Beiträge von Teuteburger

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    Hallo Rosina,


    auch ich möchte Ihnen mein Mitgefühl aussprechen, für den Tod ihres Vaters.


    Was sie anschließend beschrieben haben, dass haben einige meiner Familienangehörigen ähnlich erlebt. Meine Mutter etwas zeitversetzt, als ihr damaliger Mann gestorben ist und auch meine Freundin bei ihrer Mutter.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo Andydreas,


    das ist ein Kraftakt, den Sie täglich leisten. Zu dem Saft kann ich sagen, dass er zur ersten Generation der Neuroeleptika gehört. Die Nebenwirkungen sind entsprechend höher als in der Folgegeneration.


    Interessant finde ich den Umstand, dass Sie auf diese Weise mit der entsprechenden Dosis das Verhalten ihrer Mutter steuern können.


    Was innere Wut angeht, so kann ich aus Erfahrung sagen, dass ich die nur selten habe. Aber ich muss auch sagen, dass meine Schwiegermutter, was ihre emotional erpresserischen Forderungen angeht, mich schwer belasten. Wenn sie eine bestimmte Grenze überschreitet, dann spiegle ich ihr ihr Verhalten und sage, dass ich alles für sie tue, was ich kann, dass aber auch andere das Recht auf meine Hilfe haben. Und dann werde ich auch schon mal bestimmender. Ich verlasse dann auch meist den Raum. Und wenn ich zurück komme, dann ist sie wesentlich sortierter. Aber mit zunehmendem körperlichem und geistigem Verfall, trotz viel Energie, wird es zunehmend schwieriger mit ihr.


    Barbara,


    das, was Sie beschreiben, ist einfach nur erschlagend, weil man hier überhaupt keinen Anpack hat und ihr Vater zunehmend mit seiner Frau nicht mehr zurecht kommt.
    Ich sehe hier auch keine Möglichkeit, außer der Psychiatrie. Leider erfahre ich auch bei meiner Schwiegermutter zunehmend Halluzinationen und auch Behauptungen, die sie als Opfer hinstellen und alle anderen schlecht aussehen lassen. Aber es ist auch noch ein Stück Verständnis vorhanden. Das ist der Unterschied zu der Demenz, die Ihre Mutter hat. Trotzdem wird es auch für mich zunehmend belastender, denn meine Schwiegermutter kann immer weniger alleine leben, obwohl täglich jemand bei ihr ist. Auch sie ist ein Häufchen Elend und auch mir bricht es das Herz. Aber ich habe nun mal drei Personen, um die ich mich kümmern muss. Und sie lehnt vehement immer noch vieles ab, was ihr jetzt weiterhelfen könnte.


    Liebe Grüße an alle, die hier mitlesen und mitschreiben

    Hallo Gobis,


    ich verstehe Ihren Zwiespalt zwischen helfen wollen und es selbst nicht im vollen Umfang tun zu können. Sie haben ein gutes Netzwerk aufgebaut und Ihre Mutter hat das akzeptiert. Jetzt, in Corona-Zeiten, kommt immer noch eine Dame zweimal die Woche.
    Sie schreiben, dass Ihre Mutter mit der Situation zurecht kommt. Und ich finde, dass alleine zählt und nicht die Vorstellung man könnte alles perfekt machen und man könnte die Gesundheit der Mutter ewig erhalten. Das ist bei Demenzkranken, je nach Ausprägung der Krankheit, nicht machbar. Auch bei uns hapert es mit dem Trinken, manchmal auch mit dem Essen. Vieles wird je nach Stimmungslage abgelehnt. Ich stelle es trotzdem hin und oftmals nimmt sie es dann doch irgendwann an, aber nicht immer.
    Ich wäre im Falle ihrer Mutter da eher entspannter. Und es würde mich freuen, wenn sie mit sich zurecht kommt, halt auf ihre Art und Weise. Das ist nicht bei jedem der Fall.


    Alles Liebe für Sie

    Hallo Sonnenblümchen,


    ich musste Schmunzeln als ich Ihren Text las. "Toastbrot/Italien . . ."


    Ich kanns gut nachvollziehen, obwohl ich nicht zur Wut neige, ganz selten einmal. Aber mein Mann, der ist da wohl ähnlich wie Sie. Auch er kümmert sich liebevoll, wenn er Zeit hat, aber er kann auch wütend werden, wenn die Stecker ständig gezogen werden, das Telefon nicht geht oder sie hundert mal fragt, ob er etwas essen will, obwohl er schon hundertmal nein gesagt hat.


    Seien auch Sie gedrückt . . .

    Danke, Sonnenblümchen,


    ich werde beim Pflegedienst heute mal nachfragen, diesbezüglich.


    Wir haben eine Kamera und ich schaue da öfters hinein, wenn meine Schwiegermutter schlechter laufen kann als sonst. Es ist für mich eine zweischneidige Sache. Ohne Kamera hätte ich auch keine Ruhe.


    Ich kann Ihre Entscheidung aber gut nachvollziehen. Sie sind jeden Tag da und sie wissen in welchem Zustand Sie Ihre Mutter verlassen haben. Und dann ist es auch gut bis zum nächsten Morgen.


    Liebe Grüße

    Hallo,


    das ist auch für mich eine berechtigte Frage.


    Ich halte es für möglich, dass wir früher oder später vor einer ähnlichen Sachlage stehen.


    Meine Schwiegermutter hat auch jeden Tag Besuch/Hilfe, entweder von mir oder von einer Seniorenbetreuerin. Auch ich bin nicht in der Lage sie Rund um die Uhr betreuen zu können, wegen weiterer Baustellen, die ich hier im Form schon häufiger erwähnt habe.


    Gerade in Corona-Zeiten und mit einem Mangel an Pflegekräften, kann es einem nur schlecht werden, wenn man in die Zukunft schaut. Ich bin inzwischen selbst nervlich so angespannt, dass ich manchmal nicht mehr weiß, wie ich die Zukunft meiner Schwiegermutter gestalten soll, weil sie außer den eingeschleusten Maßnahmen alles restlos ablehnt.


    Auch wir haben eine Kamera. Einen Notrufknopf hat sie auch. Dann klingelt bei uns das Telefon. Aber den will sie nicht benutzen. Ich denke deshalb über einen Notrufknopf von einer entsprechenden Organisation nach.


    Es wird wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis sie nicht mehr gut oder gar nicht mehr laufen kann. Und dann müssen neue Lösungen her. Manchmal ist es jetzt schon extrem grenzwertig.


    Es ist immer leicht gesagt, dass die Person Hilfe braucht, wenn sie diese aber ablehnt und sie daheim wohnen bleiben will. Und dann muss es auch daheim funktionieren, auch wenn nachts keiner da ist. Ein Nachtpflegedienst, wäre eine Möglichkeit, aber dann bräuchten die einen Schlüssel und das lehnt sie ja ab. Ob das jeder Pflegedienst macht, da muss ich mich noch erkundigen in den nächsten Tagen.


    Bei der auch für mich wichtigen Frage, sehe auch ich keine stimmige Lösung für uns. Was nützen einem Babyphone und Kamera, wenn man irgendwann selbst einmal schlafen will/muss. Ich zum Beispiel schlafe wegen vieler Belastungen nur schlecht, aber wenn ich dann in einen komaähnlichen Schlaf falle, dann werde ich nicht wach, durch gar nichts. Und was dann? Man kann doch nicht noch zusätzlich zu allen anderen Belastungen stundenlang wachliegen, was ich aber trotzdem ein paar Mal wöchentlich habe, aus Angst sie schafft es nichts ins Bett. Hat bisher aber immer wieder funktioniert. Ich bekomme oftmals nur vier Stunden Schlaf, manchmal noch weniger und wenn es gut läuft mal fünf oder sechs Stunden. Meine Gesundheit ist angeschlagen und doch muss ich all die Entscheidungen treffen. Vor der Coronakrise hat man wenigstens noch mehr Möglichkeiten gehabt, aber jetzt?


    Und am Schlimmsten ist dabei die Psyche meiner Schwiegermutter mittragen zu müssen. Alle meine Lösungsvorschläge werden niedergeschmettert.


    Liebe Grüße an alle und ich bin interessiert, ob jemand hier etwas dazu sagen kann.

    Hallo Andydreas,


    ich habe Ihren weiteren Weg mitverfolgt. Dass Ihre Mutter jetzt im Krankenhaus liegt, führt hoffentlich zu einer Entlastung für Sie.
    Vielleicht können jetzt auch die Medikamente ihrer Mutter neu eingestellt werden. Da sie Hausarztbesuche immer abgelehnt hat, ist da das ein oder andere sicher veränderbar, so dass es ihr etwas besser gehen kann als jetzt.


    Zum Beispiel gehört das Neuroeleptikum, welches Ihre Mutter verschrieben bekommen hat, zur ersten Generation und hat schwerere Nebenwirkungen, als die der zweiten und dritten Generation. Vielleicht kann man hier etwas verbessern.


    Ich wünsche Ihnen alles Gute und drücke Ihnen fest die Daumen

    Hallo Hanne,


    für mich ist das keine Entweder/Oder/Sache, sondern sie ist zweischneidig und den Umständen entsprechend, in der heutigen Zeit, einfach vorhanden.


    Wenn ich von meiner Schwiegermutter ausgehe und sie wäre in einem Heim, dann würde sie sich mit Sicherheit über Ihren Vater aufregen, denn sie will auch nur jüngere und gesunde Menschen um sich haben. Und wenn Ihre Mutter eine Form von Demenz hat, die man schneller merkt als bei anderen, dann wäre sie auch darüber nicht froh. Sie hätte die Befürchtung, dann auch ganz schnell so zu enden. Das ist bei ihr Fakt. Durch ihr nicht vorhandenes Ich, hat sie innerlich kaum ein eigenes Leben und sie erwartet von anderen, die sie umgeben dann die Perfektion, die sie innerlich nicht finden und leben kann. Und damit steht meine Schwiegermutter nicht alleine da. Die Befürchtung man endet dann genauso, ist weit verbreitet und der Wunsch nach Schönheit und gut Funktionieren ist dann halt gestört.


    Aber leider können wir daran nichts ändern. In einem Heim werden zunehmend mehr schwere Pflegefälle und Demenzen auftauchen. Das Zweischneidige an der Geschichte bekommen wir auch mit viel gutem Willen nicht gelöst, und entsprechend kann man dann innerlich die Position beziehen, das es nicht veränderbar ist. Den Heimbewohnern, die mich darauf ansprechen würden, würde ich mit Verständnis begegnen, aber ich würde auch sagen, wie die Lage in Deutschland und zu Hause leider ist.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo Nautilus,


    gerade dieses Gefühl, was Sie beschreiben, braucht eine genaue Analyse.


    Das Gefühl, dass man jemanden abgeschoben hat, ist nur ein Gefühl von mehreren. Es hat dann seine Berechtigung, wenn man die nötigen psychischen als auch körperlichen Ressourcen besitzt, um das Leben eines Menschen mittragen zu können, der eine "Rundumbetreuung" braucht. Es geht dabei nicht nur darum, dass man für den anderen da sein kann, ihm behilflich sein kann, ihn trösten kann, wenn etwas nicht funktioniert, sondern es geht darum, immer präsent zu sein, sein Leben komplett auf den anderen einzustellen und das nicht nur für acht Stunden am Tag, sondern vielleicht für zwölf bis zwanzig oder mehr Stunden täglich. Und dann stellt sich automatisch die Frage, welche Bedürfnisse hat man selbst, die dringend befriedigt werden müssen, weil man sonst psychisch und körperlich auf der Strecke bleibt.
    Die Gegenüberstellung der Ressourcen, die man tatsächlich besitzt und die man frei geben kann, zu denen, die der Kranke von einem einfordern wird, dürfen nicht allzu weit auseinander liegen. Man macht sich sonst selbst krank, aber auch den anderen, wird man dann nicht nur gut behandeln können, weil man einfach nicht alles ertragen kann, auf Dauer.


    Wenn man nach acht Stunden Arbeit heimgehen kann und man seine Auszeiten finden kann, dann ist das etwas anderes, als wenn es danach noch weiter geht.


    Es ist im Leben wichtig, dass man allen Gefühlen Raum gibt und vor allem auch den Ressourcen, die man tatsächlich besitzt, die nötige Aufmerksamkeit schenkt. Es ist keinem geholfen, wenn man sich hier selbst belügt.


    Liebe Grüße an Sie

    Der Satz von Ihnen Nautilus, spricht mir aus dem Herzen.


    Auch ich halte unsere Gesellschaft, was die fortgeschrittene Demenz angeht, für überfordert. Es gibt Demenzfälle, wo man auch in der Krankheit noch einen Zugang finden kann, aber es gibt auch die anderen, wo das nicht geht, weil der Demenzkranke so feste Glaubenssätze in sich trägt, die auch nicht vergessen werden, dass er sich selbst und andere komplett handlungsunfähig macht.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo Andydreas,


    das klingt für mich, als wären erste Schritte zu möglichen Lösungen für Sie jetzt machbar, dank der Medikamente. Ich drücke hier natürlich ganz fest die Daumen.


    Zum Seniorendienst kann ich etwas sagen. Ich würde auch in der Kirchengemeinde und beim Sozialpsychiatrischen Dienst nachfragen.


    Ich habe das Glück, dass eine ehemalige Kollegin von mir einen Seniorenservice im Demenzzentrum betreibt. Man kann natürlich auch im Demenzzentrum selbst nachfragen. Eine der Frauen, die zu meiner Schwiegermutter kommen, habe ich daher. Das gute daran ist, dass man nach dem Charakter meiner Schwiegermutter gefragt hat und dann entsprechend jemanden ausgewählt hat. Natürlich schimpft meine Schwiegermutter auch auf diese Frau, die zu ihr kommt, aber sie hat auch schöne Momente mit ihr und die Abwechslung die sie braucht, was sie aber nie zugeben würde. Ich kann die beiden an meinem Putztag in Aktion erleben. Es ist manchmal richtig toll, aber wenn meine Schwiegermutter weg will und sie nicht richtig laufen kann, dann hängt der Haussegen schief, egal wer vor ihr sitzt. Einerseits verständlich. Die Fixierung auf mich ist leider, trotz der Hilfen sehr stark. Aber hier gebe ich nicht nach, weil ich meine anderen lebensnotwendigen Arbeiten verlieren würde. Wie bereits erwähnt, auch Kranke haben eine gewisse Verpflichtung demjenigen gegenüber, der für sie da ist und der alles für sie regelt und hilft, wo sie es nicht mehr können. Wenn ich einen Burnout bekomme oder ernsthaft krank werde, was manchmal schon grenzwertig gewesen ist, dann hat auch sie verloren.


    Eine andere Seniorenbetreuerin habe ich über eine Zeitungsannonce gefunden. Eine empathische Frau, die jetzt in Rente ist und über dreißig Jahre in der Pflege gearbeitet hat. Auch hier funktioniert es mal mehr und mal weniger gut. Wie gesagt, ich gebe beide Frauen als meine Freundinnen und ehemalige Kolleginnen aus. Das die Damen bezahlt werden, dass darf sie auf keinen Fall wissen. Über die Annonce habe ich genügend Zuschriften bekommen.


    Hat Ihre Mutter einen Pflegegrad? Entschuldignen Sie, falls ich das irgendwo überlesen habe. Da sie ja nichts mehr alleine tun kann ohne Sie, müsste sie Pflegegrad zwei haben.


    Darüber kann man dann schon einiges finanzieren, wie in ihrem Falle, dann für einige Stunden eine Verhinderungspflege und einen Pflegedienst, je nachdem, was nötig ist.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo Andydreas,


    das tut mir sehr leid, dass zu lesen. Das hilft Ihnen auch nicht weiter, das weiß ich.
    Ich würde auch die Drogen geben lassen. Wenn Ihre Mutter täglich zehn Kilometer laufen kann, dann ist sie körperlich noch extrem fit.
    Wenn ein Leben gegen das andere steht, so wie jetzt bei Ihnen, dann muss eine Entlastung her und ich hoffe, der sozialpsychiatrische Dienst weiß hier Rat.
    Das Wehrhafte und das Nicht haben wollen, kann man manchmal untergraben.


    Haben Sie ihrer Mutter denn mal gesagt, was Sie für sie tun können und wo Sie einfach nicht mehr können und wo sie deshalb Hilfe annehmen muss, um Sie zu entlasten.


    Meine Schwiegermutter lehnt wie gesagt, auch immer alles ab, sie benutzt mich, für all ihre nicht aufgearbeiteten Mängel und Defizite, ohne jedoch den Hauch einer Lösung hier zu akzeptieren. Anstatt dessen fordert sie mein Leben unmissverständlich für sich ein und spricht es mir gleichzeitig fast vollständig ab, bis auf Essen und Trinken und das ich ihren Sohn versorge, sozusagen. Denn ich habe ja keine Probleme.
    Und dann kommt immer mal wieder der Punkt, an dem ich kurz davor bin, selbst zusammenzubrechen und das bekommt sie dann auch gesagt. Und dann werde ich auch laut, nicht vorwurfsvoll ihr gegenüber, aber ich sage ihr, dass ich auch für andere da sein muss und das jeder etwas von mir will, ich kaum mehr Luft zum Atmen habe. Und ich sage, dass ich keine Vergnügungen habe, außer dass ich hin und wieder auch mal Zeit für mich brauche, um auftanken zu können. Und dann sage ich, dass ich nicht mehr kann und sie auch mal etwas annehmen muss. Und dann verlasse ich den Raum.
    Bisher ist es immer so gewesen, dass sie dann irgendwann ankam und ein ganz normales verständnisvolles Gespräch angefangen hat, so dass man völlig erstaunt gewesen ist, wie diese Wandlung vor sich gegangen ist. Manchmal gehe ich dann auch um den Block und wenn ich dann wieder reinkomme, auch dann ist sie wieder sortierter ect.
    Emotionen werden verstanden und Überlastung auch, wenn man sie deutlich macht. Haben Sie das einmal getan?
    Sie schreiben hier, sie verlieren ihre Arbeit, wenn das und das nicht eintritt. Haben Sie auch ein paarmal die Woche Zeit für sich?
    Ihre Mutter sollte wissen, wie es um sie steht und dass sie auch Pflichten Ihnen gegenüber hat. Das wird einem auch im Demenzzentrum dringend angeraten, sonst sind sie einfach nur jemand, den man immer nur benutzen kann.
    Bei meiner Schwiegermutter hält die Einsicht auch nicht lange an und dann muss ich ihr wieder klarmachen, dass ich kaputtgehe, wenn ich auf so vielen Hochzeiten tanzen muss.


    Ihre Mutter müsste theoretisch Hilfe von Außen akzeptieren, sonst können Sie bald nicht mehr. Und das dürfen Sie ihr auch ruhig sagen. Die Leiterin vom Demenzzentrum hat das bei ihrer Mutter auch so machen müssen. Es kann auch jemand anders mit Ihrer Mutter spazieren gehen, zum Beispiel.


    Es gibt auch für Kranke Grenzen, wenn das eigene Leben den Bach runtergeht.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo FMB,


    ich denke auch, dass Sie sich noch einmal beraten lassen sollten.


    Es wird nicht besser werden mit der Oma, weil sie bei ihrer Verweigerung hartnäckig bleiben wird.


    Auch ich habe Jahre gebraucht, bis ich die Idee mit dem heimlichen Putzen umgesetzt habe. Hier hilft nur ein Versuch und man muss die jeweilige Eskalation in Kauf nehmen und wertschätzend loben und sagen, was sie noch alles kann und macht. Und dann konsequent dabei bleiben. Führt das aber zu Weinkrämpfen und zum völligen psychischen Zusammenbruch, dann bleibt irgendwann nur noch eine Heimunterbringung, in einer wirklich guten Einrichtung, die sich spezialisiert hat, oder man nimmt die Verwahrlosung in Kauf.


    Demenz ist oftmals eine Wahl zwischen Pest und Cholera, leider.


    Aber wie gesagt, eine Beratung ist wichtig, so dass man selbst auch abschätzen kann wohin das Ganze führt.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo FMB,


    das, was Sie beschreiben, habe ich eins zu eins auch erlebt.
    Im Beisein meiner Schwiegermutter durfte man in der Küche oder sonst irgendwo im Hause nichts tun. Ich durfte nur kaufen gehen. Als ich aber die Lebensmittel einräumen wollte, sah ich dann immer die ein oder andere schimmelige Bescherung. Schlimm genug, weil man Partner Sonntags immer zu ihr ging und auch das Gekochte gegessen hat. Manchmal habe ich ihn begleitet.


    Was letztendlich geholfen hat:


    Meine Schwiegermutter konnte damals noch alleine in die Stadt gehen und ich habe die Zeiten gekannt. Ich habe dann in ihrer Abwesenheit geputzt und Sachen weggeworfen. Nie hat sie darüber gesprochen und ich auch nicht. Ich habe gedacht, sie muss das doch sehen . . . Natürlich ist das dann irgendwann doch aufgeflogen, als sie früher zurück kam. Ich habe dann wie ganz selbstverständlich mich schnell mit einer Tasse Tee ins Wohnzimmer gesetzt und gesagt, ich hätte hier und da ein bisschen gewischt, denn schließlich sei sie ja sehr ordentlich und sauber. Es seien nur Kleinigkeiten gewesen. Ich habe dann belangloses Zeugs mit ihr geredet oder mit ihr eine Runde Karten gespielt. Seit dem Zeitpunkt hat sie das Putzen dann einigermaßen akzeptiert.


    Man kann mit ihrer Oma auch einen Ausflug machen und ein anderer macht dann das Nötigste. Und auch wenn es erst einmal Zoff gibt. Wichtig ist die Wertschätzung ihrer Ordnung und Sauberkeit und dass man das Wenige, was man selbst tut, einfach gerne gemacht hat, denn in ihrem Alter hat man etwas Hilfe einfach verdient. Sie sei ja sonst extrem selbstständig.
    Und seit dieser mehr oder weniger erfolgten Zustimmung habe ich mich nicht mehr beirren lassen und sie akzeptiert das manchmal sogar ganz gut, es gibt aber auch Phasen so wie jetzt, da wird sie zunehmend fordernder, nachdem das jetzt zwei Jahre gut geklappt hat. Auch da knicke ich nicht ein, sonst verdreckt sie total. Meine Schwiegermutter hat inzwischen Pflegegrad zwei und deshalb habe ich an meinem Putztag immer eine Seniorenbetreuerin dabei, die ich als meine Freundin ausgebe und die sie dann unterhält.


    Wenn man nicht früh genug mit der Hilfe, auch von außen anfängt, dann wird das in der totalen Verwahrlosung der Person enden, wenn man nicht jeden Tag da ist oder wenn man nicht mit der Person zusammen wohnt. Es ist aber auch nicht gesagt, dass wenn man jeden Tag da ist, dass die Totalverweigerung von Hilfe, dann schwächer ist.
    An Ihrer Stelle würde ich mich in einem Demenzzentrum einmal beraten lassen. Das hat mir damals sehr geholfen. Ich musste das auch mehrmals machen, sonst wäre ich psychisch und geistig an der Aufgabe zerbrochen, denn meine Schwiegermutter ist ein Härtefall. Jede der Seniorenbetreuerinnen, die alle ausgebildete Pflegekräfte sind und die viel Umgang mit Demenzkranken gehabt haben und auch in der Kurzzeitpflege, hat man mir gesagt, dass sie zu den schwerst zugänglichen Personen gehört. Das stimmt leider, auch wenn sie hin und wieder ganz anders sein kann, freundlich, empathisch, zumindest in den vergangenen Jahren hin und wieder, jetzt zunehmend weniger. Und das tut weh.


    Liebe Grüße an Sie

    Andydreas,


    ich kann Sie sehr gut verstehen. Jeder Mensch, hat seine individuelle Grenze. Diese fängt bei Ihnen wohl bei der Handgreiflichkeit an. Das ist nachvollziehbar.
    Und wenn man sich dann auf eine Behörde verlässt, weil man das als einzigen Ausweg für sich sieht, dann passiert ausgerechnet das, was Ihnen passiert ist.
    Dem Arzt hat es offensichtlich an Zeit und Empathie gefehlt. Das ist bitter.


    Was Ihre Mutter angeht, so weiß auch ich inzwischen, dass Bedürfnisse stärker sind, als jede verstandliche oder empathisch antrainierte Verhaltensweise. In der Demenz bleiben nur noch die Bedürfnisse und irgend jemand, der sie dann zu erfüllen hat. Ich erlebe hier auch vieles und einmal stand auch meine Schwiegermutter kurz davor, mich zu schlagen. Das war, als sie im Krankenhaus war, sie nicht mehr laufen konnte, weil sie gestürzt war und einen Muskelriss hatte. Sie hat mich beschuldigt und gesagt ich wolle sie los sein. Ich habe versucht, zu beschwichtigen und ihr zu erklären, warum sie im Krankenhaus liegt. Da schrie sie mich an und hob die Hände wie zu einem Schlag, hat aber dann doch noch mal die Kurve bekommen. In ruhigen Minuten sagt sie dann ich sei ihr Leben, wie eine echte Tochter usw. Es ist ganz schlimm so etwas auszuhalten.


    Wenn sich so etwas wiederholen sollte, dann würde ich auch an ein Antidepressivum denken und ich würde trotz ihrer Wehrhaftigkeit versuchen, das ein oder andere einzuführen. Und wenn das nicht geht und sie merken, Sie schaffen es nicht, dann würde ich an eine Betreuung denken. Vielleicht ist aber auch jetzt der richtige Zeitpunkt für Sie gekommen.

    Manchmal ist es besser, man erklärt dem Demenzkranken, das der Staat älteren Menschen im Alltag hilft, ab einem gewissen Alter und dafür ist der Betreuer dann da.


    Ich wünsche Ihnen ganz viel Kraft und das Sie für sich die richtige Entscheidung treffen.

    Hallo Andydreas,


    das, was sie schreiben, dass kenne ich teilweise. Aber die Tendenz ist ähnlich, was die Verweigerung von allem angeht. Und es stellt sich mir die Frage, an wen sollen die vernunftvollen Ideen, die man selbst hat, adressiert werden, wenn die Demenzkranken angeblich kein eigenes Ich mehr haben, sie sich aber voll und ganz auf einen oder wenige Angehörige fixieren. Das kann rein technisch gesehen nicht funktionieren. Und deshalb kommt es, aus meiner Sicht, zu solchen Eskalationen. Und im Laufe der Zeit wird das auch immer mehr werden, bis der Körper irgendwann nicht mehr mitmacht.
    Und so schlimm es auch ist, das ein oder andere, muss man irgendwann durchsetzen oder man muss die komplette Verwahrlosung ect. in Kauf nehmen. Bei meiner Schwiegermutter steht einiges hier auf der Kippe. Die beiden Frauen, die zu ihr kommen, wenn ich mal nicht kann, interessieren sie immer weniger, weil sie auch mit sich immer weniger anfangen kann. Aber sie ist extrem fit, wenn es darum geht, Ausreden zu finden und ihren Standpunkt zu vertreten, warum sie stören oder nicht kommen sollen. Ich komme an den Tagen aber auch nicht, weil ich einfach nicht kann, ich auch andere Verpflichtungen meinen Eltern ect. gegenüber habe.
    Ich bin auch jemand, der früher die Kämpfe am liebsten vermieden hat. Heute scheue ich mich nicht, meiner Schwiegermutter zu sagen, ich bin dann und dann nicht da. Du kannst dann Gesellschaft haben, die Damen würden auch mit dir in die Stadt fahren und sich kümmern ect. Will sie das nicht, dann ist sie alleine an dem Tag. Aber ich sorge dafür, dass die Damen trotzdem zu ihr gehen und nach einer Stunde schimpfen, klappt es dann meist doch. Sie hat ein Bedürfnis, dass sie nicht alleine sein will und das können auch andere befriedigen, auch dann, wenn sie diese nicht als Ressourcengeber ansieht, wozu sie ihre Kinder ect. auserwählt hat.


    Ich habe auch lange gebraucht, um zu verstehen, das meine Schwiegermutter nicht mehr entscheidungsfähig ist, was ihre Bedürfnisse angeht. Sie will nur das man sie für Vollkommen hält und das sie selbstständig sein kann. Wie das aber technisch funktionieren soll, dass war und ist ihr vollkommen egal. Und hier ist man als Angehöriger gefragt und hier kann man auch für sich die Grenze erkennen, dass man das ein oder andere zum Wohle des zu Betreuenden und auch für sich waren muss. Man tut sich keinen Gefallen, wenn man alles immer wieder versucht glattzubügeln. Es kommt der Punkt, da geht es nicht mehr. Und da kann man vorsorgen. Ich weiß nicht, ob dieser Punkt jetzt bei Ihnen erreicht worden ist oder ob Sie noch so weitermachen können oder wollen. Meiner Schwiegermutter hat es gut getan, wenn ich sage, ich muss zu meinen Eltern und ich habe eine Arbeit, an der selbst so viele Menschen mitdranhängen, die kann ich unmöglich sein lassen.
    Das hat sie verstanden und wenn sie es vergisst, dann sage ich es ihr noch einmal und ich muss sagen, es funktioniert, auch wenn ich in ihren Augen halt dann immer alles besser weiß, als sie. Ich weiß nicht alles besser, aber ich nehme ihr Bedürfnis, nach nicht alleine sein wollen ernst.


    Ich würde mich fragen, was braucht denn ihre Mutter, wenn sie noch weiter mit Ihnen zusammen leben will. Können Sie das ein oder andere mit Nachdruck durchsetzen, auch wenn das erst einmal sehr unangenehm wird, aber das Bedürfnis der Mutter doch befriedigt wird und sie hier dann auch noch lernfähig ist, im Laufe der Zeit. Leider kann man das nicht wissen. Oder wird alles immer mehr auf Eskalation und Betreuung hinauslaufen, weil sie es nicht mehr packen, wegen der Aggressivität (unbefriedigtes Bedürfnis) oder ihre Schwiegermutter bei der totalen Verweigerung bleiben will?


    Leider kann man hier nichts verallgemeinern, weil jeder Fall sehr individuell ist.


    Ich weiß bei uns leider auch nicht, inwieweit das bei uns noch funktionieren wird, auch wenn manch ein Erfolg noch da ist.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo Sonnenblümchen,


    das ist nervenaufreibend und ein weiterer Einschnitt, der belastend ist.


    Da Ihre Mutter wohl nachts alleine ist und Sie die Bescherung erst dann sehen, wenn sie bereits erfolgt ist, so denke ich mir, ist Ihr Handlungsspielraum begrenzt. Wenn Sie Glück haben, ist das nur eine Phase, die sich irgendwann wieder verläuft. Es kann aber auch sein, dass es zu einem festen Ritual wird, bis Ihre Mutter auch das wieder vergisst.


    Eine Idee hätte ich aber vielleicht trotzdem. Kann man vielleicht ein großes Bettlaken an der Decke befestigen und runterhängen lassen oder etwas mit einem Landschaftsmotiv oder ähnliches. Vielleicht kann sie dann nichts damit anfangen und sie lässt es sein.
    Das wäre vielleicht ein Versuch wert und der Aufwand ist verhältnismäßig gering, wenn ihr Partner ein paar Löcher bohrt oder man eine andere Befestigungsmöglichkeit findet, ect.


    Es tut mir sehr leid, dass ich nicht mehr dazu beisteuern kann, aber vielleicht wissen die Experten hier mehr.


    Liebe Grüße an Sie

    Die Ehrlichkeit hat mir gut gefallen, Sonnenblümchen. Meine Schwiegermutter sagt von sich aus, dass wir sie entweder alle schwer vermissen sollen oder das wir sicher froh sind, wenn sie endlich nicht mehr da ist.
    Die Antwort liegt auch hier dazwischen für mich.


    Was Sie über die Rechtfertigung sagen, wenn Sie ihre Mutter noch nicht ins Heim geben, weil es irgendwie funktioniert, das erfährt man gefühlt so, wie es jetzt nicht passt, anscheinend. In den Köpfen der Menschen existieren wohl immer Gegensätze. Das merke ich bei meiner Schwiegermutter auch, und diese werden dann herausgekramt, wenn man jemandem gegenüber steht. Ich kenne einige, die gegen ein Heim sind. Wenn sie aber sehen, wie sehr man damit belastet und überlastet ist, dann wird ein Heim doch in Erwägung gezogen. Solche Antworten können auch eine Form von Mitgefühl sein, auch wenn man sich in der eigenen Entscheidung erst einmal verletzt fühlt.


    Liebe Grüße an Sie und an die Mitleser

    Hallo in die Runde,


    ich habe hier auch mit Interesse weiter mitgelesen und auch ich stolpere über das Wort "Ehre geben." Ich finde das auch denkbar schlecht ausgedrückt, denn es kommt dem inneren Bedürfnis/Gefühl nicht gerade nahe, sondern klingt, wie Herr Martinhamborg, es passend ausdrückt, nach einem gewissen Zwang, aber nicht nach gefühltem echten Verständnis.
    Es existieren so einige Bücher, um den inneren verletzten Gefühlen einen Namen geben zu können und um vielleicht eine Akzeptanz zu ihnen aufbauen zu können.
    Ich denke, sie können ein bisschen helfen, aber auf der anderen Seite können sie einen auch wieder im Stich lassen. Es lässt sich hier nichts verallgemeinern. Die umstrittene Seite von Herrn Hellinger ist mir nicht nur bei ihm, in der Friss oder Stirbfassung, begegnet.


    Für mich trägt zum Beispiel jeder Mensch verschiedene Lebensanteile in sich, die er mehr oder weniger stimmig versucht, zu bedienen. Man lernt hier den Umgang in der Kindheit, über die Eltern und über Versuch und Irrtum. Zudem glaubt man erst einmal, die Eltern seien perfekt, bis dann eine Verletzung stattfindet und ein völliges Unverständnis dem Kind gegenüber auftaucht. Die meisten Eltern bräuchten selbst eine Ausbildung/Führerschein fürs Kinderbekommen. Und das meine ich ernst. Und dann ist die Frage, woran macht man eine gute Erziehung fest. Heutzutage gibt es zum Beispiel die bedürfnisorientierte Erziehung, was ein völlig anderer Ansatz ist, als die antiautoritäre Erziehung oder die Erziehung mit Bestrafen, Druck, halt eine Art Dressur, um richtig zu funktionieren in der Gesellschaft.
    Die Lebensanteile, die im Menschen angelegt sind, haben etwas mit verstehen wollen, bedienen wollen, kreativem Gestalten und Freude am Entdecken des Lebens zu tun. Aber die meisten Eltern haben das selbst nie erfahren. Auch sie haben oftmals nur funktionieren müssen, genauso wie wir Angehörige es in der Pflege auch erfahren können. Und deshalb können sie dies auch in so einigen Lebensbereichen nicht weitergeben, dafür aber Druck, übergriffige, zur Funktion antreibende Gewalt, usw. Und trotzdem hat ein jeder Elternteil auch Anteile, die er trotz der negativen Seite, mit Verständnis bedienen kann und das ihm hier etwas gelingt, was dann auch eine Bereicherung, im ansonsten mistigen Alltag angesehen werden kann. Diese Anteile würde ich nicht mit "Ehren wollen" vergleichen. Sondern mit einem Selbsterkennen. Denn auch als Kind trage ich diese Anteile in mir, die der anderen im positiven Sinne bedienen kann. Und dafür kann man vielleicht auch dankbar sein, wenn man diesen geerbt hat. Das kann zum Beispiel eine handwerkliche Tätigkeit sein oder vielleicht die Freude am Gesang, Kochen, etwas Helfendes, auch wenn es selten ist usw.


    Liebe Grüße in die Runde