Beiträge von Lorina46

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    Danke Hinz,

    oft nützt es nichts, mit dem Pflegerinnen zu reden. Nicht freundlich, mit Engelsstimme, nicht bestimmend, nicht mit den Worten: "Ich verstehe Sie ja, doch habe ich den Eindruck....!" da auch nicht...!

    Heimleitung? Ich sage mal so.......Hauptsache die Kosten bleiben so wie sie sind... dass die Bilanz gut aussieht! Pflegdienstleitung kuscht vor der Heimleitung! Fachkräfte kuschen vor Heimleitung, "niederes" Pflegepersonal kuschen vor Fachkräfte und Heimleitung!

    Joah, ich kann reden, viel verlangen! Was bin ich? Ich bin nach drei Jahren die einzige Angehörige, die sich so über die "Pflege" beschwert. wurde mir gesagt, als ich von mir aus fragte, ob ich die einzige wäre. Nun ja, ich bin keine Meckertante... war ich noch nie.. aber ich bin in der Zeit der Pflege von meinem Vater sehr kritisch geworden.

    Ich sah, wie die Hasuwirtschafterin, da gerade mal dafür eingeteilt, weil sie genauso die Pflege übernehmen muss an einem anderen Tag, hochsteigt auf die Küchenzeile, um die Dunstabzugshaube zu reinigen, freischwebende und die Pflegerin, die 19 Uhr alle im Bett hatte, da stand und am Handy dattelte... ganz entspannt...sie hatte ja Pause...nahm ich an! Übrigens, das ist die Pflegerin, die eigentlich nur für paar Tage in diesem Heim sein sollte, nun aber schon zwei Monate da ist... gebrochen Deutsch spricht, nicht weiß, wo sie manche Dinge dokumentieren muss.. und ich konnte es ihr auch nicht sagen, weil schließlich arbeite ich ja nicht da...auch wenn ich oft meinem Vater nach wie vor den Hintern abwische, weil die Herrschaften ja gerade Pause haben und wie sich da mein Vater gerade in der Pausenzeit erdreisten kann mal "Groß" zu müssen!

    Darf ich da nicht eigentlich zumindest mit dem Kopf schütteln?

    Und dann hat er sich auch noch nachts, selbstverschuldet, weil er heimwollte und den Ausgang suchte, sich das Genick gebrochen...worauf jetzt keine Rücksicht genommen wird, beim ihn ins Bett plumsen lassen!

    Ich bin sauer...kann nicht sagen, auf wem so richtig! Weil, die Pflegerinnen können nicht dafür, dass sie überreizt auf die zu Pflegenden losgelassen werden...denn schließlich wird ja jede Hand gebraucht!

    Aber wird jeder Charakter auch gebraucht?

    Wie war das? "Wir nehmen, was wir kriegen können!" Mir wurde das im Nachhinein bewusst. Sie sagte nicht, WEM sondern WAS!

    So wird auch ein Schuh draus!

    Ich möchte niemanden beleidigen, aber meine Toleranz hat Grenzen...

    Das betrifft den ganzen Alltag... Ich lächel, bin freundlich...stecke ein, bin wieder freundlich... werde nicht ernst genommen... weine, ziehe mich zurück, Kopf hoch, wieder lächeln, bin freundlich! Mein Vater gibt sich klein und untertänigst! Er hat kein Vertrauen...wie auch?

    Gut, ich höre schon auf!


    Danke fürs wieder Lesen!

    Hier fühle ich mich wohl!

    Danke Jochen Gust!

    Ihre Tipps sin gut, jedoch mit dem fehlenden Orientierungssinn meines Vaters nützen Dinge vor die Tür stellen wenig. Ich verstehe sie, doch er ist in g

    Gegenwart von Pflegekräften sehr aufgeregt, er kann sich nicht konzentrieren. Er geht aus dem Zimmer und muss links ins Bad, gleich nebenan. Und wenn er aus dem Bad kommt, dann wird er meistens zum Essen gebracht in den Gemeinschaftsbereich und da geht es raus aus dem Bad und dann links. Das ist der meiste Weg. Wenn er nun aus dem Bad kommt und nun gleich wieder in sein Zimmer zurück soll, dann weiß er doch, bei aller Liebe nicht, wo sein Zimmer ist (rechts, vier Schritte neben dem Bad) und er weiß auch garnicht, wie seine Zimmertür aussieht, geschweige denn, erkennt er sein Zimmer. Meist sagt er, sie haben mich hierher gebracht!

    Nun ja, ich meine, so mache ich es zumindest... wenn ich meinen Vater vom Klo in sein Zimmer bringe, erstens antworte ich auf seine Fragen und stelle es nicht als dumm und überflüssig hin und zweitens, delegiere ich ihn mit Worten in sein Zimmer. sowas wie: "Ja genau, rechts zu der Tür kannst du gehen, da befindet sich dein Zimmer." Er fragt oft: "Mache ich das richtig?" Da gebe ich ihm die Sicherheit und sage: "Klar machst du das richtig und es gibt bei dem was du tust kein richtig und falsch!"

    Das machen ausgebildete Pflegekräfte nicht!!!

    Kein Gespräch...kein Verständnis! Kopfschütteln, Schmunzeln... sehr von oben herab... nicht alle...aber die, die da sind, wenn ich da bin! Und das sind einige!!!

    Ich habe keinen Job mehr... bekomme kein Geld, außer von meinem Mann. Wir komme über die Runden. Haben Kredite aufnehmen müssen in der Zeit, als ich Vati pflegte. Hab ja nur die etwas über 300€ Pflegegeld bekommen und dann später die etwas über 500€...

    Davon musste ich meine Krankenversicherung bezahlen. Weil meine Kinder so noch über mich versichert sein konnten. Mein Mann war dazumal noch nicht der Adoptivvater und er ist Privat krankenversichert. Somit konnte ich mich nicht bei ihm versichern lassen, weil es am Ende uns 200€ mehr gekostet hätte jeden Monat.

    Vieles wusste ich dazumal nicht, was ich beantragen kann... das mit den Rentenpunkten, habe ich erst erfahren, als ich schon 2 Jahre pflegte. Konnte ich im wesentlichen nachtragen lassen!


    Mir ist schon wieder schlecht! Sozialstaat... aber man muss Anträge stellen, für das was einem zusteht! Wenn es einem zusteht, dann muss das reibungslos und automatisch gehen!


    Haupftsache, Papier wird hin und her geschickt! Geht es da wirklich um den Menschen?

    Glaube nicht!!!

    Schade, dass man sich immer wieder schlau machen muss, was einem alles an Unterstützung zu steht. Was alles geht, auch finanziell! Wenn man selbst pflegt, als Angehörige und man muss sich um den Schei.. kümmern, geht einem wahrscheinlich zu viel durch die Lappen!

    Ich weiß nur... Ambulanter Pflegedienst, 3x am Tag kommen und die eine Stunde Haushaltsunterstützung hätten Vati 4000,- € im Monat gekostet.. im Heim sind es 2200,-€ und nun durch die Prozentregelung 1600,-€. Ambulant wären wir weiterhin von Wohnung zu Wohnung gerannt. Hätten nachts noch für meinem Vater da sein, in seiner Wohnung.. und müssten aufpassen, dass alles gut läuft mit dem Pflegedienst...Zeiten einhalten, Tätigkeiten wirklich ausführen, ihn nicht in der Nässe im Sessel sitzen lassen!

    Ach Mensch... was ist denn nun richtig und was ist falsch???


    Oder soll es bald so wie in dem Film. "Midsommar" werden, wo die Leute, ab einem gewissen Alter, selbst,ganz freiwillig, den Abgrund runterspringen?


    Wir, mein Mann und ich, sind Anfang 50, bzw. Mitte 50... sollen wir uns schon mal nen hohen Berg ausgucken? Ich meine, wenn es meinen Vater nicht mehr gibt! Dass wir anderen, fremden Menschen, nicht zur Last fallen? Ich spreche da noch nicht einmal von unseren Kindern! Fremde, Pfleger und Pflegerinnen! Soll ich mir schon ein Schild bastelt, wo ganz groß draufsteht: "Bitte seid gut zu mir, ich habe in meinem Leben nichts verbrochen, ich bin nur alt geworden!!!" ???


    Sorry... mit graut's vor der Zukunft...wenn es eine gibt...eine, die lebenswert ist...weil da gibt es so viel fremde Menschen, die einem, aus ihrer eigenen Frustration, übel mitspielen "können"!!!

    Vielen Dank Schwarzerkater!

    Ich lese Beiträge, denke weiter nach...dass mit dem anderen Heim finden, werde ich wohl angehen!

    Mich lässt das Gefühl nicht los, dass einiges im Umbruch ist, was das derzeitige Heim angeht!

    Ich habe schon lange manche gute Pflegerin nicht mehr gesehen. Dafür aber Pflegerinnen aus dem Haupthaus. Welche, die eigentlich nicht lange bleiben sollten. Es wird immer schlimmer... Zimmer bleiben verstaubt, aber auch die direkte Pflege lässt noch mehr nach... Vati bekommt eine Einlage in seinen Netzschlüppi und wenn ich merke, er ist nass und auch das Bett, heißt es, das passiert nur, wenn er sich auf die Seite dreht! Ich weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll! ich sagte: "Nein, das passiert für gewöhnlich, wenn die Einlage so voll ist, dass keine Flüssigkeit mehr rein geht!" ...

    Er ist zu oft nass!

    Zuhause hatte er Pants...das Heim fährt auf Sparmodus... auch wenn ich sage, dann bezahlen wir die Diverenz... ach...alles vergebene "Liebesmüh'".

    Aber das ist es nicht.

    Ich lese, wie in manchen Heimen den Angehörigen positives erzählt wird.. ich hoffe, das ist dann auch so! Meist wird Angehörigen alles positiv erzählt, wenn diese nur selten bei ihren Eltern, etc. zu Besuch kommen. Wie sollen sie es auch überprüfen? Sie fahren mit einem guten Gefühl in der Tasche wieder nach Hause und der Bewohner verkümmert langsam im Heim!

    Ich weiß, so pauschal kann man das nicht sagen. Sage ich auch nicht pauschal, es kommt nur viel zu oft genauso vor!


    Ich weiß nicht, was ist eigentlich die Pflege?

    Was macht Pflege aus? Was verstehen eigentlich alle unter Pflege?

    Die praktische Handlung in Sachen Hygiene, Hilfe beim Toilettengang, Das Essen vor einen Pflegebedürftigen stellen? etc. ?!?


    Ich würde gern mal eine Schicht mit Pflegerinnen und Pflegern mitlaufen. Was macht den Dienst so stressig? Viele Bewohner gleichzeitig versorgen? Demente die hintereinanderweg fürs Bett fertig gemacht werden müssen? Die Dokumentation, bei der sie abends eine ganze Stunde für 14 Bewohner dransitzen?

    Ich schwanke zwischen Mitgefühl und Unverständnis! Die ruppige Art im Krankenhaus von Schwestern, das Nichternstnehmen der Bedürfnisse in der Nacht eines Patienten, das stumme Tätigkeiten verrichten im Pflegeheim! Keine Unterhaltung, die dem Bewohner, aber auch der Pflegeperson guttuen würde!

    Angst vor Roboter!? Die laufen doch schon in menschlicher Gestalt herum...!!!

    Achja... und dann noch, untereinander gibt es kaum Absprachen! Was man der einen Pflegerin erzählt und man auch noch sagt, geben sie es bitte weiter, wird ignoriert!!!

    Ich dachte, ich laufe manchmal wie ein Zombie rum...ähm...nee, sorry, bin nicht allein!!! ;) 8)

    Und heute habe ich die Einwilligung unterschrieben, dass die Azubine ihre praktische Prüfungen der Grundpflege an meinem Vater absolvieren kann. Vor der Prüferin wird sie Vati bestimmt nicht auffordern, dass er seine Beine ins Bett schwingen soll. Nach der abgeschlossenen Ausbildung gebe ich mittlerweile den "fertigen" Pflegerinnen nicht mehr als ein viertel bis halbes Jahr in diesem Heim und dann kommt genauso: "Eberhard rutsch hoch ( damit meinen sie, stell dich an den unteren Rand von Kopfkissen...oder wo die Bett-Fernbedienung eingehängt ist!), setz dich hin, (manchmal wird noch gesagt: "Zieh die Schuhe aus!" aber nur manchmal), und nun hinlegen und die Beine reinschwingen!" Dabei greift er nach der Hand der Pflegerin. Von ihr keine Reaktion! Nur Anweisungen! Keine stützende Hand! Ich bringe das Bett, bevor Vati aus dem Bad wiederkommt, in Ordnung. Stelle das Bett insgesamt höher und stelle mich häufig gegenüber hin und fange ihn ab. Nur heute konnte ich den Mund nicht halten und musste was zu den von wegen mit Schwung doch was energischen sagen.

    Und das ist mein Beitrag zu fehlender Empathie. Denn es gibt nicht nur eine positive Empathie, es gibt auch eine negative! Aber nicht mal diese gibt es dort...kein Mitgefühl... es ist ein einziges Baden im eigenen "Leid". Es geht nicht um die Bewohner...Hauptsache ruhig, nass aber laufen nicht gleich aus, essen auch das was sie nicht mögen, weil es ist ja gesund! Vati entschuldigt sich mittlerweile für seine Vergesslichkeit in einer Endlosschleife! Entschuldigt sich für alles mögliche...weint... und sagt, er habe Angst, falls ich nicht wiederkomme, wäre er ganz und gar aufgeschmissen. Er braucht das Gespräch, Zuneigung... und wenn ich ihm die Hand halte und Wärme. Ich schneide ihm die Kopf- und Nasenhaare. Weil Friseur schneidet ihn fast kahl und er hat schöne weiße Locken und an den vorstechenden "Baumbewuchs" über dem Mund, aus der Nase wachsend, wurde mir gesagt, Nägel und Nasenhaare schneiden kann ich nicht, ich weiß auch garnicht, ob das zu unserer Arbeit gehört!"

    Sagt mir doch...was soll ich tun? Beschwerde? Wo?

    Schreien? Das mache ich auf dem Feld alleinstehend! Ich könnte ganz viele Kuriositäten aufzählen .. da fühle ich mich nicht so alleingelassen... Mein Mann redete mit der Leitung. Und er kann wirklich mit Menschen...auch beruflich! Ich bin die Meckertante, die sich im Büro beschwert und alles in meinem Buch notiert!

    Das ist ein normales Kalenderbuch! Ich schreibe mir natürlich außergewöhnliche Dinge auf. Darin stehen aber genauso Sachen wie, wann mein Sohn uns besucht, wann ich was bestellt und geliefert bekomme oder wann es heftig geregnet hat, sowie andere Alltagsbefindlichleiten, Termine! Ich wurde angeschriehen!

    ... nun schließe ich hiermit meine Geschichte für heute ab...


    Entschuldigung... für alle, die ich vernachlässigt habe, die hier genauso ihren schweren Alltag mit der Pflege und Betreuung ihrer Lieben haben...

    Ich war körperlich und seelig mit der Pflege meines Vaters zu Hause belastet. Gerade in den Demenzphasen bis hierher.. bin operiert worden, benötigte danach Verhinderungspflege. Da sind mein Mann und meine Kinder und ich wie ich konnte, zu meinem Vater gegangen, in den Zeiten wenn die ambulanten Pflegekräfte, 3x täglich, wegwaren. Dass er dazwischen auch trocken auf dem Sofa sitzt. Nach der Zeit, anderer Pflegedienst. Bis zum Einzug ins Pflegeheim. Nach einem Jahr kam die Mitteilung, dass sie von uns eine Nachzahlung in Höhe von rund 1000€ fordern, weil die Pflegekasse das Geld an den zweiten Pflegedienst auszahlt, das Geld aufgebraucht gewesen wäre und die Verhinderungspflege somit vorher nicht ausgeführt hätte werden dürfen. Die Kasse stellte sich quer... bekam auch nach mehreren Anläufen keine Klärung zustande. Das Geld zahlten wir... also Vati...Wir, weil wir, mit Vati sind!


    So, nun wirklich Schluss! Ich bin müde und verunsichert... so klein habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt! Doch Vati zeige ich das nicht... aber zuhause!!!


    Danke fürs Lesen!

    Wow und vielen Dank Schwarzerkater. Ich habe das noch nie so auf dem Punkt beschrieben gelesen.

    Wisst ihr, ich bin so froh, mir hier andere Ansichten, Gedanken einzuholen, wie unteranderem, Demenz aussehen kann.

    Es werden Angehörige angehalten, sich mehr darüber zu informieren, sich vielleicht besser noch Schulungen zu unterziehen. In der Zeit, die sie eigentlich nicht haben. Mir kommt das vergleichsweise, wie eine junge Mutter mit vier Kindern vor, die die Buchhaltung für ihren Mann übernimmt, gleichzeitig das Essen vorbereitet und kocht, den Haushalt generell in Schuss hält, die Kinder dabei erzieht, aber auch bespast und gleichzeitig noch 5h Homeoffice macht mit Telefondienst und bekommt dafür nicht mal ein Drittel eine 8h arbeitenden Pflegekraft.


    Ich spreche nur von meinen Erfahrungen und Beobachtungen!

    Bitte, wo bekommt man ausgebildetes Demenzpflegepersonal her???

    Sorry, ich bin verzweifelt. Könnte nur heulen!

    Und was Psychologen angeht!?! Mein Psychologe meinte einmal: "Machen Sie sich nicht so viel Gedanken um Ihren Vater. Es geht ihm gut im Pflegeheim. Besser als ihnen hier!" Ein Jahr später erlitt er einen Genickbruch!

    Er ist 89 Jahre alt und wird aufgefordert rücklings schwungvoll mit den Beinen ins Bett zu wirbeln. Mit einer Wirbelkanalstenose in der Lendenwirbelsäule und noch anderen Schäden. Alter und der Fall bei dem genannten Unfall zollen seinen Tribut. Das ist nur ein kleines Beispiel. Nachvollziehen, warum die Bewohner immer lethargischer werden, kann keine Pflegerin. Da gibt es keine Zeitungen, die zerrissen werden dürfen. Aufstehen nur wenn es erlaubt wird. Es wird am Tisch sitzen geblieben, bis es 18 Uhr, ach nein, da ist ja schon ein Teil im Bett, 17.30 Uhr ins Bett geht. Und wenn eine Frau was will und öfter ruft, da wird ihr nicht gesagt: " Warte bitte, ich bin gleich bei dir!" Da kommt von jrgendwoher ein mehrfaches entnervtes: "Jaaahaaa!"


    Ich fühle mit, mit jedem der zuhause beinahe Unmögliches leistet! Es ist ein schwerer Weg. Mir fehlt aber oft das wirkliche Einfühlen in die Ängste des Dementen, die Ursache des Verhaltens in der Demenz, die Gedankengänge des Betroffenen, das Gefühlsleben.

    Ich hab mal, fahrlässigerweise, einer Pflegerin gesagt, dass mein Vater gerade in Begriff ist in eine Depression zu rutschen. Da kam kurz und plump die Antwort: "Hier haben alle eine Depression!" Hm, schlimm! Außer Beruhigungsmittel gibt es nicht! Keine Gespräche, auch nicht untereinander. Nur zu den Gruppenspielen, Gesangskreisen...oh, da darf der Mund aufgemacht werden!

    Ach was erzähle ich... einige Angehörige sind der Meinung, ihre Mutter kann nicht mehr sprechen und wenn ich hingehe und nur mal den Arm streichel und paar liebe Worte zu ihr sage, kommen ihre Gedanken aus dem Mund gepurtzelt. Aber zu wem soll ich gehen? Mit der Pflegedienstleiterin, wie mit der Heimleiterin habe ich mehrfach gesprochen. Sie äußern selbst, dass sie jeden nehmen, der sich bewirbt. Sie schon lange eigentlich kein Demenzpflegeheim vom Anspruch mehr sind und ich doch die Wahl hätte, meinen Vater woanders unterzubringen. Damit sind sie fertig. Gewillt aber Dinge die Fender werden könnten mal anzugehen, das sind sie nicht gewillt. Wobei ich denke, bei 14 Bewohnern auf jeweils drei Etagen wäre es möglich. Im Dachgeschoss in der Tagespflege geht das auch. Da gibt die Heimleiterin den Patienten bei der Begrüßung sogar die Hand und schwärmt über die tolle Frisur, die die Frau trägt! Auf den Etagen lässt sie sich sonst kaum blicken. Das weiß ich, da ich zu unterschiedlichen Zeiten, an unterschiedlichen Tagen in unterschiedlicher Zeitspanne da war.








    Hallo winnie1960,

    auch von mir ein Willkommen. Du hast ein ziemliches Päckchen zu tragen. Sowohl du als auch dein Mann sind noch verhältnismäßig jung und ihr hattet sicher noch viel vor, was nun leider nicht mehr in der Form lebbar ist.

    In den beiden Beiträgen von Albatross und Rose steht schon so viel Gutes. Ich möchte das nur unterstreichen.


    Was du von deinem Mann beschreibst, ist leider Symptom der demenziellen Entwicklung, die nur eine Richtung kennt: Mit der Zerstörung der Hirnareale und entsprechender neurologischer Verschaltungen schwinden die Möglichkeiten der Kommunikation mit der Außenwelt (das betrifft Menschen, aber auch Situationen) bis zum fast völligen Verlust.


    Zunächst "sucht sich das System im Menschen" Auswege, um wieder Ordnung in das Durcheinander zu bringen: Dazu gehören Ängste, Fehlinterpretationen, Fehlhandlungen, auch alles zwischen "Klammern" und Ablehnen usw.


    Empathie ist (fast) nicht mehr möglich, denn dazu sind hohe geistige Leistungen erforderlich. Kinder erlernen erst relativ spät, empathisch zu sein, sich in andere hineinzuversetzen. Die Demenz ist in vielerlei Hinsicht eine Rückentwicklung des früher Erlernten. Vieles, aber nicht alles geht in der umgekehrten Reihenfolge verloren, wie es einst erlernt wurde. Da jeder Mensch aber individuell ist (unterschiedliche Ressourcen, verschiedene Persönlichkeiten, spezielle Krankheitssymptome) gibt es dennoch große Unterschiede.


    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es ein Riesenunterschied ist, a) über diese Vorgänge relativ gut Bescheid zu wissen und b) sie im eigenen Umfeld zu erleben und damit umzugehen.


    Auf jeden Fall wirst du umso besser damit zurecht kommen, je mehr es dir gelingt, dich auf die Veränderungen bei deinem Mann einzustellen, sie zwar zu beobachten, aber sie nicht immer schmerzlich ins Verhältnis zu früher zu stellen ("Jetzt kann er dies nicht mehr ... " Jetzt macht er das ...")


    Das ist wahnsinnig schwer - ich weiß. Aber ich versuche es bei meiner Mutter genauso zu machen. (Wobei es noch mal ein Riesenunterschied ist, ob es um den Ehepartner oder die Mutter geht).


    Ich versuche also, meine Mutter als neue Version ihrer selbst zu betrachten. Meine Mutter war früher hochintelligent, tatkräftig, praktisch veranlagt, adrett und sauber. Heute zerreißt sie Zeitungen, spuckt ihr Essen aus etc. etc. (Mehr will ich hier nicht sagen, es ist traurig).


    Vom Heim meiner Mutter habe ich gelernt, dass ich all das als "normal" ansehen muss und meine Mutter einfach so behandelt wird, als sei das eben genauso okay. Die Realität passt sich also teilweise meiner Mutter an. So ist meine Mutter gut eingebettet in ihr Leben und ich verabschiede mich von meinem inneren Widerstand, der nur unnötig Kraft kostet. Ich kann ja gegen die Krankheit und den Lauf der Dinge nichts ausrichten, also MUSS ich es ANNEHMEN.


    Nicht dass du jetzt denkst, ich bekomme das täglich gleich gut hin ... Aber zumindest bin ich so der totalen Depression (und einem Zusammenbruch) entgangen.


    Und - wie schon geschrieben wurde - lenke SEHR BEWUSST (quasi als eine deiner wichtigsten Lebensaufgaben) den Blick von deinem Mann ab und zu weg, um auf schöne Dinge zu blicken und sie zu unternehmen. Nimm das wie ein Projekt, dass du ausführen musst. Das wird dir nämlich helfen.

    Ich kann hier nur andeuten, dass ich noch weitere schwerwiegende Lebenssituationen habe - dort muss ich das genauso machen ... und es funktioniert.


    Zuletzt noch: So schlimm es klingt, aber mit dem zunehmenden Vergessen deines Mannes wirst du deine Wichtigkeit für ihn verlieren. Ich weiß, dass das an sich schlimm ist, aber es kann auch äußerst befreiend wirken, wenn du nicht mehr die ganze Wucht der Verantwortung von deinem Mann aufgeladen bekommst.

    Lass ihn vielleicht einmal mehr in die Tagespflege gehen. Es kann sein, dass er eine gesteigerte Häufigkeit bald gar nicht mehr bemerkt. Stattdessen wird der Moment für ihn immer wichtiger ... und darauf muss man auch immer mehr schauen. Vielleicht auch, indem man nur noch aktuelle Dinge benennt. Bei meiner Mutter sind wir soweit, dass nur noch aktuell sichtbare Dinge benannt werden: das Stück Kuchen auf dem Teller, die Sonne, die offene/geschlossene Tür etc. Keine Fragen, keine komplexen Zusammenhänge, kein Früher-später ...

    Man wächst selbst langsam in die neue Rolle, das kann ich dir noch sagen ... quasi als Trost, dass es wirklich besser werden wird.


    Alles Liebe!

    ... Ich entschuldige mich schon vorher für das was ich sagen möchte, hinweisen möchte!!!

    Nach mehrfachem Lesen der Beiträge, habe ich festgestellt, dass sich mein Vater wohl doch im falschem Pflegeheim befinde!

    Was hier berichtet wird, wie verständnisvoll mit Dementen umgegangen wird, freut mich sehr. Wie das Pflegepersonal den Angehörigen erzählt, auf welchem Stand sich das Einleben des Elternteils aktuell sich darstellt. Finde ich wirklich gut! Als Beispiel!

    Das ist zumindest etwas ganz anderes, als von einer Pflegerin im Demenzheim gefragt zu werden, warum der Vater denn aus dem Bad immer nach links abbiegt, obwohl sein Zimmer sich rechts vom Badezimmer aus befindet?! Tut mir leid, das hat dann aber an dieser Stelle nichts mit Überarbeitung zu tun! Oder...ihr könnt mich gern belehren! Ich lerne gern dazu!

    Hallo,

    Hast du denn mal herausgefunden, warum sie aggressiv ist? Was sie triggert? Oder hast du dafür keine Zeit? Was ist mit dem Fachkräften? Die sogenannten Opfer deiner aggressiven dementen Mutter? Sie müssten doch eigentlich wissen, wie man das aggressive Verhalten in der Demenz einordnen muss und was es für Wege gibt entgegenzuwirken, nicht nur Mittel .. vom Arzt.

    Zusatz: Mein Vater ist dement... meine Schwiegermutter auch...die sich nichts sagen lässt...von allen in der Familie...weil sie es ihr aufzwingen wollen, plumpe Überrumpelung

    .. ohne Feingefühl!!! Von mir lässt sie sich die Haare waschen, die Fingernägel schneiden... achja... dazu fehlt oft die Zeit für sensible Überzeugungsarbeit! Da nimmt man in der Pflege schon die entgegengebrachte Aggression der Zuflegenden hin... die Schuld liegt natürlich bei dem Dementen.

    Hallo,

    Hast du denn mal herausgefunden, warum sie aggressiv ist? Was sie triggert? Oder hast du dafür keine Zeit? Was ist mit dem Fachkräften? Die sogenannten Opfer deiner aggressiven dementen Mutter? Sie müssten doch eigentlich wissen, wie man das aggressive Verhalten in der Demenz einordnen muss und was es für Wege gibt entgegenzuwirken, nicht nur Mittel .. vom Arzt.

    Hallo zusammen,

    Ich habe gerade euren Beitrag gelesen, wo rüber ihr über die verspätete Libido eures Elternteils schreibt.

    Wisst ihr, wenn man jahrelang seinen Vater, nach Mutters Tod begleitet und dann ihn pflegt und man sich zwangsläufig mit dem Thema Demenz auseinandersetzt, dann weiß man erst im Groben und über die Jahre hin auch detaillierter was es für "Gesichter" bei einer Demenz gibt.

    Mein Vater hatte später zu mich und meiner Familie Kontakt, hin und zu seinem Sohn und von Zeit zu Zeit zu den Pflegekräften eines ambulanten Pflegedienstes. Da gab es auch schon einiges zu tun was das Gespräche führen mit den einzelnen Pfleger* innen. Doch 2021 musste ich aus eigenen gesundheitlichen Gründen meinen Vater umziehen lassen in ein, wohlgemerkt, Demenzpflegeheim.

    Es war sehr schwer für mich, weil ich immer sagte, Vati kommt mal in kein Heim.

    Als er paar Wochen da war, und die Eingewöhnung viel ihm schwer, hatte er einen blauen Bauch. Bis heute weiß ich nicht was wirklich passiert ist. Aber ich möchte zu eurem Thema kommen.

    Warum fremdschämen?

    Als Vati im Heim das Überangebot der Damenwelt vernommen hatte, kamen in ihm Gefühle auf, die er in seiner Jugend auch hatte. Ausgehen, Tanzen und eine Frau vielleicht kennenlernen. Auf Tuchfühlung gehen. Ich habe schroff von der Heimleiterin gesagt bekommen, dass mein Vater, der sich zu der Zeit in Mitten der Demenzphasen befand, übergriffig gegenüber Frauen wäre. Mein Vater war immer ein Beschützer muss ich dazusagen. Als mir dies mit einer vorwurfsvollen Stimmlage gesagt wurde, hatte ich zunächst das Gefühl, als sollte ich mich für meinen Vater entschuldigen. Wenn ich aber ihn extra in ein Demenzheim einziehen ließ, nicht in ein gemischtes Heim, dann sollte ich doch erwarten können, dass das Pflegepersonal, Pflegedienstleiterin und die Heimleiterin intensiv geschult sind, um in so einer Situation klar zu kommen. Er hat Azubinen angepackt, aber auch Pflegerinnen beleidigt, die ihn gesagt haben, was er als nächstes Tun soll. Situationen gab es, in denen er akustisch und kognitiv manches schon nicht mehr einordnen konnte und sich selbst angegriffen gefühlt hat und hemmungslos zurückfeuerte. Und wieder, wenn man sich auf die Fahne schreibt man kenne sich mit Demenz aus, dann weiß man, dass das durchaus passieren kann, weil es kein moralisches Empfinden mehr gibt, kein Unrechtsempfinden. Mit anderen Worten, das Gefühl, die Emotion, die sich gerade schlecht anfühlt, ist Grund genug dem der sie ausgelöst hat sofort zu sagen "wo der Hammer hängt". Und das kommt mit geballter Faust aus dem Mund. Er kennt kein Abwägen mehr, was darf ich sagen und was nicht, verletze ich mir meinen Worten jemanden? Dieser Schlüssel für die Schublade Anstandsemfindem des Verstandes ist für immer verloren gegangen.

    Mein Vater ist ein sensibler lieber Kerl. Aber es darf ihn keiner Kränken, auch da ist er sensibel, Kränkungen hält er nicht aus. Er beschützt... die Frauen...!!!

    Und nun nochmal... er hatte plötzlich einen blauen Bauch. Ganz schnell sollte er Beruhigsmittel bekommen. 2022 in der Nacht zum 1. Weihnachtsfeiertag stürzte er, beim "Fluchtversuch" und brach sich mehrfach das Genick. Er ist nun im März 89 Jahre alt geworden. Ich habe den Bericht, die Dokumentation einsehen wollen. Mit Gezedere wurde mir erlaubt, die kurzen Zeilen nachzulesen, was in der Sturzzeit passiert ist.

    Was ich sagen will... Empathie gleich Null der Pfleger und Pflegerinnen. Aber als Angehörige soll man diese dem Personal entgegenbringen. Für einzelne ja, für den größeren Rest nicht mehr!!!

    Ihr fragt euch sicherlich, warum ich meinen Vater noch immer dort behalte. Ich kann es euch sagen, weil es leider keine Alternative gibt. So bin ich eben zweimal mindestens in der Woche bei ihm. Bekomme vieles negative mit, was andere Angehörige nicht mitbekommen oder aber auch teilweise nicht mitbekommen wollen und war bis Anfang des Jahres noch im regen Austausch mit der "Büro-Community".

    Aber ich bin nicht gern gesehen, bei den meisten, weil ich unbequem bin. Aber das interessiert mich nicht mehr wirklich! Ich kenne nun einige Methoden wie alte Mensch kleingehalten werden, wie ihnen eingeredet wird, sie würden lügen wenn sie was erzählen. Es wird schnell die Erzählung eines Dementen als Lüge abgetan, weil sich das Personal darauf stützt, er/sie hat eh alles vergessen oder bringt die Dinge durcheinander oder befindet sich gerade wieder in der eigenen Fantasiewelt. Wer glaubt schon einem Demenzen? Wer achtet schon auf die kleinen Hilfeschreihe, Fingerzeige? Wer? Wer deutet es schon richtig? Und wie soll man Unzulänglichkeiten eines Pflegeteams nachweisen können?

    Wie freundlich alle zu einem sein können... und wenn man den Rücken kehrt, dann, in einer vermeintlich unbeobachteten, nicht hörbaren Situation, wird eine alte Frau, die sich eben nicht gleich aufs Klo setzt, angeschriehen oder mit einer bedrohlichen Stimmlage: "Setz ...dich...hin!" gezwungen, weil es der Plan vorsieht, 17.30 Uhr spätestens nochmal aufs Klo zu gehen bevor 18 Uhr alle im Bett liegen müssen.

    Ist das etwa in den euren Heimen nicht so? 8 Uhr Frühstück, Beschäftigung, da sitzen im Essbereich, Nichtstun, warten aufs Mittagessen, was 11 Uhr da sein sollte, wenn man nicht gerade die letzte Etage ist, mit der Essensvergabe (3 Etagen à 14 Bewohner), 12.15 Uhr Mittagruhe, 14.30 Uhr Kaffeetrinken ken, bissel Garten oder Beschäftigung (Ballspiele für jeden, auch wenn das garnicht mehr von jedem verstanden wird...das Fangen, die Reaktion fehlt), 16. 15- 16.30 Uhr Beginn mit dem Abendessen. Wenn ich da bin...17.30 Uhr und zu Bett geht mein Vater dann wenigstens erst 18. 45 Uhr oder etwas später!

    Nun, wer sollte sich schämen? Wir, ohne entsprechende Ausbildung oder Fachkräfte, Assistenten, Betreuer(Beschäftiger), Leiter, die die Verantwortung tragen und den Beruf gewählt haben. Oder gibt es unter dieser Gruppe von Menschen doch recht viele, die den Job nur ausüben, weil sie nichts anderes finden und da sowieso jede Pflegekraft gebraucht wird, die Chance nutzen und keine Ahnung haben, was sie da eigentlich tun?! Oder ist es das in aller Munde sein? Anerkennung so gewinnen, weil ich da eine von vielen bin, die aufmerksam machen auf den Pflegenotstand...sozusagen mit auf den fahrenden Zug aufspringen? Das klingt sicherlich abfällig, unfair, was ich da schreibe. Ich bin der Meinung, wer seine Arbeit möglichst 100%ig fachmännig macht und weiß was er/sie tut, für wen vorallem, der/die müsste auch begriffen haben, dass man nur geachtet werden kann und Anerkennung entgegengebracht bekommt, wenn man aufrichtig freundlich zu den Bewohnern ist, sie hin und wieder auch mal beim Kopf nimmt, die Hand hält in traurigen Phasen, Gespräche führt, dass sie nicht ganz so schnell in die "Stille Demenz" a gleiten. All das würde Mitgefühl, Empathie, Achtung gegenüber den lange lebenden, an Erfahrung reichen Menschen zeigen! Was ich sehe ist nur: Wohin bloß mit den störenden Alten. Das bezieht sich auch nicht nur auf das eine spezielle Pflegeheim. "Komisch" wenn alles so in Butter ist, freundliche Menschen die Arbeit da erledigen...warum hat denn der Pflegeberuf so einen schlechten Ruf? Der geringe Verdienst? Da verdienen andere in anderen Berufen, die mehr ackern müssen schlechter! Oder sind es doch die Zustände da, Hektik...von Menschen gemacht, kein Hand-in-Hand arbeiten...Informationen werden von Kollegen an Kollegen nicht weitergegeben. Ist das schlechte Image nicht hausgemacht? Warum kann e ich so viele, die sagen: "Ich will nicht ins Heim!" Warum habe ich und auch nicht allein den Gedanken, hoffentlich werde ich nicht so alt!? Fragen über Fragen, wo es jetzt keine Antwort drauf gibt! Weil die Antwort unbequem ist, sich keiner herantraut, um wirklich was in dem verkorkstem Pflegesystem was zu ändern! Oder wohl wissentlich. Schließlich läuft es doch...so irgendwie!


    Danke fürs Lesen! Und nun könnt ihr euer ABER mir mitteilen!!!

    Keine Sorge... das kenne ich schon... was nicht geht, das weiß ich schon. Es wäre mal schön, wenn mal jemand sagt, was geht! Was kann man tun? Was sollten alle tun? Ich weiß es... aber meine leise Stimme wird gern überhört!

    Schönen Sonntag noch... Liebe Grüße

    Nur ganz kurz...

    Bitte nicht falsch werten!..

    Ich schreibe noch ausführlicher..


    Mein Vater malt Malbögen aus, weil es gefordert wird. Er bastelt auf Holzabfall (wirklich Sägeabfall) mit Watte und Zapfen eine "Winterlandschaft", weil er es muss! Er sagt nach wie vor: "Ich verstehe nicht, warum ich den Mist machen muss!"

    Beschäftigung... nicht etwa Mundharmonika spielen, wie seine Interessen sind! Nein, wenn er unruhig wird, weil er nicht mehr am Esstisch sitzen kann. Der Rücken schmerzt und die Anderen antworten nicht auf seine Fragen und die es könnten, das Personal, reagieren nicht. Wenn die Tischnachbarin sagt: "Das Essen schmeckt nicht!", sagt die Pflegerin: Doch, das Essen schmeckt!" und Schrott ihr ohne ein weiteres Wort den Löffel weiter in den Mund der Bewohnerin.


    Das ist der Alltag im einem "Demenzpflegeheim"!

    Sorry... nichts für ungut...aber Medizinischer Dienst, Qualitätskontrolle ... wenn sie mal Inkognito kämen. Unten geht die/der "Prüfer(in) rein und oben auf der Etage werden telefonisch informiert! Mein Vater war 2022 der Vorzeigebewohner. Auch bei Azubiprüfungen wird er gern genommen, weil er "so schön mitmacht "!

    Aber gut.. positives gibt es zum Glück auch! Es gibt eine ältere Wirtschafterin. Ihre Mutter und ihren Mann pflegte sie selbst. Mit ihr kann ich mich manchmal austauschen. Sie bringt Vati immer ihr selbstgemachtes Speckfett mit und macht ihm extra Schnittchen für seinen Abendbrotteller!


    Was ist denn Pflege überhaupt? Alles Technische?

    Hallo Herr Buchenberg,

    Vielen Dank für dein/Ihr erzählen Ihrer Erfahrungen.

    Ich wünsche Ihnen einen schönen Urlaub und werde zu einem späteren Zeitpunkt auf Ihr Schreiben eingehen.


    Liebe Grüße

    Liebe Elfriede,

    Ich war schon mit meinem Vater zum Unterpolstern der oberen Prothese. Das reichte aber nicht aus, weil er keine Backenzähne am Unterkiefer mehr hat, die für den Gegendruck, bzw. dem Gegenbiss notwendig wären. Deshalb müssen sie mit Haftcreme extra Halt finden können. Eine Prothese für den Unterkiefer kann nicht mehr für ihn angefertigt werden. Er würde nicht mehr damit klarkommen. Das wäre er schon lange nicht mehr.

    Eine Beschäftigerin pro Etage gibt es. Sie macht Gruppen-Beschäftigung und Einzelbeschäftigung. In der Gruppe Bewegung, Sport, Erzählstunden, Fragespiele, Musik hören. Ich weiß, dass sie aushilft beim Füttern von Bettägerigen. Mit Vati hat sie Ausmalspiele, Frage-Antwort-Spiele gemacht. Ich sehe sie, wenn ich nachmittags und am späten Nachmittag komme im Gesellschaftsraum sitzen beim dokumentieren. Von Vatis Physiotherapeutin erfuhr ich, wie sie Vati in der Gruppe vormittags beobachtete beim Ball zuwerfen. Also, die anderen warfen, Vati wusste nicht, was er tun sollte. Deshalb, sie gehen nicht auf seinen Lebenslauf ein und auch nicht auf seinen momentan Zustand. Einen Beschwerdekasten gibt es nicht. Ich hatte es schon mehrfach angesprochen. Warum es keinen "Kummerkasten" gibt? Nicht nur für Angehörige, auch gern für Pflegende. Ich kann mir gut vorstellen, dass manche auch nicht mit Allem was passiert einverstanden sind, sagen aber nichts, weil sie keinen ans Messer liegen wollen. Sind vielleicht danach selbst dran. Renkespiele sind da sicherlich möglich!?! Auf jeden Fall gibt es das nicht und soll es auch nicht.

    Mein letztes Gespräch mit der Leitung dauerte 2 h. Es hat sich nichts geändert. Die Pflegerin, die Vati an den Füßen ins Bett dreht, macht es weiterhin und andere nun auch. Vati hatte Weihnachten 2022 in der Nacht von Heiligabend zum 1. Feiertag einen Genickbruch erlitten. Nun lassen sie ihn rücklings mit dem Oberkörper ins Bett fallen und fassen ihn an den Fußknöcheln an und drehen ihn ins Bett. Er kann sich selbst nicht richten. Er kann die Entscheidung für sich nicht treffen. Sie verstehen das nicht, schon gar nicht meine Sorge. Was bleibt, ich muss mich wieder mit der Pflegedienstleiterin auseinandersetzen. Anfangs hatten die Pflegehelferinnen nicht mal eine Weiterbildung für die Demenzpflege besucht. Das kurbelt ich an. Dann wurde alle Neueingestellten gleich nach Einstellung zu der Weiterbildung geschickt und Pflegepersonal, die es ebenso notwendig hatten, die sich in Demenzpatienten nicht hineinversetzen können. Das können die meisten nach wie vor nicht!

    Mich macht das fassungslos, wütend, traurig... ich könnte nur heulen! Aber das hilft weder Vati, noch den Mitbewohnern nichts. Sie werden beim Vorbeigehen gefüttert. Sie stehen vor einer Frau und schieben ihr, während sie sitzt und die Pflegerin vor ihr steht, einen Löffel nach den anderen in ihren Mund. Kein liebes Wort. Kein normales Gespräch... keine Zeitungen zum anschauen. Sie sitzen am Tisch und warten auf ihre Mahlzeiten. Abendbrot halb 5, danach waschen, umziehen und ins Bett. Wenn ich da bin, mache ich mit Vati halb 6 Uhr abends Abendbrot und unterhalte mich mit ihm, schaue mit ihm ein TV-Quiz an, spiele mit ihm eine einfache Form von Memory, höre Musik und tanzen mit ihm im Sitzen. Er war ein begnadeter Tänzer. Körperpflege wie Nasenhaare, Fingernägel und Haare schneide ich ihm wieder selbst. Einerseits, weil es nie zu gegebener Zeit gemacht wurde und aber, weil es etwas ist, Vati nah zu sein. Dabei liebt er das Kopfkraulen und Späßchen, die ich mit ihm mache. Das ist so ein Vater-Tochter-Ding mittlerweile geworden.

    Ach, jetzt hab ich so viel geschrieben!

    Vielleicht hast du noch eine Idee, wie ich was anders angehen kann. Oder nehme ich das alles zu ernst? Seit Blutverguss am Bauch 2 Monate nach Einzug und dem Genickbruch bin ich immer in einer "Na was wird denn heute wieder sein"- Haltung. Leider!


    Liebe Grüße Carmen :|

    Hallo Elfriede,

    Vielen Dank für Deine Antwort.

    dass es das tatsächlich gibt, stimmt mich froh, beruhigt mich unheimlich!

    Vati lebt in einem Demenzpflegeheim, bei dem es auf der Etage nur max. 15 Bewohner gibt, eine Pflegerin, eine Wirtschafterin. Drei Etagen gibt es insgesamt und auf einer Etage davon befinden sich, in der jeweiligen Schicht, ein bis zwei Fachkräfte. Viele Bewohner davon sind bettlägerig, einige können nicht mehr sprechen. Die meiste Zeit sitzen sie nur im Gemeinschafts-Küchenbereich rum. Auch die noch gut aktiv wären, zumindest kognitiv. Der Hausarzt und der Neurologe kommen einmal pro Monat ins Helm. Wenn es was zu klären gibt, z.b. über zunehmend Wasser in den Füßen und Beinen, wird der Hausarzt von der Pflegefachkraft angerufen. Daraufhin verschreibt der Arzt irgendwas, ohne sich den Patienten anzusehen. Mein Vater hatte Schlaganfälle, Herzinfarkte, leidet an Niereninsuffizienz, Asthma etc.! Über den Neurologen erreichte meine Tochter nach 3 Jahren, dass Opa endlich eine Ergotherapie verordnet bekommt. Der Hausarzt hielt das für nicht notwendig. Spät aber nicht zu spät! Im Heim, passieren Dinge wie, keine Haftcreme wird benutzt, Folge: Wundscheuerung des Zahnfleisches oder Vati kann nicht entsprechend kauen, weil er nur auf die lockere Prothese beißt, das Pflegebett wird nicht festgestellt, so dass er beim doch mal Aufstehen hinfällt. Das sind eigentlich "Faselfehler" die nicht immer, aber hin und wieder vorkommen, können aber folgenschwer sein. Natürlich sage ich nicht bei allem, jedes Mal was, aber mich macht das traurig und ich fühle mich so machtlos! Vati weint, wenn ich nach Hause gehe, weil ihm das "normale" Gespräch fehlt und der Zuspruch, das Fürsprechen. Mit der Heimleiterin, mit einzelnen Pflegerinnen und Pflegern habe ich gesprochen. Der Eine spricht sich mit mir ab, die andere geht in Verteitigingsstellung. Es ist so schwierig auf einen Nenner zu kommen!


    Liebe Grüße


    Carmen😔

    :) Hallo zusammen,

    Ich war schon eine Weile nicht mehr in diesem Forum aktiv. Möchte mich aber wieder mehr dem regen Austausch widmen. Mir tat es gut und vielleicht konnte ich mit meinem Beiträgen etwas Gutes tun.

    Ich als, lange Zeit, pflegende Angehörige und nun seit Mitte 2021 Angehörige und "betreuende" Angehörige meines im Demenzpflegeheim lebenden Vaters habe mittlerweile viel erlebt und eine ganze eigene Geschichte. Viele Tränen flossen, viel Enttäuschung, Unverständnis seitens der lieben Verwandtschaft, eigenes Streben, um allem hundertprozentig gerecht zu werden gehörte zum Alltag! Ehemann, Kinder, zwei Hunde, Arbeit, Vater, Gesellschaft und mich gab es nur als "Rennmaus"! Ich funktionierte! Bis 2021...der große Zusammenbruch! Langzeitschlafstörungen, mangelndes Selbstwertgefühl, physischer Untergang (OP an der Lendenwirbelsäule) ließen alles auf "Null" setzen.

    Nun besuche ich Vati mindestens zweimal die Woche im Pflegeheim, kümmere mich um alles Organisatorische, fahre und begleite ihn zu Ärzten oder Untersuchungen, wir holen ihn ab, um mit ihm Ausflüge zu machen. Und es wird immer beschwerlicher, für ihn, aber auch für mich!

    Und doch...ich weiß, ich werde von ihm gebraucht und er braucht mich! Er wurde im März 89 Jahre alt, hat in seinem langen Leben so viel durchgemacht! Ich finde, das ist beachtenswert! Nur stelle ich fest...man schreibt einen Lebenslauf beim Einziehen in die Pflegeeinrichtung und bemerkt, es interessiert keinem da! Pfleger wussten nach einem halben Jahr noch nicht, dass er Diabetiker ist. Aber mehr davon vielleicht später...

    Wer ähnliches erlebt hat, bitte schreibe mir... ich brauche unbedingt Input von außen. Ich stehe gerade irgendwie auf der Stelle. Mein Thema ist vordergründig: Gibt es in Deutschland wirklich die Demenzpflege in Pflegeeinrichtungen? Ich komme nicht weiter... wo bleibt die Spezialisierung und wenn es sie gibt, wo wird sie wirklich angewendet???

    Danke vorab für eure Ausführungen!


    Liebe Grüße .. :)