Beiträge von Hühnchen

    Hallo Anna50,

    ich kann leider nichts dazu schreiben, wie sich Fentanyl AL im Zusammenhang mit Lewy-Body-Demenzkranken auswirkt. Aber die Symptome, die Sie schildern, zählen schon zu den „normalen“ Nebenwirkungen von Fentanyl, die sehr vielseitig sind, von allgemeiner Schwäche, Orientierungslosigkeit, Gedächtnis-, Sprach- und Bewusstseinsstörungen , Appetitlosigkeit, Verstopfungen, Schlaflosigkeit oder Schläfrigkeit, Verwirrtheit und Halluzinationen, Herzprobleme, bis hin zur Atemnot u.v.m.


    Meine Mutter wurde aufgrund ihrer Krebserkrankung mit Fentanyl behandelt. Die Einstellung erfolgte im Krankenhaus. Am Anfang hatte sie auch Nebenwirkungen (Sprachstörungen, Appetitlosigkeit, Schläfrigkeit, Halluzinationen). Nach längerer Verabreichung sind diese bis auf die Schläfrigkeit verschwunden, die war m.E. aber auch auf die Erkrankung selbst zurückzuführen. Zu dem Fentanyl musste Macrogol zur Verhinderung einer Verstopfung verarbreicht werden.


    Nach 3 Tagen ist es natürlich schwierig Nutzen und Nebenwirkung gegeneinander abzuwägen. Manches braucht halt auch seine Zeit, um zu Wirken.


    Was hat denn der behandelnde Arzt zu den Nebenwirkungen und zu dem abrupten Absetzen gesagt (Fentanyl soll eigentlich langsam gesteigert und auch langsam wieder ausgeschlichen werden)? War vllt. die Anfangsdosierung zu stark?


    Wünsche Ihnen und Ihrer Mutter alles Gute

    Hühnen

    Hallo Hanne63,

    bei manchen Ärzten und Arzthelferinnen fragt man sich wirklich, was die im Gesundheitswesen zu tun haben?!?

    Sonnenblümchen hat da vollkommen Recht, es ändert sich nur was, wenn man was sagt. Und alles gefallen lassen muss man sich auch nicht.

    Wieso aber wollen Sie bis Ende vom Quartal mit dem Wechsel warten. Meiner Meinung nach ist in Ihrem Fall das Vertrauensverhältnis derart gestört, dass auch ein Wechsel innerhalb eines Quartals möglich sein sollte. Falls noch nicht geschehen, würde ich das an Ihrer Stelle mal mit der Krankenkasse absprechen.

    Gute Besserung und viel Glück mit dem neuen Hausarzt

    Hühnchen

    Hallo Ecia,


    das leidige Problem von der fehlenden Einsicht und dem „ich mach doch noch alles selber“ auch wenn gar nichts mehr geht…


    Ich kann nur jedem empfehlen, sich im Internet einen Pflegegrad-Rechner zu suchen, bei dem auch die einzelnen Positionen erläutert werden. So hat man einen Überblick, was sich wie auswirkt. Bei meiner Mutter hat damals noch eine persönliche Begutachtung stattgefunden, die aber auch nicht mit dem Ergebnis endete, was angebracht gewesen wäre. Die Ermittlung der Einstufung bekommt man vom MDK ausgehändigt. Wir sind dann hingegangen und haben uns Punkt für Punkt angesehen, wo Abweichungen bestehen und haben entsprechend gegenargumentiert. Erfolgreich.


    Eine gute Bekannte hat es während Corona mit ihren Eltern genauso gemacht, nachdem die erste telefonische Begutachtung mit PG 1 endete, hat sie Einspruch eingelegt und zur Begründung den selbstausgefüllte Pflegegrad-Rechner mit Erläuterungen zu den strittigen Einordnungen beigefügt. Das hat auch geklappt.


    Ob eine persönliche Begutachtung möglich ist, klären Sie besser vorab mit dem MDK.


    Wünsche Ihnen viel Erfolg

    Liebe Grüße vom

    Hühnchen

    Hallo Inkognita,

    diese Auf's und Ab's sind schon sehr belastend. Insb. wenn die Veränderungen so plötzlich kommen. Aber gut zu lesen, dass schnell ein Platz in der Akut-Geriatrie frei war. Würde Ihnen und Ihrer Mutter sehr wünschen, dass Sie genauso schnell einen geeigneten Pflegeplatz finden.

    Bzgl. der anstehenden Augen-OP und dem Plan vom Prof., dass dieser kleine Fenster in die Kappen schneiden möchte, sorry, aber da gehen mir die Zehennägel hoch. Es gibt durchsichtige Augenkappen, da muss man nichts "basteln"... Die sind ggf. für die Tage nach der OP wertvoll, damit ein Reiben bei evtl. Schmerzen verhindert wird. Hatte zu dem Thema ja schon mal etwas geschrieben. Ich würde nicht beide Augen auf einmal machen lassen. Und wenn's eben geht ohne Vollnarkose und ohne stationären Aufenthalt. Die Möglichkeiten gibt es ja.

    Alles Gute für Sie und Ihre Eltern

    Hühnchen

    Hallo Inkognita,

    kann mich da auch nur den Vorschreibern anschließen. Eine zweite Meinung wäre hier sehr angebracht. Vllt. von einem Augenarzt, der keine Belegbetten im Krankenhaus hat. Manche Krankenkassen haben auch einen medizinischen Infodienst mit Fachärzten, die einem beratend zur Seite stehen. Mehrfach bereits genutzt, kann ich nur empfehlen.


    Sofern aufgrund Vorerkrankungen oder aus sonstigen Gründen kein stationärer Aufenthalt erforderlich ist, kann doch grade der Graue Star ambulant und vor allem ohne Vollnarkose operiert werden. Wurde bei meinen Eltern auch ambulant gemacht, ohne Probleme.


    Der frühere Augenarzt von meinem Vater hatte beim ihm auch eine stationäre Aufnahme vorgeschlagen, der "Gute" hatte aber auch Belegbetten im Krankenhaus. Und die ganzen Untersuchungen, "die einem das Augenlicht doch Wert sein sollten" weil selbst zu zahlen, stellten sich im Zusammenhang mit der OP als unnötig raus bzw. wären in der Praxis durchgeführt, über die Krankenkasse bezahlt worden. Aber was erwartet man von einem Arzt, der sich auch die Terminvergabe bezahlen lässt....


    Meine Mutter, damals schon an Demenz erkrankt, hat beide OP's ohne Probleme überstanden. Mein Vater und ich waren bis auf die Zeit, die sie im OP war, bei ihr. Hätte sie dafür ins Krankenhaus gemusst, wäre es mehr Stress für sie gewesen.


    Am Tag nach der OP ist eine Nachuntersuchung beim Augenarzt erforderlich. Und die Augen mussten eine paar Tage alle 2 Stunden nachgetropft werden. Und es durfte nicht am Auge gerieben werden (dafür gibt es durchsichtige Augenklappen), nichts Schweres gehoben oder sich tief gebückt werden. Das war auch zu Hause kein Problem, da sie nicht alleine war.


    Wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute

    Hühnchen

    Hallo machame,

    in Ihrem Text haben Sie den Namen in der Anrede weggelassen, vllt. machen Sie das mit dem Namen Ihrer Mutter besser auch.

    Liebe Grüße vom Hühnchen

    Hallo Hanne,

    es gibt viele Ursachen, nicht nur ein schwaches Herz kann zu Wassereinlagerungen (dann aber nicht nur im Gesicht) führen, ebenso kann dies durch ein allergische Reaktion auf Lebensmittel/Waschmittel/Creme etc., Kortison, Antidepressiva, Schilddrüsenunterfunktion usw. zurückzuführen sein. Mit den ganzen Spekulationen ist Ihnen und vor allem aber Ihrem Vater nicht geholfen. Also bleib letztendlich nichts anderes, als es im Heim anzusprechen, wenn das auch direkt vor Ort nicht immer möglich ist, dann halt per Telefon oder Mail.

    Alles Gute

    Hühnchen

    Hallo Sonnenschein,


    vllt. würde es Ihren Eltern gut tun, wenn sie gemeinsam eine Reha für Demenzerkrankte und Angehörige durchführen. Ihrem Vater würden dabei Möglichkeiten aufgeführt, wie er besser mit der Situation umgehen und auf ihre Mutter eingehen kann. Zudem bekommt er Pflegetipps sowie einen Überblick über die verschiedenen Hilfsmöglichkeiten, die dann auch auf die Bedürfnisse Ihrer Mutter angepasst sind. Und ein bisschen Verwöhnprogramm ist auch dabei. Ihre Mutter absolviert ein anderes Tagesprogramm, wo über Bewegung, Musik und Spiel die noch vorhandene Fähigkeiten verbessert oder bereits verloren geglaubte evtl. reaktiviert werden. Die Reha wird über die Krankenkasse gezahlt, auch für den Angehörigen. Hinsichtlich der Unterbringung kommt es wohl auf die Klinik an, ob eine getrennte oder gemeinsame Unterbringung möglich ist.


    Ihre Mutter wäre dann nicht alleine in Reha und Ihrem Vater kann es nur gut tun, mal stundenweise abzuschalten. Ihre Mutter in Kurzzeitpflege zu geben, bringt Ihrem Vater eine Auszeit. Aber kann er dann wirklich abschalten? Was ändert sich danach und vor allem, was bringt es Ihrer Mutter? Die Kurzzeitpflege wäre bei einem evtl. Umzug eine Möglichkeit.


    Alles nicht einfach.


    Wünsche Ihnen und Ihren Eltern alles Gute.

    Hallo Andydreas,
    bzgl. des SAPV würde ich gar nicht lange warten und den Weg über die Demenzberatung des Landkreises gehen. Wenn Sie mit Ihren Wohnsitz und SAPV googlen müssten Sie eigentlich einen Ansprechpartner finden. Sie können auch im nächsten Hospiz oder bei der Caritas/Diakonie anrufen, die wissen auch, wer für Ihren Wohnsitz zuständig ist. Es ist wichtig, solche Dienstleistung frühzeitig mit ins Boot zu holen. Zumindest sollte das Aufnahmegespräch schon mal stattfinden. Die SAPV entscheidet selbst, wie oft sie am Anfang bei Ihrer Mutter vorbei kommen werden. Die Dame von der hiesigen SAPV war zum Aufnahmegespräch bei uns, hat sich die Krankenakte meiner Mutter angesehen und sich mit meiner Mutter unterhalten. Zu der Zeit bestand auch noch kein akuter Bedarf, trotzdem war geplant, dass sie erstmal einmal in der Woche vorbeikommen, bis das dann tägl. Bedarf besteht (meine Mutter war auch noch Krebskrank). Einen Tag später ist meine Mutter plötzlich verstorben.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute und viel Kraft

    Hallo Andydreas,
    SAPV ist der ambulante palliative Pflegedienst, der zusätzlich zum normalen Pflegedienst dazu gezogen werden kann und der über die Krankenkasse abgerechnet wird. Es muss aber eine Verordnung vom Hausarzt vorliegen. Den SAPV würde ich an Ihrer Stelle auch auf jeden Fall jetzt schon ansprechen, einfach mal einen Termin machen, die kommen auch nach Hause und beraten und setzen sich, so war es zumindest bei uns, mit dem Hausarzt in Verbindung, wie genau die Verordnung lauten muss. Im Gegensatz zum „normalen Pflegedienst“ sind beim SAPV auch Ärzte (wie auch Seelsorger) mit eingebunden, die über medikamentöse Versorgung im Akutfall entscheiden und das 24/7 – Sie haben dann immer einen Ansprechpartner. Viele Hausärzte sträuben sich da noch bei der Verordnung, lassen Sie sich da bitte nicht abwimmeln, der Hausarzt ist nicht immer erreichbar, der Fahrdienst sowie Krankenhaus sind auch nicht immer die richtigen Ansprechpartner.
    Wünsche Ihnen weiterhin alles Gute .

    Hallo Andyreas,


    gern geschehen.


    Die Sache mit dem Krankenhausaufenthalt ist natürlich der Hammer. Es gibt Krankenhäuser mit speziellen Stationen für Demenzerkrankte. Vielleicht erkundigen Sie sich mal in Ihrer Region, welches Krankenhaus derart ausgestattet ist. Falls noch mal ein Krankenhausaufenthalt nötig sein sollte. Evtl. Händeln die dortigen Pflegekräfte solche Situationen anders.


    Die wenigsten Senioren sind davon begeistert, fremde Hilfe in Anspruch zu nehmen. Gerade Demenzerkrankte tun sich durch ihr gestörtes Wahrnehmungsvermögen zur Realität da sehr schwer, weil sie in ihrer Welt ja noch alles alleine erledigen. Aber daran dürfen Sie sich nicht stören. Sie tun sich und Ihrer Mutter keinen Gefallen, wenn Sie sich selbst bis zum geht nicht mehr 24/7 einbringen. Wenn Sie nicht mehr können, wer soll sich denn dann um Ihre Mutter kümmern?


    Es ist natürlich sehr schwierig, wenn Ihre Mutter alle Hilfe ablehnt. Vllt. akzeptiert sie eine Haushaltshilfe(wozu Sie auch die Gelder aus der Verhinderungspflege einsetzen können) eher wie die Übernahme der Pflege durch eine fremde Person. Oder Sie müssen sich mit einer Notlüge weiterhelfen. Was wäre denn, wenn Sie sich am Arm verletzen und diesen in einer Schlinge tragen müssten. Dann könnten Sie weder das eine noch das andere selber machen und es muss jemand anders für Sie einspringen. Ihre Mutter akzeptiert die Hilfe vllt. eher, wenn sie sieht, dass Sie es aus „körperlichen Gründen“ nicht können.


    Vllt. passiert es Ihnen ja auch wie mir mit meiner Mutter, die nie eine 24 Std Hilfe haben musste und wollte… Als es dann aber gar nicht mehr anders ging, kam die erste ins Haus und die war wirklich sehr nett, aufmerksam und einfühlsam. Ich war in kürzester Zeit „abgeschrieben“. Mit der nächsten stimmte die Chemie leider gar nicht…


    Nochmal alles Gute

    Hallo Andydreas,


    vorab sorry für die umfangreiche Antwort, aber ich habe jetzt einfach mal alles aufgeschrieben, was mir so in den Sinn kam. Hoffe es ist etwas Hilfreiches dabei.


    Wegen den Wassereinlagerungen sprechen Sie den Hausarzt Ihrer Mutter doch mal auf eine Verordnung für Lymphtherapie an. Zur Entlastung sofern möglich, immer die Beine hoch lagern.


    Pflegeberatung/-schulung
    Sie können über die Pflegekasse eine Pflegeberatung erhalten. Ebenso bieten Pflegestützpunkte vom Kreis/Stadt/Gemeinde oder Pflegedienste solche Beratungen an. Von den Sanitätshäuser erhalten Sie auch Hilfestellung, was die Verordnung von Hilfsmitteln angeht. Außerdem können Sie über die Pflegekasse eine Pflegeschulung besuchen. Gerade wenn man selber pflegt sind Tipps zum richtigen Halten, drehen, Lagern etc. sehr hilfreich.


    Termin Hausarzt
    Hilfreiche Tipps oder Infos haben wir vom Hausarzt meiner Mutter nicht erhalten. Aber wir konnten zum Glück vieles telefonisch abwickeln, wie z.B. die Medikamentenbestellung. Die Rezepte gingen direkt an die vereinbarte Apotheke und diese hat gegen monatliche Rechnung geliefert. Das war schon eine Zeitersparnis. Ebenso die Verordnung von Hilfsmitteln. Telefonisch mitgeteilt, welcher Bedarf besteht und wie die Verordnung lauten muss. Bestand keine Möglichkeit zur Abholung, wurde die Verordnung zugeschickt. Wenn man auch manchmal froh ist, mal raus zu kommen, dann kann man die wenige Zeit doch für schönere Sachen nutzen…


    Hilfsmittel
    Bzgl. des Rollstuhls und der Toilettensitzerhöhung muss der Hausarzt eine Verordnung schreiben. Dies gilt auch für evtl. noch benötigte Pflegehilfsmittel wie z.B. Fußsack für Rollstuhl, Toilettenstuhl, Badewannen(dreh)sitz oder -lift, Duschsitz, Haltegriffe in Dusche, Pflegerollstuhl, Pflegebett usw. Bei uns war es so, dass die Krankenkasse mit einem Sanitätshaus zusammen gearbeitet hat. Wenn etwas anstand, habe ich mich mit dem Sanitätshaus in Verbindung gesetzt. Die haben beraten und auch mitgeteilt, was genau auf der Verordnung stehen muss. Das habe ich an den Hausarzt weitergeleitet. Die Verordnungen sind dann von uns aus gleich ans Sanitätshaus gegangen und die haben alles mit der Krankenkasse geregelt.


    Inkontinenzartikel
    Bzgl. der Pants, mag sein, dass Ihre Mutter die auch auszieht, aber wenn Sie die Unterhosen insgesamt gegen die Pants austauschen, hat Ihre Mutter nichts anderes. Meine Mutter hat sich da schnell dran gewöhnt. Vergleichen Sie die Angebote. Hier bestehen teilweise gravierende Unterschiede. Komischer weise sind die Preise, mit denen die Anbieter bei der Krankenkasse direkt abrechnen, höher wie die, zu denen man als Privatabnehmer die Produkte erhält.


    Persönliche Budgetierung bei Inkontinenzartikeln
    Meine Mutter hat über 10 Jahre Inkontinenzartikel benötigt. Die ersten hat der Hausarzt verordnet und die Verordnung wurde bei der Apotheke eingereicht. Die Zuzahlungen wurden im Laufe der Zeit immer höher. Übers Internet habe ich einen Anbieter gefunden, der das gleiche Produkt wesentlich günstiger angeboten hat. Für die mtl. Apothekenzuzahlung haben wir dort den Bedarf für mehr als ein Vierteljahr erhalten. Von einem aufs andere Jahr hat die Krankenkasse nicht mehr mit dem Anbieter zusammen gearbeitet. Die Anbieter, mit denen die ihre Kasse ihre Rahmenverträge abgeschlossen hatte, waren wesentlich teurer wie unser alter Anbieter. Nach langem telefonischem hin und her mit der Krankenkasse habe ich schriftlich einen Antrag gestellt, dass meine Mutter das Geld ausgezahlt bekommt (persönliche Budgetierung). Entgegen allen vorherigen telefonischen Mitteilungen, dass dies nicht möglich sei, wurde der Antrag sofort genehmigt. Der Arzt hat eine Dauerverordnung ausgestellt, die die Krankenkasse bekam. Auf Aufforderung der Krankenkasse mussten dann die Belege über den Einkauf zwecks Mittelverwendung eingereicht werden.


    Pflegehilfsmittel
    Zu den Betteinlagen: Es gibt Einmaleinlagen, die können Sie mtl. über die Pflegepauschale von 40,00 € beziehen. Es gibt aber auch wiederverwendbare Betteinlagen über die Pflegepauschale, die müssen extra von der Pflegeversicherung bewilligt werden und die gab es (bei uns zumindest) nur einmal im halben Jahr. Die Saugkraft ist besser wie bei den Einmaleinlagen. Die beiden kombiniert reduziert dann doch etwas die täglichen Waschgänge.


    Unterstützung im Alltag
    Hoffentlich nutzen Sie schon die Ihrer Mutter über die Pflegeversicherung zustehenden mtl. 125,00 € als Angebot zur Unterstützung im Alltag.
    Wenn nicht, dann als Info: Wenn Sie für Ihre Mutter Seniorenbegleitung, Hilfe im Haushalt, Tagespflege etc. in Anspruch nehmen, können Sie diese Dienstleistungen über einen Pflegedienst oder einen anderen Anbieter, der direkt mit der Pflegekasse abrechnen kann, beziehen. Sie bekommen den Betrag nicht selbst ausgezahlt, Sie können also keinen Bekannten mit der Aufgabe betreuen und selbst mit der Pflegekasse abrechnen. Hier lohnt sich eine Nachfrage bei den verschiedenen Pflegdiensten und Anbietern (Vereine, Nachbarschaftsdienst o.ä.-), da doch unterschiedliche Stundensätze existieren. Der Betrag kann angespart werden, muss aber spätestens zum 30.06. des Folgejahres verbraucht sein. Und Sie müssen diese Dienstleistung nicht über den Pflegedienst beziehen, der mit der körperlichen Pflege beauftragt wurde.


    Verhinderungspflege
    Für Zeiten, in denen Sie mal eine Auszeit brauchen, Ihre Mutter aber Hilfe braucht, können Sie diese über die Verhinderungspflege (bis 1.612,00 €) finanzieren, die, wenn sie nur Stundenweise eingesetzt wird, nicht zur Kürzung vom Pflegegeld führt. Und hier können Sie auch frei wählen, wenn Sie als Ihren Vertreter einsetzen. Der Betrag von 1.612,00 € steht Ihnen auch für die Kurzzeitpflege zur Verfügung. Nehmen Sie keine Kurzzeitpflege in Anspruch, können Sie 50% dieses Budget für die Verhinderungspflege nutzen (und umgekehrt). Ihnen stehen also insg. bis zu 2.418 € im Jahr zur Verfügung.


    Rentenversicherungsbeiträge
    Da Sie sich ja im Moment ausschließlich um Ihre Mutter kümmern rate ich Ihnen dringend falls noch nicht geschehen, sich mit der Pflegekasse in Verbindung zu setzen, denn es besteht die Möglichkeit, dass über die Pflegekasse für Sie Rentenversicherungsbeiträge gezahlt werden.


    Reha für pflegende Angehörige
    Bevor! die eigenen Reserven völlig aufgebraucht sind, hat man als pflegender Angehöriger auch darauf einen Anspruch.


    Wo ich jetzt schon so viel geschrieben habe, dann kommt es zum Schluss auf die paar Sätze auch nicht mehr an:


    Es ist unbeschreiblich, was Sie bisher schon alles für Ihre Mutter getan haben. Sich vom Arbeitgeber beurlauben zu lassen und sein ganzes Leben quasi auf die Bedürfnisse Ihrer Mutter einzustellen. Wahnsinn. Das ist alles andere als Selbstverständlich und findet auch leider viel zu wenig Achtung und Anerkennung in der Gesellschaft (weil Nichtbetroffene einfach keine Vorstellung haben). Und leider lässt der Staat die Pflegenden finanziell auch im Regen stehen. Schön ist anders. Meine Hochachtung haben Sie. Das gilt natürlich auch für die vielen anderen aktiven und inaktiven Formunsnutzer hier.


    Wünsche Ihnen und Ihrer Mutter alles Gute.

    Hallo Gebby,


    es gibt abschließbare Boxen für den Kühlschrank. Sofern Ihre Mutter dann nicht versucht, die Boxen irgendwie aufzubrechen oder sie aus dem Kühlschrank nimmt und draußen liegen lässt, wäre das wahrscheinlich die günstigste Alternative.


    Auch nicht allzu teuer sind Mini-Kühlschränke, die nur Platz für ein paar Getränkedosen haben. Sofern Ihre Mutter sich noch darauf einstellen kann, eignet sich so etwas vllt. für die Milchschnitten und Sie könnten den "normalen" Kühlschrank mit einem Schloss sichern.


    Oder, sofern aus Platzgründen möglich, ein zweiter Kühlschrank, der dann abgeschlossen wird und in dem bisherigen die Sachen lagern, zu denen Ihre Mutter uneingeschränkt Zugang haben soll.


    Viel Glück und alles Gute

    Hallo Sohoia,


    ich kann Ihre Bedenken verstehen, aber verkehrt ist eine Reha, grade nach einem Schlaganfall, nicht. Es gibt ja auch Rehas, bei denen die Demenzerkrankung mit eingebunden wird.


    Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft hat ein Infoblatt (Nr. 23) zu den verschiedenen Reha-Angeboten und nennt auf Anfrage auch entsprechende Einrichtungen.


    Wie wäre es denn, wenn Sie mit Ihrem Mann gemeinsam eine Reha machen. Da haben Sie beide was von.
    Mein Vater hat meine Mutter auch begleitet. Die beiden waren gemeinsam untergebracht, hatten über Tag aber verschiedene Programme. Die begleitenden Angehörige haben Schulungen bzgl. Umgang mit Demenzerkrankten, Tipps zur Pflege, Anleitungen zu Entspannungsübungen und auch Sozialberatung erhalten. Die erkrankten Teilnehmer hatten Gedächtnistraining, Bewegungs-, Kunst- und Musiktherapie und haben eine Biographie erstellt. Leider musste die Reha durch einen Unfall vorzeitig beendet werden. Ich hatte noch Kontakt mit einem anderen teilnehmenden Paar (insg. 4 Paare pro Reha), die haben nur positiv über die Reha berichtet.


    Damals wurde das noch von der Klinik am Stein in Olsberg angeboten, die hat aber vor einiger Zeit zugemacht. Die Schön-Klinik in Bad Aiblingen führt auch solche Rehas durch, zur damaligen Zeit aber mit getrennter Unterbringung. Wie das heute ist, weiß ich nicht.


    Wünsche Ihnen alles Gute

    Liebe Tabaluga,
    erst einmal Respekt für Ihre Leistung. Was es heißt, 15 Jahre lang jemanden zu pflegen, kann nur wirklich jemand nachvollziehen, der sich dieser Aufgabe mal selbst gestellt hat. Leider ist es in vielen Familien so, dass man sich auch noch zu der ganzen Arbeit, zu den Sorgen und den schlaflosen Nächten mit den Vorwürfen der Geschwister auseinander setzen muss. Wenn es ums Eingemachte geht, reden plötzlich alle mit. Und die, die es immer besser wissen und denen man nichts recht machen kann, sind immer die, die selbst nie was gemacht haben. In mir kommt da innerliche eine Wut hoch, weil ich mit meiner Familie auch in dieser Situation war. Nur damit „was vom Erbe“ überbleibt, sollte alles auf ein Minimum reduziert werden. Ging z.B. ein Haushaltsgerät kaputt, lohnte sich die Neuanschaffung nicht mehr. Die ganzen Auseinandersetzungen haben letztendlich mehr Kraft gekostet, wie die Pflege selbst.


    Die Frage bzgl. der unterschiedlich hohen Heimkosten habe ich vorige Woche noch von einer Bekannten erklärt bekommen, die als Heimleiterin tätig ist. Ich hoffe, ich kann es richtig wiedergeben… Die Pflegekasse kommt nicht für den Eigenanteil der Pflege, die Kosten fürs Essen und Unterbringung, die Kosten für die Investitionen im Haus und die Kosten für Zusatzleistungen auf. Der Eigenanteil für Pflege errechnet sich aus den Kosten des jeweiligen Pflegeheims für den Pflegeaufwand aller im Pflegeheim untergebrachten Personen mit Pflegegrad II-V, abzüglich der dafür erhaltenen Zahlungen von der Pflegekasse. Die Differenz wird pro Kopf auf die Pflegepersonen verteilt. Wenn in einem Heim viele Pflegepersonen mit Pflegegrad V untergebracht sind, ist der Kopfanteil höher, da die Pflegekasse für die Pflegegrade II-V den gleichen Pflegesatz zahlt, der Pflegeaufwand vom Heim aber bei Pflegegrad V höher ist als bei II. Ebenso unterschiedlich hoch sind die Kosten für Essen und Unterbringung. Je höherwertig ausgestattet, desto höher die Kosten (deshalb werden die Kosten auch Hotelkosten genannt). Abhängig von Lage, Größe, Alter und Ausstattung des Heims ergeben sich auch unterschiedliche hohe Kosten für z.B. Gebäudemiete, Finanzierungskosten, Instandhaltungs- und Modernisierungskosten, die als Investitionskosten auf die Bewohner umgelegt werden. Die Höhe der Zuzahlung hat also nicht unbedingt etwas mit gut oder schlecht zu tun.


    Zu den Vorwürfen Ihrer Geschwister: Es gibt mit Sicherheit immer irgendwo einen günstigeren Heimplatz. Aber auch da können sich die Zuzahlungen im nächsten Jahr ändern. Und so überlaufen wie die Pflegeheime sind, sollten Ihre Geschwister froh sein, dass Ihre Mutter gut untergebracht ist. Das ist heut zu Tage ja leider nicht immer der Fall. Orientieren Sie sich daran, was sich Ihre Mutter wünscht bzw. gewünscht hat und was Ihrer Mutter gut tut. Wenn sie in dem Heim zufrieden ist und dort gut versorgt wird, dann wechseln Sie um Himmels Willen nicht, nur weil sich der Rest der „Familie“ ums Erbe Sorge macht. Sie nutzen das Geld ja nicht für sich, sondern für Ihre Mutter. Ihr gegenüber sind Sie verpflichtet und nicht Ihren Geschwistern gegenüber, dass später noch etwas zum Erben da ist. Ihre Mutter lebt ja schließlich noch. Schön, dass Sie sie so nah bei sich haben und sie so oft besuchen können.


    Und zu den 24 Std Pflegekräfte: Ich habe meine Mutter zu Hause mit Hilfe von 24 Stunden Pflegekräften gepflegt. Zeitweise war Tag und Nacht Hilfe nötig. Sie sehen es genau richtig, dass schafft einer nicht alleine. Schon gar nicht bei Pflegegrad V, denn auch 24Std Hilfen haben ihr wohlverdientes Anrecht auf Freizeit und freie Tage. Diese Zeiten müssen überbrückt werden. Wenn da nicht Angehörige mithelfen, muss noch zusätzlich Hilfe organsiert und bezahlt werden. Je höher der Pflegebedarf, desto höher waren bei uns auch die Kosten der 24 Std Hilfe. Was nicht gleichzeitig bedeutete, dass eine ausgebildete Pflegekraft den Job übernimmt. Die meistens von unseren Hilfen waren Haushaltshilfen, die nur eine kurze Einweisung in die Pflegetätigkeit erhalten hatten. Für Körperwäsche, An- und Ausziehen, Haushaltsführung und spazieren gehen war das okay, aber als meine Mutter bettlägerig wurde, reichten die Kenntnisse nicht mehr aus. Zu alle dem muss die Chemie noch stimmen. Wir mussten uns von einigen Kräften vorzeitig trennen, weil sie sich nicht richtig um meine Mutter gekümmert haben bzw. wirklich frech zur ihr waren.


    Ein Heimplatz wäre da unter Umständen günstiger gewesen, aber es war der Wille meiner Mutter zu Hause gepflegt zu werden und zu Hause zu sterben. Ich hatte ihr versprochen, solange es mir möglich ist, bleibt sie auch zu Hause. Und so schwer es auch war, konnte ich ihre beiden Wünsche erfüllen.


    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Mutter alles Gute und viel Kraft

    Hwk
    Googlen Sie doch mal mit den Begriffen "Behinderungsbedingter Mehrbedarf Wohnraum". Vllt finden Sie dort etwas, was auf Ihre Situation passt. Abgesehen davon kann ich Ihnen auch nur raten, sich unbedingt rechtlichen Beistand zu suchen.
    Viel Erfolg und alles Gute.

    Hallo Schumi,
    es ist oft erschreckend, wie teilweise im KH mit den Patienten umgegangen wird. Das ursächlich dafür immer der Pflegenotstand sein soll, fällt einem dann auch schwer zu glauben.


    Zu den Fragen:
    In NRW gibt es KH die über eine spezielle Demenzstation verfügen. Die Zimmerausstattung ist etwas anders wie im „normalen“ Bereich des KH und das Personal wird auch entsprechend geschult. Ich geh mal davon aus, dass es in anderen Bundesländern ähnliches gibt.


    Bei der anschließenden Reha ist es grds. möglich, dass die Mutter Ihren Vater begleitet und auch im selben Zimmer untergebracht wird. Hier stellt sich nur die Frage, wer der Kostenträger ist. Ich weiß jetzt nicht, welche Voraussetzungen im Einzelnen erfüllt sein müssen, aber eine medizinische Notwendigkeit für die Begleitung muss auf jeden Fall bestehen, damit die Krankenkasse die Kosten übernimmt. Ansonsten bleibt noch die Möglichkeit als Selbstzahler. Ihre Mutter hat als pflegende Person aber auch einen Anspruch auf eine eigene Reha. In wie weit man dies Kombinieren kann, wenn die Krankenkasse keine Kosten für eine Begleitperson übernimmt, entzieht sich leider meiner Kenntnis.


    Natürlich gibt es auch Seniorenunterkünfte, bei denen die Eltern zusammen bleiben können. Von der betreuten Senioren-WG bis hin zum Seniorenheim, wobei ich die Senioren-WG bevorzugen würde. Zum einen, weil es kleinere Gruppen sind, zum anderen werden die Senioren mit in den Tagesablauf eingebunden. Sich im Alter aktiv nach den eigenen Fähigkeiten im Alltag einzubringen finde ich wichtig. Die Möglichkeiten bestehen in einem Seniorenheim nicht. Die Schwierigkeit hier wird darin bestehen, im bisherigen Umfeld eine passende Unterbringung zu finden, die beide Elternteile aufnehmen kann. Übergangsweise könnten Sie die Zeit vllt. mit einer 24Std-Pflegehilfskraft (und ggf. noch mit einem Pflegedienst) überbrücken, Kostenmäßig dürfte dies sogar noch günstiger sein, wie die Unterbringung von beiden Elternteilen in einer Pflegeeinrichtung.


    Wünsche Ihnen wie Eltern alles Gute, vor allem viel Kraft für die kommende Zeit.
    Liebe Grüße vom Hühnchen

    Hallo Sarah,
    ich weiß wie ätzend es ist, auf eine Diagnose zu warten. Aber anhand eines Wertes hier Mutmaßungen anzustellen, bringt Sie in keinster Weise weiter. Da wird Ihnen nur der behandelnde Arzt weiterhelfen können.


    Wünsche Ihnen alles Gute