Beiträge von Sohn83

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    Liebe Nicole,


    natürlich beruht das auf Erfahrungswerten aber es ist ein Prozess. Einen Plan B vorzubereiten ist immer eine gute Idee. Ein wirkliches richtig oder falsch gibt es nicht. Das einzige was man sicher empfehlen kann ist jeden pflegenden eindringlich ins Gewissen zu reden das die Selbstfürsorge nicht zu kurz kommt darf. Brennt der pflegende aus, ist der pflegebedürftigen Person nicht geholfen.


    Jeder Fall ist anders und wenn der/die demente noch "mitarbeiten" kann ist vieles leichter. Aber das kann sich ganz schnell und ganz massiv ändern. Brauchst du irgendwann eine 24h Rundumversorgung und kannst keine Nacht mehr schlafen stößt man schnell an seine Grenzen.


    Ich habe zufällig aktuell so einen Fall im Bekanntenkreis mitbekommen. Mutter (90) im Haus geplegt, stark dement, die schaffen das bereits seit bewundernswerten 8 Jahren. Die Pflege hängt zu über 90% an der Tochter. Tochter geht zum Arzt und muss sich aktuell einer Krebsdiagnose stellen. Krankenhaus, Krankenhaus, Chemo etc... Eigentlich müsste sie sich voll auf sich selbst und ihre eigene Genesung konzentrieren sucht aber jetzt verzweifelt einen Pflegeplatz für ihre Mutter weil das ganze gut eingespielte pflegesystem in sich zusammengebrochen ist.


    Sicher ein extremes Beispiel aber je nach Zustand der Pflegeperson reicht oft schon etwas profanes wie eine Grippe, gebrochener Fuß etc.. um alles was eigentlich gut funktioniert in sich zusammenbrechen zu lassen. Das ist eine Erfahrung die viele sehr schmerzhaft machen mussten.

    Was seid ihr gleich so angefasst?

    Das kommt daher weil Pflege, Pflegeheim etc.. gesellschaftlich einfach negativ besetzt sind. Genau so abschieben etc.. Fast jeder der diesen Weg mit einem Angehörigen gehen MUSSTE! hat (gerade am Anfang) mit massiven (unbegründeten) Schuldgefühlen zu kämpfen. Da hilft es wenig solche Ausdrücke in einem Forum wie diesem zu hören.

    Ein wenig ist das so als würde man anstatt Krankenhaus, Sterbehaus sagen.

    Ich glaube gerade hier in diesem Forum ist es wichtig Sachen korrekt darzustellen. Das meist der Umzug ins Pflegeheim der letzte Umzug ist wissen wir alle, auch viele der dort wohnenden.


    Ein Pflegeheim kategorisch auszuschließen hilft niemanden, ein falscher Schritt in der eigenen Wohnung kann schon morgen das Pflegeheim unumgänglich machen weil eine gute Versorung zu Hause nicht mehr möglich ist.


    Ein Pflegeheim kann durchaus ein schöner uns lebenswerter Ort sein. Viele Demenzkranke profitieren dort von der Gemeinschaft und Aktivitäten (siehe hier z.b. Tagespflege). Ganz ehrlich umsorgt im Pflegeheim wäre mir auch lieber als allein in der Wohnung mit dem TV als einzigen "Gesprächspartner".

    Meinem Papa waren nur 5 Monate im Pflegeheim "vergönnt", nach schwieriger Eingewohnung (für ihn und für mich) hat er sich dort sichtlich wohl und gut aufgehoben gefühlt. Trotz starker Demenz.

    Liebe Sabine67,


    ich verstehe deinen Standpunkt. Ich weiß wie unendlich weh das tut wenn man sich von einem engen Familienmitglied im Stich gelassen fühlt. Aber diesen Groll musst du irgendwie loslassen lernen. Das ist viel einfacher als gesagt, ich konnte es seeehr lange im Bezug auf meine Schwester auch nicht. Das hat mich zusätzlich belastet. Was ich aber mittlerweile auch sehe (1 Jahr Abstand) ich konnte ihren Standpunkt gar nicht mehr wahrnehmen/verstehen weil ich in meinem Pflege-Tunnelblick total gefangen war.

    Vielleicht hilft es manchmal seine eigenen Worte zu lesen:

    Allerdings merke ich, dass meine Kräfte etwas schwinden.

    Du hattest jetzt relativ kurze Zeit deinen Vater bei dir. Eine jahrelange 1zu1 Betreuung einer dementen Person macht wirklich sehr viel mit einem. Welches Ausmaß die tiefe innerliche Erschöpfung erreichen kann, können sich viele gar nicht vorstellen.


    Deshalb versuche nach vorne zu schauen und eine für alle Seiten akzeptable Lösung zu finden. Wichtig ist das auch du dich schützt. Wenn du ausbrennst hilft das weder dir, deinem Vater noch deiner Mutter.

    habe das Gefühl die Ärzte haben gar keinen Bock dich näher damit auseinander zu setzen

    Hallo Trinity15,


    dieses Gefühl kenne ich sehr gut. Man selbst sucht Kontrolle. Ein Neurologe hat mir einmal gesagt "Wir können an ihrem Vater jetzt ganz viele, für ihn anstregende, Tests machen um herauszufinden ob es eine reine vaskuläre Demenz ist, oder eine Mischform (Vermutung des Neurologen) etc.." Dann wissen wir das ganz genau aber haben damit überhaupts nichts geändert. Oder wir lassen es einfach und ersparem ihm diese Anstrengung.


    Wie viele andere hier auch habe ich eine (laaaaange) Phase durchgemacht wo ich nach Gründen gesucht habe. Wo ich meinte mit diesem Vitaminchen, dieser Therapie etc könnte ich etwas grundsätzliches ändern. Vielleicht hat es geholfen, vielleicht habe ich den Krankheitsverlauf etwas verzögert. Sicher sagen kann ich es nicht.


    Was man sagen kann, Demenz ist leider eine absolute Wundertüte. Da kann ein Tag völlig klar beginnen und eine Stunde später werden die eigenen Kinder nicht mehr erkannt. Auch der Tag/Nach Rhytmus spielt eine Rolle, das sogenannte "Sundowning" (Unruhe bei Einbruch der Dunkelheit) war z.b. bei meinem Vater recht ausgeprägt. Deshalb waren auch die Sommermonate "leichter" als die Wintermonate. Wenn es bei deiner Mutter eine vaskuläre Demenz ist läuft es meist für Schübe hinaus. Kaum hat man sich auf eine Situation eingestellt kann (muss nicht) sich diese innerhalb weniger Tage wieder komplett verändern.


    Du machst das alles toll.

    Liebe TanjaS,


    mein aufrichtiges Beileid und Mitgefühl. Es freut mich für euch das deine Mutter friedlich ihren letzten Gang antreten konnte.


    Für die nächsten Tage und Wochen wünsche ich dir viel Kraft. Egal was du gerade empfindest ob viel oder wenig, das ist genau richtig so.

    Hallo schwarzerkater,


    Vielen Lieben Dank für deine Zeilen. (Auch an die anderen;-)) Nein, ich sehe in deinen Sätzen keine Anmaßung. Ganz und gar nicht. Was du schreibst ist ja genau richtig.


    Ich habe ja meine Mutter schon sehr früh verloren (gut 30 Jahre her) daher kenne ich den Prozess ja eigentlich. Meine Mutter wäre nochmal ein ganz anderes Kapitel, den das war ein sehr sehr komplizierte Frau.


    Ich habe meinen Vater geliebt, das wird auch immer so bleiben, trotz allem. Mein Papa kam aus keinem schönen Elternhaus, er hat selbst keine schöne Jugend gehabt und stand immer allein ohne Unterstützung. Das dies alles eine große Rolle darin spielt warum er so war wie er war darüber bin ich mir im klaren.


    Bei mir spielt es ein wenig mit rein das ich meinen Vater wirklich als zwei komplett gegensätzliche Versionen seiner selbst erlebt habe. Den Vater den ich nach seinem Herzanfall gepflegt habe, mit diesem bin ich nicht aufgewachsen. Das war im Grunde ein sehr lieber, sehr kindlicher, sehr emotionaler Mann. Außer dem äußeren hatten diese zwei Versionen praktisch nichts miteinander gemein. Der Mann mit dem ich aufgewachsen bin war da ein ganz anderes Kaliber. Für mich war das ja auch tatsächlich ein großes Problem während der Pflege.

    Mein (stark dementer) Vater brauchte immer Nähe, immer Aufmerksamkeit, immer Beschäftigung, brauchte immer jemanden um sich, wollte getröstet werden, konnte nicht alleine bleiben weil er dann in Panik, Angst und Verwirrung abgedriftet ist. All die Sachen die ich selbst nie bekommen habe hat er nun von mir täglich und den ganzen Tag eingefordert. Damit war ich manchmal einfach komplett emotional überfordert. Auch wenn vielleicht manche jetzt aufstöhnen, emotional gesehen war das nicht mehr mein Vater, das war eher mein Kind.


    Es ist im Moment alles gut so wie es ist.

    Rose und ecia, vielen Dank für Eure lieben Worte. Bzgl. Outing und meiner Probleme möchte ich gar nicht viel schreiben. Das Problem lag größtenteils in meinem Kopf ist aber auch ein Folge des Elternhauses. Tatsächlich habe ich bisher keine einzige schlechte Reaktion erlebt. z.b. Tante 84 Jahre " Ja passt doch auch" ;)

    aber im eigenen Seelenwust brauche ich doch Begleitung um an die ganz heftigen Dinge ran zu können

    Da hast du es auf den Punkt gebracht. Die objektive Perspektive eines Außenstehenden der es aber gelernt hat direkt hinter die Fassade zu blicken.


    Ich habe mich während meiner Therapie gerade zu Beginn (also den Phasen mit häufigeren Sitzungen) oft gefragt. "Irgendwie habe ich mir Therapie ganz anders vorgestellt, viel hmmm "klinischer" ist vielleicht ein passender Ausdruck". Ich habe es lange gar nicht gemerkt wie durch kleine behutsame Anstupser die "Lawine" langsam ins Rollen kam. Vielleicht war es auch Instinkt bei der Wahl der Psychologin oder einfach nur großes Glück.

    Fortsetzung von: Hallo erstmal und meine „Geschichte“


    Weil ich den Thread von @Trinity15 nicht noch mehr kapern möchte (sorry dafür) schreibe ich hier weiter.


    Ich weiß ich bin nicht (mehr) aktiv von Pflege und Demenz betroffen. Aber ich weiß es gibt hier viele stille Mitleser die nicht selbst schreiben, die ich aber genau dazu ermutigen will. Warum? Weil es euch helfen kann!!


    So sehr dieses Forum mit seinen Ratschlägen und Hilfen zur Demenz gutes tut, ich glaube die gegenseitige Unterstützung und Verständnis das einem hier entgegenkommt ist mindestens genauso wichtig. Gerade für diejenigen die (wie so oft) alleine oder mit wenig Unterstützung dieser gewaltigen Aufgabe gegenüber stehen.


    Was ich in diesem Forum immer wieder bemerkenswert finde ist die Ähnlichkeit die viele Biographien aufweisen. Jede Geschichte ist unterschiedlich, aber nachdem man einige gelesen hat kann man manchmal im Text schon ahnen wie es weitergeht. Versteht ihr was ich meine?


    Hier in diesem Forum scheint mit großer Häufigkeit ein bestimmter "Typ" Mensch aufzutreffen (da zähle ich mit dazu). Alter, Geschlecht ect spielt da keine Rolle.


    Gestern hatte ich einmal wieder einen Termin mit meiner Psychotherapeutin (aktuell alle 3-4 Wochen für 30 Minuten, Sicherheitsnetz weil ich da so möchte).
    Da haben wir auch ein wenig Resümee über das letzte Jahr gezogen. Ich habe ihr dann gesagt "Ich möchte mir nicht ausmalen wo ich heute stehen würde wenn ich mich vor über einem Jahr nicht in Behandlung begeben hätte" und das stimmt. In dem Jahr (13 Monate) ist bei mir viel passiert "Pflege, Sterbephase, Tod, Verarbeitung, Neuausrichtung, persönliche Veränderungen, Outing, erste Beziehung" eigentlich ein kompletter Neustart meines Lebens " im Vergleich vor einem Jahr hatte ich noch Angst und Herzrasen wenn ich das Haus verlassen habe.



    Aber, ohne dieses Forum wäre ich aber schon vorher wohl irgendwann am Ende gewesen. Hier kamen (anfänglich schmerzhafte) Impulse wie "Du darfst Pflegetätigkeiten auch abgeben" "Du musst NICHT", "Kümmere dich auch um dich selbst". Sachen die ich eigentlich früher nicht zu denken gewagt hätte. Dafür Danke!


    @Valentina61

    vielen Dank für deine lieben Worte im anderen Thread.

    Wie Rose ebenfalls schon sagte vielen gehen durch diese Phase aber es lohnt sich. Es ist nicht immer leicht aber ich bin froh "die Reise angegetreten zu haben".

    Wenn man dann mit Anfang 40 das erste mal in seinem Leben überhaupt anfängt "zu Leben" ist das schon oft beängstigend. Dann fällt aber plötzlich der Vorhang und man sieht sein bisheriges "Leben" mit ganz anderen Augen, ordnet Dinge neu ein. Man sieht wo man aktiv manipuliert wurde um ein bestimmtes "Ergebnis" zu erreichen. Das narzistische Persönlichkeitsbild taucht in diesem Forum häufig auf. War mein Vater ein lupenreiner Narzist, sicherlich nicht. Aber ausgepräfte diesbezüglich Tendenzen muss ich ihm leider schon zuschreiben. Ich denke er war sich oft sehr bewusst wie es mir ging, aber anstatt zu helfen hat er dies ausgenutzt um mich zu manipulieren".

    Erkennen kann ich dies jetzt erst. Wie du schon geschrieben hast "Ich kannte es nicht anders" ich dachte das wäre "Normal". Intressant ist, ich komme jetzt mit viel mehr Menschen in Kontakt, Leute die meinen Vater kannten, Familienmitglieder wo oft seit 20 Jahren kein Kontakt mehr bestand obwohl sie keine 2km entfernt wohnten. Diese bestätigen meine "neue" Einschätzung der Dinge sehr nachdrücklich. So ergibt sich langsam ein deutlich gewandeltes Gesamtbild.


    Ich glaube zum ersten mal in meinem Leben bin ich an einem Punkt wo ich sagen kann "Ich freue mich auf das was kommt".

    Hallo Sohn83 , wie schön, dass du dich hier immer nochmal einklinkst!

    Ich musste schmunzeln, wenn ich meine Haare länger trage, sehe ich meiner Mutter ähnlich, wenn sie zu kurz sind(wie aktuell), sehe ich meinem Vater ähnlich - und letzteres ist noch schlimmer..


    Jetzt musste ich aber herzlich lachen ;-).

    Danke für deine lieben Worte besser könnte man es nicht beschreiben.

    Ich finde das war ihr schreibt sehr berührend.


    Ich möchte aber auch nochmal bei dem einhacken was Rose gesagt hat. Habt ihr psychologische Hilfe? Ich kann ebenfalls nur sehr dazu raten. Mir war es in meiner schweren Zeit eine ganz unglaubliche Hilfe die mein Leben massiv zum besseren gewendet hat.


    Ohne immer wie Werbung klingen zu wollen, es gibt im Internet extrem niedrigschwellige und kurzfristig verfügbare Angebote mit psychologischer Beratung z.B. per Videochat auch am Abend nach 20 Uhr.


    ecia25

    Ich kann deine Worte so gut nachvollziehen. Vielleicht hilft es dir zu wissen das du in dieser Erfahrung nicht alleine bist.
    Ich habe vielleicht schon ein Stück mehr Abstand (heute sind es bei meinem Vater 11 Monate) aber stoße immer wieder auf die gleichen Sachen wie du. Ich bewerte heute (auch mit dem was ich durch meine Psychologin gelernt habe und weil ich heute in vieler Hinsicht ein anderer Mensch bin wie vor einem Jahr) ebenfalls ständig mein "Elternhaus" neu. Leider auch nicht zum positiven weil ich erst heute mit etwas Abstand sehe wie ich über Jahrzehnte hin kleingemacht und manipuliert wurde. Gerade mein Vater um dessen Anerkennung ich ja immer gerungen habe kommt da im Moment recht schlecht weg.

    Seih es drum, das ist ein schmerzhafter Prozess den viele durchmachen müssen. Ich selbst tröste mich damit das am Ende vielleicht ein ganz deutlicher innerer Abstand zu alldem steht, man das Thema abschließt und als Ballast abwirft.
    (Wobei ich manchmal gar nicht weiß bin ich mehr sauer auf mich selbst weil ich es zugelassen habe und mir selbst nicht helfen konnte, oder richtig sich der Groll eher gegen die die das aktiv getan haben).


    Hat eigentlich mit dem Thema nichts zu tun, was mich im Moment massiv irritiert. Ich habe nie eine Ähnlichkeit (äußerlich) mit meinem Vater gesehen. Jetzt treibe ich viel Sport habe mein Gewicht massiv reduziert und plötzlich ist die Ähnlichkeit da wenn ich in den Spiegel schaue und zwar sehr deutlich ausgeprägt, zu einem Zeitpunkt wo ich das eigentlich gar nicht mehr haben möchte.

    Hallo Trinity15,


    gut das du den Weg in diesem Forum gefunden hast. Ich kenne es eigentlich nach Aussagen von zwei Neurologen so das sie gerne einen etwas höheren Blutdruck hätten als die "berüchtigten 120:80". Eben weil mit etwas mehr "druck" das Gehirn besser durchblutet wird dazu eher Blutverdünner um das Gehirn besser zu durchbluten. Aber das ist Sache der Ärzte. Eine entsprechende neurologische Abklärung wäre aber sicher sinnvoll.

    Zu dem Thema fällt mir noch etwas ein.


    Das die Empathie abnimmt das glaube ich auch. Ich erkläre das auch ein wenig so das ja immer wieder der Resetknopf gedrückt wird. Jeder kennt das ja selbst wenn man innerlich aufgebracht ist "und Streit sucht". Das ein Thema schon "ausgestritten" ist vergessen die dementen, die innere Unruhe bleibt aber. Gleichzeitig verstärken sich bestimmte Persönlichkeitsanteile während andere in den Hintergrund rücken.


    Paradoxerweise empfinde ich viele demente aber eigentlich als "hypersensibel". Ich habe es damals oft gemerkt wie sich z.B. meine Unruhe, Ungeduld, Erschöpfung etc in rasender Geschwindigkeit auf meinen Papa übertragen hat. Ähnlich passiert dies ja auch bei kleinen Kindern.
    Also ganz feine Antennen die alle Stimmungen sofort aufgenommen haben.


    Ich glaube das war z.B. auch einer der großen Pluspunkte der Tagespflege, durch "schöne" Aktivitäten hat sich die Stimmungslage aufgehellt.

    Liebe Rose,


    ich wünsche dir auch von Herzen alles Liebe. Egal wie es ausgeht du hast das menschenmögliche getan.


    Als bei meinem Papa die finale Phase (ca 2 Wochen) anfing wusste ich es sofort. Es hat sich einfach "anders" angefühlt. Das ging soweit das ich Sonntags morgen aufgestanden bin und mir 100%ig sicher war nächste Woche um diese Zeit lebt er nicht mehr. Donnerstag ist er dann gestorben, Sonntag haben wir bereits das Heimzimmer geräumt.


    Was ich damit sagen will, vertraue auf dein Bauchgefühl, das ist in solchen Situation manchmal das Beste was man machen kann.

    Ich habe erst kürzlich ein Buch gelesen, da wurde geschrieben" Das Bewusstsein verarbeitet nur wenige Eindrücke gleichzeitg, das Unterbewusstsein aber 80.000 Sinneseindrücke und Informationen pro Sekunde. Ob das stimmt kann ich nicht sagen, aber vorstellen kann ich es mir gut. Unser Unterbewusstein nimmt Sachen war die wir selbst nicht bewusst wahrnehmen und leitet uns so durch so manche schwierige Zeit.

    Hallo Hinz,


    diese ganze Pflegethematik ist ein Prozess. Die Angehörigen befinden sich oft in ganz verschiedenen Stadien der Demenz. Ich habe auch lange zu Hause gepflegt das hat meines erachtens relativ gut geklappt, Heimunterbringung wollte ich eigentlich nicht hören. Was ich halt nicht bemerkt habe wie ich Woche für Woche immer mehr ausgebrannt bin und irgendwann der Punkt erreicht war wo es nicht mehr ging.


    Das ist ja das tückische bei der Demenz, es kann lange Zeit gut gehen es kann aber auch sein das beim Frühstück noch "alles in Ordnung" ist und zum Mittagessen hat man einen Schwertstpflegefall zu Hause. Ich habe das genau so erlebt, Vater leicht dement und voll selbstständig am Morgen -> Herzrythmusstörungen, Synkopen, völlig unselbstständiger Pflegefall am Abend den man nicht länger als 5-10 Minuten allein lassen konnte.



    Viele habe hier teils sehr lange Leidenswege hinter sich und befinden sich in anderen Phasen der Pflege und viele mussten erleben das bestimmte Punkte kommen (können).

    Ich habe die Pflege z.b. jetzt schon fast ein Jahr "hinter mir". Da hat sich mein Blick auf die letzten Jahre nochmals ganz massiv gewandelt. Ich sehe heute manche Sachen kritischer die ich, in guter Absicht, mir selbst und meinem Vater "angetan" bzw. durchmachen haben lassen. Ein Tunnelblick während der Pflegezeit weil sich mein ganzes Leben ausschließlich um die Pflege gedreht hat.


    Ich glaube auch nicht das ein Heim hier als "Allheilmittel" propagiert wird. Das ist es nämlich auch nicht und es ist auch keineswegs so das man nach dem Heimumzug "Ruhe von dem Thema" hat. Persönlich bei mir war es eher das Gegenteil. Was aber ratsam ist, sich in den Einrichtungen die es vor Ort gibt umzusehen und sich einen Plan B zuzulegen. Braucht man ihn nicht ist das wunderbar, braucht man ihn doch ist man froh bereits etwas "Vorarbeit" geleistet zu haben.


    Du schreibst einen Pflegedienst habt ihr nicht (hatte ich auch nicht), dafür war mein Vater in der Tagespflege. Es geht dabei auch darum an Fremdpflege zu gewöhnen (bei der Pflegeperson aber auch bei einem selbst). Das macht Übergänge, sollten Sie notwendig sein, ein wenig einfacher.


    Ansonsten, nutze diese Forum, schreibe wie es dir geht. Die Leute hier verstehen dich besser als du vielleicht meinst.

    Liebe Jenny,


    auch ich möchte mich anschließen. Bitte handle sofort, bitte nimm keine Rücksicht auf deine Mutter oder Geschwister. Lass dich nötigenfalls selbst einweisen.


    Du schreibst du bist schwerst depressiv.


    Wenn du Suizidgedanken hast:

    Die Telefonseelsorge ist 24/7 erreichbar

    Tel: 0800 1110111


    Bei uns in Bayern gibt es noch die Krisendienste, bei anderen Bundesländern weiß ich es leider nicht.


    Die Krisendienste Bayern sind ein psychosoziales Beratungs- und Hilfeangebot für die Bürgerinnen und Bürger Bayerns. Unter der kostenlosen Rufnummer 0800 / 655 3000 erhalten Menschen in seelischen Krisen, Mitbetroffene und Angehörige qualifizierte Beratung und Unterstützung. Auch Fachstellen können sich an uns wenden. Wir sind täglich rund um die Uhr für Sie da



    Ich konnte jetzt nicht rauslesen ob du diesbezüglich behandelt wirst/wurdest oder ob es eine Selbstdiagnose ist. Falls du noch nicht behandelt wirst, davor braucht man keine Angst haben! Ich habe selbst Jahrzehnte mit Depressionen verbracht, bin desegen nie zum Arzt, Selbstmedikation, Selbstdiagnose. Angst deswegen zu einem Arzt zu gehen .... Heutzutage bereue ich nur noch die Zeit die ich damit vergeudet habe weil es mir jetzt in jeder Hinsicht besser geht. Deshalb keine Angst, lass dir helfen!

    Hallo Rose,


    ich verstehe wie schwierig diese Situation ist, das abwägen. Es ist noch kein Jahr her da stand ich vor einer ganz ähnlichen Entscheidung. Bei mir war es der Hausarzt (der auch Hausbesuche im Heim gemacht hat) der mir da die entscheidenen Worte sagte. "Hr X, ihr Vater gehört medizinisch gesehen ins Krankenhaus, aber ich verstehe es, wäre es mein Vater würde ich es auch nicht machen."


    Soviel dazu. Was kannst du nun tun:


    Hausarzt, Heim(Leitung), Pallativdienst, (sofern du/deine Mutter religiös sind evtl. auch kirchliche Vertreter).


    Wir haben wie gesagt eng mit dem Hausarzt zusammengearbeitet. Das denke ich ist schonmal ein gute erste Anlaufstelle.


    Als (für mich) absehbar war das er sich nicht mehr erhohlen wird (das dürfte so ca 2 Wochen vor seinem Tod gewesen sein) habe ich mich an die Heimleitung bzgl. Palliativversorgung gewandt. Dort war man sehr hilfreich und hat alles weitere in die Wege geleitet. Die kennen sich ja normalerweise auch aus und arbeiten mit den örtlich verfügbaren Diensten zusammen. So schwer es für einen selbst ist, für ein Heim gehört das halt zum normalen Regelbetrieb.



    Wir hatten angedacht Pallativversorgung mit schmerzstillenden Medikamenten. Die war aber sowieso durch Hausarzt und Heimarzt 24/7 gewährleistet (Fentanyl Pflaster) das zweite Standbein war ein Betreuungs- und Besuchsdienst. (bei uns vor Ort war dies von der Caritas)


    Diese sind nicht nur für den Sterbenden da, sondern auch für die Angehörigen. Wird er nicht mehr gebraucht (weil sich der Zustand evtl. wieder verbessert hat) wird er abbestellt kann aber jederzeit wieder "aktiv" geschaltet werden.

    Mit der Dame vom Besuchsdienst habe ich viele gute Gespräche geführt, es war auch schön sie im Zimmer meines (nicht mehr ansprechbaren) Vaters vorzufinden, beim Hand halten und mit ihm reden.

    Ich hoffe ihm hat es das etwas leichter gemacht, mir hat es jedenfalls viel geholfen.


    Ich würde also offen und ehrlich mit allen Stellen in Kontakt treten. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute und viel Kraft und Mut.

    Liebe Sabine,


    erstmal möchte ich Mauerflowers Antwort aufgreifen. Warum besichtigt ihr nicht ein paar Heime/Wohngruppen etc? Anrufen Termin machen und zusammen hingehen. Wenn es zusagt gleich auf die Warteliste setzen lassen. Dein Papa scheint ja noch soweit entscheidungsfähig zu sein. Ich habe mit meinem Papa damals ebenfalls einige Heime angeschaut. Davon wusste er zwar am Tag darauf nichts mehr aber ich wusste was er spontan für ein Entscheidung zum jeweiligen Heim getroffen hat. (Ja, Kann ich mir vorstellen bis Nein auf keinen Fall).


    Zu deiner Mutter, eure Beziehung ist im Moment schwierig, aber das was du beschreibst ist eigentlich ein großer Hilfeschrei. Tag und Nacht 24h am Tag mit einer dementen Person zusammenzuleben ist oft eine extrem belastende, herausfordernde und erschöpfende Angelegenheit. Wie erschöpfend das ist kann man aber niemanden klar machen der das nicht selbst tun musste.
    Wenn dann mal jemand 2 Stunden zu Besuch da ist, ist diese Zeit nicht das Problem, es sind die anderen 22 Stunden am Tag die gefüllt werden müssen.


    Wie belastend das für deine Mutter ist hat sie dir ja selbst im Bezug auf das Essen im Heim mitgeteilt. "Zitat" O-Ton "Du machst dir kein Bild. Das war so schlimm für mich. Das kann man ja gar nicht aushalten.-----------------------


    Um jetzt nicht einen falschen Eindruck bei dir zu erwecken, das ist jetzt kein Angriff gegen dich. Nur was du an Verhalten deiner Mutter beschreibst ist sicherlich "extrem" aber für mich durchaus bis zu gewissen Punkten nachvollziehbar. Ich z.B. habe meinen Vater sehr geliebt, bin Jahre über meine Grenzen gegangen, aber die dunklen Stunden "Wenn doch alles jetzt schon vorbei wäre" oder "Sollen so meine nächsten 2, 3 oder 10 Jahre aussehen?" die hatte ich nicht zu knapp. Das hat mit mangelnder Liebe oder Zuneigung gar nichts zu tun. Ich weiß auch das es da nicht nur mir so ging, weil das ganz normal ist.


    Ein wenig hört das beschriebene deiner Mutter so an wie bei einem Häftling der lebenslänglich bekommen hat und nun plötzlich vorzeitig entlassen wurde.

    Ein Bild das ich nutze weil ich oft genau das gefühlt habe.


    Gut möglich das deine Mutter im Moment ebenfalls Hilfe benötigen würde. Aber auch das ist nicht unbedingt deine Aufgabe. Deine vorrangige Aufgabe ist SELBSTFÜRSORGE, erst danach kommt alles andere.

    Hr. Hamborg hat ja bereits in seinem Beitrag zu deiner Mutter das Stichwort "Depression" fallen lassen. In vielen Städten gibt es auch Selbsthilfegruppen für die Angehörigen von Dementen, manchmal kann ein darüber reden mit jemanden der wirklich versteht was gemeint ist ware Wunder bewirken (Genau so funktioniert ja auch dieses Forum)

    Auch eine Therapie ist eine gute Möglichkeit.

    Ich scheue mich auch nicht zu sagen das ich selbst diesen Weg gegangen bin. Ich bin bereits seit einem Jahr in Theraphie (jetzt nur noch 3 Wochen-Rythmus für 30 min). Begonnen habe ich zwei Monate bevor mein Vater verstorben ist. Mir hat es unheimlich geholfen.
    Zu guter letzt, soll keine Werbung sein, es gibt heute extrem niedrigschwellige (selbstzahler) Angebote im Internet. Therapie per Videokonferenz, Chat oder Telefon. Das kann z.b. für den Einstieg oder auch zu Überbrückung sein. Ich hatte damit viel Glück und gleich auf Anhieb eine tolle Therapeutin mit 30+ Jahren Berufsverfahrung gefunden und ich konnte meine Therapie in die späten Abendstunden legen ohne meinen täglichen Terminkalender wieder komplett durcheinanderzubringen.


    Ich wünsche dir alles Gute und viel Kraft.

    Hallo Nicole,


    ich freue mich für dich das jetzt mit der Unterstützung klappt. Als ich deinen Beitrag gelesen habe war das für mich ein wenig ein Flashback in meine Pflegezeit mit meinem Papa. Ich interpretiere jetzt einfach mal ein paar Sachen hinein. Dir fällt es trotz deiner Erschöpfung wwohl noch sehr schwer loszulassen. Das ist normal, bei mir hing es jahrelang wie Mantra im Hinterkopf. Mein Papa, meine Pflicht, nur ich kann es richtig machen. Das ist belastend.


    Ich wünsche dir das es mit der Tagespflege klappt. Hier möchte ich dir aber noch etwas mit auf den Weg geben. Wenn es nicht sofort klappt nicht den Kopf hängen lassen und weiter versuchen. Gib der Sache ein wenig Zeit bis sich deine Mama dran gewöhnen kann. Das ist auch mit dem Pflegepersonal in der Tagespflege so, die müssen deine Mama erstmal kennen lernen um zu wissen wie genau sie mit ihr umgehen müssen. Ich möchte dir hier ganz klar Mut zusprechen, weil ich in der Tagespflege nur wirklich ganz tolle Erfahrungen gemacht habe. Mein Vater fing damals mit 2 Tagen an und wir steigerten es über die Monate auf 5 Tage (Di-Fr eine Tagespflege vor Ort, Sa eine etwas weiter weg wegen dem spärlichen Angebot auf dem Land). Erst kürzlich habe ich eine der Pflegerinnen aus der Tagespflege wieder getroffen die meinen Vater betreut hatte. Diese hat mir ein paar Fotos zugemailt die mir wirklich sehr nahe gegangen sind (im positiven Sinne). Mein Papa über beide Ohren strahlend beim Kochen, beim Tischfußball, beim Maibaum aufstellen. Habe ich gefragt wie war es heute kam nur "Wir haben gar nicht gemacht". Klar er erinnerte sich nicht daran, trotzdem weiß ich das die Tagespflege ein wichtiger Baustein war um seine letzten Jahre noch mit etwas Leben zu füllen.



    Auch ein Grund warum ich aktuell das Forum wieder aufsuche obwohl mein Papa jetzt fast ein Jahr Tod ist.


    Zu eurem Trinkproblem. Hier ein Beispiel, mein Vater verweigerte zum Ende hin auch alles weil er ja auch kaum mehr wach war. Ich habe im Heim bestimmt zwei Stunden versucht etwas von der pürierten Nahrung in ihn hin zu bekommen und in den zwei Stunden vielleicht 1-2 Löffel geschafft. Dann kam ein Pfleger um das Tablett zu holen, der übernahm die Sache dann und in nichtmal 5 Minuten war der Teller leer gegessen.


    Was ich damit aufzeigen will. Manchmal (nicht immer) reagieren demente bei fachgerechter Fremdbetreuung ganz anders als gegenüber einem selbst.


    Ich Wünsche Dir alles Gute! Bitte nutze die Freizeit/Entlastung für DICH. Ich hatte immer den Impuls in meiner "freien" Zeit, (das war nur die Tagespflege am Samstag, unter der Woche habe ich gearbeitet) möglichst viel zu erledigen. Schlimmstenfalls kam noch der Impuls mit dem Putzen anzufangen weil ich mal länger als 10 Minuten dabei bleiben konnte. Jetzt mit zeitlichem Abstand sehe ich erst wie falsch dies war.

    Mach in der Zeit Sachen die dir gut tun um deine Batterien aufzuladen.

    Ich weiß es ist erstmal ein harter Brocken wenn man nicht mehr erkannt wird. Bei meinem Papa hatte ich das phasenweise über Wochen, dann erkannt er mich wieder, dann mal wieder nicht.


    Ich war Bruder, Vater, Onkel, Cousin, Chef, Arbeitskollege aus seiner Ausbildungszeit. Niemals Sohn. Sich dagegen zu stemmen macht keinen Sinn. Man verwirrt die dementen meist nur noch mehr und frustriert sich selbst.



    Eine kleine Anekdoten in diesem Zusammenhang wie willkürlich das oft ist.


    Mein Vater wusste oft nicht genau wer ich war, aber er wusste das ich irgendwie ne wichtige Rolle spiele (Habe ihn ja täglich betreut und war so immer präsent). Von seiner Frau wusste er gar nichts mehr, hat sie auch auf Fotos nicht mehr erkannt (diese war zu jenem Zeitpunkt aber auch schon über 25 Jahre verstorben). Meine Schwester konnte er meist nicht einordnen, Schwiegersohn gar nicht. Enkelin (die er abgöttisch geliebt hat) erkannte er nie (Okay eine Jugendliche, die verändern sich halt zwischen 13 bis 18 auch äußerlich stark)
    Seinen Enkel (der er sehr mochte, aber oft wenig Anknüpfungspunkte hatte) hat er aber immer erkannt, egal wie schlimm sein Zustand. Ob vor, während und nach dem Stimmbruch. Der Enkel war immer sofort "da" auch wenn er ihn nur alle paar Wochen gesehen hat.

    Ich habe mir das immer so erklärt das mein Neffe als mit Abstand jüngstes Familienmitglied einfach in einer Region des Gehirns gespeichert wurde die von der Demenz nicht so beinflusst war.


    Ich habe es hingenommen ihn aber weiterhin mit Papa angeredet. Darauf hat er (bei mir) besser reagiert als auf seinen Vornamen. Was man auch probieren kann, sofern vorhanden, ist ein Spitzname oder Kurzform (wie die Dementen vielleicht von Freunden, oder von den Eltern in der Kindheit angeredet wurden)


    Bei diesem Thema fällt mir aber sofort immer etwas aus dem Bühnenprogramm von Monika Gruber ein, da steckt auch ein gutes Stück Wahrheit drin: Ab 0:50 Minuten: https://www.youtube.com/watch?v=s7YbcrVP4c4


    Es gehört zur Krankheit, es ist eine weitere Stufe. Im Grunde kann man es nur hinnehmen in der Gewissheit das dies nicht böswillig geschieht.

    Hallo Nicole2024,


    ich schreibe hier zwar nicht mehr oft, aber dein letzter Beitrag hat mich doch sehr berührt. Ich kann da viele Parallelen zu meinen Erfahrungen vor 3 Jahren erkennen. Zuerstmal, wie Hr. Hamborg schon schrieb, ein Delir würde ich unbedingt abklären lassen. Aus eigener Erfahrung weiß ich leider das viele Ärzte damit keine Erfahrung haben (oder haben wollen) und vorallem bei dementen Patienten in der Diagnostik und Behandlung sehr eingefahren sind. Das beschreibst du ja auch mit deiner Krankenhauserfahrung und der dortigen Ruhigstellung.

    Ich möchte damit gar nicht sagen das dies falsch ist, ich habe das selbst auch bei meinem Vater mit vertreten weil er anders nicht zu beruhigen war. Ich habe (gerade bei "meinem" Krankenhaus vor Ort) vieles gehört (und selbst erlebt) wo praktisch die komplette Ruhigstellung bis zur Apartie usus ist. Ich habe sogar erleben dürfen wie mir ein Neurologe dieses Krankenhauses gesagt hat so etwas wie ein Delir würde es gar nicht geben.

    Was ich damit sagen will, du kennst deine Mutter wohl mit am besten, Scheue dich nicht Zweitmeinungen einzuholen, denn nicht jeder Arzt ist mit Demenz und geriatrischen Problemen vertraut.


    Das du deine Mutter zu Hause pflegen willst ehrt dich, ich habe es (als mein Vater in einem ähnlichen Zustand war wie du deine Mutter beschreibst) 18 Monate gemacht. Dann war ich körperlich und psychisch am Ende.

    Ich hatte aber auch (abgesehen von der Tagespflege) keine weitere Unterstützung (außer diesem Forum und die Leute darin, was mir mehr als einmal in meinen dunklen Stunden eine Stütze war) . Deshalb bitte vergiss dich selbst nicht. Man merkt in deinen Beiträgen du willst helfen, helfen kannst du aber nur wenn es DIR gut geht. Deshalb bitte bedenke auch den berühmten Plan B. Was passiert wenn du ausfällst. Du gehst auf die Straße, es ist glatt und du brichst dir etwas.

    Ich weiß das will man nicht hören, wollte ich auch nicht. Es hat lange gedauert bis ich es verstanden habe.


    Zu guter letzt, so wie du deine Mutter aktuell beschreibst würde ich eine Erhöhung des Pflegegrades versuchen. Könnte durchaus sein das PG4 angemessener ist.


    Ich wünsche Dir alles gute und liebe auf eurem Weg.