Beiträge von Teuteburger

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    Hallo Rose,


    das, was du schreibst, dass kenne ich auch in einer ähnlichen Form.


    Meine Schwiegermutter hat schon lange diese zwei Seiten. Ich bin auch der Meinung, dass die meisten Menschen unter ihrer oberflächlichen freundlichen Schale, auch noch anderes schlummern haben.
    Ich habe schon mehrmals die Erfahrung gemacht, dass Menschen, wenn sie gefühlt noch einigermaßen mit dem Leben zurecht kommen, auch in schwierigeren Situationen noch ihren ursprünglichen Charakter einigermaßen behalten. Aber sobald die eigene Hilflosigkeit und Abhängigkeit eine gewisse Grenze überschreiten, kommt auch das, was unter der Oberfläche liegt, zu Tage.


    In einer Demenz, in der einige Anlaufstellen im Gehirn wegfallen, haben Bedürfnisse es schwer, Gehör zu finden. Und das kann, so mein Verständnis, belastend sein. Meine Schwiegermutter hat ein ähnliches Problem mit ihrer Gesundheits-, aber auch mit ihrer Bankkarte. Sobald diese mal gebraucht wird, weil man beim Arzt ein Rezept im neuen Quartal abholen muss oder weil sie Geld braucht. Dann vergisst sie oftmals, dass sie selbst die Karte weitergegeben hat.
    Und durch dieses Vergessen, wird ein Grundbedürfnis sozusagen im Stich gelassen. Jeder Mensch hat seinen Besitz und wenn da etwas einfach weggenommen wird, so wie die Demenzkranken es vermuten, dann ist das, als würde man ein Teil von ihnen einfach missbrauchen, gefühlt. Das entspricht zwar nicht der Tatsache, ist aber für sie so.


    Ehrlich gesagt, ich kann damit einigermaßen gut umgehen, auch wenn ich mich dann oft wiederholen muss. Es gibt aber auch Situationen, die mich aus der Bahn werfen. Ich sage meiner Schwiegermutter dann, so wie du, warum die Karte nicht mehr da gewesen ist. Manchmal akzeptiert sie das, vergisst es aber wieder und fragt dann erneut nach. Und es kommt auch immer öfters vor, dass sie bei ihren Unterstellungen bleibt, nicht unbedingt bei mir, wir haben noch ein starkes Vertrauensverhältnis, das aber auch irgendwann vielleicht nicht mehr greift. Ich habe neulich auch die Karte für einen Tag mitgenommen, um sie am nächsten Tag sofort zurückzubringen. Sie hat mich des Stehlens und aller anderen üblen Dinge verdächtigt. Als ich wieder dagewesen bin und ihr das Geld hingelegt habe, ging es wieder.


    Meine Strategie ist die, immer wieder ruhig zu wiederholen, warum die eine oder andere Karte im Moment nicht da ist. Und wenn sie das nicht akzeptieren kann, dann ist das bei ihr so und ich akzeptiere das, versuche sie abzulenken. Geht auch das nicht, dann halte ich es einfach aus. Und manchmal verlasse ich auch den Raum, mache etwas anderes und wenn ich dann zurückkomme ist es besser. Essen und Trinken hilft manchmal auch.
    Ich habe aber auch schon die Situation erlebt, dass zum Beispiel ein Nachbar einen Strauch, der auf seinem Grundstück gewachsen ist, geschnitten hat. Er stand an der Grenze zu ihrem Grundstück. Das hat er ihr auch vorher gesagt und angekündigt. Was soll ich sagen, sie ist wutentbrannt in den Garten gelaufen, hat gesagt, mit einer älteren Frau könne man das ja machen, einfach "Ihre" Sträucher wegschneiden. Da wäre kein Respekt und kein Verständnis. Der Nachbar war total entsetzt. Als sie wieder drinnen war, habe ich diesem erklärt, dass man in einer Demenz sehr genau weiß, dass man das Leben immer ein Stück weit mehr verliert. Die dementen Menschen projizieren sich dann automatisch auf alles, was sie äußerlich besitzen. Und sobald das jemand benutzt oder nimmt, dann ist dass gefühlt, als würde man ihnen ein Stück Leben wegnehmen. Und ich weiß dass das so ist, weil ich das bei meiner Schwiegermutter schon so oft erlebt habe. Das haben die Nachbarn auch gut verstanden. Sie haben ihr dann eine sehr liebevolle Karte geschickt und dann ist es für meine Schwiegermutter auch gut gewesen.


    Wie man die Situation im Heim lösen kann, vielleicht mit einer Ersatzkarte, mit einem Blümchen, was eine Pflegerin überreicht, als Anerkennung und Danke, dass sie die Karte kurzfristig nehmen darf. Man kann das Blümchen ja selbst kaufen.


    Demenzkranke brauchen viel Sicherheit, dass man Ihnen nichts wegnimmt. Manches lasse ich aber wie gesagt im Sande verlaufen, egal wie oft sie es wiederholt, aber nur bei fremden Personen mit denen sie nichts näher zu tun hat. Bei anderen versuche ich zu vermitteln.


    Und manchmal hilft auch ein klares Wort. Das macht mein Partner. Er ist dann sehr bestimmend und rückt die Gedanken einfach gerade und Punkt. Auch das hat manchmal geholfen.
    Ich habe das auch schon gemacht, als sie fast hysterisch immer wieder auf etwas beharrt hat und sie mich persönlich angegriffen hat.


    Aber jeder Demenzkranke ist anders.


    Liebe Grüße Dich

    Hallo Seifenblase,


    ihre Situation ist wirklich schwierig.
    Wichtig ist im Grunde für einen Demenzkranken, dass eine gewisse Vertrauensbasis vorhanden ist, auch wenn immer wieder mal Widerstände auftauchen.
    Gibt es da nichts mehr oder ist die Mama, unter anderem, wegen der Person X so wankelmütig. Es stellt sich mir die Frage, in welchem Verhältnis die Person X vor der Demenz zu ihr hier gestanden hat. Also eher enger oder entfernter Bekannter.
    Können Sie Ihre Mama auch nicht in einem ruhigen, fürsorglichen Gespräch erreichen?


    Gibt es denn einen Pflegegrad? Würde sie auch Hilfe von einem Seniorendienst zulassen, vielleicht nach anfänglichen Schwierigkeiten? Oder ist sie noch recht selbstständig. Ich frage deshalb, weil andere Eindrücke von außen, auch etwas bewirken können, wenn die familiäre Situation erst mal nicht so gut ist.


    Das, was Sie geschildert haben, könnte ich so auch nicht mitmachen, wenn da gar keine Basis mehr da sein sollte. Würden Sie denn die Betreuung abgeben wollen?


    Liebe Grüße

    Hallo in die Runde,


    das, was Mirabai schreibt, sehe ich ähnlich.


    Was die Buchempfehlungen angeht, so hat jeder wohl seinen eigenen Zugang.


    Bei Dahlke bin ich zwiegespalten, was die negativen gut ausgebauten und durchdachten Kundenrezessionen auch zum Ausdruck bringen. Ein erster Ansatz und eine erste Hilfestellung kann er sein. Aber er ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss und mir zu dominant in Bereichen, wo eher noch Zurückhaltung und noch mehr Forschungsarbeit nötig wäre.


    Luise Hay ist da anders und in einem bestimmten Rahmen mir näher.


    Liebe Grüße an alle

    Hallo Barbara,


    wir haben ein ähnliches Problem mit den Tabletten.
    Und wir stehen auch auf dem Standpunkt, sie nicht zu zwingen. Es heißt an einer Stelle im Gesetzbuch, die Würde des Menschen ist unantastbar und das sehe ich in dem Falle genauso.
    Meine Schwiegermutter vergisst die Medikamente oft. Da zweimal am Tag der Pflegedienst kommt und ansonsten täglich jemand da ist, probiert jeder das einmal. Manchmal funktioniert es und ein andermal ist sie so stur, das gar nichts geht. Bei einer Pflegerin ist sie aber auch williger als bei uns oder anderen Pflegekräften. Diese ist sozusagen hart aber herzlich. Wir könnten uns das bei ihr jedoch niemals erlauben. Aber auch diese stopft ihr nicht die Medikamente in den Mund, sondern versucht mit klaren Worten, ihr die Konsequenzen aufzuzeigen. Aber auch das funktioniert nicht immer.


    Die Konsequenzen der Nichteinnahme sind erstaunlich gering. Auch wenn sie nur alle zwei Tage einen Betablocker nimmt, dann ist ihr Blutdruck immer noch im Rahmen.
    Die Ärztin weiß davon und auch der Pflegedienst kann damit leben. Zwingen geht nicht und das ist auch richtig so. Versuchen ja. Bei uns hilft oftmals auch das Anbieten. Dann kommt eine Ablehnung. Dann lass ich Tabletten in ihrer Nähe liegen, spiele Karten mit ihr oder mache sonst etwas mit ihr, und dann nimmt sie die Tabletten irgendwann dann doch.
    Und wenn es mal nicht so sein sollte, dann ist das tatsächlich ihre Entscheidung, die ich respektiere.


    Liebe Grüße an Dich

    Hallo Ingo,


    das ist ein schöner Gedanke von dir, dass du deine Mutter zu Hause pflegen willst.


    So, wie du sie beschreibst, könnte das vielleicht funktionieren, einerseits. Aber es spielen da auch noch andere Faktoren eine Rolle.


    In welchem Stadium der Demenz ist sie denn?


    Kann sie auch noch Fernsehen oder einer anderen Tätigkeit alleine beschäftigen?
    Wird sie trotz ihrer lieben und leisen Art in manchen Bereichen wehrhaft, wie bei der Körperpflege, beim Essen? Oftmals wird einiges abgelehnt, weil man glaubt, dies schon gemacht zu haben. Eine Ablehnung an sich ist nicht schlimm, denn man kann ja immer wieder mal nachfragen ect. Aber das kann irgendwann trotzdem ein schwieriger Punkt werden.


    Man kann sich auch in einer Demenz verändern. Auch das habe ich schon gelesen. Von lieb bis wehrhaft und streitbar.


    Zudem kann das Verhalten dem Sohn gegenüber irgendwann anders sein, wenn man zusammen wohnt, als wenn man sich früher nur zu bestimmten Zeiten gesehen hat.


    Es ist nicht leicht hier vorauszuschauen. Manche Charaktereigenschaften sind latent vorhanden und äußern sich immer stärker, je weiter die Krankheit voranschreitet.


    Und wie ist das nachts? Kann sie schlafen? Die meisten Demenzkranken können das irgendwann nur noch schlecht und sie sind dann auch nachtaktiv.
    Zudem wollen so gut wie alle, dass man sie beschäftigt. "Was mache ich denn jetzt", ist eine häufig gestellte Frage und das auch schon mal nachts oder wenn man gerade andere Sachen erledigen muss, die man nicht aufschieben kann ect. Kann sie es ertragen, wenn man sagt: "Du, ich muss das hier jetzt zu Ende machen, dann habe ich Zeit?"


    Ich habe aber auch schon gehört, dass Demenzkranke bis zum Schluss umgänglich gewesen sind, aber eher mit einigen Personen zusammen, die gemeinsam hier Aufgaben übernommen haben.


    Auch bei einer Pflege zu Hause ist es besser, man nimmt sich sofort Hilfe von außerhalb dazu. Eine Seniorenbetreuerin, einen Pflegedienst ect. Alleine sollte man das besser nicht machen, denn die Krankheit bleibt nicht so, wie sie jetzt ist.


    Ich hoffe andere schreiben hier auch noch.


    Liebe Grüße an Sie

    Danke für alle Beiträge, die ich hier gelesen habe.


    Das hilft mir selbst ein Stück weit weiter.
    Ich erkenne hier vieles wieder, auch was unsere Situation betrifft.


    Liebe Grüße an alle, die hier mitlesen

    Hallo Schwabe,


    meine erste Frage an Sie wäre, hat Ihr Vater einen Pflegegrad?


    Wir haben keine Probleme bei der Pflegeeinstufung gehabt, weil hier Anhand der eindeutigen Symptome eine Begutachtung stattgefunden hat.


    Und wenn der Hausarzt das bestätigt, dann reicht das meiner Erfahrung nach aus. Aber auch im Demenzzentrum wurde mir das bestätigt. Wenn Sie ein solches Zentrum in der Nähe haben oder einen Sozialpsychiatrischen Dienst, dann würde ich mich hier beraten lassen.


    Ich habe auch selbst immer einen Bericht für die Begutachtung mit dem MDK geschrieben. Dabei habe ich die Hauptdefizite und die täglichen Schwierigkeiten im Alltag genau geschildert. Das wird als sehr hilfreich angesehen.


    Meine Schwiegermutter hat auch einen winzigen Demenz-Test einmal im Krankenhaus gemacht bekommen. Aber sie hat sofort gemerkt, dass sie getestet worden ist und sie hat sich furchtbar darüber aufgeregt.


    Vielleicht können Experten mehr dazu sagen, ob eine neurologische Untersuchung dringend notwendig ist.


    Im Zusammenhang mit Gedächtnisproblemen können auch das Vitamin B12, Vit. D, der Calcium- und Magnesiumhaushalt ect. eine Rolle spielen. Das kann man, je nach Ernährungslage, unabhängig von der Diagnose vielleicht einmal testen lassen. Gerade im Alter sind Mängel hier keine Seltenheit und eine Demenz kann hierdurch verstärkt werden.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo Knaddel,


    erst einmal mein herzliches Mitgefühl für den Verlust des Vaters.


    Hat Ihre Mama schon länger eine Demenz? Ist da einiges untersucht worden oder ist das offensichtlich.


    Ansonsten verstehe ich schon, dass es bei Ihrer Mama sehr schwankend ist, wenn ein vertrauter Mensch gestorben ist. Reflektion findet unweigerlich statt. Aber in einer Demenz ist das Sortieren etwas schwieriger. Trotzdem wird der Demenzkranke seinen eigenen Weg nach und nach finden können.
    Ich glaube, man braucht da einfach Geduld. Ich glaube, es ist für die Mama wichtig, zu wissen, dass sie in ihrem Rahmen, alles für den Vater getan hat, damit es ihm so gut ging, wie es halt unter einer Krankheit machbar ist. Und mehr geht nicht.
    Wäre die Mama auch bereit psychologische Hilfe anzunehmen oder mit jemandem zu sprechen, der bei der Trauerarbeit helfen kann?
    Ansonsten ist es, denke ich, wichtig da zu sein, zuzuhören, zu stärken, dass trotz der Umstände, alles gut und richtig gelaufen ist.
    Hat Ihre Mama auch im Alltag Ansprechpartner und auch mal eine Ablenkung?


    Vielleicht hat ein anderer noch andere Ideen.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo Andydreas,


    ich fühle mit dir. Dass sie friedlich auf Ihre Weise eingeschlafen ist, das ist schön.


    Für die Zukunft von mir alles Gute, sowohl für Dich als auch für deine Mama. Jeder geht auch danach seinen eigenen Weg mit Reflektion manchmal früher, manchmal später. Du brauchst, so wie ich das Lese, jetzt erst einmal Abstand. Das ist nur allzu verständlich.


    Da du wahrscheinlich jetzt nicht mehr so oft hier mitlesen wirst, möchte ich trotzdem anmerken, dass ich persönlich nicht daran glaube, dass man zwingend dement werden muss. Es gibt erste Hinweise von Hüther über dien Nonnenstudie und von Louis Blank und auch einigen anderen, die das noch nicht so gut erforschte Thema Demenz und bisherige Erkenntnisse, in Frage stellen, durch neue Forschungsarbeiten und Erfahrungen.
    Aber das soll jetzt hier nicht das Thema sein. Mich würde es nur freuen, wenn du nach der Pension nicht an ein unabänderliches Schicksal glauben würdest. Und selbst wenn man dement werden sollte, was auch körperliche Ursachen haben kann, dann kann diese doch ganz anders verlaufen, wenn man sich vorher viele Gedanken gemacht hat, die einen auch in der Demenz im Unterbewussten begleiten, so dass man anders sein wird, als die Eltern es gewesen sind.


    Liebe Grüße an Dich und alles Gute auf deinen weiteren Wegen

    Hallo Marie,


    ich habe eine zeitlang über solche Symptome Einiges gelesen.


    So bin ich auf Berichte von Betroffenen gestoßen, die extreme Nervenschmerzen durch B-Vitamin-Mängel gehabt haben. B12, B1, B6 -Mängel, sowie auch die übrigen B-Vitamine, können das auslösen.


    Ist bei ihrer Mutter schon mal ein Vitamin- und Mineralstoffstatus erstellt worden?


    Ich habe, unter anderem, von zwei jungen Männern gelesen, die solche Symptome gehabt haben und die von Arzt zu Arzt gerannt sind, bis sie durch Zufall, die richtige Hilfe bekommen haben.


    Der eine hat einen erheblichen Magnesiummangel gehabt, der andere einen B1-Mangel, neben anderen Mängeln.


    Ich würde in dem Zusammenhang auch an Vitamin D, B12, Zink, Selen, Folsäure, Ferretin, Mangan, Magnesium, Calcium, Kalium, evt. Kupfer denken.


    Leider kostet eine Vitamin-B1-Testung über dreißig Euro. Aber es ist auch nicht gefährlich, wenn ein Arzt hier ein gutes Präparat aufschreibt. Es gibt Präparate, da liegt auch das B6, welches ebenfalls wichtig ist, in verstoffwechselter Form vor. Das erleichtert die Aufnahme, gerade, wenn der Körper sonst viel zu bewerkstelligen hat. Meist hat man auch keine Einzelmängel, sondern eine Kombination von mehreren.


    Und nein, es ist nicht immer das Alter. Meine Schwiegermutter hat vor circa zwölf Jahren mehrmals jährlich eine Blasenentzündung gehabt. Der Besuch beim Urologen, sie ist da noch alleine hingegangen, da sie noch keine offensichtliche Demenz gehabt hat, hat ergeben: Das liegt am Alter, dass sie jetzt öfters davon betroffen sein wird. Er gab Antibiotika, welches schlecht vertragen worden ist. Wir haben dann bei der nächsten Blasenentzündung einen Vitamin- und Mineralstoffstatus über unseren Hausarzt erstellen lassen. Trotz angeblich guter Ernährung, hat sie einige nicht unerhebliche Mängel gehabt, unter anderem Zink, Selen, die für die Immunabwehr wichtig sind. Aber auch Folsäure, B12, Calcium, Magnesium usw. Nach auffüllen der Mängel, sind die Blasenentzündungen ein für alle mal verschwunden und nicht mehr aufgetaucht. Auch jetzt nicht, zwölf Jahre später.


    Ich würde nicht so schnell aufgeben und sehen, was sich da noch machen lässt.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo Cinderella,


    ich versuche, an dieser Stelle, einmal einen vorsichtigen Erklärungsversuch zu starten.


    Ich kenne im Grunde ein ähnliches Verhalten. Meine Schwiegermutter isst zum Beispiel bei guter Stimmung recht gerne. Bei schlechter, depressiver Stimmung will sie dann auch nicht immer. Ihr ganzer Körper ist dann irgendwie anders gepolt. Sie kann dann auch schlechter schlucken als sonst.
    Sie isst bei guter Stimmung auch gerne in Gesellschaft, bei schlechter, depressiver Stimmung, lehnt sie auch das ab. Dann will sie nicht mehr leben, hat keine Lust mehr, das Leben ist sinnlos. Essen und Trinken - wofür, sagt sie dann.


    Und so haben auch wir einen ständigen Wechsel, den wir auch nur teilweise auffangen können, mit der Tendenz eher zur Verschlechterung.


    Wenn Ihre Mutter im Heim eher nicht gerne essen will und wenn das mit Corona aufgetreten ist, weil sie eine zeitlang keinen Besuch mehr empfangen hat, dann denke ich mir, dass sie vielleicht keinen Sinn mehr darin gesehen hat, dies zu tun, ohne Ihre regelmäßigen Besuche. Ich halte auch Demenzkranke hier für recht empfindsam, trotz ihrer Demenz.


    Das Ihre Mama in Ihrer Gegenwart, dann doch mal gerne was isst, ist für mich schon recht eindeutig. Und auch, dass sie das gerne mal Draußen in einer recht ansprechenden Umgebung macht.
    Man kann aber nicht täglich Draußen essen und es können auch die Kinder nicht immer da sein. Das funktioniert auch nicht in einer häuslichen Umgebung. Deshalb stellt sich mir die Frage, ob Ihre Mama sich mit der Zeit wieder langsam umstellen kann, weil sie wieder öfters Besuch bekommt.
    Vielleicht will sie es in Zukunft aber nur noch hin und wieder machen, weil die Stimmung ect. sie Draußen dazu verleitet. Vielleicht werden auch schöne Erinnerungen von früher bei ihr wach.


    Ich würde das zwar nicht als das Ende ansehen, aber halt schwankend und ich würde es der Mutter überlassen, ob sie dabei bleiben will oder ob sie es wieder verändern will. Ich würde natürlich alles dafür tun, so wie es meine Zeit und meine Möglichkeiten es erlauben, sie zum Essen/Trinken zu animieren, wenn ich da bin.
    Und vielleicht kann man im Heim, sich zum Essen auch ans geöffnete Fenster setzen. Ich finde diese tristen Zimmer ohnehin nicht so dolle. Eine schöne Landschafts-Wandtapete fände ich ansprechender, als einfach nur weiß, ect.


    Liebe Grüße an Sie

    Danke, Mirabai,


    für diesen informativen und positiven Bericht.


    Darf man eingrenzend fragen, wo dieses Heim ist. Vielleicht in Rheinland-Pfalz? "smile".


    So etwas stelle ich mir auch für meine Schwiegermutter und eventuell Mutter vor, die heute noch sagt, sie will auch irgendwann in ein Heim. Ob es dann nachher stimmt, das wird sich zeigen.


    Ich sage auch immer, solange wie möglich kann man es Zuhause versuchen und wenn der ältere Mensch bereit ist mitzuarbeiten, was bei einer Demenz meist nicht mehr der Fall ist, dann kann das sogar bis zum Schluss funktionieren.


    Liebe Grüße an Dich und an alle anderen, die hier mitlesen

    Hallo, an alle, die hier mitlesen,


    wir haben den Bescheid von der Pflegekasse erhalten, dass sie rückwirkend Pflegegrad drei bekommt.


    Das hilft mir in Sachen Betreuung ein Stück weit weiter. Das Annehmen ist natürlich wieder eine ganz andere Sache.


    Liebe Grüße an alle

    Hallo Andydreas,


    ich schließe mich hier Hanne an.


    Zwanzig bis fünfundzwanzig Kilometer ist in etwa die Entfernung, die ich zu meiner Schwiegermutter zurücklegen muss, je nachdem welche Strecke ich fahre.
    Neben der normalen Arbeit, die du jetzt hast und der Wohnungsauflösung und der psychischen Belastung, Reflektion, Umstrukturierung ect. ist das am Feierabend schon ein zusätzlicher Mehraufwand.


    Es kommt wirklich auf deine Zeit und auf deine jetzige Kraft an, Andydreas. Und hier würde ich auch genau hinhören.


    Ansonsten würde ich mir, in dem jetzigen Zustand, keinerlei Gedanken mehr über Essen und Trinken machen. Ganz ehrlich. Auch wenn du mehrmals wöchentlich kommen würdest, würde das kaum weiterhelfen. Sie nimmt ohnehin nicht mehr viel zu sich.


    Ich würde, wie gesagt, alle jetzigen Umstände in einen Topf werfen und dann entscheiden. Du kannst ja hier auch immer wieder neu entscheiden, je nach Umständen. Und vor allem hätte ich den Anspruch, dass wenn ich da bin, ich die Zeit mit ihr in Ruhe verbringen und genießen kann. Das halte ich für wertvoll.
    Wenn es jetzt erst mal einmal wöchentlich ist und wenn es jetzt erst mal so bleiben soll, dann ist das völlig in Ordnung.


    Liebe Grüße an Dich

    Hallo Catrin,


    leider habe auch ich keine Masterantwort. Aber warum solche selektiven Erinnerungen bestehen bleiben, das kann ich mir nur laienhaft forschend erklären.


    Bei meiner Schwiegermutter geht auch immer mehr vom Gedächtnis verloren, aber sie kann noch Karten spielen und am Spielautomat (alte Geräte) spielen. Beides Dinge mit denen sie große Gefühle (Spaß, Anerkennung, familiäre Gemeinsamkeit) und Ablenkung in Verbindung bringt.


    Für meine Begriffe steckt die Demenzforschung in den Kinderschuhen und gerade solche Phänomene gehören meiner Meinung nach weiter erforscht.


    Liebe Grüße

    Hallo Andydreas,


    danke, für deine mutmachenden Worte, die mir auch im Nachhinein noch gut getan haben.


    Das Gespräch hat heute stattgefunden. Und es ist in meinen Augen gut und einfühlsam gelaufen. Ich habe die eine Stunde mit der Frau vom MDK gesprochen, während meine Schwiegermutter vom Sohn beschäftigt worden ist. Sie wollte anschließend nicht mehr mit dem MDK sprechen, obwohl sie vorher zugesagt hat. Das ist aber nicht weiter schlimm gewesen, denn diese wechselhafte und auch heftige Reaktion ist bei ihr nicht so selten und die Frau vom MDK hat das verstanden. Sie hält unsere Situation für glaubhaft und das freut mich. Aber ob das eine Erhöhung der Pflegestufe bedeutet, dass wird sich zeigen. Ich hoffe es sehr. Ansonsten muss ich den Widerspruchsweg gehen.


    Liebe Grüße

    Danke Andydreas,


    für deine Erfahrungen, Vorschläge und fürs Daumen drücken. Ich werde es wohl gebrauchen können. Mir wäre es lieber, ich könnte mit dem MDK alleine sprechen, nicht, weil ich meine Schwiegermutter nicht mit einbeziehen will, sondern, weil ich will, dass sie würdevoll und anständig behandelt wird. Demenzkranke haben kein Verständnis für die eigene Bedürftigkeit und sie wollen als Selbstständig und vollwertig akzeptiert werden. Und sie wollen nicht ihre Gedächtnisfehler von anderen breitgetreten bekommen. Mit einer anständigen Strategie und entsprechendem Geschick, wäre das alles zu meistern. Ich habe hier aber wenig Vertrauen, aus Erfahrung halt. Meine Schwiegermutter hat sich hinterher immer schlecht gefühlt.


    @renategaschow,


    danke, für den Hinweis, den ich mir durchgelesen habe.
    Jetzt heißt es abwarten, ob eine gut geschulte und verständige Frau das macht oder ob's Morgen in einem Desaster endet, weil meine Schwiegermutter sich "getestet" fühlt.


    Liebe Grüße an alle

    Hallo an alle, die hier mitlesen,


    Ich soll demnächst eine Begutachtung meiner Schwiegermutter per Telefon mit begleiten.


    Da meine Schwiegermutter dement ist und sie mit Pflegegraden nicht viel anfangen kann, frage ich mich, wie das gehen soll. Ich habe hier große Bedenken. Meine Schwiegermutter lehnt alles, was mit Pflege und ihrer Bedürftigkeit zu tun hat, ab. Das sie von der "Krankenkasse" 200 Euro Geld für eine Putzhilfe ect. bekommt, das akzeptiert sie aber. Dass, das die Pflegekasse ist, weiß sie aber nicht.


    Ich habe jetzt an den MDK geschrieben, dass meine Schwiegermutter nicht besonders gut auf Pflege zu sprechen ist. Sie wird ohnehin sagen, dass sie noch fast alles selbst kann.


    Wie läuft so etwas denn bei Demenkranken am Telefon ab, frage ich mich.


    Ich habe dem MDK zusätzlich zum Fragebogen eine Einschätzung von mir zu den einzelnen Pflegepunkten mitgeschickt.


    Sie hat ja immer mal wieder drei Tage in der Woche, wo alles besser läuft, aber an anderen Tagen ist dann alles das krasse Gegenteil. Zudem ist sie nicht dumm, trotz Demenz. Sie weiß immer, wann man sie auf ihr Gedächtnis hin testen will, weil sie Angst davor hat, dass man sie Entmündigen könnte. Ihre Mutter ist damals ins Pflegeheim gekommen. Sie hat das als Warnsignal für immer behalten.


    Hat hier jemand Erfahrungen?


    Liebe Grüße an alle

    Hallo Hanne,


    schön, dass du antwortest. Ich selbst sehe das ähnlich wie du. Ich bin auch gegen Wildtierhaltung in Wohnungen. Ich selbst habe keine Tiere und ich mag sie in freier Natur gerne ansehen. Aber ich bin auch nicht so ein Naturfan, dass ich mir einbilde, dass da alles gut läuft mit dem Fressen und Gefressen werden. Ich habe vor kurzem in unserem Garten einen sehr kranken, verletzten und auf drei Beinen laufenden Fuchs gesehen. Schlimm wie abgemagert der gewesen ist. Und ich habe auch das Ende eines Löwen in freier Natur gesehen. Das ist nichts für zartbeseitete Gemüter.


    Genauso halte ich das Halten von Löwen und Tigern in häuslicher Umgebung für bedenklich, egal wie gut es diesen gehen mag, alleine schon wegen der beachtlichen Größe. Eine falsche Bewegung und man ist hier der Unterlegene/Verletzte. Auch wenn das keine Absicht gewesen ist.
    Es gibt einiges, was sicher nicht gut läuft bei der Tierhaltung, auch in Zoos, aber auch in häuslicher Umgebung (zu eng, keine Zeit, zu viele Tiere).


    Im Falle dieses Haustieres und seinem Auslauf im jetzigen Haus und in der Umgebung, kann ich das mit Abstrichen akzeptieren. Der Mann ist, wenn ich das irgendwo richtig gelesen habe, auch Tierpsychologe.



    Liebe Grüße