Beiträge von Pipilotta

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    Meine Mutter befindet sich seit fünf Wochen wegen eines Krankenhausaufenthalts meines Vaters in Kurzzeit- bzw. Verhinderungspflege. Da mein Vater schwer erkrankt ist, wird meine Mutter dauerhaft in der Einrichtung verbleiben, mit der wir auch sehr zufrieden sind. Mein Vater soll nach seiner Entlassung dort ebenfalls untergebracht werden. Seit der Unterbringung hat sich die Demenz -wie erwartet- deutlich verschlimmert, Dennoch ist meine Mutter an manchen Tagen relativ klar. Sie will unbedingt nachhause und sieht überhaupt keine Notwendigkeit für ihre Heimunterbringung, da sie überzeugt ist, dass sie auch alleine zuhause bleiben könne.
    Mein Problem besteht nun darin, dass meine Schwester vergangene Woche plötzlich gestorben ist. Vorher hat meine Schwester meine Mutter regelmäßig besucht. Dennoch hat meine Mutter in den letzten Wochen nicht nach ihr gefragt. Bisher haben wir es meiner Mutter nicht erzählt und sind hin-und hergerissen zwischen dem Gedanken, dass sie ein Recht darauf hat, es zu erfahren und dem Wunsch, ihr diese schlimme Nachricht zu ersparen. Ich befürchte, dass sie es nicht verstehen wird, aber dass ein diffuses trauriges Gefühl bei ihr zurückbleibt. Andererseits habe ich die Sorge, dass sie sich betrogen fühlt, wenn es irgendwann doch rauskommen sollte. Ich würde mich sehr über einen Rat und eine Einschätzung freuen.

    Meine Eltern sind 84 und 86 Jahre alt. Meine Mutter leidet seit einigen Jahren (vermutlich) an Demenz. Vermutlich deshalb, weil das Thema mit ihr nie offen angesprochen wurde aus Angst davor, sie zu verletzen. Wie es bei der Krankheit ja wohl typisch ist, verliert sie immer mehr die Moglichkeit des logischen und rationalen Denkens und hat dadurch eine völlige Fehleinschätzung ihrer eigenen Situation. Jede Hilfe, die man ihr anbietet, wird rigoros abgelehnt mit der Begründung "So verrückt bin ich ja wohl noch nicht.". Mittlerweile eskalieren die Situationen immer mehr, sodass anschließend tagelang der Haussegen schief hängt, was für meinen Vater aufgrund eigener gesundheitlicher Einschränkungen und seines hohen Alters immer belastender wird. Meine Mutter zeigt daraufhin immer mehr Züge einer Depression. Ich denke, dass ihr möglicherweise eine entsprechende Medikation helfen könnte, was aber eine Vorstellung beim Facharzt und eine entsprechende Diagnostik erfordern würde. Die Ankündigung, dass sie einen Arzt aufsuchen soll, würde wahrscheinlich eine totale Eskalation bedeuten. Für eine Idee, wie das Problem angegangen werden könnte, wäre ich sehr dankbar.
    Schöne Grüße