Vaskuläre Demenz?

  • Hallo,


    ich bin gerade dabei mich als Ergotherapeutin in das Fachgebiet der Neurologie bzw. Gerontologie/-Psychiatrie einzuarbeiten.


    Ich habe seit kurzem eine Patientin im Pflegeheim, die aufgrund eines Herzinfarktes einen Schlaganfall erlitten hat.
    Ausfälle: rechtsseitige Hemiparese und globale Aphasie
    Nebendiagnose: Diabetes, Herzerkrankung.


    Sie ist aus der Reha mit einem Batrthel Index von -74 entalsen worden und im Abschlußbericht steht, das sie dazerhaft auf fremde Hilfe angeiwen sein wird.


    Nun stelle ich etwas fest, was mich beschäftigt : Einige Einschränkungen die im Abschlußbericht erwähnt wurden waren zuerst garnicht mehr vorhanden.


    Dann nach ca. 2 Therapieeinheiten liegt sie nur im Bett, schreit wenn man sie anfasst, oder sie liegt nur im Bett und beobachtet aus halbgeschlossenen Augen
    was man mit ihr macht.
    Dann gibt es wieder TE in der sie klar ist, und eben einen Befund zeigt der im wesentichem besser ausfällt als der Abschlußbericht der Reha.


    Ihr Ehemann sagt sie würde ihn nicht mehr erkennen, was ihn nach 70 Jahren Ehe besonders traurig macht.


    Das Pflegepersonal schildert einen ebenso
    iritierendes Verhalten.


    Zwischendurch hat sie auch wieder mal erbrochen, kann das an einer Aufregung liegen? Oder liegt das ein weiterer"ernsterer" Hintergrund vor?


    Meine Frage: Kann es sich um eine vaskuläre Demenz handeln?


    Vielen Dank für den Gedankenaustausch
    Mit freundlichen Grüßen

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte Wombat,


    Oft sind bei Patienten mit einem nach Schlaganfall initial sehr schwerem Störungsbild im weiteren Genesungsverlauf durchaus auch deutliche Schwankungen bezüglich kognitivem Funktions- bzw. Aufmerksamkeits- oder auch allgemeinem Aktivitätsniveau denkbar. Natürlich gilt es im Einzelfall immer zu prüfen inwieweit diese Schwankungen mit den Vordiagnosen bzw. dem medizinischen Gesamtzustand zu vereinbaren sind, nicht selten ist es auch so, dass gerade solch deutliche Schwankungen z.B. auch durch eine depressive Störung oder andere belgeitende psychiatrische Symptome begünstigt werden können. In solchen Fällen rate ich ihnen deshalb ihre Wahrnehmungen immer auch mit dem die Therapie verordnenden Arzt zu besprechen und gemeinsam nach einer Lösung zur Erhöhung der Therapiefähigkeit zu suchen. Mit dem im Rahmen des Schlaganfalles erhobenen Befunden sollte sich auch die Frage bezüglich Verdachtsdiagnose vaskuläre Demenz klären lassen, wobei die Bestätigung einer solchen Zusatzdiagnose wohl praktisch-therapeutisch vorerst keine Konsequenzen haben wird.


    Vorerst freundliche Grüße und einen guten Rutsch in das neue Jahr,


    Marc M. Lässer

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