Beiträge von Rose60

    Hallo an alle,
    puh, da kann ich auch mit einstimmen.. ich finde es auch zunehmend schwierig mit meiner Mutter zu reden. Sie wirkt im Gespräch noch sehr präsent, doch besonders, was wir nachmittags persönlich oder telefonisch besprechen, ist meist am nächsten Tag weg. Nachmittags ist sie oft gereizter und versucht mich in Diskussionen zu verwickeln, momentan wieder sehr oft die gleichen Gespräche, dass sie nachhause will und prima dort zurechtkommt. Dabei schafft sie nicht mal eine zahnpastatube zu öffnen oder jemand im Heim um Hilfe zu bitten. Soll ich ihr denn jedes mal sagen, dass sie dortbleiben muss, weil zuhause keine ausreichende Betreuung möglich ist?
    Ich versuche immer ruhig und liebevoll zu bleiben, dabei bin ich innerlich sehr genervt oft. Anstatt wie gestern unseren Ausflug in eine Eisdiele zu genießen, will meine Mutter diskutieren, was zuhause mit meiner Schwester immer gelang, doch ich bin nicht diskussionsfreudig..


    Im Heim sei sie immer gut gelaunt, bei mir äußert meine Mutter Ängste (gestern vor dem Tod) und Langeweile, dabei lehnt sie die vielfältigen Angebote im Heim meist ab. Es fällt mir schwer, trotzdem in Kontakt zu bleiben und die negativen Gefühle mit auszuhalten, zumal ich hautnah erlebt habe, dass meine Mutter ein schweres Leben hatte.
    Doch letzte Woche hat sie sich bei mir beschwert, dass mein Sohn mit seiner Freundin immer noch kein Kind bekommt (nach 1 jahr )...
    Wie gehe ich mit ihrer Unzufriedenheit um?
    Oft beschwert sie sich über das Essen, äußert aber auch keine Wünsche, was möglich wäre.
    Eigentlich eher ein Luxusproblem, doch mich zieht es alle paar Tage total runter? Wie schafft ihr da Abstand zu bekommen?


    Liebe Grüße
    Rose

    Hallo Andydreas,
    Meine herzliche Anteilnahme zum Tode deiner Mutter! Sie wird nun an einem besseren Ort ohne Angst und Schmerz sein..
    Liebe Grüße
    Rose60

    Hallo Marie,
    ich verstehe gut das Mitgefühl mit Ihrer Mutter, deren Schmerzen und den Frust mit dem Hausarzt.
    Das alles wird man doch nicht "einfach" mit Demenz entschuldigen können.. Waren Sie bereits mit Ihrer Mutter bei einem Spezialisten für Schmerztherapie? Ich weiß nicht, ob Hydrocephalus solche Schmerzen bedingen kann, wenn es dauernden Hirndruck bedeutet, möglicherweise. Bin selbst Laie, aber Schmerzpatientin und weiß daher, wie einen dies fertig machen kann.
    Ich weiß nicht, wo Sie wohnen , kann aber bzgl. verschiedener Schmerzen sehr sehr die Schmerzklinik Kiel empfehlen. Vllt schauen Sie mal auf die Homepage. Allerdings dauert es im Normalfall lange einen Termin - auch ambulant möglich - zu bekommen. In Essen ist auch eine sehr gute Praxis für Neurologie und Schmerztherapie. Doch da gibt es deutschlandweit mittlerweile Zentren für.


    Aus Erfahrung, auch mit meinem Vater mit jahrelangen brennenden Schmerzen im Bein, meist stark, weiß ich, dass z.B. niedrig dosierte Antidepressiva da sehr gut Linderung bringen können.


    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Mutter baldige Erleichterung.


    Liebe Grüße
    Rose60

    Die Idee mit dem Engelchen auf der anderen Schulter als Ausgleich finde ich total schön und hilfreich!!
    Bei mir ist es mit dem schlechten Gewissen nach über einem halben Jahr weniger geworden, was natürlich bei jedem anders sein wird. Doch ich will sagen, es ist ein Prozess, in dem ich mir immer wieder sage, ich habe aus Verantwortung gehandelt, es darf auch mir wieder besser gehen u.v.m. Dazu haben mir außer diesem Forum (!!) auch mehrere Gespräche mit den Pflegern, der Heimleitung etc.geholfen, die mir dies mehrmals angeboten haben. Vllt ist dies nicht überall so, aber sowas gibts auf jeden Fall.


    Die ersten Monate hat meine Mutter auch immer wieder darauf hingewiesen, dass sie kaum einen zum reden habe, sich unter lauter "Verrückten" befinde, bis ich mitbekam, dass sehr wohl einige noch orientierte Bewohner in ihrer Gruppe sind, die aufgrund körperlicher Behinderungen dort wohnen. Mittlerweile hat meine Mutter also Gesprächspartner, beim Essen, beim Sitzen im Garten, also mehr als vorher zuhause. Die Demenz schreitet bei ihr relativ langsam fort, letztes Jahr war sie mehrmals zuhause heftig gestürzt und mehrmals in der Notaufnahme gelandet, seitdem sie im Heim einen regelmäßigeren Alltag hat, nicht mehr. Lange hat sie sich gesträubt die Angebote im Heim anzunehmen, heute hat sie erstmals nach 10 Monaten gesagt "Ach...ich bin ja jetzt hierher gewöhnt"...


    Es war oft schwer hartzubleiben und es war sicher für uns ein Vorteil, dass sie sich nicht selbst auf den Weg nachhause machen konnte, weil es zu weit weg ist, dafür in meinem Nachbarort, weil eben im akutfall nur hier ein Platz frei war. Doch mich kann ja niemand zwingen, sie wegzubringen. Und nun hat meine Mutter eine deutlich jüngere Freundin gefunden, die körperlich schwer pflegebedürftig ist sowie einen netten Tischnachbarn, der sie sehr mag und sie beide gelegentlich lachen, weil sie mal wieder den Wochentag nicht wissen...
    Also, wie gesagt, es war oft sehr schwer und hat mich viele Tränen gekostet, aber nun scheint es gut zu sein. Die ersten Wochen konnte ich an fast nichts anderes denken und habe mit gelitten.


    Bin gespannt, wie es weitergeht und danke euch allen für den wertvollen Austausch hier.


    Rose60

    Hallo Miracula ,
    Gerade diese wahnhaften Wahrnehmungen und Anschuldigungen kann man theoretisch gut mit minimalen Dosen von Neuroleptika behandeln, die die Ängste und Unruhe nehmen sollen. Vielleicht wäre es eine Idee, einmal einiges für den Hausarzt genau zu protokollieren, auch damit einen gewissen Verlauf zu dokumentieren.


    Schwierig wenn Ihre Mutter natürlich momentan dafür nicht offen ist. Meiner Mutter wurde es im Heim vom Arzt verordnet , was aber nicht heißt, dass sie immer alles so nimmt...
    Und bei meiner Mutter ist das Verhalten nun wirklich deutlich weniger aggressiv geworden, vor allem seit ich nicht mehr auf Einsicht hoffe. Rational kommt man bei Demenz nicht wirklich weiter. Soll heißen, ich kann mir gut vorstellen, dass sich Ihr Verhältnis nochmal bessern wird.
    Man muss es für sich selbst erstmal klarkriegen, dass der Mensch, wie man ihn/sie kannte sich verändert, im Gehirn vermutlich einiges umstrukturiert wird und durch die nun fehlenden Verknüpfungen nicht mehr entsprechend notwendige Gedankengänge für den alten Menschen möglich sind.
    Aber ich will natürlich keine Ferndiagnose stellen, halte es aber wie gesagt für gut möglich.
    Und ob Antiepileptika derartige Veränderungen machen können, weiß ich nicht...
    Liebe Grüße

    Hallo miracula,
    da sind Sie wirklich in einer emotional sehr belastenden Situation und ich verstehe Ihren Konflikt damit sehr gut.
    Ich bin nun auch nicht medizinisch gebildet und weiß nicht, ob nachlassendes Gedächtnis zwingend am Beginn einer Demenz steht... allerdings kenne ich von meiner Mutter auch solche Situationen, in denen sie einen Umzug zugesagt hatte und am nächsten Tag definitiv nichts mehr davon wusste, in Tränen aufgelöst war und bis dahin noch als "orientiert " galt. Im Nachhinein waren die ersten Auffälligkeiten auch eine Zeit nach einer Vollnarkose wegen OP. Überall erzählte sie, sie komme noch prima allein klar, hatte aber schon sehr viel Hilfe durch meine Schwester, Pflegedienst etc.
    Mein Vater , mittlerweile verstorben, hat sich mit Demenz noch einen Neuwagen gekauft , der Vertrag musste mit Verlust gekündigt werden. Auch einige Elektrogeräte, die teils mehrfach vorhanden waren, kaufte er, fühlte sich auch von anderen verfolgt, ungerecht behandelt etc. Mich hat er als Tochter unter Morddrohung "verstoßen ", weil ich rechtliche Betreuung beantragt hatte nach seiner nächtlichen Attacke und Morddrohung an meine Mutter, an die er sich danach in der Psychiatrie angeblich auch nicht erinnern konnte.
    Also da gibt es einfach die unterschiedlichsten Auswüchse und ich halte Ihre Vermutung einer Demenz für sehr realistisch. Ganz offensichtlich hat doch Ihre Mutter bzgl.Ihres beschriebenen Mietvertrages einiges vergessen oder auch anders in Erinnerung, es wird ihr Angst machen und sie verunsichern, daher sucht sie die Schuld im außen, bei Ihnen.


    Nun können Sie offensichtlich momentan aber nichts gegen den Willen Ihrer Mutter veranlassen, schätze ich. Meine Mutter ist bis heute nicht wirklich diagnostiziert auf Demenz, es wird nun aber immer offensichtlicher, sie wird bald 90. Es muss nicht die ganz große Katastrophe geschehen, nur wird eine Veränderung oft z.B. durch einen Sturz oder sonstiges Ereignis mit Notdienst eingeleitet. Bei meiner Mutter gab ein gebrochener Arm den Ausschlag zu kurzzeitpflege im Altenheim, wo sie nun weiterhin wohnt, seit 1 Jahr erzählt sie anderen, dass sie in kurzzeitpflege sei, kann aber selbst nicht den gewünschten Wechsel nachhause vornehmen, macht im Heim auch einen sehr zufriedenen Eindruck.
    Mich hat es phasenweise viel Tränen wegen schlechtem Gewissen gekostet, bis ich kapiert habe, dass Diskussionen zu nichts führen. Meine Mutter ist immer noch sicher, dass sie prima allein zurecht kommt. So arbeiten wir mit Vertröstung, was der nächste Monat bringt, Corona als Ausrede hilft auch gerade und damit kommen wir nun alle zurecht. Das Heim ist sehr schön, alles Einzelzimmer und meine Mutter ist weiterhin überzeugt, dass sie dort nicht hingehört, doch von uns konnte niemand mehr die notwendige Betreuung gewähren.


    Loslassen - ich fürchte, mehr können Sie gerade nicht machen. Dann die weitere Entwicklung abwarten.
    Ich wünsche Ihnen die notwendige Geduld, mit sich selbst, mit Ihrer Mutter, mit der zukünftigen Entwicklung, die Ihnen auch kein Arzt voraussagen kann.
    "Am Ende wird alles gut, und wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht zuende"... weiß gerade nicht den Autor.


    Alles Liebe für Sie
    Rose60

    Hallo rusa,
    Sie beschreiben geradezu unhaltbare Zustände bei Ihren Eltern, ganz besonders für Ihre Mutter finde ich diese Situation eine absolute Zumutung!!!


    Ihre Gefühlswelt, sich trotzdem noch verantwortlich zu fühlen, kommt mit aus eigener Erfahrung sehr bekannt vor und ich kann Ihnen zunächst mal dringend raten, dass Sie für sich selbst sorgen sollten und sich professionell coachen lassen sollten mittels psychologischer Beratung oder Therapie, um nicht total weiter in diesen Sumpf gezogen zu werden.
    Im Hinblick auf Ihre Eltern wäre der sozualpsychiatrische Dienst am Wohnort zunächst zuständig für Anfragen zum weiteren Vorgehen.


    Warum verlangen Sie von Ihrer Mutter dies alles auszuhalten?
    Warum sehen Sie Ihren Vater vor allem als Opfer? Gab es für ihn keine Möglichkeit konstruktiv etwas für seine und damit Ihrer aller Situation zu tun?
    Viele Fragen...


    Bitte verzeihen Sie mir meine klaren Worte dazu, ich habe sie selbst vor einigen Jahren gebraucht.. wir haben alle nur dieses eine Leben und das sollte man sich schön machen und nicht zeitlebens in Verstrickungen verharren. Versuchen Sie loszulassen und sich ein eigenes glückliches Leben zuzugestehen!
    Ihre Eltern sind beide erwachsen und selbst verantwortlich.


    Könnte ich nochmal entscheiden, hätte ich den Kontakt zu meinen Eltern schon vor Jahren abgebrochen. So hat es mich phasenweise immer wieder den Großteil meiner Lebenskraft gekostet.
    Es ist ein längerer Weg, sich aus solchen Verhältnissen zu befreien, doch es ist möglich und steht Ihnen zu!


    Ich wünsche Ihnen von Herzen die notwendigen Möglichkeiten und Energie
    Rose60

    Hallo beegee,
    es tut mir leid, dass Sie solche Sorgen mit den Eltern haben. Ich finde, das klingt doch schon nach der sogen. Fremdgefährdung und Ihr Vater wird sich mit 90 Jahren nicht mehr wirklich wehren können, vllt ja auch keine Veränderung der Situation ohne weiteres wollen.
    Eine Möglichkeit ist, sich beim sozialpsychiatrischen Dienst der zuständigen Stadtverwaltung zu informieren, auf jeden Fall aber auch beim Hausarzt, ob man medikamentös eine Beruhigung erwirken kann. Bei dementen Menschen mit solchen Auffälligkeiten oder Ängsten kann man oft durch minimale Dosen von Neuroleptika eine Besserung bewirken.
    Ich finde , diese Situation ist für einen ebenfalls alten Partner nicht zumutbar, bei meinen Eltern spitzte es sich im umgekehrten Fall vor einigen Jahren zu, also mein Vater gegenüber meiner Mutter zunehmend handgreiflich.


    Ich wünsche Ihnen, dass sie bald hilfreiche Unterstützung finden. In jedem Fall würde ich den Hausarzt mit ins Boot nehmen.


    Liebe Grüße

    Hallo Petra66,
    wenn es irgendwie möglich ist und von der Zeit her schon relativ absehbar, kann ich wärmstens einen Platz im Hospiz empfehlen -- aus eigener Erfahrung mit meinem Ehemann vor einigen Jahren. Dort ist ein besserer Personalschlüssel als im Pflegeheim und eine sehr persönliche wohltuende Atmosphäre. Wieweit natürlich Ihre Mutter da mitspielt, ist eine andere Sache.
    Mein Mann war zum Glück einverstanden, weil es zuhause für mich gesundheitlich nicht mehr machbar war und wir die Schmerzen nicht in den Griff bekamen. Ich konnte dann jeden Tag dort sein, hatte sogar für alle Fälle einen Schlafplatz im gleichen Zimmer. Ich wollte es eigentlich auch in jedem Fall zuhause zu Ende bringen, bin aber sehr froh, dass mir der Pflegedienst und Hausarzt zugeredet haben. Der Schritt davor war noch die Palliativstation im Krankenhaus nach einem entspr. Ereignis, das war auch sehr gut, aber eben Krankenhausatmophäre.
    Wir müssen auch auf uns selbst achten, ich persönlich musste auch noch zusätzlich für unsere Kinder da sein und konnte einfach nicht mehr.


    Mein Maßstab war u.a., wenn ich nachts auch noch eingreifen und unterstützen muss, dann geht es für mich nicht mehr. Ich bin dem Himmel dankbar, dass es die o.g. Einrichtungen mit so tollen Menschen gibt.
    Es war trotz allem Schweren noch schön, sich mit allem Kummer so aufgehoben fühlen zu können.
    Ich glaube, Hospize nehmen auf, wenn max. 6 Mon. anstehen.
    Das weiß ich natürlich nicht, wie es bei Ihrer Mutter so aussieht.


    Trotzdem vielleicht schon mal im Hinterkopf haben, dass es sehr empfehlenswert ist.


    Ich wünsche Ihnen alles erdenklich Gute für Sie und Ihre Mutter. Man kann vllt für eine gewisse Zeit versuchen über sich hinauszuwachsen, aber nicht auf Dauer!! Hören Sie auf den eigenen Körper!!
    Rose60

    Hallo andydreas,
    Vielen Dank für Ihre Antwort!
    Das hilft mir tatsächlich schon weiter, denn vllt ist "zuhause" vor allem auch ein Gefühl, der Wunsch nach einem Ort, an dem man sich wieder besser auskennt.
    Und der wäre in der zurückgelassenen Heimat sicher nicht mehr so, wie ihn meine Mutter sich vorstellt.
    Die Gesprächsthemen, in denen meine Mutter sich sicher fühlt, reichen immer weiter zurück, momentan bei ihren Großeltern. Wenn ich dies nun beim schreiben hier so von außen betrachte, spricht ja alles für eine fortschreitende Demenz, doch ich lasse mich immer wieder mal von meiner Mutter blenden, weil sie meist noch so präsent und orientiert wirkt. Lt. Pflegern hat sie ohne Aktivierung und Erinnerungen keine tagesstruktur mehr. Nur war ihr Wunsch eigentlich lange eine ausl.Pflegekraft, doch auch dann müsste ja möglichst ein Angehöriger vorort greifbar sein und das kann aus verschiedenen Gründen weder meine Schwester noch ich leisten.
    Zu coronazeiten wäre mir das auch zu unsicher und ich stehe nicht hinter den bezahlbaren Systemen der ausl. Pflegerinnen.


    Mit herzlichen Grüßen und allen guten Wünschen für die Begleitung Ihrer Mutter,
    Rose60

    Hallo zusammen,
    heute würde ich gerne an dieser Stelle um Rat fragen.
    Meine Mutter (89) ist seit 8 Mon. in meinem Nachbarort in einem guten Pflegeheim, 150km weg von ihrem Zuhause, wo zuvor meine Schwester sehr lange bis zur kompl. Erschöpfung die Pflege und Betreuung plus Pflegedienst etc. übernommen hatte. Durch mehrere Stürze etc.in kurzer Zeit haben wir meine Mutter samt Gipsarm hier ins Pflegeheim verbracht, zur Kurzzeitpflege erstmal, mit ihrem Einverständnis. Die ersten Demenzzeichen waren schon länger vorhanden und wir haben den Aufenthalt dann immer weiter hinausgezogen, weil es zuhause einfach nicht mehr machbar war für meine Schwester wie für meine Mutter. Dann kam Corona und erst recht keine Aussicht, wie man es "zuhause" organisieren sollte, ausländ.Pflegekräfte war auchkeine Option mehr und meine Mutter fühlte sich zunehmend wohl im Heim, über das ich nur lobendes sagen kann.


    Nun ist es so, dass meine Mutter im Gespräch meist sehr präsent wirkt und nichts wirklich unsinniges erzählt, aber aktuell z.B. morgens die Medik.erhält, sich kurz drauf nicht mehr dran erinnert und alle möglichen Leute anspricht, sie bekomme dort keine Tabletten. Abends wenn man ihr beim Umziehen helfen will, schickt sie die Pfleger weg, es sei zu früh, um kurz danach sich zu beschweren, warum ihr denn keiner helfe.. Emotional bedeutsame Besuche von Enkeln werden teils komplett vergessen.
    Auch Aktionen während Corona wie Straßenkonzert o.ä., die mit Foto in unserer Zeitung standen, kann sie nicht erinnern und sie schiebt ihre Gedächtnisprobleme auf das Einerlei im Heim, wobei sie zuhause wesentlich weniger Anregung und Gesprächspartner hätte.
    Nun fällt meiner Mutter selbst das nachlassende Gedächtnis bewusst auf und sie schiebt es auf das Heim, sie müsse wieder nachhause, selbst kochen (hat vor 1 Jahr schon stundenlang den Herd vergessen auszumachen). Sie schläft auch ganz viel einfach auf dem Stuhl ein, hat keinerlei Interessen mehr.


    Es fällt mir momentan wieder unendlich schwer, dies auszuhalten, fast bei jedem Besuch lasse ich mich verunsichern, wenn sie meint, sie gehöre doch dort gar nicht hin, das habe Frau XY auch gesagt.
    Ich vermeide Diskussionen, zeige Verständnis, dass es schwer ist, von zuhause weg zu sein, besuche sie regelmäßig 1mal/Wo. Mehr schaffe ich aus versch. Gründen nicht, auch meine erw. Kinder besuchen sie alle paar Wochen, wenn sie hier sind.


    Ich weiß gerade einfach nicht, wie ich noch etwas optimieren kann. Vor allem tut es mir zwischendurch auch so leid für meine Mutter, die ein schweres Leben mit meinem gewalttätigen Vater hatte, der ebenfalls dement war und seit 2,5 J. verstorben. Sie spricht nun nie mehr von ihm, mehr über ihre Eltern und Großeltern, immer weiter zurück von den Themen her.
    Ich hatte ihr so sehr ein zufriedenes Leben im Alter gewünscht. Doch als sie noch zuhause war, war sie meist mehr allein als nun. In ihrer Phantasie scheint es anders...


    Es wäre schön, wenn mir jemand etwas dazu schreiben könnte.


    Mit herzlichen Grüßen und Dank fürs Lesen,
    Rose60

    Hallo nesthäkchen,
    Zusätzlich zu den Ideen von Frau Sachweh finde ich Ihre Idee mit einer Rehamaßnahme für Ihre Eltern zusammen gut. Der Tod Ihrer Schwester hat sicher nachhaltige Auswirkungen auf Ihre Eltern und kann, wie bei Ihrem Vater durchaus durch unbewältigte Trauer zu einer schweren Depression führen. Einige Symptome sprechen dafür, allerdings das Nicht-Erkennen von eigentlich bekannten Menschen passt m.E.nicht wirklich dazu... schwierig für Sie. Nun sind ja Ihre Eltern noch nicht wirklich alt. Also für die beiden Anlaufstellen herausfinden wäre schon eine Hilfe, die Sie auch aus der Entfernung machen können. Aus meiner Erfahrung würde ich es auch mal bei einer psychologischen Beratungsstelle, die es mittlerweile in jeder halbwegs größeren Stadt gibt, versuchen. Diese sind ja auch gut vernetzt.
    Doch im Vordergrund ist sicher eine gründliche neurologische Abklärung wichtig, auch mit bildgebenden Verfahren oder gibt es dies bereits?
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und alles Gute!
    Rose60

    Hallo Andydreas,
    ich habe folgenden m.E. informativen Link zu der Problematik "Schluckstörung bei Demenz" gefunden.


    https://www.deutsche-alzheimer…toerungen-bei-demenz.html


    Also bei jüngeren Menschen mit entspr. Lebenswillen könnte man logopädisch behandeln.


    Möglicherweise hat deine Mutter aufgrund von Schwäche einfach keinen Appetit und weniger Durstgefühl mehr... Ehrlich gesagt, wenn ich die schwer dementen Menschen im Altenheim so sehe, würde ich persönlich nichts mehr zum Aufpäppeln tun. Wenn jemand noch wirklich Lebenswillen hat, kann man sogen. Astronautennahrung geben, die aber ja wiederum auch geschluckt werden muss.
    Hast du ein Gefühl dazu, wie es bei deiner Mutter damit aussieht?


    Liebe Grüße
    Rose

    Hallo Andydreas u.a.,
    gerne möchte ich heute ein paar Erfahrungen zum Thema Sterben beitragen und gehe auch sehr gerne zum Du über ;)
    Ob man beim Sterben dabei sein wird und möchte, kann man nicht grundsätzlich planen und niemand weiß vorher wirklich, ob derjenige lieber allein sterben will bzw. tut.


    Ich habe vor 10 Jahren meinen krebskranken Mann mit nur 57 J. verloren, bereits Weihnachten 2009 waren sich alle Ärzte etc. einig, dass er sterben würde. Aus versch. Gründen kam er noch ins Hospiz, dort lebte er völlig unerwartet wieder richtig auf, bestand auf vorher nicht gewünschter künstl. Ernährung. Erst ab Mitte März dann entschied er sich zu gehen, ich hatte riesige Angst dabei zu sein, wurde von anderen dazu ermutigt und ich muss und möchte sagen, ich bin sehr froh und dankbar genau mitbekommen zu haben, wie der Sterbevorgang letztendlich war. Dadurch konnte ich seiner Mutter und unseren Kindern genau berichten und muss mir keine Gedanken mehr machen, wie es wohl für ihn war.


    Am letzten Tag, den der Arzt gar nicht als solchen vermutete, bat mein Mann - für mich überraschend - mich zu bleiben über Nacht und wir verabschiedeten uns sozusagen für die Ewigkeit, ich konnte ihm für vieles danken etc. Unsere Kinder wollte er nicht mehr sehen, das war wohl zu schwer. Wir wurden von der Nachtschwester regelmäßig begleitet. Erst als ich selbst vorübergehend eingenickt war, ging es zu Ende, die allerletzten Atemzüge habe ich dank der Nachtschwester noch mitbekommen und danach habe ich einen ganz tiefen inneren Frieden empfunden, die Schwester öffnete das Fenster und ich blieb den Rest der Nacht dort, bis ich morgens das Gefühl hatte, es war nur noch die leblose Hülle, die dort lag. (Meinen Mann zu verlieren, war das Allerschlimmste, was ich mir zuvor vorstellen konnte.)


    Vor gut 3 Jahren dagegen starb mein Vater mit Alzheimer. Ich hatte dafür gesorgt, dass er auf richerl. Verfügung nach Mordversuch an meiner Mutter im Wahn in eine geschl. Pflegeeinrichtung kam, er war früher schon gewalttätig und ich wollte danach keinerlei Kontakt mehr zu ihm. Als er erfuhr, dass ich den Antrag auf Betreuung gestellt hatte, hat er mich offiziell als Tochter verstoßen lt. meiner Mutter. Ich habe dann gelegentlich mit mir gerungen, ob ich ihn nochmal besuchen soll, besonders als er nach 2,5 J. im Heim eine Lungenentzüdung bekam. Genau da hatte ich Urlaub gebucht und bin geflogen, bewusst einkalkulierend, dass er sterben könnte ohne Versöhnung oder sonst. Kontakt. Er starb dann allein im Krankenhaus nach einem letzten Besuch meiner Mutter.
    Ich habe bis heute nicht bereut, dass ich nicht mehr dort war.


    Also zwei sehr unterschiedliche Geschichten, soll heißen, man entwickelt ein Gefühl dafür, ob man dabei sein kann und möchte (wenn es nicht plötzlich ist, jedenfalls) und keiner weiß wirklich vorher, wann und wie es zuende geht.
    Zu meinem Mann habe ich besonders im 1. Jahr eine sehr große Nähe empfunden, im Zwiegespräch mit ihm bin ich heute noch innerlich oft.
    Am Tod meines Vaters hatte ich lange zu arbeiten, ich habe sehr um den Vater getrauert, den ich nie hatte, hatte noch ein halbes Jahr nach seinem Tod häufig Angstgefühle wegen seiner Morddrohungen an mich.


    Vertrau also deinem Gefühl und deiner Mutter, dass sie für sich den passenden Zeitpunkt und die Art des Sterbens finden wird, bei manchen gibt es auch zum Schluss nochmal eine klarere Phase und wenn sie nun quasi Sterbefasten wählt, ist es ihr gutes Recht und ihrer Würde entsprechend.
    Ich habe dich in letzter Zeit bewundert, wieviel du für deine Mutter an Einsatz gezeigt und berichtet hast.
    Tu dir nun möglichst viel Gutes zur Stärkung, eine Erholung kann dauern.


    Herzliche Grüße
    Rose

    Hallo Teuteburger,
    herzlichen Dank für Ihre lieben Worte und ihr Verständnis.
    Mir ging es ein paar Tage recht schlecht mit meiner deutlichen Ansage, dass es nun noch bestimmt 1 weiteres Jahr mit den Corona-Einschränkungen auf und ab gehen kann und wir keine ausl.Pflegekraft und damit keine Rückkehr für meine Mutter erwirken können. Nun scheint es eher so zu sein, dass ihr dies sogar gut getan hat. Vllt muss sie jetzt nicht dauernd überlegen, ob sie es zuhause noch schafft, wann es nachhause geht etc.
    Als ich sie heute anrief, war sie auffallend gut gelaunt und sagte, ihr gehe es im Heim ja wirklich gut, das könne sie nicht anders sagen - puh, da war ich nun sehr froh.
    Dann war sie in einem anderen Zusammenhang erstaunt, dass "die Krankheit" immer noch nicht weg ist - mir wird in den letzten Wochen der geistige Rückgang immer deutlicher. Auch fragte sie mich, wie so oft in den letzten Monaten, wie alt ich nun eigentlich sei. Also im direkten Gespräch noch sehr präsent und deutlich jünger aussehend, daher konnte sie auch Pfleger lange etwas blenden.
    Doch damit ist unsere Entscheidung unnachgiebig zu bleiben, doch bestätigt. Ich finde es für mich selbst oft schwierig, den gleichen Menschen vor mir zu haben und dann oft so verändertes Verhalten etc.


    Bzgl. Ihrer Anregungen zu Beschäftigung muss ich sagen, dass meine Mutter bestenfalls zu hausinternen Konzerten geht(findet ja momentan kaum statt) und gerne redet, über ihr Leben, ihre Familie etc. Kein Musikhören mehr, kaum mal in einer Zeitschrift blättern, abends ein bisschen fernsehen, döst aber viel auf dem Stuhl ein und viel Bedarf nach Ruhe. Die ehrenamtl. Besucher dürfen noch nicht wieder ins Haus.
    Ich habe ihr ein Fotoalbum von mir als Kind und Jugendl. übergeben, das hat sie gefreut. Ich denke, in dieser Richtung werde ich weitermachen.


    Telefonieren kann sie grundsätzlich, doch keine längeren Gespräche mehr aufrechterhalten, keine Themen mehr.
    Jedenfalls sieht meine Mutter nun auch entspannter und gesünder aus also noch in der Zeit zuhause.
    Ich hoffe nun sehr, dass die Zufriedenheit weiterhin überwiegt.


    Sie haben schon recht, dass man es mittlerweile mit kindl. Verhalten vergleichen kann. Das fällt mir teilweise noch schwer anzuerkennen, ein Lernprozess irgendwie.


    Ich grüße Sie herzlich, wie auch andere Leser!
    Rose

    Hallo zusammen,
    ich möchte gerne mein Thema vom Januar nochmals aufnehmen, da mir der Austausch und das Lesen hier im Forum gut getan hatten.
    Ab Februar hatte ich mit meiner Mutter bei meinen Besuchen im Heim eine leichtere Zeit, vermutlich weil ein vom Neurologen verordnetes minimales Antidepr. sich positiv auswirkte. Sie sagte öfter vorsichtig "aber irgendwann will ich wieder nachhause" und ich antwortete dann immer "ich weiß, Mama", dann Themenwechsel bei guter Stimmung.


    Meine Mutter hatte dann einzelne gute Kontakte im Heim und schien sich wohler zu fühlen. Meiner Schwester hat sie es allerdings deutlich schwerer gemacht, sie aus der Verantwortung zu entlassen, doch das ist deren Thema.


    Nun ist es aktuell wieder ein größeres Thema, vermutlich durch die Corona-Einschränkungen, die Bewohner dürfen ja nicht mehr aus dem Haus, also keine Cafe-Besuche mit mir oder Besuche bei mir zuhause, keine Gottesdienste im Haus, Friseur etc.
    Und vllt kommen so wieder die gefühlt schöneren Erinnerungen an "zuhause".
    Gestern sagte meine Mutter, sie merke doch selbst, dass sie vergesslicher wird, das sei durch das Einerlei im Heim - sie mag aber weder am Singen noch an Spielen teilnehmen, einzige Aktion ist mit anderen reden und im Zimmer vor sich hin dösen. Das Gedächtnis ist nun regelmäßig deutlich schlechter, die Pfleger sagen, ohne Aktivierung und Vorgaben hätte meine Mutter keinerlei Tagesstruktur.
    Nun konnte ich in einem etwas längeren, aber sehr ruhigen und sachlichen Gespräch gestern mit ihr erklären, dass man nun durch Corona noch schlechter ausländ.Pflegekräfte für zuhause bekomme und meine Schwester wird keine Betreuung wieder aufnehmen wie zuvor lange Jahre. Im Heim hier hat sie täglich mehrere Gesprächspartner, sie ist sehr gesellig, kann aber die Konsequenzen überhaupt nicht mehr übersehen.


    Trotzdem fällt es mir auch nun wieder schwer, mich über ihren Wunsch hinwegzusetzen, heute geht es mir schlecht damit. Andererseits bin ich mir nun noch sicherer, dass die Art der Betreuung aus meinen Augen die richtige ist. Schade ist, dass ihre Freundin sie aufgrund der Entfernung hier nicht besucht.
    Ich gehe regelmäßig 1mal/Wo. hin, konnte auch die letzten Wochen zum Glück über den Gartenzaun mit ihr sprechen und Kontakt halten.
    Was ist das bloß, dass mein Gewissen so zermürbt??
    Auf den ersten Blick wirkt meine Mutter (fast 90J.) weiterhin orientiert auf andere, hat aber nun nahezu keinerlei Antrieb mehr, würde zuhause, wie schon zuvor, absolut nichts mehr machen - nur eben in ihren Gedanken... Da macht sie noch ganz viel und fühlt sich ungerecht behandelt.


    Ich wäre dankbar, wenn mir jemand etwas dazu sagen könnte.
    Lieben Gruß
    Rose

    Hallo Andydreas,
    das kann ja wohl nicht wahr sein.. Mir persönlich wurde durch den sozialpsychiatrischen Dienst auch nicht so sehr weitergeholfen, immerhin aber doch die Empfehlung, den Antrag auf rechtl. Betreuung beim Betreuungsgericht zu stellen. Ich war nirgendwo vor Ort, habe den Antrag aus dem Internet heruntergeladen und per Post (Einschreiben) verschickt, immer wieder mal dort angerufen und die Dringlichkeit wiederholt. Das Gericht muss dann entspr. Wege einleiten, wie beschrieben wurde bei uns ein örtlicher Psychiater aktiviert, natürlich dauert es etwas leider und die Einweisung in die Psychiatrie erfolgte auch erst durch den Polizeieinsatz.
    Es war dann allerdings so, dass meine Schwester ihre Vorsorgevollmacht offiziell zurückgeben musste, damit eine rechtl. Betreuerin den Aufenthaltsort bestimmen konnte(ich hatte eh keine übernehmen wollen).


    Vllt ist Ihr Leidensdruck noch nicht stark genug um dies durchzuziehen, das ist nicht wertend gemeint! Doch ich würde aus eigener Erfahrung nicht warten, bis Sie selbst völlig am Boden der ERschöpfung sind, denn dann sind Sie vermutlich auch nicht mehr arbeitsfähig und die Erholung kann sehr lange dauern. So hat es nun auch meine Schwester bei meiner Mutter erlebt, auch deren Partner hat nun noch seine Sachen gepackt. Also es kann einfach nicht sein, dass in unserem Sozialstaat mit vielen Möglichkeiten die Kinder noch vor den Eltern zugrunde gehen - es kann schon, sollte aber doch nicht, oder?
    Im ungünstigsten Fall ist Ihre Mutter dann weiter weg, was ja manchmal zur eigenen Erholung auch gut sein kann um sich zu lösen.
    Mein Vater wurde dann nur noch alle paar Wochen besucht, er vergaß es eh schnell wieder, doch er hatte es dort gut.
    Insgesamt sind meine Schwester und ich seit über 10 Jahren mit den Eltern beschäftigt, und selbst auf die Distanz kostet es noch zeitweise genug Kraft.
    Manchmal gibt es jedoch auch positive Wendungen, die man gar nicht für möglich hält: meine Mutter ist seit 4 Mon. mit beginnender Demenz und körperlichen Problemen (eigentlich gegen ihren Willen) im Pflegeheim, sie weiß theoretisch, dass sie jederzeit dort weg könnte, macht sie aber nicht. Nun hat sie sich verliebt, ihr glühender Verehrer ist 98 J. alt und geistig fit - es ist toll zu sehen, von "nach Hause" ist aktuell keine Rede mehr ;)


    Soll heißen, man kann anfangs ein total schlechtes Gewissen haben und dann kann es wieder alles anders als gedacht kommen.
    Ich wünsche Ihnen den nötigen Mut zu Ihren eigenen Bedürfnissen zu stehen!!
    Liebe Grüße

    Hallo Andydreas u.a.,
    es ist überhaupt nicht so, dass man an dieser Situation nichts machen kann!! Als mein Vater vor einigen Jahren handgreiflich wurde, fand ich auch definitiv das Ende der Fahnenstange erreicht. Weder uns Angehörigen/Kindern noch dem demenzkranken alten Elternteil ist solch eine Situation zuzumuten. Nirgendwo steht, dass man sich zugrunde richten (lassen) muss durch Eltern!
    Ich kann aus meiner Erfahrung berichten, dass es vorübergehend eine sehr aufregende Zeit war, doch nachdem ich bei Gericht "rechtliche Betreuung" beantragt hatte und es zum Polizeieinsatz gekommen war, hat der Hausarzt , den ich eine Zeit vorher schon von zunehmenden Problemen berichtet hatte, eine Einweisung in die Gerontopsychiatrie geschrieben. Mein Vater wurde von Ordnungsamt und RTW abholt und was nun klingt wie wegsperren, entwickelte sich so, dass mein Vater in er gen.Abteilung genau untersucht wurde, auf Medikament eingestellt und von rechtl. Betreuerin nach Absprache mit den Angehörigen in ein spez. Pflegeheim für Alzheimer u.ä.Patienten gebracht wurde, auf richterliche Anordnung. Dort werden die Patienten nicht gefesselt o.ä., sondern liebevoll beschützt, können sich in Haus und dortigem Garten frei bewegen. Die Betreuerin kannte aus Erfahrung die infrage kommenden Häuser. Vllt schauen sie mal unter Pflegeheim "Die Brücke", wie so etwas aussehen kann. Wir leben ja nicht mehr im Mittelalter und ich kann sie total verstehen, dass Sie für sich selbst sorgen wollen und müssen!!
    Mit freundlichen Grüßen und guten Wünschen für baldige Beruhigung der Situation
    Rose


    PS: in der Gerontopsychiatrie kennen sich die Ärzte besser mit den passenden Medikamenten aus. Soweit ich weiß, wird dort erfolgreicher mit Neuroleptika gearbeitet, bei alten Menschen meist seeehr kleine Dosen, Antidepr. können bei alten Menschen lt. Aussage eines Arztes oft gegenteilig wirken , also da sollte sich jemand wirklich mit auskennen. Neuroleptika können Ängste nehmen und eine bessere Stimmung machen, das ist sinnvoll stationär einzustellen.


    Und am besten alles genau dokumentieren, in Aufregung vergisst man schnell wichtige Details..

    Hallo Mela,
    ich habe genau diese Phase gerade mit meiner Mutter erlebt und habe einige Wochen arg gelitten.
    Ihrer Mutter das Datum hinzulegen, klingt ja wirklich nicht sehr sinnvoll. Könnte sie denn nach der Kurzzeitpflege vollstationär bleiben? Bei meiner Mutter ging es auf meinen Wunsch hin darin über, zuhause konnte die bisherige Pflege und Betreuung nicht mehr gesichert werden .
    Es klingt für mich so, dass Sie eine sehr verantwortliche Entscheidung für Ihre Mutter getroffen haben. Ihr Mann scheint ja mit so wenig Rest-Sehfähigkeit dies nicht leisten zu können. Alternativ bliebe bestenfalls eine 24h-Pflegekraft, denn allein kommen die Beiden doch ganz offensichtlich nicht zurecht.
    Meine Mutter bekommt mittlerweile eine Minidosis Antidepressivum, was ihr sichtlich guttut.
    Mir wurde auch geraten mit Vertröstung zu arbeiten und das hat funktioniert bislang. Es ist ein Gewöhnungsprozess, klingt wie mit der Eingewöhnung von Enkeln in die KITA.... Doch nun haben wir den totalen Rollenwechsel mit den alten Eltern, das muss man erstmal akzeptieren. Es ist ein Prozess und sehr typisch, wurde mir gesagt, ich bin momentan froh, dass ich es ausgehalten habe, meine Mutter hat sich allerdings zum Glück auch nicht allein auf den Weg gemacht.
    Alles Liebe für Sie,
    Rose