Beiträge von Rose60

    Ach Mensch, das ist wirklich sehr ernüchternd und man kommt sich so schäbig vor, oder?

    Und das der eigenen Mutter gegenüber ist eine echte Herausforderung, anders als bei Kindern, finde ich..

    Regelmäßig besuchen muss ja nicht täglich bedeuten. Ich denke auch, man muss deiner Mutter erstmal ein bisschen Zeit zum Ankommen geben und ein bisschen drauf stoßen, dass es dort auch neue Kontakte geben kann.

    Meine Mutter hatte ein paar Monate sogar eine Art Freund, die richtig verliebt schienen und gerne beieinander saßen. Leider ist er plötzlich verstorben , aber es gab dann auch längere Zeit eine Freundin.

    Alles Gute für euch alle!

    Vor ein paar Jahren habe ich mich auch zum Thema ausländische Pflegekräfte schlau gemacht, da wurde uns schon ein Tagessatz von mind.80 Euro plus Verpflegung und Fahrtkosten genannt, wenn die "Pflegekraft", die ja eben meist keine Pflegeausbildung hat, ein bisschen Deutsch kann.

    Das wäre also absolut nicht günstiger als das Heim und es muss sich vor Ort weiterhin ein Angehöriger kümmern. Bei den noch günstigeren Kräften ist m.W.n.keine vernünftige Versicherung gegeben und ich fand es aus den Gründen wie vermutlich Heimweh etc.nicht vertretbar.

    Meine Mutter sagt immer noch gelegentlich, sie hätte sich doch eine Pflegekraft nehmen können, ich bin mir aber recht sicher, dass sie diese auch des Stehlens bezichtigen würde, sich nicht angemessen mit ihr unterhalten könnte etc.

    Meine Erfahrung von Bekannten sind sehr unterschiedlich dazu,von Alkoholmissbrauch bis kaum ein Wort deutsch vieles dabei..

    Bei uns ist es eher so, dass meine Mutter Stille viel schlechter aushält als ich, sie hat immer gerne sich unterhalten und empfindet meist noch stark, dass ihr nun Worte fehlen oder in ihrer Wahrnehmung nichts zu erzählen hat, weil sie die Aktivitäten im Heim ja auch sehr schnell vergessen hat und meint, jeder Tag sei gleich und daher müsse sie endlich wieder nachhause .

    Ich verstehe deinen Frust bzgl.deiner Schwester, Sohn83, aber ich schaffe es kräftemäßig auch nicht mehr als einmal/Woche, aus verschiedenen Gründen. Ich fürchte, das musst du akzeptieren und nicht unter Druck geraten, es noch auffangen zu müssen, indem du dann wieder häufiger hingehst.

    Meine Mutter ist aktuell krank mit einem Infekt und gestern habe ich ein paar Dinge daher besorgt, sie hatten ihr den Kaffee etc.aufs Zimmer gebracht und durch den Infekt war sie wieder verwirrter. Die Pfleger haben es aber auf dem Schirm, hatten den Arzt bestellt und schauen nach ihr.

    Wir müssen wohl akzeptieren, dass die verbleibende Zeit unserer Eltern mit diesen Einschränkungen behaftet ist, auch wenn sie mir öfter leid tut, mehr habe ich nicht zu geben als so wie ich es halte und ich bin sehr dankbar, dass ich dies mit einer Therapeutin vor einiger Zeit so erarbeitet habe.

    Ich wünsche dir einen guten Einstieg in die Therapie und du darfst dort selbst das Tempo mitbestimmen, in dem Themen erarbeitet werden. Das geht eh nicht im Hauruck-Verfahren ;)

    Liebe Grüße an alle

    Liebe Alfi,

    Ich kann sehr gut nachvollziehen, wie dich dieses Auf und Ab der Befindlichkeiten deiner Mutter auch fordert, ähnlich ist es ja bei uns. Da findet man sich damit ab, dass die Mutter nun vielfach abbaut und dann wieder fitter holt sie zum nächsten Schlag aus - und macht dich nieder.. das ist m.W.n.typisch bei vaskulärer Demenz. Meine Mutter ist zum Glück nicht mehr so biestig, auch eher nicht narzistisch, doch nach über drei Jahren im Heim ist gerade wieder die Phase "will mal langsam wieder nach Hause, kann doch wieder spülen, Kartoffeln schälen".. "muss mich um meine Mama kümmern "

    Ansonsten sehe ich es wie schwarzer Kater, notfalls geht's in Krankenhaus oder Hausarzt kommt ins Heim. Bitte setz dich nicht diesen "Gefahren " aus, mit Mutter im Taxi und so. Da hätte ich auch Herzrasen.

    Stell dich darauf ein, dass kein Dank und Anerkennung für deine Unterstützung von ihr kommt, dann wirst du vllt weniger enttäuscht sein. Ansonsten fällt mir für mich zwischendurch ein Spruch eines Arztes ein : "man kann sich aufregen, ist aber nicht dazu verpflichtet " 😉

    In diesem Sinne muss ich mich heute bei meiner Mutter nach fast 2 Wochen Urlaub zurückmelden, von den kanaren ins nasskalte nrw zurück, brrr.

    Liebe Grüße

    Hallo Nelly,

    Unsere Träume zeigen uns wohl, wo wir unbewusst noch stehen, aber sie helfen ja angeblich auch bei der Verarbeitung und wenn du wach wirst und der Schrecken nur ein Traum war , kannst du sicher peu a peu bewusst locker lassen ;) so läuft das bei mir auch immer.

    Liebe Grüße

    Richtig, liebe schwarzerkater, dafür habe ich einige Zeit gebraucht zu sehen, dass es eine positive Übernahme von Verantwortung ist statt dem Willen der dementen Person nachgeben, die es immer wieder nicht hinbekommen haben und nur die Abwärtsspirale in Gang blieb.

    Hallo AmetteK,

    Das verstehe ich gut und es ist leider ein Prozess, den wohl alle hier im Forum durchlaufen, die einen schneller, die anderen langsamer - traurig ist es immer.. doch wir müssen entscheiden, wie und wo unsere dementen Angehörigen am besten aufgehoben sind, während wir gleichzeitig auch entsprechend gut mit unserem Leben klarkommen. Wir haben nicht alles unter Kontrolle, wie und wo das Leben der Eltern sich dem Ende zuneigt. Das gilt es zu akzeptieren, ob wir das wollen oder nicht. Und es ist oft schwer, wenn der Rollenwechsel stattfindet und wir für die Eltern eine Entscheidung treffen müssen.

    Dafür tut es immer wieder gut sich hier austauschen zu können.

    Alles Gute für den anstehenden Ortswechsel;)

    Hallo Sohn229,

    Dieses Phänomen von bestimmten Geräuschen (bei deiner Mutter Musik) hören kenne ich noch von einer anderen alten Dame, die ansonsten mental fit ist. Dazu habe ich letztens eine Erklärung gehört , dass ein kleiner Schlaganfall an einer bestimmten Stelle im Gehirn genau das auslösen kann, also sind die Menschen deshalb nicht verrückt oder unbedingt dement o.ä. Sie werden es tatsächlich so hören und wenn es schöne Musik ist in dem Fall, umso besser. Da würde ich also keine Energie reingeben vom Gegenteil zu überzeugen.

    Die medizinischen Dinge sind natürlich unangenehm, doch deine Mutter hat noch einen freien Willen und man kann sie nicht zwingen, sich ärztlich untersuchen und behandeln zu lassen, zwingen geht erst, wenn sie jemand anderen damit gefährdet.

    Man kann höchstens versuchen anderes anzubieten, der freie Wille ist ein Teil der menschlichen Würde.

    Es tut mir leid, dass dein Vater qualvoll an Krebs gestorben ist, das habe ich leider bei meinem Mann erleben müssen. Vor meinen Kindern habe ich tatsächlich auch wenig geweint und falls deine Mutter gar nicht weinen könnte, heißt das auch nicht, dass sie nicht trauert, dafür gibt es kein Maß. Ich finde aber nett, dass du dir diese Gedanken machst ;)

    Dazu könnte man anbieten, dass es Trauergruppen gibt, in denen man sich mit ähnlich Betroffenen austauschen kann, aber sie gesagt, man kann niemanden zwingen.


    Sobald mal ein Ereignis wie Sturz o.ä.kommt, kann es sich bzgl. Leidensdruck ja ändern.

    Liebe Grüße,

    Rose 60

    Hallo Carolina,

    Nun ergeht es dir wie sehr vielen von uns .und Stürze und sonstige Zuspitzung werden die notwendige Veränderung für deine Mutter bringen. Es ist dann bald offiziell, dass deine Mutter nicht allein klar kommt, ob sie will oder nicht. Ich finde es richtig und gut, die rechtliche Betreuung zu beantragen. Hoffentlich zieht es sich nicht so lange hin.

    Du hast ganz offensichtlich keine Chance wirklich zu helfen, wenn deine Mutter so abblockt. Das ist eine anstrengende Phase und ich werde es nicht vergessen, wie es bei uns war.

    Ich drücke die Daumen, dass du bald entspannen kannst und sich einiges klärt.


    rabbiteye: ich würde mich bei Pflegeberatungsstelle und sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt erkundigen, die kennen sich jeweils am Wohnort aus.


    Liebe Grüße

    Hallo Zimt,

    Im Pflegeheim meiner Mutter wurde man von der Verwaltung darauf hingewiesen, dass man Pflegewohngeld beantragen kann, wenn die Ersparnisse unter 10.000 Euro sind. Bislang musste es für Sozialhilfe unter 5.000 sein, ich meine das wurde erhöht. Heutzutage wird bei kaum jemandem die Rente für die Zuzahlung reichen, schon gar nicht bei Frauen.

    Im anderen von Buchenberg gemeinten Forum wird vllt mehr dazu zu erfahren sein.

    LG

    Vielen Dank, lieber Sohn83, da freuen wir uns doch alle mit (behaupte ich mal.., ich jedenfalls). Es zeigt wie so oft, dass sich die alten Herrschaften durch den geregelten Ablauf u.v.m. nochmal stabilisieren können und der Heimaufenthalt eben NICHT der Untergang grundsätzlich ist.

    Herzliche Grüße

    Hallo Skaal,

    Durch ein Familienmitglied habe ich in dessen Psychologie Studium mitbekommen, dass Schizophrenie nicht unbedingt heilbar, aber heutzutage medikamentös gut gehandelbar ist, sodass es in ein paar Monaten schon viel besser aussehen kann um eure Mutter. Sie ist ja nun an der richtigen Stelle und wird professionell versorgt und behandelt, das ist sehr gut. Die heutigen Psychiatrien sind mit früher nicht mehr zu vergleichen.

    Da würde ich dir gerne Mut machen ;)

    Liebe Grüße

    Hallo Skaal,

    es stehen möglicherweise irgendwann schlimmstenfalls Entscheidungen an wie Aufenthaltsort bestimmen GEGEN den Willen eurer Mutter oder freiheitsentziehende Maßnahmen, festbinden, was weiß ich, was bei solch einer psychiatrischen Erkrankung notwendig werden könnte. Das fällt sicher als Tochter oder Sohn schwerer als einem Profi und man macht sich natürlich nicht beliebt.. bestimmt ne gute Idee nochmal mit der Dame vom Betreuungsgericht zu sprechen, die haben natürlich viel mehr Erfahrung. Die rechtl. Betreuer kosten dafür .

    Ich wünsche euch bei dieser Diagnose von Herzen gute Profis und dass deine Mutter gut medikamentös eingestellt werden kann. Damit soll es dann hoffentlich bald wieder viel besser werden.

    Alles Gute für euch :)

    Rose

    schwarzerkater: erstmal wieder lieben Dank an dich für die Teilnahme an deinen Erfahrungen und Einschätzungen, ebenfalls an Buchenberg.

    Habe gerade auch mit einer Pflegerin gesprochen, die mir bestätigte, dass krasse Wechsel selbst innerhalb eines Gespräches vorkommen können. Nun denn, meine Tochter sagte als Kind oft "anders kann ich's auch nicht ändern" ;) - das finde ich gerade passend. Zuhause wäre meine Mutter möglicherweise schon längst eine Kellertreppe runter- oder über einen Teppich gestolpert. Und so passt man ja gut auf sie auf. Wir wissen es alle nicht, was noch kommt.


    Zum Thema "Sterbehilfe" war übrigens gestern abend eine sehr berührende 37Grad-Sendung auf ZDF. Ich konnte den Protagonisten sehr gut verstehen.


    Liebe Grüße und danke für eure Resonanz ;)

    Hallo,

    Ich möchte heute einmal fragen, ob bei allen Demenzformen starke Schwankungen vorkommen bzw.was es bei meiner Mutter sein könnte.

    Vor 2-3 Wochen war meine Mutter auffallend verwirrt und insgesamt desorientiert, suchte überall ihre Mama, hatte Halluzinationen,in denen sie die Eltern mal lebend sah, dann ihre Mama meinte tot unterm Tisch gesehen zu haben und hatte ungewöhnlichen Streit mit einer Mitbewohnerin. Da stellte ich mich darauf ein, dass sie immer weiter in ihrer Welt versinkt.

    Zwei Wochen später empfing sie mich recht ruhig und wirkte ziemlich klar, sagte "ja, ja, aus meiner Familie sind ja schon alle lange tot" und man kann sich relativ normal unterhalten.


    Ich finde es anstrengend, mich immer ganz flexibel auf eine andere Phase einstellen zu müssen. Es macht mir gerade Sorge , wie lange ich es noch begleiten muss und diese Phasen der Verzweiflung , Ängste und oft bewussten Niedergang noch anhalten werden.

    Ist das "normal" bei dieser Erkrankung?

    Meine Mutter ist 92 und die ersten Auffälligkeiten kamen mit ca.84/85 Jahren.

    Freundliche Grüße

    Rose

    Hey Carolina,

    ich wollte auch überhaupt nicht bewerten, dass du die Reißleine für dich gezogen hast, das liegt mir fern, habe selbst die letzten Jahre meines Vaters aus gleichen Motiven wie du den Kontakt abgebrochen. Man merkt eben, dass es dir nicht am xy vorbei geht ;) Es beschäftigt dich ja weiterhin, wie das so ist, wenn man nicht herzlos ist.

    Ich denke, so wie bei vielen anderen hier, kommt durch "den Niedergang" deiner Mutter nochmal vieles hoch, was verarbeitet werden will.

    Und dafür ist dieses Forum ebenso Gold wert, wenn es dir hilft.

    Liebe Grüße

    Hallo Carolina,

    Ich verstehe, wie enh2292, aus deinen Beiträgen gelesen hat. In meinen Augen regst du dich auch mehr auf als dass du dich amüsierst, sonst würdest du anders schreiben. Diese Phase ist für betreuende "Kinder" der dementen sehr aufreibend, anstrengend, nervig. Das kann man sich von außen gar nicht so vorstellen.

    Und da kann ich nur zustimmen, dass es sinnvoll ist, sich um die eigene Gesundheit zu kümmern, es gibt dir keiner was dafür, wenn du etwas versäumst, was wichtig wäre.

    In der Phase deiner Mutter mussten viele von "uns" hier die Dinge laufen lassen, hat bei meiner Mutter auch gedauert, Schuld waren meist "die anderen" , wenn etwas nicht lief, bei meiner Schwester vor Ort stand durch den ganzen Stress die Ehe auf dem Spiel und die Gesundheit sowieso. Meine Mutter sprach immer nur von dem "bisschen Einkaufen" .

    Das war bis vor ca.3,5 Jahren, dann kamen mehrere Situationen für die Notaufnahme, mit Gipsarm habe ich sie in meinen Wohnort zur Kurzzeitpflege gebracht mit anschließender Dauerpflege, die man natürlich kündigen könnte, aber das kriegt sie nicht mehr hin. Seitdem hatte ich mehr als zwei Jahre Gezeter, Vorwürfe, Unverständnis auszuhalten, wenn ich sie besuche, was ich ja dosieren kann.

    Da sie mir eine Betreuungsvollmacht ausgestellt hat, bin ich auch Ansprechpartner bei allen möglichen Problemen.

    Das zum Thema "ins Heim abgeben, damit wir unsere Ruhe haben", wie du an anderer Stelle mal geschrieben hast. Meine Schwester wird teils mehrmals am Tag und gerne auch mal nachts von meiner Mutter angerufen, wo denn "die Mama" sei.

    Es kann ein langer Weg sein, von daher gönn dir eine Besserung deiner Gesundheit!

    Liebe Grüße

    Liebe Nelly,

    Es ist kräftezehrend sich immer wieder diesen Anschuldigungen und der Trauer bewusst auszusetzen, wie ich selbst so lange erlebt habe. Mein erstes Gefühl war, du kannst deiner Mutter nun nicht wirklich helfen. Sie ist verständlicherweise traurig, dass sie ihr altes Leben nicht mehr hat, vermisst ihren Mann, nicht weil er so toll war, denke ich, sondern weil er lange so gewohnt an ihrer Seite war. Ich möchte dich ermutigen, die Verantwortung dafür immer mehr abzugeben, das macht es auf Dauer schon leichter.

    Und in der Trauer um einen langjährigen Partner gibt es oft leider keinen Trost, wie ich sicher weiß, da könntest du dir ein Bein ausreißen ohne Erfolg, da geht leider nur aushalten, gelegentlich ablenken. Und genau letzteres ist ja im Heim sogar eher möglich als in der zuvor gewohnten Umgebung.

    Wie toll, dass deine Mutter nun für einen neuen Kontakt offen ist.

    Ich denke es ist nun ein guter Zeitpunkt, an dem du dich mehr zurückziehen kannst, vllt 1mal /Woche Besuch? Damit wäre deine Mutter eher gezwungen, sich auf die neue Umgebung einzulassen und wie du nun erlebt hast, ist sie nicht dauerhaft traurig , jedenfalls bei anderen. Das scheint mir ein guter Anfang. Vielleicht wird sie noch mit zunehmendem Vergessen eine gute Zeit dort haben.

    Ich wünsche es euch jedenfalls sehr.

    Liebe Grüße