Beiträge von Rose60

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    Magret: zu deiner Frage "was sollte der richtige Eindruck sein?" geht es mir lediglich um die Einhaltung der vorgegebenen Kommunikationsregeln dieses Forum , da kann man alles nachlesen zum Thema "höflich, respektvoll, Personenkreis hier" etc.

    Viel mehr möchte ich dazu nicht mehr sagen, dass man hier traurige Momente teilt, bedeutet nicht , dass man alles nur tragisch empfindet.

    Ich gehöre nicht zu den Menschen, die ihre Energie aus Auseinandersetzungen beziehen.

    Liebe Magret,

    In einem Forum wie hier, in dem man nur schriftlich kommuniziert und zudem Menschen emotional angeschlagen sind durch unterschiedliche Belastungen mit dementen Angehörigen - ansonsten schaut man hier gar nicht rein - kann man Sätze nicht einfach so raushauen und alles sagen, was man will und einem in den Kopf kommt. Man will sich hier nicht "fetzen" und keiner wird hier Situationen suchen "wo es rappelt". Wenn du jemand hier "Brennnesseltee gegen Gereiztheit" empfiehlst, mag das für dich ein Spaß sein, aber der/die andere hat natürlich das Gefühl, du machst dich über sie/ihn lustig. Und das entspricht einer Beleidigung!


    Also hoffe ich auf deine Lernfähigkeit!!

    Hier werden täglich neue Leser im Hintergrund mitlesen. Und es wäre sehr schade, wenn diese einen falschen Eindruck bekommen.

    Liebe Grüße

    Liebe Schwiegertochter71 ,

    Ich finde es sehr schade, wenn du dich durch abwertende Sticheleien von einer einzigen Schreiberin hier in die Flucht schlagen lässt. Also mir geht nicht so schnell der Hut hoch, aber heute leider wieder.

    Magret :Warum sollte man einem dementen Menschen, der wieder in einer kindlichen Welt lebt durch die Zurückentwicklung im Gehirn , nicht ein entsprechendes Spielzeug wie Plüschtier oder Puppe geben? Man respektiert damit das aktuelle kognitive Level, nicht mehr und nicht weniger. Man MACHT niemandem zum Kleinkind, sondern akzeptiert, dass der- oder diejenige nun diese Bedürfnisse hat. Das ist nicht ungewöhnlich.

    Aktuell z.B. fühlt meine Mutter sich oft wie Ende 20, vor ein paar Monaten war es noch Ende 50, das ist oft traurig und belastend, aber ich liebe sie jeweils so wie sie sich wohlfühlt und wenn sie noch ein paar Monate lebt und dann gern eine Puppen hätte, würde ich ihr gerne eine besorgen, damit sie sich dann damit wohler fühlt..

    Ja, Valentina, du hast es gut auf den Punkt gebracht. Allerdings war es bei meiner Mutter (gefühlt) schon vor der Demenz nie genug, ich war auch nie genug - wahrscheinlich beschäftigt es mich daher nachhaltig.

    Es ist doch irgendwie verrückt, eigentlich weiß ich vom Kopf her vieles und doch ist es so hilfreich, wenn man von außen nochmal drauf gestoßen wird.. also gut: ich springe eh nicht hoch genug, dann kann ich es auch lassen bzw.bei den bisherigen Sprüngen (im übertragenen Sinne) bleiben.

    Hab mir gerade als Seelentröster einen leckeren Kaiserschmarrn gemacht 😋 das hilft..

    Liebe Stern,

    Da sprichst du mir auch aus der Seele. Einerseits will man Kontakt anbieten, aber dann weiß man oft nicht, was man reden soll, weil man ja nicht ständig auf den längst erfolgten Tod der Angehörigen ansprechen will. Irgendwie leben wir nun quasi in verschiedenen Welten und die Pfleger können da oft besser mit umgehen.

    Mich bringen diese wechselnden Phasen während einer halben Stunde oft durcheinander, mal meint meine Mutter sie ist 32 oder 28 Jahre, kurze Zeit später sagt sie kürzlich, sie sei schließlich alt und da sei man eben verstärkt müde..

    Liebe Grüße

    Danke schwarzerkater und Valentina61 !!

    Da habt ihr wie ich (und natürlich viele andere) eine besonders "bewegte"(bewegende) Lebensgeschichte mit sehr komplexen Anforderungen. Danke fürs Teilen!

    Nein, der Tod hat für mich letztendlich überhaupt nichts Erschreckendes, von meiner Mutter verabschiede ich mich ja seit ein paar Jahren Stück für Stück und ängstigen tut mich mehr, dass ich neulich bei ihrem Krankenhaus Aufenthalt den "Vorgeschmack" auf die folgende mögliche Stufe hatte, als sie überhaupt nichts mehr selbstständig konnte, weder essen, trinken, aufstehen, zur Toilette gehen , nicht mal sich selbstständig im Bett umdrehen und da war ich ja verstärkt auf Abschied eingestellt - und nun gefühlt wieder "zurück gespult" und mir den Abschwung noch bewusster anschauen. Das IST nun mal traurig, andererseits muss man sagen, sie selbst empfindet sich wohl nicht so, da sie ja manchmal laut überlegt, was sie "heute mal kochen" könnte, dass sie "gleich auf der Straße Leute trifft". Nunja, und das ist tatsächlich das Gute am Vergessen und ja, ich muss es für mich dosieren, in welcher Frequenz ich hautnah dabei bin. Gerade dachte ich eigentlich, dass ich wieder häufiger hingehe, weil sie ja geäußert hatte, ich sei "noch nie" da gewesen.. dabei bin ich sogar während des lockdowns jede Woche vor Ort auf Abstand im Garten o.ä. da gewesen..

    Lasst es euch gut gehen, ihr Lieben😍

    Vielen lieben Dank, Valentina61 und schwarzerkater ,

    Ihr habt sicher Recht, dass es nicht so ein sicheres Anzeichen ist. Die Pfleger betonen auch momentan immer, dass meine Mutter noch gut isst. Die Schläfrigkeit grundsätzlich ist ja schon seit langem ausgeprägter, da ist sie aber noch nachts unterwegs gewesen und nun sei der Tiefschlaf verstärkt.

    Es klingt vielleicht auch blöd, ich wünsche meiner Mutter nichts Schlechtes, nur manchmal denke ich wirklich "ich kann nicht mehr", "ich will das alles nicht mehr" - auch weil es mir Angst macht , nochmal eine längere Sterbebegleitung leisten zu müssen. Es triggert mich wegen der letzten Zeit mit meinem verstorbenen Mann, als ich mich lange quasi allein verantwortlich fühlte bis zum Umzug ins Hospiz. Alles in allem sind es nun fast 20 Jahre, dass ich mich ständig für Betreuung und/oder Pflege verantwortlich fühle. Es ist eben anders als die Zeit mit Kindern, die man ins Leben hinaus begleitet und die Fortschritte machen, hier ist es ja umgekehrt, nur dass ich die Pflege nicht mehr Zuhause leisten muss.

    Aber genug des Jammerns, manchmal ist es einfach hilfreich sich das von der Seele zu schreiben.

    Ich werde hindurch kommen!!

    Nur als heute morgen wieder um 8 das Telefon ging, habe ich einen riesigen Schreck bekommen und dachte, es sei DER Anruf..

    Wir halten zusammen hier - und das ist eine sehr hilfreiche Stütze ❤️

    Beste Grüße

    Rose60

    Hallo Finja, mir ist noch eingefallen, dass meine Mutter einige Jahre, wenn sie noch von irgendwoher mitbekam, dass sie Geburtstag hat, total quer war, irgendwie überfordert. So klingt es mit deinem Vater auch. Am besten ist jetzt immer gleiche Abläufe, so wie bei Kleinkindern, die sonst schnell überdreht sind. So wird auch bei den dementen Menschen die Sortierung im Gehirn nicht mehr funktionieren. Im Heim sorgt man dann auch mit mantra-artigen Sätzen für Beruhigung "alles okay", "hier sind Sie in Sicherheit" o.ä.

    Vielen Dank, Herr martinhamborg ,

    Es tut mir schon leid, wenn meine Mutter im Grunde nicht mehr einschätzen und mitbekommen kann, was ich selbst in Phasen mit weniger direktem Kontakt zeitlich und vor allem energetisch investiere, aber so ist es nun eben.

    Ich werde nun meine Besuche wieder etwas häufiger machen, denke ich.

    Meine Mutter baut nun ab, ich war am Wochenende dort und selbst in meiner Anwesenheit fielen die Augen immer wieder zu.

    Eben fragte ich einen Pfleger, der sie etwas länger kennt (es gibt ja immer wieder Wechsel) und er sagte, dass meine Mutter nun zunehmend viel schläft - was natürlich gut ist, auch dass sie kaum mal Schmerzen hat.

    Meine Frage wäre: kann man die allerletzte Demenzphase an dieser Schläfrigkeit auch erkennen?

    Momentan isst sie noch gut..

    Gibt es da Regelmäßigkeiten, wie es oft zuende geht?

    Wie gesagt, dieses "Auf und Ab im Abwärts " ist auch für mich emotional anstrengend. Eine erneute Sterbebegleitung macht mir etwas Angst..

    Liebe Grüße

    Hallo van_gogh,

    Manchmal geht auch nur "Aushalten" der Trauer - so wie ein Satz in einer Astrid Lindgren-Geschichte "sie saßen zusammen und hatten es schwer, aber sie hatten es gemeinsam schwer und das war ein Trost".. da ich selbst heftige Trauer (nach Verlust )kenne, kann ich bestätigen, dass es dann besser ist sowas zu hören wie "ich stelle es mir auch schwer vor" o.ä.

    Und für dich selbst kannst du dich nach einem Besuch mit irgendwas versuchen zu belohnen, Kuchen, Schokolade, schöner Spaziergang..

    Hallo van_gogh ,

    das liest sich ja wirklich gut!! Wichtig ist auch zwischendurch den Eindruck der Pflegekräfte zu erfragen. Meine Mutter hat sehr lange immer wieder nachhause gewollt, mir gegenüber, angeblich bekam sie keine Tabletten, braucht keine pflegerische Hilfe und könne wieder prima allein Zuhause klar kommen. Nichts davon entsprach objektiv der Wahrheit, aber es war ihre Wahrnehmung - sobald sie mich gesehen hat. Die Mitarbeiter berichteten, dass meine Mutter viele Kontakte hatte, oft in den offenen Eingangsbereich ging und sich dort auch viel unterhielt und scherzte .

    Das war für mich auch eine schwere Zeit der Verunsicherung und des schlechten Gewissens, doch es ging einfach nicht anders.

    Dann hat sie sich im Heim sogar noch verliebt und eine Freundin gefunden, leider sind mittlerweile beide verstorben, doch nun möchte sie eigentlich nur wieder in die Heimat um sich mehr um ihre Mama kümmern zu können (verst.1978).. also d.h.man kann leider nicht mehr 1:1 alles für bare Münze nehmen und es macht Sinn sich bei den Pflegern oder Mitarbeitern des sozialen Dienstes zu erkundigen um ein klareres Bild zu bekommen.

    Liebe Grüße

    Hallo Lillemoor,

    Das ist wirklich eine sehr schwere Situation, für euch beide. Es nützt nichts, du hast wohl keine andere Chance als dich stationär komplett durchchecken zu lassen. Ich wünsche dir dass du sehr bald einen Termin bekommst und dein Mann dann in eine Kurzzeitpflege? Anders wird es ja kaum gehen..

    Alles erdenklich Gute!!

    Hallo zusammen ,

    Heute war ein etwas besonderer Tag, ich habe meiner Mutter nach 1 Jahr endlich einmal klar gesagt, dass mein Bruder letztes Jahr verstorben ist. Ich habe es einfach nicht eher übers Herz gebracht und sie hatte auch viele Monate nicht mehr nach ihm gefragt, bis Weihnachten.. da habe ich gesagt "alles okay", genau wie bzgl.ihrer Mama und ihren Brüdern, längst verstorben, aber eben nicht für sie. martinhamborg hatte die Idee, dass ich ihr 1mal die Wahrheit sage, mein Gedanke dazu war, dass sie sich nicht unbewusst krampfhaft in dieser Welt hält aus Sorge um ihr lebenslanges Sorgenkind (geistig behindert u.a.).

    Für mich war es auch heute aufregend und traurig, bei meiner Mutter schien es tatsächlich bis in die Tiefe anzukommen und ich habe in wenigen Sätzen die vorherige Entwicklung mit der Erkrankung etc.geschildert, dass wir ihm eine schöne Beerdigung gewidmet haben, wer in etwa dabei war, sie war ärgerlich, dass sie meinen Bruder nicht besuchen konnte und ich habe erklärt, dass sie ja zu dem Zeitpunkt selbst im Krankenhaus war etc. Im nächsten Satz dann fragte sie, ob es ihm wieder besser geht, hab geantwortet, ja, er sei ja nun im Himmel, Reaktion "ohje, wenn er im Himmel ist, ist er ja tot" - das war tatsächlich logisch..also man wundert sich manchmal. Dann aber Quantensprung, ob das Auto ihres Bruders noch kaputt sei, er habe gestern davon erzählt...

    Themenwechsel - ich habe dann schöne Fotos vom jüngsten Urenkel gezeigt. Die Stimmung wieder wie anfangs.

    Nunja, nun ist es raus, für mich, bei ihr vermutlich schon wieder weg , egal.


    Neu war, dass ich sie im Rollstuhl antraf, lt. Pflege heute ein sehr schläfriger Tag, was nun öfter vorkomme. Auch während wir uns unterhielten, kippten teils die Augen etwas weg oder fielen zu.

    Das Sprechen sehr schleppend und die Zeitschrift, die sie die letzten Jahre so toll fand und ich heute neu mitgebracht hatte mit vielen schönen Blumenfotos drin, konnte sie erstmalig nicht selbstständig in Händen halten, weil sie zu schwer war.

    Einmal meinte sie heute, sie sei 32 Jahre, ein anderes Mal sagte sie, sie sei schließlich alt und da sei man schon mal müde.


    Puh, nun habe ich viel geschrieben, aber es war sehr aufregend für mich und nimmt mich schon mit, dass so nach und nach die Lebensenergie (gefühlt millimeterweise über die letzten 5 Jahre) aus meiner Mutter entweicht..

    Sie wolle doch gerne wieder in ihren vorherigen Heimatort zurück, dann sei sie näher bei ihrer Mama. Ich habe gesagt, vllt holt ihre Mama sie ja bald mal ab... ich würde es ihr so wünschen, da sie sich schon soooo lange nach ihrer Mama sehnt,das vorherrschende Thema der letzten Monate.


    Seid alle herzlich gegrüßt!

    Eure Rose60

    Liebe Alfi,

    In solchen Grenzsituationen - wie jetzt in der allerletzten Lebensphase deiner Mutter - kommen oft nochmal einige Dinge hoch, so wie du aktuell evtl.wieder mehr über deinen Vater nachdenkst und eigentlich ja auch Grund hättest auf ihn sauer zu sein.. ich habe diese teils heftigen Phasen nach dem Tod meines Vaters und letztes Jahr nach dem Tod meines Bruders gehabt. Im Nachhinein sind es tatsächlich wichtige Phasen der Verarbeitung gewesen, in denen ich nochmal "nachgereift" bin. Manches ist dann sehr traurig, aber das wandelt sich wieder, jedenfalls wenn man sich diese Phase der Verarbeitung zugesteht.

    Hast du denn das Gefühl, dass deine Mutter die Häufigkeit deiner Besuche mitbekommt? Ansonsten kannst du ja auch entscheiden, wie oft du dir diese "Klatsche " abholst ..

    Ich habe zu meinem Vater nach einer eskalierten Situation und seinem "erzwungenen Umzug" ins geschlossene Pflegeheim den Kontakt komplett abgebrochen, auch als klar war, dass es zuende geht. Er hatte allerdings schwere Schuld (weit vor der Demenz)auf sich geladen, mir hat es keinen Moment leid getan, dass ich es so gehandhabt habe.

    Dein Vater hat es dann auch nicht geschafft auszusteigen und hat dich deiner Mutter noch verstärkt ausgesetzt. Aber das war wohl auch die Generation , in der die Meisten auf Biegen und Brechen zusammen geblieben sind - oft zum Schaden der Kinder, wie man bei uns nun sieht und vor allem fühlt.

    Es kann hilfreich sein, sich bewusst zu machen, dass es die Verantwortung unserer Eltern/teile war und nicht wir schwach, unnütz, falsch , zu empfindlich und sonst was sind!!

    Wir haben es geschafft, uns eine besser funktionierende Beziehung und Familie aufzubauen, sind nicht daran kaputt gegangen und darauf kannst du , kann ich u.a.sehr stolz sein!!

    Alles Liebe für dich!

    Rose60

    Liebe Alfi,

    Ich verstehe dich. Insgeheim hofft man doch, dass "auf den letzten Metern" doch noch ein paar liebe Worte der Anerkennung oder gar Liebe über die Lippen kommen.. sieht leider nicht so aus, als könne deine Mutter das. Wer weiß, warum sie von ihrem Leben, vllt von sich(?) so enttäuscht ist, dass jede/r und alles von ihr abgewertet wird ..

    Schade für sie - und das bei einer so liebenswerten Tochter (so wie du hier rüberkommst😉)

    Ich denke an dich in diesen Tagen

    Liebe Grüße

    Rose60