Beiträge von Sohn83

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.

    Nachdem die letzten Tage und vor allem das Wochenende wieder sehr schwierig waren hatten wir heute unsere Pflegeberatung. Diese war sehr ausführlich und hilfreich. Wir versuchen es jetzt mit der Tagespflege, die Einrichtung ist Luftline keine 1,5km entfernt, Mittwochs hat er einen Schnuppertag.

    Erst ist einer möglichen Tagespflege gegenüber weiterhin sehr aufgeschlossen und freut sich sogar auf Mittwoch. Ich hoffe sehr das dass etwas für ihn ist.


    Alles in allem hat sich sein geistiger Zustand meines Gefühls nach in den letzten zwei Wochen aber eher verschlechert. Mein "Zeitfenster" indem ich ihn allein lassen kann hat sich im Schnitt auf etwa 20-25 Minuten halbiert. Danach fängt er an massiv abzubauen und wird zusehens verwirrt. Er fängt dann auch an ihm Haus rum zu laufen wo denn alle Leute hin sind. So ein Wochenende ist wirklich lange und anstrengend wenn man jemanden von 5:30 Uhr morgens bis abends 22:00 ohne Pause ständig unterhalten soll.


    Die Orientierung im eigenen Haus ist jetzt fast immer komplett weg, während er aber z.b. bei einer gestrigen kleinen Spazierfahrt problemlos die Ortsteile, Häuser in denen Bekannte wohnen, die Autowerkstatt in die wir gehen etc. benennen konnte. Auch mich erkennt er als seine primäre Bezugsperson, nennt mich auch beim Namen und weiß das wir verwandt sind. Das ich ich sein Sohn bin weiß er aber nicht mehr, mal bin ich sein Bruder, Onkel, Schwiegersohn, Neffe etc. Dieses weitere abbauen beunruhigt mich doch sehr, bis zum Neurologie Termin sind es aber noch 4 Wochen.


    Medikamentös bekommt er jetzt Schmerzmittel (verschrieben vom Hausarzt) gegen seine Hüftathrose, dadurch haben sich die Schmerzen etwas gelegt und er kann wieder ein wenig besser laufen. Ich bin hier wirklich sehr zwiegespalten. Diabetes, Bluthochdruck, Athrose, Demenz fast alle Medikamente belasten zusätzlich die Nieren. Aber auch diese arbeiten bereits schlecht. Ich habe aber den starken Eindruck das es je schlechter es ihm körperlich geht (Schmerzen) desto ausgesprägter ist die Demenz. Also zusätzliche Schäden in Kauf nehmen um die Schmerzen zu lindern? Eigentlich bräuchte er zwei neue Hüften aber das ist im Bezug auf Krankenhausaufenthalt und Reha illusorisch wenn er bereits nach 1-2 Stunden ins ein hyperaktives und gewalttätiges Delir verfällt

    Ich möchte mich nochmals für die vielen hilfreichen Antworten bedanken. Mir hat das bereits sehr viel geholfen auch im Bezug auf meine ständigen Schuldgefühle. Die letzten Tage waren wieder ein gutes Stück besser. Wir hatten sogar keine kurze etwa 3 stündige Phase in der mein Vater zwar nicht orientiert aber geistig sehr klar war und sich seiner eigenen Situation sehr bewusst wurde.


    Wir haben in dieser Zeit sehr viel besprochen wovon er das meiste auch noch heute zwei Tage später gut im Gedächtnis hat (was eigentlich verwunderlich ist). Er hat mir für den Ernstfall das eine Versorgung zu Hause nicht mehr möglich ist seine Erlaubnis zur Heimunterbringung gegeben. Ich gehe zwar nicht davon aus das er sich in so einem Fall daran erinnern könnte, mir gibt das aber natürlich innerlich ein gutes Stück Seelenfrieden.


    Ihm war auch sehr wichtig seine Angelegenheiten (z.b. Geldzuwendungen an Enkelkinder, Tochter) zu regeln und fragte auch die letzten zwei Tage aktiv danach ob ich das bereits in die Wege geleitet habe (Seine Finanzen regle ich mit Vollmacht und Rücksprache mit ihm bereits seit 10 Jahren)


    Mein Vater ist eigentlich ein sehr vernünftiger, in sich ruhender und intelligenter Mensch, wohl auch ein Grund das wir trotz Demenz Einschränkungen so lange so gut klarkommen konnten weil er selbst viele Defizite kompensiert hat.


    Ich habe ihm auch erklärt das nächste Woche jemand zur Pflegeberatung (BRK) vorbeikommt, was nicht negativ aufgenommen wurde. Ihm 2km entfernten Nachbardorf gibt es eine ambulant betreute Senioren-Wohngemeinschaft mit angegliederter Tagespflege (BRK). Sein Hausarzt eröffnet seine neue Praxis im Sommer direkt gegenüber der Tagespflege. Das Haus kennt er bereits weil dort seine medz. Fußpflege untergebracht ist.


    Gegenüber angeboten wie Tagespflege zeigte er sich aufgeschlossen. Natürlich muss das alles erst einmal ausprobiert werden ob es sich für ihn eignet. Aber ich könnte mir vorstellen das ihm das tatsächlich liegen und gut tun könnte(er war immer ein sehr geselliger und kommunikativer Mensch)


    Alles in allem bin ich aktuell wieder etwas froheren Mutes das wir das alles hinbekommen (wobei natürlich auch immer wieder Phasen der Verzweiflung folgen die viele hier sicherlich auch kennen). Das hat natürlich auch damit zu tun das ich mich auch langsam in der neuen Situation einlebe und die letzten zwei Tage nachts einigermaßen Schlafen konnte (das ich ab kurz vor 5 wach liege dafür kann er nichts)

    Ich möchte mich für die vielen Antworten bedanken. Das ist alles für mich sehr hilfreich.


    Das (lange) Wochenende war extremst schwierig, ein Hoffnungsschimmer ist das sich das Bein etwas gebessert hat (Daumen drücken). Wenn mal wieder ein 10 minütiger Spaziergang möglich wäre würde ihm das wohl sicherlich etwas bringen.


    Sachen wie eine Tolettenbrille in Signalfarbe habe ich heute bereits bestellt. Vielen Dank für den Tipp.


    Ich habe jetzt nächste Woche einen Termin (Hausbesuch) mit dem BRK für die Pflegeberatung, das BRK hat bei uns zu dem Thema ein sehr breites Angebot inkl. Pflegedienst, Tagespflege und selbst betriebenen Heimen.


    Wichtig ist wohl langsam den Einstieg ins Thema zu finden um auch ihn nicht zu überfordern. Er hat immer vereinzelte Tage wo es ihm mental deutlich besser geht ich muss immer aufpassen das ich ihn mit in Boot hole um Abwehrreaktionen zu vermeiden.


    Das mit der Besserstellung von Privatpatienten kenne ich auch so. Ich bin selbst Privat versichert mein Vater gesetzlich. Vor zwei Wochen musste ich mit ihm zu einem CT (Becken, Leiste), die "gesetzliche" Praxis ist ausgerechnet in unserem Horrorkrankenhaus gelegen und für ihre "ausbaufähige" Leistung berüchtigt. Beim letzten CT vor 6 Monaten in jener Praxis haben wir den "Arzt" nie gesehen, auf den Termin sowie Arztbefund Wochen gewartet.

    Jetzt bin ich mit ihm als Selbstzahler (Beckten CT, 298 EUR) in eine Private Radiologie. Termin innerhalb 5 Tagen, dort war es schon mal kein Problem das ich dabei war und beim an und auskleiden helfe und beim Arztgespräch begleite. (In der Kassenpraxis nicht erlaubt! -> Corona). Alles in allem dauerte CT mit sehr ausführlicher Besprechung ca 1 Stunde. Noch am gleichen Abend war der Befund beim Hausarzt bei dem wir am nächsten Tag einen Termin hatten. So konnten wir diverse Verdachtsfälle (Leistenbruch, Krebs) ausschließen.


    Sofern möglich versuche ich immer als Selbstzahler Privatleistungen für ihn zu bekommen. In unserem Krankenhaus ist das leider fast nicht möglich, weil es keine extra Privatzimmer/Stationen gibt. Im Notfall kommt man immer zuerst in dieses Krankenhaus (4km entfernt), weitere Krankenhäuser in der Umgebung sind nicht selbstständig und gehören zur gleichen Gruppe/Krankenhaus (Sana Kliniken, die die jetzt 1000 Pflegehelfer raus geschmissen haben) .


    Die nächsten größeren Kliniken (bei uns Regensburg) sind knapp 70km entfernt, bei planbaren Krankenhausaufenthalten wäre das immer meine Anlaufstelle. Corona hat das alles halt viel schwieriger gemacht

    Vielen Dank für eure Antworten.


    Es tut wirklich gut einfach mal zu hören das man nicht als einziger in einer Solchen Situation ist.


    Was da vor ein paar Wochen im Krankenhaus eigentlich abgelaufen ist wird mir auch erst langsam bewusst. Man ist in so einer Ausnahmesituation dermaßen überfordert und will halt nur noch helfen. Im Krankenhaus ging es ihm furchtbar, er wollte Heim, also habe ich zugestimmt. Allein die Tatsache das er in den zwei Tagen im Krankenhaus nicht behandelt wurde und er mir in den 5 Tagen zu Hause bevor er den Herzschrittmacher bekam praktisch jede Minute sterben hätte können .....



    Zum Pflegegrad habe ich am Samstag eine Einstufung (3) erhalten. Werde da diese Woche mal tätig werden um wenigstens etwas Unterstützung zu erhalten. Das mit der Betreuerin ist eine gute Idee, werde ich im Auge behalten.


    Das finanzielle stellt zum Glück bei uns aktuell kein Problem dar. Das mit der Pflegeberatung werde ich ebenfalls versuchen, habe mich schon schlau gemacht das bietet hier das BRK (Bayrisches Rotes Kreuz) an. Auch Pflegekurse werden dort angeboten, die Coronabedingt natürlich nicht mehr stattfinden.


    Eine Angehörigen/Selbsthilfegruppe wäre toll, wir sind hier nur leider sehr ländlich da sind alle Angebote rar gesäht. Etwa 30km entfernt gibt es so eine Gruppe (die natürlich Coronabedingt Pause macht) die trifft sich aber 1x mtl Montag Vormittag zum Frühstück, das fällt für mich arbeitsbedingt schon wieder aus.


    Gestern abend/heute nacht war wieder extrem schwierig und Kräfteraubend. Ich will nicht näher ins Detail gehen aber ich habe gestern Abend 3 Stunden mit ihm im Badezimmer verbracht inkl. zwei mal Duschen und dürfte dann Nachts von 0 -2 Uhr nochmal ran weil er seine Notdurft inkl einen Haufen Toilettenpapier im Bidet verrichtet hat was natürlich komplett verstopfte und das ganze Bad überschmemmt hat. Nicht sehr apetitlich. Um 6 Uhr morgens war er dann schon wieder wach was auch meine kurze Nacht beendet hat.


    Mir tut wirklich das Herz weh wenn ich ihn so hilflos sehe, so kenne ich meinen Vater einfach nicht. Ich musste ihm immer versprechen das ich ihn auf gar keinen Fall in ein Heim gebe, allein der Gedanke daran das das vielleicht notwendig ist und ich ihn aus seiner gewohnten Umgebung reißen muss, dreht mir den Magen um.

    Hallo,


    ich bin neu in diesem Forum und möchte kurz meine Situation schildern. Achtung etwas längerer Text.

    Mein Vater (81) war bereits die letzten Jahre leicht dement, wir hatten das aber gut im Griff. Wir wohnen im gleichen Haus, die Wohnungen sind über ein in den Wohnungen liegendes Treppenhaus miteinander verbunden.

    Mein Vater hatte zwar Einschränkungen fand sich aber in seinem Umfeld, dörflichen Umgebung, immer sehr gut zurecht. Neben der Demenz ist er auch Diabetiker (Tabletten, keine Spritze) und hat eine Niereninsuffienz

    In den letzten Wochen hatte er zwar etwas abgebaut aber regelmäßige Artzbesuche ergaben kein Probem. Ich habe für ihn das essen Gemacht, Medikamente zusammengestellt, geputzt. Persönliche Hygiene, anziehen etc machte er selbstständig.


    Vor etwa 5 Wochen hatte er dann praktisch aus dem nichts Samstag abens starke Herzrythmusstörungen. Ist im Wohnzimmer umgekippt, komplett durchgeschwitzt als käme er frisch aus der Dusche. Also Rettungswagen gerufen und da begann das Martyrium.

    Wegen Corona-Beschränkungen durfte niemand zu ihm ins Krankenhaus. Ich saß am gleichen Abend noch 4 Stunden in der Notaufnahme bis ich wenigstens die Information bekam das er lebt und jetzt auf Station liegt. Der Kontakt mit der Station war leider sehr unerfreulich und hat uns jedes mal aus der Bahn geworfen, mein Vater fällt im Krankenhaus sehr schnell in ein Delir und aus einem eigentlich sehr freundlichen, ruhigen und ausgeglichenem Mann der nie jemanden etwas zu leide tun würde wird urplötzlich ein sehr agressiver und auch gewalttätiger Mensch.


    Am Wochenende werden in unserer Klinik hier Patienten nur beobachtet aber nicht wirklich behandelt, die Auskunft war immer am Montag geht es weiter. Sonntag Vormittag bekam ich bereits wieder einen Anruf aus der Klinik ist muss ihn abholen. Sie können ihn in diesem Zustand nicht behalten. Er verweigert Nahrung, Wasser, reißt sich Infusionen raus und ist aggressiv. Nachts wäre er bereits (ohne Einwilligung) festgebunden worden.


    Also bin ich ins Krankenhaus und durfe mit Sondererlaubnis der Stationsärztin (die dafür richtig Ärger bekommen hat) auf Station. Dort habe ich die Entlassungspapiere unterzeichnet und wollte ihn mitnehmen. Nach wenigen Schritten kam der nächste Herzanfall und er brach zusammen. Also Kommando zurück, zurück ins Stationszimmer ist musste sofort gehen und mich dabei noch von den Stationsschwestern anschnautzen lassen weil mein so schwieriger Vater jetzt doch bleibt.


    Der Tag und die darauf folgende Nacht war natürlich für uns alle der Horror, wenn ich mich nach seinem Zustand erkundigt habe wurden wir angeschrieen und einfach aufgelegt. Die zustänidge Krankenpflegerin schrie dann irgendwann nur noch der Typ gehört in die Psychatrie und legte auf. Am nächsten Tag Mittag kam schon wieder ein Anruf von einem anderen Arzt, er könne in diesem Zustand nicht bleiben ich muss ihn holen. Aber nicht sofort sondern erst um 15 Uhr dann sind alle Papiere fertig gemacht. Ich dürfte nicht auf Station kommen - Corona ....


    Mit meiner Schwester bin ich dann frühzeitig losgefahren um ihm heimzuholen. Kaum im Auto kommt der Anruf vom Doktor, sie hätten ihn schon früher zum Ausgang gebracht und er wäre jetzt abgehauen. Die Polizei wäre informiert. Die Polizei hatten meinen Vater als wir am Krankenhaus ankamen (10 Minuten später) bereits gefunden. Im Schlafanzug, ungeschwaschen ohne Socken bei 4 Grad Außentemperatur ist er mit schwachen Herzen noch etwas 800meter einen sehr steilen Berg mit Straße raufgegangen und wollte sich am Ende seiner Kräfte (nach eigener Aussage) zum sterben nur noch ins Straßengebüsch legen.


    Wir haben ihn dann nach Hause mitgenommen wo er auch recht schnell wieder zu sich gefunden hat. Allerdings sind uns bereits da enorme Erinnungslücken und das komplette Fehlen der Orientierung aufgefallen.

    Über den Hausarzt haben wir dann zwei Tage später ein Langszeit EKG von einem Kardiologen bekommen. In den Tagen als er zu Hause war hatte er immer wieder kleinere Anfälle mit verdrehten Augen und kurzfristigen aussetzern. Als wir dann am Freitag einen Termin beim Kardiologen hatten und dieser das Langzeit EKG auswertete kam in der Praxis schon der nächste Anfall. Auf dem Langzeit EKG zeigten sich Herzaussetzer von bis zu 35 Sekunden (im Schlaf). Also sofort mit dem Rettungswagen vom Kardiologen zurück ins das gleiche Krankenhaus, das nächste geeignete Krankenhaus wäre von uns über 70km entfernt gewesen und das konnte der Kardiologe nicht veranworten.


    So kam er wieder ins Krankenhaus, Notoperation Herzschrittmacher, das war gegen 13 Uhr. Gegen 16 Uhr kam schon wieder der Anruf ich muss ihn aus dem Krankenhaus holen, er könnte in diesem Zustand nicht bleiben. Er war rasent vor Wut, lies niemanden an sich ran und drohte sich und andere umzubringen.


    Also habe ich Ihn frisch operiert wieder heim gehohlt. Auch dort hat er sich relativ schnell wieder beruhigt. Hinzu kommt das er seit dem Krankenhaus nicht mehr richtig laufen kann (nur wenige Schritte) weil eine beidseitige Hüftathrose probleme macht (aktivierte Athrose). Das alles ist jetzt 5 Wochen her, meinem Vater geht es soweit gut aber das ganze hat einen enormen Schub bei der Demenz gebracht.


    Die Orientierung in der eigenen Wohnung (seit 50 Jahren) ist tagsüber phasenweise vorhanden abends aber grundsätzlich nicht. Die letzten 20 Jahre sind Erinnerungsmäßig würde ich schätzen zu 70-80% weg, auch bei älteren Sachen klaffen Lücken. Das Kurzzeitgedächtnis ist ein Sieb, anders kann ich es nicht beschreiben. Mich erkennt er meist recht gut, verwechselt mich aber manchmal mit anderen Personen. Bei meiner Schwester (wohnt etwas entfernt und ist nicht täglich hier) ist es ähnlich.


    Ich habe an dieser neuen Situation wirklich schwer zu knappern. Ich bin alleinstehend, 38 Jahre, selbstständig und um ehrlich zu sein psychisch schon vorher nicht das blühende Leben. Meinen Betrieb habe ich direkt neben dem Wohnhaus und werde dort eigentlich auch dringend gebraucht. Unter der Woche nehme ich meinen Vater mit rüber in den Betrieb (das war auch vorher schon so) wo er ganz einfache Sachen mitarbeitet. Das ist Routine die ihm eine Aufgabe gibt und auch gut tut. Aber für mich ist es ein ganz schöner Drahtseilakt bei dem mein Vater, meine Arbeit und auch ich zu kurz kommen. Mein eigenes Leben ist eigentlich nicht mehr existent.


    Die Hüften machen immernoch Probleme, so fallen aktivitäten wie Spazierengehen(machte er früher täglich) komplett aus. Nach einem CT wissen wir er bräuchte eigentlich zwei neue Hüften, bei seinem Zustand im Krankenhaus ein Ding der Unmöglichkeit.


    Mein größtes Problem ist das aber das er nicht mehr gut allein bleiben kann. Er sucht dauernt Leute oder meint es würden noch weitere Personen im Haus wohnen (nicht der Fall). Mein Zeithorizont in dem ich ihn allein lassen kann liegt bei etwa 40 Minuten spätestens dann muss man sich mit ihm beschäftigen. Das fordert er auch aktiv ein. Schlimm sind die Wochenenden hier dürfte ich den ganzen Tag Entertainer spielen.

    Allerding wird es auch immer deutlicher das ich ihm nicht genug bin, etwas das sich auch wegen Corona nicht so leicht ändern lässt. Meine Schwester tut ihr mögliches wohnt aber nicht im Haus sondern 20km entfernt und hat selbst zwei Kinder und gesundheitlich schon einiges durch. Sprich es bleibt einfach das meiste an mir hängen.


    Ich habe auch ein schlechtes Gewissen wenn ich ihn allein lasse.


    Facharzt Termine zu bekommen ist eine Kathastrophe nach Anruf bei allen Orthopäden in der Nähe habe ich dort einen Termin in 5 Wochen. Neurologe 7 Wochen.


    Mein bisschen privatleben spielt sich da zwischenn 22 und 23 Uhr ab. Gegen 22 Uhr will er schlafen gehen (mit täglich gleicher Diskussion wo er denn schlafen soll weil er sich abends nicht erinnert ein Schlafzimmer zu haben) Gegen 23 Uhr falle ich dann selber todmüde ins Bett weil das ganze Spiel unter umständen bereits am Nächsten Tag um 6 Uhr von vorne los geht.


    Ich bin im Moment wirklich mit meinen Kräften am Ende und habe keinen blassen Schimmer wie ich das auf unbestimmte Zeit weiter aushalten soll. Ich komme mir selbst vor wie im Gefängnis. Dazu kommen natürlich auch immer wieder unschöne Gedanken (wäre er gestorben) die kaum tauchen sie im Kopf sofort Schuldgefühle verursachen.