Beiträge von Zimt

    Hallo, liebe "Foristen",


    eigentlich heißt es ja "aus Fehlern lernt man", aber gerade diese Fähigkeit ist bei Demenz meistens verloren gegangen. Man macht denselben "Fehler" immer wieder. Das stelle ich bei meiner Mutter verstärkt fest. Sie kann sich keinerlei Hinweise mehr merken und reagiert verärgert, wenn man sie darauf hinweist, oder redet sich heraus.


    Derzeit fällt mir das besonders beim Thema Maske auf. Sie trägt die FFP2-Maske immer verkehrt herum, Metallbügel unter dem Kinn. Weist man sie darauf hin, behauptet sie jedes Mal, das habe man ihr so gesagt (dafür muß mein Mann immer herhalten) und wird böse. Wenn der richtige Sitz der Maske nicht so wichtig wäre, würde ich es dabei belassen, aber ich möchte ja, dass die gut geschützt ist.


    Dasselbe bei Kleidung. Sie zieht sich, trotz Hinweis, dass wir jetzt Winter haben, oft nicht adäquat an. Zu leichter Pullover, zu dünne Schuhe. Wenn man Besorgnis äußert, entgegnet sie immer, sie würde nie frieren, um kurz darauf schlotternd herumzusitzen. Wenn sie dann bei uns zu Besuch ist, muß ich ihr Jacken und Schals von mir geben, damit sie nicht friert.


    Bei vielem, was nicht mehr richtig "funktioniert", lasse ich sie mittlerweile gewähren (auch wenn es mir schwer fällt...), aber wenn "Gefahr im Verzug" ist, kann man das ja nicht ignorieren.


    Wie geht Ihr damit um?


    LG Zimt

    Nach Aussage der Tagesklinik würde die Krankenversicherung den Aufenthalt meiner Mutter dort nicht übernehmen, weil keine Aussicht mehr auf Verbesserung ihres Zustandes gegeben ist. Ich kann das ja nur zur Kenntnis nehmen.


    Eine Aufnahme in eine Tagespflege für ein oder zwei Tage die Woche hätte das Ziel, meine Mutter zu beschäftigen und auch die eine oder andere therapeutische Maßnahme zukommen zu lassen.


    Ich wäre dem gegenüber aufgeschlossen, habe aber den Eindruck, dass so etwas meine Mutter nur verwirren und sie aus ihrem gewohnten Ablauf herausreißen würde. Sie war bei dem "Schnuppertag" komplett durch den Wind, und so etwas befürchte ich auch, wenn sie eine Tagespflege besuchen würde. Evtl. hätten wir davon mehr Schaden als Nutzen. Daher bleibt mir aktuell wohl nichts anderes übrig, als es bei dem "Status quo" zu belassen.

    Die Tagesklinik hat sie nicht aufgenommen, weil dafür ihre kognitiven Fähigkeiten schon zu stark eingeschränkt sind, als dass noch eine Verbesserung zu erwarten wäre. Nur dann zahlt die Kasse. Auch wenn sie die Räumlichkeiten und sogar noch eine Person wiedererkannt hat, hat sie nicht begriffen, was sie da soll.


    Eine Option wäre Tagespflege ein- oder zweimal die Woche. Ich werde mich da mal umhören, befürchte aber, dass meine Mutter sich auch darauf nicht einlassen wird. Dann wird uns schlußendlich wohl nichts anderes übrigbleiben, als die Dinge laufen zu lassen.

    Meine Mutter hat heute ihren "Schnuppertag" in der Tagesklinik. Sie nimmt sonst nie ihr Handy mit, aber erstaunlicherweise hat sie es heute dabei und hat schon zum zweiten Mal angerufen. Sie wolle dort nicht bleiben, das wäre nichts für sie. Sie kommt mir vor wie ein Kleinkind, das sich an die Beine der Mutter klammert, wenn man es zum Kindergarten bringt...


    Ich kann sie natürlich nicht gegen ihren Willen dorthin zwingen, würde es aber sehr befürworten. Sie wurde dort so freundlich aufgenommen, man erinnerte sich auch noch an sie. Wir können ja sogar froh sein, dass man uns einen Platz anbietet.


    Aber wenn sie auf stur schaltet, werde ich nichts machen können. Und mich jeden Tag mit ihr deswegen auseinandersetzen müssen, will ich mir auch nicht antun.


    Drückt mir also die Daumen!

    Bei meiner Mutter lief die 3. Impfung total easy ab. Termin bei Hausarzt gemacht, wenige Tage später hin und fertig. Viel Bürokratie war es, glaube ich, nicht, mein Mann hat sie begleitet und nicht viel darüber erzählt. Nachwirkungen hatte sie auch keine.


    Mein Mann und ich wollen uns im Januar den Booster geben lassen, dann ist unsere Impfung ein halbes Jahr her. Nebenwirkungen hatte ich einige, Fieber, Kopfschmerzen, beim ersten Mal kamen sie sogar nach einer Woche noch einmal zurück. Aber das ist kein Grund, sich nicht auch noch ein 3. Mai impfen zu lassen.

    Es ist wirklich zum Verzweifeln.


    Die Haut auf ihrer Nase hatte sich schon gut neu gebildet, da macht sie sich heute ein Pflaster drauf, aber nur den Teil mit der Klebefläche. Als ich das abgenommen habe, wurde die neue Haut gleich wieder mit abgerissen. Ich kann ihr das 100x erklären, aber es kommt einfach nicht bei ihr an. Ich könnte auch Chinesisch sprechen, es würde keinen Unterschied machen.


    Wenigstens scheint das mit der Tagesklinik nun voranzukommen. Wir haben eine Einladung zu einem Schnuppertag nächste Woche bekommen. Ich wäre so froh, wenn sie für ein paar Wochen unter "Betreuung" wäre. Danach bekommen wir vielleicht auch neue Perspektiven.

    Ich denke es juckt deine Mama einfach und sie kann dem Drang nicht widerstehen. Aber dies weißt Du ja selber .

    Sie hat keinen Juckreiz. Aber ich habe heute bei ihr ein schon länger in Benutzung befindliches Schwammtuch (so eines zum Putzen und Geschirrspülen) vorgefunden, das ganz blutig war. Da ist mir erst klar geworden, dass sie mit diesem Schwammtuch ihre Hautstellen "malträtiert". Ich vermute, sie hält sie für Flecken, die sie damit wegrubbeln will. Kein Wunder, dass die Stellen immer wieder aufgerissen und verunreinigt werden. So werden sie nie heilen. Sie streitet wie immer alles ab; sie streitet sogar noch ab, wenn man sie "auf frischer Tat ertappt".


    Ich habe alle Tücher sofort entsorgt und lege ihr nur noch Einwegwaschlappen hin, mit denen sie hoffentlich weniger Schaden anrichten kann.


    Es ist die reinste Sisyphus-Arbeit, und wir können sie ja nicht rund um die Uhr bewachen.

    Natürlich habe ich mich schon gefragt, warum meine Mutter an ihrer Haut kratzt und sie nicht in Ruhe heilen läßt. Ich habe an Übersprungshandlung und Langeweile gedacht. Außer Fernsehen und Radio hat sie keine weiteren Interessen (mehr). Die zahlreichen Angebote im Haus hat sie von Anfang an abgelehnt. Hat sie Frust oder auch Langeweile, ruft sie mich an und beklagt sich. Sie würde nie anrufen, um mich zu fragen, wie es mir geht. Mittlerweile bin ich sogar dazu übergegangen, ihre Nummer zeitweilig zu blockieren. Ich kann sehen, wie sie im Minutentakt anruft, aber irgendwann hört das dann auf, und wenn ich sie später frage, warum sie angerufen hat, kann sie sich meistens gar nicht mehr erinnern. Das - wie auch das Kratzen -mag tatsächlich eine Form des Frustabbaus sein. Wir haben ihr so ein Fidget Toy zum Drücken gekauft, mit dem sie ihre Hände beschäftigen könnte. Wie weit sie das nutzt, weiß ich nicht.


    Ich denke immer lösungsorientiert. Wenn ich also die Ursachen für ihr Kratzen ergründen könnte, sehe ich mich trotzdem nicht in der Lage, Abhilfe zu schaffen.


    Damit sie den Heilungsprozess nicht immer wieder durch Manipulationen (Reiben, Waschen, Berührungen) unterbricht, bin ich jetzt dazu übergegangen, die Stellen zeitweise mit Pflaster zu überkleben. Sie greift dann zwar immer wieder dahin (um im Gegenzug treuherzig zu versichern, dass sie da nie hinfassen würde), und man merkt, dass sie sich dann wundert, keine Haut, sondern nur Pflaster vorzufinden.


    Heute morgen mußte ich ihr aber einen richtigen "Einlauf" verpassen. Als ich sie anrief, beklagte sie sich wieder über den Zustand ihrer Haut, und sagte mir, der Pflegedienst würde mich dazu kontaktieren. Ich ging davon aus, dass es sich wieder verschlimmert hat. Ich habe mich direkt mit dem Pflegedienst in Verbindung gesetzt und mußte erfahren, dass sich meine Mutter mit Händen und Füßen gewehrt habe, die Medikamente (darunter ein Antibiotikum) zu nehmen. Zwei Pflegekräfte hätten alles versucht, seien aber nicht gegen sie angekommen. Da ist mir der Kragen geplatzt. Validierung hin oder her, aber ich glaube, in so einer Situation geht nur Klartext. Ich bin so deutlich und energisch wie nie zuvor geworden und habe ihr gesagt, wenn sie nicht mitzieht, dann würde ich aufgeben und einen Betreuer beauftragen, der sich um ihre Angelegenheiten kümmern würde. Ich wäre raus. Ich habe auch keinen Widerspruch von ihr geduldet, habe aber versucht, ihr klar zu machen, dass wir das alles tun, weil sie uns wichtig ist, und nicht, um sie zu ärgern. Und sie hat es verstanden! Hat sich die Medikamente geben lassen und war später ganz entspannt und freundlich. Natürlich weiß ich nicht, wie lange das vorhält, aber für den Augenblick hat sie es verstanden und ich hoffe, wir können die Behandlung zu einem guten Abschluß führen.


    Wie man aber ihre Alltagssituation verbessern könnte, dafür habe ich keine Lösung. Neben der günstigen Lage haben wir das Haus auch ausgewählt, weil es dort wirklich viele Gruppen und Veranstaltungen gibt. Wegen Corona haben sie zwar lange geruht, aber jetzt werden sie nach und nach wieder aufgenommen. Aber wie schon geschrieben, meine Mutter ist zu nichts zu bewegen. Aktuell steht sie wieder auf der Liste für die Tagesklinik, weil ich glaube, dass so ein geregelter Tag wie dort ihr gut tun würde. Das Seniorenhaus baut derzeit eine Etage für eine Tagespflege, aber bis zur Eröffnung wird es noch eine ganze Weile dauern. Ggf. wäre das aber eine Option.


    Wenn hier jemand noch andere Ideen und Erfahrungen hat, wäre ich sehr daran interessiert.


    LG Zimt

    Der Hautarzt hat Antibiotika, eine Salbe und Umschläge mit Octenisept verordnet. Meine Mutter lebt ja im betreuten Wohnen und wird von einem Pflegedienst versorgt. Insofern übernehmen auch sie diese Tätigkeiten. Ich mache alles drumherum, aber die tägliche Versorgung mit ihren Medikamenten habe ich "outgesourcet". Ich hoffe jetzt erst einmal, dass das alles greift.

    Mit der Geronto-Neurologin stehe ich schon in Kontakt und habe meine Mutter wieder für die Tagesklinik angemeldet. Das geht aber auch nicht von heute auf morgen. Die Neurologin hat mir auch gesagt, dass ich sie, wenn es gar nicht mehr geht, in die Psychiatrie bringen soll. Aber da waren wir einmal und im Nachhinein froh, dass man sie nicht aufnehmen konnte. Dorthin will keiner freiwillig...

    Heute ist es mit der Haut eskaliert. Trotz eindringlicher Ermahnungen hat meine Mutter sich wohl ständig ins Gesicht gefaßt, an den Stellen gerubbelt und sich wohl auch noch Babypuder darauf gestreut. Jedenfalls war die Wange heute feuerrot, geschwollen, als hätte sie etwas am Zahn. Der Hautarzt hat uns komplett im Regen stehen lassen, sie gar nicht mehr behandelt und nur an die Uni-Klinik verwiesen. Er schien gar kein Interesse zu haben, sich mit dem Problem noch weiter zu befassen. Der Pflegedienst riet mir, nicht bis morgen zu warten, sondern gleich in die Klinik zu fahren, auch auf die Gefahr hin, dass man stundenlang warten müßte. Aber wir hatten unwahrscheinliches Glück. Obwohl die dermatologische Ambulanz schon geschlossen war, hat man uns aufgenommen und wir wurden direkt von einem sehr netten, gründlichen Arzt in Empfang genommen. Es ist eine Kontaktdermatitis plus bakterielle Infektion. Leider begreift meine Mutter nicht, dass sie sich nicht ins Gesicht fassen darf und es damit immer schlimmer macht. Ich rede mir den Mund fusselig, und schwupps sind die Pfoten wieder im Gesicht. Darüber hinaus macht sie den Pflegedienst dafür verantwortlich, dass ihre Haut so schlimm ist, und will von ihm nichts mehr annehmen. Ich habe ihr x-mal erklärt, dass die nur das machen, was ich ihnen aufgetragen habe, und sie doch mir vertrauen kann. Aber sogar das hinterfragt sie!


    Ich habe jetzt alles aus Bad und Küche weggeräumt, was sie sich noch ins Gesicht schmieren könnte. Aber ich kann ihr ja nicht die Hände zusammenbinden! Ich bin wirklich ratlos, wie ich sie noch "steuern" kann, damit das Ganze nicht noch schlimmer wird. Oder kann man einen Dementen irgendwann nicht mehr steuern und muß fatalistisch den Dingen ihren Lauf lassen?

    Hallo zusammen,


    der Denkansatz von Hrn. Hamborg ist mir auch schon begegnet, und in meinem Fall könnte er in gewisser Form zutreffen. Aufgrund der Vertrautheit zu mir bin ich für meine Mutter tatsächlich der Mensch, bei dem sie ungefiltert ihren Frust, ihre Sorgen und ihren Schmerz abladen kann, eine Mischung aus Klagemauer, Müllabladeplatz und Fußbabtreter. Ich habe schon das ein oder andere Mal gesagt, dass ihr herausforderndes Verhalten eigentlich ein Zeichen ihrer Liebe zu mir ist.


    Meine Mutter hat mich schon immer als ihre Vertraute gesehen (wobei mir das erst ziemlich spät so bewußt worden ist). Wie oft hat sie sich (vielfach grundlos) über meinen Vater beklagt, wenn er nicht so funktionierte, wie sie das wollte. Wenn er z.B., als er schwerkrank dialysepflichtig war, morgens einfach nicht aufstehen wollte, rief sie mich an und maulte darüber. Es gab Aussagen, bei denen ich ihr gesagt habe, sie solle sich nicht versündigen und würde es später bereuen. Als mein Vater dann verstorben ist, wurde er von ihr plötzlich auf ein Podest gestellt, so dass sie es nicht einmal verneinte, als ich sagte, ihr wäre es wohl lieber, ich sei tot und nicht mein Vater. Dass ich meinen Vater verloren hatte, interessierte sie nicht, es ging nur um ihre eigene Trauer. Dass die nach mehr als 50 Jahren Ehe groß war, ist mehr als nachvollziehbar, aber manches paßte nicht zu ihrem Verhalten zu seinen Lebzeiten, und ich gebe zu, dass ich das nicht ganz übereinbekommen habe.


    Ich kann vieles von ihrem Verhalten aus ihrer eigenen Biographie erklären, und ich glaube, Demenz ist eine Art Reflektion des eigenen Lebens. Wenn das Verhältnis zum Kind schon immer schwierig und belastet war, dürfte sich das auch in der Demenz fortsetzen (vielleicht gibt es aber auch Menschen, die in der Demenz plötzlich eine ungeahnte liebevolle Seite zeigen?). Wie dem auch sei, weh tut es so oder so.


    Es gibt Tage, an denen ich das Verhalten rational erfasse und manches an mir abprallt, aber ich bin nicht Mutter Teresa oder ein Zen-Mönch, so dass es mich auch immer wieder persönlich trifft und schmerzt. Aber wenn wieder einmal eine Lawine Vorwürfe auf mich niedergeht, halte ich mich daran fest, dass ich mich jeden Tag im Spiegel ansehen kann und weiß, dass ich das Beste in meiner Macht Stehende getan habe.


    Paßt gut auf Euch auf und einen guten Wochenstart!

    Mein Mann hat es heute genau so gemacht (er ist da oft besser als ich): wir waren gemeinsam essen, jeder ein Glas Wein, aber auch eine Flasche Wasser dazu. Jedes Mal, wenn er sein Wasserglas nahm, prostete er meiner Mutter zu und animierte sie, auch Wasser zu trinken. Sie hat ohne Wenn und Aber mitgemacht.


    Die kleinen Gläser in ihrem Appartement hat er jetzt außer Sichtweise gestellt, so dass sie nur noch die großen zur Verfügung hat.


    Vielleicht kommen wir mit dem "spielerischen" Ansatz tatsächlich weiter.

    Mit Bier bekomme ich meine Mutter leider gar nicht, sie bevorzugt Wein, aber der entzieht ja eher Flüssigkeit. Wenn wir zum Essen ein Gläschen Wein trinken, werde ich in Zukunft auch immer Wasser dazu kredenzen und es mit ihr trinken. Vielleicht ist es auch eine gute Idee, es mit diversen Limos zu versuchen. Meine Mutter ist sehr schlank, hat kein Diabetes, daher ist etwas mehr Zucker kein Problem.


    Danke für die zahlreichen Anregungen!

    Noch eine Baustelle, für die Ihr vielleicht irgendwelche Tipps habt: meine Mutter trinkt entschieden zu wenig. Ich glaube, das trägt auch zu Verwirrtheit und trockener Haut bei. Gemessen an den Wasserflaschen, trinkt sie ca. 0,2 l Wasser am Tag und eine Tasse Kaffee. Das ist doch entschieden zu wenig! Wenn man sie zum Trinken auffordert, sagt sie, sie haben keinen Durst (das ist ja nicht untypisch, dass im Alter das Durstgefühl nachläßt). Wenn man ihr ein großes Glas Wasser hinstellt, rührt sie es kaum an. Und am nächsten Tag hat sie es wieder gegen ein kleines ausgetauscht (der Pflegedienst meinte, ich solle die kleinen Gläser "verschwinden lassen" ;) ). Ich biete ihr Alternativen wie Saft o.ä. an, weil ich ja Mineralwasser auch viel zu langweilig finde. Aber der schimmelt dann auch nur im Kühlschrank...


    Kennt Ihr vielleicht noch irgendwelche Tricks, zum Trinken zu animieren? Danke und LG

    schwarzerkater, sind unsere Mütter irgendwie verwandt 8) ? Die Parallelen sind ja wirklich frappierend.


    TV und Musik mag meine Mutter noch. Sie war musikalisch immer auf der Höhe der Zeit, und wenn man zu ihr kommt, läuft meistens Popmusik. Wenn wir TV schauen, am besten Sendungen, wo man keiner langen Handlung folgen muß. Sie liest allerdings nicht mehr, da merkt man schon, dass ihr das Buchstabieren schwer fällt. Ich fände es nur fatal, wenn sie sich eben aus Langeweile an der Haut knibbelt. Aber mir fallen auch keine anderen "Ablenkungen" ein...

    In Euren Worten finde ich mich absolut wieder. Die Strategie, etwas nicht geradezurücken, was objektiv nicht stimmt, versuche ich auch, gelingt mir aber nicht immer, weil es so gegen mein Naturell ist. Meine Mutter hat z.B. die Angewohnheit, immer wieder Stromkabel zu ziehen und Verteilersteckdosen aus der Ecke zu räumen und auszustellen. Natürlich hat sie das nicht gemacht, sondern irgendjemand vom Personal … Aber dann ist großes Gejammer, sie hat kein Fernsehen, kein Radio. Am Anfang sind wir noch zu ihr geeilt, um alles wieder ans Netz zu bringen, mittlerweile muß sie warten, bis ich Zeit habe. Ich weiß, dass sie die Strippe gezogen hat, aber ich lasse sie in ihrem Glauben, und gut ist. Im Prinzip kann man ihr nur nach dem Munde reden, um Ruhe zu haben. Wir haben nur die Wahl, unser Verhalten anzupassen, der Demente kann das nicht mehr.


    Was mir sehr fehlt, ist die Kommunikation auf Augenhöhe. Wenn ich etwas erzähle, merke ich, dass sie nicht mehr in der Lage ist, mir zu folgen. Ihre Gespräche drehen sich um immer dieselben Themen (das sind wahrscheinlich die, die sich in ihr Gedächtnis eingeprägt haben) in immer denselben Worten. Ich bemerke, dass ich auch schon stereotyp darauf reagiere. Kein Wunder, wenn man 100x dasselbe hören muß… Aber das ist eben auch ein Lernprozeß, den wir durchmachen müssen.


    Von vielem, was meine Mutter früher ausgemacht hat, habe ich schon Abschied genommen. Manche ihrer Charaktereigenschaften, in erster Linie leider negative, haben sich auch verstärkt. Ihre Empfindlichkeit gegenüber Kritik, Ablehnung von Vorschlägen anderer und Rechthaberei haben sich leider potenziert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Demenz entweder kindlich-naiv (meine Schwiegermutter, die Alzheimer hatte) oder bösartig macht (meine Mutter). Wenn meine Mutter ihre lieben Momente hat (die es natürlich auch gibt), freue mich. Und ihre Bösartigkeit ist Ausdruck ihrer tiefen Verunsicherung, das ist mir klar.


    Die Pflegedienstleiterin meinte sogar, dass die Bösartigkeit mir gegenüber ein Zeichen der Vertrautheit ist, weil sie sich mir gegenüber so zeigen kann, wie sie will, „ohne Filter“. Manchmal sage ich mir, dass sie mir damit eigentlich ihre Liebe zeigt, auch wenn man das lieber auf andere Weise hätte. Ich merke natürlich auch, dass sie sich an mich klammert, ich bin ja auch die einzige Konstante in ihrem Leben. Man hat mir berichtet, dass sie sich vor Tagen, als sie komplett verwirrt war, auf den Weg zu mir gemacht hat. Ich wohne nur wenige Minuten von der Seniorenanlage entfernt, möchte aber nicht, dass sie allein unterwegs ist. Sie ist zwar noch relativ gut zu Fuß, aber ihr fehlt doch mittlerweile die Umsicht, um sicher durch den Verkehr zu gelangen. Angeblich war sie wohl an unserer Tür, hat aber nicht angeklingelt und ist unverrichteter Dinge wieder zurückgegangen. Die Pflegedienstleiterin hat sie dann aufgegriffen und im Foyer platziert, aber auch da ist sie wieder ausgebüxt, und ich habe sie dann auf dem Zufahrtsweg vorgefunden.


    Ich bin nur froh, dass ich meinen Mann habe, der sich sehr lieb um meine Mutter kümmert, der kein Problem hat, quasi jedes Wochenende und jeden freien Tag mit ihr zu verbringen. Er hat durch die Alzheimer-Erkrankung seiner Mutter auch schon Erfahrung. Am Anfang hat meine Mutter kein gutes Haar an ihm gelassen, aber inzwischen weiß sie ihn zu schätzen. Lustig, dass sie sich immer erkundigt, wie es ihm geht, aber nie, wie es mir geht…


    Vielleicht werden wir versuchen, sie wieder für eine gewisse Zeit in der gerontopsychiatrischen Tagesklinik unterzubringen, auch um ggf. die Medikation überprüfen zu lassen. Das hat ihr vor 2 Jahren insgesamt gut getan und auch für eine gewisse Zeit stabilisiert. Wir möchten eben auch, dass sie so lange wie möglich in dem betreuten Wohnen bleibt.


    Danke für den Austausch mit Euch. Es tut sehr gut, zu wissen, dass man mit seinen Erfahrungen nicht allein ist. LG Zimt

    Danke an alle für die freundlichen Worte. Eine Zeit lang war meine Mutter ziemlich stabil, und wir hatten viele gute Momente. Durch ihre "Pitbull-Themen" mußte man einfach durch.


    Mir ist klar, dass man an einen dementen Menschen nicht mehr die gewohnten Maßstäbe anlegen kann. Aber ich kann dem ja nicht tatenlos zusehen, wenn sie sich körperlich schadet.


    Sie lebt in einem betreuten Wohnen und lehnt leider jeglichen Kontakt zu den Mitbewohnern ab. Sie nimmt an keiner Veranstaltung teil und verweigert auch das dort täglich angebotene Essen. Außer meinem Mann und mir und einer Bekannten hat sie überhaupt keine Kontakte. Ihr gesamtes Kommunikationsbedürfnis lädt sie auf mir ab. Ich besuche sie täglich, und wenn es auf den Nachmittag zugeht, ruft sie alle 5 Minuten an, wo ich denn bleibe. Andere raten mir, doch nicht jeden Tag hinzugehen, aber ich kann sie doch auch nicht hängen lassen, zumal sie an unser Kümmern gewöhnt ist.


    Nachdem sie vor 2 Jahren in einer gerontopsychiatrischen Tagesklinik war, die ihr damals sehr gut getan hat, wird sie auch von einer Neurologin betreut. Allerdings macht meine Mutter bei ihren Besuchen immer auf "heile Welt" (um danach ihren Frust wieder bei mir abzuladen), so dass die Ärztin denkt, es sei alles in Ordnung. Ich habe nun auch wieder Kontakt zu ihr aufgenommen, um zu beraten, was wir noch tun können.

    Gut, zu lesen, dass man mit solchen Problemen nicht allein ist. Aber wie reagieren, wenn meine Mutter mich mit Anrufen bombardiert (und ich immer wieder abnehme, weil ich Sorge habe, dass etwas Ernsthaftes sein könnte...)? Sie hat die Gewohnheit, sich in ein Thema zu verbeißen (ich nenne das immer scherzhaft "Pitbull-Thema"), so dass alles nur darum kreist. Wenn ein Thema erledigt ist, sucht sie sich ein neues. Wenn man nicht so darauf eingeht, wie sie das will, wird sie wütend. Sie begreift jetzt nicht, dass sie ihre Haut in Ruhe lassen muss, ich kann ihr das 100x erklären.


    Ich schaffe es leider noch nicht, ihre "Pitbull-Themen" an mir abprallen zu lassen, weil ich immer lösungsorientiert denke.