Tod des Ehemanns einer Demenzkranken - wie sagen wir es ihr?

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  • Hallo, ich grüble seit einiger Zeit darüber nach, ob und wie man einem Demenzkranken den Tod des Ehepartners mitteilen soll.


    Meine Mutter (60 Jahre, Korsakovdement) lebt seit 2 Jahren in einem Pflegeheim. Mein Vater ist nun schwer erkrankt. Im Falle seines Todes - sollen wir es ihr sagen oder nicht?


    Seit ihrer Krankheit fragt sie nie nach meinem Vater und hat (aufgrund seiner Erkrankung, die ihn sprechunfähig macht) keinen Kontakt zu ihm. Seitdem sie erkrankt ist, verdächtigt sie uns Kinder unseren Vater 'vergiftet' oder schlecht gepflegt zu haben.


    Wie kann man so ein Thema im Ernstfall ansprechen? Sollte sie bei der Beerdigung dabei sein? An welche Stellen können wir Kinder uns im Ernstfall wenden um Rat zu bekommen?


    Vielen Dank für jede Hilfe!! Vielleicht hat auch jemand Erfahrung mit dem Thema?

    • Offizieller Beitrag

    Hallo LisaN,


    ich kann Ihnen dazu keinen "pauschalen" Rat geben, wie man das mit Menschen mit Demenz so handhabt. Das ist sicherlich von Dingen und umständen abhängig, die nur Sie beurteilen können.
    ggfs. ist es günstig, wenn ein Dritter die Todesnachricht überbringt, wenn Sie bereits verdächtigt werden, ihn zu vergiften.


    Ich habe es stets so gehalten, wenn ich solch eine Nachricht überbringen musste oder Angehörige ähnlich fragten wie Sie: einmal würde ich es doch mitteilen und sagen. Auch der demente Mensch hat Anspruch darauf, es zu wissen und zu trauern - und sei es nur sehr kurz. Es schien mir stets sein moralisches Recht und (m)eine Verpflichtung, es zu sagen.


    Aber eben meist nur ein Mal. Nicht immer wieder, wenn danach gefragt wurde.


    Grundsätzlich empfehle ich auch, gemeinsam zur Beerdigung zu gehen, wenn dies der Wunsch Ihrer Frau Mutter ist oder in vordementen Zeiten gewesen wäre. Mit der ganz klaren Ansage und option an die Umgebung, dass man einfach geht, wenn die Situation zu schwierig wird.
    Eine Korsakovdemenz bringt gewisse Besonderheiten mit sich, abweichend z.B. von der Alzheimerkrankheit. Das wissen Sie und müssen es entsprechend berücksichtigen. eine Entscheidung egal in welche Richtung kann richtig oder falsch sein in diesem Fall - treffen Sie sich nicht allein und halten Sie sich die Option offen, jederzeit aus der Situation auszusteigen, wenn es Ihnen richtiger erscheint.


    Es grüßt Sie


    Jochen Gust

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