Beiträge von Rose60

    Liebe Tanja,

    Wenn einmal ein entscheidender Weg eingestielt ist, sollte es entspannter werden, jedenfalls wenn du das Gefühl hast, deine Mutter ist dann unter Beobachtung und Versorgung. Ich habe mehrmals erlebt, dass eine Stabilisierung erfolgte, wenn die alten Menschen nicht mehr sich selbst überlassen waren und vorher mit dem selbstständigen Leben überfordert waren.

    Daher nochmal der Hinweis, dass ein Altenwohnheim nun eigentlich angesagt ist, in einer eigenen Wohnung findet keine obligatorische Betreuung statt. So ist es jedenfalls in NRW, da lebt man im sogen.betreuten Wohnen trotzdem einsam auf sich gestellt, könnte nur bei Bedarf einen Notknopf drücken, damit jemand kommt. Im Altenheim schaut man nach meiner Erfahrung regelmäßig nach den Bewohnern unter irgendeinem Vorwand und es gibt ein Angebot zur Beschäftigung. Die Pflege wird dokumentiert und regelmäßig kann ein entspr.Arzt hinzugezogen werden, die Wäsche und medik. Versorgung wird erledigt. Damit könntest du viel ruhiger werden..

    Ich war heute noch bei meiner Mutter und statt der anfangs lange Zeit vielen Vorwürfe und Anschuldigungen gegenüber Freundin, ich habe sie unter Vortäuschung falscher Tatsachen hierher gebracht, reiße mir ihre ganze Rente unter den Nagel etc., bin ich nun die liebe Tochter, die als einzige vernünftig mit ihr redet etc. Geht doch ;)

    Freu dich auf die Zeit, wenn es hoffentlich bald eine gute Lösung gibt - nun, wo es sich zuspitzt und deine Betreuung ganz offensichtlich nicht mehr ausreicht!

    Liebe Grüße

    Rose 60

    Hallo Tanja,

    "Betreutes Wohnen" bedeutet eigentlich eine eigene seniorengerechte Wohnung mit der Möglichkeit einen Pflegedienst dazuzubuchen.. das meinst du vermutlich nicht, oder?

    Da ist wohl ein Pflegeheimplatz notwendig, erstmal über Kurzzeitpflege oft möglich. Wenn du die Vollmacht nicht bekommst , Antrag auf rechtliche Betreuung stellen, geht formlos beim zuständigen Betreuungsgericht, dauert aber ne Zeit.

    Hausarzt einschalten? Begib dich bitte nicht mehr in Gefahr, im aktuellen Zustand kannst du deine Mutter nicht "retten", aber dich erstmal. Es tut mir sehr leid für dich, du hast soviel Einsatz gezeigt und trotzdem diese Entwicklung und immer den Wind von vorne...

    Hast du schon mit dem sozialpsych. Dienst der Stadt gesprochen? Die kennen sich vor Ort ja gut aus. Notfalls die Nachbarn instruieren den RTW zu rufen?

    Meine Güte, welche Auswüchse diese Krankheit haben kann.. ich weiß aber wirklich von einigen solcher Fälle, die dann durch die Psychiatrie gezähmt wurden, leider nicht selten und dafür gibt's die!!

    Liebe Grüße und alles Gute für dich und deine kämpfende Mutter,

    Rose 60

    Danke, Ute, da sind viele hilfreiche Gedanken auch für mich dabei.

    Ich würde meine Mutter zwar nicht als narzistisch bezeichnen , aber durch die Demenz mit deutlich eingeschränkter Wahrnehmung eher ich-bezogen.

    Den Punkt "Verzeihen" finde ich wichtig, da man mit innerem Groll auf Dauer auch die eigene Seele verletzt. Ich hatte vor einiger Zeit ein wichtiges Gespräch mit dem Heimseelsorger, saß in Tränen aufgelöst vor ihm, hatte permanent das Gefühl nicht genug zu tun, nicht genug zu sein , das war schlimm.. Er empfahl mir, dringend "die Fäden in der Hand " zu behalten, also grundsätzlich den Rahmen, die Dauer von Besuchen vorzugeben. Das war für mich sehr hilfreich. Immer noch habe ich das Gefühl eines (mittlerweile kleineren) inneren Magneten, doch mit der Zeit stärkt es mich eben so zu handeln wie mir empfohlen wurde und meine Mutter scheint mehr Respekt mir gegenüber zu haben.

    Was, denkst du, würde schlimmstenfalls passieren, wenn du mehr auf Abstand gehst? Liebesverlust von deiner Mutter? Bist du davon noch abhängig im jetzigen Alter? Kannst du deine Energie mittlerweile auch mehr in die Menschen geben, die dir guttun?

    (Nur zum Nachdenken ;) )

    Bin auch gespannt, was andere zum obigen Text meinen.

    Liebe Grüße

    Rose60

    Ja, Ute, wieder gehen!! Wenn es doch an dem Tag eh nicht besser wird, du schadest nur dir selbst und hilfst deiner Mutter nicht..

    Du könntest gehen mit dem Satz "schade, dass du heute so schlechte Laune hast, ich komme nächste Woche wieder" o.ä. wie es zu dir passt. Du kannst dich ja zwischendurch bei den Pflegern nach ihr erkundigen, ob alles ok ist. Ich würde mal ein paar Wochen Pause machen, ich war lange Zeit genau so ne schlimme Tochter wie du ;) habe angeblich die ganze Rente in meinem Haus gehortet etc. "Jeder" sagte auch , dass meine Mutter nicht ins Heim gehört, es hat sich mit der Zeit alles gelegt. Ist doch eher ein Vorteil, dass deine Mutter mit diesem Verhalten nicht bei euch auflaufen will. Sie kämpft... Gegen das Vergessen, die Demenzerkrankung, gegen Angst (?)..

    In solch einer Verfassung können ihr die Profis sicher besser helfen.

    Ich würde mir an deiner Stelle irgendwas Gutes gönnen😉 es ist schon schlimm mit uns "furchtbaren, bösen Töchtern"..

    Lass es los, du kannst deine Mutter aktuell nicht überzeugen und läufst nur gegen die Wand...

    Gib die Hoffnung nicht auf!

    Herzliche Grüße

    Hallo sohn83 ,

    Du willst ja deinen Vater nicht auf- nimmer-Wiedersehen abgeben, sondern für seine in nächster Zukunft beste Betreuung sorgen und kannst dich dann ausgeruht und gut gestimmt zu Besuchen dort aufmachen;)

    Das ist definitiv KEIN Versagen, falls du dieses Gefühl haben solltest.

    Liebe Grüße

    Hallo schwarzer Kater,

    Danke, dass du die Angelegenheit nochmal differenzierter erklärt hast. Ich habe nur diesen Spruch der Dame vom Betreuungsgericht weitergegeben, da reichte nicht, dass mein Vater gedroht hat vom Balkon zu springen, sondern mehr, dass er aggressiv war, nicht nur verbal, an den Stromleitungen herum schnippelte etc

    @Carolina: mein Vater wäre nie zum Neurologen mitgekommen, durch meinen Antrag auf rechtl. Betreuung, formlos mit ein paar Angaben was mit meinem Vater los ist, wurde ein Psychiater hingeschickt um sich ein Bild zu machen.

    Der Hausarzt war zuvor nicht hilfreich, doch ich habe ihn schriftlich informiert über meine Beobachtungen bzw. Angaben meiner Mutter, so konnte er nicht sagen , dass er nichts gewusst hat.

    Liebe Grüße

    Hallo Carolina,

    Zum Thema Antrag auf rechtl.Betreuung fällt mir noch ein, dass es wichtig ist die Punkte aufzuführen, wo der/die Demente sich selbst oder andere gefährdet. Mir wurde damals gesagt, für ein Gericht hat jeder "das Recht auf Verwahrlosung", also nur fehlende Hygiene o.ä.ist zu wenig..

    Liebe Grüße

    Bei einem Antrag auf "rechtliche Betreuung" kommt nach meiner Erfahrung ein Psychiater zum Begutachten , das ist schon was anderes als MDK. Der Psychiater wurde vorher angekündigt und ist sicher auf sachliche Hinweise eines Betreuenden , eines Kindes des Dementen angewiesen, gut wäre sicher, wenn der Hausarzt schon Bescheid weiß.

    Viel Erfolg!

    Hallo OiOchia,

    Ich hätte euch wirklich gegönnt, dass die Medikamente besser helfen, doch nach der Erfahrung mit meinen Eltern und dem aggressiven Vater reagiere ich auf solche Berichte wie deinen alarmiert, sorry... Ich finde es für deine Mutter eine Zumutung und für dich, die du vermutlich in ständiger Sorge lebst. Dein Vater ist definitiv nicht mehr zurechnungsfähig und ich würde die Ärztin um eine sofortige Einweisung in die Psychiatrie bitten. Dann ist es eben erstmal die "normale" Psychiatrie und nicht GerontoPsychiatrie bis zum anvisierten Termin. In dieser Zeit kann eine Menge geschehen für deine Mutter..

    Es wird sich dann mit einem Ortswechsel für deinen Vater hoffentlich bald wieder beruhigen und deine Mutter noch eine schönere Zeit haben. Ich wünsche es ihr und dir!!

    An anderer Stelle hatte ich berichtet, dass es bei uns zu einer wirklich dramatischen Nacht mit Polizeieinsatz wegen schlimmsten Androhungen kam, als die Polizei kam, Theaterspiel noch funktioniert bei meinem Vater und Polizei wieder weg u.v.m. Später wusste mein Vater nichts mehr davon , aber es war sehr gefährlich und die Einweisung durch den Hausarzt führte in die Psychiatrie, später geschl. Pflegeheim und noch 2,5 Jahre dort weiter gelebt... Also ich kann nur abraten vom Zuwarten, wenn du schon die Notfallnummer der Psychiaterin hast!!

    Liebe Grüße

    Hallo Ute,

    Ehrlich gesagt würde ich da mal schön wegbleiben. Du begibst dich quasi in die Höhle des Löwen, sowohl ins Virusgebiet - ganz frisch wirkt die Impfung ggf.novh nicht - als auch bei deiner Mutter. Einen "Vormund" gibt's nicht mehr. Einen rechtl. Betreuer müsstest du beantragen und deine Vorsorgevollmacht bei Gericht abgeben.

    Lass deine Mutter wüten, sie lehnt sich vermutlich gegen ihre rückwärts - Entwicklung auf, was ihr Angst macht.. (meine Interpretation)

    Liebe Grüße

    Ihr Lieben,

    Heute mal etwas Positives: nach all dem Gezeter und den Vorwürfen über lange Zeit seitens meiner Mutter nach meinem heutigen kurzen Besuch inkl. Versorgung mit Pflegemitteln etc.hatte meine Mutter den Wunsch , mich mal richtig feste zu drücken, ich sei doch ihr "bestes Stück" und es sei immer so schön, wenn ich komme.. Halleluja 8) dass ich das noch erlebe.

    Nun bin ich "reif für die Insel" und bin dann mal weg ;)

    Danke, dass ich an dieser Stelle mein Leid, aber auch Freude mit euch teilen darf!!

    Liebe Grüße

    Rose60

    Hallo Sohn,

    Du gibst wahrlich ALLES und das schon so lange. Es ist sicher frustrierend, wenn man dann doch quasi aufgeben muss und merkt, man ist keine Maschine, sondern ein Mensch, der eben auch auf Dauer Schlaf und Ruhephasen braucht. Dafür hat jede/r hier absolutes Verständnis, behaupte ich mal.

    Keiner weiß ja, wie lange es sich noch hinziehen kann mit deinem Vater. Ich drücke dir alle Daumen, dass du schnell einen Platz findest!!

    Liebe Grüße

    Rose60

    Du kannst beim sozialpsychiatr. Dienst deiner Stadt nachfragen. Bei uns (meinem Vater ) hat es ca.300 Euro pro Monat gekostet, die professionelle Betreuerin hat alles nach Absprache mit uns geregelt. Wahrscheinlich ist es vom Einkommen abhängig.. das mussten meine Eltern zahlen. Sobald die Aufgaben der Betreuerin weniger wurden, z.b.jemand aus der Familie die Finanzen regelt o.ä., wird es günstiger. Aber meinen Vater hätten wir sonst nicht in ein geschl.pflegeheim (wegen tätlichen Angriffen) bekommen.

    Viel Erfolg!

    Liebe Grüße

    Solange dein Vater sich nicht von allein auf den Weg machen kann, was ich nicht einschätzen kann, passiert nix. Aber gegen seinen Willen dort festhalten, kann man ihn nicht. Wobei sich niemand zwingen kann, ihn dort abzuholen..

    Liebe Grüße

    Es freut mich, Nelly, wenn mein Spruch bei dir richtig ankommt;) es ist einfach meine Erfahrung der letzten schweren Jahre, dass man leider nicht alles beeinflussen kann, gleichzeitig aber auch nicht für alles verantwortlich ist. Das löste bei mir zunächst Trauer, dann aber eine Art Entspannung aus.

    Dein Vater scheint ein heftiger Kämpfer zu sein, da kann man ihm und euch nur wünschen, dass es ihm bald besser geht, auf welcher Seite auch immer ..


    Ich war heute bei meiner Mutter und sie bringt soviel an Zeiten durcheinander, einerseits schauen wir uns Fotos und Videos der Urenkel an, andererseits hat sie vergessen, dass ihre Mama tot ist (seit immerhin 45 Jahren )... Dann ist sie oft sehr erschrocken über sich, aber wenn sie mich klar fragt, ob ihre Mama noch lebt, antworte ich wahrheitsgemäß.

    Nun will ich endlich mal Urlaub machen nach fast 1 Jahr und hoffe, dass nichts mehr dazwischen kommt, weil meine Mutter ja so wackelig auf den Beinen ist. Ein Rollator steht da, aber da werden ihrer Meinung nach alle Leute "krumm" durch, nix zu machen..


    Liebe Grüße

    Rose

    Hey Ute,

    Ein Dank für's Wohnung verkaufen wird da natürlich nicht von deiner Mutter kommen. Meine Mutter wollte auch anfangs nie was mitmachen und sich eher von den meisten anderen abgrenzen.

    Letztens hat sie sogar Bingo mit gespielt, was ja zuvor Quatsch war. Also wer weiß, wie es sich noch entwickelt.

    Dafür , worauf deine Mutter sich einlässt , bist du nicht verantwortlich .

    Klopf dir auf die Schulter, dass du eine wichtige Hürde genommen hast!

    Schönes Wochenende und liebe Grüße,

    Rose

    Lass es los, Nelly! Du kannst die Verantwortung für das Glück deiner Eltern nicht mehr übernehmen!

    Am besten wäre mal ne Zeit Abstand zu bekommen, eine Kur für dich. Du schaffst es nicht mehr, die Situation zu ändern, also kannst du nur dich ändern.

    Wenn nichts mehr geht, loslassen und weiteratmen, auch wenn dann Tränen kommen. Das ist meine Erfahrung.

    Ich wünsche dir Mut und Zuversicht und das Vertrauen, dass sich nun etwas außerhalb deiner Verantwortung entwickelt.

    Liebe Grüße

    Also bei meiner Mutter klauen diese "Leute" auch viel, gerne auch den Telefonhörer, den man dann bestenfalls in der Schublade entleert unter Papier versteckt wiederfinden kann.

    Meine Mutter "erkennt" seit einiger Zeit unter den Bewohnern angeblich viele Verwandte, auch ihr Lieblingspfleger gehört neuerdings zur Familie . Das finde ich angenehmer als zuvor die Ängste.

    Bin gespannt, wie die nächste Phase sich zeigt..

    Liebe Grüße

    Hallo nelly,

    Ich kann dich gut verstehen. Ich stimme buchenberg zu, dass "zuhause" oder bei euch "zurück in die Wohnung " die Sehnsucht nach einer Zeit und Umgebung ist, in der man sich noch auskannte. Und dass dies nicht mehr funktioniert bei dem von dir geschilderten Pflegeaufwand - sofern man nicht eine 24-std.Pflege mit wirklich pflegerischer Ausbildung finanzieren kann - ist klar wie Kloßbrühe.

    Bei meiner Mutter ist zuhause mal der letzte Wohnort und mal der Ort ihrer Kindheit. Seit ich statt schlechtem Gewissen Verständnis für ihre traurigen Gefühle dazu aufzeige, stresst es mich nicht mehr so. Oft habe ich auch gesagt "ich sehe mal, was sich machen lässt " (weil sie sich im Heim wohnend eh nicht akzeptiert) , dann konnte sie das Thema wechseln.

    Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass dein Vater in dieser gedankenspirale festhängt, bis das Gehirn auch dies vergisst..


    Du weißt ja, irgendwas Schönes für dich zum Ausgleich machen ;)

    Liebe Grüße

    Rose