Beiträge von renategascho

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    Guten Tag Frau Tölle,


    Ihre Frage bezieht sich auf den § 77 SGB XI – Häusliche Pflege durch Einzelpersonen


    im Referentenentwurf zum PNG lesen wir „ergänzend zu ambulanten Pflegediensten werden die Landesverbände der Pflegekassen verpflichtet, auch hierfür qualifizierte Leistungserbringer zur Erbringung von Sachleistungen zuzulassen und Verträge mit ihnen zu schließen, die qualitätsgesicherte Betreuungsleistungen und hauswirtschaftliche Versorgung anbieten“.


    Die Änderung bzw. Erweiterung des PNG soll die praktische Umsetzung stärken, indem die „Kann“-Regelung zur „Soll“-Regelung weiterentwickelt wird. Einzelpflegekräfte sollen mit Pflegebedürftigen Pflegeverträge im Sinne des § 120 SGB XI abschließen können, in denen Art, Inhalt und Umfang der Leistungen einschließlich der dafür mit dem Kostenträger vereinbarten Vergütung darzustellen ist.


    Frau Tölle, ich glaube zum jetzigen Zeitpunkt ist es wohl am besten,wenn Sie sich mit Ihrer Anfrage an den zuständigen Landesverband der Pflegekassen wenden. Auch wir werden diesbezüglich weiter recherchieren und über Neuigkeiten berichten. Gerne hören wir an dieser Stelle auch von Ihren und anderen Ergebnissen und Erfahrungen. Viel Erfolg.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Hallo Eve,


    vielen Dank für die guten Wünsche und auch Ihnen alles Gute für das neue Jahr.


    Bei der Pflegestufe 0 geht es um Menschen mit einer dementiellen, psychischen oder geistigen Erkrankung, die zuhause Hilfe und Unterstützung benötigen, aber die gesetzlichen Voraussetzungen für eine der drei Pflegestufen nicht erreichen. Um die Bedingungen der Pflegestufe 0 zu erfüllen, muss die Person einen erheblichen Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung haben, wie es bei Menschen mit einer Demenz oft üblich ist. Werden diese vom Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) bei der Begutachtung positiv beschieden, gibt es neben den zusätzlichen Betreuungsleistungen nach § 45 b, SGB XI (100 oder 200 € mtl.) nun auch ab dem 01.01.13 einen Anspruch auf Pflegegeld in Höhe von 120 € mtl. oder Sachleistungen in Höhe von 225 € mtl.. Diese beiden neuen Leistungen können auch kombiniert werden. Wie jetzt jede Krankenkasse/Pflegekasse im Einzelnen damit umgeht, kann ich Ihnen leider nicht beantworten. Meine Erfahrungswerte in Berlin sind bisher so, dass die Betroffenen einen Brief von Ihrer Pflegekasse bekommen haben mit der Mitteilung über die gesetzliche Änderung, verbunden mit der Nachfrage wie die Leistungen in Anspruch genommen werden wollen. Sollten Sie im Januar von der Kasse noch nichts gehört haben, würde ich an Ihrer Stelle telefonisch nachhaken.


    Bezüglich der Beratungseinsätze nach § 37 (3) lesen Sie bitte unseren Beitrag vom 26.03.12. Da hat sich nichts geändert. Vielen Dank.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    folgende Information über die Einführung von Investitionskosten bei Pflegediensten in Berlin erreichte uns heute von der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales:


    Häufig gestellte Fragen zu Investitionskosten für Pflegedienste in Berlin: Einführung der Berechnung von Investitionsaufwendungen durch Zuschlag Investitionskosten auf Pflegevergütung ab 1. Januar 2013


    1. Stimmt es, dass Pflegedienste in Berlin ab dem neuen Jahr Investitionskosten in Rechnung stellen?


    Ja, in Berlin haben ambulante Pflegeeinrichtungen (Pflegedienste) ab dem 1. Januar 2013 die Möglichkeit, den Pflegebedürftigen auch betriebsnotwendige Investitionskosten in Rechnung zu stellen. Diese Kosten werden neben der Pflegevergütung zusätzlich ausgewiesen (in der Darstellung so ähnlich wie gesondert ausgewiesene Mehrwertsteuer).


    2. Wie hoch fallen die Investitionskosten aus?


    In der Regel werden die Berliner Pflegedienste 2,5 Prozent als Zuschlag auf die Leistungen des Pflegedienstes in Rechnung stellen. Im Ausnahmefall sind höhere Kosten möglich.


    3. Was sind Investitionskosten?


    Bei den gesondert berechenbaren Investitionskosten handelt es sich u.a. um Entgelte zur Deckung der Miet- und Leasingkosten des Pflegedienstes (z.B. Büromiete, Autos), der Abschreibungen auf die Inventargegenstände und der Aufwendungen für In-standhaltung/Instandsetzung (z.B. Reparatur des Autos). Eine Aufzählung findet sich in § 82 Absatz 3 SGB XI (http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_11/__82.html).


    4. Gibt es dafür eine gesetzliche Grundlage?


    Ja. Nach dem Gesetz für die Soziale Pflegeversicherung (§ 82 Absatz 4 SGB XI) können ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen ihre gesondert berechenbaren Investitionsaufwendungen auf die Pflegebedürftigen umlegen. In stationären Pflegeeinrichtungen wird das in Berlin bereits seit langem so gehandhabt. Im Bereich der ambulanten Pflege folgen die Pflegedienste in Berlin jetzt dem Beispiel anderer Bun-desländer. Dort rechnen die Pflegedienste bereits seit Jahren auch Investitionsauf-wendungen ab. Für Berlin kommt diese Neuerung ab 2013. Die Berliner Pflegedienste berufen sich auf gestiegene Kosten, die für investive Aufwendungen in Rechnung gestellt werden müssten.


    5. Welche Rolle spielt die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales dabei?


    Auf Antrag eines Pflegedienstes muss die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales als Sozialhilfeträger mit dem Pflegedienst eine Vereinbarung nach § 75 Absatz 5 SGB XII über die Höhe der Investitionskosten (Prozentsatz als Zuschlag auf die allgemeinen Pflegeleistungen) schließen. Die Vereinbarung ist Voraussetzung dafür, dass die Sozialämter die Kosten im Rahmen der Hilfe zur Pflege übernehmen können. Die Senatsverwaltung geht davon aus, dass bis zum Jahresbeginn die meisten Pflegedienste entsprechende Vereinbarungen abschließen werden. Die Senatsverwaltung aktualisiert regelmäßig eine Liste mit den Pflegediensten, für die eine Vereinbarung vorliegt. Diese steht den Bezirksämtern zur Verfügung und wird auch im Internet veröffentlicht.


    6. Zahlt die Pflegekasse diese Kosten oder muss sie jeder selbst übernehmen?


    Investitionskosten übernimmt die Pflegekasse nicht. Diese zahlt nur für den pflegebedingten Aufwand, die Pflegevergütung (§ 82 Absatz 2 SGB XI). Die Investitionskosten können jedem Pflegebedürftigen in Rechnung gestellt werden. Wenn Sie Ihre Rechnung an den Pflegedienst selbst bezahlen, können die Investitionskosten ggf. höher ausfallen als für Leistungsberechtigte im Rahmen der Hilfe zur Pflege (SGB XII). Allerdings muss ein Pflegedienst den höheren Satz vorher der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales mitgeteilt haben. Bislang liegen solche Mitteilungen nicht vor.


    7. Wann übernimmt das Sozialamt die Investitionskosten?


    Wenn Sie bereits Leistungen für die Hilfe zur Pflege erhalten, ändert sich für Sie nichts; das Sozialamt wird die Investitionskosten mit übernehmen. Wenn Sie allerdings erst durch die zusätzlichen Investitionskosten hilfebedürftig werden, sollten Sie schnellstmöglich bei dem zuständigen Sozialamt einen Antrag auf Hilfe zur Pflege stellen.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Liebe Leserinnen und Leser,


    auch ab Januar 2013 erhöhen sich die Regelsätze und Barleistungen nach dem SGB XII.


    Die Regelbedarfsstufe I, für Haushaltsvorstände und Alleinstehende, beträgt dann 382,00 €.


    Die Regelbedarfsstufe II, für zwei Erwachsene die als Ehegatten oder Lebenspartner zusammen eine gemeinsamen Haushalt führen, beträgt dann 345,00 €.


    Der Grundbetrag für Leistungsberechtigte in Heimen oder gleichartigen vollstationären Einrichtungen (sogenanntes monatliches Taschengeld) beträgt dann 103,14 €.


    Der Mehrbedarf nach § 30 Abs. 1 und 2 SGB XII (ältere und voll erwerbsgeminderte Menschen, mit Merkzeichen „G“ im Schwerbehindertenausweis) erhöht sich auf 64,94 €, für die Menschen der Regelbedarfsstufe II auf 58,65 €.


    Der Mehrbedarf bei dezentraler Warmwasserversorgung für Alleinstehende auf 8,79 €, bei Regelbedarfsstufe II auf 7,94 €.


    Aber auch die Belastungsgrenze nach § 62 im SGB V (zur Antragstellung auf Zuzahlungsbefreiung für Medikamente, Hilfsmittel etc.) werden für Sozialhilfebezieher angehoben. Das heißt, die Belastungsgrenze im Regelfall auf 91,68 €. Bei chronisch Erkrankten auf 45,84 €. Bei vielen Krankenkassen kann man diesen Beitrag schon im Vorfeld, also Anfang des Jahres einbezahlen (bzw. auch am Ende des aktuellen Jahres für das kommende Jahr). Somit erhält man die Befreiung für das neue Jahr schon sehr früh. Sprechen Sie mit Ihrer Krankenkasse, diese übersenden Ihnen einen Antrag auf Wunsch zu.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Hallo Sibylle,


    Pflegebedürftige Menschen, die aufgrund ihres gesundheitlichen
    Zustandes Pflege benötigen, aber nicht über die notwendigen finanziellen
    Mittel verfügen, um die Pflege zu bezahlen (weil kein Anspruch auf
    Leistungen der Pflegeversicherung besteht oder weil die Leistungen der
    Pflegekasse nicht ausreichen), haben Anspruch auf „Hilfe zur Pflege“ durch
    das Sozialamt (Sozialhilfeträger).
    Dies gilt sowohl für die ambulante Hilfe im häuslichen Bereich, wie für die
    teilstationäre Hilfe in einer Tagespflegestätte als auch für die vollstationäre
    Pflege in einem Heim.


    Wichtig dabei ist, dass alle angeforderten Unterlagen eingereicht und alle
    finanziellen Belastungen belegt werden (so genannte Mitwirkungspflicht).
    Das Sozialamt gewährt „Hilfe zur Pflege“, so weit diese als notwendig und
    erforderlich anerkannt wird. Voraussetzung ist, dass erst vorrangige
    Leistungen, wie z. B. die Leistungen der Pflegekasse eingesetzt werden.
    Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Einkommen und Vermögen des
    Pflegebedürftigen und seines Ehegatten/Lebenspartners nicht ausreicht,
    um die Kosten für die Pflege zu bestreiten.


    Für die vollstationäre Pflege muss der alleinstehende Pflegebedürftige das gesamte Einkommen
    abzüglich des ihm zustehenden Barbetrages (sog. Taschengeld = momentan 100,98 €, ab Januar 13 103,14 €) und Vermögen (Schongrenze = 2600,- €) einsetzen.


    Bei verheirateten oder in einer Lebenspartnerschaft lebenden
    Pflegebedürftigen ist ebenfalls grundsätzlich das gesamte Einkommen und
    Vermögen (Schongrenze = 3214.- €) einzusetzen. Jedoch muss dem im eigenen Haushalt
    verbleibenden Ehegatten bzw. Lebenspartner der Lebensunterhalt unter Berücksichtigung der bisherigen Lebensverhältnisse verbleiben. Dazu erfolgt eine bestimmte Berechnung durch das Sozialamt. Das heißt, es gibt dafür keine Tabelle. Dies hängt immer vom individuellen Einkommen, eventuellen Mehrbedarfen und der jeweiligen Warmmiete ab.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Hallo,


    eine Generalvollmacht gilt sofort für alle Lebensbereiche. Sie beginnt in der Zeit, wo der Betroffene noch gesund und in der Lage ist, für sich selbst zu handeln und über den Zeitpunkt einer Geschäftsunfähigkeit hinaus. Die bevollmächtigte Person, die das Original der Vollmacht in den Händen hält, ist sofort und jederzeit handlungsfähig.


    Generalvollmachten, aber auch andere Alternativen wie Vorsorgevollmachten oder Patientenverfügungen müssen nicht regelmäßig erneuert werden. Es sei denn, der Vollmachtgeber möchte Dinge widerrufen oder der aktuellen Situation anpassen. Auch eine Beratung und Beurkundung durch einen Notar ist nicht notwendig. Sie kann aber in bestimmten Situationen, wie z.B. bei Immobiliengeschäften größere Sicherheiten bieten.


    Bei weiteren Unsicherheiten können Sie bei einen staatlich anerkannten Betreuungsverein kostenfreie Hilfe durch eine persönliche Beratung bekommen.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Hallo Tamara,


    in erster Linie ist es das Recht Ihrer Mutter im Pflegeheim ausreichend und entsprechend ihrer gesundheitlichen Verfassung ernährt zu werden. Es ist gut, dass Ihre Mutter eine Tochter hat, die die Verantwortung auch im Bereich der Gesundheitsfürsorge übernommen hat. Beziehen Sie den Arzt Ihrer Mutter in Ihre Bedenken mit ein und sprechen Sie mit ihm über diese Situation. Dieser steht Ihnen auch sicherlich für ein gemeinsames Gespräch mit der Pflegedienst- oder Heimleitung zur Seite.


    Den Aspekt der Ernährung in vollstationären Einrichtungen finden wir auch in den Rahmenverträgen nach § 75 SGB XI (2) Nr. 2 geregelt. Die Ausführungen sind in den einzelnen Bundesländern sicherlich verschieden, aber trotzdem ähnlich. Unter den Zielen der Ernährung wird formuliert, dass diese ausgewogen und eine notwendige Diätkost anzustreben ist. Ferner, dass der Pflegebedürftige bei der Essens- und Getränkeauswahl sowie bei Problemen der Nahrungsaufnahme zu beraten ist.


    Aber von den gesetzlichen Regelungen abgesehen, sollte es doch möglich sein, dass Ihre Mutter die Nahrung bekommt die ihr guttut und die sie gesundheitlich am besten verträgt.


    Ich würde mich freuen, noch einmal von Ihnen zu hören.
    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Hallo Eve,


    leider sieht das PNG keine Änderungen für Menschen mit Pflegestufe 0 bei der Kurzzeitpflege oder Verhinderungspflege vor. Diese Leistungen werden nach wie vor erst bei vorliegen einer Pflegestufe übernommen.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Liebe Leserinnen und Leser,


    „verrichtungsbezogene krankheitsspezifische Pflegemaßnahmen“ - können ein wichtiger Zeitfaktor bei der Feststellung des Zeitaufwandes für eine Pflegestufe sein.


    Dieser Begriff bezeichnet Maßnahmen der Behandlungspflege, die in unmittelbarem sachlichen und zeitlichen Zusammenhang mit einer Verrichtung stehen oder die untrennbarer Bestandteil einer Verrichtung nach §14 Abs. 4 SGB XI sind (Begriff der Pflegebedürftigkeit/gewöhnliche und regelmäßig wiederkehrende Verrichtungen im Bereich der Körperpflege......., der Ernährung......der Mobilität....).


    Unabhängig davon, ob diese Leistungen von der Krankenkasse als häusliche Krankenpflege nach
    §37 SGB V finanziert und durch einen Pflegedienst erbracht wird, oder eben durch eine private Pflegeperson, muss ihr Zeitaufwand bei einer Begutachtung mitberücksichtigt werden.


    Im folgendem Beispiele der sogenannten Behandlungspflege/Krankenpflegemaßnahmen die die zeitlichen Schwellenwerte für eine Pflegestufe erhöhen:


    im Bereich der Körperpflege:
    Einreiben mit Dermatika – wenn die Einreibung nach dem „Waschen“ wegen der Austrocknung der Haut aufgrund einer Hauterkrankung notwendig ist
    oder die Verabreichung eines Klistiers zur „Darmentleerung“
    oder die Gabe von Schmerzmedikamenten, um die Körperpflege, das „Waschen“ zu ermöglichen


    im Bereich der Ernährung:
    Wechseln einer Sprechkanüle und Einsatz einer Dauerkanüle zum Essen


    im Bereich der Mobilität:
    „An- und Ausziehen“ von Kompressionsstrümpfen ab der Klasse 2, wenn ärztlich verordnet
    oder Bewegungsübungen, die Folgen der Bettlägerigkeit mindern sollen und die Gefahr einer Folgeerkrankung vorbeugen (z.B. Druckgeschwüre, Muskel- und Knochenschwund, Fehlstellungen, Bettlungenentzündung) „integraler Bestandteil der Grundpflege“
    oder Aufsuchen von Ärzten zu therapeutischen Zwecken oder Inanspruchnahme ärztlich verordneter Therapien, die persönliches Erscheinen erfordern (z.B. Dialyse, Chemotherapien) „Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung“
    oder Umlagern zur Dekubitusprophylaxe im Bereich „Aufstehen und Zubettgehen“.


    Die Zeit für diese Leistungen zählt somit für die Einstufung, auch wenn die Leistung später oder weiterhin ein Pflegedienst erbringt und es die Krankenkasse bezahlt.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Hallo Louise,


    im Prinzip benötigt Ihre Großmutter ab sofort mehr Hilfe und Unterstützung. Sie könnten z.B. einen Pflegedienst einsetzen, der sich u.a. auch um die regelmäßige Medikamenteneinnahme der Großmutter kümmern kann (SGB V, Behandlungspflege, wird vom Arzt verordnet). Ferner benötigt Ihre Großmutter, vermutlich auch mehrmals am Tag Einsätze durch den Pflegedienst im Bereich der alltäglichen Verrichtungen des täglichen Lebens. Die da wären: Hilfe und Unterstützung bei der Körperpflege, Hilfe bei der Nahrungszubereitung und Beaufsichtigung bei deren Aufnahme. Auch die Reinigung der Wohnung kann von einem Pflegedienst übernommen werden. Dies sind nun lauter Kriterien, die auch einen Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid einer Pflegestufe rechtfertigen könnten. Der Hilfebedarf bei ihrer Großmutter ist ja Ihren Beschreibungen nach offensichtlich. Auch dabei ist in der Regel der Pflegedienst behilflich und in der Regel auch mit anwesend, wenn der MDK (Medizinische Dienst der Krankenkasse) noch einmal kommt. Zeitgleich ist ein Antrag auf Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII, § 61 ff. beim zuständigen Sozialamt zu stellen. Auch das sind alltägliche Aufgaben eines Pflegedienstes. Zu beachten wäre da, dass etwaiges Vermögen Ihrer Großmutter was über die Vermögensschongrenze von zur Zeit 2600 € hinaus geht, für die Pflege im Vorfeld ausgegeben werden muss. Auch die Kinder der Großmutter müssen sich dann dem Sozialamt gegenüber offenbaren, was deren Einkünfte betreffen.


    Wenn die Generalvollmacht inhaltlich in Ordnung und alle wichtigen Punkte abdeckt, ist diese auch nach 10 Jahren noch rechtskräftig und somit gültig.


    Die bewilligten zusätzlichen Betreuungsleistungen in Höhe von 100 € monatlich, bekommt nicht die Großmutter auf ihr Konto. Diese können nur für bestimmte Leistungen in Anspruch genommen werden. Genaueres finden Sie diesbezüglich auf unserer Internetseite http://www.seniorenberatung-neukoelln.de unter Verbraucherinformation Pflege.


    Der Besuch einer Tagespflegeeinrichtung kann zusätzlich zum Pflegedienst arrangiert werden. Oft wird dort ein sogenannter Schnuppertag umsonst angeboten. Als Beispiel könnte ein Tag folgendermaßen aussehen: morgens kommt der Pflegedienst um die Medikamente zu verabreichen, hilft bei der Körperpflege und beim anziehen, Frühstück. Dann wird die betroffene Person von einem Wagen der Tagespflege abgeholt, verbringt den Tag in der Tagespflege (sie kann dort übrigens auch Körperpflege und Medikamentengabe bekommen) und wird am späten Nachmittag wieder nach Hause gefahren. Am Abend könnte dann der Pflegedienst noch einmal kommen bezüglich des Abendessens und des Zubettgehens. Wenn diese Möglichkeit gut angenommen wird und die Betroffene dadurch ausreichend versorgt ist, kann ein Heimaufenthalt, je nach Verlauf der Demenzerkrankung, erst einmal vermieden werden. Es gibt auch Wohngemeinschaften für Menschen die an einer Demenz erkrankt sind.


    Bei Vorliegen einer Pflegestufe hat Ihre Großmutter Anspruch auf eine sogenannte Wohnraumanpassung durch die Pflegekasse. Dabei könnte z.B. ein Bad das mit einer Badewanne ausgestattet ist umgebaut werden, indem eine bodengleiche Dusche eingebaut wird.


    Louise, dies beantwortet vermutlich Ihre Frage nur im Groben. Gerne können Sie auch noch einmal genaueres erfragen. Sollte es einen Pflegestützpunkt oder ähnliche Beratungsstellen in Ihrer Nähe geben, so sprechen Sie bitte auch diese an. In der Regel kennen diese auch die Strukturen und Angebote vor Ort bei Ihrer Großmutter ganz gut.


    Bis dahin alles Gute und viel Kraft.
    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Liebe Leserinnen und Leser,


    Liebe Leserinnen und Leser,


    möchten Pflegepersonen nach der Pflegetätigkeit ins Erwerbsleben zurückkehren, können diese zur beruflichen Weiterbildung eine Förderung durch die Agentur für Arbeit erhalten. Wird ein Pflegebedürftiger Angehöriger mit einer Pflegestufe wenigstens 14 Stunden wöchentlich gepflegt, kann die Pflegeperson eine freiwillige Arbeitslosenversicherung (nicht bei Freistellung nach dem Pflegezeitgesetz) beantragen. Der Antrag muss innerhalb von drei Monaten nach Aufnahme der Pflegetätigkeit gestellt werden. Die Beiträge muss die Pflegeperson aus eigenen Mitteln direkt an die Agentur für Arbeit entrichten. Von dort gibt es auch die Anträge und weitergehende Beratung.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Sehr geehrte/r Frau oder Herr Frauendorf,


    Pflegestufe 3, Schwerstpflegebedürftigkeit: der Hilfebedarf besteht rund um die Uhr, auch nachts, im Bereich der Körperpflege (Waschen, Duschen, Baden, einschließlich Haare waschen, Haut- und Gesichtspflege, Zahnpflege, einschließlich Mundpflege, Kämmen, rasieren).


    Im Bereich der Ernährung (mundgerechtes Zubereiten der Nahrung, Aufnahme der Nahrung) und


    im Bereich der Mobilität (Aufstehen und Zubettgehen, notwendiges Umlagern, An- und Auskleiden, Gehen, Stehen, Treppensteigen, Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung ( es sind nur solche Maßnahmen außerhalb der Wohnung zu berücksichtigen, die unmittelbar für die Aufrechterhaltung der Lebensführung zu Hause notwendig sind und das persönliche Erscheinen des Antragstellers erfordern. Berücksichtigende Maßnahmen sind das Aufsuchen von Ärzten zu therapeutischen Zwecken oder die Inanspruchnahme vertragsärztlich verordneter Therapien, wie z.B. Dialysemaßnahmen oder Chemotherapie, Ergotherapie oder auch Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie. Ein Hilfebedarf beim Verlassen und Wiederaufsuchen der Wohnung ist zu berücksichtigen, wenn dieser regelmäßig (einmal pro Woche) und auf Dauer (voraussichtlich mindestens 6 Monate) anfällt.


    Diese drei Bereiche nennt man auch Grundpflege. Bei Vorliegen einer Pflegestufe 3 muss im Bereich der Grundpflege ein Bedarf von mindestens 240 Minuten täglich und rund um die Uhr vorhanden sein. Ferner muss ein Hilfebedarf in der Hauswirtschaft (Einkaufen, Kochen, Reinigen der Wohnung, Spülen, Wechseln und Waschen der Wäsche und Kleidung) von täglich 60 Minuten vorhanden sein. Also insgesamt 300 Minuten.


    Nicht nur der Bedarf bei den einzelnen Bereichen wird vom MDK geprüft und ggf. anerkannt, sondern auch die Anleitung und Beaufsichtigung des Pflegebedürftigen sind der konkreten Hilfe bei einer Verrichtung des täglichen Lebens gleichgestellt. Die erforderliche Zeit für Anleitung und Beaufsichtigung wird deshalb in gleicher Weise anerkannt. Die anerkannte Pflegezeit beginnt bereits bei vorbereitenden Handlungen und der Aufforderung zu einer Pflegeverrichtung. Sie schließt ebenso nachbereitende Tätigkeiten mit ein.


    Bitte melden Sie sich noch einmal, wenn Sie genaueres wissen möchten.
    Ich wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Sehr geehrte Frau Recknagel,


    vertretungsweise schreibe ich Ihnen heute. Bezüglich Ihrer Mutter folgende Information. Wenn die Einkünfte Ihrer Mutter nur aus dem ALG in Höhe von 411 € bestehen, kann sie aufstockend ALG II beantragen. Der momentane Regelsatz beträgt 374 € plus der Warmmiete. Das heißt, bei Hausbesitzern sind auch die von Ihnen aufgezählten Nebenkosten enthalten. Wenn ALG II bezogen wird, kann auch eine GEZ Befreiung beantragt werden.


    Bei der Berechnungsgeschichte Ihres Vater kann ich Ihnen leider nicht weiterhelfen. Diesbezüglich würde ich direkt mit der Heimleitung oder dem zuständigen Sozialamt sprechen.


    Ich wünsche Ihnen alles Gute.
    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Sehr geehrte Frau Hessner,


    Ihr Beitrag hat mich sehr berührt. Das beide Elternteile die gleiche Diagnose erfahren mussten ist ein harter Schicksalsschlag. Für Sie als Tochter der doppelte Schmerz, die doppelte körperliche und psychische Belastung. Vermutlich Berge an Formalien. Ihnen als pflegende Angehörige kann ich nur meinen allergrößten Respekt und Hochachtung übermitteln. Es ist mir bewusst, dass Sie unglaubliches meistern und schon gemeistert haben. Nicht alle Eltern haben dieses Glück mit ihren Kindern.


    Wie geht es Ihnen mit der jetzigen Situation? Ich hoffe sehr, dass Sie den Einzug ihrer Mutter in ein Heim ohne Schuldgefühle akzeptieren können. Im Prinzip können Sie beide nur davon profitieren. Wenn Sie sich ausgeruhter und entspannter fühlen, kommt dies Ihrer Mutter bei Ihren Besuchen zugute. Sie können Ihr stundenweise ihre ganze Liebe und Aufmerksamkeit widmen und ich glaube, dass ist das Wichtigste.


    Es ist schön, dass Sie den „Wegweiser Demenz“ entdeckt haben (schade, dass ich Ihnen bei Ihrer ersten Frage nicht weiterhelfen konnte). Ich hoffe, dass Sie Nützliches für Sie finden werden.


    Weiterhin viel Kraft und alles Gute für Sie und Ihre Mutter wünscht Ihnen
    mit freundlichen Grüßen
    Renate Gascho

    Sehr geehrte Frau Hessner,


    Ihre Frage unterliegt den Vorschriften des WBVG (Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz). Dieses enthält ausschließlich vertragsrechtliche Regelungen und ist dem Zivilrecht zuzuordnen. Dies umfasst leider nicht mein Aufgabengebiet. Für dieses spezielle Rechtsgebiet können Ihnen unabhängige Beratungsstellen wie Verbraucherzentralen oder öffentliche Rechtsauskunftsstellen weiterhelfen. Ferner gibt es eine bundesweite Beratungshotline der Verbraucherzentrale mit der
    Tel. Nr.: 01803 – 66 33 77 (Mo -Mi von 11 – 14 Uhr, 9 Cent pro Min.). Diese beantworten Ihnen alle rechtlichen Fragen zu diesem Thema.


    Eine adäquate Rechtsauskunft in Ihrer beschriebenen Situation finde ich äußerst ratsam, den eine 50% tige Erhöhung erscheint mir doch recht hoch. Darüber hinaus muss das Unternehmen die beabsichtigte Entgelterhöhung sachgerecht begründen. Das WBVG verlangt, dass er Ihnen:
    die Positionen benennt, für die sich Kostensteigerungen ergeben haben,
    diese den Kosten gegenüberstellt, die bisher der Berechnung zu Grunde lagen und
    die Anzahl der Bewohner angibt, durch die der Gesamtbetrag der Kostensteigerung geteilt wird (= Umlagemaßstab).


    Ferner muss Ihnen lt. WBVG die Mitteilung über die beabsichtigte Preiserhöhung vier Wochen vor dem Tag zugegangen sein, zu dem Sie den erhöhten Betrag zahlen sollen.


    Frau Hessner, es würde mich wirklich freuen wenn Sie noch eine fachgerechte Beratungsstelle aufsuchen würden. Über eine Rückmeldung darüber wäre ich dankbar.


    Viel Erfolg und alles Gute
    Mit freundlichen Grüßen
    Renate Gascho

    Liebe Leserinnen und Leser,


    alle Pflegepersonen, die einen Pflegebedürftigen von mindestens der Pflegestufe I versorgen, haben Anspruch aus Leistungen der Unfallversicherung. Darum ist es wichtig, dass alle Personen die sich um einen Menschen kümmern bei der Pflegekasse registriert sind.


    z.B: ein Nachbar geht regelmäßig einmal wöchentlich für den Pflegebedürftigen zum einkaufen und bricht sich während dieser Zeit ein Bein. Dies wäre dann ein „Arbeitsunfall“ und wird durch die gesetzliche Unfallversicherung geregelt.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Liebe Leserinnen und Leser,


    wenn Sie einen Angehörigen pflegen, können Sie auch ohne eigene Beiträge einen Rentenanspruch erwerben. Damit die Pflege nicht zu Lasten der eigenen Alterssicherung geht, zahlt die Pflegekasse des Pflegebedürftigen unter Umständen Rentenbeiträge für diese engagierten Menschen. Wenn Sie als Pflegeperson versicherungspflichtig werden wollen ist es wichtig, dass der Pflegebedürftige einen Antrag auf Pflegeleistungen stellt und dort auch Angaben zu Ihrer Pflegetätigkeit vornimmt. Sie können sich aber auch selbst an die Pflegekassen des Pflegebedürftigen wenden. Diese sendet Ihnen den „Fragebogen zur Zahlung der Beiträge zur sozialen Sicherung für nicht erwerbsmäßig tätige Pflegepersonen“ zu. Diesen Fragebogen erhalten Sie nur über die Pflegekasse, nicht bei der Deutschen Rentenversicherung.


    Als Pflegeperson ist man in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert, wenn der Pflegebedürftige nicht erwerbsmäßig wenigstens 14 Stunden wöchentlich in seiner häuslichen Umgebung gepflegt wird. Weitere Voraussetzungen für die Pflegepersonen sind:
    der Wohnsitz bzw. der gewöhnliche Aufenthaltsort ist Deutschland, ein anderer Staat des europäischen Wirtschaftsraumes oder die Schweiz
    die Pflegetätigkeit wird mehr als zwei Monate im Jahr ausgeführt
    die Pflegeperson ist neben ihrer Pflegetätigkeit nicht mehr als 30 Std. pro Woche erwerbstätig
    der Pflegebedürftige hat Anspruch auf Leistungen der deutschen sozialen oder privaten Pflegeversicherung.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Liebe Leserinnen und Leser,
    „Familie im Pflegenotstand gesucht“,diese Email erreichte mich vor kurzem an meiner Arbeitsstelle in der Seniorenberatung/Pflegestützpunkt. Gerne möchte ich den Beitrag an Sie weitergeben. Ich bin gespannt, ob sich eine Familie findet.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho


    FAMILIE IM PFLEGENOTSTAND – Ein Thema, das uns alle angeht!
    Die Pflege und Betreuung unserer gebrechlich und krank werdenden Eltern ist ein immer drängenderes und brisantes Thema in unserer Gesellschaft. Was sollen die „Kinder“ tun, die selbst mitten im Berufsleben stehen, eigene Kinder zu versorgen haben, wenn die Mutter oder der Vater nicht mehr selbst für sich sorgen können? Sie sollen doch in ihrem eigenen Umfeld alt werden können, das wünschen sich die meisten für ihre Eltern. Eine mögliche Lösung für dieses Problem ist eine Haushaltshilfe aus Osteuropa, die mit in den Haushalt einzieht und nun einfach da ist, Zeit hat und den Alltag zu bewältigen hilft.
    Die Kölner Regisseurin Christiane Büchner möchte in ihrer TV-Dokumentation „Family Business“ eine Familie in einer solchen Situation begleiten. Sie interessiert sich für die ganz alltäglichen Dinge, die Familien dann oft plötzlich und unerwartet bewältigen müssen: Wie sieht der Alltag aus, wenn sehr unterschiedliche Bedürfnisse und Geschwindigkeiten miteinander in Einklang gebracht werden müssen? Welcher Austausch zwischen den Generationen wird in diesem Prozess sichtbar? Es ist eine Erzählung über das Wesen von Familie, und deshalb bezieht Christiane Büchner auch die Familie der polnischen Betreuerin mit in ihre Beobachtung ein. Auch hier stellen sich die großen Fragen von Versorgung, Solidarität und Verbundenheit, genau wie in der deutschen Familie, und auch hier verändern sich täglich mehr die Bedingungen, unter denen sie gelebt werden können. Die Filmemacherin möchte dieses Thema einer breiten Öffentlichkeit näher bringen.
    Die Kölner Produktionsgesellschaft Büchner Filmproduktion bereitet dieses Filmprojekt in Kooperation mit den Fernsehsendern ARTE und MDR zurzeit vor. Das Projekt wird vom europäischen MEDIA-Programm, der Filmstiftung NRW, dem DFFF und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert. Die notwendige Fachberatung haben die beiden erfahrenen Dipl.-Sozialpädagogen Werner und Dominica Tigges übernommen.
    Die Büchner Filmproduktion ist auf der Suche nach einer Familie, die vor der Entscheidung steht, für die Betreuung älterer Angehöriger eine Haushaltshilfe aus Osteuropa zu engagieren, und die sich vorstellen kann, dabei von einem sensiblen Filmteam begleitet zu werden.
    Weitere Informationen finden Sie auf unseren Webseiten:
    http://www.buechnerfilm.de/ unter dem Punkt „Filme“
    und unter http://www.24stundenbetreut.com


    Familie im Pflegenotstand gesucht!
    Für einen Dokumentarfilm von ARTE und MDR wird eine Familie gesucht,
    die erwägt, für die Betreuung der Großeltern eine Haushaltshilfe aus Osteuropa
    zu beschäftigen.
    Büchner Filmproduktion GbR – Köln


    Kontakte:
    Tel: 030 – 755 277 24 – Ursula Eitner
    E-Mail: familybusiness@buechnerfilm.de

    Sehr geehrte Frau Tölle,


    vielen Dank für Ihre Geduld.
    Zur Beantwortung Ihrer Fragen folgende Informationen aus dem Referentenentwurf
    (Stand: Januar 12). Dabei geht es um einen Gesetzesentwurf zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung. Neben anderen Leistungsverbesserungen, sollen Menschen die an einer Demenz erkrankt sind und zuhause versorgt werden, ein höheres Leistungsangebot erhalten. Diese höheren erweiterten Leistungen werden in einem neu angefügten Paragraphen im SGB XI erläutert:


    㤠123
    Verbesserte Pflegeleistungen für Personen
    mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz als Übergangsregelung“


    (1) Bis zur Leistungsgewährung aufgrund eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und eines entsprechenden Begutachtungsverfahrens haben Versicherte, die wegen erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz die Voraussetzung des § 45a erfüllen, neben den Leistungen nach § 45b Ansprüche auf Pflegeleistungen nach Maßgabe der folgenden Absätze.


    Frau Tölle, in diesem ersten Satz finden Sie sozusagen Ihre fragliche Aussage zu Anfangs Ihrer Fragestellung beantwortet. Im zweitem Satz geht es nun weiter mit den höheren erweiterten Leistungen. Dabei handelt es sich um Betroffene ohne Pflegestufe. Bei dieser Gruppe werde ich auch bei meinen nachfolgenden Beispielen bleiben.


    (2) Versicherte ohne Pflegestufe haben je Kalendermonat Anspruch auf


    1. Pflegegeld nach § 37 in Höhe von 120 € oder
    2. Pflegesachleistungen nach § 36 in Höhe von bis zu 225 € oder
    3. Kombinationsleistungen aus den Nummern 1 und 2 (§ 38)


    sowie neben den Ansprüchen nach den Nummern 1 bis 3 Ansprüche nach den §§ 39 und 40.
    (Verhinderungspflege und Pflegehilfsmittel/Wohnraumanpassung)


    Somit erhöhen sich die Ansprüche eines Versicherten beim einfachen Betreuungsbetrag von 100 € auf 220 € und beim erhöhten Betreuungsbetrag von 200 € auf 320 €, sollte man sich für die erste Variante Pflegegeld (§37) entscheiden.


    Dieses Geld, lässt sich nun für mein Verständnis weiterhin und wie bisher für die Erstattungen von Aufwendungen einsetzen, die dem Betroffenen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme von Leistungen nach § 45 b, Punkt 1-4, entstehen.


    Bei der zweiten Variante, den Pflegesachleistungen (§36) erhöht sich der Betrag auf 325 €, wenn man vom einfachen Betreuungsbetrag ausgeht und auf 425 € beim erhöhten Betreuungsbetrag.


    Dabei ist es dem Gesetzgeber wichtig, dass sich Betroffene und ihre Angehörigen künftig flexibler als bisher gemeinsam mit dem Pflegedienst auf Leistungen verständigen, die sie wirklich benötigen. Dies bedeutet auch, dass sie anstelle der heutigen verrichtungsbezogenen Leistungskomplexe, sich auch für bestimmte Zeitvolumen im Bezug auf Pflege- und Betreuungsleistungen entscheiden können. Ziel dabei ist, neben den Leistungen der Grundpflege und den hauswirtschaftlichen Verrichtungen, den Zugang zu den häuslichen Betreuungsleistungen, insbesondere für Pflegebedürftige mit eingeschränkter Alltagskompetenz, zu ermöglichen.


    Zitat aus dem Gesetzesentwurf: „Betreuungsleistungen entsprechen vor allem den Wünschen von demenziell erkrankten Menschen beziehungsweise ihren Angehörigen nach passgenauen Leistungen, insbesondere zur Entlastung von Angehörigen“.


    Frau Tölle, leider kann ich Ihnen noch keine Auskunft darüber geben, ob die „neuen“ höheren Leistungen in Kombination mit den bereits bestehenden Betreuungsleistungen jeweils monatlich ausgeschöpft werden müssen oder ob sie auf die darauffolgenden Monate übertragbar sind.


    Bis zum endgültigen Beginn des neuen Gesetzes werden noch einige Monate vergehen und bis dahin erfahren wir sicherlich noch viel Neues darüber. Wir bleiben sozusagen in Verbindung darüber.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Guten Tag Frau Tölle,


    vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Antwort wird etwas Zeit in Anspruch nehmen, da wir uns mit den neuen Entwürfen der Pflegereform noch nicht intensiv genug auseinander gesetzt haben. Vielen Dank für Ihr Verständnis.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho