Beiträge von Rose60

    Hallo ihr Lieben,

    aktuell sehe ich mal einen Vorteil in Demenz für die Betroffenen in fortgeschrittener Phase : vom derzeitigen weltpolitischen Geschehen bekommen sie nichts mehr mit, wenn doch, ist es schnell vergessen und man muss sich nicht drüber aufregen. Das macht es tatsächlich einfacher. Habe meiner Mutter beim gestrigen Besuch nur witzige Dinge von ihren Urenkeln erzählt und sie hat viel gelacht.

    Mir selbst geht es natürlich ganz anders und ich frage mich gerade, was denn noch alles kommt, Corona seit zwei Jahren, Unwetterkatastrophen, nun Krieg in Europa, begleitend Sorgen um teils schwerkranke, wirklich junge Leute in meiner Familie... So geht's mir gerade:(

    Liebe Grüße

    Hallo Sabida,

    ich verstehe Ihre Probleme gut. Zu einer evtl. Reise ist einiges gesagt worden, ich möchte zu Ihrer Problematik, irgendwelche "Tricks" anzuwenden beitragen, dass es sich auf Dauer vermutlich nicht vermeiden lässt.

    Bei mir geht es um meine Mutter und da fand ich den Rollenwechsel auch sehr krass, bin selbst ein Mensch von möglichst klaren und ehrlichen Worten. Es ging aber nicht, z.B. musste ich meine Mutter auf vermeintlich später vertrösten (wieder aus dem Heim nach Hause zu kommen, meine ich hier) , obwohl klar war, dass es nicht mehr geht. Das ist mir sehr, sehr schwer gefallen, ich habe es nach entspr. Beratung aber in einigen Dingen so gehalten, dass sie möglichst ruhig und zufrieden blieb, bis sie nun einiges über die Zeit vergessen hat aufgrund der fortschreitenden Demenz.


    Das hilft Ihnen nun in puncto Urlaub sicher nicht, soll nur deutlich machen, dass man nicht mehr mit "normalen" Maßstäben und Regeln an Situationen herangehen kann. Es ist ein Lernprozess und es kostet durchaus auch mal Tränen, Phasen des schlechten Gewissens - es ist eine Sch....krankheit. Und man muss unweigerlich vieles dazu lernen, vieles aushalten im direkten Kontakt - doch im Idealfall kann durchaus auch irgendwann eine zufriedene Zeit kommen für den dementen Menschen.


    Alles Gute für Sie und Ihre Schwester!

    Hallo Ihr Lieben,

    ja, es nagt - mittlerweile mal mehr mal weniger . Haben wir vielleicht ein aus irgendwelchen übersteigertes Verantwortungsgefühl?

    Können wir nur schlecht loslassen? Die Kontrolle nicht abgeben?

    Ich würde jedenfalls nicht wollen, dass meine Kinder sich in 20-30 Jahren so grämen, wenn sie das aktuell Beste für mich geregelt hätten, die Pflege aber nicht selbst ausführen könnten ohne dabei zuviel Federn zu lassen.

    Herzliche Grüße

    Danke, Herr Hamborg! Ihren Blick "von außen oder obenauf" finde ich wieder sehr hilfreich.

    Mich erstaunt mittlerweile selbst, wie lange sich solch ein Prozess hinziehen kann...


    Schade finde ich nach wie vor, dass durch Corona die vorherigen Feiern für alle Bewohner zusammen nicht mehr stattfinden, die kleinen und großen Highlights fehlen einfach für die Bewohner, die noch einiges mitbekommen. Ich finde, das gehört doch auch zur Lebensqualität dazu, singen, Spaß haben, die Lebensverlängerung "um jeden Preis" ist doch sehr zweifelhaft.

    Liebe Grüße

    Hallo zusammen,

    @schwarzer kater: das stelle ich mir sehr enttäuschend vor, wenn du immer schnell weggeschickt wirst. Evtl.fühlt sich deine Mutter von einem Gespräch/Besuch überfordert, spürt mehr , was sie nicht mehr kann? Dass du es trotzdem immer wieder versuchst, ist sicher psychisch auch anstrengend.

    Ich selbst besuche meine Mutter weiterhin regelmäßig 1mal/ Woche. Für sie ist es wohl immer zu wenig, sie wird auch heute nicht mehr wissen, dass ich gestern da war. Es ist sehr unterschiedlich, wie die Gespräche laufen. Oft versuche ich auch , von außen etwas Neues reinzubringen an Infos, dass Bundestagswahl war o.ä. Sie zeigt sich teils interessiert, aber nur für den Moment. Als ich von der unwetterkatastrophe im Rheinland, ihrer Heimat, berichtete, reagierte sie sehr unberührt und ich denke, es hat auch was Gutes, wenn man emotional distanzierter ist in der Demenz. Sie macht sich ja dadurch viel weniger Sorgen als früher, wirkt ausgeglichener. Von Telefonaten profitiert meine Mutter noch weniger, ist och schneller vergessen.


    Leider bin ich vorwiegend die einzige Besucherin und aufgrund familiärer Probleme früher ist unsere Beziehung eher gestört , so dass es für mich tatsächlich schon in der wöchentlichen Frequenz problematisch und oft belastend ist, doch ich denke dann immer daran, wie ich mich an Ihrer Stelle fühlen würde.


    Insgesamt finde ich diese Demenzerkrankung jedenfalls doch sehr belastendend für Angehörige, zumal es sich ja meist über mehrere Jahre hinzieht, der Betroffene es auch über lange Zeit selbst stark belastend empfindet, O-Ton meiner Mutter vor ca. 2 Jahren "ich merke, dass ich mich verändere, ich muss hier weg"... das fand ich enorm traurig, da man sich dann so ohnmächtig fühlt und ich hatte keinerlei Alternative, hatte selbst gesundheitlich sehr zu kämpfen etc. Da finde ich die derzeitige kampflose Zeit schon leichter, wünsche meiner Mutter nur inständig, dass sie die letzte Phase der Demenz nicht mehr erreicht, wenn man gar nicht mehr einschätzen kann, was noch ankommt.


    Liebe Grüße an Euch alle

    Rose

    Hallo Ihr alle,

    es ist schon wirklich manchmal sehr schwer, was das Leben/Schicksal uns ungefragt "vor die Füße" schmeißt - womit wir dann, ob wir wollen oder nicht, irgendwie umgehen lernen müssen..

    ecia25: ein besonderer Gruß an dich, da du dein schwerkrankes Kind so leiden sehen musst. Habe meinen Mann über 4 Jahre durch Krebserkrankung bis zum Tod begleitet, von daher weiß ich, wie kräftezehrend solch eine Situation sein kann, ich konnte mir ein Weiterleben danach kaum vorstellen, er war mein Fels in der Brandung. Und doch kann man solche Phasen "gestählt" überstehen, auch wenn es zunächst keinen wirklichen Trost gibt - nur Aushalten, weiteratmen, essen , schlafen. Jedenfalls sind wir weiterhin mental sehr verbunden, das würde ich gerne dazu mit auf den Weg geben. Meine Devise "danach": "Es wird alles wieder gut, aber nie mehr so wie vorher" - Titel eines Trauerbuches und so empfinde ich es. Unbekannterweise schicke ich dir gute Gedanken!!


    Es tut sehr gut, sich hier mitteilen zu dürfen, ohne bewertet zu werden :love:

    In diesem Sinne alles Liebe für euch :!:

    Rose60

    Hallo teuteburger,

    Nett, dass du nachfragst. Mir geht's aktuell nicht so gut, weil ich mega unter Strom stehe seit Wochen, was aber nicht an meiner Mutter und der Demenz liegt.

    Wir haben ja auch sonst noch ein Leben und da gibt es manchmal viel Aufregung gleichzeitig, ein Todesfall, eine schwere Geburt mit Krankheit der jungen Eltern, zusätzlich war meine Mutter gestürzt, hatte ein dickes Knie u.v.m. selbst mein Blutdruck, sonst eher niedrig steigt heftig gerade.


    Aber sie waren vom Heim aus mit ihr zur Untersuchung in der Klinik. Da bin ich so froh weiterhin, dass und wie man sich kümmert.

    Meine Mutter lebt nun vorwiegend im Moment, hab ihr extra von den neuen Urenkeln Fotos hingestellt, worüber sie letzte Woche begeistert war, heute war selbst solch ein besonderes Ereignis weg, die Fotos ebenfalls weg... Da merkte ich wieder, wie mich das auslaugen würde, wenn ich öfter da wäre. Meine Mutter lacht sehr viel, auch wenn es nicht immer passt, aber die Neigung zum Humor kommt immer mehr durch. Ich hoffe, sie hat vieles aus ihrem schweren Leben vergessen...

    Liebe Grüße an alle

    Hallo ecia,

    Ich kann Ihre Probleme sehr gut verstehen, auch die Ängste, wo das alles noch hinführt. Wir haben einfach nicht die emotionale Distanz wie Pflegekräfte.

    Haben Sie die Möglichkeit, dies mit einem professionellen Berater/in zu besprechen? An einer psychol. Beratungsstelle( gibt es in jeder halbwegs größeren Stadt) oder einer Praxis für Psychotherapie. Mir hat das sehr geholfen, habe auch mehrere Baustellen gleichzeitig über Jahre gehabt. Manchmal hilft es, systematisch Situationen zu betrachten und Wege zu überlegen, wie man anders mit Belastungen umgehen kann, wann man sich wirklich wieviel einbringen muss...etc

    Ich habe hier selbst mehrmals mein Leid geklagt, es ist gerade einiges leichter. Meine Mutter hatte auch über längere Zeit immer wieder das Gefühl bestohlen zu werden, am besten half dann, mit ihr gemeinsam über diese "Unverschämtheit " zu schimpfen, zu versichern, dass ich mich kümmere, die Beschuldigten darauf anzusprechen. Dann fühlte sie sich von mir ernst genommen, wenn man dagegen redet, wird es eher schlimmer. Auch wenn man sich anfangs sehr blöd dabei vorkommt.

    Ich denke diese Angst bestohlen zu werden, resultiert aus der zunehmenden Desorientiertheit in der Demenz .

    Ist es unbedingt notwendig, dass Sie täglich telefonieren oder würde Ihnen mehr Abstand möglich sein und helfen?

    Ich selbst halte es nicht aus so häufig.

    Meine Mutter hat mich eine längere Zeit oft zum Weinen gebracht, war ungewohnt (verbal) aggressiv, nun mit Zunahme der Demenz und Abnahme der Gedächtnisspanne ist sie auffallend heiter gestimmt, lacht sich über alles mögliche kaputt, schläft viele Stunden auch am Tag.

    Soll heißen, es kann auch wieder leichter werden.


    Alles Gute für Sie!

    Liebe Grüße

    Rose

    Hallo Sohn83,

    Es tut mir leid, dass Ihre Hoffnungen zerschlagen wurden. Nun muss man sicher bedenken, dass bei alten Menschen- ob mit oder ohne Demenz - sich Infekte nach meiner Erfahrung umfassend auswirken, auch mental dann desorientierter und muskulär schwächer. Bei uns jüngeren Menschen fällt das meist nicht so sehr auf, da kann man mal schlapper und unkonzentrierter sein, aber eben nicht so krass.


    Ich wünsche Ihnen beiden alles Gute und baldige Besserung!


    Liebe Grüße

    Hallo OiOcha,

    Also ganz spontan finde ich es nicht haltbar für Ihre Mutter, wenn sie sogar von Ihrem Vater schon mehrfach gewürgt wurde und er sich nicht dran erinnert. Dann ist Ihr Vater nicht mehr zurechnungsfähig und es stimmt nicht, dass sie ihn "nicht loswerden " kann.

    Wir hatten eine zunehmend eskalierende Situation bei unseren Eltern, ich hatte keine ruhige Minute mehr und es kam immer wieder zur Bedrohung meiner Mutter. Ich habe daraufhin eine rechtliche Betreuung für meinen Vater beim Betreuungsgericht beantragt , was dann endgültig zum Ausrasten geführt hat und mein Vater wurde zur Untersuchung etc.in die gerontopsychiatrie eingewiesen, er war nie bereit beruhigende Medikamente zu nehmen.

    Dort kann dann überlegt werden, ob Ihre Eltern noch zusammen leben können, es zumutbar ist oder Ihr Vater in einem Pflegeheim untergebracht werden kann. So ging es bei uns auf richterliche Anordnung.

    Sie können sich z.B.beim sozialpsychiatrischen Dienst Ihrer Stadt erkundigen oder Hausarzt evtl.fragen.

    Es ist definitiv nicht so, dass man dies Ihrer Mutter zumuten muss!

    Sie hat doch auch ein Recht auf körperliche Unversehrtheit.

    Ich wünsche Ihnen alles Gute!

    Liebe SchwarzerKater und andere Leser,

    es ist schwer bis unmöglich, dieses Thema wirklich gut schriftlich zu diskutieren und du wolltest sicher vermitteln, wie ich das verstehe.


    Ich denke auch, keiner will hier den anderen zerfleischen, die Wellen schlagen beim Thema Corona in vielen Freundeskreisen und Familien sogar hoch, das ist wirklich oft schrecklich. Daher will ich es auch gar nicht ausweiten hier.

    Viele hier schätzen die Beiträge von Teuteburger , auch ich, daher lasst uns besser nicht weitere Fässer aufmachen, schriftlich kommt auch vieles mal falsch rüber und man kann sich dann nicht so wehren.

    Um den Bogen zu "unserem" eigentlichen Thema hier zu schlagen, möchte ich folgendes sagen:

    ich bin - besonders aktuell - im absoluten Spagat zwischen meiner dementen Mutter, bei der ich im Grunde die einzige Besucherin bin, so dass ich ALLES dransetze, von Corona verschont zu bleiben, wogegen nun mal wissenschaftliche Studien die Impfung als bestmöglichen Schutz ausgemacht hat. KeinExperte hat bislang behauptet, dass man dann gar nicht erkrankt, sondern es war immer klar, dass es vor allem vor sehr schweren und vor allem tödlichen Verläufen schützen soll und auch, dass es im Laufe der Zeit Mutationen geben wird, so wie auch bei anderen Viren wie Influenza o.ä. Vor allem der bestmögliche Schutz vor Long-Covid per boostern ist durch Studien bewiesen.


    Somit bin ich auch über jede Pflegekraft froh, die sich entsprechend schützt.


    Auf der anderen Seite bin ich sehr angespannt, da meine Tochter kurz vor einer Mehrlings-Geburt steht und fürchtet, ob nun das Klinikpersonal standhält und auch um ihr demnächst zu helfen, versuche ich mich zu schützen.

    Von daher geht mir auch wirklich der Hut hoch, wenn soviel naives und vor allem wissenschaftlich nicht Haltbares in manchen Kanälen verbreitet wird, was durch ein Informationsflut für viele Menschen schwierig zu differenzieren ist. Nicht jeder kennt die seriösen Seiten, sondern lässt sich z.B. durch you-tube-Kanäle informieren, wo sich aller mögliche Blödsinn hören lässt.

    Sorry, ist nun doch mehr geworden, doch wie gesagt, gerade emotional angefressen durch sich überschlagende Ereignisse (zusätzlich noch Todesfall familiär u.v.m.)

    Und wieder einmal seeeehr froh und erleichtert, dass meine Mutter so gut versorgt ist im Pflegeheim.


    Liebe Grüße an euch alle :love:

    sonnenblümchen: Daumen hoch!!

    Leider scheint es vielen "Spaziergängern" , "Querdenkern" u.ä.wirklich mehr ums Prinzip als um die Sache zu gehen. Habe von einer jungen Frau aus Thüringen das Argument gehört "wir lassen uns von denen da oben nichts mehr vorschreiben " - ich fürchte, vielen geht es darum, koste es was es wolle.

    Und Mitläufer gab es immer schon.

    Liebe Grüße an alle

    Hallo zusammen,

    Danke , Herr Hamborg, für Ihre wertschätzenden Worte . Es war wohl ein Prozess der Akzeptanz sowohl seitens meiner Mutter an die neue Wohnsituation, als auch meinerseits zu den Veränderungen meiner Mutter als Persönlichkeit. Es gelingt mir häufiger mich auf ihre Welt, ihre Wahrnehmung einzulassen. Doch es ist natürlich ein Riesenunterschied, ob man einen dementen Menschen täglich um sich hat oder nur zu Besuch.

    Und einfacher ist es eben, da meine Mutter nicht mehr so gereizt und unruhig ist.

    Ihre Wahrnehmung scheint oft wie bei meinem dreijährigen Enkel , sowohl was Zeit betrifft als auch Sprachverständnis. Das finde ich interessant. Meine Mutter kann von einem Gespräch mit mehreren überhaupt nicht mehr profitieren, mein Enkel fragt in einer größeren Runde auch "was sprecht ihr?"

    Bei ihm geht die Entwicklung vor, bei der Uroma zurück.

    Wenn meine Mutter 5 Mal die gleiche Frage stellt, gebe ich 5 mal die gleiche Antwort, eigentlich einfach, wenn man es akzeptiert, aber wie gesagt nicht täglich.


    Liebe teuteburger, es tut mir leid, dass du nun nochmal diese Krankheit auch bei deiner Mutter feststellen musst und einen Umgang damit finden.

    Ich bin Tag für Tag dankbar über unsere Heimstituation in ländlicher Gegend von NRW. Ich wüsste wirklich nichts zu beklagen, sehr schöne Häuser mit selbstverständlich Einzelzimmern.

    Ich wünsche allen Lesern einen guten Übergang vom alten ins neue Jahr mit möglichst viel Freude und Gesundheit!!

    Eure Rose60 <3

    Ich schreibe mal aus dem Bauch raus: wenn da was dran wäre, würde das als Sensation durch die Medien gehen und nicht in einer Nische versteckt warten. Damit könnten Krankenkassen doch Millionen an Heimkosten sparen, wenn es helfen würde.

    Es gibt definitiv auch mal Placebo-Effekte, das ist ja erforscht, aber dann kurzzeitig


    Habe selbst eine chronische Krankheit, für die immer wieder Wunderheilmittel angepriesen werden, die einem nur das Geld aus der Tasche ziehen (auch meins durchaus). Seitdem ich belegbarer wissenschaftlicher Forschung glaube, habe ich mit deren Neuentwicklungen Erfolg.

    Liebe Grüße

    Frohe Weihnachten möchte ich allen Lesern hier wünschen! Vielen ist vermutlich überhaupt nicht " froh" ums Herz , sondern sie sind be- oder gar überlastet von der Sorge um und die Pflege an dementen Angehörigen. Das alles kann einen doch über alle Vorstellungskraft von vorher oder nun von Außenstehenden überfordern. In diesem forum hier jedenfalls weiß "man" das. Manchmal hilft es sich vor Augen zu halten, dass es eine vorübergehende Phase im Leben ist, manchmal kann man auch nur vom Morgen bis zum Abend denken.

    Vor zwei Jahren war meine Mutter zum ersten Mal mit demenz an Heiligabend bei uns - und hat mir die Hölle heiß gemacht, was sie hier im Nachbarort im Pflegeheim soll, was ich mir bloß dabei gedacht habe, ich in Tränen aufgelöst (es ging ja definitiv nicht mehr allein zuhause mit meiner Mutter), letztes Jahr coronabedingt und vor jeglicher Impfung hat sie nicht verstanden, dass wir sie nicht holen konnten/durften. In diesem Jahr haben wir sie wiederum hl.abend zu uns geholt, nach der Feier der wohngruppe und sie war diesmal sehr entspannt und zufrieden, sagt, sie merkt nun, dass sie alt ist (91) und konnte unseren Gesprächen kaum noch folgen. Einige kuriose Szenen haben wir überspielt und sie war froh diesmal, dass sie wieder ins bekannte Heim zurückkonnte. Dort seien auch alle so nett zu ihr, ein Pfleger mache immer so nette Späße mit ihr.

    Puh, ich war froh diesmal, wie es gelaufen ist. Komischerweise wirkt meine Mutter aktuell wieder klarer als vor ein paar Wochen, die Zeiten der Kindheit bis zu Gegenwart verschwimmen immer mehr miteinander, aber sie ist wacher...


    An dieser Entwicklung wollte ich euch gern teilhaben lassen;)

    Liebe Grüße

    Hallo Bärbel,

    Ich würde in dem Fall versuchen mit dem behandelnden Neurologen/Psychiater zu sprechen. Bei meiner Mutter ist dies jedenfalls möglich, er war sehr zugänglich für meine Fragen. Gerade solche Halluzinationen sprechen doch evtl.auf Medikamente an, denke ich.

    Alles Gute!

    Hallo petrasilvia,

    Ich verstehe Ihre Sorgen für, es ist schwer über diese Distanz ein realistisches Bild zu bekommen über den Zustand Ihrer Mutter.

    "Entmündigung" gibt es nicht mehr als solche, unter bestimmten Umständen kann man bei Gericht einen Antrag auf rechtliche Betreuung stellen, wonach dann ein Facharzt für Psychiatrie den entsprechenden Menschen aufsucht und sich einen Eindruck verschafft, ggf.ein Gutachten, das kann man sicher googeln. Solange Ihre Mutter niemanden bedroht und in Gefahr bringt, wird aber kein Grund bestehen für " rechtliche Betreuung". Sie können sich auch beim örtlichen sozialpsychiatrischen Dienst erkundigen. So habe ich es seinerzeit auch im Wohnort meiner Eltern telefonisch gemacht . Die kennen sich mit den Gesetzen und Möglichkeiten besser aus.

    Gibt es vielleicht eine bekannte / Nachbarin, die sich regelmäßig/wöchentlich kümmern könnte und bei der Sie sich erkundigen können?

    Liebe Grüße

    Liebe Anna,

    Das klingt nach einem guten Plan. Den Partner leiden zu sehen und Stück für Stück auf dem Weg abwärts zu begleiten ist nochmal eine ganz andere, sehr kräftezehrende Belastung.. ich wünsche Ihnen, dass Sie immer wieder gute Unterstützung bekommen.

    Liebe Grüße

    Hey teuteburger,

    Gedanken machen ist ja OK, aber dass es einen emotional noch so belastet und von Lebensfreude abbringt, das nervt und ärgert mich dann selbst. Ich bin immerhin schon weiter gekommen ;)

    Liebe Grüße