Beiträge von Hühnchen

    Oh Leute, ist das Leben denn nicht schon mit den Problemen bzgl. Pflege usw schwer genug, dass man sich hier noch zanken muss? Das ist sehr schade, denn letztendlich teilen wir doch alle das gleiche Schicksal, auch wenn jeder anders damit umgeht. Sich selbst bei all dem nicht zu vergessen, ist immer einfacher gesagt, wie umgesetzt.


    Ich finde es auch nicht schön, wenn ganze Beiträge gelöscht werden. In einem Forum, in dem es um Erfahrungsaustausch geht, macht das irgendwie keinen Sinn. So wie sich die Beiträge dann lesen, so ähnlich müssen sich unsere Angehörigen fühlen, wenn der Faden ganz verloren geht, alles aus dem Zusammenhang gerissen und sinnlos erscheint...


    Und wenn man sich mit seinem Beitrag einfach mal den Frust von der Seele schreiben muss, weil man nicht den ganzen Tag schreiend durch die Gegend laufen kann, finde ich, dass solche Beiträge auch ein Recht auf ihr Dasein haben.


    Wenn man sich privat untereinander austauschen möchte, kann man das über email&co machen.


    Andererseits steht es hier im Forum auch keinem zu, andere zu belehren oder gar zu beleidigen. Keiner kann sich in die Situation des anderen versetzen, selbst wenn man sich privat kennen würde, steht niemandem das Recht zu, über einen anderen zu urteilen. Es geht hier auch nicht darum, dass einer den anderen zu irgendeiner Denkweise bekehrt. Sicher kann man seine Sicht der Dinge darlegen, aber dies ohne Abwertung von anderen Personen. Und man muss ja auch nicht zu allem seinen Senf dazugeben.


    Ich wünsche allen genügend Gelassenheit, um über letztendlich unwichtige Dinge hinwegzusehen und viel Kraft, um das noch kommende zu bewerkstelligen.

    Hallo Hermelinchen,
    wenn das Überreden nicht mehr hilft könnten Sie es sich vielleicht mit kleineren "Notlügen" einfacher machen. Meine Mutter war eher bereit, mir zum Gefallen etwas zu tun, als für sich selbt.


    Muss Ihr Mann nicht zu einem "Geburtstag" und Sie dort mit vertreten/ein "Geschenk" überbringen? Wartet dort jemand auf seine Hilfe? Besteht die Möglichkeit, dass Sie ihn zur Tagespflege begleiten und dann wieder alleine nach Hause zu fahren. Können Sie in "vorschicken", weil Sie noch was zu erledigen haben und dann "nachkommen wollen". Schimpft er evtl. nicht oder zumindest weniger, wenn Sie ihn abholen, um gemeinsam nach von einem "auswärts verbrachten" Tag nach Hause zu kommen.


    Wenn das alles nichts hilft, besteht die Möglichkeit, dass Ihr Mann an einem Tag in der Woche zu Hause von jemand anderem betreut wird?


    Wünsche Ihnen viel Erfolg
    Hühnchen

    Liebe sarahf,
    letzte Konsequenz aus eigener Erfahrung: Ignorieren!
    Gerade die ältere Generation geht davon aus, dass sich Kinder insb. die Töchter um die Eltern zu kümmern haben, weil es früher halt so üblich war, dass alle unter einem Dach gewohnt haben. Sicher wäre das heute auch noch wünschenswert und in vielen Fällen eine win-win-Situation, aber die Zeiten haben sich geändert. Das heißt aber ja nicht, dass man sich nicht kümmert oder sich Gedanken um den Angehörigen macht, vielleicht noch mehr, als wenn man zusammen unter einem Dach leben würde.
    Nicht betroffene Außenstehende können das nicht nachvollziehen. Im nahen Umfeld würde ich noch das Gespräch suchen. Wenn das nichts bringt, bleibt nur ignorieren. Es kostet zu viel Energie, sich auch noch mit solchen Leuten bzw. solchen Kommentaren auseinander zu setzen. Energie die man für andere Sachen braucht, es wird im Laufe der Zeit ja leider nicht einfacher. Und es wird auch leider immer Leute geben, die kein Verständnis haben oder was zu meckern finden. Man kann es nicht jedem Recht machen. Lassen Sie also solche Vorwürfe erst gar nicht an sich heran.
    Wünsche Ihnen und Ihrer Mutter für die Zukunft alles Gute, ein dickes Fell und starke Nerven
    Liebe Grüße von Hühnchen

    Hallo Giana87,
    in meiner Familie ist meine Mutter betroffen, es alles nicht so einfach. Ich finde Ihre Einstellung gut, dass Ihr Großvater noch die Dinge im Leben selbst erledigen soll, soweit er dazu noch in der Lage ist. Das ist in meinen Augen sehr wichtig. Hilfestellung zu geben heißt ja nicht bevormunden, aber es gehört schon sehr viel Feingefühl dazu, es so zu vermitteln, dass es nicht falsch verstanden wird.


    Ich versuche so mit meiner Mutter umzugehen, wie ich es auch vor ihrer Erkrankung gemacht habe. Wir nehmen alles was geht mit Humor und lachen viel. Ich erkläre ihr alles (minimal dosiert und mit einfachen Worten, notfalls mit Beispielen), beantworte manche Frage gefühlte 1000mal am Tag, schließe sie nicht aus Entscheidungen aus, frage gezielt nach ihrer Meinung und vor allem nach ihren Wünschen.
    Meine Mutter möchte natürlich auch noch alles selbst machen, kann aber (auch aufgrund einer Krebserkrankung) kaum noch war selbst machen. Das bisschen, was sie noch konnte, macht sie nun auch nicht mehr, seit wir 24Std-Betreuerinnen vor Ort haben, die sie nicht immer so in den Tagesablauf integriert haben, wie ich es vorher gemacht habe. Aber das ist wieder ein Thema für sich.


    Bzgl. des unbeaufsichtigten Verlassens des Hauses habe vllt. eine Lösung für Euch, die mir weitergeholfen hat. Meine Mutter sollte sich aufgrund eines Wirbeleinbruchs möglichst nicht alleine im Haus bewegen. Tagsüber war das kein Problem, aber nachts wenn sie auf Toilette musste… Wir haben lange hin und her gesucht, Klingelfußmatten u.ä. und sind dann letztendlich bei einer „Katzenklingel“ hängen geblieben, deren Anschaffung sich mehr als gelohnt hat. Kann diese nur weiterempfehlen, besteht aus einem Sender, der (innen wie außen) aufgestellt oder auch an der Wand befestigt werden kann und einem Empfänger , bei dem man zwischen der optischen Warnung durch Blinklicht und einer akustischen Warnung mit verschiedene Melodien wählen bzw. auch beides parallel einschalten kann. Die Sendeleistung funktioniert auch über mehrere Etagen. Vllt. hilft Euch soetwas weiter.


    Wenn Ihr Großvater die Mahlzeiten nicht mehr alleine geregelt bekommt, besteht denn nicht die Möglichkeit, dass er z.B. mit Ihren Eltern Frühstückt. Meine Mutter hat nach dem Tod meines Vaters nie alleine gegessen, sie ist immer zu uns gekommen (wir wohnen gleich nebenan). Wenn sie keinen Hunger hatte, habe ich einfach Frühstück für mich gemacht und dann gefragt, ob sie nicht doch etwas möchte, weil ich nicht alleine essen möchte. Hat zu 99% geklappt.


    So mache ich es mit vielen Dingen, zu denen meine Mutter keine Lust hat. Erst frag ich sie immer, ob sie nicht kann oder keine Lust hat. Bei letzterem dreh ich den Spieß um, z.B. nicht ich möchte mit ihr auf den Friedhof, einkaufen oder sonst wo hin, sondern sie möchte mich doch bitte begleiten, weil ich ihren Rat, Hilfe etc. brauche.


    Mit dem Spazieren gehen haben wir auch oft Probleme. Wenn ich mit ihr gehen möchte, alles okay, aber jemand anders .. ohje. Habe mit meiner Mutter eine Abmachung getroffen: Ich habe ihr versprochen, dass sie nicht in ein Heim kommt, solange es mir möglich, dass sie in ihrem Haus bleiben kann. Umgekehrt muss sie einmal am Tag spazieren gehen. Wenn sie nicht mit ihrer Betreuerin mitgehen möchte, erinnert diese sie daran und sagt ihr, dass ich sonst traurig bin, weil sie ihr Versprechen bricht. Das möchte sie nicht und dann kommt der Satz „Ich habe zwar keine Lust, aber ich gehe mit.“ Wenn Sie mit Ihrem Großvater keine Abmachung treffen können, vllt. braucht ja jemand aus seinem Familien- oder Bekanntenkreis seine Hilfe beim Spaziergang...


    Wünsche euch alles Gute