Neuroleptika Verordnung ohne Aufklärung

  • Hallo,
    meine 85 jährige Mutter mußte wegen körperlicher Bewegungseinschränkung ( aufstehen u. gehen nicht möglich) und geringer Demenz mit nächtlicher Unruhe/Halluzination, vor drei Monaten in ein Pflegeheim umziehen.
    Ihr Zustand verschlechterte sich zunehmend.
    Vor drei ca. drei Wochen stationäre Einweisung wegen Schlaganfallverdacht. Klinikdiagnose u.a. TIA, Hyperlipidämie.
    Erst im Entlassungsbrief war für uns, die Betreuer lt. Versorgungsvollmacht, eine schon länger begonnene medikamentöse Therapie mit
    RISPERIDON und MELPERON ersichtlich.
    Ein Aufklärungsgespräch fand nicht statt.
    Eine neue Medikation seit Klinikaufenthalt mit QUETIAPIN (SEROQUEL) möchten wir nun wegen den risikoreichen Nebenwirkungen, geringen Nutzen ausschleichen lassen. Stattdessen verordnet der Neurologe die dreifache Dosis, wieder ohne Aufklärung !
    Können wir zumindest vorerst der Dosiserhöhung widersprechen?
    Viele Grüße !

  • Hallo Sogndal,


    Ich bin Mitglied in diesem Forum. Habe ich das richtig verstanden, daß Ihre Mutter eine Betreuerin hat und Sie keine Vollmachten haben? Mit dem Medikament Risperidon habe ich keine guten Erfahrungen zu berichten. Mein Mann hat Alzheimer Demenz ,bei diesem Mittel handelt es sich nur um ruhigstellen von Patienten bzw. Tagespflegegästen. Ich empfehle genau den Beipackzettel zu lesen.
    Es kommt auch immer auf die verordnete Dosis an.Ich habe da ich die Generalvollmacht für meinen Mann habe dieses Medikament seit einem Jahr abgesetzt.( Ohne die Zustimmung seines Neurologen ) Mein Mann ist wieder kommunikativer und schläft nicht nur den ganzen Tag. Es gibt auch Fernsehberichte über dieses Medikament und deren Schicksale. Man muß kämpfen und nicht alles hinnehmen,das ist meine Erfahrung. Jeder Demenzkranke ist eine eigene Persönlichkeit und verdient Achtung , Würde,Zuneigung und vor allen Liebe.
    Wünsche Ihnen viel Kraft.
    Auguste

  • Hallo Auguste,
    vielen Dank für Ihre nette Antwort.
    Das mit der Vollmacht ist schon in Ordnung. Betreuer laut Vollmacht sind zwei Geschwister von mir. Das Problem ist, dass niemand von uns über die Nebenwirkungen dieser Medikamente aufgeklärt wurde.
    Einer Dosiserhöhung haben wir energisch und hartnäckig widersprochen. Inzwischen hat der behandelnde Neurologe die Psychoparmaka/Neuroleptika selbstständig abgesetzt.
    Und promt haben wir den Eindruck eines sich langsam besserndes Zustandes unserer Mutter.
    Viele Grüße und ein schönes Wochenende !

  • Das ist ja sehr erfreulich,ich wünsche Ihnen auch ein schönes Wochenende.Und wann immer Sie eine Fragen haben würde ich gern helfen. Mein Mann ist seit 2006 an Demenz erkrankt und ich kämpfe für Ihn und habe so manche Schlacht gegen Krankenkassen und Behörden geschafft.
    Viele Grüße Auguste

  • Hallo,
    mein Lebensgefährte hat seit einem halben Jahr die Diagnose Demenz bekommen.
    Er bekommt auch die erwähnten Medikamente, ohne Aufklärung. Er schläft bei jeder Gelegenheit ein und fühlt sich nicht wohl.
    Am Montag habe ich einen Termin beim Neurologen, wegen dieser Tabletten.
    Auch ich möchte für ihn kämpfen. Man muss sich leider durchfragen.
    Gruß Ruth

  • Liebe Ruth,


    Sorry, das ich erst jetzt antworte.
    Darf ich fragen was der Termin beim Neurologen gebracht hat ? Haben Sie bei der Krankenkasse schon eine Pflegestufe beantragt ? Ganz wichtig. Ich habe das viele Jahre nicht, weil wir unser Leben immer ohne Hilfe gemeistert haben. Und keine Hilfe annehmen wollten. Hab mir gesagt das schaffst Du alleine und was sollen den die Leute sagen. Nach der Diagnose sind viele Freunde verloren gegangen. Heute weiss ich es waren keine Freunde. Heute sind noch zwei übriggeblieben und die sind echt toll !!! 2012 habe ich meinen Job aufgegeben um die Zeit mit meinen Mann zu verbringen. Und ich habe es bis heute nicht bereut, weil die gemeinsame Zeit die man noch verbringen darf einfach wichtig für uns beide ist. Wenn ich helfen kann bin ich gern für Sie da und gebe meine Erfahrungen gern weiter. Liebe Grüße Auguste

  • Liebe Auguste,
    danke für deine Antwort. Ich bin froh wenn ich mich mitteilen kann und ich auch mal Ratschläge erhalte. Man ist erstmal hilflos nach der Diagnose. Doch langsam schaufele ich mich frei. Ja, jetzt zeichnen sich gute Freunde ab.
    Ich habe erstmals auf den Termin beim Neurologen Monate warten müssen. Jetzt habe ich einfach gesagt, er hat eine starke Unverträglich auf die Medikamente und sieh da, innerhalb drei Tagen konnte ich kommen.
    Er hat morgens 1 Sertralin und morgens und abends je 1 Risperidon verschrieben bekommen.
    Nun geben wir mit Risperidon morgens auf eine halbe, nach 7 Tagen setzen wir sie morgens ganz ab. Dann schauen wir weiter.
    Ich habe die Pflegestufe beantragt. 0 Stufe erhalten.
    Da er ohne mich keinen Schritt mehr nach draußen geht, er hat dann Angstzustände, habe ich beim Versorgungsamt freie Fahrt mit Begleitung beantragt. Das dauert natürlich alles sehr lange.
    Ich bin froh, dass wir noch so beisammen sein können. Es hat sich leider alles verändert.
    Vielleicht können wir uns ab uns zu schreiben, würde mich freuen.
    Liebe Grüße
    Ruth

  • Hallo Ruth,


    würde mich auch sehr freuen von einander zu hören. Ja, das mit dem Beiblatt vom Versorgungsamt hat gedauert. Mein Mann hat einen Schwerbehindertenausweis mit 100% und ich habe um jedes Merkzeichen gekämpft. Widersprüche wegen Ablehnung( B, G, H, Ga. ) Dann hab ich mal einen Mitarbeiter eingeladen sich unseren Alltag anzusehen, damit er es versteht. Das wollte er dann doch nicht. Aber es hat gewirkt. Ich hab damals angefangen alles aufzuschreiben. Wir der Tag war ,was wir gemacht haben,das tut mir bis heute gut. Auch wenn schon sehr viele Fähigkeiten meines Mannes verloren gegangen sind. Leicht ist es nicht und auch ich habe meine schlechten Tage gehabt und habe sie noch. Aber wenn mein Mann mich anlächelt und in die Arme nimmt dann ist unsere kleine Welt wieder in Ordnung.
    Wir wünschen Euch ein sonniges Wochenende.
    Liebe Grüße

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