Beiträge von Angehöriger

    Hallo Barbara,


    wenn Sie mir unterstellen, Sie (und andere) beleidigt zu haben, nennen Sie bitte konkrete Beispiele. Es ist weder meine Absicht, jemanden zu beleidigen, noch sehe ich irgendeine von meinen Äußerungen als beleidigend an. Es sei denn, jemand kann nicht damit umgehen, daß es auch andere Sichtweisen als seine/ihre gibt und fühlt sich angegriffen dadurch, daß ihm/ihr widersprochen wird. Dann beleidige ich in der Tat sehr häufig.


    Ob mir Empathie fehlt, wie Sie schreiben, weiß ich nicht. Einen Orden für besondere Empathiefähigkeit werde ich aber sicher niemals bekommen. Fakt ist, daß ich versuche, lösungsorientiert vorzugehen und auch andere dazu anzuregen, eine Lösung für ihre Probleme zu finden, statt mich/sich von schädlichen Emotionen unterkriegen zu lassen.


    Und wenn Sie mir vorwerfen, ich wüßte nicht, was Liebe ist, dann frage ich Sie: meinen Sie, das was Sie sich antun, ist ein Zeichen von Liebe (zu sich selbst)??



    Hallo Andydreas,


    Gobis hatte Ihnen schon mal ein paar treffende Worte geschrieben, nämlich daß es bei diesem Forum um Meinungs- und Erfahrungsaustausch geht und darum, sich selbst sowie anderen zu helfen. Sie scheinen sich schnell angegriffen zu fühlen und reagieren emotional statt sachlich. Auch für Sie gilt die Bitte: wenn Sie mir sachlich etwas zu erwidern haben, tun Sie dies bitte.
    Wie Sie ja schon selber geschrieben haben, halten Sie sich für einen Sonderling und es für möglich, sich langfristig selber zu schaden mit Ihrem Programm für Ihre Mutter. Da ist es doch mehr als berechtigt, darauf hinzuweisen, daß dies nicht unbedingt nachahmenswert ist, oder?
    Mir jedenfalls geht es auf jeden Fall darum, von anderen positive und negative Beispiele zu erhalten für meinen eigenen Weg, den ich zu gehen habe. So kann ich abwägen, was ich nachahmen möchte und was oder wen nicht. Zu letzteren zählen Sie; das ist aber KEINE Beleidigung und auch keine Wertung, sondern lediglich die Feststellung, daß Ihr Weg nicht meiner ist.


    Aus meiner Sicht veranstalten wir das ganze hier, um die Umstände für unsere Demenzbetroffenen nicht schlechter als unumgänglich zu gestalten UND dabei so wenig wie möglich Schaden für unsere eigenen Leben zu nehmen. Demenz ist nun mal fürchterlich, für die Betroffenen wie für die Nahestehenden. Es ist aber niemandem geholfen, wenn sich die Nahestehenden durch die unvermeidbaren Mißstände der Betroffenen herabziehen lassen oder gar zusätzlich selber schädigen. Da Sie ja aber selber schreiben, sich mit Ihrem Verhalten möglicherwiese selber zu schaden, muß es doch erlaubt sein, darauf warnend hinzuweisen und von einer Nachahmung abzuraten.


    Was Sie mir vermutlich geringschätzig als "Küchentischpsychologie" unterstellen, ist inhaltlich insofern zutreffend, daß ich mir "nur" als Laie meine Gedanken mache. Aber damit tue ich schon mehr als ein Großteil der Bevölkerung und so manchem/r würde es ebenfalls gut tun, sich selber Gedanken zu machen und nach den Ergebnissen zu handeln.


    Vielleicht kennen Sie die meist negativ konnotierte Bemerkung "Wenn jede(r) an sich selbst denkt, ist an alle gedacht" (und somit ist dann auch für alle gesorgt). Davon sollten sich einige hier mal ein Scheibchen abschneiden und auf sich selber anwenden, zum ihrem eigenen Besten. Denn nur, wer selbst in Ordnung ist, kann auch angemessen für andere sorgen. Das kennt man z. B. auch vom Fliegen: bei den Sicherheitsunterweisungen vor dem Start wird man darauf hingewiesen, bei einem Druckabfall in der Kabine zuerst sich SELBER die Atemmaske überzuziehen und erst danach den anderen zu helfen. Das ist das Gegenteil von Egoismus; es ist schalu, dafür zu sorgen, daß man selber einsatzbereit bleibt und darüberhinaus so Gott will auch noch für andere da sein kann.


    Wie Teuteburger oben geschrieben hat: einen geeigneten Mittelweg finden, wo man selber mit klarkommt und auch noch die anderen Aufgaben wie Partner, Kinder, Erwerbstätigkeit usw. bewältigt.

    Da ich wiederholt auf Passagen stoße, wo die ursprünglichen Textbeiträge von den Verfasserinnen nachträglich gelöscht wurden und dadurch der ganze Sinn der Dialoge verlorengeht, habe ich eine Bitte an alle:


    Überlegen Sie VOR Ihrer Niederschrift GRÜNDLICH, was Sie hier beitragen wollen oder auch nicht und schreiben Sie erst gar nichts, wenn Sie es sowieso danach wieder löschen wollen! Danke.

    Hallo Barbara,


    für mich liest sich sehr befremdlich, was Sie wiederholt hier schreiben. Daß Mensch traurig und niedergeschlagen etc. ist, wenn seine Eltern abbauen und sterben, dürfte wohl normal sein. Jedenfalls, wenn ein gutes Verhältnis bestanden hat. Aber daß Sie "Angst haben, den geliebten Menschen zu verlieren" deute ich als ein Problem, das SIE und Ihre Persönlichkeit betrifft und nichts zu tun hat mit dem Zustand Ihrer Mutter. Schließlich ist es der Welten Lauf, erwachsen zu werden, auf eigenen Beinen zu stehen und auch dann nicht um- oder auszufallen, wenn die Eltern abberufen werden. Das haben Abermillionen vor Ihnen schon durchgestanden; wenn Sie das nicht packen, stimmt 'was nicht. "Angst" gehört da nicht hin.


    Ein Gegenrezept habe ich dazu aber auch nicht; aus der Beobachtung von vielen Menschen in meinem Umfeld, die erhebliche (psychische) Probleme haben (welche sie nicht beseitigt bekommen), ergibt sich leider, daß da oftmals auch nichts dran zu ändern zu sein scheint.


    Ich kann Ihnen nur aus meiner Sicht schreiben, daß ICH allerspätestens beim Auftreten von dauerhaften Schlafstörungen und anderen von Ihnen geschilderten Schwierigkeiten für mich die Notbremse ziehen und gravierende Veränderungen für meine Lebensqualitätsverbesserung einleiten würde. Ich habe einfach zu viel Selbsterhaltungstrieb um mir so etwas wie Sie (oder Andydreas) anzutun.


    Und wenn Sie schreiben, daß Sie zu häufig "explodieren" wegen Ihrer Mutter, heißt das für mich, daß Sie zu nah dran sind.


    Konzentrieren Sie sich mal auf sich selber und Ihren eigenen Seelenzustand sowie das, was dem gut tun würde; vielleicht erkennen Sie dann Handlungspotential.


    Selbiges gilt für Andydreas: aus meiner Sicht schieben Sie Ihre Mütter vor, um Ihre eigenen Baustellen weder sehen noch bearbeiten zu müssen.

    Doch, Rosina,
    es gibt jemanden, der/die Ihnen helfen kann: Sie selber!


    Indem Sie Ihren Verstand gebrauchen und abwägen, was Sie selber tun oder lassen und was Sie zu delegieren versuchen. Und danach handeln bzw. es lassen!!!


    Sie sind keine schlechte Tochter, wenn Sie nicht täglich für Ihre Eltern kochen. Dafür gibt es z. B. Essen auf Rädern und wenn Ihe Eltern permanent alles ablehnen außer dem, was Sie tun (sollen), sind es eher schlechte Eltern. Jedenfalls solange da noch so etwas wie ein Begreifen ihrerseits stattfindet. Und selbst wenn das weg ist, gilt immer noch: wer nicht rechtzeitig die Weichen in die richtige Richtung seines Altwerdens gestellt hat, trägt erhebliche Mitschuld an der Situation!


    Ich will Ihnen ein Beispiel geben: für gestern (Allerheiligen) hatte ich mir viele Gedanken gemacht, wie ich meine Mutter zur Messe bekommen könnte, wo sie gerne hingeht (was sie mir vorab auch telefonisch bestätigte). Mit viel Überredungskunst habe ich schließlich eine Nachbarin dazu bewegt bekommen, sie mit hinzunehmen, obwohl sie (die Nachbarin) das eigentlich nicht wollte. Als ich später telefonisch nachfragte, hieß es, meine Mutter habe dankend abgelehnt, weil ihr nicht danach gewesen sei. Stattdessen wollte sie, daß ich bei ihr vorbeikomme. So geht das grundsätzlich. Sie ist total auf mich fixiert und würde wie ein Säugling am liebsten vierundzwanzig Stunden täglich mich um sich rum haben, was natürlich unvereinbar ist mit einem eigenen Leben von mir.

    Guten Morgen Rosina,


    da sind Sie in einer mehr als schwierigen Lage!


    Zunächst einmal sollten Sie sich klar machen, daß es unmöglich ist, daß Sie alleine all die immer größer werdenden Defizite Ihrer Eltern werden kompensieren können. Also achten Sie darauf, daß Sie nur so viel leisten, wie Sie freiwllig geben können und daß Sie sich damit noch wohlfühlen, aber nicht überfordern (lassen).


    Dann klären Sie, wer Sie noch unterstützen kann, z. B. ein Pflegedienst. Oder Angehörige oder Nachbarn oder anderweitige Profis oder .....


    Und ziehen Sie statt einer Heimunterbringung zunächst einmal eine 24h-Kraft in Erwägung. Wird auch keine Zustimmung Ihrer Eltern erfahren, aber es geht eben nicht alles nach Wunsch, schon gar nicht, wenn die Eltern selbst nichts in die Wege geleitet haben.


    Sie haben zwar nichts über Ihre finanzielle Situation geschrieben, sollten aber davon ausgehen, daß Sie zum Teil zu den Heimkosten beitragen müssen. Bei zwei Personen sind da schnell 6 - 8.000 Euro im Monat weg und nur vielleicht die Hälfte durch Pflegeversicherung etc. gedeckt. Wenn die Eltern sehr üppige Renten/Pensionen haben oder entsprechendes LIQUIDES Vermögen, dann mag das funktionieren. Ansonsten haben Sie auch noch ein finanzielles Problem.


    Sind Ihre Eltern Immobilieneigentümer, benötigen Sie auch noch eine notarielle Vollmacht, um zu gegebener Zeit die Immobilie(n) verkaufen zu können, sei es, um Liquidität zu generieren oder um eine nicht mehr benötigte Immobilie sowie die von ihr verursachten Kosten loszuwerden.


    Keine einfache Aufgabe, aber falls es Ihnen hilft: vielen anderen geht es nicht besser als Ihnen. Halten Sie durch und teilen Sie Ihre Kräfte ein :) !

    Guten Abend Zimt,


    so, wie Sie Ihre Mutter zu "verwöhnen" scheinen, wundert es mich nicht, daß sie mit allem im Heim Gebotenen unzufrieden ist. So einen Service wie Sie ihn zu bieten scheinen, kann ja keine gewerbliche Einrichtung realisieren.


    Versuchen Sie, ein gesundes Mittelmaß zwischen der Versorgung Ihrer Mutter und dem Achten auf IHR eigenes Wohlergehen zu finden.


    Für Ihre Mutter ist es zwar schön, wenn Sie sie jedes Wochenende zu sich nehmen, aber für Sie selber und Ihre Partnerschaft ist das Gift.


    Handeln Sie auch nach dem, was Ihr Bauchgefühl Ihnen zu Ihrem eigenen Zustand sagt und sorgen Sie dafür, daß Sie seelisch in der Balance bleiben!

    Guten Abend Deira,


    entspannen Sie sich :) !


    So wenig wie Sie die Welt umgekrempelt bekommen, schaffen Sie es, eine optimale Situation zu schaffen. Das ist der Tenor aus allen Beiträgen, die es hier zu lesen gibt (und aus meiner bisherigen Erfahrung). Entscheidend ist, daß Sie sich mit dem Machbaren zufrieden geben und nicht das Unmögliche anstreben.


    Zum Thema Auto und auch zum Thema des Umgangs mit Demenzerkrankten finden Sie hier vieles zum Nachlesen; stöbern Sie einfach ein wenig herum.


    Falls Sie Kinder großgezogen haben sollten, wird Ihnen das helfen. Verhalten Sie sich wie einem (Klein-)Kind gegenüber: seien Sie freundlich und verständnisvoll und trotzdem konsequent in der Sache. Ein (Klein-)Kind begreift vieles noch nicht und muß deswegen auch nicht alles erklärt und gerechtfertigt bekommen; eine demenzkranke Person versteht all das nicht mehr; also selbe Vorgehensweise von Ihnen.


    Achten Sie unbedingt darauf, auf der GEFÜHLSeben immer bei der erkrankten Person zu sein und argumentativ niemals mit dem Verstand oder Sachargumenten vorzugehen, denn das überfordert die Person. Immer lieb und freundlich und nicht mehr zumuten, als die Person geistig noch verarbeitet bekommt. SIE müssen sich umstellen, und zwar gewaltig, dann klappt das auch.


    Für die Post stellen Sie einen Nachsendeantrag an sich selber, damit enfallen zukünftige Postprobleme.

    Wieso verschwinden in diesem Forum eigentlich immer wieder Beiträge von Sonnenblümchen???




    Guten Abend Hanne,


    ein Weg, Ihre Sorge, später mal Ihre eigenen Vollmachten zu widerrufen etc., zu bekämpfen, könnte darin liegen, daß Sie allmählich die Weichen stellen für Ihr späteres Wohnen und Versorgtsein. Die Dinge in Angriff nehmen; sich seiner (/ihrer!) Angst stellen. Packen Sie den Stier bei den Hörnern! Wenn Sie merken, daß Sie etwas in die von Ihnen gewünschte Richtung bewegt bekommen, wird die Angst verschwinden und Sie können sich auf die angenehmeren Seiten des Lebens konzentrieren.
    Und versuchen Sie, aus dem Alleinsein herauszukommen; wenn Sie jetzt den Umgang mit anderen einüben, fällt es Ihnen später leichter, diesen fortzusetzen, wenn Sie in Gemeinschaft leben sollen/wollen.


    Weiter oben war das Thema ja Abbeyfield-Häuser und Bauernhöfe, auf denen in Gemeinschaft gelebt wird. Setzen Sie sich damit einmal konstruktiv gedanklich damit auseinander und berichten uns anschließend.

    .... und verpassen dabei den Zeitpunkt zur Weichenstellung für die Zeit, wo die Selbstbestimmung nicht mehr funktioniert. Das ist ja genau das, was ich im Wohnumfeld meiner Eltern beobachte und geschildert habe.



    Nun nochmal zu den Herren Fachleuten, Herr Hamborg und Herr Pawletko: von einem von Ihnen kam das Stichwort "green care", womit Gemeinschaftswohnformen für Pflege- bzw. Betreuungsbedürftige auf Bauernhöfen gemeint sind. Was ich im Internet an Zahlen dazu finde, gibt es, auf die jeweiligen Bevölkerungszahlen der Länder hochgerechnet, rund zweihundertvierzig mal so viele Projekte in den Niederlanden als wie in Deutschland und in Norwegen sogar siebenhundertdreiundachtzig mal so viele. Ein immenser Unterschied!


    Haben Sie als an der Quelle Sitzende nähere Informationen dazu, warum diese eklatanten Unterschiede existieren und was sich dagegen unternehmen läßt?

    Hallo Herr Hamborg,


    auch mich würde es freuen, wenn die Idee der Abbeyfield-Häuser in Deutschland vorankommt. Mir scheint das ein wirklich lohnenswerte Ansatz zu sein.


    Haben Sie denn aus Ihrer Position heraus die Möglichkeit, diesbezüglich etwas auf den Weg zu bringen? Vielleicht könnten sich ja Synergieeffekte aus Ihrem Wissen und Ihren Kontakten zu Hilfebedürftigen (aus diesem Forum) dazu verwenden lassen, ein solches Projekt zu starten?



    Sie haben vollkommen Recht, daß es sicher sinnvoller für mich ist, wenn ich mir Betätigungsfelder suche, in denen mein Vorgehen so wenig wie möglich mit den Schutzbedarfen für Abhängige kollidieren kann, denn da prallen zwei unvereinbare Welten aufeinander.


    Wenn Sie Vorschläge haben, was ich Ihrer Meinung nach in meinen Beiträgen noch etwas bearbeiten sollte, präzisieren Sie es bitte. Danke.

    Hallo Herr Hamborg,


    was sollte denn Ihrer Meinung nach wie geändert werden?






    Hallo Andydreas,


    zumindest mich nerven Sie nicht; ich habe Ihnen lediglich zurückgemeldet, daß es berechtigte Argumente gibt, Ihre Einstellung zu überdenken. Es ist Ihnen vollkommen freigestellt, Anregungen anzunehmen oder auch abzulehnen.
    Ich reagiere nur aus meiner Denkweise heraus und wenn ich solche Texte wie Sie verfassen würde, würde ich mir entsprechende Hinweise und Empfehlungen anderer erhoffen, wie ich sie Ihnen gebe.


    Sollten diese unerwünscht sein, kein Problem. Brauchen Sie nur zu schreiben. Allerdings sollten Sie dies von vorneherein deutlich machen, indem Sie darauf hinweisen, daß Sie zwar unglücklich mit der Situation sind, aber nichts daran ändern wollen. So wissen alle Leser(innen), daß sie sich jegliche Mühe für Tipps sparen können.

    Hallo Andydreas,


    wir haben vorgestern jemanden beerdigt, der sich - wie Sie - jahrelang aufopferungsvoll in gemeinsamer häuslicher Gemeinschaft lebend um seine Mutter gekümmert und diese lediglich um fünf Jahre überlebt hat.


    Wie ein Bekannter von ihm sagte, war es ein armes Leben. Keine Partnerin, keine Kinder, immer nur gearbeitet und für die Mutter dagewesen. Kein eigenes Leben. Ist gestorben, als er fast das Ruhestandsalter erreicht hatte.
    An Krebs natürlich, von dem ich überzeugt bin, daß er besonders gerne Leute befällt, die seelisch übermäßig beansprucht sind.


    Ich schreibe Ihnen das als Anregung zum Nachdenken, ob Sie Ihr Leben so gestalten, wie Sie es sich im Nachhinein wünschen würden. Damit Sie nichts bereuen, wenn es irgendwann zu spät ist zum besser machen.

    Wenn man sich allem Notwendigen bzw. Empfehlenswerten verweigert, wird zu gegebener Zeit von anderen Personen (beispielsweise einem Betreuungsgericht) eine Entscheidung getroffen. Vermutlich etwas, was der Demenzerkrankte nie wollte, was aber mangels Alternativen nicht zu verhindern ist. Zum Beispiel eine Heimunterbingung.

    Guten Tag Herr Hamborg,


    insbesondere Ihre Stichwörter Bauernhof für Demenzkranke und Abbeyfieldhäuser möchte ich aufgreifen, da ich zwar über ersteres schon nachgedacht hatte, ohne zu wissen, daß es so etwas gibt, und mir zweiteres vollkommen unbekannt war. Wobei ich in der Therorie eine ganz ähnliche Idee verfolge wie sie bei den Abbeyfieldhäusern praktiziert wird, nur eben keine Vereinsgründung anstrebe, sondern es als Ein-Mann-Unternehmung versuchen würde. So, wie ich auch bei den bestehenden WG's für Studenten und junge Berufstätige, an die ich vermiete, alleinverantwortlich (und somit ohne mir von anderen hereinredenlassen zu müssen) eine für alle Beteiligten gute Lösung gefunden habe. Was ich hingegen als demokratisch konzipiert erlebt habe (beispielsweise Ratssitzungen der Stadtverwaltungen oder Versammlungen von Wohnungseigentümergemeinschaften) ist für mich höchstgradig abschreckend; so etwas werde ich freiwillig niemals machen. Ich praktiziere lieber sozialverträgliche Diktatur :-).


    Besonders interessant finde ich beim Übertragungsversuch des Abbeyfieldmodells das soeben im Internet Gelesene, nämlich daß es zum einen aufgrund bürokratischer Hindernisse in Deutschland und zum anderen aufgrund der Erwartungs- oder Konsumentenhaltung der Deutschen hierzulande kaum funktioniert. Letztlich ist es genau das, was ich im Umfeld der Generation meiner Eltern überall sehe und nicht nachvollziehen kann, nämlich daß die Leute allesamt mehr oder weniger einsam und isoliert in ihren Einfamilienhäusern sitzen, aber jegliche Veränderung ablehnen und auch kein bißchen Bereitschaft zeigen, zu ihrem eigenen Wohlergehen mal einen vermeintlichen Rückschritt heraus aus dem Einfamilienhaus hinein in eine Gemeinschaftswohnform zu wagen. Ebenso fehlt fast überall das soziale Engagement der Alten, also der Einsatz für und mit andere(n), obwohl reichlich freie Zeit und auch genügend finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, schließlich war noch keine
    Ruheständlergeneration finanziell so üppig versorgt wie die jetzige und es wird wohl auch nie wieder eine geben.


    Leider fehlt auch bei meiner Mutter, wie hier umfangreich nicht nur von mir berichtet, die Bereitschaft, Veränderungen mitzutragen, so daß letztlich (wie bei meinem Vater) schlußendlich nur eine unfreiwillige Endstation im Heim bleibt, wo kaum jemand wirklich hin möchte. Allein deswegen macht es schon wenig Sinn, wenn ich versuchen würde, eine Gemeinschaftswohnform für Alte zu initiieren, wenn meine Hauptakteurin nicht mitmacht, sondern sich verweigert und alles sabotiert. Es ist diese Vollkasko- bzw. Vollversorgungsmentalität hierzulande, alles haben zu wollen, aber nichts dafür zu tun bereit zu sein. "Bedingungsloses Grundeinkommen" ist der Gipfel dessen: faul auf dem Rücken liegen, das Maul aufsperren und warten, daß einem die gebratenen Tauben reinfliegen und man nur noch kauen und schlucken muß.


    Erst kürzlich war ich bei einer dem Namen nach sozialistisch angehauchten Wohngemeinschaft, um meinen engstirnigen Horizont zu erweitern. Letzten Endes sind das (dort) aber auch nur nicht integrierbare Leistungsverweigerer, die nach meiner Definition weitestgehend antriebslos in ihrer Unordnung und ihrem Dreck herumlungern und den Kapitalismus verteufeln. Wenn sie aber mit ihren eigenen äußerst bescheidenen finanziellen Mitteln nicht mehr weiterkommen, nehmen sie gerne die Gelder derjenigen an, die sie ansonsten wegen ihrer "kapitalistischen" Einstellung verteufeln. Kein Modell, was sich zur Nachahmung empfiehlt.


    Vergangenes Jahr hatte ich mir eine mir sehr gut gefallende zum Verkauf angebotene Pension im südlichen Kärnten angesehen, wo alleine schon aufgrund der ruhigen Lage, der schönen umgebenden Natur mit Wäldern und Badeseen und der Nähe zu Slowenien sowie Kroatien samt kroatischer Mittelmeerküste ein meiner Meinung nach reizvolles Projekt in Angriff zu nehmen wäre. Gedacht hatte ich das allerdings nicht für Senioren, sondern für sozial schwächere Familien, die sich keinen regulären Urlaub leisten können und wo man mit größeren Gruppen eine sehr gute Auslastung zu geringen Kosten umsetzen können müßte. Zumal ich im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern nicht wirtschaftlich abhängig von den dort zu erzielenden Einkünften bin. Aber die von mir mit dieser Idee angeschriebenen Kirchen und Sozialeinrichtungen etc. haben es noch nicht einmal für nötig befunden, zu antworten, geschweige denn, positiv darauf einzugehen. Und bei den österreichischen Behörden, bei denen ich vorgesprochen habe, hatte ich den Eindruck, daß sie mindestens so schlimm sind wie die Deutschen. Daher habe ich die Idee ganz schnell verworfen. Kein Rückhalt, nirgendwo.


    Und in Deutschland warte ich seit vier Jahren darauf, endlich wieder mein Geld zurückzubekommen, was ich ursprünglich jemandem für nur ein Jahr geliehen hatte. Hier fehlt mir nicht nur die Unterstützung durch die deutschen Behörden, sondern diese unterstützen ganz massiv die kriminellen Schuldner und schädigen damit nicht nur die privaten Gläubiger, sondern die Steuerzahlergemeinschaft insgesamt, da auch Stadtverwaltung und Kreisverwaltung und Finanzbehörden Gelder von den Schuldnern zu bekommen hätten, aber aufgrund der Gesetzeslage nicht zum Zuge kommen. Und unsere moderne Datenschutzgesetzgebung unterbindet die Kommunikation zwischen den Geschädigten und eine sinnvolle gemeinsame Vorgehensweise, da sich fast alle Behördenangestellten auf den von ihnen einzuhaltenden Datenschutz berufen und ihre Jobs nicht durch einen Verstoß dagegen riskieren möchten. Das ist so verrückt, daß ich es niemandem glauben würde, der es mir erzählte, wenn ich es nicht selber erleben würde.
    Eigentlich sind alle Voraussetzungen inzwischen gegeben, daß die Gläubiger nun ausgezahlt würden, aber irgendwelche Gesetze erlauben den Schuldnern immer wieder Winkelzüge, die ihnen lange Zeitaufschübe ermöglichen.
    Insofern habe ich keine Ahnung, wann ich überhaupt wieder über die nötige Liquidität verfüge, um ein Projekt zu realisieren.


    Wie Sonnenblümchen schon ein Stück weiter oben geschrieben hat: irgendjemand hat FÜNF Jahre gebraucht zur Umsetzung einer Idee; ich weiß ja gar nicht, ob ich so lange noch lebe und etwas heutzutage Angefangenes abgeschlossen bekäme.


    Wenn ich etwas anfangen sollte, dann ganz sicher nichts, wo die Behörden mitzuentscheiden haben. Und wenn ich konsequent wäre, auch nicht in Deutschland.

    Guten Morgen Andydreas,


    bitte nehmen Sie Ihre Wortwahl zu Ihrem eigenen Nutzen etwas bewußter vor. Ich habe Ihnen nicht zu mehr Egoismus geraten und behaupte auch nicht, man solle/könne ohne Gewissensbisse auskommen. Sondern: ich empfehle Ihnen (da Sie hier sehr ausgiebig über Ihre mannigfaltigen Beanspruchungen und die weitgehende Ergebnislosigkeit Ihrer umfangreichen Bemühungen berichten), daß Sie mehr auf sich und Ihr eigenes Wohlbefinden achten! Das hat mit Egoismus genau so wenig zu tun wie Geiz mit Sparsamkeit, nur setzen diejenigen, die nicht verantwortungsvoll mit Geld umgehen können, gerne beides gleich.
    Selbiges gilt für Unfälle: sobald ein Fahrzeug in einen Unfall verwickelt wurde, benutzen die Medien fast immer das Wort "gerast", was totaler Unsinn ist, da "rasen" eine extrem überhöhte Geschwindigkeit ist, was aber in den wenigsten Fällen Ursache von Unfällen ist. Meistens wurden die Fahrzeuge nur (mit angemessener Geschwindigkeit) gefahren.


    Um auf Ihre persönliche Situation zurückzukommen:
    Letztlich muß jeder Mensch für sich entscheiden, wie stark sie oder er sich vereinnahmen läßt und wie wenig eigenes Leben Mensch sich überhaupt zugesteht. Wie Teuteburger hier anhand ihrer eigenen Situation geschildert hat, bleibt bei einem ausgefüllten eigenen Leben nicht so viel Zeit und Energie übrig, um sich in dem Umfang für die betreuungsbedürftige Person einzusetzen wie Sie es bei Ihrer Mutter tun.


    Wenn es Ihnen wichtiger ist, im bisherigen Umfang für Ihre Mutter da zu sein und dafür auf Partnerschaft, reguläre Berufstätigkeit, Hobbies/Interessen, Sport/Bewegung, Freundschaften/Gesellschaft usw. zu verzichten, dann ist das Ihr gutes Recht und Sie alleine müssen mit den Resultaten zurechtkommen. Wir anderen müssen ja auch mit unseren Entscheidungen und Ergebnissen leben.
    Jedenfalls schaffen Sie es, mir ein schlechtes Gewissen zu machen :-), da ich (mittlerweile), was meinen Einsatz bei meiner Mutter betrifft, am anderen Ende der Intensitätsskala an Zeit- und Energieaufwand bin als Sie.


    Jedenfalls geht es mir dadurch, daß ich mich inzwischen mehr zurückhalte, wesentlich besser und meiner Mutter nur unwesentlich schlechter. Diesen Denkansatz will ich Ihnen mitgeben, daß keine lineare Verbesserung der Lebensqualität Ihrer Mutter durch umfangreicheren Einsatz von Ihnen zu erwarten ist, sondern daß Sie exponentiell viel mehr Aufwand betreiben müssen, um nur geringfügig mehr für sie zu erreichen. Oder umgekehrt: daß Sie sich deutlich mehr zurücknehmen dürften zu Ihrem eigenen Wohlergehen und die Situation Ihrer Mutter trotzdem kaum schlechter wird.


    Damit wären Sie dann aber an dem Punkt, wo Sie weniger Ablenkung von Ihren eigenen Aufgaben und Ihrem eigenen Leben hätten. Vielleicht spielt das ja mit eine Rolle, daß Sie sich so übermäßig in die Betreuung Ihrer Mutter stürzen, um abgelenkt zu sein von den eigenen Baustellen. Dazu brauchen Sie hier nichts zu schreiben, aber wenn Sie möchten, können Sie sich dazu Ihre eigenen Gedanken machen und ggfs. Veränderungen herbeiführen oder alles so belassen wie es ist. Weil Sie sich so entschieden haben. Es ist schließlich Ihr Leben bzw. könnte es sein, je nach Sichtweise.

    Hallo Bine27,


    mir ging es genau so, daß ich vor bestimmt zehn Jahren (als meine Mutter ähnlich alt war wie Ihre heute) anfing, so "komisch" zu sein, daß ich etwas in Richtung Demenz vermutete. Zumal es ja genügend Anschauungsbeispiele gibt, an denen man sich orientieren kann.


    Jedenfalls habe ich sie damals zum Arzt geschleppt, natürlich ohne jedes Ergebnis. Noch lange Jahre danach, als sie sich zunehmend veränderte, hat mir noch immer kein Mensch geglaubt, daß da etwas im Busch ist (aufgrund ihres resoluten, agilen und körperlich äußerst fitten Auftretens).


    Die letzten Jahre ist der Verfall unübersehbar; der Pflegedienst kommt regelmäßig vorbei, sie hat längst Pflegegrad zwei und noch immer tun manche Zeitgenossen so, als ob alles i. O. wäre.


    Bis heute habe ich keine Ahnung, welche Form der Demenz sie haben soll (ich lese nur hier darüber) und weiß auch gar nicht, wozu dieses Wissen gut sein soll. Diesbezüglichen Medikationen traue ich nicht; ich denke, das dient alles nur der Pharmaindustrie etc.


    Aus der Nummer kommt man leider nicht raus und ich kann Ihnen ebenfalls leider jedenfalls aus unserer Erfahrung keine erleichternden Neuigkeiten verkünden, mit denen Sie das Problem aus der Welt geschafft bekommen. In unserem Fall ist es ein langer Abstieg ohne jegliches Verständnis des Umfelds und ohne die ersehnte Unterstützung.