Beiträge von Hubert

    Sehr geehrter Herr Dr. Kaiser,


    vielen Dank für Ihre Antwort. Ich werde mal sehen, was ich erreichen kann. Wahrscheinlich kommt nur die Untersuchung in der Wohnung in Frage.


    Hubert

    Hallo,


    meine Mutter (71) leidet seit ca. 20 Jahren unter zunehmendem Realitätsverlust. Dies begann mit beruflicher Überforderung (Umstieg auf PC, Weigerung zu Fortbildungen etc.) und führte zu psychosomatischen Krankheiten (Ärztemarathon, Heilpraktiker etc.). Sobald ein Arzt psychische Ursachen ansprach, wurde er gewechselt. Wenn ein ihr verschriebenes Medikament Hinweise auf Psychopharmaka gibt, nimmt sie es nicht ein. Mit 57 wurde sie verrentet. Ihr Zustand verschlechterte sich über die Jahre schleichend aber unaufhörlich, was ein konkretes Eingreifen/Handeln nicht nötig machte. Deshalb haben wir die Sache auch verschleppt. Dazu gehört auch, dass das Thema unerfreulich ist, weil sie sofort aggressiv wird, wenn wir es ansprechen und wir seit 10 Jahren ca. 450 km von meinen Eltern entfernt wohnen. Wir telefonieren häufig, sehen uns aber nur ca. 3 – 4 mal pro Jahr.


    Nachdem wir nun seit einer Woche Besuch von meinen Eltern haben und von früh bis spät zusammen sind, stellen wir fest, dass ihr Zustand, vor allem für meinen Vater, inzwischen untragbar ist. Mein Vater ist über 70 und herzkrank.


    Die auffälligsten Verhaltensweisen sind, dass sie ununterbrochen (teilweise auch nachts) über ständig wiederkehrende Themen (hauptsächlich über meinen Vater) auch mit wildfremden Personen schimpft, kaum ein normales Gespräch mit ihr geführt werden kann und sie ein übertriebenes, aber völlig irrationales und wechselndes Gesundheits- und Essverhalten an den Tag legt. Darauf angesprochen, reagiert sie schreiend oder ignorierend. Nachdem sie vor zwei Jahren einen Autounfall mit Fahrerflucht beging, versucht mein Vater, bisher erfolgreich, zu verhindern, dass sie weiterhin Auto fährt, eine Einsicht ist jedoch nicht vorhanden.


    Der Hausarzt sagt, er könne nichts tun, solange meine Mutter sich gegen eine Behandlung wehrt und keine direkte Gefahr für sie oder andere besteht. Für meinen Vater ist der Zustand aber kaum noch auszuhalten. Gibt es eine Möglichkeit, sie trotzdem zu einer Untersuchung oder Behandlung zu zwingen?


    Für einen Rat danke ich Ihnen schon jetzt.