Beiträge von Teuteburger

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    Hallo Elisabetha,


    ich kann sehr gut nachempfinden, wie es Ihnen geht. Deshalb seien Sie herzlich gedrückt.
    Das Sie die Unterlagen nicht weiterreichen können, auch das verstehe ich. Ich selbst fürchte mich auch vor den Auseinandersetzungen, die irgendwann kommen werden. Ich habe aber beschlossen, meine Grenzen einzuhalten, damit ich einfach überleben kann. Meine Schwiegermutter ist der festen Überzeugung, dass es ihr gut gehen würde, wäre noch ihr Mann am Leben oder einer ihrer Söhne zu Hause. Das stimmt einerseits, andererseits aber auch wieder nicht. Das sieht man bei denjenigen, die Trotz Partner oder Kinder, weiter in die Demenz rutschen und am Leben anderer nicht mehr teilhaben können oder wollen.


    Meine größte Sorge gilt im Moment sowieso meinem Vater und meiner Mutter. Meine Schwiegermutter ist aber diejenige, für die ich am meisten Zeit aufwende, was wohl nicht mehr lange so bleiben wird, wenn das mit meinen Eltern so weitergeht.
    Es ist halt alles wage und ich muss zusehen, dass ich selbst irgendwie stabil bleibe.


    Liebe Grüße an alle

    Hallo KiSi,


    An Ihrer Stelle würde ich ihre Mutter auf ihre Bedürfnisse ansprechen. Was macht ihr soviel Freude am Kaufen? Ich würde vielleicht auch einmal eine Sendung mit anschauen. Vielleicht erfahren Sie dann mehr. Vielleicht gibt es auch eine Alternative dazu. Was macht Ihre Mutter denn sonst noch gerne? Denn meist machen Menschen das aus Langeweile und weil es ihnen den Kick gibt, hier handeln zu können und etwas Nützliches besitzen zu können.
    Wo deponiert sie denn all die Sachen?


    Wir haben etwas Ähnliches erlebt, mit ständig überzogenem Konto ect. Das hat erst aufgehört, als sie nicht mehr alleine in die Stadt hat fahren können und als mein Partner die Bankvollmacht bekommen hat. Das hat sie erstaunlicherweise direkt gemacht, damit er ihre Überweisungen über Onlinebanking tätigen kann.


    Wenn Sie sagen, dass ihre Mutter rapide abgenommen hat, dann fehlen wahrscheinlich auch Vitamine und Mineralstoffe. Gerade B12 und Vitamin D Mangel fördern eine Demenz. Können Sie mit ihr zum Arzt gehen?


    Haben Sie eine Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung ect. bereits gemacht. Eine Bankvollmacht gehört auch oftmals dazu.


    Liebe Grüße

    Hallo Elisabetha,


    den Tipp kann ich nur unterstützen. Ich nehme auch einen B-Komplex, esse ein/zwei Esslöffel Kokosflocken am Tag für ausreichend Selen (Immunabwehr) und nehme Vitamin D ect. Habe alles vorher beim Arzt untersuchen lassen.


    Es ist zumindest eine Hilfe, um nicht durch einen Nährstoffmangel noch schneller schlapp zu machen. Denn Nährstoffmängel können äußeren Stress noch stärker werden lassen, weil der Körper unter Stress mehr verbraucht, als in ausgeglichenen Lebenslagen.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo Andydreas,


    da Sie schon einige gute Antworten erhalten haben, für den weiteren Verlauf mit ihrer Mutter, möchte ich Ihnen in Sachen Rollator etwas weiterhelfen.


    Meiner Schwiegermutter lehnt auch alles erst einmal ab, immer und grundsätzlich. So ist auch sie schon gestürzt und sie kam ins Krankenhaus und in Kurzzeitpflege immer mit dern Tendenz sofort nach Hause zu wollen. In der Zeit hat sie mich massiv mit Vorwürfen Tag für Tag belastet und alle die sie besuchen kamen auch. Sie ist nur geblieben, weil wir ihr versprochen haben, sie an einem bestimmten Tag nach Hause zu holen., was sie dann auch auf eigene Verantwortung getan hat.
    Es stand massiv auf der Kippe, ob sie bis dahin wieder laufen kann. Es ging dann einigermaßen, aber nur mit Rollator. Diesen hat mein Mann ihr einfach gekauft als sie in der Kurzzeitpflege war und hingestellt. Die Krankengymnastin hat diesen hoch gelobt und meine Schwiegermutter hat ihn akzeptiert, nachdem sie gesehen und gemerkt hat, dass er ihr das Gehen erleichtert und sie sich auch mal hinsetzen kann.


    Das gleiche haben wir mit dem Toilettensitz und dem Pflegebett durch. Alles ist abgelehnt worden und auch als das Pflegebett da war, nur Geschimpfe, aber sie schläft jeden Abend darinnen, weil es viel bequemer ist.


    Deshalb rate ich Ihnen einfach dazu, den Rollator zu kaufen, sich aber vorher genau einzulesen, über die Breite der Räder und die Fallsicherheit beim Gehen.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo Eva,


    hinter jeder Aggression liegen meist unbefriedigte Bedürfnisse. Es können aber auch chemische Ungleichgewichte im Gehirn auftreten, durch Mängel an B12 und Vit. D ect.,. Dafür müsste aber eine Untersuchung möglich sein.


    So, wie Sie die Lage beschreiben, ist eine Fremdgefährdung vorhanden und Sie müssen erst einmal außer Haus wohnen. Offensichtlich hat ihr Vater Zugang zu Alkohol, einer Waffe und zu Salzsäure und er versucht die Dinge zu lösen, indem er sich abschottet und vielleicht auch das vernichtet, worauf er seine unerfüllten Bedürfnisse projiziert.


    Wenn ihr Vater vor der Demenz auch recht dominant, manchmal auch cholerisch gewesen ist und er in negativen Situationen, auch schon mal Mordgedanken entwickelt hat, ohne sie in die Wirklichkeit umsetzen zu wollen, dann kann in der jetzigen geistigen Schieflage, verstärkt auftreten. Aber das können nur Sie selbst beurteilen.


    Ich habe vor einigen Jahren einmal von einem Fall in den Nachrichten gehört, indem ein Demenzkranker seine Frau umgebracht hat. Das ist eher die absolute Ausnahme, aber ich hätte auch keine ruhige Minute unter diesen Umständen.


    Das Dumme ist, dass für die Polizei erst etwas passieren muss, bis diese tätig werden kann. Ich würde in keinem Fall dort noch einmal einziehen, sondern nur mit Begleitung hingehen.


    Andererseits verstehe ich aber auch den Vater, der sich im Notfall selbst erschießen will. Das Wegnehmen der Waffe ect., wird für ihn ein Einschnitt in die eigene Selbstständigkeit bedeuten.


    Die Wahl zwischen Pest und Cholera wird in ihrem Fall wieder mehr als deutlich.


    Ich denke mir einfach, dass Dritte hier handeln müssen und dass Sie ausziehen sollten, bis sich die Lage irgendwie verändert hat und der Arzt hier entsprechende Untersuchungen machen kann. ect.


    Liebe Grüße an Sie

    Was sie im Kühlschrank hat, klingt oberflächlich mal nicht verkehrt, bis auf die Unmengen an Schokolade und Marmelade. Was sie davon aber tatsächlich ist, das kann das schon abenteuerlich sein.


    Die Sache mit der Schilddrüse, kann durchaus eine Möglichkeit sein, wenn ein Jod und ein Selenmangel besteht. Hat sie einmal einen Endokrinologen aufgesucht? Nicht selten werden nur wenige Werte getestet und auch nicht immer richtig interpretiert.


    Die Allergien können auch da sein. Es ist die Frage, wie diese entstanden sind. Das jemand auf Parfüme ect. mehr oder weniger reagiert, ist nicht so selten. Nickel wird ein Arzt leicht feststellen können. Kälteallergie sagt mir jetzt nicht so viel.


    Ich würde zusätzlich aber auch an einen zu hohen Altershirndruck denken. Das kann auch eine Demenz/Alzheimer auslösen. Daran müsste man aber in der Klinik gedacht haben.


    Ansonsten, ist das, was sie beschreiben, tatsächlich häufig der Fall.

    Guten Tag Miss Lemon.


    Ich habe Ihren Text mit Interesse gelesen und stelle wieder einmal fest, dass die Ausgangssituationen sich doch oftmals sehr ähneln.


    All das, was sie beschreiben, kenne ich auch. Es hat einmal jemand sehr treffend beschrieben, dass bei einer Demenz immer die anderen schuld sind. Und ohne Demenz findet eine Reflektion der äußeren Umstände statt und man schaut, warum man so und so gehandelt hat.


    Ich erlebe die Demenzen in meinem Umfeld als totale Ich-Projektionen. Man lebt von und über andere, ist quasi ein passiver oder dominanter Mitläufer im Leben, aber ein eigenes Lebensinteresse fehlt gänzlich, auch lange vor der Demenz. Das wäre die eine Seite und eine mögliche Ursache für die Erkrankung, wenn man dem Buch von Dr. Hüther und der Nonnenstudie etwas abgewinnen kann.


    Daneben gibt es auch Mangelzustände, wie B12 und Vitamin D Mangel. Beides kann Demenzen auslösen oder begünstigen. Und wenn Sie schreiben, Ihre Mutter isst so einiges nicht, aus gesundheitlichen Gründen, was ich durchaus nachvollziehen kann, dann stellt sich mir die Frage, welche Alternative hat sie sich denn erschlossen. Keine, wie ich das so rauslese. Man kann sich ohne Fleisch gut ernähren, wenn man genügend pflanzliche Proteine in der richtigen Zusammensetzung zu sich nimmt. Und zu Kuhmilch gibt auch die Alternativen wie Schaf- oder Ziegenkäse. Wenn der Proteingehalt in den Lebensmitteln zu niedrig ist, dann funktioniert der ganze Stoffwechsel immer schlechter, auch die körpereigene Verdauung und Entgiftung.


    Es stellt sich mir bei Ihrer Mutter die Frage, was zuerst da war, das Ei oder die Henne? Ist die Erinnerung schlechter, wegen einiger Mängel oder ist es umgekehrt ect.


    Ihre Mutter sollte in jedem Fall wegen der Mängel ausgiebig untersucht werden. Es können auch nicht wenige Intoleranzen wegen unzureichender Aufschlüsselung der Nahrung entstehen. Sicher hat ihre Mutter auch Eisen-, Magnesium- und Calciummangel.


    Haben Sie schon an eine Pflegestufe gedacht? Wenn man in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben will, dann ist das mit Hilfe von einem Seniorendienst ect. durchaus lange Zeit machbar. Leider fehlt hier oftmals die Einsicht.


    An Ihrer Stelle würde ich mich einmal in einem Demenzzentrum ausgiebig beraten lassen.


    Liebe Grüße an Sie

    Hallo in die Runde,


    und auch von mir einen guten Start ins Neue Jahr.


    Rosina,


    ich schließe mich hier Hanne an. Es muss nicht immer und jeden Tag ein fertig gekochtes Essen sein. Meine Schwiegermutter kocht sich manchmal etwas, meist dann, wenn sie meint, es kommt jemand zum Essen. Man kann sagen, dass sie cirka vier Mal in der Woche kocht. An anderen Tagen ist es dann eine Fertigsuppe, meist ein deftiger Eintopf mit Würstchen und dazu ein Brot. Ansonsten nascht sie halt viel zwischendurch. Und an anderen Tagen ist sind es dann mehr Butterbrote, mal mit Käse und Wurst oder Marmelade.
    Das funktioniert. Es kann auch mal sein, dass sie das Essen vergisst, aber bisher hat der Hunger sie immer dazu gebracht dann doch etwas zu Essen. Beim Trinken ist das inzwischen wesentlich schwieriger geworden. Besser wird das Ganze aber nicht, denn die Tendenz ist auch, dass ihr das zunehmend nicht mehr so wichtig ist.


    Und das Demenzkranke solche Handlungsabläufe hinbekommen, das wundert mich inzwischen nicht mehr. Denn wenn ein Bedürfnis sehr stark ist, dann springen nicht selten die alten erlernten Fähigkeiten doch noch einmal an. Das erlebe ich auch bei meiner Schwiegermutter. Ein Bedürfnis bringt auch bei jedem anderen sogenannten normalen Menschen den Verstand in Gang, ansonsten würde man gar nicht denken.


    Ich würde den Dienst für samstags und sonntags abbestellen und selbst zu händelnde Alternativen aufzeigen. Es kann ja auch ein Gericht aus der Tiefkühltruhe sein. Das muss ja nichts Schlechtes sein. Da gibt es auch einigermaßen passable Qualitäten. Ich denke mir, dass die Eltern einfach die Qualität des Essens bemängeln und das sie samstags und sonntags etwas anderes wollen. Es stimmt in der Regel leider, das die Qualität des Essens auf Rädern nicht so besonders ist.


    Liebe Grüße an alle

    Ich empfinde auch beide als Bereicherung, sowohl Sonnenblümchen als auch Angehöriger.
    Und ich würde mich freuen, von beiden wieder etwas zu hören. Ich weiß das, die Wege, die weiter rechts oder weiter links von der Mitte liegen, öfters mal kollidieren können. Es wäre schade, wenn man deshalb nicht mehr schreiben würde.


    Rosina,


    das mit dem verkorksten Weihnachten ist nicht schön. Umso wertvoller, dass Sie zu neuen Entschlüssen gekommen sind. Es ist tatsächlich so, dass irgendwann so manches Übel nicht mehr ausgleichbar oder aufhebbar ist. Meine Grenzen kenne ich hier inzwischen gut und doch habe ich hier nicht alles selbst in der Hand und dann müssen auch mal fünf gerade sein, so auch mein Entschluss. Als leicht empfinde ich das aber noch nicht wirklich.


    Liebe Grüße an alle

    Dies hier sehe ich genauso:


    Sie haben recht: die Angehörigen müssten auf ihrem Weg viel mehr gestärkt und unterstützt werden, damit sie nicht selbst zu grunde gehen....Derzeit muß ich insoweit meinen für mich passenden Weg ja relativ allein gehen.....


    Aber letztendlich haben wir hier in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern doch schon einiges an Hilfe. Aber ich verschließe trotzdem nicht die Augen davor, dass es für einen selbst kritisch werden kann, je weiter die Krankheit voranschreitet und der Demenzkranke nicht mehr bedürfnisorientiert mitdenken kann oder will.
    Dann steht autoamtisch irgendwann ein Leben gegen das andere. Und das verletzt einfach nur zutiefst. Das will keiner. Stirbt der Demenzkranke nicht vorher, dann ist psychische Belastung einfach da, denn man kann eben nicht 24 Stunden pro Tag um ihn herum sein, um seinen Wünschen gerecht zu werden, die aber durch die fehlende verstandliche Zuordnung immer lebensferner werden, bis auf wenige Ausnahmen.


    Liebe Grüße

    Hallo Angehöriger,


    mir geht das nicht auf die Nerven. Auf die Nerven gehen mir Sachen, die ich gedanklich/emotional nicht nachempfinden kann.
    Ich kann die Menschen hier verstehen, aber genauso verstehe ich Sie.


    Die Demenz ist ein zweischneidiges Schwert und man kann durchaus in seinen Entscheidungen mal weiter rechts oder weiter links, von der Mitte aus gesehen, liegen. Und je weiter man sich rechts oder links bewegt, desto mehr wird man die gegenüberliegende Seite triggern. Ich glaube zudem, dass die tiefsten Verletzungen in der Hilflosigkeit liegen, die die Krankheit automatisch mit sich bringt und egal welche Seite man bedient, es wird nichts davon optimal sein.
    Mir haben Ihre Antworten, neben den anderen, auch gut geholfen.

    Ich finde es auch schade, Sonnenblümchen.


    Meine Erfahrung ist die, dass man Menschen dann am besten verstehen kann, wenn man die Bedürfnisse hinter der Handlung nachvollziehen kann.


    Meist gelingt es mir beide Seiten zu verstehen. Worte können leider verletzen, wenn nur das eigene Bedürfnis gesehen wird.


    Ich wünsche Ihnen jedenfalls alles Gute und vielleicht begegnen wir uns doch noch einmal wieder.

    Danke, auch Ihnen Angehöriger.


    Was Sie über ihre Mutter schreiben, kommt im Alter gar nicht so selten vor. Und Sie haben recht, man hat immer zwei Möglichkeiten, um mit den Umständen umzugehen.


    Ihr letzter Absatz ist genau das, was ich mir wohl erst mühsam antrainieren muss. Seit zehn Jahren werde ich immer wieder emotional erpresst, auch vor der Demenz und ich habe gewusst, eines Tages steht ihr Leben gegen meines, wenn sie nicht vorher stirbt. Vor der Demenz ist es mir leichter gefallen Grenzen zu ziehen. Es fällt mir leider schwer, aber ich muss es irgendwie schaffen.


    lLiebe Grüße

    Vielen Dank Wissenssucherin für Ihre umfangreichen Tipps. Mir gefällt ihr Nick-Name, weil ich mich ähnlich sehe.


    Die Sache mit dem süßen Saft ginge bei uns gar nicht. Meine Schwiegermutter mag keine süßen Getränke. Aber die Idee mit dem Foto und der Karaffe, das werde ich einmal versuchen.
    Meine Schwiegermutter trinkt manchmal ganz gerne Brühe, eine große Tasse voll, aber das auch nur einmal am Tag.


    Da Sie in ihrer Antwort die Getränke mal alle so durchgespielt haben, sehe ich jetzt auch im Kakao, der nicht zu süß sein darf, noch eine Option.


    Das eigentliche Problem liegt aber nicht nur beim Trinken und manchmal auch Essen vergessen, sondern vielmehr auch darin, dass sie das bewusst unterlässt, wenn sie in einem seelischen Tief drin steckt. Sie benutzt das dann als Druckmittel, dass man sich doch mehr kümmern soll, obwohl ich hier nicht mehr geben kann. Ich habe ihr das auch schon mal gesagt, dass ich gerne für sie da bin und das ich mich gerne um sie kümmere, aber dass ich nicht alles alleine für sie tun kann. Dann sagt sie, dass ich das ja auch nicht soll.
    Eines versteht meine Schwiegermutter aber bis heute nicht, dass unbefriedigte Bedürfnisse stärker sind, als ihre verstandlichen Konstrukte, die sie sich da im Laufe des Lebens zurecht gelegt hat. Das erfahre ich bei fast allen Demenzkranken, dass sie so gut wie nie über ihre eigenen Bedürfnisse nachgedacht haben, sondern diese immer emotional anderen überlassen haben. Bei meiner Mutter, die ebenfalls mehr und mehr in die Demenz schlittert, ist das offensichtlich. Eigene Bedürfnisse, außer den in der Kindheit vermittelten, sind ihr ein Fremdwort und die Ressourcen, die man brauchen würde, um diese zu befriedigen, auch.
    Für andere etwas geben können, entweder weil man muss oder weil man den Drang danach hat, dass haben zum Beispiel meine Schwiegermutter und meine Mutter, aber bei sich selbst war da nie auch nur ein Gedankengang gewesen, was sie denn im Alter brauchen könnten usw.
    Beide wollten es besser machen als die eigenen Mütter. Meine Schwiegermutter will auf keinen Fall in ein Heim, weil sie ihre Mutter selbst nie hat versorgen oder pflegen müssen, sondern nur so neben bei, davon etwas mitbekommen hat. Die Schwester hat hier den Hauptpart übernommen. Heim ist für sie Freiheitsberaubung. Meine Mutter will auf jeden Fall in ein Heim, weil sie ihre Mutter hat pflegen müssen. Aber bei ihr sehe ich da trotzdem einen Interessenkonflikt, denn ihre Bedürfnisse sind doch ein bisschen anders, als ihre heroische Vorstellung.


    Sorry, das ich so weit ausgeholt habe, von den Getränken zur Demenzpsyche hin, aber das eine hat mit dem anderen doch viel zu tun, wie ich leider feststellen muss.

    Hallo in die Runde.


    Ich wollte eigentlich auf einige andere Themen hier antworten, aber im Moment geht es mir selbst mal wieder schlecht.
    Meine Schwiegermutter vergisst zunehmend zu trinken. Es ist jeden Tag jemand da, der sie auch erinnert, auch der Pflegedienst ist unterrichtet. Aber sie hat ja bereits getrunken, will nicht ect. Vor ein paar Tagen, war es dann soweit, dass das Konsequenzen mit sich gebracht hat. Ich habe sie zitternd, unterkühlt, trotz Kleidung und mit Fieber vorgefunden. Sie konnte sich kaum auf den Beinen halten. Ich habe den Notarztwagen gerufen, ihr vorher Tee gegeben, den sie nur zur Hälfte getrunken hat. Als der Notarztwagen eingetroffen ist, war das Zittern aber weg. Natürlich wollte man sie mitnehmen. Aber sie wollte nicht. Ich habe dann gesagt, ich würde versuchen ihr weiter zu trinken geben und schauen, wie es sich entwickelt. Ich habe ihr dann Brühe und Wasser hingestellt und ihr gesagt, entweder Trinken oder Krankenhaus. Sie hat getrunken und zunehmend ist ihr wärmer geworden, Ihr Gedächtnis, was vorher völlig daneben gewesen ist, außer der wehrhaften Art, ist zunehmen besser geworden usw. Ich habe dann mit dem Sohn gesprochen, der zur Not bei ihr nachts vorbeigeschaut hätte, wenn etwas ist. Wir haben eine Kamera.
    Ich selbst bin angeschlagen. Sie hat dann in der Nacht super geschlafen, wie ich gesehen habe. Ich bin kaum zur Ruhe gekommen. Am nächsten Tag war wieder alles wie vorher. Aber zunehmend wird es schwieriger mit ihr, auch mit ihrer Psyche. Heute hat sie die liebe Frau nach Hause geschickt, mit der sie sonst sich gerne unterhält ect.
    Bei mir lässt sie durchblicken, dass sie ja doch gerne hätte, das wir zu ihr ziehen sollen oder umgekehrt. Ich aber weiß, das geht nicht gut. Meine Arbeit, meine Eltern, mein Leben ect. das kann sie nicht akzeptieren, weil sie jemanden ganz für sich will, ohne wenn und aber. Aber auch das reicht ihr nicht. Ich bin schon einmal mehrere Monate jeden Tag nachmittags bei ihr gewesen und es hat ihr nicht gereicht. Weder ihre Psyche noch sonst etwas, war anders als jetzt. Bei uns im Hause ist es wie gesagt still, wir wohnen ländlich. Sie ist ein Stadtmensch und wohnt in der Nähe. Sie geht gerne in die Stadt, auch wenn sie sich über die Mühe mit dem Rollator beschwert. Sie braucht gut funktionierende mehrere Personen, ohne größere Mängel, die sich mit ihr beschäftigen. Das kann ja keiner leisten.


    Ich leide wieder unter ihrer stillen Erpressung. Sie lehnt immer noch alles ab: waschen nicht, mit anderen Personen außer mir in die Stadt fahren, Tablettengabe (diese nimmt sie wahllos ein, sortiert aus ect.) Sie will nur eines, nicht alleine sein, was ich verstehe, aber sie hat sich nie um das Wie gekümmert. Und mir bürdet sie das auf, ohne auf ihre eigenen oder meine Bedürfnisse Rücksicht zu nehmen.


    Wie soll man denn damit weiter umgehen? Ich versuche ihr noch einmal zu sagen, dass Sie mehr Hilfe annehmen muss und ich versuche ihr zu sagen, dass ihre Bedürfnisse über mich und meinen Partner gar nicht gestillt werden können, selbst wenn wir das versuchen würden. Ihr schwebt die Mitte des Lebens vor, als sie für alle hat kochen können und immer mehrere Personen um sie herum gewesen sind.


    Jeden Tag in der Woche hat sie jemand, der bei ihr ist, vormittags mehrmals auch mein Partner und dessen Bruder für eine Stunde, sonntags nachmittags immer mein Partner, ansonsten wochentags/nachmittags zwei Frauen und ich im Wechsel oder zusammen.


    Was sollen wir denn noch tun, um das auffangen zu können? Das Essen wird auch langsam ein Problem, aber noch nicht so wie das Trinken.


    Liebe Grüße an Alle

    Hallo in die Runde :)


    Es stimmt tatsächlich, dass ein Großteil der Menschen in der nahen oder auch weiteren Umgebung, nichts mit den Sorgen von von Angehörigen anfangen können. Und es stimmt genauso, dass so gut wie jeder eigene ungelöste Probleme hat. Ich erfahre auch immer wieder Unterschiede beim echten Interesse oder bei den sogenannten uninteressierten Höflichkeitsfloskeln. Aber es existieren trotzdem einige wenige Personen, die meine Probleme wirklich interessieren. Dann findet ein verständnisvoller, aufbauender und hilfreicher Dialog statt. Bei den meisten Menschen ist das nicht der Fall, weil sie sich diesen Lebensbereich noch nicht angesehen haben und sie sich generell von Lebenskrisen lieber fernhalten, weil es sie selbst runterzieht und sie hier keine Antworten haben. Und das verstehe ich wiederum auch. Lebenskrisen triggern oftmals eigene Mängel, die man im Leben mit sich trägt. Ich habe zudem festgestellt, dass es dann plötzlich ganz ruhig auf der anderen Seite wird, weil sich auch hier bereits das nahende Alter bemerkbar macht ect.


    Trotzdem finde ich es unhöflich, wenn man auf eine Frage hin, tatsächlich etwas von sich erzählt und der andere kann einem noch nicht einmal halbwegs folgen. Ich hätte dann auch ehrlich gesagt: "Ich stelle fest, du kannst mit dem Thema nicht viel anfangen, dann erzähl du doch mal wie es dir geht." Und das meine ich dann auch so wie ich es sage. Und ich kann dem dann auch folgen und wenn nicht, dann sage ich das auch ehrlich.


    Liebe Grüße

    Ich verstehe Sie gut, Frida. Wenn Ihre Mutter nur dreimal die Woche in einer Tagespflege ist, dann bleibt dazwischen noch viel Zeit übrig. Was hat sie denn für eine Pflegestufe?
    Wäre vielleicht auch eine Seniorenbetreuerin für zu Hause möglich?
    Ich bin weiterhin für Demenzdörfer und das in jeder Stadt mehrfach, anstelle von Altenheimen. Die wenigsten Menschen können dauerhaft mit einem Demenzkranken zusammenleben, ohne selbst massiv an Substanz zu verlieren.
    Auch ihr Vater sollte gut auf sich hören und seine Ressourcen überdenken und gegebenenfalls, sich zusätzliche Hilfe nehmen, wenn die finanziellen Mittel das erlauben.