Beiträge von sarahf

    Guten Tag


    Also ... meine Mutter wurde mehrmals im Krankenhaus eingestellt und bekam unterschiedliche Cocktails. Ich bin leider nicht vom Fach. Vieles wurde wieder abgesetzt wegen Zittern, Schwindeln und staendiger Schlaefrigkeit.


    Beim letzten Aufenthalt haben sie alles abgesetzt und sie dann auf 0.5 mg Risperdal gesetzt (morgens und abends). Neuroleptika also.


    Wie gesagt, ich bin nicht vom Fach. Wuerde die Mutter ins Krankenhaus gehen? Meine Mutter ist das erste Mal nicht freiwillig gegangen. Ich glaube sie hatte vorwiegend Angst vor dem "Klappse"-Stigma. Und davor dass sie nicht mehr aus der Arztmuehle rauskommt (was auch richtig ist).


    Viele Gruesse!

    Guten Morgen


    Ich verstehe das sehr gut. Es ist einfach furchtbar. Man muss sich davon distanzieren. Es geht auch, es braucht Zeit!!


    Ich habe auch versucht dies mit meiner Mutter zu besprechen. Ist natuerlich Quatsch, sie wurde dann nur noch trauriger und unsicherer in ihren "klaren Phasen". Sie fragte dann ob ich nicht mehr vorbei komme weil sie ja verrueckt sei und Sachen sagt, die sie gar nicht meint.


    Ich habe selbst in der schlimmen Anfangsphase Medikamente verschrieben bekommen, denn ich konnte nicht mehr schlafen und hatte selbst furchtbare Angstzustaende. Das ist keine Dauerloesung. Es klingt bloed, aber man muss wirklich das bewusst von einem wegschieben und an sich selbst arbeiten. Das braucht Zeit.


    Meine Mutter wurde im Krankenhaus sehr gut medikamentoes eingestellt, von ausgetauschten Menschen und ausgekluegelten Verschwoerungstheorien war jetzt Gott sei Dank schon lange nicht mehr die Rede. Ist das schon probiert worden?


    Viel Kraft!

    Guten Morgen,


    Unsere Gedaechtnissprechstunde ist leider in einem anderen Teil Deutschlands. Ich habe darauf geachtet dass die Aerztin "Verdacht auf Demenz" auf die Ueberweisung schreibt. Dies auf Anraten des Pflegedienstes um die Gewaehrleistung eines Pflegegrades zu beschleunigen. Bei diesen Gedaechtnissprechstunden ist fuer uns nicht viel Verwertbares rausgekommen. Ich denke immer noch, dass jemand mit einem hohen Bildungsgrad Demenz laenger "verstecken" kann, den Test besser besteht und dann trotzdem krank ist.


    Irgendwann kommt das D-Wort, da gebe ich sonnenbluemchen recht. Wie man allerdings damit umgeht wenn die Situation so schwierig ist? Puh - das weiss ich nicht.


    Fuer meine Mutter war es auch sehr bitter, zumal sie ihr Leben lang im Gesundheitswesen gearbeitet hat und viele Menschen auf ihrem Leidensweg begleitet hat. Sie dachte irgendwie das wuerde alle treffen ausser sie selbst.


    Ich denke rueckblickend es waere fuer meine Mutter ok gewesen wenn wir "Still Alice" geschaut haetten. Am Anfang der Krankheit. Da geht es um eine Uniprofessorin, die mit 50 Alzheimer diagnostiziert bekommt. So was haette ihr glaub ich geholfen. Es ist bei jedem Menschen anders.


    Viel Kraft, irgendwie kommt man durch diese Zeit!! Es gab fuer mich zumindest auch viel zu Lachen, eine andere Naehe, die Wiederentdeckung der Langsamkeit und Reflektion ueber das eigene Leben.


    Viele Gruesse!

    Guten Morgen, ich habe meine Mutter zweimal in die Gedaechtnissprechstunde begleitet. Das boese D-Wort fiel dabei nicht. Die Psychiater waren sehr nett und feinfuehlig. Vielleicht einfach anrufen und darauf hinweisen, dass das ein heikles Thema ist und mit einem generellen Gesundheitscheckup verbinden? Uebrigens hatte meine Mutter beide Male gute Ergebnisse, fast volle Punktzahl. Und als ich fuer einen Moment auf der Toilette war hatte sie furchtbare Angstzustaende und wusste nicht mehr wie sie aus der ambulanten Klinik kommt ... die Diagnose Demenz wurde nach MRI, Krankenhausaufenthalt gestellt. Viel Kraft!!

    Das klingt ja prima! Ich habe nochmals mit der Aerztin im Krankenhaus gesprochen. Meine Mutter hat sich da offenbar wohl mit den "schlimmeren Faellen" gut verstanden, Brettspiele gespielt, usw. Ich weiss, das kann sich alles schnell aendern. Ich hoffe, dass sich durch den Umzug in das Heim die Lage etwas stabilisiert ... Kontakt mit anderen, gemeinsame Mahlzeiten, und Abnahme der taeglichen Sorgen (wie komme ich zum Arzt, wer holt mir das Rezept, wie komme ich zur Post ohne Auto, woher bekomme ich mein Essen ...). Viel Kraft weiterhin! Es ist gut zu wissen nicht alleine zu sein mit diesen Sorgen.

    Vielen Dank fuer die Antworten! Es hilft mir schon sehr nicht allein zu sein mit diesen Sorgen und Ueberlegungen. Um mich herum erzaehlen alle von der Mutter die die falschen Windeln kauft und dem Enkel zu viel schenkt, von Familienfeiern, an denen man teilnehmen muss .... und ich denke nur: diese Sorgen haette ich auch sehr gern!! Man kann eben leider (oder zum Glueck?) nicht in die Zukunft schauen und wissen wie lange es geht. @ Jutta: Tod auf Raten trifft es sehr gut, ich muss es auch in meinen Kopf bekommen. Es ist so schlimm einen Menschen so zu verlieren. Andydreas, vielen Dank fuer die Nachricht, hilft mir sehr. Wir haben das Heim bereits im Sommer ausgesucht. Und sind seit gestern auf der Warteliste. Das war ein schwieriger Schritt und mir graut davor wenn ich nur daran denke das Haus auszuraeumen und zu sehen was von dem vielen angehaeuften Leben uebrig bleibt ... Vielen Dank!

    Hallo, ich bin neu hier. Meine Mutter (80) hat laut Diagnose Subkortikale Vaskuläre Enzephalopathie und ich wohne im Ausland. Sie ist meine einzige lebende biologische Verwandte und unser Verhaeltnis ist sehr eng. Im Sommer hatte ich 6 Wochen Auszeit und habe so gut es eben ging alles organisiert - Pflegegrad, Mittagessen, Heim angeschaut, Ergotherapie, Betreuung. Ihr geht es mal so und mal so, sie nimmt den Krankheitsverlauf sehr bewusst wahr, ist oft traurig und ratlos. Eben war sie wieder im Krankenhaus (Wahnvorstellungen). Ich kenne niemanden in meiner Situation, normalerweise gibt es die magischen Geschwister in der Naehe, Kusinen, Ehepartner, etc. Ich bin staendig am Weinen und habe an Nichts mehr Freude, bin in Gedanken in Sorgen verfangen oder irgendwo in meiner Kindheit. Leider kann man sich mit Mitte 30 nicht einfach so aus seinem Leben ausklinken. Zumal der Zeithorizont ja total unklar ist - 1 Jahr, 4, 10? Und ich weiss ich haette riesige Schwierigkeiten damit mich abzugrenzen wenn ich zu ihr ziehen wuerde. Ich finde den Spagat zwischen dem eigenen Leben und dem Leiden der "Alten" extrem schwierig. Ich fuerchte, wenn ich in der Naehe wohnen wuerde waere es nie so schnell so weit gekommen. Ich ertappe mich dabei dass ich froh waere wenn sie in einem Heim waere - da waere jemand da, sie bekommt Essen. Sie ist durchaus einsichtig und ist bereit zu gehen. Ich habe immer noch die Hoffnung ... jetzt wird es das Medikament richten, es wird wieder besser, denn sie ist oft so normal. Dann kommt die Angst wieder und an manchen Tagen schafft sie es nicht sich die Haare zu waschen, Auto fahren geht nicht mehr, Neues geht gar nicht mehr, oft denkt sie sie ist in einem Theaterstueck ... Ist es normal dass die Angehoerigen so mitleiden? Ich moechte alles richtig und gut machen ... nur was ist das?