Beiträge von Rose60

    Liebe Mama Anke,

    Ich verstehe total gut, wie schwer und traurig diese Situation für euch alle ist. Deine Mutter ist noch sehr jung für diese heftige Erkrankung. Du hast sicher Recht, dass es ein weiterer Schritt Richtung Abschied von deiner Mutter ist, wenn sie in ein Heim kommt, was sich offensichtlich nicht vermeiden lässt.

    Nur habt ihr keine wirkliche Wahl, wenn es auch deinem Vater so schlecht mit der Situation geht, dass auch vermutlich keine ausl. Pflegekraft die Lösung wäre.

    Doch man muss es auch aus Sicht deiner Mutter sehen. Ich weiß nicht, ob sie ihr Zuhause noch als solches erkennt, irgendwann wird es nämlich eh nicht mehr so sein.

    Für meine Mutter ist Zuhause mittlerweile eher der Ort ihrer Kindheit.

    Daher geht es wirklich darum, für sie einen möglichst angenehmen Pflegeplatz zu finden. Meine Mutter ist in einem sehr gemütlichen, hellen, relativ neuen Heim, wo alle Pfleger sehr nett sind.

    Also schau dich auf jeden Fall nach den Möglichkeiten um, so wie schwarzer Kater schon schrieb.

    Wenn du, dein Vater oder Bruder dann deine Mutter besucht, könnt ihr euch Zeit für SIE nehmen und müsst nicht parallel etwas Zuhause regeln o.ä.

    Ich musste vor einigen Jahren meinen Mann zum Sterben ins Hospiz geben, weil wir es zuhause aus verschiedenen Gründen nicht zuende führen konnten, das war zunächst mega schwer für mich und es war dadurch klarer, dass es die Endstation ist, doch glaub mir, man kann in solche Realitäten hineinleben und es irgendwann akzeptieren. Das Ankämpfen dagegen kostet unnötig Kraft, ein inneres okay ist möglich, ein gewisser Prozess.

    Wenn es geht, lass dich Auge in Auge beraten um besser damit klarzukommen, psychol. Beratungsstelle o.ä.

    Wir haben leider nicht alles in der Hand, schaffen aber oft mehr als wir uns vorher zugetraut haben.

    Wenn dir danach ist, weine was das Zeug hält oder schreib hier oder whatever.

    Hier ist immer jemand für dich da und anonym kannst du quasi alles loswerden.

    Ganz herzliche Grüße

    Und das würde ich an die Demenz-Beratung unbedingt weitergeben. Schließlich verdienen die Fachärzte an uns/euch. Handwerker werden für Pfusch auch kritisiert. Also wirklich...

    Hallo Barfuss,

    Auch deine Geschichte berührt mich sehr. Vllt passt entsprechend etwas von meinem vorherigen Beitrag.

    Wir haben es einfach nicht alles in der Hand. Manches laufen lassen und im entsprechenden Moment "Zugriff"/Reaktion..

    Liebe Grüße auch an dich

    Hallo Oiocha,

    für mich klingt das alles furchtbar und tut mir für deine Mutter in der Seele weh. Als ob man per Vertrag einen dementen Menschen aus einer Sucht bekommt... Naja, netter Versuch.

    Gibt's die Möglichkeit deinen Vater mit solchen aggressiven Verhaltensweisen heimlich mit Handy Video aufzunehmen?

    Ich denke, du bist an schlimme Situationen ein Stück gewöhnt, so wie ich früher vieles nicht anders kannte als meinen manipulativen, unberechenbaren, bedrohlichen Vater .

    Wie geht's dir, wenn du deine Beiträge hier liest?

    Gehst du daran nicht mit kaputt?

    Sorry, hoffe es klingt nicht übergriffig, aber sowas hat niemand als Ehepartner und/oder Kind verdient.

    Ich würde an deiner Stelle viele Situationen genau aufschreiben, mich an den sozialpsychiatr. Dienst wenden, dafür sorgen über Hausarzt, PSychiater o.ä.dass dein Vater eine Einweisung in die gerontoPsychiatrie bekommt - dort war meiner auch und es brachte die Wende.

    Es stimmt jedenfalls nicht, dass man da nichts machen kann. Vllt traut deine Mutter sich mit Abstand auch eine Veränderung zu. Kann sie mal in eine Kur geschickt werden?

    Ganz liebe Grüße

    Hallo Ute,

    Ich handhabe es bei meiner Mutter mit diesen Flunkereien entgegen meiner sonstigen Gewohnheit zu Authentizität genauso wie du, sie nimmt die Wahrheit eh nicht an und kann psychisch besser damit leben, sich oft noch Mantra-artig vorzusagen, dass sie sich bald ein Taxi nachhause nimmt.. letzteres kriegt sie gar nicht mehr hin, ist auch örtlich nicht mehr angemessen orientiert.

    Schon vor der Demenz hat meine Mutter allerdings entsprechende Ziele nicht losgelassen, aber eben überhaupt nichts in die Hand genommen.

    Ich versuche es als ihren Umgang mit Realitäten anzunehmen, damit ich nicht so genervt bin.

    Und wenn sie mich angiftet, sage ich "also heute bist du aber schlecht gelaunt", dann stoppt sie tatsächlich die Vorwürfe und ich habe es aus meiner Verantwortung weggeschoben.

    So wie früher, wenn meine Kinder über das blöde, falsche Mittagessen gemeckert haben, obwohl sie eigentlich Ärger in der Schule hatten..

    Ich übe seit drei Jahren - ommm ;)

    Vielen Dank, Herr Hamborg, auf diese Interpretation bzgl. Warten auf Mama war ich tatsächlich nicht gekommen. Heute morgen hat sie auch einer Gratulantin am Telefon erzählt, dass ihre Mama sie abholt und wir dann bei mir meinen Geburtstag feiern...

    Jedenfalls war ich den ganzen Morgen ziemlich angespannt und dann war es ein überraschend netter Nachmittag. Schon wieder eine Hürde geschafft. Meine Mutter tat allerdings alles um die Nachteile des Heims aufzuzählen .

    Liebe Grüße

    Hallo Ute,

    ich war vor längerer Zeit, als ich noch jedesmal so angegangen wurde, irgendwann wirklich so weit, dass ich überlegt hatte, bevor ich daran kaputt gehe, werde ich rechtl. Betreuung beantragen und mich komplett zurückziehen. Die Jahre davor mit meinem Vater waren schon sooo anstrengend, irgendwann gehts dann nicht mehr.

    Ohne mein Zutun war es dann plötzlich besser. Aber ich hatte es für mich klar, dass eine Grenze erreicht war.

    Sich das Ganze von der Seele zu schreiben hilft sehr beim Gedanken-Sortieren und wenn man es dann nochmal durchliest, kann man sich quasi von außen betrachten. Mir hilft es jedenfalls ;)

    LG

    Ja, da geht mir ähnlich.. sonst würde ich meine Mutter auch tatsächlich öfter holen.

    Bin gerade noch in leichtem Schockzustand: habe meine Mutter(ab morgen 92 J) angerufen und sie sagte, sie warte schon die ganze Zeit auf ihre Mama, die wollte doch kommen :| ich hab dann leicht gestottert und gesagt, die komme heute nicht, ihr gehe es nicht gut - "ja, so ist das mit alten Leuten" war ihre Antwort, puh, da musste ich schlucken, es war neu. Habe dann abgelenkt, dass ich gerade einen Kuchen für ihren Geburtstag gebacken habe .

    Dann habe ich mich bei der Pflegerin erkundigt, wie man am besten dann reagiert, das war gut und diese wollte meine Mutter dann zu einer Aktivität abholen, damit sie nicht die ganze Zeit auf ihre Mama wartet - oh Mann, was für eine Krankheit...

    achje, jedes Mal ne Wundertüte.. tu dir irgendwas Gutes zur Belohnung!

    Das schlagende Argument meiner Mutter ist immer, dass sie ja schließlich wieder Kartoffeln schälen könne.. wenn sie im Heim gefragt wurde, ob sie bei etwas hauswirtschaftlichem mitmachen möchte, sagt sie, sie sei doch nicht zum Arbeiten da.

    Ich bin schon nervös, weil meine Mutter morgen Geburtstag hat und wir sie zu uns holen, meine Schwester kommt auch. Oft ist sie dann natürlich besonders aufgeregt und man muss mit allem möglichen rechnen. Wenn sie dann im Heim bliebe, wäre es erst recht nicht richtig.

    Ich begebe mich mal ans Backen;)

    Liebe Grüße

    Hallo Sohn,

    Ich verstehe das alles sehr gut. Meine Einschätzung: du bist durch die Übernahme der Verantwortung für deinen Vater so eng in dieser Rolle drin und schwingst mit seiner Gefühlswelt mit, dass es irgendwann immer schwerer wird sich daraus zu lösen. Ich habe meinen Mann vier Jahre bis zu seinem Tod durch Krebs begleitet und brauchte auch irgendwann Ansagen von außen, was der nächste Schritt sein könnte, konnte ganz schlecht loslassen, dass ich seine "Rettung" nicht hinkriege egal wie ich mich eingesetzt und meine Bedürfnisse zurückgestellt habe.

    Als ich ihn schweren Herzens ins Hospiz gegeben habe - er wollte das zum Glück auch - wurde es tatsächlich so viel leichter und wenn ich ihn besucht habe, war es entspannter für mich, weil ich nicht gleichzeitig noch Haushalt zu machen, Telefonate anzunehmen hatte etc


    Und so kann ich nun auch für eine begrenzte Zeit ins Heim zu meiner Mutter und mich danach erholen und bekomme Abstand.


    Vllt wäre es eine Idee, dass du für dich mal eine Reha für pflegende Angehörige machst, weil du schon so lange belastet bist und dein Vater in der Zeit in die Kurzzeitpflege? Dann kannst du mit mehr Abstand und hilfreichen Gesprächen mit psychol.Beratern die Situation eher von außen betrachten. Dein Vater ist ja mittlerweile schon weiter in der Demenz als bei der letzten Kurzzeitpflege.

    Bei meiner Mutter hat es sich anfangs sogar stabilisiert durch die regelmäßigen Tagesabläufe, die Ansprache von gut gelauntem Fachpersonal, die nach Feierabend nachhause gehen können und jemand neues übernimmt.

    Das wären so meine Ideen. Weißt du, es kommt niemand zu uns an der Haustür klingeln und fragt, ob man was für uns tun kann. Wenn es dir selbst schwerfällt nach Unterstützung zu fragen, könntest du es deligieren an Freund, Nachbarn, Familie? Ich musste auch lernen nach Hilfe zu fragen;) es ist definitiv KEIN Zeichen von Schwäche, sondern soll deinem Vater und nicht zuletzt auch dir ein besseres Leben ermöglichen. Denn jede/r von uns ist auf eigene Weise wertvoll und ist es wert ein Leben zu haben, das einen nicht auffrisst.

    Wenn man zu lange wartet, dauert es nachher umso länger mit der Erholung!

    Liebe Grüße und alles Gute für dich und die anderen Leser/innen hier

    Ich schätze mal, schuldig fühlt man sich, solange man sich verantwortlich fühlt und da du, lieber Sohn, kaum aus der Nummer rauskommst, wenn du deinen Vater kaum mal allein lassen kannst, ist das enorm kräftezehrend. Das "Auf und Ab im Abwärts" kann einen ausbrennen lassen, zumal wir nicht wissen, wie lange sich das noch hinzieht im Gegensatz zu festen Terminen wie vor einer OP oder Geburt o.ä. Es ist einfach zutiefst enttäuschend und kostet viel Kraft, wenn man viel Einsatz zeigt, versucht etwas aufzuhalten - und dann kommt doch wieder ein Schub... Ich halte es besser aus dadurch dass meine Mutter versorgt ist im Heim, beobachte auch traurig, wenn meine Mutter ansetzt zum Mitreden in einem Gespräch und dann fehlen die Worte total und es ist ihr bewusst - das ist nun mal traurig und kann nicht schön geredet werden.

    Gibt es denn keine Alternative für euch? Hast du Beratung, jemanden der/die dir sagt, wann ein nächster Schritt notwendig ist.

    Was MIR ehrlich gesagt guttut ist, dass du schreibst, dein Vater will nachhause, obwohl er Zuhause ist - dann ist Zuhause vermutlich die Welt von vorher, in der man sich noch auskannte.. ich meine, weil ja hier viele dieses Nachhause-Thema mit den Eltern im Heim haben.

    Ich wünsche dir sehr, dass du Unterstützung findest!!

    Liebe Grüße

    Hallo Nelly,

    Dass du dich unverstanden fühlst von der Pflegern kann ich gut nachvollziehen.

    Wissen sie, dass deine Mutter unter ihrem Mann zu leiden hat? Könnte man sie in verschiedenen Zimmern unterbringen zum Schutz deiner Mutter?

    Falls ja und sie lehnt es ab, ist es noch weniger deine Verantwortung!!

    Ich würde an deiner Stelle versuchen mir soviel Gutes wie möglich zu tun, gut essen gehen, eine Massage, irgendwas Schönes mindestens 1mal pro Woche um dich selbst zu belohnen . Mir wurde dieses sogen. Genusstraining auch für meine Seele empfohlen. Es tut gut und wir haben es uns verdient!

    Liebe Grüße

    Liebe Ecla,

    Es ist gut, wenn du es dir von der Seele schreibst, das ist ja nun wirklich sehr heftig in eurer Familie. Alles verständlich, auch mit dem Telefon.. da geht wohl gerade nur aushalten dieser Unsicherheiten und irgendwie im Moment bleiben, das Leben macht oft eh was es will und wir haben nicht alles in der Hand, egal wie die Medien uns das vermitteln wollen, wenn man nur genug Sport und gesunde Ernährung betreibt und blabla..

    Ich wünsche euch baldige Entwarnung und immer wieder gute Ideen, was man wem delegieren kann!

    Liebe Grüße

    Liebe Ute,

    Ich war heute schon im Heim und bin immer froh, wenn ich es überstanden habe, schlimm irgendwie so zu denken, aber meine Mutter war etwas auf Krawall heute. Zum Glück hatte ich yellow Press über die Queen mit gebracht, das war ein gutes Thema und als nach 30 sek.nicht-sprechen das Thema "nachhause" kam, habe ich mit der Aufforderung nach einem luftschnappen draußen die Kurve bekommen und musste dann noch "einkaufen" - 1 Std. Besuch reicht dann.

    Ich habe tatsächlich diesmal gewartet, bis ich mich stabiler fühlte, sonst wird's schwieriger.

    Alles Gute für dich ;)

    Ach, Ute, du schreibst so herrlich humorvoll trotz all dieser Aufregung - aber es ist toll, dass du dadurch eine gewisse innere Distanz hin bekommst!! Das bewahre dir bitte! ;)

    Gut gemacht mit dem Blockieren, geht gerade nicht anders und es werden wieder andere Zeiten kommen, meine Mutter weiß seit ca.1 Jahr nicht mehr wie es geht mich anzurufen. Die Nummer kann sie nicht erinnern, sie hat einen Zettel damit dort kleben und die Nummer zusätzlich in einem Heftchen notiert, doch dafür scheint ihr Problemlöseverhalten nicht mehr zu reichen.

    Interessanterweise schafft sie es manchmal einen Knopf zu drücken, wo die Nr.meiner Schwester eingespeichert ist und ruft mal um 22 Uhr , aber auch mal um 4 Uhr morgens an, dass sie nun wieder nachhause will...

    Am nächsten Tag scheint dies aber vergessen.


    Und vergiss irgendeinen Grund für die Erfindung der Demenz zu suchen, es ist für nichts gut in meinen Augen. Wozu ist es denn gut, dass junge Menschen ungewollt sterben? O.ä. Es gibt nichts für alles einen Sinn, manches wird uns vor die Füße geschmissen und wir müssen einen Umgang damit finden..


    Liebe Grüße

    Liebe Tanja, das klingt furchtbar und tut mir von Herzen leid. Natürlich macht dich das fertig, du hast doch kein Herz aus Stein!!

    Ich würde alles daran setzen, Verantwortung zu delegieren, Hausarzt befragen, weiter auf Abstand gehen, in dieser Phase kann man doch nicht mehr sicher dort übernachten..

    Ich wünsche dir sehr baldige hilfreiche Helfer!!

    Sei herzlich gegrüßt

    Rose