Beiträge von Gobis

    Hallo Sonnenblümchen,

    für viele ist es die Unerträglichkeit der Situation, mit der sie nicht umgehen können, warum man nicht ins Pflegeheim geht. Man sollte das den Menschen nicht übel nehmen. Ebenso gehören wir einer Generation an, wo die Eltern - Kind - Beziehung nicht so toll war.

    Warum haben die Pflege meist die Frauen an der Backe, weil es die Männer nicht aushalten, aber sie leiden trotzdem darunter.

    Einen Menschen im Pflegeheim nur noch da liegend zu sehen, erinnert einen an den kommenden Tod. Damit können und wollen sich die Wenigsten auseinandersetzen, auch weil es in der Gesellschaft nur noch darum geht zu funktionieren. Für persönliches Leid und Krankheit ist kein Platz und oft auch kein Verständnis.


    Liebe Grüße

    Hallo Teuteburger,

    Ich glaube in diesem Jahr soll im Bundestag nochmal was wegen Sterbehilfe „getan“ werden.

    Aus Erzählungen kenne ich die holländische Variante- Euthanasie (in Deutschland ein schlimmes Wort). Die betreffende Frau war sehr krank mit den Nieren und hätte ständig zur Dialyse gemusst, was sie nicht wollte, weil es nicht ihrem Wunsch von Leben entsprach. Es musste ein Antrag gestellt werden und dann kam der Tag. Am Abend ein Abschiedsessen mit der Familie. Am Morgen ein letztes Frühstück im engsten Kreis. Dann kam eine Ärztin, erst gab es ein Schlafmittel und dann das Gift.

    Die Familie war mit etwas Abstand froh über die Möglichkeit sich richtig verabschieden zu können und das die Frau/Mutter/Oma nicht leiden musste.

    Ich würde mir wünschen, dass es sowas in Deutschland auch gebe. Ich finde es immer schlimm, zu welchen brachialen Methoden manch Verzweifelter greifen muss, um sein Leben zu beenden.


    Leute die keine Ahnung vom Leid der Angehörigen gerade bei Demenzpatienten haben, äußern immer ihr Unverständnis, wenn ich sage, ich möchte DAS meinem Kind nicht antun. Ich würde auch eine Abkürzung wählen, da ich Insulin brauche, denke ich immer, ich hätte ja was im Notfall.


    Kein schönes Thema, aber man sollte sich gedanklich doch mal damit beschäftigen.


    Liebe Grüße

    Liebe Teuteburger,

    auch von mir mein herzliches Beileid. Du hast viel getan und wenn sie friedlich eingeschlafen ist, finde auch du jetzt Ruhe.

    Als mein Vater starb hatte ich anfangs gedacht, so jetzt noch die Beerdigung und dann wird es irgendwie wieder. Aber auch Trauer ist wichtig und braucht Zeit. Gönne dir dafür die Zeit.

    50 Leute bei der Beerdigung in diesen Zeiten, finde ich auch etwas viel. Manchmal spiele ich den Gedanken durch, wie ich es dann mal machen werde. Für mich habe ich entschieden, es nur in einem kleinen Kreis haben zu wollen. Ich will auch keine Leute mehr sehen, die sich seit mehreren Jahren nicht mal per Telefon bei meiner Mutter gemeldet haben.

    Finde eine Ruhestätte mit der IHR gut leben könnt.

    Ich bin immer sehr traurig, das meine Freundin kein Grab hat, wo man auch mal hingehen könnte. Aber sie hat sicher mit ihrer Familie besprochen, wie sie es gerne wollte.

    Mach die Trauerfeier für Euch schön und würdevoll, und was andere Menschen davon halten, sollte egal sein.

    Viel Kraft für diesen Tag.

    Liebe Grüße Gobis

    Hallo in die Runde,

    Ja unsere Dementen, und wenn man noch Sonderformen hat, sterben als Persönlichkeit sehr lange und schleichend.

    Der Punkt hier heißt ja, wie gehts uns.

    Mir geht es zur Zeit richtig schlecht. Mein ganzer Körper sagt, mach DAS nicht mehr. Der psychosoziale Dienst und auch ein mich behandelnder Facharzt haben mir letzte Woche eindringlich erklärt, gehen sie so selten wie möglich hin. Sie haben ALLES gut organisiert.

    Vom Betreuungsgericht kam gestern der Bescheid, es reicht nicht für eine geschlossene Unterbringung, aber ich könnte ja die Betreuung abgeben und einen Notknopf der Johanniter bestellten. Die Betreuung gebe ich aus verschiedenen Gründen nicht aus der Hand.

    Da ich ganz viele Antworten auf - Nichts essen wollen- bekommen habe, sehe ich zumindest diesen Punkt klarer. Das Mittagessen ist nun nach 6 Wochen des Wegwerfend abbestellt. Wenn Joghurt, Kuchen, Obst, Smoothies und am Abend die belegten Brötchen ihr ausreichen, dann sei es so.

    Die Laborwerte waren auch nicht übermäßig besorgniserregend. Der Knaller von Hausarzt hat jetzt das Risperidon am Abend gegen einen Cholesterinsenker eingetauscht, das wäre gut für die Demenz. Da fällt mir ein, im Hirn geht kein Licht mehr an, aber der Patient hat einen optimalen Blutdruck und Cholesterin wie ein junger Sportler. Ich weiß nicht was man sich als Arzt dabei denkt.

    Ich werde das noch mit dem Neurologen besprechen.


    Ansonsten heißt es wohl warten auf Volumenmangel oder Sturz, damit man endlich handeln kann. Die Gutachterin hat ja ein Pflegeheim empfohlen, aber meine Mutter ist ja in ihrer Wahrnehmung nicht krank.


    Ihr seht, aus Wut und Verzweiflung entsteht Sarkasmus.


    Euch ein schönes Wochenende

    Hallo,

    der Link von Herrn Gust, war sehr hilfreich.


    Weniger hilfreich fand ich die Aussage von Herrn Pawletko, oder wie es bei mir angekommen ist, es ist doch gar nicht so schlimm. Ich glaube Jeder der hier mitliest und schreibt befindet sich gerade in der größten Herausforderung seines Lebens. Ich gebrauche immer die Floskel meine Mutter löst sich auf. Zuzusehen, wie sie Anfangs den plötzlichen Tod meines Vaters nicht verarbeiten konnte, Hilfe über Psychologen war nicht möglich, wegen der FTD- Demenz. Und dann wird aus der Mutter, die immer ein gepflegter Mensch war und mit beiden Beinen im Leben stand, studiert hat, und immer berufstätig war, jemand der Alles verloren hat. Ich schaue ihr beim Sterben zu und kann nicht helfen. Der Mensch der meine Mutter war, ist schon gestorben.

    Ich möchte sie in einem Heim unterbringen, welches auf gerontologische-psychiatrische Erkrankungen spezialisiert ist. Aber gegen den Willen.... Und das ist schlimm, sehr schlimm!

    Ich bin keine Pflegekraft oder med. Angestellte, die geübt ist im Umgang mit kranken Menschen. Mich bringt das Alles sehr an meine Grenzen und mein Leben findet gerade (seit fast 4 Jahren) gar nicht statt. Und das finde ich auch schlimm.


    Das ein Mensch der dauerhaft zum Liegen kommt einen geringeren Grundumsatz ist mir bekannt. Aber ein Körper benötigt trotzdem ca. 800-1000 kcal um zu funktionieren. Und der Grund lieber Herr Pawletko, warum sie nicht abmagerte, sind Herzmedikamente und Psychopharmaka. Auch bunte Getränke, gelb,orange, rot, grün, blau und ihre geliebte Cola, haben wir schon probiert. Eis, Pudding und Kuchen sind zusätzlich zur normalen Nahrung im Kühlschrank, aber werden nicht gegessen, was vor einem Jahr noch ging.


    Ich werd jetzt mal eine Weile versuchen, sie nicht ständig mit Essen und Trinken zu nerven und den Zustand beobachten.


    Liebe Grüße

    Vielen Dank,

    ich fasse mal die Antworten zusammen:

    - sie äußert direkt, bei allen außer bei mir, dass sie jetzt keinen Hunger hat und später isst

    - Zähne sind in Ordnung

    - das Essen vom Lieferdienst ist in Ordnung und am Wochenende hab ich selber gekocht

    - zum Essen wird sie animiert, indem ihr das Essen auf den Teller angerichtet wird und Alles mit

    einem Glas Saft an den Tisch gestellt wird.


    Der Hausarzt war gestern da und hat auch mal wieder Blut gezogen. Mal schauen was er so feststellt. Das sie schlecht isst, wissen ihre Ärzte. Sollte mich mal irgendwer verantwortlich für ihren Zustand machen will, kann ich getrost auf das von mir angestrebte Unterbringungsverfahren verweisen, dass seit Mai 2020 läuft. Vielleicht hofft der Richter immer, dass sie stirbt bevor er eine Entscheidung treffen muss. Aber der Schutz der Alten hat ja seit Neuesten einen ziemlich hohen Stellenwert in der Gesellschaft, aber es scheint nicht für die „Nicht zu Sehenden“ zu gelten, die zu Hause leben und geduldig, bis über die eigenen Grenzen, vom „größten Pflegedienst Deutschlands“, den Angehörigen (Zitat Herr Spahn) gepflegt werden.


    Pflegeheim wird ja bekanntermaßen von meiner Mutter abgelehnt.


    Liebe Grüße und vielen Dank

    Hallo in die Runde,

    mich beschäftigt zur Zeit die Bedeutung von Nichts essen wollen.

    Zum Verständnis früh gibt es Joghurt von Rewe mit Frucht und Knuspermüsli. Mittag ist ein Essen bestellt, wird geliefert und am Abend gibt es ein belegtes Brötchen was der Pflegedienst mitbringt. Soweit die theoretisch organisatorische Planung.

    Praktisch wird früh der Joghurt gegessen. Wenn der Lieferdienst kommt, schläft sie, so dass das Essen vor der Tür steht. Und gegen 17:00 Uhr bringt der Pflegedienst die Brötchen. Gegessen wird dann Mittag nichts und am Abend maximal ein halbes Brötchen. Am Wochenende ist Alles fertig gemacht und der Pflegedienst soll das Essen nur warm machen. Das nimmt sie dann, vor den Damen und stellt es wieder in den Kühlschrank. Sie will jetzt nichts essen.

    Zusammengefasst wird dann am Tag ein Joghurt und ein halbes Brötchen gegessen, trinken schätzungsweise 500 ml. Abmagerung kann ich aber nicht feststellen. Sie liegt den ganzen Tag schlafend vorm Fernseher, da hat sich der Körper sicherlich drauf eingestellt.

    Nun hab ich gelesen, dass alte Mensch einfach aufhören zu essen, weil sie nicht mehr wollen.

    Quält man sie, indem man sie ständig zwingt, was zu essen. Soll man es aushalten, dass sie darüber ihren Willen ausdrücken und der Natur seinen Lauf lassen. Ich weiß es nicht.

    Liebe Grüße

    Hallo in die Runde,

    gestern Abend gab es in der ARD - eine Polin für Oma. Es war ein älterer Herr (87) , noch Geistig voll fit, der hatte sehr nette Betreuerinnen. Denen ging es bei dem alten Herren auch gut. Und dann gab es Beispiele wo es so gar nicht lief. Ich denke für unsere Angehörigen, die an Demenz leiden, ist dass nicht die richtige Versorgung. Einerseits Sprachprobleme, Probleme beim Wechsel der Damen+ Coronaeinreiseverbote, andererseits die Spezialitäten der Demenz. Das sind normale Frauen, vielleicht Vorerfahrungen mit Pflege, aber die können gar nicht das leisten was notwendig ist. Mir haben die Damen manchmal schon leid getan.

    Es gibt sicher keine optimale Lösung, aber demente Menschen können eine Herausforderung für Angehörige und Pflegende sein. Und mir ist da eine geschulte Fachkraft vor Ort schon lieber. Außerdem kostet der Spaß bis zu 3000 € und wer kann das bezahlen. Es wurde dann wieder auf das System geschimpft, aber eine ausländische Hilfskraft ist nun mal kein Pflegedienst.

    Den Beitrag gibt es bestimmt in der ARD Mediathek.

    Liebe Grüße

    Hallo Bridget,

    Ob der Hausarzt der richtige Partner ist, wage ich zu bezweifeln. Ich hoffe, du wohnst nicht irgendwo auf dem Land. Ich habe meine Mutter zum Neurologen gebracht. Habe mich um die Aufnahme in einer Klinik bemüht, die sich mit gerontopsychatrischen Erkrankungen auskennt. Als ich einen Platz hatte, hat der Hausarzt keine Notwendigkeit gesehen. 2. Versuch über den Neurologen. Es erfolgten Untersuchungen und wir haben eine gesicherte Diagnose. Die Einstellung der Medikamente erfolgt nur über den Neurologen und als ihre Rückenschmerzen so heftig wurden, hab ich sie zum meinem Orthopäden gebracht und der hat ihr Schmerzpflaster verordnet. Was ich damit sagen will, der ländliche Hausarzt hätte die Diagnose Frontotemporale Demenz nie stellen können, ihm fehlen die Kenntnisse bei den Psychopharmaka, ein Dauerrezept für Ergo im Hausbesuch würde es von ihm nie geben und wir würden die Rückenschmerzen mit freikauf IBU 400 behandeln. Aber der Hausarzt kommt aller 6 Wochen in Form eines Assistenzarztes, und misst den Blutdruck. Und dann ist Alles easy!

    Und man muss es klar sagen, mit einer ordentlichen Diagnostik ist es leichter Hilfe z.B. Pflegestufe zu bekommen.

    Das kostet Zeit und Kraft, aber es lohnt sich.


    Liebe Grüße

    Hallo Herr Hamborg,

    ich denke, dass ich mich bereits sehr gut mit der FTD Erkrankung meiner Mutter auskenne. Mit dem Neurologen, der auch Psychologe ist, habe ich einen guten Austausch, aber auch er ist an seiner Grenze. Meine Mutter bekommt Mitrazepan und Risperidon, damit ist zumindest möglich die Versorgung im Alltag zu lösen.

    Bei der Ergo, die ins Haus kommt, macht sie mit. Die private Demenzbetreuerin unterhält sie mit spielen und Unterhaltungen. Wenn ich frage was sie denn heute gemacht haben, es war keiner da. Alle, die ich eingeschaltet habe, sehen ihren Zustand, aber es gibt keine Hilfe. Ich warte jetzt auf den abschließenden Bescheid vom Gericht und werde ihren Link nutzen. Auch der psychosoziale Dienst war schon da. Es gibt keine normale Lösung, die beinhaltet, dass meine Mutter einsehen wird, dass es zu Hause nicht mehr geht und sie freiwillig ins Heim geht. Und so machen wir weiter und warten das was passiert.

    Ich selber bin in einer Selbsthilfegruppe für Angehörige von FTD Patienten und habe immer den Eindruck, dass ich noch am besten mit der Sache klar komme, einerseits weil meine Mutter nicht bei mir wohnt und ich keine Probleme habe, mir Unterstützung von Ärzten zu holen. Ich habe sie auf Risperidon einstellen lassen, damit es mit ihr irgendwie geht. Und nun bekommt sie auch endlich die richtige Schmerztherapie für ihren Rücken. Damit ist sie insgesamt ruhiger.

    Das schlechte Gewissen, nicht genug zu tuen, warum man sie nicht liebevoll pflegen kann, dass mir das Alles Zuviel ist, ich Anspruch auf ein eigenes Leben habe, dass kann man nicht einfach ausschalten. Man macht irgendwie immer weiter, wie Alle hier.

    Danke für eure Zuschriften,

    Ich habe mir Pflegeheime angeschaut und auch zwei, die ich favorisiere. Eins ist, das Einzige im Raum Leipzig, welches auf Gerontopsych. Patienten ausgelegt ist. Die Sozialarbeiterin sagte mir aber ganz klar, gegen den Willen meiner Mutter erfolgt keine Aufnahme.

    Es wird solange zu Hause gehen müssen, bis sie den Umzug nicht mehr verweigern kann. Daher hatte ich ja auch die gerichtlich angeordnete Unterbringung angeregt. Für die Unterbringung in eine geschlossene Einrichtung, die es in Sachsen außerhalb von Kliniken nicht gibt, reicht ihr Zustand nicht aus. Das endgültige Ergebnis steht aber noch aus.

    Meine Mutter lehnt es ab sich überhaupt ein Heim anzuschauen, Tagespflege und Kurzzeitpflege wird auch abgelehnt. Sie sagt dann, lasst mich doch einfach auf meiner Couch sitzen. Dann tut sie mir wieder unendlich leid. Ich will aber auch nicht bei jeden Besuch mit ihr darüber reden, auch weil sie das Thema quält.

    Wir probieren jetzt erstmal die Abendversorgung und werden sehen.


    Liebe Grüße

    Vielen Dank für all die netten Worte,


    Schlaflose Nächte haben manchmal den Vorteil, dass man eine Idee hat.

    Ich habe heute die Abendessen Problematik vorerst gelöst. Leider war es ja nicht möglich, dass der Pflegedienst Abendbrot macht. Nun hab ich einen Bäckerstand beauftragt am Abend Brötchen zu belegen und der Pflegedienst bringt die dann zur abendlichen Medigabe mit. Damit muss ich nicht einkaufen und mich anschließend ärgern, dass sie Nichts gegessen hat. Sie kann es halt nicht mehr alleine.

    Damit bin ich zumindest für heute froh, wieder was geschafft zu haben.

    Mir tut die Situation meiner Mutter unheimlich weh. Zu registrieren, dass sie nun nicht mal mehr aus dem Schlafanzug kommt, von Waschen reden wir gar nicht und alleine vorm Fernseher sitzt, ist einfach furchtbar. Aber sie ist wenigstens nicht böse.

    Eigentlich wünsche ich ihr immer, dass sie friedlich einschläft, damit ihr Leiden ein Ende hat.

    Eine Psychologin hat mir an der Stelle erklärt, dass dies ein Erlösungswunsch ist, damit das Leid ein Ende hat und nicht das man jemanden den Tod wünscht.


    Liebe Grüße

    Danke,

    wir führen in größeren Abständen Gespräche mit meiner Mutter, mein Sohn (26) ist dann immer dabei. Die Frontotemperale Demenz hat u.a. als Erscheinung, dass der Kranke die Erkrankung nicht wahrnimmt. Der Psychologe erklärt ihr jedes Mal die Erkrankung und das sie Hilfe zulassen muss und sie auch in die Situation kommt, dass es zu Hause nicht mehr geht. Sie meint, in 10 Jahren könnte man ja mal darüber reden. Wenn wir ihr die Vorschläge, Pflegerin im Haus machen, dass braucht sie nicht. Und wenn es dann aufs Pflegeheim kommt, wirft sie uns vor, wir wollen sie aus ihrem Haus drängen, damit mein Sohn einziehen kann.

    Ich halte schon aus, dass sie am Wochenende so gut wie nichts isst, weil der Essenanbieter nur von Montag- Freitag liefert. Von mir Tellerfertig vorbereitetes Essen bleibt im Kühlschrank stehen. Sie trinkt ca. 500 ml am Tag, Zettel mit Erinnerungen völlig sinnlos. Es tut weh zuzuschauen, wie ein Mensch sich auflöst. Zu sehen, dass sie gar nicht mehr die Schlafsachen auszieht, die Körperhygiene aus läst, sie und die Sachen stark riechen und auch kein Austausch mehr möglich ist, bringen mich schon zur Verzweiflung.

    Die Gutachterin vom Gericht meinte, die Wohnung sieht ja auch picobello aus. Aber wenn man aus dem Bett auf die Couch fällt, wird halt nichts dreckig. Die Ärztin hat viel Verständnis für unsere Situation, aber die Gesetze sind halt so.

    Das ich selber krank bin, weiß meine Mutter, aber ehrlich ich hab keine Lust mit ihr über meine Autoimmunerkrankungen zu sprechen. Und die Einsicht, dass wir viel Zeit für sie aufbringen und auch viel bei ihr arbeiten ist ab und an da, aber das es eine Lösung geben muss, ist krankheitsbedingt nicht mehr drin.

    Die Frage was ich selber noch leisten kann und will , stelle ich mir selber. In diesem Jahr fällt die Gartenpflege aus und ich fahre auch nicht mehr sooft hin. Der Pflegedienst 2x am Tag ist da, also wenn irgendwas ist, werden wir ja informiert. Das Dauertelefonieren hat zum Glück aufgehört.


    Und so gehört dazu es auszuhalten und warten, dass etwas passiert.

    Das gelingt halt an manchen Tagen weniger.


    Ich glaube das schlechte Gewissen kommt auch davon, weil man sich vorstellt selber so zu verfallen und man dann ganz alleine ist. Ich hoffe, dass man selber wenigstens noch erkennt, so kann es nicht weitergehen und sein Kind nicht zwingt, Alles tun zu müssen.


    Pflegeheime sind ja trotz der Kosten gut gefüllt, ich frag mich immer, wie es andere schaffen, ihre Angehörigen dort unterzubringen.


    Euch eine schöne Woche.

    Hallo Hanne,

    das Schlimme ist, dass bei uns die Katastrophe zwar stattfindet, aber nicht sichtbar ist. Meine Mutter sitzt auf der Couch vorm Fernseher und damit ist laut Gutachten die Möglichkeit, dass sie im Straßenverkehr umkommen würde sehr gering. Und aus diesem Grund wird der Richter den Antrag ablehnen. Das Essen und Trinken kaum klappt, auch vor dem Hintergrund das meine Mutti Größe 50 trägt, wird dort keine Gefahr gesehen.

    Gerade aus diesem Grund empfinde ich die derzeitige Diskussion um den Schutz der Alten doppelzüngig, weil wir wissen ja, dass sich um den Schutz sonst Keiner kümmert und der Verwandte der nur eine der Krankheit entsprechende Lösung sucht, keine Hilfe findet.

    Hallo Planlos,

    nein- Sie haben einen Plan- der Vater kommt nicht in meine Familie. Und Sie haben Alles organisiert. Damit haben Sie für sich die wichtigste Entscheidung getroffen, was sie wollen.

    Der Staat mit seiner Gesetzgebung sorgt dafür, Kranke zu schützen, damit gegen deren Willen nichts geschehen darf. Die Frage, an welchem Stadium der Krankheit man sein muss, bevor dann doch mal anders entschieden wird, bleibt offen. Neuerdings steht der Schutz der Alten ja über Allem, nur frage ich mich, wer schützt an Demenz erkrankte vor sich selber. Muss es erst soweit kommen, dass sie draußen rum irren, bevor die Polizei einschreitet. Und auf einem Dorf bringen die netten Nachbarn die Leute wieder nach Hause.

    Wenn möglich, lassen sie ihren Vater medikamentös einstellen, damit er ruhiger ist und versuchen Sie ihn unterzubringen. Wenn bei Ihnen es kein Heim für Demente gibt, dann nehmen Sie das am Wohnort des Vaters.

    Und bleiben Sie bei der getroffenen Entscheidung

    Schöne Grüße

    Hallo und Danke,

    der erste Schock ist verdaut. Ich weiß, was bis zum Ende noch Alles kommt. Und man hat vor jeder neuen Etappe Angst. Zuzuschauen wie meine Mutter sich auflöst und es selber gar nicht merkt, ist immer wieder schwer. Alle Hilfe reicht nicht aus und wird das schlechte Gewissen zu keinem Zeitpunkt abschalten. Ich gehöre nicht zu den Menschen, die sich fröhlich mit Dementen beschäftigen können, sondern empfinde es als große Last, auch vor dem familiären Hintergrund, dass es halt vorher schon immer schwierig war. Auch weil sämtliche Hilfe abgelehnt wird und nur durch mich zu leisten ist, fühle ich mich komplett überfordert.

    Ich halte die Situation zu Hause allmählich für nicht mehr zu verantworten. Pflegeheim lehnt meine Mutter ab, genauso wie eine Pflegerin die im Haus ist. Der Antrag auf Unterbringung läuft seit Mai letzten Jahres. Und da sie ja nur auf der Couch sitzt, sieht man die Not nicht. Außerdem hält man es in Sachsen, mit dem freiheitlichen Gedanken bis zum Schluss- man hat ein Recht auf Verwahrlosung und Ablehnung von Hilfe.

    Es gibt demnach keine Lösung, die ihr ein angenehmes Leben mit der Erkrankung verschafft. Ich kann nicht den ganzen Tag nur für sie da sein und Haus, Grundstück, Finanzen, Einkäufe ect. regeln und gleichzeitig noch Therapeut und Gesellschafter sein und das alles nach den Regeln wie man mit Dementen umgehen soll. Und ich will das auch nicht, weil ich auch Anspruch auf ein Leben habe.

    Und so drehe ich mich im Kreis und es gibt keine Lösung.

    Schönes Wochenende

    Hallo in die Runde,

    ich hatte hier schon öfters über meine an FTD Demenz erkrankten Mutter berichtet.

    Sie wohnt trotz meiner Bemühungen immer noch im eigenen Haus, mit allem was für mich dazu gehört. In ein Heim geht sie nicht, egal was ich ihr zu bedenken gebe, zur eigenen Situation. Ja sie ist krank und eigentlich versteht sie die Komplexität ihrer Situation nicht mehr. Ich möchte mich jetzt nicht Details verlieren, weil Jeder der hier liest und schreibt kennt den täglichen Wahnsinn in allen Facetten.

    Jedoch kam heute ein Anruf von ihr, mein Mann hatte mit ihr gesprochen. Das Haus mit Grundstück war vor 25 Jahren ein Bungalow, der als Wochenendhaus genutzt wurde. im Sommer lebte sie dann mit meinem Vater dort und im Winter in der Wohnung in der Stadt.

    Nun meinte sie heute, wir hätten sie jetzt lange genug dort geparkt und sie will jetzt in Ihre Wohnung.

    Mein Mann war so geschockt über die Aussage und ich bin auch grad völlig fertig.

    Hat die Demenz nun einen Schub bekommen.

    Wer hat Erfahrungen, was als Nächstes auf uns zu kommt.


    Danke

    Hallo Deira,
    ich habe auch die Unterbringung beantragt und warte schon ewig. Auch wenn es vom Gericht nicht angeordnet wird, ist es an der Zeit, weil es einfach nicht mehr geht.
    Ich beschäftige mich gedanklich auch immer damit, wenn der Tag kommt, sie ins Heim zu geben, wie ich es anstelle.
    Da ist es ganz gut zu lesen, wie es bei den Anderen geklappt hat.


    Grüße

    Hallo,
    meist rechnen die Anbieter die Kosten schön, indem noch die Verhinderungspflege über die Pflegekassen abgerechnet werden soll. Die Verhinderungspflege können Sie selbst bis für 4 Jahre rückgängig beantragen. Sie waren krank, im Urlaub oder sonst verhindert. Wenn die Pflegekassen die 24h Pflege bezahlt, erhalten sie jedoch keine Verhinderungspflege, da ja jemand da ist. Haben Sie Bekannte oder Freunde, die sie bei der Pflege unterstützen, dann können sie die Tage angeben, der Bekannte bestätigt das und dann sollte es funktionieren.
    Niemals die EU Hilfe eintragen!
    Liebe Grüße

    Hallo in die Runde,
    ja die ewige Diskussion kennen wir wohl Alle. ich weiß nicht ob es die richtige Herangehensweise ist, ich diskutiere nicht mehr. Das ist jetzt so, weil du das Alleine nicht mehr hinbekommst. Dafür hab ich lange gebraucht und hatte die Unterstützung einer Psychologin. Erstaunlicherweise kommen dann Aussagen, jetzt rächst du dich wohl für deine Kindheit. Da denk ich dann, scheint je doch in ihr zu schlummern, dass da nicht Alles so easy war. Aber es war eine andere Zeit. Und natürlich räche ich mich nicht. Aber wie heißt es so schön in Erziehungsratgebern- Kinder brauchen klare Regeln. Demenz und Kleinkind liegen nicht soweit auseinander, nur die einen lernen noch was. Ich glaube eine klare Linie tut auch beim Umgang mit Demenz gut. Wenn ich sage, den Pullover ziehst du morgen nicht mehr an, weil er bekleckert ist, hat sie ihn trotzdem morgen wieder an. Wenn ich sage, du ziehst den Pullover jetzt aus, gehst duschen, dann klappt das.
    Unsere Demenzbetreuerin scheitert immer daran, sie zum spazieren gehen zu animieren. Ich war neulich dabei und hab ich Sachen geholt, und gesagt wie schön das Wetter ist. Man hatte dann noch Enten gefüttert und im Nachhinein war es schön und es tat ihr sicher auch gut.
    Wie gesagt, ob das so die richtige Sache ist, weiß ich nicht, aber es hilft zumindest mir, damit wir nicht wieder im Debattierclub enden.
    Grüße aus Leipzig