Beiträge von Gobis

    Hallo in die Runde,
    ich wollte mal eine Zwischeninfo geben.
    Vom Gericht wurde ein psychatr. Gutachter beauftrag, der vor Ort meine Mutter besuchte.
    Vom Gericht wurden 7 Fragen formuliert, die den Zustand meiner Mutter einschätzen sollen. Es wurde in Kurzform festgestellt, dass sie Psych. Krank ist, diese Erkrankung auf Grund der FTD Diagnose nicht erkennen kann und in ihrer Willensbildung eingeschränkt ist. Besteht Gefahr, dass sie wegläuft und um Straßenverkehr überfahren wird oder erfriert. Mit diesem Ergebnis hat der Richter vor, den Antrag abzulehnen.
    Man hat ja die Möglichkeit der Stellungnahme, die ich auch wahr genommen habe, und nun bleibt das Ergebnis abzuwarten.
    Insgesamt ist es völlig sinnlos, bei FTD der apathischen Form - Mutti sitzt den ganzen Tag auf der Couch, davon auszugehen, dass keine Gefahr für sich selbst vorliegt, wenn sie Nichts trinkt oder kaum isst.
    Fast zum Glück muss man sagen, hatten sie in der Zeit einen erheblichen Brechdurchfalls, so dass der Pflegedienst den Notarzt holen musste, mal schauen ob dies reicht, um die Gefahr für sich selber zu bestätigen. Hilfe hätte sie sich selber nicht einfordern können.
    Als Angehöriger bin ich am Verzweifeln, dass man in aller Ruhe zuschauen darf, wie Jemand, der krankheitsbedingt keine Möglichkeit der Krankheitserkennung hat, weiterhin alleine Leben kann. Der Satz in ein Heim geh ich nicht, klappt immer noch.


    Ich will doch die notwendige Hilfe für meine Mutter, die ganztägig da ist und das Gefühl sie gut versorgt zu wissen. Die bisherigen Hilfe sind aus meiner Sicht nur eine Notlösung, auch weil jegliche Hilfe abgelehnt wird, nur ich darf alles machen.


    Liebe Grüße aus Leipzig

    Hallo Andydreas,
    noch ein Tipp zum Hausarzt. Wenden Sie sich in Form einer Beschwerde an die Kassenärztliche Vereinigung. Dann muss der Arzt der KV begründen, warum er den Hausbesuch bei einer dementen Patientin mit PG 5 für unbegründet hält. Vielleicht macht ihm das Beine. Ein Vertrauensverhältnis wird das nicht mehr, aber damit können Sie leben.
    Schönes Wochenende

    Hallo Hanne,
    Nein, bei uns liegt keine Fremdgefährdung vor. Ich weiß, dass es nur mit Eigengefährdung recht schwierig wird. Aber die Hoffnung ....
    Ich habe an den Antrag ganz viele Unterlagen gehängt. Außerdem hoffe ich, dass wenn ein Richter mit ihr spricht, falls der überhaupt ins Haus gelassen wird, es ähnlich abgeht, wie wenn wir das ansprechen.
    Mal schauen, wie es läuft, aber ich muss einfach diesen Versuch unternehmen.

    Guten Tag,
    ich habe ja hier bereits mehr über die Probleme mit meiner an FTD. Demenz erkrankten Mutter berichtet. Wir sind jetzt soweit, dass wir es nicht weiter verantworten können, dass meine Mutter allein lebt. In ihrer Wahrnehmung ist meine Mutter nicht krank, so dass wir über eine friedliche Lösung mit Pflegeheim nicht durchsetzen können. Daher haben wir jetzt beschlossen, die Unterbringung über das Betreuungsgericht zu beantragen.
    Hat in unserer Runde jemand Erfahrung damit.
    Danke für Hinweise

    vielen Dank für die lieben Worte. Der Satz von Teuteburger - meine Mutter kommt doch mit ihrer Situation zurecht- fand ich sehr hilfreich.
    Manchmal ist mannhaft sehr verzweifelt und da hilft es schon, wenn Andere sagen, dass man es gut organisiert hat.
    Danke
    Liebe Grüße

    Danke für Ihre Antwort.
    Ich denke das mein Netz „später“ wieder greift. Zur Zeit kommt ja noch 2x pro Woche eine privat gefundene Dame zur Unterhaltung.
    Ich habe bereits ein Pflegeheim gefunden, wo nur Demente betreut werden. Aber, gegen den Willen meiner Mutter kann ich sie dort nicht unterbringen. Die Betreuungsbehörde sieht auf Grund der vorliegenden Vollmachten gar keinen Handlungsbedarf. Es besteht keine Gefahr für Leib und Leben, somit behält meine Mutter immer die Entscheidungshoheit. Wäre die von Ihnen benannte gerontopsych. Pflegeeinrichtung, dann eine geschlossene Einrichtung? Ich hab zwar schon Vieles geschafft, aber darüber entscheidet ein Richter und ich glaube, dass es schlimmere Fälle gibt und ich das nicht durch bekomme.
    Der betreuende Hausarzt, sieht trotz auffälliger Blutwerte keinen Handlungsbedarf. Ich habe Pg 3 und 90 % Prozent Schwerbeschädigung hinbekommen. Ich sehe Gefahren, z.B. Dehydrierung, aber demente alte Menschen spielen in der ärztlichen Versorgung eine untergeordnete Rolle, zumal meine Mutter das Grundstück nicht verlässt und unauffällig ist. Ich kümmere mich um Alles und organisiere Alles was Notwendig ist.
    Und meine Mutter sitzt auf der Couch und versteht gar nicht warum ich mir große Sorgen mache.
    Das ich will nicht mehr - resultiert aus dem über 3 jährigen Kampf. Ihr zu erklären das sie ihr Haus (150qm) und Grundstück (1200qm) nicht bewältigt, nimmt sie nicht war und behauptet Alles selber zu machen, obwohl ich es tue. Also der Klassiker bei den FTD Patienten.
    Diese Verzweiflung Nichts tun zu können, schlägt auf die eigene Gesundheit, deshalb ist es vor Corona so organisiert worden, dass von Mo- Fr. jemand da ist, Mittag essen wird geliefert. Nun sitzt sie halt noch länger allein vorm Fernseher, was sie nicht schlimm findet.
    Schöne Grüße aus Leipzig

    Das Verhältnis zu meiner Mutter ist so, dass ich ein gutes Betreuungsnetz aufgebaut habe. Ich kann und will mich nicht ständig um sie kümmern. Das hat Gründe und meine Psychologin bestärkt mich auf diesem Weg. Nun bricht mein Netz jedoch zusammen, so dass nur noch an 2 Tagen pro Wochen eine Betreuung stattfinden kann. Was mach ich nun? Wenn Heim in der Vergangenheit vorgeschlagen wurde, drohte meine Mutter mit Selbstmord, was aus meiner Sicht nicht umgesetzt werden könnte. Sie liegt den ganzen Tag vorm Fernseher und greift ständig zum Telefon, ob wir gesund sind. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre sicher die Aufnahme in ein Pflegeheim nicht möglich, sie lehnt das auch komplett ab. Da sie an frontotemperalen Demenz leidet, erkennt sie ihren Krankheitszustand nicht an. Es ist zum verzweifeln, aber es gibt keine Hilfe. Wir arbeiten Alle und Jeder ist zur Zeit dort mehr als gefordert. Kann man die Kranke sich selbst vorm Fernseher überlassen. Mittag Essen wird geliefert. Ihrem Hausarzt ist ihr Zustand und ihre an Blutwerten absehbare Verschlechterung bekannt und anscheinend besteht dort auch kein Handlungsbedarf. Nierenfunktion schlecht und im Blut ist auch eine gewisse Dehydrierung zu lesen. Soll man nun zuschauen oder was könnte man tun?

    Liebe Lorina,
    Sie stören doch keinen Austausch.
    Etwas merkwürdig fand ich, dass sie vom Pflegegeld Beiträge zahlen müssen. Die Leistung der Pflegekassen steht ja eigentlich dem zu Pflegenden zu. Damit ist das keine Einnahme zum Lebensunterhalt für den Sie Krankenversicherung bezahlen müssen. Fragen Sie doch mal bei ihrer Kasse nach. Und ob der von ihnen Gepflegte Ihnen das Geld gibt. bzw. Sie es für ihn verwalten und ausgeben, stellte keine Einnahme zum Lebensunterhalt dar.
    Aber ich gebe Ihnen Recht, wie die pflegenden Angehörigen vom Staat bedacht werden ist eine Schande. Wir machen uns kaputt und bekommen ja nach Pflegegrad Punkte aufs Rentenkonto, die so lächerlich wenig sind.
    Schöne Grüße

    Friede, Freude, Eierkuchen
    ich für meinen Teil finde, dass der Nutzer „Angehöriger“ hier sehr wertvolle Denkansätze gibt. Es geht aus meiner Sicht hier auch nicht, das Forum als Tagebuch zu nutzen. Es geht um Denkansätze, die es uns erträglicher machen, die Situation zu ertragen. Die innerliche Entscheidung -ich oder Du-, und es geht im Krankheitsverlauf nicht mehr darum wer oder was der Demente früher war, muss hier Jeder treffen. Und Einige wollen sich aufopfern und Andere nicht. Und mir ist auch die Feststellung wichtig, dass uns der Staat mit der Pflege eines Dementen allein lässt. Der Wille des Verwirrten hat höchste Priorität, auch wenn er seine Situation nicht mehr einschätzen kann.

    Guten Abend an Alle,
    Zuerstmal an Andyandreas, schön dass Sie den Hausarzt gewechselt haben. Es klang ja vor Kurzem alles ganz gut, mit der Aufnahme in die Klinik. Aber leider ...
    Bei uns kamen jetzt zwei Stürze vor, der Erste wurde verschwiegen (ich hab es bemerkt weil ein Bild von der Wand auf der Treppe abgestürzt ist)und am letzten Freitag, haben wir es zu Dritt geschafft meine Mutter davon zu überzeugen, dass sich das ein Arzt anschauen muss. Es sind nur Prellungen, sie war auf ihrem Weg auf dem Grundstück bei 1 Grad ausgerutscht, hätte aber viel schlimmer enden können. Aber wie immer, es war ja Nichts und sie kommt zurecht. Klar kommt sie zurecht früh Fernseher an und ab auf die Couch. Sie trinkt viel zu wenig, bewegt sich nicht, es werden also weitere Stürze folgen. Ihr Hausarzt meinte vor längerem, wenn sie keine Hilfe will, müssen wir halt warten das sie stürzt und sich was bricht. Man holt nach einer solchen Aussage erstmal ganz tief Luft, aber er hat recht. Mir als verantwortliche Tochter sind die Hände gebunden um durch eine Veränderung der Wohnsituation vorzusorgen, dass meine Mutter im Notfall versorgt wird bzw. dieser erst gar nicht eintritt. Pflegedienst kommt 2x täglich + 4x in der Woche Betreuung+ 1x Tagespflege. Und trotzdem bleibt die ständige Sorge und ja ich bin auch oft wütend, weil sie so uneinsichtig ist. Ich weiß, sie hat FTD und ist für sich nicht krank. Aber sie macht mich noch kränker als ich schon bin.
    Die Betreuung abzugeben kommt jedoch nach einer Beratung beim Betreuungsverein nicht in Frage, weil man sich dort nur um die Angelegenheiten kümmert, aber den Dementen nicht betreut. Die Orga schaffe ich, aber ich halte den Rest zunehmend weniger aus, einfach weil es keine Lösung gibt. Ins Pflegeheim, sie droht mit Selbstmord, wozu sie aus meiner Sicht nicht in der Lage wäre. Arzt und Behörden fanden die Aussage nicht so aufregend. 24 Stundenpflege im eigenen Haus, hier wohnt kein Fremder unter meinem Dach.
    Ich weiß nicht mehr wie lange ich das aushalte. Als Nächste reden wir über den Geburtstag meines seit 30 Monaten toten Vaters und dann Weihnachten. Und das jeden Tag und im Gespräch aller 2 Minuten von vorne. Ja, ich gehe auch an manchem Tag nicht ans Telefon und mein Mann hört den AB ab, ob was passiert ist.
    Was kann man denn nur tun, damit einem Kranken geholfen wird?
    Liebe Grüße

    Hallo Andydreas,
    warum verwechseln Sie Sorge oder das Gedanken machen über Ihre persönliche Situation mit einem persönlichen Angriff. Ich denke dieses Forum dient dem Austausch und ich selber erhoffe mit Tipps, wie man mit der Ausnahmesituation Demenz bei einem Angehörigen umgeht.
    Nein Sie nerven nicht, aber wenn man innerlich schon ein Stückchen weiter ist, sollte es erlaubt sein, Ihnen auch Vorschläge zu machen wie man Probleme minimieren kann. Ich habe mich psych. beraten lassen. Die Seite heißt „Pflegen und Leben“? Dort können Sie über 6 Monate bis zu 8x sich mit einem Psychologen online schriftlich austauschen. Mir hat das sehr geholfen. Ebenfalls gehe ich zu einer Selbsthilfegruppe für Angehörige mit Frontallappen Demenz. Und in der Zusammenfassung beider Beratungen heißt es immer DENKEN SIE AN SICH.
    So war zumindest mein Beitrag gemeint.
    Liebe Grüße aus Leipzig

    Hallo Andydreas,
    ich lese hier auch seit Wochen mit und hatte gerade gedacht, Gott ist die Frau immer noch nicht im Heim.
    Wenn Sie zum Arzt gehen und sagen, meine Mutter,.... wird es Nichts mit dem gelben Schein. Sie haben Magen- Darm, unerträgliche Kopfschmerzen etc., sie schlafen nicht usw. Steht erstmal eine F-Diagnose auf dem Schein, geht die AU auch mal länger.
    Und dann der Satz den ich immer zu hören bekomme, sie binden ihre Mutter viel zu sehr in Entscheidungen ein. Unsere Mütter können Entscheidungen nicht mehr überblicken!
    Denken Sie nicht darüber nach, warum ein Neurologe ihre Mutter im MRT haben will, man erkennt dort die Abbauprozesse im Gehirn. Geben Sie ihr endlich, auch zu ihrem eigenen Schutz die verordneten Medikamente.
    Was wollen Sie mit ihrer Mutter in einer Gedächtnisambulanz? Ihren Zustand umreißen Sie sehr klar. Eine Verbesserung wird nicht mehr eintreten! Versuchen Sie Ihre Mutter in einer psychiatrischen Klinik unterzubringen, z.B. Mit der Begründung der medikamentösen Einstellung. Mit Glück läuft die Anregung zur Unterbringung von dort aus, es gibt Notfallplätze in den Pflegeeinrichtungen.
    Und ob ihre Mutter das möchte oder nicht, lassen sie sich endlich vom Pflegedienst helfen. Die geben Tabletten, waschen den Bedürftigen, bereiten das Essen zu usw.
    Denken Sie an sich!
    Schöne Grüße

    Hallo Angehöriger
    und alle Mitleser,
    das was Sie geschrieben haben spricht mir aus der tiefsten Seele. Nicht wir sind die Verantwortlichen für die Situation, und doch stellen wir uns der Verantwortung. Was wir Alles tun, weiß hier jeder. Um nicht daran kaputt zu gehen, ist es wirklich das Beste rational eine Linie zu ziehen. Nur teile ich die Hoffnung, dass man den Dementen zur Einsicht bringen wird, dass es ab Punkt X nicht mehr so weiter gehen kann, nicht. Aber aus dem Erlebten mit meiner Mutter. Solange sie auf der Couch sitzen kann und den Fernseher anschaltet, ist ihre Welt in Ordnung. Diskussionen über den Verfall von Haus und Garten kommen nicht an oder werden mit dem Satz, ich bin ja schließlich nicht entmündigt, abgetan. Also warten wir ab, was leichter klingt als es ist.
    Grüße aus Leipzig

    Hallo,
    Nett gemeint, aber sie versteht es nicht mehr und merken geht gleich gar nicht mehr. Es lohnt sich auch nicht mit ihr darüber zu reden, weil es einfach nicht mehr ankommt.
    Das so zu sehen, fällt nicht leicht, aber hilft dir vielleicht besser damit umzugehen. Deine Mutter ist versorgt und mehr kannst du nicht machen. Du hast Alles getan, was notwendig ist.

    Hilfe in Leipzig,
    meine Mutter war im Park Krankenhaus, aber wegen FTD. Ich fand die Med. Betreuung gut und wir hatten auch lange Gespräche mit dem Sozialdienst. Im Park Krankenhaus gibt es eine „Spezialeinheit“ die Patienten auch in ihrer heimischen Umgebung behandelt.
    Vielleicht hilft das weiter.

    Hallo,
    ich kann Ihre Verzweiflung so nachvollziehen. Man fühlt sich hilflos und allein gelassen mit einem wirklich kranken Menschen. Ich habe mal einen Artikel gelesen, der beschrieb ein Arzt sehr einfühlsam, das wir normalen, med. nicht gebildeten Menschen mit der Demenz der Angehörigen komplett überfordert sind, weil wir gar nicht wissen wie damit umzugehen ist. Die normalen Pflegelehrgänge sind da auch nicht hilfreich. Es ist gut, dass sie die Entscheidung für ein Heim getroffen haben. Wäre es über den behandelnden Arzt Ihrer Mutter nicht möglich etwas Beruhigendes zu verschreiben. An der Situation ihrer Mutter ändert sich nichts mehr, aber im Handling wäre es einfacher. Oder, wenn sie in der Öffentlichkeit wieder ausflippt, die 112 anrufen. Bei den Ärzten wird sie garantiert nicht friedlicher. Vom Krankenhaus aus geht es dann meist schneller mit einem Pflegeheimplatz. Un dann könnte sie ja "umziehen", wenn der Platz in den Heim ihrer Wahl frei ist.
    Ich drücke die Daumen, dass es mit dem Heim schnell klappt. Und kein schlechtes Gewissen haben. Mitleid macht einen selber kaputt und hilft einem Anderen nicht!

    Hallo,
    ich bin genau an der gleichen Stelle. Meine Mutter mit Frontallappen Demenz läuft zwar zum Glück nicht weg. Nun fahre ich zur Reha und hatte mir gedacht, dass wäre der Zeitpunkt, über Kurzzeitpflege den Weg ins Heim zu gehen. Das Gespräch verlief dann so, wenn du mich ins Heim steckst, dann bring ich mich um und Du bist Schuld. Ich habe Alle im Boot, Hausarzt informiert, bis heute kein Rückruf, psychosozialer Dienst, rufen Sie die 112 an. Das Betreuungsgericht, Sie haben die Vollmacht und müssen handeln. Beratende Stellen, verstehen mich und mein Anliegen, aber Keiner kann was machen, w e i l. die Gesetze in Deutschland so sind, das gegen den Willen des Betroffenen nicht entschieden werden kann. Wir reden in Deutschland zur Zeit gerne über Humanität. Ist es human, wenn ein kranker Mensch seine Situation nicht im geringsten überblickt, Entscheidungen gegen das eigene Wohl treffen kann. Ich denke nicht.
    Für PsychK. reicht es nicht, weil sie niemanden gefährdet.
    Ich fahre trotzdem zur Reha und überlasse Sie dem Pflegedienst, weil ja auch immer wieder darauf hingewiesen wird, dass wir Angehörigen auch auf uns achten sollen.

    Sehr geehrter Herr Gust,
    Liebes Sonnenblümchen,


    vielen Dank für Ihre Antworten.
    Wir befinden uns ja in der komfortablen Situation, dass es alle Vollmachten gibt. Wenn man vor 15 Jahren schreibt, meine Tochter kann mich ins Heim bringen, wenn es soweit ist, könnte ich ja handeln. Nur versteht meine Mutter wegen ihrer Krankheit nicht, dass es nun soweit ist. Ich habe auch aktuelle Unterlagen, die nachweisen dass ich Gedächtnis erheblich eingeschränkt ist. Und nun, für Vorschläge bin ich immer dankbar. Wir haben jetzt beschlossen, dass wir meine Mutter in ein Pflegeheim für Demente geben werden. Die Anmeldung läuft schon eine Weile.
    Wir haben vor 15 Jahren über das Problem gesprochen und des wurden die Vollmachten erstellt. Es drehte sich zwar hauptsächliche darum, nicht ewig im Koma zu liegen. Auch haben wir bereits Vollmachten und unser Sohn kennt unsere Vorstellungen. Ich erlebe jedoch immer wieder, dass gerade die jetzige Generation der "Alten" sich gar nicht mir dem Thema beschäftigt und Nichts geklärt ist.


    Sonnenblümchen schrieb so nett aus der Denkweise eines Gesunden. Na klar will man nicht in ein Heim. Aber was ist denn die Alternative. Zuschauen, ob die nächsten Tage mit den angesagten Temperaturen für eine Dehydrierung reichen und dann über ein Krankenhaus den weiteren Weg beschreiten. Das ist doch auch unmenschlich.
    Dieser unausgesprochene Vorwurf, willst du denn das man dich in ein Heim abschiebt. Diese Denkweise resultiert doch aus der Vorstellung, das man bei klaren Verstand selber dort wohnen müsste und man den Gedanken ganz furchtbar findet. Jeder der schon mal eine OP hinter sich hat, wo man längere Zeit auf Hilfe angewiesen ist, weiß wie sich das anfühlt. Was ist aber, wenn wir es gar nicht mehr wahrnehmen, dann sollten die Hürden nicht so hoch sein, um einem Menschen der krank ist zu helfen. Jemand mit Frontallappen Demenz ist in seiner Wahrnehmung nicht krank. Nur alle Anderen sehen es, und man ist verdammt zu zuschauen. Der Ärzte sagen, da müssen wir abwarten bis was passiert. Ganz toll.
    Und da kommen wir dann wieder auf die Gesetzgebung, soll das so sein, dass ein kranker Mensch, der seine Krankheit als solches nicht wahrnimmt, solange zu Hause bleiben, bis ein medizinischer Notfall eintritt und man dann endlich handeln kann. Der Umkehrschluss kann nicht sein, dass die Verwandtschaft dann verantwortlich ist, wenn etwas passiert oder Alles zu tun hat, damit der Zustand nicht eintritt. Soll die arbeitende Verwandschaft an dem Problem zerbrechen. Jeder einzelne Beitrag hier ist doch ein Hilferuf- ich kann nicht mehr.
    LG

    Danke für Ihre Antworten,
    ich sehe die Situationen sind ähnlich. Was mich immer wieder erschreckt ist die Tatsache, das der Kranke immer derjenige sein darf, der bestimmt was er will. Das Wollen, außer ich will in meinem zu Hause bleiben, ist so eingeschränkt, dass sie eigentlich nicht mehr wissen was sie tun. Man nimmt Verwahrlosung in allen Bereichen hin und hofft von Seiten der Verwandten, Ärzten und Entscheidern, das ein Med. Notstand eintritt, und man endlich zum Wohle des Menschen entscheiden darf. Die Gesetzgebung stellt den Willen des Kranken über den gesunden Menschenverstand. Wenn wir ein Kind so versorgen würden, würde das Jugendamt einschreiten und wir würden juristisch zur Verantwortung gezogen.
    Für wen ist dann diese Handlungsvorgabe, abwarten bis was passiert, von Nutzen?