Beiträge von Andydreas

    Hallo Rose,


    ich gehe mal davon aus, dass Ihre Mutter einen Pflegegrad hat. Sie sagen, dass Sie sich wünschten, dass Ihre Mutter öfter Besuch bekommt. Können Sie denn nicht vielleicht die monatliche Zusatzleistung der Pflegekasse von 125 Euro dafür verwenden über die Alzheimer Gesellschaft, das DRK oder eine andere Institution eine Seniorenbegleiterin zu finden, die Ihre Mütter 1 - 2 mal in der Woche besucht ?

    Nach meinen Erfahrungen kosten die 10 Euro pro Stunde, die durch die besagten 125 Euro abgedeckt werden würden. Es handelt sich um geschulte Personen. Wenn es Ihnen gelingt jemanden bei Ihrer Mutter einzuschleusen wäre das doch die halbe Miete. Ich habe es damals bei meiner Mutter nicht geschafft, weil sie alles ablehnte. Vielleicht haben Sie bei Ihrer Mutter mehr Glück ?

    Wäre meines Erachtens doch einen Versuch wert.


    Viele Grüße

    Hallo Teuteburger,


    ja, ich lese hier immer noch regelmäßig mit und fände es schade, wenn jemand das Forum verlassen sollte. Meine Leidenszeit, bzw. die meiner Mutter liegt zwar schon etwas zurück. Dennoch fühle ich mich hier vielen Mitleidenden verbunden und nehme Anteil an deren Schicksal. Außerdem hoffe ich immer vielleicht mit dem einen oder anderen Ratschlag helfen zu können. Ich hatte hier nie ein Problem damit hier meinen Gefühlen freien Lauf zu lassen, da die Anonymität doch hier gewährleistet ist. Letztendlich geht es doch um die Sache. Durch Corona ist das Thema Demenz doch stark in den Hintergrund gedrückt worden. Ich denke jedoch, dass es uns alle auch in der Zukunft vermehrt beschäftigen wird. Ich hoffe, dass es künftig wieder mehr Beachtung finden werden wird, denn wer damit zu tun hatte weiß, dass das keine Bagatelle ist.

    Grüße an alle, die damit zu tun haben.

    Hallo in die Runde,


    ich habe mich auch schon lange mit dem Thema befasst und sehe es auch als sehr kompliziert an. Ich habe dazu auf You Tube eine Doku mit dem Namen "Frau S. will sterben" angesehen und war da etwas zwiespältig. Frau S. machte mir doch noch einen relativ rüstigen Eindruck. Vor allem war sie in der Lage im vollen Umfang zu kommunizieren und ihre Sichtweise darzulegen. Das gilt/galt jedoch für unsere demenzkranken Angehörigen nicht mehr. So eine wichtige Entscheidung hätte meine Mutter schon seit Jahren nicht mehr treffen können.

    Bei einem selbst bestimmten Sterben belastet man eigentlich immer andere mit. Wer sich vor einen Zug schmeißt belastet den Lokführer. Wer sich selbst tötet belastet diejenigen, die diese Person vorfinden und natürlich auch seine Angehörigen. Ich hatte einen Bruder, der mit seinem Leben nicht mehr klarkam und sich deshalb im Alter von 23 aufhängte. Für ihn hatten sich seine Probleme damit erledigt. Was er jedoch nicht bedachte, was das für die Eltern und auch für mich bedeutete. Das sollte bei einer solchen Entscheidungen mitzählen. Ich habe viele Jahre versucht ihn zu verstehen und Mitgefühl mit ihm und seiner Entscheidung zu haben. Heute mischt sich jedoch auch Groll und Unverständnis darunter. Ich durfte in den letzten Jahren miterleben wie die Demenz meine Mutter aufgefressen hat und sie letztendlich hat sterben lassen. Ich weiß jedoch auch wie sie in den letzten 30 Jahren unter der Entscheidung meines Bruders leiden musste. Mein Vater, der bereits 2005 verstarb natürlich auch.

    Ich habe auch das Schicksal der letzte aus unserer Familie zu sein und mich umtreiben auch Gedanken über mein Älterwerden, denn ich bin nun auch schon 62 Jahre alt und stehe vor der Rente.

    Die Gefahr selber dement oder pflegebedürftig zu werden ist durchaus gegeben, aber der Gedanke an Selbstmord ist mir doch noch sehr fremd. Vielleicht denke ich anders, wenn es einmal soweit ist.

    Hallo Sonnenblümchen,


    eine tolle Idee und ich bin natürlich mit dabei. Meine Mama, die ich sehr geliebt habe ist ja nun schon ein gutes halbes Jahr von mir gegangen. Es gibt und es wird auch weiterhin Momente geben an denen ich viel an sie denken muss.

    Nach der schweren Zeit der Trauer hat der Schmerz etwas nachgelassen und ich fühle mich in der Lage Veränderungen vorzunehmen. Ich werde also Ende April in eine kleinere Wohnung umziehen und ich habe schon einige Sachen durch einen Entrümpler entfernen lassen. Nach meinem Umzug erfolgt dann der zweite Teil. Mich bedrückt immer der Gedanke, dass ein Mensch einfach nach und nach verschwindet. Ich versuche ihr Andenken zu wahren und fahre regelmäßig alle 2 Wochen zum Grab und lege frische Blumen drauf.

    Ich gehe davon aus, dass sie (und mein Vater, der bereits 2005 verstorben ist) ein wichtiger Teil in meinem Leben bleiben werden.

    Vielleicht verstärkt der Umstand, dass ich sie fast während der gesamten Demenzzeit betreut habe diesen Umstand sogar.

    Hallo Teuteberger,


    auch von mir natürlich mein herzliches Beileid. Diese Erfahrung liegt bei mir ja schon etwas zurück, aber das Gefühl des Mitleids, der Trauer, aber auch der Erlösung und Erleichterung sind immer noch vorhanden und wird bleiben.


    Alles Gute

    Andreas

    Hallo Sonnenblümchen,

    bei mir war es ähnlich. Ich hatte die meiste Zeit die Frau vor Augen, die sie zuletzt war. Da war nur noch wenig menschliches und sie hatte nichts mehr von der Person, die mir fast mein ganzes Leben hilfreich zur Seite stand und mich immer unterstützt hat. Daher konnte ich ihren Tod als Erlösung betrachten und mir selber sagen, dass es für uns beide das Beste war. Ich habe dann auch sofort versucht mein "neues Leben" zu beginnen. Ich habe mich auf dem Wohnungsmarkt umgesehen, da ich ja jetzt diese riesige und auch sehr teure Wohnung nicht mehr brauchte und war auch kurz vor dem Abschluss eines Mietvertrages als ich merkte, dass ich noch lange nicht so weit war. Ich habe dann die Notbremse gezogen und beschlossen erst mal alles auf Eis zu legen. Ich sah mich auch nicht in der Lage mich ihre Angelegenheiten zu kümmern. Ich habe mal von den sogenannten Trauerphasen gelesen. Da muss man durch. Die letzten Monate verschwinden so langsam und der Mensch, der sie mal war kommt so langsam zurück. Das dauert seine Zeit. Ich schrieb ja schon mal , dass das ein halbes Jahr bei mir brauchte. Etwas tröstend ist vielleicht die Tatsache, dass wir beide uns wirklich kein schlechtes Gewissen machen müssen, denn wir haben viel mehr für unsere Mütter getan, als die meisten anderen.

    Ich habe dazu so meine ganz eigene Meinung.

    Also lass Dir Zeit und lass sacken.


    Viele Grüße

    Andreas

    Hallo Sonnenblümchen,


    ich möchte Dir mein tiefempfundenes Beileid aussprechen. Wir haben ja hier eine lange Zeit miteinander kommuniziert und ich weiß was Du alles in den letzten Jahren mitgemacht hast. Auch Dir möchte ich den Rat geben alles eine Zeit lang sacken zu lassen. Es wird wieder leichter.

    Alles Gute und sei gedrückt.

    Andreas

    Hallo Merle,

    ich möchte Dir mal etwas Mut zusprechen. Ich habe genau das gleiche durchgemacht. Ich habe meine Mutter so lange alleine gepflegt wie ich glaubte es verantworten zu können. Dann ließ ich sie ins Krankenhaus einliefern, weil ich ihren Tod nicht verantworten wollte. Vom Krankenhaus kam sie in ein Heim. War aber schon bettlägerig und nicht mehr ansprechbar. Trotzdem war sie dann in einer gewissen ärztlichen Beobachtung. Sie starb etwa 2 Monate nach der Einlieferung ins Heim. Es sah so aus, als ob sie friedlich eingeschlafen sei. Auch sie hatte Wochen vorher begonnen nichts mehr zu essen und zu trinken.

    Ich habe lange sehr viel gegrübelt, ob und ggf. was ich alles falsch gemacht hatte kam dann aber zu dem Ergebnis, dass ich mehr nicht hätte tun können.

    Nach ihrem Tod brauchte ich etwa 6 Monate um einigermaßen über die Tatsache hinwegzukommen. Heute kann ich Dir berichten, dass es mit der Zeit wirklich leichter wird. Du musst Dir wirklich Zeit lassen. Die Erleichterung kam wirklich von einem auf den anderen Moment.

    Ich habe in der vergangenen Woche entrümpelt und werde morgen voraussichtlich einen Mietvertrag unterschreiben und dann umziehen, da unsere gemeinsame Wohnung viel zu groß und zu teuer war.

    Es gibt also einen Silberstreifen am Horizont.


    Viele Grüße

    Andreas

    Hallo Gobis,

    bei meiner Mutter war es genauso. Mein Tipp wäre Babykost (aber etwas würzen). Gut kamen auch weichgekochte Eier und Bananen an. Damit habe ich sie einen langen Zeitraum noch ernähren können. Gibt es vielleicht Schluckbeschwerden ? Vielleicht mal den Hausarzt frage ?


    Alles Gute.

    Hallo Merle,

    auch von mir mein herzlichstes Beileid. Meine Mutter ist im August 2020 verstorben. Auch ich habe sie jahrelang gepflegt und weiß also genau was in Ihnen vorgeht. Es wird lange Zeit brauchen das alles zu verarbeiten. Ich hatte nach dem Tod meiner Mutter versucht sofort zu agieren und mein Leben neu zu ordnen. Das funktioniert aber nicht. Lassen Sie sich also Zeit das erlebte zu verarbeiten. Es bleibt Ihnen die Gewissheit alles mögliche getan zu haben.


    Ihnen alles Gute

    Andreas

    Hallo in die Runde,

    ich war auch lange Zeit ein Mitglied dieser Runde, weil ich meine Mutter, die auch an Demenz erkrankt war jahrelang zu Hause gepflegt habe. Einige erinnern sich vielleicht noch an mich.

    Nun ist meine Mutter im August dieses Jahres in einem Heim verstorben. Sie war dort nur ca. 2 Monate.

    Sie war meine letzte Angehörige und ich hatte wirklich keine schönen Weihnachten. Es spukt einem noch immer vieles im Kopf herum und das wird sicherlich noch einige Zeit brauchen.

    Ich möchte euch allen trotz aller Probleme einen guten Rutsch wünschen mit der Hoffnung verbunden, dass es im kommenden Jahr besser wird. Ich lese hier auch regelmäßig mit und werde mich melden, wenn ich vielleicht helfen kann.


    Alles Gute

    Hallo Ingo,
    da ich jahrelang in einer ähnlichen Situation war und meine Mutter alleine zu Hause gepflegt habe vielleicht einige Anmerkungen. Aus meiner Erfahrung gibt es für den pflegenden Angehörigen 3 Phasen, die durchgestanden werden müssen. Als erstes unterstützt man nur den dementen Angehörigen und lässt ihn so viel wie möglich selber machen. Ab einem gewissen Zeitpunkt wird aus der Unterstützung eine Betreuung. Der Zeitaufwand und auch die zu übernehmenden Aufgaben erhöhen sich sehr schnell, da die Betroffene immer weniger selber leisten kann. Die letzte Phase ist dann die eigentliche Pflege, die unter anderem auch mit sehr unangenehmen Aufgaben begleitet wird. Das Hauptthema dieser Phase ist dann zum einen die mit ziemlicher Sicherheit auftretende Inkontinenz, aber auch die zunehmende Verwirrtheit macht einem sehr zu schaffen.
    Ich habe meine Mutter bis 2 Monate vor ihrem Tod alleine bei mir gehabt. Dann musste ich sie in ein Heim abgeben, weil sie Essen und Trinken verweigerte und ich die Verantwortung für ihren Tod nicht übernehmen wollte und konnte. Im Heim ist sie dann vor ca. 4 Wochen gestorben. Offensichtlich entspannt eingeschlafen.
    Wenn sie also diesen Weg gehen wollen müssen sie sich im klaren sein was da auf sie zukommen wird. Ich musste ohne Hilfe auskommen, weil meine Mutter jegliche Unterstützung abgelehnt hat.
    Leider habe ich auch keine weiteren Verwandten mehr, was die Sache sehr erschwerte.
    Sie haben ja wohl noch weitere Angehörige, die sie unterstützen könnten. Außerdem beschreiben Sie Ihre Mutter als ruhig und zugänglich, was ggf. die Installation eines Pflegedienstes und ev. Seniorenbegleiters ermöglichen könnte, was eine große Hilfe wäre.
    Vergewissern Sie sich, ob Ihre Familie mitziehen würde und Sie bei der Pflege unterstützen würde.
    Ich habe die Gegebenheiten im Pflegeheim als unangenehm empfunden und bin heute froh, dass sie erst ganz m Schluss dorthin musste.
    Entscheidend dürft aus meiner Sicht auch die weitere Entwicklung Ihrer Mutter sein,.
    Meine Mutter hatte eine stark ausgeprägte Hinlauftendenz entwickelt und das hat zu vielen Konflikten und Problemen geführt.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Mutter nur das Beste und dass Sie die richtige Entscheidung treffen.


    Alles Gute

    Hallo Sonnenblümchen,


    ja, es war erträglich. Sie ist jetzt wieder bei ihrem Ehemann.
    Danke fürs an mich denken.
    Ich bemerke bereits, dass das Thema Demenz etwas mehr in den Hintergrund gerät, aber so ganz loslassen wird es mich wohl nicht mehr. Jetzt wird in aller Ruhe entrümpelt. Da wird es auch noch viele nachdenkliche Momente geben.
    Ich werde dem Forum sicherlich noch erhaltan bleiben. Gruß an alle.

    Vielen Dank Sonnenblümchen,
    ich denke ich konnte eine angemessene Trauerfeier mit Hilfe des Bestattungsunternehmens organisieren. Leider gab es bisher nur 6 Anmeldungen, aber das liegt natürlich auch daran, dass sie aufgrund der Krankheit seit 15 Jahren isoliert war. Ich hoffe dass das Wetter mitspielt. Obwohl ich nicht religiös bin habe ich doch die hiesige Pastorin für die Durchführung gewinnen können. Meine Mutter war ja auch zeitlebens in der Kirche.
    Im Anschluss an die Beerdigung werden wir uns gemeinsam in einem kleinen Cafe zusammensetzen und meiner Mutter gedenken.
    Ich habe in den letzten Tagen viele Dokus zum Thema Demenz gesehen und leider festgestellt, dass meine Realität eigentlich schlimmer war. Es ist aber auch nicht leicht die Emotionen, die einen befallen sichtbar zu machen. Insgeheim freue ich mich darauf, dass die Demenz vorerst kein Thema in meinem Leben mehr spielen wird.
    Danke noch mal an alle fürs Mitfühlen.

    Vielen Dank für die netten Worte an alle.
    Am kommenden Dienstag findet nun die Beerdigungin einem sehr kleinen Kreis statt.
    Danach muss ich dann unseren gemeinsamen Haushalt auflösen und mich so langsam nach einer neuen, kleineren Wohnung umsehen.
    Allen hier im Forum wünsche ich Antworten auf alle Fragen und gute Ratschläge, die in unserer Situation weiterhelfen.
    Alles Gute.

    Hallo Sabine,
    ergänzend zu den bisherigen Ratschlägen empfehle ich Ihnen die sogenannte Notfallkarte.
    Es werden alle Daten eingetragen und in die Handtasche gesteckt. Die Karte hat ein handliches Format. Ich habe meine beim SOVD bekommen. Gibt es bestimmt auch bei anderen Stellen (Pflegekasse, Apotheke Internet)..
    Gibt eine gewisse Beruhigung.
    Das Fernsehverhalten kannte ich bei meiner Mutter auch. Allerdings fing sie sehr bald damit an sich vor den Personen im Fernsehen zu fürchten.
    Also aufüpassen was man sie sehen lässt. Für das Weglaufen hatte ich einen GPS-Tracker und für zu Hause Überwachungskameras. Gints u.a. bei der Telekom. Ohne diese Hilfsmittel hätte ich sie kau, so lange betreuen und pflegen können,
    Alles Gute

    Hallo,


    meine Mutter ist gestern verstorben.


    Ich möchte mich ausdrücklich bei allen hier im Forum bedanken.
    Ich fand hier immer ein offenes Ohr für all die Probleme, die beim Thema Demenz auftreten.
    Ich werde meiner Mutter eine würdige Trauerfeier organisieren und anschließend ihren Nachlass regeln.
    Ich konnte gestern im Heim von ihr Abschied nehmen und dabei feststellen dass sie wohl friedlich eingeschlafen ist, soweit man das beurteilen kann.
    Es wird mir gut tun mich demnächst für eine Weile nicht mehr so ausführlich mit dem Thema Demenz beschäftigen zu müssen. Irgendwann werde ich wohl selber davon betroffen sein, aber das kann noch dauern.
    Ich verabschiede mich von allen und wünsche allen viel Kraft. Natürlich werde ich hier regelmäßig reinschauen.


    Vielen Dank und Tschüß.

    Hallo Buffy,


    auch meine Mutter hatte immer das sehr starke Bedürfnis davonzulaufen. Auch hatte einen GPS-Tracker und Überwachungskameras.
    Ich habe hier im Forum gelernt, dass es sich eigentlich nicht um ein Weglaufen, sondern ein Hinlaufen handelt.
    Meine Mutter war immer auf der Suche nach ihrem alten zu Hause, dass es schon seit etlichen Jahren nicht mehr gab. Sie wollte immer zu ihrer Mutter oder Oma laufen und ließ sich auch nicht davon abbringen. Wenn ich ihr erzählte, dass diese schon lange verstorben seien kam es immer zu sehr erschreckenden Reaktionen. Das habe ich dann tunlichst sein lassen und bin immer hinter ihr hergelaufen um sie wieder nach Hause zu holen. So hatten wir 3-5 Spaziergänge jeden Tag und kamen im Schnitt auf 10 Km täglich.
    Leider sind die Heime, die ich kennengelernt habe darauf meistens nicht eingestellt.
    Bei meiner Suche bekam ich laufend Ablehnungen, da man ja schließlich niemanden einsperren darf. Es gab zwar ein paar Einrichtungen, die mir sagten, dass sie entsprechende Konzepte entwickelt hätten, aber sicher waren die alle nicht.
    Vielleicht solltest Du erst mal versuchen der Sache auf den Grund zu gehen. Warum läuft sie denn weg, bzw. hin ?
    Aber letztendlich wir es da auch keine erschöpfende Antwort geben. Ich wünsche Dir viel Glück bei der Suche. Ich würde auch mal bei den üblichen Anlaufstellen nachfragen.


    Alles Gute.

    Hallo,


    auch ich musste ja bekanntlich nach jahrelangem Kampf aufgeben und meine Mutter in ein Heim geben. Es gab für mich keine andere Lösung mehr.
    Ich hatte auch in der ersten Zeit ein schlechtes Gewissen deswegen, da ich mir auch vorgenommen bis zum Ende durchzuhalten, so dass sie zu Hause friedlich sterben könne, aber das sie die Nahrungsaufnahme völlig eingestellt hatte und auch kaum noch trank wurde mir die Verantwortung zu groß.
    Der Weg ging über das Krankenhaus in ein Heim in der Nähe.
    Plötzlich war alles ganz einfach. Es wurde in kürzester Zeit eine entsprechende Einrichtung gefunden.
    Meine Mutter kann das Bett kaum noch verlassen. Sie hat auch keinerlei Kontakt zu anderen Bewohnern. Sie spricht fast nicht mehr, verweigert weiterhin jede Nahrungsaufnahme und trinkt auch zu wenig.
    Ich besuche sie jeden Sonntag Nachmittag für eine gute Stunde. Sie nimmt mich kaum noch wahr und zeigt mir die kalte Schulter. Beim letzten Besuch hat sie sich offensichtlich schlafend gestellt um nicht mit mir reden zu müssen.
    Finde ich auch sehr bedrückend. Aber wichtig ist mir, dass ich kein schlechtes Gewissen haben muss, weil ich mir sagen kann, dass ich sehr viel für sie getan habe. Durch die Aufnahme im Heim ist mir eine gewisse Abnabelung gelungen, die eigentlich schon vor etlichen Jahren hätte stattfinden müssen.
    Nichtsdestotrotz werde ich sie auch weiterhin im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstützen. Ich weiß sie versorgt. Auch medizinisch wird sie beobachtet, da die Einrichtung mit einer Arztpraxis zusammen arbeitet, die sich in diesem Bereich auskennt. Was mich bedrückt ist also nicht das schlechte Gewissen, sondern das unendliche Mitgefühl mit meiner Mutter, die so ein schweres Leben ertragen musste und jetzt alleine ihren letzten Kampf mit sich selber ausfechten muss. Sie wird nicht künstlich ernährt werden, da das in einer Patientenverfügung so festgehalten wurde. Also Lulu auch ich vermisse meine Mutter sehr, kann aber wirklich nichts mehr für sie tun. Nur noch im Rahmen meiner Möglichkeiten unterstützen. 'Wichtig ist die eigene Gewissheit alles getan zu haben was ging.

    Hallo Mitleidende,
    ich musste meine Mutter nach jahrelangem Kamps vor ca. 4 Wochen erst ins Krankenhaus und von dort in ein Heim geben. Meine Frage: Wie oft sollte ich meine Mutter dort besuchen.
    Da ich ab 1.7.2020 meine Arbeit wieder aufgenommen habe wird es schwierig mehr als1 x am Wochenende hinzufahren. Die Einrichtung ist ca. 20 km entfernt. Ich bleibe eine Stunde und versuche in der Zeit ihr Nahrung und Flüssigkeit zuzuführen. Eine Unterhaltung lässt ihr Gesundheitszustand nicht mehr zu. Man überlegte von Seiten des Arztes auch schon eine Magensonde zu legen. Da sie aber eine Patientenverfügung hat, die dies verbietet wurde davon abgesehen. Desweiteren wollte der Arzt ihr im Rahmen der Palliativmedizin auch Morphium verabreichen. Da ich jedoch das Gefühl habe, dass sie noch keine Schmerzen empfindet haben wir vorerst davon abgesehen. Also sollte ich versuchen öfter hinzufahren und sollte ich meine Besuchszeiten ausdehnen ?
    Danke