Beiträge von Teuteburger

    Ein Hallo in die Runde,


    bei mir ist privat so Vieles, was es zu verdauen gibt, so dass die beginnende Demenz meiner Mama noch eine kleinere Rolle spielt.


    sohn,


    es ist immer schwer, wenn man erfährt, dass das Leben und die Menschen anders sind, als die Vorstellungen, die man davon hat.


    Eine eigene Familie kann nur dann eine Entlastung sein, wenn alle einigermaßen gesund und belastbar durchs Leben kommen, mit den üblichen Einbrüchen, die in ein paar Tagen, Wochen vorbei sein können oder die, wenn sie von Dauer sind, einen nicht ganz vereinnahmen ect. Sobald aber ein/zwei Personen selbst körperlich und psychisch so stark betroffen sind, dass sie auch viel Zuwendung, Hilfe bedürfen und das über einen langen Zeitraum, dann sieht die Sache ganz anders aus.


    Ich komme aus einer Großfamilie. Die meisten kommen durchs Leben, aber die eigenen Belastungen sind hoch, so dass jede zusätzliche Aufgabe kaum machbar ist, bis auf gegenseitiges kurzfristiges Helfen und da sein in Notsituationen usw.


    Ich habe das Buch: Die magische Welt der Alzheimer gelesen. Da hat die Demenzkranke zwölf Kinder gehabt. Jeden Tag hat jemand anderes von ihnen bei ihr geschlafen. Ein/zwei hat sie aber wegen der Gestohlenenfantasie nicht mehr akzeptiert.

    Das ist natürlich ein Idealfall und trotz allem war es schwer, den Verfall der Mutter mitzuerleben, der recht klassisch verlaufen ist.


    Und wenn ich ehrlich bin, was Deine Schwester über ihre Kinder gesagt hat, dass kann zum Teil nachvollziehen, auch aus meiner damaligen kindlichen Sicht, die aber deshalb damals so gewesen ist, weil die Demenz damals in ihrem Charakter nicht erklärbar gewesen ist.


    Auch ich habe mich rückblickend manchmal unwohl mit meiner Oma gefühlt. Sie hat, ohne es zu wollen und ohne, dass wir es verstanden haben, vieles schlecht gemacht und uns als Absicht gegen sie unterstellt. Mir hat das oft weh getan, gerade weil niemand uns da etwas hat zu sagen können und meine Mutter eine still Leidende gewesen ist, die aber Halt in ihrem sehr verständnisvollen Partner gefunden hat. Sie hat aus allem versucht das Beste zu machen. Es ist ihr auch gelungen. Und ich bewundere sie, dass sie es trotz allem hinbekommen hat. Aber sie hat auch ihren Preis dafür bezahlt. Noch heute ist sie innerlich spürbar auf der Flucht, vor Umständen, die sie nur schwer ertragen kann, auch wenn sie sie dann doch anpackt. Es ist schwer zu beschreiben.


    Ich habe mir damals auch eher Menschen ausgesucht, von denen ich etwas lernen konnte, die mir was Schönes vom Leben haben mitgeben können. Mich haben solche geistigen Krankheiten, gefühlt vom eigenen Leben abgeschnitten. Ich konnte aber meiner Oma mit Taten hin und wieder helfen wie beim Strümpfe ausziehen, Essen bringen und wenn sie mal gefallen war, da war ich handlungsfähig gewesen. Das hat mir nichts ausgemacht, aber die geistige Ebene war mir fremd.


    Die Sache mit den Achtsamkeitsübungen kenne ich auch. Hat mir mal gut geholfen, bei leichteren Problemen ect. Aber in ganz schweren Situationen, da habe ich jetzt andere Methoden, die mir besser helfen. Aber das führt hier zu weit, darüber zu schreiben. Es ist auch oftmals eine Glaubensfrage, was man da so akzeptieren kann oder auch nicht akzeptieren kann. Ich habe da einige Bücher drüber gelesen, halte die östlichen Philosophien, auf denen die Achtsamkeitsübungen aufbauen, für unvollständig. Man kann aber ihre Hilfestellungen wie eine Art Pille benutzen und es hilft nachgewiesenermaßen vielen Menschen Ruhe zu finden. Aber nicht immer hilft die Pille, wenn die Symptome sich verändern. Mir haben dann eher uralte Serien die gewünschte Ablenkung gebracht.


    Ich wünsche Dir, dass du auch am Wochenende mal eine Entlastung für Dich finden kannst.


    Gerne schließe ich mich auch Herrn Hamburg an, dass man Kinder in eine Demenz mit einbeziehen sollte. Das machen doch einige Eltern in der heutigen Zeit. Da ist Gestaltung und Phantasie gefragt. Aber auch Eltern haben hier Defizite. Wenn die Schwester schon soviel erlebt und durchgemacht hat und wenn sie zusätzlich noch Kinder hat, dann haut sie kaum Zeit für sich selbst und auch kaum Zeit zu reflektieren. Das war bei meiner Mutter auch so gewesen. Vieles, was mit ihr zu tun hatte, musste sie verdrängen und ich löse heute noch so manches Traumata auf, was sie damals im Zusammenhang mit der Demenz ihrer Mutter nicht verstanden hat, weil sie es für Willkür, aber nicht als Folge der Krankheit angesehen hat.

    Ich würde der Schwester hier einerseits Verständnis entgegen bringen und ihr meine eigene Sicht trotzdem erklären. Kinder kommen, wenn man es ihnen erklärt meist mit einer Demenz zurecht. Und gerade bei Deinem Vater sehe ich doch viele Möglichkeiten mit ihm zusammen noch etwas gestalten zu können. Ich glaube, dass die Schwester hier viele (unbegründete) Ängste hat.

    Was ich aber gut verstehe ist, dass man erst einmal in ein tiefes Loch fällt, wenn man schon wieder alleine da steht. Ich habe da leider auch öfters zu hören bekommen, dass man mit dem und dem nicht umgehen kann. Ich weiß auch nicht wie manche es hinbekommen, sich dann einfach gar nicht mehr zu melden. Trotzdem habe ich dann irgendwann doch einen Dialog gesucht. Und ich hoffe für Dich, dass da noch etwas machbar ist.



    Liebe Grüße an alle Mitlesenden in der Runde

    Ich will mich gerne hier anschließen,


    Jedes Eurer Worte ist auch für mich wahr und ich empfinde es genauso.

    Ich kann zwar mit vielem umgehen, schätze auch gewisse Highlights, die auch mit einer Demenz manchmal noch möglich sind, aber es tut mir trotzdem weh, Menschen in dieser Verfassung zu sehen.


    Bei meiner Mama bemerke ich, neben den seltenen kompletten Gedächtnisstörungen eine zunehmend fortschreitende Demenz. Auch ihre Bewegungsfreiheit ist, wegen Oberschenkelschmerzen eingeschränkt. Da haben wir einen Termin zum Röntgen demnächst.


    Gestern habe ich zum ersten Mal festgestellt, dass ich fürsorgliche Gefühle und Gedanken für sie habe, die mich an eine Mutter-Kindbeziehung erinnern, nur dass ich in die Mutterrolle schlüpfe. Wir stehen so ziemlich am Anfang der fortschreitenden Demenz und ich weiß nicht, wohin es gehen wird.


    So viele Sorgen, die mich zusätzlich drücken, sowohl privat meine Arbeiten, dann der Fachkräftemangel in der Pflege. Wieder muss ich versuchen, etwas Passendes zu finden. Meine Mama möchte so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben. Und ich hoffe, es gelingt ohne Pflegeheim, bis zum Schluss. Bei manchen funktioniert das mit einer Seniorenbetreuerin bis zum Tode. Das wäre ein großer Wunsch von mir. Trotzdem werde ich mich im kommenden Jahr umschauen, um eine Perle unter den Pflegeheimen zu finden, so wie Schwarzer Kater das beschreibt.


    Und dann der Krieg, die Wirtschaft. Alles wird immer unberechenbarer, genauso wie in der Demenz.


    Liebe Grüße an alle

    manchmal denke ich direkt: gut..wenn die alten, Kranken sterben...dann ist ja wieder Platz in den Heimen..und dann entstehen ja auch weniger Kosten für die Krankenkassen etc...also eine ganz einfache Rechnung...ich traue mich..das jetzt einfach mal so zu sagen...

    Das kann ich gut nachvollziehen. Irgendwie hat man sich auch mehr erhofft nach den ganzen Einschränkungen und der Impfung.


    Aber ich glaube, die Realität sieht anders aus. Ich gehe ohnehin davon aus, dass im Herbst wieder neue Varianten auftauchen. Das kann man laut Virologen nicht verhindern. Es gibt bald Impfungen, gegen die Omikronvariante. Zudem rechnet man damit, dass, je öfter sich jeder Einzelne ansteckt, dass dann der Virus wie eine normale Erkältung sein wird. Wir befinden uns wohl jetzt in der Mitte der Pandemie, mit der Tendenz zur Endemie.


    Es kann im Alter auch sein, das keine Impfung mehr wirklich hilft. Auch vor Corona sind doch viele an Lungentzündung ect. gestorben.


    Die Vorsicht in Heimen ist nur möglich bei kompletter Abschottung. Das hast du leider so stark mitbekommen, am Anfang der Pandemie, dass es schon eine Art Körperverletzung deinen Eltern gegenüber ist.


    Und jetzt, wo man wieder Besuche zulässt, da bleibt das Restrisiko leider bestehen, auch völlig schuldlos. Ich gebe auch die Wunschvorstellung auf, dass das Virus vollkommen beherrschbar ist oder das weitere Lösungen mehr bringen können, als es bisher gebracht hat.


    Liebe Grüße

    Hallo, Hanne,


    das ist totaler Mist. Ich erlebe auch in meinem Umfeld, dass das Virus keinen Halt vor den Geimpften macht. Diejenigen, die ich kenne, testen sich regelmäßig. Aber bei Omikron zeigt der Test erst dann ein positives Ergebnis, wenn bereits Symptome vorhanden sind, vorher immer negativ.


    Wenn man Kinder hat, dann ist da tatsächlich ein Durchlauf zu verzeichnen. Das Personal kann sich hier anstecken, mit Impfung und ohne Impfung. Eine Bekannte von mir, die im Gesundheitswesen arbeitet, hat nach dem Booster jetzt schon zum zweiten Mal Corona gehabt. Auch hier das Problem mit den Tests.


    Die Impfung hilft bei Omikron meist vor schweren Verläufen, aber die Ansteckungsrate ist leider hoch in ganz Deutschland. Überall, wo viele Menschen zusammenkommen, wie in Schulen, Krankenhäusern, Heimen usw. da hat man tatsächlich kaum eine Chance, die Ansteckungen ganz zu verhindern.

    Ich erlebe es auch, dass manche es etwas lockerer nehmen mit den eigenen Hygienemaßnahmen. Das sollte im Heim zwar nicht der Fall sein, aber die Hektik kann hier schon mal einen Strich durch gute Vorsätze machen.


    Leider habe ich auch keinen Gescheiten Trost, liebe Hanne


    Ich hoffe, dass Deine Eltern es trotzdem gut überstehen


    Liebe Grüße an Dich

    Hallo Rose,


    mir geht es ähnlich. Ich komme mir vor, als bewege ich mich auf lauter Pulverfässern. Teilweise privat und wenn ich in die Welt hineinschaue, da denke ich mir, die werden nie schlauer.


    Ich habe soeben die Biographie von Jane Hawking, der Frau von Stephan Hawking gelesen. Sie hat auch viele Herausforderungen stemmen müssen, die wir auch kennen.


    Ich weiß auch nicht mehr, wie ich hoffnungsvoll in die Zukunft schauen soll, wenn ich an Putins Atomwaffen denke und wenn jetzt so viel Geld für Rüstung ausgegeben wird, was ich für einen Fehler halte in der heutigen Zeit.


    Ich will mich dazu auch nicht weiter äußern.


    Man kann sich einerseits entspannende Nischen suchen, wie Herr Hamborg es richtig und gut beschrieben hat. - optimistisch gesehen.


    Ich hoffe bloß, dass man den Ernst der Lage in der Pflege nicht aus den Augen verliert. Aber genau das befürchte ich.


    Liebe Grüße an alle

    Hallo Sohn,


    ich lese gerne mit, wenn jemand hier schreibt, da man immer für sich auch etwas da raus mitnehmen kann.


    Eine Zahnarztbehandlung ist eine Herausforderung. Darf ich fragen, wie die Lösung für die kommenden Jahre ausgesehen hat, wenn das Implantatumfeld sich entzündet hat?


    Behandlungen sind für Demenzkranke meist anstrengend. Aber auch für die Betreuenden. Tagsüber geht das noch. Aber wie sind die Nächte mit dem Vater? Findest du noch genügend Schlaf? Ich fand es immer wichtig, dass ich irgendwo zumindest einige Stunden Ruhe finden konnte.


    Liebe Grüße

    Hallo OiOcha,


    schön von Dir zu hören.


    Ich kann mir Eure Unruhe gut vorstellen vor dem Gespräch. Aber letztendlich ist es anscheinend einigermaßen gut gelaufen. Die Flunkerei, was man alles noch kann, dass haben viele Demenzkranke. Dein Vater scheint hier ein Experte zu sein. ;)


    So wie Du es beschrieben hast, könnte man die leichte Hoffnung hegen, dass es auch zukünftig funktionieren wird. Am besten ist es, wenn es irgendwann zur Selbstverständlichkeit wird, wenn mal jemand zum Kaffee kommt oder wenn jemand im Haushalt mithilft oder vielleicht den Vater unterstützt und begleitet, damit die Mutter entlastet ist.


    Gute Wünsche deshalb von mir für weitere Aktionen

    Hallo Sohn,


    Es hatte allerdings auch seine positiven Seiten. Ich konnte ein recht inniges und beidseitiges Gespräch mit ihm führen in dem er sich einmal richtig geöffnet und seine Ängste benannt hat. So ein Gespräche wäre im "guten" Zustand wohl nicht möglich.


    Hier kann ich mich auch wiederfinden. Auch bei uns ist manchmal, wenn nichts mehr vor und zurückgegangen ist, ein solches Gespräch möglich gewesen. Das kann manchmal langfristig helfen, ein andermal aber auch nicht. Aber zumindest hilft es beim besseren Verstehen.

    Die Chefin einer Seniorenbetreuung hat auch hin und wieder ein solches Gespräch mit einem Schützling geführt. Dabei ist es sogar schon vorgekommen, das der Demenzkranke sich das Gehörte behalten hat, weil er emotional so stark eingebunden gewesen ist, dass danach auch mehr Hilfe zugelassen worden ist.


    Ja, das Wetter. Bei uns war gestern strahlender Sonnenschein und jetzt versinkt wieder alles grau in grau.

    Hallo, Sohn,


    es freut mich sehr, dass die Tagespflege dem Vater doch so gut hilft. Und wenn das am Wochenende wieder einknickt, dass ist für Dich ja auch nicht schön.


    Er braucht anscheinenden einen festen Rhythmus und er braucht wohl Input von außen.


    Die Ängste, die der Vater hat, sind in seiner Situation verständlich. Ich glaube, das hat auch weniger mit der Wirklichkeit an sich zu tun, denn du bist ja für ihn da, sondern es ist eher der Umstand, dass er in totaler Abhängigkeit von anderen leben muss. Er hat innerlich wahrscheinlich gefühlt keine eigenes Leben und er braucht die Gewissheit, dass andere für ihn da sind. Ich kenne das auch von den Demenzkranken, aus meiner Familie. Diese Ängste waren auch hier stehts präsent, genauso wie du sie beschrieben hast. Sie sind dann weggewesen, wenn eine freundliche zugewandte Gesellschaft dagewesen ist, meist von mehreren Personen. Und sie ist dann wieder stark aufgetaucht, wenn man mit der Person alleine in der eigenen Wohnung gewesen ist und wenn demjenigen bewusst geworden ist, wie sein Leben jetzt aussieht. Das mit dem Bewusst sein mag bei Demenz merkwürdig klingen, aber die Bedürfnisse und die Gefühle bleiben ja lange erhalten.


    Ich hoffe, dass man Dich hier etwas unterstützen kann. (Neurologe ect.)

    Danke, Rose, dafür:


    Schade finde ich nach wie vor, dass durch Corona die vorherigen Feiern für alle Bewohner zusammen nicht mehr stattfinden, die kleinen und großen Highlights fehlen einfach für die Bewohner, die noch einiges mitbekommen. Ich finde, das gehört doch auch zur Lebensqualität dazu, singen, Spaß haben, die Lebensverlängerung "um jeden Preis" ist doch sehr zweifelhaft.

    So empfinde ich es auch. Im Heim meiner Schwiegermama hat man trotzdem etwas gefeiert, sogar Karneval. Das ist aber jetzt schon eine Weile her. Ich weiß aber, dass in den meisten Heimen hier nichts gegangen ist.

    Ansonsten sehe ich das wie du. Entweder eine richtig gute Versorgung, damit das Leben auch wirklich noch als lebenswert erfahren werden kann oder aber, dass man älteren Menschen den letzten Weg nach ihren eigenen Wünschen mehr gestaltet.

    Hallo, Gobis


    schön, von Dir zu hören.


    Das klingt alles in allem gut, finde ich. Es freut mich auch, dass die Mama sich eingelebt hat und sogar Karten spielt. Das sie das noch kann. finde ich erstaunlich, da sie ja sonst alles schnell vergisst. Anscheinend ist ein Teil des Langzeitgedächtnisses noch vorhanden. Auch die Aussage, dass sie sich gut aufgehoben fühlt, freut mich. Ich kann mir vorstellen, dass das beruhigend ist.


    Mich darfst Du im Grunde nicht fragen, wie wir die Sache mit den Besuchen gehandhabt haben, da von uns jeden Tag jemand dagewesen ist. Das waren aber ganz andere Umstände, im Grunde nicht vergleichbar.


    Einige, die im "Wie geht es Euch"-Thread schreiben, gehen nur einmal die Woche, andere noch seltener ins Heim, weil sie viel weiter weg wohnen.


    Ich denke, man kann hier keine pauschale Aussage treffen. Es sollte doch so sein, dass man so hingeht, wie es einem selbst und dem Demenzkranken gut tut.


    Das Gespräche irgendwann nicht mehr funktionieren, vielleicht eine zeitlang oder langfristig, das kenne ich auch. Was man vielleicht tun kann . . .

    Es ist ja jetzt auch noch Winter. Ich weiß nicht, wie beweglich die Mama noch ist. Spazieren gehen oder mit dem Rollstuhl nach draußen fahren ist eine mögliche Abwechslung. Ich weiß auch nicht, wie es jetzt in den Heimen gehandhabt wird. Damals konnte man, zumindest eine zeitlang, noch durchs Heim spazieren gehen oder auf die Terrasse gehen. Daraus haben sich meist nette Begegnungen ergeben, die spontan stattgefunden haben.

    Oder man bringt etwas zum Sortieren mit. Ich habe mir oftmals auch etwas zum Nähen mitgebracht. Namensettiketten einnähen. Oder ich habe den Laptop mitgebracht und schöne Tiervideos geschaut zusammen mit dem Demenzkranken. Vielleicht würde auch ein leichtes Memorie gehen, eines für Kleinkinder oder zusammen malen. Manche Demenzkranke singen ja auch gerne. Vielleicht mitsingen oder zusammen Musik hören, wenn das gerne gemacht wird. Oder vielleicht eine Demenzkatze besorgen, so wie Hanne das in einem Thread beschrieben hat. Auch daraus kann sich vielleicht ein Dialog ect. entwickeln, vorrausgesetzt Katzen wurden einmal gemocht. :)


    Das wäre das, was mir so einfallen würde, Gobis. Aber vielleicht antworten noch andere


    Liebe Grüße an Dich

    Hallo SchwarzerKater,


    danke, für Deine nähere Beschreibung des Heimes. Ich wünschte, es würde in unserer Nähe liegen.

    Und auch das, was Du über Deine Mutter schreibst. Die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Demenzkranken und was letztendlich von der alten Persönlichkeit noch geblieben ist, dass ist so extrem unterschiedlich.

    Meine liebe Schwiegermama hat ihren Grundcharakter bis zum Schluss behalten. Das war oftmals wunderbar und schön, aber ihre tiefen Verlustgefühle, das war eher sehr schwer für sie und für uns. Von daher denke ich, wie so oft, es hat alles zwei Seiten.


    Liebe Grüße

    Hallo OiOcha,


    schön von Dir zu hören. Dein Vater ist anscheinend sehr umtriebig zu sein. Einerseits ist das schön, aber wenn es um finanzielle Auseinandersetzungen geht, wie fehlendes Geld, dann kann das schon mal anstrengend sein.

    Anscheinend macht der Vater verschiedene Phasen der Demenz durch, wo das Interesse an den Dingen schwankt.


    Umso mehr freut es mich, dass die Mutter bald eine Entlastung bekommen kann. Ich habe gute Erfahrungen mit Seniorenbetreuern gemacht, auch wenn nicht jede sofort akzeptiert worden ist. Wenn die Grundchemie stimmt, dann braucht es manchmal eine Zeit bis sich der Demenzkranke an die Person gewöhnt hat. Und selbst wenn mal Verdächtigungen ausgeprochen werden, wie Stehlen, kommt nur wegen dem Geld usw. , dann kann man dem den Wind aus den Segeln nehmen, bis dann die Vorteile im Vordergrund stehen und auch angenommen werden. So war zumindest meine Erfahrung.

    Es kam auch schon mal vor, dass die Chemie gar nicht gestimmt hat, nicht, weil die Seniorenbetreuerin komisch gewesen ist, aber Demenzkranke haben feine Antennen, zu erkennen, wer gut zu ihnen passt, selbst dann wenn hinterher gemault worden ist. Aber an dem Austausch, der Lebendigkeit des Gespräches und der gegenseitigen Akzeptanz, konnte ich dann festmachen - das passt einfach gut.


    Liebe Grüße an Dich

    Hallo, Hanne,


    ich kann gut verstehen, dass du Dich etwas zurückziehen willst. Du hattest dies schon einmal gemacht.

    Leider hast auch Du viel um die Ohren.


    Ich wünsche Dir, dass Du die Ruhe findest, die Du brauchst. :)

    Wenn die guten Wünsche alle in Erfüllung gehen würden, die wir uns zusenden, dann wäre das eine feine Sache.


    Ich selbst bin schon froh, wenn irgendwann der Frühling wieder da ist und meine Mama weiterhin Zuhause zurecht kommt. Es schwankt bei ihr alles, leider auch schon mal extrem.


    Liebe Grüße

    Schön von Euch zu hören. :)


    Wie ich lese hat jeder eine schwere Zeit im Moment.


    sohn,


    die Kraft die Du aufwendest ist groß. Mehrmals nachts rausmüssen und den ganzen Tag kümmern, das ist viel. Ich würde mir einfach mehr Unterstützung für Dich wünschen, aber es ist immer die Frage, wie soll das gehen.

    Dass der Vater soviel abgeholt hat, solches kenne ich auch. Bei jeder Erkrankung wurde es immer ein Stück weniger Gewicht und der Stand von vorher wurde im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr erreicht, aber gute Erholungen waren eine zeitlang noch möglich. Ich hoffe, dass mit der Tagespflege, dann wieder mehr Entlastung für dich möglich ist.

    Es kann nur lahm klingen, was ich dazu sagen kann, weil ich einfach denke, dass du schon über dem Limit liegst . . .


    Rose,


    genau, das ist es. Das, was man zusätzlich noch zu bewältigen hat, neben dem an Demenz erkrankten Menschen, das würde schon völlig ausreichen.


    Umso mehr freut es mich zu hören, dass die Mama gut versorgt ist und sie sogar Humor entwickelt.


    @Schwarzer Kater


    Was du schreibst, das klingt für mich, wie von einem anderen Stern. Wenn ich das hier lese, dann staune ich nur noch:


    In dem kleinen Pflegeheim gibt man sich Mühe mit ihren Besonderheiten. Da sie morgens nicht geduscht werden will (laut Pflegern regiert sie da "aggro"), verlagert man die Prozedur auf den Abend. Trotzdem bin ich noch für vieles verantwortlich und muss dies und das besorgen. (Man schaut da im Heim auf alles: Hat sie eine schöne dicke Strickjacke und Kuschelsocken für den Abend? Wie viel Schokolade darf sie essen? Braucht sie Trockenfrüchte für die verdauung? - Ich finde das sehr liebevoll.)


    Das klingt wie die Perle, unter den kaum vorhandenen Perlen. Wenn es solches überall geben würde, dann würde ich mir um die Zukunft weniger Sorgen machen.

    Mich überrascht auch, das freundliche Hinauskomplimentieren der Mama, wo doch Demenzkranke gerne vertraute Verwandte um sich haben.


    Aber trotz all dieser guten Umstände, gibt es da auch die eigenen offenen Fragen und den innerlich gefühlten Lebensverlust, den man immer wieder mit der Demenzerkrankung erleben muss.


    Du hast das gut auf den Punkt gebracht, was sicher die meisten hier genauso empfinden.


    Nach wie vor war es die richtige Entscheidung, sie in dieses Pflegeheim zu bringen ... wir haben ja lange, lange durchgehalten (auf Kosten unserer eigenen Gesundheit, die ziemlich brach liegt). Trotzdem kommt es mir immer noch vor wie ein Albtraum, dass meine Mutter solch einen Weg gehen muss ... und wir mit ihr. Es ist schon eine Tragödie, das muss man begreifen und annehmen. Aber es ist eben Teil unseres Lebens.



    @Ecia,


    einerseits schön, dass die Mama sich wieder gefangen hat und die Telefonanrufe wieder entspannter sind. Das hat sich anscheinend schnell wieder gewandelt.

    Es muss aber auch sehr belastend sein, was in Deinem Umfeld passiert. Manchmal frage ich mich, ob du oder andere, die hier geschrieben haben, überhaupt noch Zeit zum Luft holen haben. Ich kann mich da auch an Situationen erinnern, wo ich gedacht habe: Hauptsache funktionieren und abends einige Minuten für mich, sonst gehe ich unter.


    Ich wünsche Euch allen ganz viel Kraft und hoffentlich auch Lichtblicke und wenn möglich Entlastung, wenn es gar nicht mehr geht


    Liebe Grüße an Euch alle und auch an die, die nur mitlesen :)

    Und, wie geht es Euch jetzt? :)


    Sohn, haben Dein Vater und auch du, Corona gut überstanden?


    Schwarzer Kater, Ecia, Barbara, Hanne, Sonnenblümchen, OiOcha, Sabine, Rapunzel, Sunflower, Zimt und alle anderen, die hier vielleicht noch mitlesen, wie ist es bei Euch?


    Auch wenn ich nicht jeden beim Namen nennen kann, so meine ich jeden persönlich.



    Liebe Grüße

    Rose


    Meine Mutter hat mich eine längere Zeit oft zum Weinen gebracht, war ungewohnt (verbal) aggressiv, nun mit Zunahme der Demenz und Abnahme der Gedächtnisspanne ist sie auffallend heiter gestimmt, lacht sich über alles mögliche kaputt, schläft viele Stunden auch am Tag.

    Das finde ich, ist ja eine schöne Kehrtwendung. So könnte es bleiben.

    Ich selbst hoffe immer noch, dass meine Mama noch lange Zuhause durchhält. Und dass sie an einem längeren Demenzweg vorbeigeht.


    Liebe Grüße

    Ich kann das so gut nachvollziehen, ecia. :)


    Dieses Bestohlen fühlen von einer konkreten Person, das kommt leider immer wieder vor. Mal ist es das Wechselgeld, dann Gläser, Porzellan, Kleider usw.


    Es ist aber alles noch da oder es ist verlegt worden oder es ist zu Bruch gegangen.


    Da die Aussagen oftmals heftig sind und da sie oftmals Personen treffen, die helfend zur Seite stehen wollen, belastet einen das natürlicherweise.


    Ich habe mich da auch schon oft schlecht gefühlt und gedacht, wo soll das noch hinführen, denn ein Vertrauensverhältnis zu den helfenden Personen ist wichtig. Mit der Zeit habe ich mir aber die ein oder andere Strategie erarbeitet. Das hat mir meist dann doch weiterhelfen können.


    Wenn es Personen sind, die weiterhin kommen und die helfen, dann hat mir geholfen, diese in ein besonders gutes Licht zu rücken. Ich habe die Bedenken ernst genommen, aber wenn die Person einfach nur eine nette gewesen ist, zu der auch sonst eine gute Beziehung bestanden hat, dann habe ich immer betont, dass die selbst genügend Gläser, Kleider ect. hat, sie eher noch was mitbringen würde usw. Das hat oftmals geholfen.


    Manchmal ist dann auch ein Schuldiger gefunden worden, der nichts mit dem Demenzkranken zu tun gehabt hat, vielleicht ein Kind das kurz in die Wohnung gehuscht ist, offene Terassentür - es hat nichts böses gewollt ect.


    Je nach Situation habe ich dann mitgeschimpft oder wie beschrieben, die helfende Person in ein gutes Licht gesetzt. Die hat selbst genug ect.

    Es einfach auch mal stehen zu lassen, das ist auch bei mir so eine Sache gewesen, wenn gar nichts gegangen ist. Ich glaube, dass ist das Schwerste, manches dann trotz heftiger Worte, stehen zu lassen. Das gar nichts gegangen ist, das kam aber selten vor, aber es hat mich dann umso mehr runtergezogen. Ich habe dann meist auch hier geschrieben, ein schönes kleines Tiervideo geschaut ect.


    Vielleicht findest du noch Deine eigene Strategie.


    Bis dahin, fühle dich einfach mal gedrückt.


    Liebe Grüße

    Dann drücke ich die Daumen, dass es weiter aufwärts geht und er auf keinen Fall ins Krankenhaus muss.

    Wenn das Fieber schon mal weg ist, dann könnte es gut gehen, denke ich.


    Ich hoffe, dass Du selbst irgendetwas findest, was Deine eigene Situation etwas entlasten kann. Manchmal sind es Kleinigkeiten, die den Demenzkranken wieder in besseres Fahrwasser bringen können. Manchmal geht aber auch nichts.