Pflegegeld - Zusatzleistungen durch ambulanten Pflegedienst

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.
  • Meine Mutter hat Demenz, ist zu Hause und ist in der Pflegestufe 3. Sie wird von meinem Vater und einer Haushaltshilfe betreut. Er bekommt 685 Euro Pflegegeld und zusätzlich nach § 45 a/b SGB XI für einen erhöhten Betreuungsbedarf 200 €. Man kann ambulante Dienste bei zugelassenen Pflegedienste ebenfalls in Anspruch nehmen. Versicherte dürfen Pflegegeld, Pflegesachleistungen sowie Tages- und Nachtpflege auch kombinieren (SGB XI, § 48). Meine Frage ist nun "Wie hoch sind hier die Leistungen pro Monat ohne, dass die 685 € gekürzt werden? D.h. bis zu welchem Betrag pro Monat kann man z.B. ambulante Pflegedienste für Hilfe beim Aufstehen am Morgen, der Körperpflege u.a. in Anspruch nehmen ohne Einbußen beim Pflegegeld von 685 € in Kauf nehmen zu müssen." Bitte geben Sie hier ein konkretes Beispiel mit Zahlen.
    Die auf der Infoseite dazu gemachten Angaben "Zum Beispiel können sie 40 Prozent als Pflegesachleistungen beziehen und 60 Prozent als Pflegegeld an ihre Angehörigen oder andere private Pflege- oder Betreuungspersonen weitergeben. Es ist auch möglich, Tages- und Nachtpflege mit Pflegesachleistungen oder Pflegegeld zu kombinieren. In diesen Fällen kann sich der Leistungsanspruch auf bis zu 150 Prozent ausweiten." kann ich leider so nicht ganz nachvollziehen. Ein konkretes Beispiel würde helfen.
    Vielen Dank.

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrter Herr Franz,
    Ihr Vater hat mit seinem erhaltenen Pflegegeld in Höhe in Höhe von 685 € seinen Anspruch auf ambulante Pflege bereits zu 100 % ausgeschöpft. Ihrer Familie bleiben nun noch - neben den 200 € nach § 45 SGB XI - maximal 755 € für Tages- oder Nachtpflege.
    Wenn Sie darüber hinaus zusätzliche Unterstützung durch einen Pflegedienst brauchen, dann müssten Sie auf einen Teil des Pflegegeldes verzichten und diesen in sog. Sachleistungen umwandeln.


    Ein Rechenbeispiel:
    Wenn Sie z.B. auf 20% des Pflegegeldes verzichten würden (entspricht 137 €), könnten Sie dafür 20 % der Ihnen zustehenden Sachleistung durch einen Pflegedienst in Anspruch nehmen (entspricht 302 €).


    Sie haben auch noch zusätzlichen Anspruch auf Kurzzeit- und Verhinderungspflege. in Höhe von
    1.510 €. Sie können dieses Geld für einen ambulanten Pflegedienst ausgeben oder Ihre Mutter in eine sog. Kurzzeitpflege-Einrichtung geben. Verhinderungspflege können Sie stundenweise in Anspruch nehmen oder "am Stück".


    Wenn die Verhinderungspflege allerdings durch einen nahen Verwandten erbracht werden soll, kann dieser lediglich Fahrkostenersatz oder Verdienstausfall bis zu der oben genannten Summe von 1.510 Euro geltend machen.


    Ich hoffe, dass ich Ihre Frage damit hinreichend beantworten konnte.


    Beste Grüße von


    Klaus-W. Pawletko

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!