Beiträge von Rose60

    Hallo Sunflower,

    Ich weiß nicht genau, welche Medikamente du dann meinst aufzuschieben. Spezielle Medikamente gegen Demenz, also nicht Neuroleptika, machen ja nur frühzeitig Sinn um den Verlauf aufzuhalten. Ab einem gewissen Stadium bringt es lt einem Arzt nichts mehr..

    Liebe Grüße

    Liebe Hanne und ecla,

    Ich habe nun dankbar eure Beiträge gelesen, da ich ebenfalls ein bisschen zu knacken hatte an dem erwähnten "vierten Gebot", wurde ja auch nicht geschützt , sondern mehr bedroht und geschädigt als alles andere. Seit vielen Jahren nutze ich professionelle Hilfe, so dass ich nun ein lebenswertes Leben führen kann. Mir wurde mehrfach gesagt,ich sei meinen Eltern absolut nichts schuldig, hätte jeden Grund, den Kontakt abzubrechen.

    Trotzdem habe ich Verantwortung übernommen, vor ein paar Jahren dafür gesorgt, dass mein Vater mit Alzheimer gut versorgt und damit meine Mutter vor ihm geschützt ist. Dann kam die Demenz bei meiner Mutter mit verschiedenen Unfällen, selbst sie umfangreich pflegen ist mir nicht möglich. Seit ich sie vor zwei Jahren in ihr bevorzugtes Seniorenheim bringen konnte, wurde und momentan wieder werde ich oft angegangen, was ich mit ihr gemacht habe, auch von den Pflegern teilweise Bemerkungen anfangs, so schlimm sei es doch eigentlich noch nicht .

    Es gab für mich viele Phasen mit schlechtem Gewissen und immer noch bin ich oft unglücklich nach meinem Besuch dort, dass meine Mutter sich abgeschoben fühlt, einsam, keiner mache was mit ihr...

    Es ist immer zu wenig...

    Also ihr merkt, es hat mich heute auch sehr beschäftigt.

    Die jetzige Unzufriedenheit meiner Mutter und mein Gefühl immer zu wenig für sie tun zu können, war und ist wohl immer so gewesen und holt mich nun verstärkt ein, wo ich jede Woche sie besuche - weil sie mir leid tut und nach diesem schweren Leben nun auch noch Demenz erleben muss . Und ich erlebe und begleite es mit, muss aber auf mich aufpassen und auch meine eigenen Bedürfnisse "achten und ehren"..

    Danke dass ich mich hier mit euch austauschen darf. Man fühlt sich dadurch nicht so exotisch.

    Herzliche Grüße :love:

    Mit schlechtem Gewissen bin ich ja nun auch fast zwei Jahre rumgelaufen, ohne dass es irgendwie weiter geführt hätte. Es ist wie es ist und meine Mutter ist nicht mehr der Mensch wie vor der Demenz, somit muss ich auch anders mit ihr umgehen, muss sie teils vertrösten und Dinge sagen, die nicht wirklich so gemeint sind - was mir völlig gegen den Strich ging, aber meine Mutter ruhiger machte. Wenn ich bzgl. Wünsch nachhause sagte "wir schauen mal", "ich spreche mal mit xy" (meiner Schwester), sie mir wütend Dinge über Pfleger berichtete, die definitiv nicht stimmten, sagte ich "da werde ich aber mal mit dem sprechen"... Es ist die einzige Chance und meiner Mutter geht es besser damit.

    Zu Selbstverletzungen kann ich nichts sagen, hatten wir noch nicht.


    Ansonsten geht nur "radikale Akzeptanz" dessen was ist, loslassen den Menschen, wie er/sie mal war, ein Abschied in Raten. Man kann sich da reinfinden, es ist ein schmerzlicher Prozess am Anfang, gehört aber zum Leben dazu. Andere Menschen erleiden schlimme Schmerzen und sterben an Krebs, bei Demenz sind es oft mehr die seelischen Schmerzen der Einsamkeit etc.

    Wichtig: es ist eine Phase, auch in unserem Leben und es wird vorbei gehen..

    Weiteratmen, mit schönen Dingen ablenken und höheren Kräften überlassen, was wann geschieht.

    Liebe Grüße an euch alle

    Zum Thema "Ansprechen der Demenz " ist es bei meiner Mutter so, dass ihr das große Angst machen würde, sie hat den Niedergang schon bei meinem Vater erlebt. Sie hat auf entsprechende Vermutung von Mitbewohnern sehr wütend reagiert, die wollten sie für verrückt erklären etc daher versuche ich sie mehr zu beruhigen, wenn sie über ihr eigenes Gedächtnis gelegentlich noch entsetzt ist und erkläre es mit dem Alter. Der Neurologe hat es auch als nicht sinnvoll zu thematisieren erachtet.


    Ansonsten versuche ich einfach die gleichen Fragen auch beim xten Mal normal zu beantworten und ggf.in ihre Welt einzusteigen. Wenn sie Situationen anders erlebt hat, als sie real waren, ist das eben so.

    Da ich nicht mit ihr täglich zusammen bin, geht das.

    Liebe Grüße

    Hallo schwarzer Kater,

    Am ehesten kann das vermutlich der Pflegedienst vor Ort beantworten, doch ich kann mir nicht vorstellen, dass beim Konzept "betreutes Wohnen" Personal für Begleitung zum Arzt zur Verfügung steht. Wenn dann sicher mit entsprechender Bezahlung. Hier in NRW kann man solche Dienste ggf.buchen bei Seniorenbegleitdiensten. Das kostet nach meiner Erfahrung 25 euro/Std. Vermutlich privat günstiger. Wenn Sie weiter weg wohnen, lohnt sich sicher dies zu organisieren.

    Wenn jemand im Pflegeheim ist, kann es mal sein, dass von dort jemand mit zu einem kurzfristigen Termin geht, das hatten wir schon mal bei meiner Mutter zum Ultraschall beim Hausarzt mit Termin frühmorgens fest.

    Zum Zahnarzt mit Wartezeit ist an da als Angehöriger gefragt oder eben wie oben beschrieben mit Seniorenbegleiter.

    Liebe Grüße

    Hallo sunflower,

    Welche Medikamente meinst du wegzulassen? Wenn es um Medikamente zum Aufhalten der Demenz geht, muss man die sicher so bald wie möglich geben, damit es noch etwas rauszögert. Bei Neuroleptika gegen Unruhe, Ängste, Halluzinationen o.ä.ist das sicher anders. Da würde ich mich kompetent beraten lassen vom Neurologen. Medikamente sind nicht grundsätzlich schlecht.

    Liebe Grüße

    Hallo sunflower,

    Vllt ist es auch ein Unterschied in der Behandlung, wie alt jemand bei den ersten Symptomen ist. Bei jungen Menschen(60-70), die körperlich noch fit sind, würde ich Untersuchungen eher als sinnvoll erachten als mit um die 90, wie meine Mutter, wo meine Mutter vom Neurologen im Heim nun auch als dement aufgrund des Verhaltens, Gedächtnis etc betrachtet wird. Medikamente bekommt sie deswegen keine, das würde nach seiner Einschätzung nichts bringen. Vor ein paar Jahren empfand sie selbst ein Ginkgo Präparat positiv für einen klaren Kopf.

    Ist Ihre Mutter privat versichert, so dass alle Untersuchungen abgerechnet werden können?

    Ein CT geht ja noch von der Belastung, ein MRT ist dagegen einmega Geratter:( hatte selbst schon mehrfach das "Vergnügen ".

    Da würde ich also wirklich abwägen, ob es irgendwie weiterführt, eine wissenschaftlich belegbare Diagnose zu haben.

    Bei einer anderen alten Bekannten wurde mit ca. 85 schon eine Atrophie des Gehirns im CT gesehen, sie ist nun 93 J. Und mental fitter als meine Mutter mit 90.

    Ich wünsche ein gutes Bauchgefühl .

    Liebe Grüße

    Hallo zusammen,

    Ich freue mich immer von euch zu lesen.


    Rosina: du schaffst das und deine Mutter muss nicht mehr einverstanden sein, sie versteht es nicht mehr..

    Ich verstehe es so gut. Bei uns steht es auch seit zwei Jahren leer, eine Schande und je mehr die Demenz meiner Mutter nun fortschreitet, desto mehr will sie aktuell nachhause. Man kriegt sie schwer auf andere Themen. Sie vergisst immer schneller und braucht den Schutz und die Betreuung mehr denn je. Ich finde es so traurig, wenn sie sich nicht merken kann, wenn jemand zu Besuch war. Das macht immer einsamer. Andererseits sagen die Pfleger, sie quatscht mit den anderen Bewohnern gelegentlich, Zuhause würde sie nur die Wand anstarren. Verkaufen würde sie niemals das Haus, überschreiben wollten sie aber auch nicht. Nun gehen die Ersparnisse drauf und vllt müssen wir irgendwann ne Hypothek aufnehmen?


    Hallo Sohn, du schilderst auch ein auf und ab. Ich habe es mehrfach beobachtet, wenn irgendwas körperlich bei den alten Menschen ist, sind sie auch gleich verwirrter. Schön, dass es nun wieder besser ist.


    Und die Idee mit Kur/Reha für Sonnenblümchen finde ich total gut, auch aus Erfahrung.


    Liebe Grüße an euch alle :love:

    Hallo kiki,

    Zunächst mal hat hier sicher jeder Verständnis dafür, dass man als Pflegende/r irgendwann selbst nicht mehr kann und gesundheitliche Probleme bekommt.

    Mir fällt auch spontan ein, dass es Pflegestützpunkte in Städten gibt zur Beratung. Die sollten sich mit den entsprechenden Netzwerken und rechtlichen Rahmenbedingungen auskennen. In unserer Kleinstadt wird regelmäßig sogenannte "Pflegeberatung" über die Zeitung beworben.

    Dann kann ich beitragen, dass man pflegewohngeld beantragen, sobald das eigene Ersparte unter 10.000 Euro liegt, sofern keine eigene Immobilie vorhanden ist, auf die man vermutlich dann eine Hypothek aufnehmen müsste.

    Eine Bekannte musste wegen demenz mit kleiner Rente und unverheiratet ins Pflegeheim, da übernahm das Sozialamt den Eigenanteil.

    Zunächst könnte man für Ihren Vater mal einen Versuch über kurzzeitpflege zur Entlastung Ihrer Mutter überlegen..

    Auf der Seite Pflege.de kann man sich auch seriös informieren..


    Alles Gute und viel Erfolg!

    Hallo zusammen,

    Das einzige Interesse meiner Mutter war auch immer sitzen, Kuchen essen und quatschen.. Kuchen mitbringen hat die letzten Male nicht mehr gezogen, entweder fand sie ihn so lecker, dass ich ihn vor "Dieben" verstecken sollte im Schrank, wo er dann vergessen wurde und hart oder schimmelig oder sie hatte keinen Hunger mehr oder ihr war übel etc. Was ein paar Mal funktionierte , war, eine Zeitschrift mit Klatsch aus Königsfamilien mitbringen und gemeinsam die Bilder anschauen, Enkel der Queen etc. Sowas könnte jedenfalls bei Frauen gehen.. ist unverfänglich . Auch die Zeitschrift Landlust mit schönen Pflanzenfotos schaut meine Mutter jedenfalls gerne an.

    Kleine Storys aus der Verwandtschaft kann ich wegen der Vergesslichkeit auch mehrmals erzählen, manchmal beginne ich dann "habe ich schon erzählt, dass..?"

    Videoanrufe mit dem Smartphone gehen auch, wenn sich das anbietet.


    Wenn der alte Mensch nicht mehr aufnahmefähig ist, kann man sich auch selbst etwas zu lesen mitbringen und einfach eine Zeit daneben sitzen und ggf.die Hand halten.


    Liebe Grüße an euch alle

    Rose <3

    Was mir dazu noch einfällt, ist, dass es leichter ist, nur in eigener guter Stimmung einen Besuch zu machen. Wenn ich vor allem im ersten Jahr mit schlechtem Gewissen meine Mutter besuchte, spürte sie das irgendwie und verstärkte ihre Vorwürfe noch. "Was soll der Quatsch eigentlich?", "ich komme noch prima alleine zurecht", "was habt ihr euch bloß dabei gedacht?"... Nun bin ich total froh, dass wir uns nicht haben erweichen lassen.


    Liebe Grüße an alle

    Hallo schwarzer Kater,

    Da kann ich deine Skrupel total gut verstehen . Ich bin auch ein Mensch, der die Dinge lieber klar und ehrlich ausspricht. Das hat aber bei meiner Mutter einfach nicht mehr funktioniert, sie sieht es ja nicht ein, meint ja, sie könne alles noch allein, das wird in ihrer welt auch so sein. Daher ging es nur mit Vertröstung "wir schauen mal ", "...wenn dir wieder besser geht" - das ging mir auch völlig gegen den Strich, meine Mutter konnte damit aber ruhiger leben.

    Liebe Grüße

    Hallo ihr Lieben,

    Bzgl.der Länge der Besuchszeit ist meine Erfahrung auch, dass es nicht besser wird mit zunehmender Dauer. Meine Mutter kommt dann in Druck und Stress, weil sie nichts Neues zu berichten weiß, dadurch wird die Stimmung dann schlechter- für sie ist dann die logische Konsequenz, dass sie wieder nachhause "muss".. auch die Konzentration auf ein Gespräch ist eigentlich nicht länger möglich als unter 1 Stunde, besser eigentlich 30 Minuten, aber wenn man schon extra anfährt, soll es sich auch lohnen.. von daher ist ein Wechsel zwischendurch schon gut.

    Von daher Hanne, machst du doch genau das, was offensichtlich noch möglich ist.

    Ja, es ist immer wieder traurig, diese Rückschritte zu sehen, meiner Mutter ist es oft noch bewusst, wie viel sie vergisst.

    Für mich ist schwer, wenn sie sagt, sie möchte auf keinen Fall dort im Heim sterben, lieber zuhause. Sie sagt seit mindestens vier Jahren, sie merke deutlich, dass es bald zuende gehe. Was soll dazu sagen? Bislang sage ich meistens, es gehe erstmal darum, wo sie am besten leben kann..

    Gerade ist blöd, dass ich nach meinem Unfall schon 3 Wochen nicht hin konnte, sonst wenigstens 1mal/ Woche. Ich glaube das hat sie destabilisiert, sie war nun noch verwirrter.


    Liebe Grüße an Euch alle

    Rose60

    Hallo schwarzer Kater,

    Das mit der Akzeptanz geht natürlich nicht wie einen Schalter umzulegen, ist ein längerer Prozess . Zum Lebensende stellen sich oft Krankheiten ein, die für die Angehörigen schwer mit anzusehen sind, das ist auch bei anderen Krankheiten so, die vllt mit starken Schmerzen verbunden sind oder Sprachlosigkeit mit klarem Verstand oder oder. Ich will da wahrlich nichts beschönigen, habe es aber bei meinem krebskranken Mann erlebt, dass es einen Punkt gab, wo ich innerlich eingewilligt habe, mit sehr starkem seelischen Schmerz, doch es wurde etwas leichter, weniger gegen die Unabwendbarkeit anzukämpfen. Also irgendwie das Beste daraus machen, solange die Stimmung nun besser ist, fällt es vllt leichter :)

    Liebe Grüße

    Hallo schwarzer Kater,

    Ich denke, solange es deiner Mutter gut/besser als vorher geht, wird es in puncto Traurigkeit gehen. Schwieriger, wenn sie eigentlich nachhause will, es aber nicht mehr geht, weil sie dort zuwenig geschützt und nicht adäquat betreut werden kann... dann kann man schon ziemlich in inneren Konflikt kommen. Und dafür ist es gut, wenn man für sich als betreuende Tochter/Sohn klar hat , was leistbar ist. Bei euch hat nun auch der Arzt den Wechsel angeraten, das nimmt etwas Verantwortung;)

    Demenz bedeutet eben ein Abschied in Raten, beinhaltet Trauer, bis man in die Phase der Akzeptanz kommt, was immer mal hin und her gehen kann.


    Meine Mutter hat zwischendurch mal gesagt, sie habe nun entschieden, dort im Heim zu bleiben, da war ich erleichtert, nach 2 Jahren immerhin. Letzte Woche rief sie mich an - hat sie seit Monaten nicht hinbekommen- sie sei nun wieder geimpft worden (3. Biontech), dann habe sie das erledigt, bevor sie bald wieder nachhause gehe. Ich habe erst gestutzt und dann bestätigt, dass sie das richtig gemacht habe... Vermutlich hält sie es besser aus, wenn sie sich was vormacht, das war vor der Demenz teils auch schon ihre Bewältigungsstrategie.


    Liebe Grüße

    Rose60

    Da kann ich "Schwarzer Kater " nur zustimmen..Manchmal fragt man sich wirklich, was noch alles so kommt.. Nach dem Tod meines Mannes beide Eltern nach und nach dement, mit meiner Mutter wurde es gerade im 2. Jahr Pflegeheim leichter. Nun wollte ich mich fitter machen um meine Tochter demnächst mit den überraschend sich ankündigenden zwillingen zu helfen, wobei sie weiter weg wohnen und ich wegen eigener Erkrankung eingeschränkt verfügbar bin.

    Das reicht ja alles schon und doch hatte ich nun vor 10 Tagen einen Unfall beim Radfahren. Arm und Bein links gebrochen, operiert, konnte von jetzt auf gleich nicht selbstständig zur Toilette, waschen, anziehen alles nur mit Hilfe. Es hat mich richtig in die Knie gezwungen. Seit zwei Tagen zuhause, zum Glück kann mein neuer Partner helfen.

    Meine Mutter schafft neuerdings wieder täglich anzurufen, ist total verunsichert, weil ich als einzige Besucherin gerade auch nicht kommen kann, vllt bald mit Rollstuhl...

    Also gerade echt Sch.... das schlimmste waren die letzten 6 Tage Dauerkopfschmerz. Meinen geplanten Erholungsurlaub für November musste ich canceln, da werde ich noch nicht angemessen laufen können . Vielleicht später... hoffe, dass wenigstens die Kleinen noch lange genug im Bauch bleiben.

    Sorry, musste nun ein bisschen jammern. Es macht mir Angst, wenn soviel gleichzeitig los ist.


    Liebe Grüße an alle

    Rose60 :saint:<3

    Liebe Frau Sachweh,

    vielen Dank für Ihre informative Antwort. Vermutet habe ich diese Art von Kontrollverlust schon, wenn es von der eigenen Mutter kommt, ist es dann doch etwas schockierend. Sie hat sich verändert, manches ist auch nur krasser geworden als zuvor. Vor 1 Jahr hat sie sich noch über das Verhalten anderer aufgeregt, das sie nun selbst zeigt. Ja, Angst vor dem, was noch kommen mag, könnte ich schon sehr gut nachvollziehen.


    Auch dir, Teuteburger, danke fürs Mitfühlen und Erklären.

    Ich brauche immer ein paar Tage, so wie - glaube ich - Hanne es auch schon berichtet hat.

    Liebe Grüße

    Hallo zusammen,

    Es freut mich, wenn noch einige andere gute Erfahrungen im Pflegeheim machen. Da kann ich mich zum Glück auch nicht beschweren. Es gibt zwar keine Rezeption grundsätzlich, doch nun seit corona sitzt jemand am Eingang und ohne Kontrolle des impfausweises oder negativtest kommt man nicht rein. Dafür müssen sie vermutlich ein paar junge Leute finanzieren, wenn nicht immer jemand abgezogen wird vom üblichen Personal...


    Ich selbst brauche nun auch wieder ein paar Tage Abstand um meinen letzten Besuch bei meiner Mutter zu verarbeiten. Ich hatte mich drauf gefreut, war kurz in Urlaub und froh über 2 Wochen Abstand. Im Gespräch war ich dann phasenweise entsetzt, welche Begriffe sie mehrmals verwendete, um andere Leute zu beschreiben, so abwertend " die hat sie nicht mehr alle", war noch harmlos. Schlimm finde ich die Zuschreibung auf Männer, wozu diese Frauen nur benutzen ( Wortwahl wiederhole ich hier nicht). Es macht mich sehr traurig, wird auchihre Lebenserfahrungen spiegeln, nun vllt unkontrollierter durch Demenz? Neulich sprach mich schon ihre jüngere Freundin dort auf dem Flur an "Also deine Mutter benutzt ja manchmal Wörter, da sind immer alle entsetzt"..

    Ich versuche es mit der Demenz zu erklären, aber es befremdet mich zunehmend und eigentlich mag ich meist gar nicht mehr hingehen. :/ Seit mehreren Jahren sagt meine Mutter ja schon, sie spüre, dass sie nicht mehr lange lebt und ist aber nun gesundheitlich stabiler als vor dem Heim. Wenn ich länger als ne halbe Stunde da bin, will sie auch wieder nachhause, damit sie im Heim nicht einsam sterben müsse. Dabei ist niemand in ihrem Haus und sie ist nicht davon abzubringen, dass meine Schwester nun dort wohne, die würde sie dann begleiten... bin gerade echt entnervt und unglücklich.

    Als ich beim letzten Besuch ankam, meinte meine Mutter, sie sei nun wieder völlig klar im Kopf, das habe sich sehr gebessert, dann hat sie mich mindestens 10mal gefragt, wie alt sie nun sei, ob ihr Bruder noch lebe (seit 16 Jahren verstorben) etc...

    Sch....Demenz..


    Liebe Grüße an alle und danke fürs Lesen

    Rose60