Beiträge von Rose60

    Hallo Hase,

    Ich verstehe, dass das sehr schwer auszuhalten ist, vor allem aus der Entfernung. Momentan besteht deine Hilfe schon darin, ein geeignetes Heim für deinen Vater zu finden, auch das kostet ja schon Zeit und Nerven, vor allem wenn die Hoffnung darauf enttäuscht wird.

    Nun ist dein Vater ja wieder im Krankenhaus. Da kannst du ihm aktuell nicht wirklich helfen, du bist kein Profi (wenn du nicht gerade Ärztin bist). Da sind also gerade andere zuständig und verantwortlich.

    In jedem Krankenhaus gibt's ja Sozialarbeiter/sozialen Dienst. Die könntest du ggf.kontaktieren und einschalten für die anschl. Versorgung. Sie stehen schneller in Kontakt zur Station.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, es ist immer gut, wenn man sich einschaltet und Interesse bekundet, damit sich eher gekümmert wird.

    Mehr steht momentan wohl nicht in deiner Macht.

    Liebe Grüße

    Hallo Sohn83,

    Das verstehe ich ebenfalls sehr gut. Durch die wechselnden Phasen kommen natürlich wieder Zweifel, das sind ja wirklich krasse Wechsel, die du beschreibst. Entscheidend sollte die Tendenz sein, so ist es "das Auf und Ab im Abwärts"..

    Und was du von deiner Jugend schreibst, macht verständlich, warum es schwer ist sich zu lösen und wie wichtig nun Anerkennung wäre. Von uns hier hast du diese sicher für deine umfassende Pflege und Sorge für deinen Vater. Wenn er dich nun teils für deinen Vater hält, ist es sicher ein Kompliment - er hat Vertrauen in deine Stärke.

    Schon interessant, wie wir alle mit unserer individuellen Vorgeschichte so kämpfen. Doch mit Unterstützung kann man wirklich noch viel für sich herausholen und zu mehr Zufriedenheit und Entspannung kommen.

    Als ich meine Mutter vor nun drei Jahren hier ins Pflegeheim brachte, habe ich noch ein ganz anderes Bild von ihr gehabt und unsere Beziehung war gestörter als nun. Dafür bin ich mittlerweile dankbar.

    Wie schwarzer Kater schon schreibt, wenn die Phase kommt, dass der dementen Mensch ganz im Moment lebt, kann es viel einfacher werden.

    Liebe Grüße

    Lieber sohn83,

    Ab welchem Zeitpunkt wärest du denn mit dir im Reinen, dass dein Vater besser im Pflegeheim aufgehoben ist? Reicht es vllt, wenn du dir durchliest, was du eben geschrieben hast? Ich würde es dir jedenfalls wünschen;)

    Wer weiß, wie lange du übernatürliche Kräfte aufbringen und Job plus diese Pflege leisten kannst.. sowas geht eine Zeit lang, aber wenn die Belastung nachts dazu kommt, ist es auf Dauer einfach nicht zu schaffen, behaupte ich mal.. kannst du beim Heim die Dringlichkeit telefonisch o.ä.deutlich machen. Geht es zunächst über Kurzzeitpflege?

    Das Problem ist ja, wenn du mal aus irgendwelchen Gründen ausfällst, muss man einen Platz irgendwo annehmen, wo dann gerade was möglich ist.

    Alles Gute für euch beide

    Rose 60

    Genau wie schwarzer Kater schreibt, Carolina, du hast wichtige Stellen informiert und nun kannst du die Dinge abwarten. Bei vielen von uns mussten erst Stürze oder medizinische Ereignisse eintreten, bis sich Änderungen zwangsweise ergaben.

    Alles Gute erstmal ;)

    Hallo Carolina,

    alles, was du erlebst, sind eben Auswirkungen der Demenz, deine Mutter kann Situationen nicht mehr objektiv wahrnehmen, sehr viele fühlen sich dann bestohlen etc.

    Du hast ja mehrmals geschrieben , dass du dich nicht mehr kümmern willst, und trotzdem beschäftigt es dich weiter und du liest und schreibst hier, dein gutes Recht.

    Können wir denn noch was für dich tun?

    Wir alle hier im Forum mussten irgendwann akzeptieren, dass unser Vater/Mutter/oder beide Eltern sich durch die Demenz verändern und es einen Rollenwechsel gibt.

    Deine Mutter kämpft noch gegen den zu erwartenden Kontrollverlust an und du kämpfst ebenfalls.

    Mir und vielen anderen hat sehr geholfen, sich professionelle Hilfe von Pflegeberater oder Psychologen o.ä.zu holen.

    Jede/r hier muss einen Weg finden um nicht selbst krank an der Situation zu werden.

    Ich wünsche dir, dass du deinen auch findest, möglichst ohne zu verbittern.

    Liebe Grüße

    Rose 60

    Hallo Carolina,

    Du MUSST dich vor allen Dingen nicht fertig fertigmachen lassen!!

    Jede/r kann nur für sich selbst entscheiden, wann das Fass (der Beschimpfungen und Anschuldigungen und Vorwürfen) voll ist und ob und was man der Mutter/dem Vater zu verdanken hat oder auch nicht.

    Klar scheint, deine Mutter braucht eigentlich eine gewisse Betreuung, manche aktivieren sogen. Seniorenbetreuer, die man aus einem gewissen Pflegesatz/Pflegeergänzungstarif(?) zahlen kann - weis gerade nicht mehr, ob deine Mutter eine pflegestufe hat..

    Einen Anwalt muss man nicht einschalten. Falls du irgendwann rechtliche Betreuung anregen willst, kannst du das beim zuständigen Betreuungsgericht mit formlosem Antrag machen.

    Liebe Grüße

    Ich fühle mit dir, liebe OiOchia, das ist schlimm vom eigenen Vater zu erfahren. Mein Vater hat auch mal schreiend auf der Straße gelegen, als er abgehauen war und es war sehr gut, dass er ein ganzes Stück vom Wohnort weg untergebracht war . Aus einem Heim zur Kurzzeitpflege vorher im Nachbarort ist er nämlich morgens um 5 Uhr per Anhalter nachhause gefahren und stand mit riesigem Stock vor der Haustür.

    Wer weiß, was deiner Mutter noch passiert wäre.. ich kann wirklich empfehlen Abstand zu halten, jeder Kontakt kann das Heimweh deines Vaters momentan schüren und er braucht nun diese spezielle Behandlung, muss sicher medikamentös erstmal eingestellt werden. Es wird auch wieder ruhigere Zeiten geben und deine Mutter braucht sicher Zuspruch, dass es so nun richtig ist aktuell.. eine schwere Zeit.

    Herzliche Grüße

    Ja, Nelly, das verstehe ich/verstehen bestimmt alle hier. Man muss sich auch mal ausk... Das entlastet und hilft bei der Verarbeitung :) es ist doch verrückt, wie fast alle hoffen, dass da nochmal irgendeine Anerkennung kommt, am besten sogar Einsicht. Dafür reicht meist das Denkvermögen der dementen Menschen schon nicht. Sie fühlen sich ja (in ihrer Vorstellung) meist viel jünger und fitter.

    Bei meiner Mutter ist nun nach über 3 Jahren das Thema "nachhause" wieder ganz groß, wie sie dort hin kommen kann, wie man es organisieren kann, sie könne doch eigentlich wieder alles , jedenfalls Kartoffeln schälen(scheint eine Grundvoraussetzung zu sein..) . Sie zetert aber nicht mehr so, ist umgänglicher als die ersten beiden Jahre. Ich habe ihr mehrmals im Verlauf gesagt, das geht nicht und warum(sollte ich vom Personal aus mal wegen der vergeblichen Hoffnung) . Es kommt aber nicht mehr an und bleibt vor allem nicht hängen.

    Du kannst für deine Eltern bestenfalls tröstend da sein und wenn es zu anstrengend ist, versuch dich zu lösen und dich irgendwie für den Stress zu belohnen, abzulenken! Du weißt es letztendlich und spürst es und doch gehen Kopf und Bauch auseinander. Dein Vater kämpft seelisch und verbal, andere Schwerkranke kämpfen zum Ende ihres Lebens gegen Angst und Schmerz, längst nicht alle Menschen sterben friedlich.

    Das gilt es auszuhalten als Angehörige, nur bist du jetzt in der Position, in der du bestimmen kannst, wann und wie oft du dich dem Stress aussetzt - und das ist schon sehr viel wert!

    Liebe Grüße

    Rose 60

    Liebe OiOchia,

    Das ist richtig blöd von der Ärztin dir gegenüber !! Da hat sie ihre Hilflosigkeit an dir ausgelassen, würde ich mal sagen, vllt noch eine unerfahrene Assistenzärztin?

    Und ich kann sohn83 voll zustimmen. Es zeigt, wie richtig dein Handeln war und umso besser, wenn dein Vater in die GerontoPsychiatrie kommt, da gehört er aktuell hin.

    Versuche dich zu beruhigen, ich kann dich so gut verstehen.

    Bei mir rief auch mal bzgl.meinem Vater ein Pfleger aus der Psychiatrie an, ich müsse meinem Vater Zigaretten bringen (200 km von mir weg). Er sei so nett - der Pfleger kannte die ganze Vorgeschichte mit Mordversuch nicht. Ich hatte danach Panik, mein Vater nimmt sich ein Taxi und steht bei mir vor der Tür. Das letzte, was ich von ihm gehört hatte, war, dass er mich und meine Familie vernichten will - so nett war er uns gegenüber oft...

    Also, du weißt, was wirklich dahinter steckt und alles wird gut!! Ich wünsche es dir sobald wie möglich..

    (Hoffe ich habe hier niemanden erschreckt, aber so kann Demenz auch sein, besonders wenn jemand schon vorher Psychopath war. Anders als ein Demenzchor im TV)


    Alles Gute euch allen <3

    Hallo Tanja,

    Ja, am besten so hinnehmen, wie deine Mutter es erzählt. Sie erlebt es ja wirklich so.. das zeigt aber wirklich auch, wie weit die Demenz schon fortgeschritten ist und dass sie mit dem Alleinleben eigentlich überfordert ist. Für ein Kind auf diesem Entwicklungsstand würde man ja auch eine Betreuung suchen - also der Vergleich hinkt sicher, aber manches erkläre ich mir so.

    Ute, schwarzerkater: danke für euer Mitgefühl . Gestern war mein wöchentlicher Besuch im Heim und meine Mutter ausgeglichen und rel.zufrieden. sie möchte so gerne nachhause, solange ihre Mama noch lebt..(seit 45 Jahren verstorben) immer wieder Sprünge in den Zeiten. Also man muss flexibel reagieren, durch meinen früheren Job mit behinderten Kindern fällt mir das wohl nicht so schwer. Beim nächsten Mal kann alles wieder anders sein, aber ich bemerke auch die Vorteile des Vergessens.

    Und wenn ich nicht so sehr oft mit ihr spreche, merkt meine Mutter umso seltener, was sie vergessen hat. Ich korrigiere sie nicht ständig natürlich, aber wenn sie mich fragt, ob ihre Mama noch lebt, antworte ich wahrheitsgemäß und wechsle das Thema meist.

    Und aktuell bin ich besonders froh über die Unterbringung, weil man ja auch noch ein eigenes Leben mit oft vielen Anforderungen hat, mein Oma Dienst bei schwer kranken Zwillingen ist öfter gefordert, mit teils weiteren Wegen. So geht es halt immer weiter und viele von uns finden sich - anstatt auf ruhigen Pfaden - in der "Sandwich-Generation" wieder, einerseits Anforderungen der alten Eltern, andererseits oft Enkel mit Betreuungsbedarf.

    Langweilig wird's irgendwie nicht

    Liebe Grüße an alle

    Hallo Pause,

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass Polyneuropathie mit der Demenz zusammen hängt. Kenne ich als Folge von Diabetes. Aber bin natürlich auch Laie. Jedenfalls ist der Pflegegrad tatsächlich gut für evtl Kurzzeitpflege in einem Heim. Man weiß ja nie, was kommt, durch plötzlichen Sturz o.ä.

    Liebe Grüße

    Liebe OiOchia,

    Erstmal schön, dass du etwas schönes mit deiner Mutter unternehmen kannst und sie noch Freundinnen hat. Hoffentlich halten sie zu ihr..

    Bzgl. Unterbringung ist es m.W.n. so, dass ohne gerichtlichen Beschluss einerseits der Wunsch deines Vaters zählt, solange er ihn sprachlich äußern kann. Wenn er sich von sich aus nicht auf den Weg macht, kann dich wiederum niemand zwingen ihn abzuholen. Vermutlich kann dir bei einem Anruf beim zuständigen Betreuungsgericht aber Auskunft über das Prozedere gegeben werden, sie haben jedenfalls täglich damit zu tun. Für eine offizielle rechtliche Betreuung müsstest du deine Vollmacht offiziell abgeben und es kostet monatliche Gebühren.. wir hätten meinen Vater anders nicht unterbringen können, ohne dass er noch abgehauen wäre. Das ist alles sehr nervenaufreibend, ich wünsche dir gutes Gelingen!! Halte durch! Schlimm wenn ein Leben so dem Ende zugeht, aber nun seid ihr schon so weit gekommen, da wirst du den Rest auch noch bestehen. ;)

    Herzliche Grüße

    Wie schön, OiOchia, da habt ihr wohl schnellen Zugriff auf eine wunderschöne Gegend. Lass dich halt überraschen, wie es für deine Mutter läuft und bleib klar bei deiner Einschätzung. Ich hatte damals ganz klar mit mehrmaliger Bestätigung den Auftrag von ihr, für die Betreuung und Unterbringung meines Vaters zu sorgen. Als es soweit war, kamen Vorwürfe, so schlimm sei es doch noch nicht gewesen, "achja, die Polizei war da" , aber egal...

    Da kehren sich wirklich die Rollen um, ob man will oder nicht..

    Alles Gute dir/euch

    Hallo OiOcha,

    Das war verständlicherweise alles sehr aufregend.. kann ich mir sehr gut vorstellen. Eine wichtige Hürde ist genommen, für uns ist es etwas sehr besonderes und unangenehmes, für das Personal dort wird es nahezu "täglich Brot" sein und sie wissen zu reagieren und haben den nötigen Abstand.

    Ich würde nun versuchen mich irgendwie positiv abzulenken.

    Du willst deinen Vater wie auch euch Angehörige auf einen der Krankheit entsprechenden guten Weg bringen, nicht mehr und vor allem nicht weniger. Dein Vater wird alles ganz anders wahrnehmen als du mit gesundem Blick.

    Man kann es sich leider nicht alles aussuchen, einen Menschen in einem Hospiz oder auf einer Intensivstation zu lassen mit anderen Krankheiten ist nicht unbedingt leichter, doch wir sind erwachsen und können vieles verarbeiten mit der Zeit.

    Für den Weg in ein potentielles Heim gibt es sicher auch Krankentransport. Dein Vater wird ja sehr vieles vergessen, das ist oft auch gut so..

    Alles Liebe für dich

    Hallo Hase,

    Ich kenne es ähnlich von meinem Vater vor.einigen Jahren, außer dass meine Mutter noch mit ihm lebte und er sie bedrohte etc. Mein Vater war für 6 Wochen in der Psychiatrie und da hieß es auch, es dauert, bis sie sich ein Bild machen können, die Medikamente müssen ja auch erst nach einer Zeit wirken, wenn es denn welche gibt + was ich vermute. Gib den Ärzten die Zeit, dann wird geschaut, wo er weiter leben kann und es kann durchaus sein, dass er wesentlich umgänglicher wird.

    Ich bin auch früh verwitwet übrigens. Kennst du das Forum verwitwet.de? Sehr zu empfehlen, falls es auch da Themen für dich gibt, wo dir Austausch gut tun könnte..

    Liebe Grüße

    Rose 60

    Liebe Ute,

    Nach dem was du aus deiner Kindheit und Jugend schreibst, wird mir klar, warum du dich so anstrengst und schlecht loslassen kannst. Du hast dich (verständlicherweise) nach den früheren Reaktionen deiner Mutter nicht richtig und gut genug gefühlt und dann rennt "man/Frau" typischerweise ein Leben lang dieser gewünschten Anerkennung hinterher - also vielleicht nicht jeder, aber nach dem was ich so gelernt habe in Psychologie, ist es relativ typisch.. ich finde es eine Superidee, dies professionell aufzuarbeiten mit einer Psychotherapeutin. Das ist ein längerer Prozess, lohnt sich aber, weil man noch viel an persönlicher Freiheit und Selbstbewusstsein für sich rausholen kann.

    Habe mich selbst mehr als 50 Jahre "falsch" gefühlt, viel gelesen, beraten lassen etc. Da ist mir vieles wie Schuppen von den Augen gefallen. Du schaffst das, nicht mit dir ist etwas falsch, sondern deine Mutter hat ihre Rolle nicht angemessen eingenommen, ihre Aufgabe war, dich für die Welt stark zu machen, nicht runterzumachen!!

    Liebe Grüße

    Rose 60