Beiträge von Gobis

    Hallo,

    ja es war eine große Erleichterung, dass Alles so gut geklappt hat. Habe gestern auf der Station angerufen, es geht ihr gut und sie ist freundlich und höflich. Bin erst mal froh, dies zu hören.

    Das Heim machte auch einen wirklich guten Eindruck, es war gut organisiert und die Mitarbeiterinnen ganz freundlich zu ihr.

    Jetzt wird sie täglich geduscht und frisch angezogen. Man achtet darauf was sie trinkt.

    Da sag ich mir, ja ich habe es richtig entschieden.

    Und mir bekommt es gerade auch gut, mal nicht in ständiger Sorge zu leben.

    Liebe Grüße

    Hallo in die Runde,

    heute hat Alles geklappt. Das Zimmer im Pflegeheim konnten wir schon am Freitag aufhübschen und auch den geliebten Fernseher und einen Relaxsessel aufstellen. Damit umgehen wir, später Möbel aus dem alten Zuhause mitzubringen. Mutti war in der wiederholungsschleife und es war trotzdem recht traurig. Auch das man sie anlügen muss, weil der Umzug sonst nie möglich geworden wäre. Insgesamt empfinde ich, dass mir eine riesige Last und Verantwortung von den Schultern genommen wurde.

    Mal schauen ob es nun besser oder schlechter wird. Ich bin aber optimistisch, dass in dem speziellen Heim eine nette Pflege und Betreuung erfolgen wird.

    Liebe Grüße

    Gobis

    Hallo,

    heute war ich zum Vorgespräch im Heim und habe auch das Zimmer gesehen. Es wurde übrigens empfohlen nicht gleich am nächsten Tag auf der Matte zu stehen, sondern ihr Zeit zu lassen.

    Ja wir haben etwas zur Beruhigung da, ich hab es heute mal getestet. Eine Stunde später habe ich ihr gesagt, dass ich einen kleinen Eingriff habe (was auch stimmt) und ich sie nicht zu Hause allein lassen kann. Und das sie in eine Kurzzeitpflege für die Zeit kommt.

    Mit dem Mittelchen, dass mach ich am Montag wieder und dann hoffe ich das Alles klappt.

    Zur Zeit fühle ich mich, als ob Jemand einen zentnerschweren Stein von mir nimmt.

    Ich werde berichten.

    Bis dahin liebe Grüße

    Hallo,

    ab kommende Woche steht für meine Mutter ein Platz in einem Pflegeheim mit Ausrichtung gerontopsychatrischer Pflege zur Verfügung. Die Betreuungsvollmacht mit Aufenthaltsbestimmung habe ich. Alle bisher an der med. Betreuung und Pflege Beteiligten sehen dies als den nächsten notwendigen Schritt, da die Betreuung mit FTD Demenz im Haus meiner Mutter nicht mehr möglich ist.

    Nun quält mich der Gedanke, wie ich es schaffe, sie ins Heim zu bringen. Menschen mit FTD sind Vieles, aber in ihrer eigenen Wahrnehmung nicht krank. Letzte Woche berichtete sie dem Neurologen, dass sie Bestens zu Hause zu recht kommt. Gut zureden bringt nicht viel. Einsicht ist nicht vorhanden.

    Wie sind eure Erfahrungen bei diesem Schritt?

    Liebe Grüße Gobis

    Hallo Herr Hamborg,

    Lange habe ich über Ihre Zeilen nachgedacht.

    Meiner Mutter geht es nicht darum, dass es mir gut geht. Ihr ist klar, wenn ich weg breche, dann hat sie Keinen mehr. Sie hat also mir gegenüber keine „Fürsorge“, was bei fortgeschrittener FTD auch nicht erwartet werden kann. Es gibt keinen Zugang mehr, es gibt 3 Sätze. Keine Gespräche, keine Erinnerungen, Nichts mehr. Ich bin zur Zeit, kaum noch in der Lage mich zu kümmern und bin froh, dass es über das Betreuungssystem gut läuft. Ich hab eine Burnoutphase und kann nicht mehr.

    Liebe Grüße Gobis

    Hallo Herr Pawletko,

    Ihre Hinweise sind ja oft sehr hilfreich, aber ….

    Der psychosoziale Dienst kann, zumindest in Sachsen gar Nichts. Weder eine Heimeinweisung veranlassen, noch einen Platz in einer Einrichtung beschaffen. Und die Pflegekassen, handeln nur nach ärztlicher Verordnung und prüfen dann erst die Notwendigkeit und dann die Kostenübernahme, aber sind bei Unterbringungsfragen der falsche Ansprechpartner.

    Ist bereits das Betreuungsgericht im Boot, ist man gezwungen zu warten, welche Entscheidung ein Richter trifft und da ist es schon hilfreich, wenn der Betroffene bereits in der Psychiatrie ist.


    Schöne Grüße Gobis

    Hallo,

    schön, dass Themen aus dem Forum auch gefunden werden.

    Ich schreibe hier meist nur, wenn sich Fortschritte im Krankheitsverlauf einstellen, die mich dann immer wieder komplett überfordern, oder wenn die Last mich wieder erdrückt.

    Ich persönlich rate Jedem ab, den Kranken bei sich zu Hause aufzunehmen. Sicher ist dabei die Pflege besser, aber man geht kaputt, wenn der eigene Rückzugsort wegfällt.

    Ich will für meine Mutter auch immer die beste Lösung, aber vieles wird doch nicht angenommen. Wenn schon die eigenen vier Wände nicht mehr erkannt werden, bringen Erleichterungen wie Pflegehilfsmittel nicht mehr viel. Meine Mutter nimmt auch neue Kleidung nicht an, obwohl ich es mitbringe und es dann gemeinsam anprobiert wird.


    Den Einzelfall aus deinen Beschreibungen abzuleiten ist schwierig.

    Habt ihr schon einen Pflegegrad und Pflegedienst?


    Liebe Grüße Gobis

    Hallo Herr Hamborg,

    Vielen Dank für Ihre Worte.

    Zum Thema Telefon. Ich rufe meine Mutter täglich an, es ist zwar immer dieselbe Abfrage, aber sie weiß das es uns gut geht. Auch wenn ich immer die Böse bin, weiß sie unbewusst, dass mir auf keinen Fall was passieren sollte. Da meine Mutter sich weder an den Besuch der Betreuerin oder des Pflegedienstes erinnert, oder das wir gerade da waren, ist es schwierig ein Gespräch zu führen. Erst später beginnen die Anrufe, wo ihr dann das Auto oder die Wohnung einfällt. Wir hatten vorgestern 39 und gestern 50 Anrufe. Ich finde, hier sind die Grenzen des Normalen weit überschritten.


    Ich pflege das Haus und den Garten damit es meine Mutter schön hat und sich Geborgen fühlt.

    Sie bekommt immer frische Blumen und leckere frische Sache, die leider im Kühlschrank vergammeln. Das kommt bei meiner Mutter aber gar nicht an. Ein übliches Thema ist, der Rasenmähroboter. Der ist auf Tag und Uhrzeit programmiert. Meine Mutter macht den regelmäßig auf, tippt irgendeine Nummer ein, und damit ist das Automatikprogramm unterbrochen. Wir sind uns klar, dass sie tech. Geräte nicht mehr bedienen kann, aber sie kommt dann immer, sie wäre ja wohl noch nicht bekloppt. Ja, FTD Patienten wissen nicht das sie krank sind. Das ist nur ein Beispiel von Vielen, wo mir dann wirklich nichts mehr einfällt, wie man das in Ruhe besprechen sollte. Sie erkennt ihre Kleidung nicht und trägt immer das selbe. Es gibt im täglichen Leben soviel Konflikte, auch weil sie schon immer ein zänkisches Wesen hatte, die es unmöglich machen, Sicherheits- und Geborgenheits Botschaften zu geben, auch weil sie sich dann gar nicht mehr einkriegt.


    Mir ist am Dienstag die Nachbarin, auch ca. 70 Jahre alt, mitten im Gespräch auf Grund von Kreislaufproblemen umgekippt, liegt jetzt im Krankenhaus. Dazu meinte meine Mutter, ja die B... arbeitet ja auch immer soviel und muss ja ständig zu ihrer Mutter. B... pflegt ihre 97-jährige Mutter, die ist aber im Kopf topfit. Wenn ich dann sage, ich bin doch auch oft bei Dir und mache Alles, dann wird das abgetan, dass könnte man gar nicht vergleichen. Ja, Dank kann man nicht erwarten. Es ist mir bekannt, dass dies die FTD ist.


    Wir werden schauen, wie es weitergeht. Mehr bleibt mir auch nicht übrig.


    Schönes Wochenende


    Liebe Grüße Gobis

    Danke Hanne,

    man kann das ja Niemanden sagen, der damit keine Erfahrung hat, ohne als „Gestört“ zu gelten.

    Alle haben von Pflege immer so eine goldige Vorstellung, eine nette alte Dame, die man freudig unterstützt usw. Für die Nichtbetroffenen ist das ein bisschen einkaufen, kochen,putzen, dass macht man doch gern für die Mutti.

    Daher ist es schön in diesem Forum sagen zu können, ab einer bestimmten Grenzüberschreitung ist gar nichts mehr schön. Und Demente, vor allem die mit FDT sind mega anstrengend und deren Gehirn ist krank und damit umgehen zu können, gelingt mir immer weniger.


    Dabei macht man ja schon Alles, damit man die Zeit zu Hause, ja man hat ja nebenbei auch noch einen Mann und Anrecht auf ein eigenes Leben, für sich nutzen zu können. Nur das blöde Gewissen lässt sich nicht aufstöpseln wie das Telefon.

    Wenn man Alles für den Kranken schön machen will, müsste ich 3x täglich hin, aber das kann und will ich nicht. So kommt der Pflegedienst 2x täglich, 2x 2h pro Woche eine private Betreuung und die Ergo kommt auch noch 2x. Es ist sozusagen gut organisiert.


    Mit meiner Mutter irgendetwas zu besprechen oder Zettel zu schreiben ist leider völlig sinnlos. Das Kurzzeitgedächtnis ist gestört, so dass sie sich gar nicht mehr merken kann. Einen Zettel zu lesen und eine logische Ableitung, geht auch nicht mehr.


    Die derzeitige Lage ist, wir warten auf den Supergau. Mit Weglaufen wird es keine Krisensituation geben. Und gesundheitlich wird auch nicht so schnell was passieren, Blutdruck wird vom Hausarzt schön unten gehalten, da lässt er sich auch auf keine Diskussion ein.

    Und wenn sie sich am Abend doch mal auf machen sollte, in Ihre Wohnung..., dann ist das halt so.

    Der Pflegedienst hatte gerade wegen der Zweitimpfung angerufen, sie war heute früh wieder friedlich. Mein Sohn ist heute bei ihr. Vielleicht muss ich mir einfach weniger Gedanken machen.


    Vielen Dank für die netten Worte und ein schönes Wochenende


    Gobis

    Danke für die schnelle Antwort.


    Auf dem Dorf, also in ihrer Straße haben die Bewohner gewechselt. Die Alten sind gestorben und die Neuen kennt sie nicht. Ich gehe immer davon aus, dass sie nicht auf der Straße rumläuft.

    Sie will mit ihrem Auto fahren, aber zum einen hat sie keine Fahrerlaubnis mehr und das Auto steht nicht mehr in der Garage. Das ist auch immer der Ausgangspunkt für die Telefonate, sie will das Auto zurück.

    Heute waren es dann 25 Anrufe auf dem AB. Es ist sicher nicht richtig, aber wir ziehen das Telefon irgendwann raus, weil es nicht zum aushalten ist. Ich hatte eine Zahn Op und mir geht es auch mal schlecht und wir bekommen ja immer so gute Ratschläge - passen sie auf sich auf.

    Ich weiß nicht was in meiner Mutter vorgeht, sie lässt sich aber nicht beschwichtigen. Ich weiß nur, das ihr und mir Keiner hilft. Wir können uns gar nicht vorstellen, was in dem Betroffenen vorgeht, wenn er nach Hause will, Einsamkeit und Wut die Situation eskalieren lässt. Aber mich überfordert das auch und ich kann ihr nicht helfen.

    Gute Nacht

    Hallo in die Runde,

    meine Mutter scheint ihr Haus, indem sie fast 28 Jahre wohnt, nicht mehr zu erkennen.

    Mal will sie in Ihre Wohnung, kann aber nicht benennen, wo die Wohnung ist oder sie behauptet

    wir wohnen in ihrer Wohnung.

    Ich weiß überhaupt nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich versuche es mit erklären, aber das ist ja gleich wieder vergessen. Heute hatten wir wieder 12 Anrufe auf dem AB. Ich kann einfach nicht mehr.

    Mir ist bekannt, dass Demente Weglauftendenzen haben. Meine Mutter wohnt auf einem Dorf und ich bin mir sicher, dass sie nicht irgendwohin laufen würde, weil sie ja normalerweise nicht dazu zu bewegen ist, ein paar Schritte zu gehen.

    Habt ihr Vorschläge was man tun könnte?


    Danke


    Gobis

    Hallo,

    ich wollte auch meine Erfahrungen weiter geben. Es sterben ja nicht nur ganz alte Verwandte.....


    Ich war dankbar, dass mein Vater einen Ordner hatte, dort waren von allen Online Dingen, wo man so registriert ist, die Zugangsdaten. Als meine Mutter noch am PC aktiv war und gespielt hatte, wenn sie nicht weiterkam kaufte sie über mehrere Monate, Goldmünzen für je 500€. Das konnte ich mit den Zugangsdaten bei Microsoft beenden. Und auch viele andere Dinge.

    Ansonsten gehören unsere Oldis ja noch zur Generation, dass Ordnung in den Papieren herrscht.


    Bei uns gibt es den „Blauen Ordner“, da sind alle Vollmachten, die „Onlineübersicht“, eine Aufstellung aller Versicherungen usw. drin. Mein Sohn weiß Bescheid, wo dieser Ordner steht.


    Schönen Tag

    Danke für eure Antworten.


    Zum besseren Verständnis, der Neurologe betreut meine Mutter seit 06/2017 und kennt sie recht gut. So ist die Müdigkeit, kein neu aufgetretenes Symptom. Mir würden sozusagen die Medikamente reichen, die der Neurologe verschreibt.

    Da ich die Medikamente nicht selber gebe, sondern der Pflegedienst, benötige ich einen Medikamentenplan, den ich nun vom Neurologen habe.

    Ich warte jetzt ab, ob sich der Hausarzt telefonisch meldet und werde dann weiter entscheiden.


    Nichts gegen unseren Meinungsaustausch, ich hatte gehofft, dass sich ein Moderator zu Wort meldet.

    Hallo,

    ich habe eine Frage.

    Ich bin mit der hausärztlichen Betreuung nicht zufrieden. Der Hausarzt beteiligt sich an der Ausbildung, der fertige Medizinstudent macht dort seine 3-jährige Facharzt Ausbildung, diese betreuen meine Mutter im Hausbesuch.

    Mit der Spezialität der FTD Demenz kennt man sich also „bestens“ aus. Ich stelle Informationen und auch vorliegende Gutachten zur Verfügung, damit man den selben Kenntnisstand hat. Nun gibt es einen neuen Arzt, der Sohn des Praxisinhabers. Nichts gegen junge Ärzte, aber interessiert hat das bisher keinen der Ärzte. Ein Gesprächspartner auf Augenhöhe bin ich nicht. Es wird Blutdruck gemessen und gefragt wie es geht, jetzt hatten wir mal ein Blutbild, und bei der Auswertung hat er mir erzählt was Alles in Ordnung wäre, ohne das die Werte genommen wurden, z.B. B12 oder Kreatinin, weil die Nierenfunktion eingeschränkt ist. Die Werte habe ich mir am Tresen ausdrucken lassen. Einiges kann ich selber erkennen, ansonsten meinen Diabetologen fragen. Er meint auch, bei der Erkrankung und dem Alter (78). Mir geht es hier um ein ehrliches Miteinander.

    Aber, meine Mutter klagt über Müdigkeit und er nimmt eine Risperidon weg und gibt dafür einen Cholesterinsenker, wäre gut bei Demenz 🙄🙄🙄.

    Ich möchte den Blutdrucksenker, der sie müde und fett macht und den Cholesterinsenker weg haben. Ein Gespräch ist darüber nicht möglich.

    Nun waren wir heute beim Neurologen, jetzt hab ich einen Mediplan für die neurologischen Beschwerden (Citalopram und 2xRisperidon) und schmerzpflaster (Fentanyl)und die entsprechenden Rezepte. Der Neurologe würde das auch weiter verordnen. Die Gabe erfolgt über den Pflegedienst. Also organisatorisch kein Problem. Davon abgesehen, sieht der Neurologe auch dringenden Handlungsbedarf in Richtung Pflegeheim, aber meine Mutter will wie immer nicht.


    Nun ist mein Gedankengang, ich kann selber entscheiden, welche Therapie oder Medikamente ich nehme.


    Jetzt meine Frage. Ich habe eine Gesundheitsvollmacht für meine Mutter. Kann ich hier auch entscheiden, den Blutdruck und das Cholesterin nicht senken zu lassen.

    Wenn jetzt jemand fragt warum, dass Ende bei FTD oder Demenz ist aus meiner Sicht nicht ein menschenwürdiges Sein. Wenn man Medikamente weg lässt, die das Leben auf diesen, aus meiner Sicht unwürdigen Zustand, verlängern, macht man sich strafbar? In den Vollmachten hat meine Mutter 2004 gewünscht, nicht länger am Leben erhalten zu werden, auch bei einer unheilbaren Erkrankung.

    Wie kann man den Hausarzt davon überzeugen und wenn das nicht möglich ist, vorerst ohne Hausarzt da stehen.


    Hat dazu jemand Erfahrungen.


    Liebe Grüße

    Liebes Sonnenblümchen,


    Bei der Aussage ging gar nicht um Dich oder unsere Sichtweise, sondern wie die Allgemeinheit mit Leid umgeht. Da wird die Straßenseite gewechselt, wenn die Kollegin mit der man im Büro gesessen hat, plötzlich mit Glatze rumläuft. Im Büro immer, ach die Arme, aber für einen Anruf oder gar Kurzbesuch hat es nie gereicht. Nun ist meine Freundin schon eine Weile nicht mehr da, aber ich Freundeskreis wird immer größer. Da lächele ich in mich hinein und denke ihr seid so erbärmlich.

    Und in der Pflege ist es genauso, Jeder der nicht unmittelbar muss, geht in Deckung. Bekannte meiner Mutter sagen mir, dass sie diese Art von Telefonaten nicht mehr aushalten, nur weil sie ständig das Gleiche fragt, über Besuche reden wird gar nicht. Aber ach ich tue ihnen ja leid ...

    Zusammengefasst, die Menschheit ist nicht gut darin, Leid zu ertragen.

    Aber wenn es Geld abzufassen gibt, egal ob beim Beschiss der Pflegekassen (das sage ich nicht nur so, ich hab das beruflich verfolgt) oder beim Erben, dann erholen sich Alle sehr schnell.



    Liebe Grüße

    Hallo Sonnenblümchen,

    für viele ist es die Unerträglichkeit der Situation, mit der sie nicht umgehen können, warum man nicht ins Pflegeheim geht. Man sollte das den Menschen nicht übel nehmen. Ebenso gehören wir einer Generation an, wo die Eltern - Kind - Beziehung nicht so toll war.

    Warum haben die Pflege meist die Frauen an der Backe, weil es die Männer nicht aushalten, aber sie leiden trotzdem darunter.

    Einen Menschen im Pflegeheim nur noch da liegend zu sehen, erinnert einen an den kommenden Tod. Damit können und wollen sich die Wenigsten auseinandersetzen, auch weil es in der Gesellschaft nur noch darum geht zu funktionieren. Für persönliches Leid und Krankheit ist kein Platz und oft auch kein Verständnis.


    Liebe Grüße

    Hallo Teuteburger,

    Ich glaube in diesem Jahr soll im Bundestag nochmal was wegen Sterbehilfe „getan“ werden.

    Aus Erzählungen kenne ich die holländische Variante- Euthanasie (in Deutschland ein schlimmes Wort). Die betreffende Frau war sehr krank mit den Nieren und hätte ständig zur Dialyse gemusst, was sie nicht wollte, weil es nicht ihrem Wunsch von Leben entsprach. Es musste ein Antrag gestellt werden und dann kam der Tag. Am Abend ein Abschiedsessen mit der Familie. Am Morgen ein letztes Frühstück im engsten Kreis. Dann kam eine Ärztin, erst gab es ein Schlafmittel und dann das Gift.

    Die Familie war mit etwas Abstand froh über die Möglichkeit sich richtig verabschieden zu können und das die Frau/Mutter/Oma nicht leiden musste.

    Ich würde mir wünschen, dass es sowas in Deutschland auch gebe. Ich finde es immer schlimm, zu welchen brachialen Methoden manch Verzweifelter greifen muss, um sein Leben zu beenden.


    Leute die keine Ahnung vom Leid der Angehörigen gerade bei Demenzpatienten haben, äußern immer ihr Unverständnis, wenn ich sage, ich möchte DAS meinem Kind nicht antun. Ich würde auch eine Abkürzung wählen, da ich Insulin brauche, denke ich immer, ich hätte ja was im Notfall.


    Kein schönes Thema, aber man sollte sich gedanklich doch mal damit beschäftigen.


    Liebe Grüße

    Liebe Teuteburger,

    auch von mir mein herzliches Beileid. Du hast viel getan und wenn sie friedlich eingeschlafen ist, finde auch du jetzt Ruhe.

    Als mein Vater starb hatte ich anfangs gedacht, so jetzt noch die Beerdigung und dann wird es irgendwie wieder. Aber auch Trauer ist wichtig und braucht Zeit. Gönne dir dafür die Zeit.

    50 Leute bei der Beerdigung in diesen Zeiten, finde ich auch etwas viel. Manchmal spiele ich den Gedanken durch, wie ich es dann mal machen werde. Für mich habe ich entschieden, es nur in einem kleinen Kreis haben zu wollen. Ich will auch keine Leute mehr sehen, die sich seit mehreren Jahren nicht mal per Telefon bei meiner Mutter gemeldet haben.

    Finde eine Ruhestätte mit der IHR gut leben könnt.

    Ich bin immer sehr traurig, das meine Freundin kein Grab hat, wo man auch mal hingehen könnte. Aber sie hat sicher mit ihrer Familie besprochen, wie sie es gerne wollte.

    Mach die Trauerfeier für Euch schön und würdevoll, und was andere Menschen davon halten, sollte egal sein.

    Viel Kraft für diesen Tag.

    Liebe Grüße Gobis

    Hallo in die Runde,

    Ja unsere Dementen, und wenn man noch Sonderformen hat, sterben als Persönlichkeit sehr lange und schleichend.

    Der Punkt hier heißt ja, wie gehts uns.

    Mir geht es zur Zeit richtig schlecht. Mein ganzer Körper sagt, mach DAS nicht mehr. Der psychosoziale Dienst und auch ein mich behandelnder Facharzt haben mir letzte Woche eindringlich erklärt, gehen sie so selten wie möglich hin. Sie haben ALLES gut organisiert.

    Vom Betreuungsgericht kam gestern der Bescheid, es reicht nicht für eine geschlossene Unterbringung, aber ich könnte ja die Betreuung abgeben und einen Notknopf der Johanniter bestellten. Die Betreuung gebe ich aus verschiedenen Gründen nicht aus der Hand.

    Da ich ganz viele Antworten auf - Nichts essen wollen- bekommen habe, sehe ich zumindest diesen Punkt klarer. Das Mittagessen ist nun nach 6 Wochen des Wegwerfend abbestellt. Wenn Joghurt, Kuchen, Obst, Smoothies und am Abend die belegten Brötchen ihr ausreichen, dann sei es so.

    Die Laborwerte waren auch nicht übermäßig besorgniserregend. Der Knaller von Hausarzt hat jetzt das Risperidon am Abend gegen einen Cholesterinsenker eingetauscht, das wäre gut für die Demenz. Da fällt mir ein, im Hirn geht kein Licht mehr an, aber der Patient hat einen optimalen Blutdruck und Cholesterin wie ein junger Sportler. Ich weiß nicht was man sich als Arzt dabei denkt.

    Ich werde das noch mit dem Neurologen besprechen.


    Ansonsten heißt es wohl warten auf Volumenmangel oder Sturz, damit man endlich handeln kann. Die Gutachterin hat ja ein Pflegeheim empfohlen, aber meine Mutter ist ja in ihrer Wahrnehmung nicht krank.


    Ihr seht, aus Wut und Verzweiflung entsteht Sarkasmus.


    Euch ein schönes Wochenende