt auch schon Mal ad hoc ein wenig, was oft auch sehr witzig ist. Aber auch, wenn ich ihr erzähle, was sie neulich mal den Maler in seinem Auto vor der Einrichtung gefragt hatte: "Was würden Sie sagen, bei mir ist der Lack schon ab, oder?" :D Dann lacht sie auch und fragt: "Das hab' ich wirklich gemacht?! <lach>".


    Oft spinnen wir auch humoristische Sätze zusammen wie "Gnädige Frau, darf ich Sie itzo bitten, mir unauffällig zu folgen?" -- "Aber gern, der Herr, ich werde mich befleißigen, kein Aufsehen zu erregen. <Knicks>" Der verbliebene Wortwitz und die Sprachgewandheit sind möglicherweise eher untypisch, dafür aber, auch für mich, umso erfrischender.


    Da, wo Humor ist, gibt es allerdings auch Traurigkeit, manchmal sogar im Voraus, wenn die Betreute nach 15 Minuten Besuch mit traurigen Augen sagt, dass sie später nach dem Abendbrot ja wieder allein (einsam) auf ihrem Zimmer ist. Das ist auch für mich oft nicht leicht, dann zu gehen, aber beim nächsten Besuch freut sie sich wieder wie eine Schneekönigin.

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Herr Panknin,


    ja, die Traurigkeit ist immer die andere Seite der Medaille. Um so wichtiger aber, dass Sie so viel und gerne miteinander lachen - das können Menschen mit Demenz nämlich als gute Erfahrung länger erinnern als Fakten und Daten, und es tröstet und freut sie deshalb länger - macht das Alleinsein nach dem Besuch also aushaltbarer und die Vorfreude auf Ihren nächsten Besuch grösser. :)


    Danke für das Teilen der guten Erfahrung - ich hoffe, Sie haben noch viele vergnügliche Stunden miteinander.


    es grüsst Sie herzlich
    S. Sachweh

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