Beiträge von sohn

    Hallo Sonnenblümchen,


    wenn Sie seit Monaten räumen und weder Ordnung einkehrt noch der Plunder weniger wird, sind Sie ganz offensichtlich ohne Plan und Konzept. Vieleicht sogar ohne den Willen, etwas durchgreifend zu verändern.


    Das ist bitte als Feststellung und NICHT als Beleidigung zu verstehen!


    Ich habe bisher zwei komplette Haushaltsauflösungen hinter mir (allerdings nach Auszug der Bewohner) und die dritte steht auch mir noch bevor.


    Da bei Ihnen ja keine Eile besteht und Sie ständig vor Ort sind aufgrund des Zusammenwohnens mit Ihrer Mutter und Sie darüber hinaus keine Zeit für eine Berufstätigkeit aufwenden müssen (wenn ich alles richtig im Kopf habe), sollte es relativ einfach sein und relativ schnell möglich sein, die Angelegenheit in den Griff zu bekommen.


    Gehen Sie strategisch vor, machen Sie sich Gedanken, was zu geschehen hat und in welcher Reihenfolge. Und das halten Sie am besten schriftlich fest, so daß Sie es jederzeit nachlesen und bei Bedarf ändern können. Legen Sie die Prioritäten so fest, wie es für Sie am angenehmsten ist. Z. B. erfassen Sie zunächst alles, was Ihnen lieb und wichtig ist und was Sie behalten wollen; dann schaffen Sie all das an einen Platz. Als nächstes könnten Sie beispielsweise Zimmer für Zimmer den Plunder rausschmeißen, der entbehrlich ist. Wenn Sie in stark frequentierter Lage wohnen (so wie ich), schön ordentlich und sichtbar an die Grundstücksgrenze stellen und ein dickes Schild dran "zu verschenken". Hier bei uns funktioniert das exzellent; meist bleibt weniger als ein Drittel oder ein Viertel für mich selber zu entsorgen, wenn ich mal wieder den eigenen Keller entrümpele oder Mieterhinterlassenschaften zu entsorgen habe. Wir haben mittlerweile so viele ausländische Mitbürger, die sich weder zu schade sind für Gebrauchtgegenstände noch das nötige Geld für Neukäufe haben und die deswegen immer schon mit offenen Augen hier vorbeikommen oder sogar fragen, ob ich mal wieder etwas abzugeben habe, daß das hervorragend funktioniert.


    Fangen Sie an, kontinuierlich in dem von Ihnen festgesetzten Plan die Dinge so zu erledigen, wie Sie es festgelegt haben. Dabei werden Sie sicher Änderungswünsche bemerken, die Sie dann schriftlich abändern können und anschließend dem neuen Plan folgen.


    Schritt für Schritt, jeden Tag ein wenig. Eben KONSEQUENT dranbleiben.


    Nach Monaten, wie Sie schreiben, hatte ich einen kompletten Haushalt, viele Kellerräume, eine Werkstatt und eine Reihe Garagen leer. Es geht also.


    Falls jemand wie z. B. ein Pflegedienst Sie und Ihre Mutter unterstützt, können Sie natürlich auch solche Aufgaben delegieren. D. h. Sie brauchen nur im Kopf Ihren Plan zu erstellen und dann dafür sorgen, daß jemand anderes wenigstens einen Teil der Arbeit macht.


    Eine weitere Möglichkeit ist, Entrümpelungsfirmen kommen zu lassen oder auch selber zu inserieren, daß Sie wenigstens eine teilweise Haushaltsauflösung durchführen. Dann können die Interessierten zu Ihnen kommen und mitnehmen, was Sie abzugeben bereit sind (vielleicht sogar für einen kleinen Obolus). So sparen Sie sich das eigene Anpacken.


    Machbar ist das alles, sogar relativ einfach. Nur muß das Konzept als allererstes in Ihrem Kopf existieren.


    Wenn Ihre Mutter zum Sammeln tendiert, ist das zwar ein wenig hinderlich, sie wird aber kaum in dem Ausmaß Zeug rangeschafft bekommen wie Sie es wegschaffen (lassen).

    Guten Abend Hanne,


    freut mich, daß Sie mit Bravour eine Lösung gefunden haben :) !
    Generell dürfte DAS der richtige Weg sein, um allgemein erfolgreich zu sein. Mehr schreibe ich dazu nicht, sonst wird auch das wieder zensiert :-). Was das Thema Zensur und Meinungsfreiheit hier im Forum angeht, können Sie sich ja nun eine eigene Meinung bilden. Ich hab's interessehalber auch mal angetestet und festgestellt, daß schon sehr harmlose Dinge rücksichtlos angeprangert bzw. gelöscht werden. Natürlich alles nur der Etikette wegen, ist ja klar. So weiß man, woran man ist.


    Nun noch mal zu Ihrem vergeßlichen, aggressiven Vater: ich drücke Ihnen die Daumen, daß er schon bald vergessen hat, überhaupt ein Auto zur Verfügung gehabt zu haben. Dann wären Sie die Sorge schon mal los.
    Man darf bei den dementen Herrschaften nicht mit "unseren" Maßstäben messen; nach der Erfahrung, die ich mit meiner Mutter gemacht habe, kann ich Ihnen berechtigte Hoffnung machen, daß sich manches in Luft auflöst, was uns "Gesunden" so manche schlaflose Nacht bereitet hat. Toi toi toi!


    Seien Sie nett und verständnisvoll mit Ihrem Vater, erklären Sie ihm (wenn ER mit dem Thema anfängt), daß die Reparatur ihre Zeit braucht usw.. Seien Sie dem Reden nach auf seiner Seite und schinden Sie Zeit. Seine (zunehmende!) Vergeßlichkeit ist auf Ihrer Seite! Irgendwann hat er das Auto vergessen und damit hat sich das gesamte Problem erledigt.


    Helmut Kohl hat's uns vorgemacht: Probleme aussitzen statt angehen. Funktioniert!

    Guten Abend Hanne,


    ob das normal sei, daß die alten Herrschaften unbeschäftigt und teilweise schlafend im Gemeinschafts- bzw. Eßraum sitzen, fragen Sie. Nach meiner Beobachtung während drei Jahren lautet die Antwort eindeutig "Ja". Deprimierender Anblick, aber wenn man sich fragt, wie das von den Personalkapazitäten im Heim bewerkstelligt werden soll, jeder/m eine passende Beschäftigung zukommen zu lassen, ist klar, daß das reines Wunschdenken ist und bleiben wird. Zu mehr als Grundversorgung dürfte ein Heim im Allgemeinen nicht in der Lage sein, so ist meine Einschätzung. Und da darf man schon froh und dankbar sein, wenn wenigstens das gewährleistet ist.


    Ob das von Ihnen erwähnte massenhafte Zittern demenzbedingt ist, weiß ich nicht. Habe davon noch nie etwas gehört oder gelesen. Gesehen in den drei Jahren habe ich es auch nie. Ich würde eher davon ausgehen (da es bei vielen Personen im selben Heim vorzukommen scheint), daß das Auswirkungen von Medikamenten sind, die verabreicht wurden. Aber das ist reine Spekulation, komplett aus der Luft gegriffen!

    Guten Morgen Herr Gust,


    zumindest auf dem Papier ist es in Deutschland noch erlaubt, seine Meinung kundzutun (genauso wie wir auf dem Papier immer noch in einer Demokratie leben) und nichts anderes mache ich hier.
    Wenn unsere Staatsgewalt massiv gegen die Interessen der Bürger(innen) vorgeht, ist es mir also, solange wir nicht in einer erklärten Diktatur leben, erlaubt, Fehler und Mißstände aufzuzeigen in der Hoffnung, daß sich weitere Personen außer mir selber Gedanken zu machen beginnen.
    Mit Nettigkeit, wie Sie schreiben "Nettiquette", kommt man nicht weiter, das wird jede(r) schon selber festgestellt haben.


    Es wurde hier schon von verschiedenen Personen moniert, daß die aufgrund ihrer Erkrankungen Unzurechnungsfähigen Entscheidungen treffen dürfen, die ihnen und ihren Angehörigen schaden.


    Wenn man hierauf mit "Nettigkeit" reagiert, wie Sie es fordern, passiert gar nichts. Man wird nur weiterhin nicht ernst genommen und die Repressionsmaßnahmen gegen die Bevölkerung immer einschneidender.


    Um nur ein Beispiel anzuführen: hat Franz-Josef Strauß Ihrer Meinung nach all das in seinem Leben erreicht, was hinlänglich bekannt ist, aufgrund seiner Angepaßtheit und Jasagerei oder weil er ein streitbarer Zeitgenosse war, der vehement seine Ansichten vertreten hat?

    Guten Morgen hanne63,


    Sie stecken in einem Dilemma wie vermutlich viele andere auch: Sie wollen, daß sich etwas ändert, aber bloß nicht selber der- oder diejenige sein, die dies Änderung herbeiführt/durchsetzt ("wegnehmen können wir dem Vater das Auto nicht derzeit").
    Warum können Sie es ihm denn derzeit nicht wegnehmen? Sie benennen keinen Grund dafür und es ist auch so nicht nachvollziehbar, weswegen das jetzt nicht möglich sein soll.


    Als mein Schwiegervater vor vielen Jahren mit einem an der Front eingedrückten Auto heimkam und nicht schildern konnte, was tatsächlcih passiert war, haben wir das Auto verschwinden lassen. Zunächst mit der Argumentation, es müsse repariert werden, und irgendwann hat er dann nicht mehr nachgefragt. Natürlich war die Zwischenzeit für uns und ihn unerfreulich, aber da muß man eben durch.


    Mein eigener Vater ist trotz diverser Vorwarnungen (mehrere Kollisionen) auch so lange gefahren, bis das Auto nach einem Unfall nicht mehr fahrbereit war und abgeschleppt werden mußte. Ich habe ihm kein Nachfolgefahrzeug mehr besorgt, damit war das Thema erledigt.


    Und meine Mutter ist so lange gefahren, bis sie aufgrund ihrer zunehmenden Orientierungslosigkeit ihrZiel nicht mehr fand und unverrichteter Dinge wieder heimkam. Dann habe ich das Auto verkauft und Schluß war mit Autofahren.


    Sie sehen, Möglichkeiten gibt es, aber wahrscheinlich kaum DIE bequeme Möglichkeit, wo man ohne Konflikte mit der dementen Person eine Lösung findet.

    Hallo Gobis,


    in Ihrem zweiten Beitrag, eben erst verfaßt, schreiben Sie mir aus der Seele!



    Wie Sie so schön schreiben: würde man mit einem Kind so verfahren wie mit den Dementen, würde sich das Jugendamt einschalten und man könnte sich vor Gericht verantworten. Bei den Alten hingegen ist es selbstverständlich, daß die, auch wenn nichts mehr vom Verstand übrig ist und wie im Falle meiner Mutter sogar ein ärztliches Attest vorliegt, aus dem hervorgeht, daß sie nicht mehr "testierfähig" ist, über Dinge entscheiden dürfen, deren Tragweite sie noch nicht einmal ansatzweise überblicken.
    An anderen Stellen habe ich nicht ohne Grund gefragt, wie sich monatliche Heimkosten von bis zu 4.000 € pro Person für die breite Masse bezahlen lassen sollen und den Begriff des Senizids habe ich auch wohlüberlegt hier eingebracht.


    Letzten Endes ist das, was die mehr oder weniger schlecht versorgten Alten/Kranken/Dementen zu Hause erwartet (Unterernährung und Dehydration) der von der Natur vorgesehene Weg aus dem Leben heraus, wenn eben kein Organversagen und auch kein Krebs den Tod herbeiführen.
    Dabei ist der Tod, genau wie die Geburt, das Allernatürlichste, und anstatt immer nur Leiden zu verlängern, weil WIR mit dem Tod nicht umgehen können und ihn nicht akzeptieren wollen, wäre es besser, den Betroffenen am Ende ihres Lebens einen würdigen, leidfreien Abschied zu ermöglichen.



    - Beitrag editiert; JG-

    Hallo Demento,


    Ihre Ärztin hat recht und was Ihr Mann im Heim anstellen würde ist zunächst mal nicht Ihr Problem. Es sei denn, man würde ihn dort "rausschmeißen" wollen (sofern das überhaupt erlaubt ist, was ich nicht weiß).


    Scheinbar haben Sie sich viel zu lange viel zu sehr einspannen lassen und ihn viel zu sehr daran gewöhnt, daß er das mit Ihnen machen kann und sich auf niemand anderen einzustellen braucht.


    Dementsprechend schwer dürfte jetzt die Umstellung für ihn sein, aber wenn Sie wenigstens einigermaßen heil aus der Nummer rauskommen wollen, hören Sie auf Ihre Ärztin und andere Fachleute und setzen um, was die Ihnen vorgeben.

    Guten Abend Aaronne,


    für mich liegt auf der Hand, was Sie tun können und sollten: die Gelegenheit am Schopfe packen, ihn am Montag im Heim unterzubringen!


    Aus ganz einfachen Gründen:
    - Er selber scheint außerstande, sinnvoll für sich selber entscheiden zu können.
    - Seine Lebensgefährtin scheint ebenfalls ohne Konzept und ohne Plan vorzugehen; das führt nur zu Problemen.
    - Sie selber scheinen Einzelkind zu sein, jedenfalls schreiben Sie nicht, daß es außer Ihnen noch jemand gibt, der/die sich kümmern könnte/sollte/möchte. Also bleiben nur Sie, um zu entscheiden.


    Die von Ihnen geschilderte Situation (Berufstätigkeit; ständige Abrufbereitschaft; schon fast der gesamte Urlaub für dieses Jahr aufgebraucht für Vater-Dienste) legt nahe, daß auch bei Ihnen in der Familie niemals rechtzeitig etwas auf den Weg gebracht wurde. Unter dieser Voraussetzung bleibt einem als Kind (an legalen Möglichkeiten) dann irgendwann nur noch, die Reißleine zu ziehen und den Elternteil zur Versorgung in eine Einrichtung zu geben. Jedenfalls schreiben Sie nichts davon, daß der Vater und/oder seine Lebensgefährtin Vorkehrungen und Anordnungen getroffen hat für den jetzigen Zustand, also müssen Sie das tun, was jetzt das Naheliegendste ist.


    Sie können ja noch mit den Bediensteten im Heim sprechen und deren Empfehlungen abwarten, aber meiner Erfahrung nach ist der Tenor überall derselbe.

    Hallo Andy,


    Du scheinst hier dieselbe Erfahrung zu machen wie ich, nämlich daß sich kaum jemand die Mühe macht, Dir zu antworten.


    Mit allen drei von Dir angesprochenen Punkten bin und war ich nie konfrontiert, insofern kann eine Antwort nur sehr hypothetisch sein. Kaufen käme in Frage, wenn die passende Situation da wäre.


    Auf die Masse der aktuell und erst recht in Zukunft Dementen sowie generell Alten/Kranken /Hilfsbedürftigen bezogen kann ich mir sehr wohl vorstellen, daß es für Eure Produkte einen Markt gibt, vor allem in Pflegeeinrichtungen mit vielen Bewohner(inne)n und wenig Personal.


    Allerdings habe ich keine Ahnung, wie man dafür die notwendige Marktforschung betreibt bzw. den Vertrieb professionell aufzieht. Die Antworten hierauf wirst Du in diesem Forum auch eher nicht bekommen. Vielleicht erkundigst Du Dich mal in Großeinrichtungen und/oder bei anderen spezialisierten Ansprechpartner(inne)n?! Wer viel fragt, bekommt auch viele Antworten. So gehe ich jedenfalls vor.


    Und: wenn Du/Ihr felsenfest an etwas glaub(s)t, dann laß(t) Dich/Euch bloß nicht von negativen Kommentaren anderer abhalten!! Sondern haut gründlich rein und führt die Sache zum Erfolg!

    Hallo Andy,


    ich zumindest bin skeptisch. Zwar habe ich erst kürzlich gelesen, daß ein Einsatz von Robotern in der Pflege demnächst kommen wird, aber dennoch glaube ich, daß der emotionale Aspekt der Betreuung durch einen echten und im Idealfall auch noch empathischen, warmherzigen Menschen nicht zu ersetzen ist.


    Da dies aber für sehr viele Betroffene zweifelsohne Wunschdenken ist und bleibt, möchte ich behaupten, daß Dein/Euer Projekt immer noch besser ist als gar keine Ansprache.


    Auch wenn Du als junger Mensch (Uni = Student ?; 96 = Dein Geburtsjahr 1996 ?) gefühlt noch Lichtjahre entfernt bist von den Befindlichkeiten einer demenzkranken Person, kannst Du einfach mal Dich selber fragen, wie Du z. B. im Krankheitsfalle versorgt werden möchtest: von jemandem, mit dem Du individuell kommunizieren kannst und der/die auf Deine speziellen Bedürfnisse eingehen kann oder mit einem Automaten, der lediglich die immer selben Phrasen herunterrasselt.


    Zweifelsohne ist die Technologie extrem auf dem Vormarsch, aber ob das alles so wünschenswert sein kann und ist, möchte ich mit einem riesengroßen Fragezeichen versehen. Wenn man sich anschaut, was es alles an modernen Errungenschaften gibt (Facebook, Twitter, Instagram, Uber und vieles mehr), möchte ich das mal eher als Erkrankungen bezeichnen denn als Fortschritt. Egal wohin man schaut, sieht man (junge) Leute, die sich auf ihr Elektronikspielzeug fokussieren und daran herumspielen, anstatt sich mal mit den real um sie herum vorhandenen Menschen zu befassen.


    Fazit: vieles, was die Technologie an Möglichkeiten und derzeitiger Entwicklung bietet, halte ich für schädlich bis gefährlich.


    Sich mit seinen Mitmenschen auf niveauvollere Art zu befassen als wie es üblich ist (siehe die oben genannten Plattformen) halte ich für wesentlich sinnvoller als immer nur technologische Lösungen für alles finden zu wollen.

    Hallo buffy,


    eine ehrliche Antwort auf Ihre Frage, wann es Zeit für einen Umzug Ihrer Mutter ist, dürfte wohl lauten: vor einiger Zeit!


    Was Jutta Ihnen geschriebn hat, dürfte die Marschrichtung vorgeben. Wenn Sie mit vielen Involvierten sprechen (Ärzte, Krankenhauspersonal, Heim- und Wohngruppenpersonal usw. ) kristallisiert sich vermutlich sehr schnell heraus, was angebracht ist.


    Wenn Sie sie nicht bei sich aufnehmen oder zu ihr ziehen und sie permanent versorgen wollen (bzw. Ihre Geschwister oder sonstigen Angehörigen oder aufopferungswillige Nachbarn), bleibt wohl nur noch eine Heimunterbringung.

    Danke für Ihren Tip, Andydreas, aber mein Vater ist inzwischen auf dem Friedhof und wir sind daher von Zahlungen ALLER Art für ihn befreit!
    Mich erstaunt aber, daß die Kosten bei Ihnen im Heim rund 1300 bis 1400 € pro Monat niedriger liegen sollen als da, wo mein Vater war. Das ist ja immerhin das ungefähr GESAMTE Monatsnettoeinkommen einer Pflegekraft!


    Was Ihre Frage bzgl. des geeigneten Verhaltens beim Termin mit dem Medizinischen Dienst angeht: ich war bei beiden Terminen für meine Mutter dabei und sowohl sie wie auch ich kamen in Ruhe zu Wort. Dabei konnte ich problemlos ihre Defizite aufzeigen; die zuständige Dame kennt ja grundsätzlich die Besonderheiten ihres Klientels und das ging ohne jede Schwierigkeit klar. Einfach alles mit dem MDK, "null Problemo", wie Alf sagen würde. Erst die Einstufung, später die Höherstufung. Machen Sie sich vorher Gedanken über die existierenden Schwierigkeiten und notwendigen Hilfen; auch Notizen, wie Jutta empfiehlt, und dann sollte es klappen.

    Hallo Andydreas,


    so wie ich das sehe, haben Sie den weitaus härteren Mutterjob von uns beiden. Ich kümmere mich vor allem organisatorisch aus dem Hintergrund, während Sie an der Front im täglichen Einsatz sind. Das würde ich nicht aushalten, noch nicht mal kurzzeitig.


    Zu Ihrer Frag bzgl. Heimkostenzuzahlung: hängt das nicht auch vom Pflegegrad und dementsprechend von der Höhe des Pflegegeldes ab? Bei meinem Vater belief sich die Heimrechnung von 2015 bis 2018 auf ca. 3.700 bis 3.800 € pro Monat, wovon "wir" grob 2.000 € dazugezahlt haben. Der größte Teil davon war aber die Rente, so daß fast nichts aus Ersparnissen/Vermögen/sonstigen Einkünften floß. Super komfortabel, was die heutige Seniorengeneration noch für staatliche Unterstützung genießt! Davon können wir nur träumen.
    "Taschengeld" für Hygienerartikel, Medikamentenzuzahlungen, Haare und Nägel schneiden etc. darf man aber auch nicht vergessen; so ca. 4.000 € im Monat sind schnell weg.

    Hallo Tochter Sylvia,


    Ihr letzter Satz läßt auf Besserung hoffen; zumindest ist es bei meiner Mutter so, daß sie Phasen durchläuft und nach einer über Monate sehr nervenaufreibenden Zeit im Moment sehr friedlich und unproblematisch ist. Vielleicht /Hoffentlich haben Sie dasselbe Glück; es scheint fast so.


    Ansonsten fragen Sie doch die Fachleute mal, ob die nicht mit ein paar geeigneten Mittelchen die Mutter vorübergehend auf Wolke sieben schicken können, sprich, sie ruhiger und zufriedener bekommen, damit sie brav da bleibt, wo sie hin soll. Das dürfte wesentlich einfacher und effektiver sein als den Bürokratieapparat zu durchlaufen.


    Was Ihre Bemühungen um eine Erhöhung der Haftpflichtversicherungsdeckung angeht, bezweifle ich, daß die das jetzt noch annehmen, da ihr Risiko schon stark gestiegen ist. Normalerweise muß man VOR einer Risikoentstehung die Versicherung abgeschlossen haben. Auskunftsersuchen in dieser Richtung können Sie sich vermutlich getrost sparen; zwar hatte ich so einen Fall wie bei Ihnen noch nicht, bin aber in vielen anderen Angelegenheiten ziemlich erfolglos gegen die Wand gelaufen. Die Leute sitzen alle fest auf ihren Pöstchen und Posten (insbesondere in "Aufsichts"gremien), kosten uns als Beitrags- bzw. Steuerzahler eine Menge Geld, bringen aber nie das, was man braucht oder sich wünscht. Alles vergebene Liebesmüh'.


    Was Sie konkret meinen, bisher falsch gemacht zu haben, erschließt sich mir nicht. Ich finde, Sie haben sich umfassend bemüht und tun das in Ihrer Macht Stehende. Dringend empfehlen möchte ich Ihnen noch, daß Sie SCHRIFTLICH dokumentiert festhalten, was Sie alles unternommen haben, um sich abzusichern, und da insbesondere auch die ANTWORTEN der verschiedenen von Ihnen eingeschalteten Stellen. Sollte es hart auf hart kommen, können Sie anhand dessen nachweisen, daß Sie sich umfangreich bemüht haben und von ganz vielen Stellen eben nichts Brauchbares gekommen ist.


    Nach meinem bisherigen Erkenntnisstand aus meiner eigenen Situation möchte ich Ihnen ebenfalls empfehlen, sich damit abzufinden, daß Sie nicht das Nonplusultra für Ihre Mutter werden realisieren können. Sie tun also gut daran, sich mit dem Gedanken zu arrangieren, daß Sie niemals eine so positive Situation für Ihre Mutter werden einrichten können, wie Sie es ihr wünschen. Jedenfalls handhabe ich das für mich so und seitdem geht es mir besser.


    Schließlich haben wir uns alle ja auch damit abgefunden, daß wir gegen das immense Elend in der Welt (Hunger, Kriege, Umweltzerstörung usw.) nichts Nennenswertes ausgerichtet bekommen. Nur so läßt sich das Dasein ja überhaupt ertragen.


    Also, Kopf hoch; ich glaube, (viel) besser als wie bisher können Sie es nicht machen, auch wenn Ihnen die Ergebnisse nicht genügen!

    Hallo Herr Hamborg,


    Ihr Hinweis auf das beim Empfänger Angekommene und vom Absender Abweichende ist sicherlich in der Praxis häufig anzutreffen. Durchaus möglich, daß es auch in meinem/unserem Fall ein Grund für die Absage der Hilfskraft war, weil sie vielleicht mit dem vielen, was ich aufgeschrieben habe, überfordert war. Wie dem auch sei, ich werde (und will) es nicht herausfinden. Entweder es ergibt sich etwas Gescheites oder eben nicht.


    Von Friedemann Schulz von Thun habe ich irgendwann mal was gelesen, das ist aber nichts für mich. Zu viel Theorie, zu viel Geisteswissenschaft. Ich bin stark praxisorientiert veranlagt und daher für solche Literatur nicht zu gebrauchen (wie zu Schulzeiten; da habe ich mich ebenfalls mit vielem plagen müssen, was mir nicht zugesagt hat :) ).


    Irgendwo hatten Sie übrigens geschrieben, ich hätte bestimmt schon einen "Plan B" vorbereitet, z. B. ein Heim auserkoren, wo meine Mutter zu gegebener Zeit untergebracht werden könnte. Nein, das habe ich in der Tat nicht, da meine Mutter bis zu ihrem Tod gerne in ihrem Haus verweilen möchte und das - ganz banal - auch für
    mich, zumindest derzeit und bis auf weiteres, praktikabler wäre. Meistens kommt es eh anders als man denkt bzw, plant. Ich habe für genügende finanzielle Ressourcen gesorgt und den Rest müssen wir (muß ich!) dann eben regeln, wenn es soweit ist.



    Andydreas: Respekt, daß Sie sich so für Ihre Mutter einsetzen! Für mich ist und wäre das nichts, auch wenn ich es als Ideal ansehe, daß man generationenübergreifend für einander da ist. Theoretisch finde ich eine gut funktionierende Großfamilie toll; dazu braucht es aber die richtigen Mitglieder und die fehlen mir. Außerdem müssen die Beteiligten mitspielen und das tut meine Mutter - wie umfangreich von mir geschildert - nicht.


    Ihnen wünsche ich (wie allen anderen hier) Erfolg mit Ihrer Vorgehensweise und daß Sie selber nicht auf der Strecke bleiben dabei.

    Guten Morgen Herr Hamborg,
    danke für Ihre erneuten Worte!


    Meine von Ihnen erwähnte Erwartungshaltung empfinde ich selber gar nicht so hoch; jedenfalls erwarte ich hoffentlich nicht mehr, als ich selber zu geben imstande und gewillt bin.


    Konkret auf die sich verweigernde Hilfsperson für meine Mutter bezogen: diese Person war letztens "einfach so" mit meiner Mutter spazieren gegangen, was nicht so gut ankam, da in dem Moment etwas anderes angesagter gewesen wäre. Es fehlte das Fingerspitzengefühl für eine in der Situation angebrachte Beschäftigung.


    Deshalb habe ich mir Gedanken gemacht und eine Liste erstellt, was erstens gut ankommen müßte und zweitens die Defizite meiner Mutter kompensiert. Weil das erstens meiner Mutter helfen würde und zweitens bei eintsprechendem Erfolg natürlich auch die Tätigkeit der Hilfsperson erleichtern und der Hilfsperson ein gutes Gefühl geben würde, was wiederum hoffentlich zu einer längerfristigen Verbindung führen würde.


    Punkt 1 meiner Liste war gemeinsames Einkaufen und Kochen (und Essen, wenn die Dame gewollt hätte).
    Punkt 2: meiner Mutter mit ihrem Terminkalender helfen und der Koordination des Anstehenden.
    Punkt 3: ein wenig im Haushalt den Überblick behalten und schon mal dies oder das ausmisten etc.. Eine Aufgabenliste, um die nächste Wochen langsam gemeinsame Aufgaben zu haben und ein Zueinanderfinden zu ermöglichen, da meine Mutter ihr ganzes Leben viel gearbeitet hat und deswegen die einfachste Methode, ihr nahe zu kommen, die gemeinsame Arbeit in ihrem Haus und Garten ist. Daran hat Mutter Freude und sinnvoll ist es obendrein, ihre Defizite dadurch ausgeglichen zu bekommen.


    Ist das zu viel von einer Frau verlangt, die sich um Alte und Kranke kümmern will, um denen zu helfen?? Ich meine, nein.


    Jedenfalls fahren wir gleich wieder zu Mutter hin, damit sie etwas Gesellschaft hat.