Beiträge von DerSchwabe

    Vielen Dank für die ganzen Ratschläge,

    nach Rücksprache mit dem Neurologen haben wir es mal mit Pimpamperon probiert, leider erfolglos.

    Am Abend wirkt es zwar ganz gut, aber am Tag drauf war mein Vater sehr schlecht drauf, zeigte depressive Züge und war sehr missmutig und antriebslos. Das ist bei Pipamperon in 10 Prozent der Fälle eine bekannte Nebenwirkung.


    Wir probieren es jetzt mal mit einem anderen Wirkstoff. Mal sehen, ob das hilft.

    Hallo,

    Mein Vater ist dement und leidet zusätzlich an hohem Augendruck. Er bekommt mehrfach täglich Tropfen und damit war der Augendruck bisher zu kontrollieren, letztes Jahr meinte der Augenarzt jedoch schon, dass man eine Augen-Operation bräuchte.


    Bei den ersten zwei Versuchen haben wir es meinem Vater Wochen und Tage vorher erklärt, was zu machen ist, und dass es ein kleiner Eingriff ist. Wir haben ihn beide Male bis in die Klinik bekommen, am einen Tag sogar bis in den OP – dann hat er Angst und Panik gekriegt und ist laut protestierend gegangen.


    Diese Woche war wieder Untersuchung beim Augenarzt und er hat nochmal klipp und klar gesagt, dass die OP jetzt sein muss, sonst wird er blind. Die Frage ist jetzt, wie wir ihn zu dieser Operation kriegen.


    Erklären und auf Einsicht hoffen wird nicht gehen. Das haben wir die ersten beiden Male erfolglos probiert.


    Deshalb ist meiner Meinung nach die einzige Möglichkeit, ihn medikamentös so zu beruhigen, zum Beispiel mit Tranxilium (einem Benzo), dass er einfach mitkommt und alles mit sich machen lässt. So hat es auch beim Corona-Impfen geklappt.


    Sieht jemand noch eine andere Möglichkeit?

    Hallo,

    Mein Vater ist seit mehreren Jahren dement und seit circa zwei Jahren erkennt er oft sein eigenes Haus und seine eigene Frau nicht, die ihn liebevoll daheim pflegt.


    Seit circa einem halben Jahr beginnt er meist nach dem Abendessen damit, um sich zu schauen und man merkt ihm an, dass ihm alles fremd ist. Er möchte dann oft telefonieren und mit seiner eigenen Mutter, die seit 45 Jahren tot ist, oder mit anderen Angehörigen, die ebenfalls schon lange tot sind, sprechen. Manchmal will er auch in sein Heimatdorf zurück, weil ihm sein eigenes Haus und die Umgebung fremd geworden ist.


    Manchmal schaffen wir es, ihn abzulenken oder ihn zumindest so zu beruhigen, dass er irgendwann zu müde ist, um noch aktiv zu werden und dann eben ins Bett geht. Aber manchmal gelingt uns das nicht und dann sitzt er eine oder eineinhalb Stunden lang da und ist sehr angespannt und unruhig.


    Hat jemand Ideen, Ratschläge oder Tipps, was man in dieser Situation machen kann?

    Hat jemand vielleicht Erfahrung mit pflanzlichen oder einfachen Medikamenten gemacht, die ihm diese Unruhe und vielleicht auch die Angst nehmen? Ich dachte an etwas auf Baldrian- oder Johanniskrautbasis. Oder gibt es andere Medikamente, die in dieser Situation helfen könnten?


    Vielen Dank für eure Hilfe!

    Vielen Dank für die hilfreiche Antwort.


    Nein, mein Vater hat keinen Pflegegrad.
    Mir wurde von einer Demenzberatung gesagt, dass zuerst einer Diagnose vom Facharzt gestellt werden muss, bevor eine Pflegestufe bzw. ein Pflegegrad bestimmt werden kann. der Hausarzt kann diese Diagnose nicht stellen.


    Das bringt einen auf die grundsätzlichere Frage: Braucht man überhaupt eine offizielle Diagnose? Was "bringt" einem die?


    Was wäre z.B. bei Geschäftsabschlüssen am Telefon oder irgendeiner anderen finanziellen Angelegenheit? Dement heißt doch nicht automatisch geschäftsuntüchtig oder unmündig.


    Unsere Sorge war ebe, falls irgendwas gesundheitliches mit unserer Mutter wäre und sie sich temporär oder dauerhaft nicht mehr um ihn kümmern könnte. Wir Kinder könnten kurzfristig für ein paar Wochen einspringen. Aber dauerhaft ist das keine Lösung. Und um dann Pflege (im Haus, Tagespflege oder auch ein Pflegeheim) zu bekommen, braucht man doch vermutlich eine offizielle Diagnose und eine Einstufung des Pflegegrades.


    Der Tipp mit dem sozialpsychiatrischen Dienst ist auf jeden Fall sehr gut. Danke!

    Hallo,
    mein Vater (81) hat seit ca. 4-5 Jahren erst leichte, mittlerweile starke Demenzsymptome.


    Anfänglich waren es Wiederholungen innerhalb eines Gesprächs, dann kamen Irritationen und Verwechslungen was Orte und Zeiten angeht dazu, mittlerweile ist das Kurzzeitgedächtnis fast komplett weg und er erkennt sein eigenes Haus, seine Familie und Bekannten nicht wieder. Er hält sich selber für einen jungen Mann und spricht meist über Themen aus seiner Ausbildung oder ersten Arbeit.


    Er wird von meiner Mutter daheim sehr gut betreut und es klappt im Alltag soweit alles ganz gut. Dennoch hätten wir (die Frau und die 3 Kinder) gerne eine qualifizierte Diagnose und auch aus rechtlicher bzw. medizinischer Sicht (Pflegestufe, etc.) wäre sowas erforderlich.


    Der Hausarzt hat schon mehrfach einfache Standard-Tests gemacht und die waren recht eindeutig. Er hat auch eine Überweisung an einen Facharzt wegen einer qualifizierten Diagnose gestellt, aber da beginnt das Problem:


    Mein Vater hat schon immer Ärzte so weit es ging vermieden. Er hatte immer eine recht robuste Gesundheit aber wenn er doch mal was hatte, hat er monatelang mit Hausmitteln rumgedoktert, bevor er doch mal zum Arzt ist. Entsprechend "hatte er auch nie was" und hat jedes Leiden so lang wie möglich verschleiert.


    Wie bekommt man so jemand, der nach eigener Aussage "nie was hat", zum Arzt?


    Wir haben versucht, das Thema seiner Vergesslichkeit vorsichtig mit ihm anzusprechen - aber er weist es weit von sich. Er hat nichts, sein Gedächtnis ist super, ihm geht es gut. Übrigens: 10 Minuten später weiß er von dem Gespräch nichts mehr.


    Wir haben uns schon überlegt, ihn unter einem Vorwand zum Neurologen zu locken. Er klagt gelegentlich über Schwindel und Kopfweh - das könnte man ja als Vorwand nehmen und wenn er dann beim Arzt sitzt, macht er die Tests und Untersuchungen zur Demenz hoffentlich mit.


    Aber was gäbe es sonst noch für Möglichkeiten?
    Gibt es Neurologen/Psychologen, die Hausbesuche machen? Wenn einer auf einmal vor der Haustüre steht, dann wirkt hoffentlich der "Gott in weiß"-Effekt und er lässt sich untersuchen. Aber viel kann der Arzt, ohne Gerätschaften, vor Ort ja auch nicht machen. Es würde sich auf einfache Tests und das Fachgespräch beschränken - falls das überhaupt für eine Demenz-Diagnose ausreicht.


    Hat jemand andere Ideen oder Erfahrungen mit einem ähnlichen Fall? Wir sind für jeden Rat dankbar!