Betreutes Wohnen in Berlin

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    "Hallo, meine Mutter kann nicht mehr alleine wohnen. Ich kann sie aber auch nicht bei mir aufnehmen. Ich habe auf Ihrer Website gelesen, dass es besondere Angebote für Demenzkranke gibt, z.B. betreutes Wohnen und Wohngemeinschaften. Die Idee dahinter finde ich ganz gut. Aber gibt es so was auch in Berlin?"


    Das Redaktionsteam des Wegweisers Demenz

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrte Redaktion,
    Berlin ist die Hauptstadt der ambulanten Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz. Das Angebot ist groß und vielseitig.
    Um sich einen Überblick zu verschaffen, ist es am besten, die Zentralnummer der Pflegestützpunkte in Berlin anzurufen. Sie lautet: 0800 - 59 500 59
    Sie können aber auch selbst in der Datenbank "Hilfelotse" nachschauen:
    http://www.hilfelotse-berlin.de


    Beste Grüße von


    Klaus-W. Pawletko

    • Offizieller Beitrag

    Sehr geehrter Unbekannter:
    Gern würde ich noch mal Ihre Frage nach dem Betreuten Wohnen aufgreifen und vielleicht einige Aspekte aus dem allgemeinen Informationsteil ergänzen. Leider gibt es keinen geschützten Begriff für das Betreute Wohnen, sie heißen Seniorenresidenz, Residenz, Wohnstift, Servicehaus, Wohnen mit Service usw.


    Anders als die Wohngemeinschaften, die sich auf den demenzkranken Menschen einstellen, ist die Zielgruppe für das Betreute Wohnen der oder die orientierte Mieter/in, meist nach dem Verlust des Partners oder wenn es zuhause nicht mehr geht. Sie können nicht erwarten, dass sich Nachbarn auf die Eigenheiten und Herausforderungen eines Demenzkranken einstellen. Trotzdem wünschen sie sich, nicht mehr umziehen zu müssen. Wie bei Hotels würde ich „Sterne“ geben, denn der Preis sagt wenig darüber aus, was die Einrichtung für den Menschen leisten kann, wenn er pflegebedürftig oder dement wird.
    Auch in einer ganz normalen Wohnung können Sie jederzeit über einen Hausnotruf Hilfe angefordert, vertraute Nachbarn, Familie und Freunde werden durch einen ambulanten Dienst unterstützt, die Tagespflege und andere Betreuungsangebote helfen gegen die Einsamkeit.


    Ein betreutes Wohnen sollte deshalb eigentlich mehr leisten können, ich würde dann bis zu 3 Sterne geben:


    Ein Stern:
    Im weitgehend barrierefreien Haus werden Beratungsangebote, Serviceleistungen, Hausmeisterdienste und kontaktfördernde Maßnahmen in festgelegten Zeiten durch eine vertraute Person vorgehalten, die auch weitere Hilfen vermittelt. Wie in anderen Mietwohnungen gibt es für den Notfall ein Hausnotrufsystem. Hauswirtschaftliche und pflegerische Leistungen werden extern von einem ambulanten Dienst durchgeführt. In Gemeinschaftsräumen gibt es Kulturelle Angebote und Begegnungsmöglichkeiten.


    Zwei Sterne:
    Zusätzlich verfügt die Einrichtung über sozialpädagogische und/oder pflegerische und hauswirtschaftliche Fachkräfte und ist mit anderen Hilfsangeboten vernetzt (Sozialstation, Kurzzeit-, Nacht- oder Tagespflege), um kurzfristige Krisen und schwere Krankheiten aufzufangen. Ein Sozialrufsystem ermöglicht Absprachen und Hilfen, die über den akuten Notfall hinausgehen. Auch nachts werden pflegerische Hilfen geleistet (z.B. Bereitschaftsdienst).


    Drei Sterne:
    Zusätzlich gibt es ein Konzept, bis zu Lebensende in der eigenen Wohnung bleiben zu können. Dies schließt eine intensive pflegerische Versorgung, gerontopsychiatrische Hilfen und Sterbebegleitung ein. Die Hilfe erfolgt Tag und Nacht zeitnah durch vertraute Pflegekräfte und ein Bezugspflegesystem innerhalb der Einrichtung. Im Unterschied zum Heim bleibt die Mieterstruktur ausgewogenen. Es gibt integrative Maßnahmen, die Ehrenamtlichkeit und Nachbarschaftshilfe fördern, sodass Demenzkranke nicht ausgegrenzt werden.


    Vielleicht schauen Sie sich diesbezüglich in Ihrem Einzugsbereich um!
    Ihr Martin Hamborg

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