Beiträge von renategascho

    ....."Eine Maßnahme zur Verbesserung des individuellen Wohnumfeldes des Pflegebedürftigen liegt auch dann vor, wenn den Besonderheiten des Einzelfalles durch einen Umzug in eine den Anforderungen des Pflegebedürftigen entsprechende Wohnung Rechnung getragen werden kann".
    Ist die Versorgung eines pflegebedürftigen (mind. Pflegestufe I) Menschen der an einer Demenz erkrankt ist zuhause durch einen Pflegedienst oder Angehörige nicht mehr sichergestellt und wird z.B. ein Umzug in eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke anvisiert, können die Kosten für einen Umzug bezuschusst werden.
    Dazu muss im Vorfeld ein Antrag bei der Pflegekasse auf Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen nach § 40 Abs. 4 SGB XI gestellt werden. Der Zuschuss darf den Betrag von 2557 € nicht übersteigen.

    Sehr geehrte Monika1,
    mit Alltagsbegleitungen haben wir noch gar keine Erfahrungen gesammelt. Wir bitten daher um etwas Geduld, da wir uns selbst noch fachkundig machen müssen.
    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Sehr geehrte Eve,
    die Pflegekasse bezahlt je nach Einstufung 100 oder 200 € für zusätzliche Betreuungsleistungen im Monat. Fahrtkosten oder andere Nebenkosten müssen von diesem Geld mit bezahlt werden. Z.b. die "Haltestelle Diakonie" (ein Projekt für Menschen mit einer Demenzerkrankung in Berlin) bietet in ihren eigenen Räumen Beschäftigungsangebote an verschiedenen Tagen an. Das Abholen von zuhause, die Beschäftigung selbst und das nach Hause bringen des Klienten kosten zusammen 20 €. Je nach Einstufung kann das Projekt 5 oder 10 mal im Monat genutzt werden. Es gibt kein extra Geld für die Fahrtkosten.
    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho

    Dazu möchte ich ergänzend noch anmerken, dass die Leistungen der Verhinderungspflege (SGB XI § 39) ebenso für die Besuche in der Tagespflege ausgegeben werden können. Dies sind im Jahr 1510 €. Möchten Sie genaueres darüber wissen, dann fragen Sie uns.


    Mit freundlichen Grüßen
    Renate Gascho

    Sehr geehrte Nina,
    zuerst einmal möchte ich Ihnen mein persönliches Verständnis über Ihre Verzweiflung und Ihren Ärger übermitteln. Die Belastung als Vollzeit Berufstätige und gleichzeitige pflegende Angehörige eines Elternteils an sich, ist schon eine große Herausforderung. Wenn dann noch der von Ihnen beschriebene Notfall eintritt, kann ich mir sehr gut vorstellen, dass man/frau sich am Rande der Verzweiflung befindet und sich vermutlich auch Ängste über die persönliche Existenz auftun.


    Obwohl ich mit meiner Arbeitsstelle u.a. nah am (Pflege) Geschehen bin, gibt es in meiner Praxis zum Pflegezeitgesetz eher geringe Anfragen oder Aussagen von Betroffenen.


    Zum allgemeinen Verständnis: das Pflegezeitgesetz (PflegeZG) ist im Juli 2008 im Rahmen des Pflegeweiterentwicklungsgesetzes in Kraft getreten. Inhalt des Gesetzes ist die befristete Freistellung von der Arbeit für pflegende Angehörige. Dabei unterscheidet man zwei Möglichkeiten. Die Freistellung kann entweder:


    kurzfristig für maximal 10 Tage in akuten Notsituationen in Anspruch genommen werden oder als
    längerfristige Freistellung (bis zu 6 Monaten) beantragt werden.


    In beiden Fällen gilt: pflegende Angehörige haben Anspruch auf unbezahlte, aber sozialversicherte Freistellung von der Arbeit mit Kündigungsschutz.


    Im Folgenden möchte ich noch einmal auf die kurzfristige Freistellung eingehen:
    Für die “Kurzzeitige Arbeitsverhinderung” (§ 2 PflegeZG) gelten folgende Regelungen (Textauszug):
    1. Beschäftigte haben das Recht, bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernzubleiben (auch ohne Vorankündigung), wenn dies erforderlich ist, um für einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in einer akut aufgetretenen Pflegesituation eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder eine pflegerische Versorgung in dieser Zeit sicherzustellen.


    2. Beschäftigte sind verpflichtet, dem Arbeitgeber ihre Verhinderung an der Arbeitsleistung und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dem Arbeitgeber ist auf Verlangen eine ärztliche Bescheinigung über die Pflegebedürftigkeit des nahen Angehörigen und die Erforderlichkeit der im Punkt 1 genannten Maßnahmen vorzulegen. Es muss noch keine Pflegebedürftigkeit anerkannt sein. Der Arbeitgeber kann die Freistellung nicht verweigern oder verhindern.


    Dazu Allgemeines: die Dauer der gesetzlichen Freistellung kann nicht durch Tarifvertrag oder Betriebsvereinbarung reduziert werden. Der Anspruch eines Beschäftigten auf Freistellung nach § 2 PflegeZG besteht in allen Betrieben, unabhängig von der Zahl der Mitarbeiter, und damit auch in Kleinbetrieben mit weniger als 15 Beschäftigte. Es kommt auch nicht darauf an, wie lange das Arbeitsverhältnis bereits bestanden hat.


    Sehr geehrte Frau Nina, das PflegeZG ist noch relativ jung und vermutlich ausbaufähig wenn man Theorie und Praxis miteinander vergleicht. Natürlich wäre es wünschenswert, wenn es für diese Regelung eine vergleichbare Lösung gäbe, wie z.B. bei der Erkrankung eines Kindes. Ihnen wünsche ich weiterhin viel Kraft und Geduld in Ihrer verantwortungsvollen Rolle als berufstätige und pflegende Angehörige.


    Alles Gute
    Mit freundlichen Grüßen
    Renate Gascho

    Hallo,
    selbstverständlich haben Sie das Recht, dass Gutachten zu lesen. Wichtig ist, dass Sie innerhalb von 4 Wochen einen formlosen Widerspruch einlegen und darin gleichzeitig um Zusendung des Gutachtens bitten (z.B....hiermit lege ich Widerspruch gegen Ihren Ablehnungsbescheid vom Datum ein. Bitte übersenden Sie mir das angefertigte Gutachten. Ein ausführlicher Widerspruch wird daraufhin im Anschluss erfolgen. MfG).


    Sollten Sie noch Fragen zum ausführlichen Widerspruch haben, dann melden Sie sich bitte noch einmal bei mir.


    Viel Glück und alles Gute.
    Mit freundlichen Grüßen
    Renate Gascho

    Liebe Leser,


    wenn man bedenkt, dass der Tagessatz in einer Tagespflegeeinrichtung im Durchschnitt 80 € kostet, kann man sich gut vorstellen, dass das Geld, auch bei vorliegen einer Pflegestufe und den zusätzlichen Betreuungsleistungen nach
    SGB XI § 45a Pflegeleistungsergänzugsgesetz 100-200 € mtl., schnell aufgebraucht sind.


    Um einen Heimaufenthalt entgegenzuwirken, die pflegenden Angehörigen zu entlasten und vor allem den Betroffenen eine feste Tagesstruktur zu bieten, ist es oft von Nöten die Tagespflegeeinrichtung mehrmals in der Woche oder sogar täglich zu nutzen. Es gibt bereits Einrichtungen, die auch am Wochenende geöffnet haben.


    Scheuen Sie sich nicht, ihr zuständiges Sozialamt im Rahmen der Hilfe zur Pflege in die Kostenklärung mit einzubeziehen.


    Sprechen Sie mit Mitarbeitern einer Tagespflege oder wenden Sie sich an den Pflegestützpunkt ganz in Ihrer Nähe. Diese werden Sie gerne beraten.


    Mit freundlichen Grüßen
    R. Gascho