Beiträge von sohn

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    Hallo Hanne63,


    was "der Staat" für die Angehörigen tut, können Sie vielfach vergessen. Wobei klargestellt werden muß, daß beim Bezahlen wir alle "der Staat" sind, aber beim Steuern, Regeln und Lenken sind es die Behörden und die Gesetzgebung.


    Was definitiv gut funktioniert, ist die finanzielle Versorgung meiner Eltern (Rente, Pflegegeld, Beantragungszeiten für Witwenrente und Pflegegradeinstufung etc.). Das ist geradezu vorbildlich!


    Die letzten Jahre habe ich eine Unmenge schlechter Erfahrungen mit unserem "Rechtsstaat" (also der Justiz) und seinen Vertretern (Anwälten, Richtern, Mieterverein etc.) gemacht;


    <<Beleidgungen / Verunglimpfungen entfernt>> // JG


    Absolut unerträglich ist die neue schwachsinnige neue Daten"schutz"gesetzgebung, wodurch letztendlich in vielen Fällen die notwendige Kommunikation mit dem Austausch erforderlicher Informationen unterbunden wird.


    Das ist so etwas Ähnliches wie ein Verbot der Pressefreiheit: ein gravierender Schritt in Richtung Entmündigung der Bevölkerung und deren Unterdrückung.


    Ohne die (notarielle) Vorsorgevollmacht für meine Mutter hätte ich absolut GAR NICHTS machen können; jene Vollmacht habe ich schon unzählige Male gebraucht. Eine Schande, daß ein solches Stück Papier bei den Bürokraten überall tausend mal wichtiger ist als daß ich die notwendigen Dinge für meine Mutter veranlassen kann. Das Wohlergehen meiner Mutter und daß ich möglichst komplikationsarm für sie sorgen kann, interessiert NIEMANDEN. Daß die Vorschriften eingehalten und unsere Daten GESCHÜTZT werden, darauf achtet jeder Vollidiot, mit dem ich zwangsläufig zu tun habe.


    <<Bitte verzichten Sie auf derartige Unterstellungen und Polemik und halten Sie sich an die Nutzungsregeln / Nettiquette des Forums>> //JG


    Ich frage mich, wie meine Daten und ich die letzten fünf Jahrzehnte unversehrt überstanden haben, wo wir doch auf diesen ach so wichtigen gesetzlichen Schutz verzichten mußten.


    Den Gipfel habe ich erst jüngst erlebt, als ein ca. 80jähriger Nachbar (Geisteszustand fraglich) mit meiner Mutter in dem Notariat aufgekreuzt ist, wo wir einst die notarielle Vorsorgevollmacht von ihr für mich haben beurkunden lassen. Dort haben die beiden wohl vorgesprochen, um mir besagte Vollmacht zu entziehen, da ich der Wahrnehmung meiner Mutter und ihrer Außendarstellung nach sie entmündigt habe. Leider ist vergangenes Jahr "unser" Notar, bei dem wir mindestens ein Vierteljahrhundert Kunden waren, verstorben. Nun saß auf seinem Posten vorübergehend ein "Jüngelchen", zwar Jurist und promoviert (mit Doktortitel), aber vollkommen ungeeignet als Dienstleister. Das einzige, was ich von ihm gewahr wurde, war sein gebetsmühlenartiges Wiederholen, er dürfe mir gegenüber keine Auskunft erteilen aufgrund seiner Verschwiegenheitsverpflichtung. Selbst als mir das zu dumm wurde und ich mit meiner Mutter persönlich bei ihm vorstellig wurde, hat er uns keine Auskunft erteilt, was da gelaufen ist oder nicht. Und meine Mutter erinnert sich nicht; der blöde Nachbar von ihr, den ich zur Rede stellen wollte, hat mich seines Hauses verwiesen, ohne mir zu antworten. Auch meine Beschwerde bei der Notarkammer hat nichts gebracht, oh Wunder. Man könne "dienstrechtlich kein Fehlverhalten" feststellen. Obwohl ich das Attest der Ärztin meiner Mutter vorgelegt habe, woraus hervorgeht, daß meine Mutter nicht mehr "testierfähig" ist! Das heißt, ich weiß bis heute nicht, ob z. B. meine Vollmacht widerrufen und stattdessen z. B. besagter Nachbar als Bevollmächtigter eingesetzt wurde.


    Erneut kann sie mich nicht bevollmächtigen aufgrund ihres Geisteszustands.


    Wenn meine Vollmacht tatsächlich widerrufen worden wäre und es gibt keinen Bevollmächtigten, wird wohl früher oder später vom Gericht ein Betreuer beauftragt und das bedeutet aller Erfahrung nach Veruntreuung des Vermögens meiner Mutter und Einweisung in ein Heim.


    <<Bitte verzichten Sie auf derartige Unterstellungen und Polemik und halten Sie sich an die Nutzungsregeln / Nettiquette des Forums>> //JG


    Was Sie gemacht haben, die Vollmachten zurückzugeben und eine Betreuung anzuleiern, kann man für mehr oder weniger mittellose Personen machen. Aber wenn zumindest ein bißchen Einkommen/Vermögen vorhanden ist, ist mit dem Moment der Einschaltung des Betreuungsgerichtes Schluß mit finanzieller und steuerlicher Gestaltungsfreiheit. Dann können Sie ständig dem Gericht Rechenschaft über die Vermögensentwicklung geben und müssen für jede "Kleinigkeit" an Ausgaben oder Kontoguthabenverschiebung die Erlaubnis des Gerichtes einholen.


    Wenn Sie wissen wollen, wie "verantwortungsbewußt" die Herrschaften in der Politik und Gesetzgebung beim Umgang mit Geld sind, schauen Sie sich die weltweite Verschuldung fast aller Staaten an. So "solvent" sind Sie und Ihre Angehörigen dann auch bald, wenn das Betreuungsgericht erst einmal seine Finger im Spiel hat.


    <<<<Bitte verzichten Sie auf derartige Unterstellungen und Polemik und halten Sie sich an die Nutzungsregeln / Nettiquette des Forums>> //JG


    Ein Bekannter von mir (Jurist und politisch tätig mit Einblick hinter die Kulissen der Behördenfassade) erzählte mir letztens, daß dort, wo er zu tun hat(te), ein Wettbewerb herrscht: wer die meisten Dienstaufsichtsbeschwerden erhält, bekommt am Jahresende eine Flasche Schampus.


    Oder: er fragte den Bürgermeister, wieviele Abmahnungen eigentlich innerhalb der Stadtverwaltung an die dortigen Mitarbeiter innerhalb der letzten .... Jahre erfolgt seien. Antwort: keine einzige! Das heißt, die Bediensteten dürfen sich erlauben, was sie wollen, und es hat keinerlei negative Konsequenzen für sie.


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    Anmerkung d. Moderators J. Gust:
    Ich habe Verständnis für Äußerungen die in einer Belastungssituation entstehen. Dennoch bitte ich Sie, auf Polemik zu verzichten, sich Beleidgungen zu enthalten und auf Ihren Tonfall zu achten. Auch für Sie gelten die Nutzungsregeln / die Nettiquette und insbesondere Falschbhauptungen und Beleidigungen werden hier nicht geduldet.
    Danke.

    Guten Abend,
    vorab: dies ist nur eine PERSÖNLICHE Meinung, keine Antwort einer fachkompetenten Person!


    Als ebenfalls betroffener Angehöriger hat sich bei mir inzwischen die Ansicht herauskristalllisiert, daß wir "pflegenden" Angehörigen nicht die Defizite und Versäumnisse unserer erkrankten Angehörigen ausgleichen können. Was diese im Vorfeld an Auseinandersetzung mit der Thematik und an rechtzeitiger Weichenstellung versäumt haben, können wir nicht aus der Welt schaffen. Insofern erlaube ich mir inzwischen, mich nicht mehr verantwortlich zu machen für all die selbstverschuldeten Defizite meiner Eltern (nicht darüber reden können; keine Pläne erstellen und keine Vorkehrungen treffen; alles ablehnen und immer darauf verweisen, sich später selber Hilfe zu holen, wenn es alleine nicht mehr geht etc.) sondern ziehe mich zunehmend zurück. Entweder tun Sie das auch oder Sie nehmen ernsthaften psychischen Schaden (ohne dadurch umgekehrt für Ihre Angehörigen einen "Mehrwert" zu schaffen), so meine Einschätzung. Sie verlieren also alle BEIDE statt nur der erkrankten Person, der sowieso nicht zu helfen ist! Auch das muß man akzeptieren; Hilfe ist unmöglich und sterben müssen wir alle, auch wenn das fast niemand möchte.

    Zu den Beiträgen von "Zimt" und "Sonnenblümchen":


    Die Parallelen zum Verhalten meiner Mutter sind vielseitig. Auch mich nervt ihre wachsende Rücksichtslosigkeit zunehmend.


    Eine brauchbare Lösung habe ich nicht gefunden und ich glaube auch nicht, daß es sie gibt. Ich sehe nur zwei Möglichkeiten:


    Entweder lasse ich mich von meiner Mutter komplett mit runterziehen und lande in der Klapse, lange bevor sie die Endstation Friedhof erreicht, oder ich grenze mich zunehmend ab (trotz permanent schlechten Gewissens und ständiger Sorge, es könnte tatsächlich mal einen "guten" Grund für ihren Telefonterror geben).


    Seit Jahren versuche ich ihr Hilfe zukommen zu lassen, sie lehnt aber alles ab und fokussiert sich ausschließlich auf mich als einzigem Kind. So zieht sie, je weiter sie abbaut, die gefühlte Schlinge um meinen Hals immer weiter zu.


    Mittlerweile bin ich zunehmend verärgert, weil sie sich seit jeher jeglicher Verantwortung für ihr eigenes Leben(sende) entzogen hat und nun wie selbstverständlich alles auf mich abwälzt, ob ich das nun möchte oder nicht. Das finde ich hochgradig unverschämt und rücksichtslos, schließlich weiß sie von genügend Angehörigen der Generation vor ihr, was einen am Lebensende erwartet und daß dazu RECHTZEITIG Maßnahmen eingeleitet werden müßten.


    Da ich trotz aller Vollmachten etc. NICHTS durchgesetzt bekomme gegen ihren erklärten Willen (den sie vehement und äußerst glaubwürdig kommuniziert) erlaube ich mir nun einfach, zu meinem eigenen Seelenschutz MEINEN Willen für meine Belange durchzusetzen, und das heißt, mich nicht mehr von ihr terrorisieren zu lassen, auch wenn das ihre Verzweiflung vielleicht noch etwas vergrößert.


    Aber da sie, wie geschrieben, (genau wie mein vor fünf Monaten verstorbener Vater) nie irgendeine Rücksicht auf mich genommen hat in Bezug auf ihr Altwerden und die dann anstehende Versorgung, hilft das mir, ein nicht ganz so schlechtes Gewissen zu haben, nun mehr auf mein seelisches Gleichgewicht zu achten.


    Anhang prominenter Beispiele läßt sich sehr gut erkennen, wie man es falsch (Walter Jens) oder richtig (Gunter Sachs) machen kann, die Verantwortung für sein eigenes Ende entweder selbst zu tragen oder seinen Angehörigen aufzubürden.


    Natürlich wird gegen das Beispiel von Gunter Sachs massiv gewettert, weil das der "Pflege"industrie schaden würde bei sehr zahlreicher Kopierung, aber schließlich sind (alte) Menschen nicht dazu da, einer Industrie die Existenz und Gewinne zu sichern, sondern diese Industrie sollte sich um die Belange der Alten kümmern. Schöne Theorie; wie die Praxis aussieht, weiß jede(r), der/die mit der / durch die Thematik beschäftigt / belastet ist.