Beiträge von Angehöriger

    Liebe Forumsteilnehmerinnen und -teilnehmer,


    gehen Ihnen auch einige Beiträge hier auf die Nerven?


    Gibt es irgendwen unter Ihnen, die/der versucht, für sich selber die Situation zu verbessern und was tun Sie AKTIV, um wieder ein bißchen Lebensqualität zu finden?


    Wenn Sie mich direkt anschreiben möchten, können Sie dies gerne tun.


    Mag sein, daß ich den Schwerpunkt dieses Forums falsch verstanden habe, aber für mich geht es immer noch darum, wie wir mit dem Thema Demenz zurechtkommen, OHNE uns selber zugrunde zu richten!

    Hier hat wohl mal wieder der Text-Löschwahn einer bestimmten Person gewütet, jedenfalls sind die gesuchten Passagen verschwunden.


    An dieser Stelle wurde einst das Buch "Schöne Aussichten fürs Alter" von Dorette Deutsch empfohlen, was ich mir besorgt und gelesen habe. Darin wird u.a. auf das Dorf (Borgo) Tiedoli in den norditalienischen Bergen Bezug genommen, weil dort eine Initiative erfolgte, um das Verlassen der einsamen Bergregionen aufzuhalten, indem dort Häuser renoviert und für alte Menschen zum (Wieder-)Einzug bereitet wurden, was auch einen Nachzug von Jüngeren sowie das Schaffen von Arbeitsplätzen nach sich gezogen haben solle.
    Nun bin ich heute dort spaziert und habe mich umgesehen; ein "Dorf" ist aber gar nicht sichtbar, weil es nur weit auseinanderliegende Häuser gibt, die zumindest zum Teil leer stehen und verfallen. Die Wiederbelebungsphase datiert laut Buch scheinbar auf die frühen 2000er Jahre; ob das alles noch so funktioniert wie einst, war äußerlich nicht erkennbar.


    Kern des Projektes ist jedenfalls, daß sich jemand mit sehr, sehr viel Engagement an die Arbeit gemacht und viele, viele Widerstände überwunden hat. Die Bürokratie in Italien scheint nicht weniger problematisch und hinderlich zu sein als in Deutschland.


    Das Buch kann ich aber generell und unabhängig davon als "Pflichtlektüre" empfehlen.

    Guten Tag Herr Gust,


    wenn es so wäre, wie Sie schreiben, daß private Informationen enthalten sein können und im Hinblick auf die individuelle Belastungssituation das Bedürfnis besteht, vereinzelte Textpassagen zurückzunehmen, wäre das ok.


    In diesem konkreten Fall ist das Problem aber das generelle Kommunikationsverhalten:
    - keine sachlichen, sondern nur emotionale Beiträge;
    - die Unfähigkeit, Schilderungen/Empfehlungen/Hinweise genau als solches zu verstehen und NICHT als Angriffe auf die Person selber;
    - Rückzug aus der Kommunikation, sobald vermeintliche Kritik erfolgt
    - permanentes Löschen umfangreicher Textpassagen, so daß kein Zusammenhang mit den Beiträgen anderer Teilnehmer(innen) mehr verständlich ist.


    Mit solchen Menschen kann kein Dialog erfolgen und Ihre "Ratgeber"-Plattform hier (so wird sie ja von offizieller Seite bezeichnet) sollte den Austausch der verschiedenen Charaktere und dabei eben auch das Geben von Ratschlägen/Empfehlungen ermöglichen.


    Ansonsten wäre vielleicht die Einführung von Unterrubriken eine Idee:


    Einerseits für diejenigen, die sich lediglich mitteilen möchten und andererseits für diejenigen, die ernsthaft Veränderungen/Verbesserungen anstreben.

    Vielen Dank, Hanne und Rosina! Vor allem Rosina bringt es auf den Punkt; dem ist nichts hinzuzufügen.


    Für alle, die sich nun wundern, worüber wir hier schreiben: Sonnenblümhen hat wieder einmal ihre sämtlichen Beiträge gelöscht, auf die wir uns beziehen. Daher ist für niemanden nachträglich nachvollziehbar, worum es hier ging.


    Auch wenn die Moderator(inn)en dieses Forums ein solches Vorgehen ausdrücklich befürworten, bin ich dennoch denen dankbar, die zu dem stehen, was sie geschrieben haben, und es STEHEN LASSEN!


    P.S. : Hanne, Sie haben ja nun bald Ihren 65. Geburtstag, auch wenn ich den Tag nicht weiß; HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH dazu!

    Guten Abend Frau Harbsmeier,


    es macht wohl eher Sinn zu fragen, ob die demente Person noch verantwortungsvoll mit dem Schlüssel umzugehen in der Lage ist.


    Es nützt nämlich niemandem, wenn die-/derjenige den Schlüssel verliert oder sich ein-/aussperrt oder den Schlüssel im Schloß abbricht usw..


    All das bedeutet nur zusätzlichen Aufwand, Ärger und Kosten, die vermeidbar wären.


    Etwas anderes wäre es, den Angehörigen einen Schlüssel zur Verfügung zu stellen, sofern diese einen verantwortungsvollen Umgang damit erwarten lassen.

    Guten Abend Sonnenblümchen,


    das mag ja sein, aber ist Ihre Reaktion so unvorhersehbar und überraschend?


    Wenn Sie uns überraschen möchten, dann schreiben Sie doch mal etwas wirklich gut Durchdachtes, was Ihnen einen Ausweg aus Ihrer Lage ermöglicht.


    ODER, und auch das wäre ok, schreiben Sie, daß Sie gar nichts ändern, sondern sich hier nur "auskotzen" wollen. Auch das ist legitim und wir wissen, woran wir mit Ihnen sind.

    Guten Tag die Damen,


    allen vielen Dank für die Rückmeldungen und die guten Wünsche!


    Meine Botschaft scheint bei allen angekommen zu sein, allerdings mit entgegengesetzten Reaktionen.
    Bei Hanne und Rosina habe ich den Eindruck, daß sie/Sie es für sich erträglicher gestalten wollen und werden; bei Sonnenblümchen und Barbara ist der Kampf mit dem inneren Schweinehund in vollem Gange.


    Daher noch ein paar Erläuterungen: auch ich fahre nicht "sorgenfrei in Urlaub", wie Sie schreiben, sondern ich nehme einen Standortwechsel vor und fahre an Orte, die mir vom Umfeld her besser tun als mein Zuhause. Aber Urlaub bedeutet für mich Entspannung, Abschalten, und das hatte ich im erwünschten Umfang schon ewig nicht mehr. Ich habe immer das Telefon dabei und den PC mit Internetverbindung, um von wo auch immer ich bin dafür zu sorgen, daß zu Hause alles läuft und funktioniert. Ich habe schließlich noch weit mehr am laufen zu halten als "nur" den Haushalt meiner Mutter. Insofern schalte ich auch im Ausland nicht so ab und erhole mich bei weitem nicht so, wie ich es mir wünsche, aber immerhin komme ich an schöne Orte und erlebe Abwechslung. Urlaub wäre, mich ohne Telefon und PC und ohne die Notwendigkeit der ständigen Erreichbarkeit ins Nirvana absetzen zu können, wenigstens für zwei, drei Wochen. Das wäre wie acht bis neun Stunden am Stück durchzuschlafen anstatt immer nur für ein paar Stunden einzunicken und dann vom Säugling geweckt zu werden.


    Zusammenfassung: auch ich schaffe es nicht, abzuschalten und mich richtig zu erholen, ABER ich schaffe es, das ganze für mich erträglicher zu gestalten und dabei meine Mutter einigermaßen bei Laune zu halten. Jedenfalls phasenweise; rund um die Uhr gelingt das wohl niemand. UND ich habe, wie woanders schon geschrieben, ein besseres Verhältnis zu meiner Mutter als je zuvor. Das ist doch schon mal ein Erfolg!


    Also, Sonnenblümchen, Verantwortung trage ich auch, und Entscheidungen muß ich auch viele treffen bzw. als Ansprechpartner in vielen Fällen erreichbar sein. Aber ich muß NICHT jeden Handgriff selber erledigen und mir permanent und jeden Tag die Tiefschläge daheim einstecken. Wenn Sie schreiben, daß es nun Ihrer Mutter gut und Ihnen selber schlecht geht, ist das doch eine Bestätigung für meine Herangehensweise. Und wenn Barbara schreibt, sie als Tochter könne ihrer schwer kranken Mutter nicht helfen, ist auch das Anlaß für sie/Sie, sich selber mehr zurückzunehmen. Zu Ihrem eigenen Wohl!


    Die Aussage, daß Söhne den Müttern weniger nahe stehen als Töchter, will ich weder bestätigen noch dementieren. Ich glaube, daß es auch dabei auf den Einzelfall ankommt.


    Letztlich sollten auch Sie sich fragen, ob Sie glauben, daß Ihren Eltern damit geholfen ist, wenn Sie als Töchter sich kaputt machen und nach dem elterlichen Ableben Psychowracks sind, die bis an ihr Lebensende keinen guten Tag mehr haben werden.
    So, wie wir alle hier vom Recht auf Verwahrlosung gelesen haben, steht es auch Ihnen frei, sich Ihr Leben in die eine oder andere Richtung zu gestalten. Dabei wünsche ich Ihnen, daß Sie den Weg wählen, der Ihnen persönlich besser tut!

    Hallo Rosina,


    dann versuche ich Ihnen mal etwas von Ihrem Kummer abzunehmen; ich bin nämlich Kummer gewöhnt und habe derzeit eine einigermaßen entspannte Phase :-).


    Verreist bin ich übrigens noch nicht für über Weihnachten, hoffe aber, jetzt zum Wochenende wegzukommen. Am liebsten würde ich nach Griechenland fahren oder Südspanien, das ist mir aber für anderthalb bis zwei Wochen zu viel Kilometerschrubberei, deshalb peile ich die Cote d'azur an (Nizza, Cannes usw.). Mal schauen, ob ich da ins Meer komme ohne zu erfrieren :-).


    Ja, meine Mutter überlasse ich wie auch sonst den Betreuungsdamen und werde mich natürlich telefonisch bei ihr melden. Sie vergißt ohnehin von jetzt auf gleich, wer wann wie oft bei ihr war und das "gute Gefühl" des um-sie-Kümmerns kann ich ihr auch telefonisch geben.


    Sie schreiben, daß mich all das Erlebte wohl doch nicht so kalt lassen würde wie es scheint. Das ist absolut richtig; mich läßt das überhaupt nicht kalt, aber ich habe viele Jahrzehnte des Niedergangs hinter mir (Großeltern, Tanten und Onkel, Schwiegervater, mein Vater bis ins 93. Lebensjahr, und nun noch meine Mutter, die auch noch locker zehn Jahre durchhalten kann). Und diese Jahrzehnte haben ihre Spuren hinterlassen und ich habe weder die Nerven noch die Energie, mir mehr als das aktuell Geleistete anzutun. Zumal ich, wie ich schon vielfach geschrieben habe, zum Wohle meiner Eltern lange GEGEN sie agieren mußte und das zehrt auch erheblich an den Nerven. Wir sind auch nie "auf einer Wellenlänge" geschwommen, so daß für mich Weihnachten immer nur eine ausgesprochen unerfreuliche Pflichtveranstaltung war. Und bevor ich ins Gras beiße, erlaube ich mir nun, endlich mein eigenes Leben zu gestalten (in dem bescheidenen Rahmen, den die äußeren Notwendigkeiten eben zulassen). Schließlich habe ich schon genügend Bekannte verteilt auf diversen Friedhöfen liegen und möchte die Restzeit, die mir noch bleibt, anders nutzen als immer nur funktionieren zu müssen. Mir hilft die Vorstellung, mich zu fragen, ob ich mit dem Bisherigen zufrieden wäre, wenn ich eine Diagnose bekäme, die mir nur noch wenig Restlebenszeit bescherte. Da die Antwort eindeutig "nein" lautet, gehe ich seit geraumer Zeit die Dinge anders an als früher in meinem Leben. Mein Status ist ja jetzt auch ein anderer: früher habe ich mir etwas aufgebaut, und jetzt möchte ich davon zehren. Also die Früchte ernten, die als Resultat meiner Saat inzwischen wachsen. Sie schreiben ja auch, daß Sie sich von Ihrem Rentnerinnendasein etwas anderes erhoffen als den Dauerärger mit Ihren Eltern. Kann ich gut verstehen, und ich mache das schlicht und ergreifend nicht mehr mit.


    Was Sie über das Geschwätz "der anderen" schreiben, kennt wahrscheinlich jede(r). Interessieren sollte Sie aber nur die Meinung der Ihnen nahestenden Menschen, die Ihnen wirklich etwas bedeuten. Und die kommen, wenn ich das richtig gelesen habe, an Weihnachten zu Ihnen.


    Mir hat ein Bekannter, der in seinem allmählich zu Ende gehenden Leben sehr, sehr viel bewegt und erlebt hat, mit folgendem Spruch weitergeholfen:


    "Dann ist das halt so!"


    Zunächst habe ich mich gefragt, was das denn soll, bzw. habe ich mir gedacht, nein, das geht doch nicht, es muß doch ......
    Aber wenn man ruhig und nüchtern überlegt, was für Alternativen sich bieten und wenn man weiß, daß man in angemessenem Umfang etwas getan, sich aber schlußendlich herausstellt, daß es doch nicht genügt hat, "dann ist das halt so"! Entweder läßt man sich davon unterkriegen, daß man im Grunde genommen nie genug tut (und das ist bei Dementen so) oder aber man wird sich klar darüber, daß mehr als sein Bestes zu geben nicht drin ist und dann nimmt man eben in Kauf, wenn etwas nicht perfekt läuft. Dafür hat man aber noch einen gewissen Freiraum für sich selber und darf noch ein eigenes Leben führen.



    Also, trotz allem: Frohes Fest! Machen Sie es für sich erträglich; es sind weniger die äußeren Umstände als Ihre eigene Einstellung, die für Ihr seelisches Wohl entscheidend sind.

    Guten Abend Alpenliebe,


    vermutlich ist ein radikales Umdenken Ihres Vaters notwendig. Ein Antrainieren einer ganz anderen Verhaltensweise als bisher.
    Es gibt einiges an Informationsmaterial dazu, auch hier im Forum finden Sie / findet er so manches zum Nachdenken.


    Eines dürfte aber klar sein: es wird ein regelrechtes Training nötig, um die gewohnten Pfade zu verlassen. Einfach so mal eben schnell klappt das nicht.

    Guten Abend in die Damenrunde,


    zu wenig trinken tut meine Mutter vermutlich auch, jedenfalls Wasser. In den letzten Wochen und Monaten haben wir bei ihr unzählige Kassenbons für Sekt gefunden; sie scheint sich also eigenständig ein leckeres Alternativgetränk auserkoren zu haben.


    Nun sehe ich zwei Möglichkeiten: ich kann mir Sorgen ohne Ende machen, sie würde zur Alkoholikerin verkommen und/oder austrocknen oder was auch immer für Schäden davontragen.


    ODER ich nehme es entspannt, sage mir, sie ist nun seit vierundachtzig Jahren weder verhungert noch verdurstet und zeigt auch keinerlei Anzeichen von Unter- bzw. Mangelernährung oder Dehydration, also lasse ich sie gewähren und hoffe auf das Beste.


    Denn die einzige Alternative, die ich sehe, ist, daß jemand rund um die Uhr auf sie aufpassen muß. Und so jemanden haben wir bisher nicht und ich tue es mir ganz bestimmt auch nicht an.


    Wenn Sie mental den nötigen Abstand wahren und sich so rational wie möglich klar machen, welche Optionen bestehen, und dann auch noch diszipliniert Ihre Erkenntnisse in Handlungen bzw. Unterlassungen umsetzen, wird es Ihnen wahrscheinlich bald besser gehen.

    Danke, Hanne und Barbara, für Ihre Beiträge!


    Ich möchte dabei klarstellen, daß Arztbesuche nicht generell zu verteufeln sind. Bei eindeutigen Krankheiten/Verletzungen wie z. B. Blinddarmentzündung, Herzinfarkt, Knochenbruch, Karies, .... können sie natürlich gezielt weiterhelfen.


    Aber man braucht weder wegen eines Schnupfens noch wegen diffuser Altersbeschwerden zum Arzt zu laufen; das ist alles Zeit- und Geldverschwendung. Es ist also wie überall ein Mindestmaß an Eigenverantwortung und gesundem Menschenverstand notwendig zur Abwägung, was Sinn macht und was man besser von vorneherein sein läßt.

    Hallo AD67,


    ja, das Forum ist auf jeden Fall hilfreich; so haben Sie mir mit dem Stichwort "Musik" eine Gedankenanregung gegeben, diese bei meiner Mutter schon längere Zeit brach liegende Leidenschaft durch ihre Betreuerinnen noch einmal aufgreifen zu lassen. Früher lief bei ihr immer (klassische) Musik, wenn ich hinkam, doch das ist schon länger vorbei. Mal sehen, ob es hilft, wenn ihr jemand anders die Idee zum Musikhören liefert und das Gerät einschaltet.


    Ihre Frage nach der Nützlichkeit von Arztbesuchen beantworte ich äußerst subjektiv mit: meiner Meinung nach bringt das den Patient(inn)en gar nichts, denn weder die Demenz noch das Altern noch das Sterben noch der Tod sind aufhaltbar oder verhinderbar.
    Wozu also der Quatsch? Kostet alles nur viel Geld und verstopft die Wartezimmer der Ärzteschaft.


    Die Demenzdiagnose meiner Mutter habe übrigens ICH gestellt, nachdem mir ihr gesamtes Umfeld (auch eine neben ihr wohnende Ärztin, die engeren Kontakt mit meiner Mutter pflegte!) nichts glauben wollte und sogar ein von mir initiierter Arztbesuch absolut gar nichts gebracht hat außer Kosten. Heutzutage ist allen klar, daß meine Mutter dement ist, aber einen Namen für die Demenzform haben wir bis heute nicht. Wozu auch; ändert und verbessert ja eh nichts.


    Und wozu bitte schön sollte die Logopädie bei Ihrer Mutter gut sein? Auch das dient nichts anderem als dem Geldverdienen der medizinischen Dienstleister (zufällig habe ich grade beim Thema Logopädie ein wenig Einblick hinter die Kulissen. Aber auch die Pharmaindustrie braucht die Konsumenten mehr als umgekehrt; genauso die Justiz, die nicht zu unserem Wohle da ist, sondern wir sind dazu da, ihr eine Existenzberechtigung zu liefern. Dasselbe gilt für Zeitungen; schön für diejenigen, die eine besitzen und damit Geld verdienen und Meinungsmache betreiben; aber es ist ein Irrtum zu glauben, durch's Zeitung Lesen wäre man objektiv und umfassend informiert. Dazu muß man sich schon eigene Gedanken machen und die nötigen Informationen selber beschaffen, genau wie bei der Betreuung unserer Ahnen). Mir wollte auch ein Nachbar meiner Mutter weismachen, er (oder ich?) müsse mit meiner Mutter die ihr nach und nach verlorengehenden Fähigkeiten trainieren, damit sie eigenständig bleiben kann. Was für ein Humbug!! Ich habe schon viel zu viele Menschen alt (und dement) werden sehen, um an so einen Blödsinn zu glauben. Der Niedergang ist unaufhaltsam; das einzige, was wir Außenstehende positiv bewirken können, ist, es den Betroffenen so "angenehm" wie möglich zu machen. Indem wir ihnen Verständnis und Zuneigung und menschliche Wärme entgegenbringen, aber nicht indem wir sie von Arzttermin zu Arzttermin schleppen und sie mit Medikamenten vollstopfen bis zum Anschlag.

    Hallo AD67,


    es freut mich, daß Ihre Mutter so gesellschaftsfähig und interessiert an den AWO-Treffen ist! Versuchen Sie unbedingt, das zu fördern und auszubauen; insgesamt mehr Unterstützung und Beschäftigung für Ihre Mutter zu finden!


    Ihre Idee, ihr zusätzliches technisches Equipment zu kaufen, wird leider kaum von Erfolg gekrönt sein, da sie all dies schon bald nicht mehr selber wird bedienen können. Es führt also kein Weg an menschlicher Gesellschaft und Hilfe vorbei zur Kompensation der Defizite (dasselbe gilt für meine eigene Mutter, weil es dort exakt so ist; sie ist mit fast allem überfordert).


    Und schauen Sie, daß Sie RECHTZEITIG den "Papierkram" erledigt bekommen wie Patientenverfügung, Bankvollmacht, (NOTARIELLE) Vorsorgevollmacht (bei ImmobilienEIGENTUM), Testament (sofern erforderlich) usw..


    Ich hoffe auch für Ihre Mutter, daß es ihr nicht so ergeht wie meinem Schwiegervater! Immerhin ist sie jetzt noch relativ fidel und das in einem Alter, wo er schon (gar nichts mehr könnend) verstorben war. Es bleibt also Hoffnung!

    Guten Morgen AD67,


    mein in diesem Jahr und im jetzigen Alter Ihrer Mutter verstorbener Schwiegervater hatte auch eine Demenz, bei der zunächst das Sprachzentrum betroffen war. Nach und nach fiel alles an Fähigkeiten weg; schlußendlich konnte er deutlich weniger als ein Säugling. Bei ihm hat sich das ganze über zwei Jahrzehnte hingezogen; ein wirklich grausamer Niedergang.


    Wie Frau Sachweh Ihnen schon empfohlen hat: versuchen Sie, auf der emotionalen Schiene Gutes zu tun, denn das kommt immer noch an. Und schauen Sie, ob Sie Unterstützung von Personen aus dem sozialen Bereich bekommen können, die sich warmherzig mit einbringen zwecks zeitweiser "Erfreuung" Ihrer Mutter.

    Guten Morgen Daisy,


    auf Ihre Fragen nach spezialisierten Pflegebüros und Fachkräften, die "das" aushalten, kann ich nur ausweichend antworten:


    auch ich hatte mal über eine entsprechende Organisation versucht, meiner Mutter eine 24h-Hilfe zu vermitteln, jedoch ist diese schon nach der zweiten Nacht in Mutters Haus wieder abgehauen und uns hat das alles sehr viel Geld kostet. Eine zweite Dame, mit der wir es versucht haben, wurde von meiner Mutter schon an der Haustür abgewimmelt. Daraufhin hat mir die Betreiberin dieser Vermittlung höchstpersönlich dazu geraten, ich möge es mit jemand versuchen, der/die weniger zimperlich ist und sich nicht sofort in die Flucht schlagen läßt. Sie hatte mir dazu auch eine konkrete Anlaufstelle genannt (die ich inzwischen aber nicht mehr weiß; ist schon ein Weilchen her).


    Also, klare Antwort auf einen Teil Ihrer Frage: ja, Sie finden bestimmt jemand "Abgehärtetes", aber ob es eine spezielle, auf besonders schwierige Fälle ausgerichtete Vermittlung gibt, gilt es herauszufinden.


    Rufen Sie an, wer immer Ihnen genannt wird und fragen Sie sich von Pontius zu Pilatus durch, dann wissen Sie bald mehr.


    Nebenbei können Sie es auch mit Inseraten versuchen, sowohl mit von Ihnen gelesenen wie auch selbstgeschalteten.

    Hallo Sonnenblümchen,
    wahrscheinlich haben unsere Mütter sich abgesprochen, denn bei uns war es dasselbe wie bei Ihnen.
    Am ersten Tag fand sie's ungenießbar und hat nur einen Teil gegessen, am zweiten genauso, dann habe ich es wieder abbestellt (nachdem ich ihre Reste gegessen habe).
    Nicht, daß das, was sie selber zubereitet, besser wäre (vor allem ist es schon lange immer exakt dasselbe, also absolut keine Abwechslung), aber wenn es ihr Wille ist ... mir doch egal. Ich habe so viel zu ihrem Besten versucht und sie hat fast alles abgeblockt, da muß sie eben mit ihrem selbst Zubereiteten klarkommen. Tut sie auch, sogar klaglos. Vom verhungern ist sie weit entfernt, was soll ich mir also Mühen machen für nichts und wieder nichts?!

    An Barbara und Rosina:


    Das Grauen vor Weihnachten kenne ich nur allzu gut! Bei mir gehört es aber der Vergangenheit an; ich habe es viel zu lange mitgemacht. Und mich bewußt entschieden, daß es für den Rest meines Lebens anders (= besser!) werden und sein soll. Insofern freue ich mich darauf, weil ich mich wieder mal verkrümeln werde.


    Barbara: für mein Empfinden sind Sie viel zu rational in Ihren Gesprächen mit der Mutter. Dazu finden Sie an anderen Stellen hier im Forum entsprechendes. Aus meiner Erfahrung kann ich Ihnen nur DRINGEND empfehlen, Ihren Kommunikationsstil zu ändern. Bei MEINER Mutter funktioniert der Verstand auch nicht mehr, aber ich komme sehr gut auf eine liebevolle, freundliche und humorvolle Art an sie heran. Versuchen Sie DAS doch auch mal!


    Rosina: Auch Sie kann ich mehr als gut verstehen. Wie es scheint, haben Sie ja eine ganze Reihe Leute um sich herum, die Sie unterstützend einbeziehen könnten (Bruder, Kinder, Ehemann?, ...).


    Machen Sie doch einen Familienrat und schmieden Sie gemeinsame Pläne. Ergebnisse SCHRIFTLICH festhalten, vor allem, wenn es darum geht, wer wann was zu machen hat!!


    Ich fürchte, daß auch Sie keine "gute" Lösung finden werden, wie vermutlich wir alle anderen auch. Aber hoffentlich eine, mit der Sie sich arrangieren können.


    Bitte machen Sie sich zum Thema Heimaufenthalt ganz konkret vorher schlau über die zu erwartenden Kosten und Ihre Zuzahlungspflichten. Nicht, daß Sie irgendwann die Eltern im Heim haben und sich entspannt zurücklehnen, nur um dann festzustellen, daß die Bezahlerei nicht funktioniert und Sie sich nun nicht mehr emtotional, sondern finanziell ruinieren. Was dann auch wieder und zusätzlich noch zum emotionalen Ruin führt.

    Danke, Hanne; es bedarf scheinbar tatsächlich Ihres Hinweises, daß ein gewisser Zynismus hier seinen Ausdruck gefunden hat :-).


    An Sonnenblümchen: das ist NUR EIN BEISPIEL von vielen und ein wenig abstrakter zu sehen; es unterstreicht meine umfangreichen schlechten Erfahrungen mit der Justiz und insbesondere, daß Richter(innen) sich selber nicht an Gesetze halten, obwohl sie dazu da sind, uns Bürger(inne)n bei Gesetzesverstößen die Ohren lang zu ziehen.


    Es soll ALLEN (hier und woanders) ein Denkanstoß sein, ob man sich weiterhin bieten lassen will, was einem aufgezwungen wird. Vor allem, daß der Berufszweig der Richter(innen) sich erlauben kann, was er will, und so gut wie keinerlei Sanktionen zu erwarten hat. Fast alles läßt man denen durchgehen unter dem Mäntelchen der Unabhängigkeit und Weisungsungebundenheit.



    Mit Betreuungsverfahren habe ich selber noch keine Erfahrungen, aber eben ansonsten reichlich mit dem Justizapparat. Und wenigstens Hanne schildert ja hier, daß sie die Verantwortung an Betreuer abgegeben hat und - soweit ich das verstehe - die Ergebnisse alles andere als wünschenswert sind.


    Selbst wenn wir nur in eingeschränktem Maße Verantwortung übernehmen wollen für unsere Familienmitglieder: früher oder später betrifft es einige von uns selber und deshalb sollten wir alle schon aus purem Egoismus zusehen, daß wir gemeinsam Dampf machen gegen alles, was nicht erstrebenswert ist.

    Guten Morgen Herr Hamborg,


    Sie bitten mich, etwas von meinem Text zu löschen.


    Da ich davon ausgehe, daß Sie Ihre Aufgabe hier ernst nehmen und darum bemüht sind, den Ratsuchenden auch wirklich zu helfen, bitte ich Sie, z. B. unter nachfolgendem Link nachzulesen, weswegen es wichtig ist, Kritisches anzumerken und vor der Einschaltung unserer Justiz zu warnen.


    Wie Sie dann sehen, habe nicht nur ich große Probleme durch sie, sondern sehr viele andere ebenfalls und z. B. Hanne berichtet in diesem Forum über die Erfahrungen, die sie mit dem Thema Betreuung macht. Es ist schlimm genug, das (demente) Altwerden der eigenen Eltern mitzuerleben; dann braucht man darüber hinaus nicht noch die gegen die Bürger(innen) gerichtete Kollaboration von unserer Legislative, Exekutive und Judikative.



    https://opinioiuris.de/aufsatz…chtsbeugungen_wichtig_ist