Beiträge von Sohn83

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.

    Hallo Zimt,


    ich möchte dir ebenfalls raten einen Palliativdienst dazu zu holen. Persönlich hatte ich davon leider nicht mehr viel weil es zu schnell ging, aber die wenigen Gespräche die ich führen konnte waren sehr hilfreich.


    Bei uns war es ein Ambulanter Palliativdienst (nennt sich SAPV = Spezialisierte ambulante Palliativversorgung) der direkt mit dem Heim zusammengearbeitet hat. Mir wurde das auch so erklärt das es sich dabei um eine Dauerverschreibung handelt. Sprich bessert sich die Situation wieder fällt der Palliativdienst weg, wird es wieder schlechter kommt er wieder dazu.

    Eine Dame vom Besuchsdienst (bei uns Caritas) hat mir gesagt das sie eine Dame bereits seit zwei Jahren besucht. Es ist also nicht unbedingt nur für die letzten Tage/Wochen.


    Eine Magensonde haben wir auch abgelehnt, die letzten zwei Wochen bekam mein Vater Fresubin Trinknahrung (Apotheke) 400kcal je 200ml.


    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft in dieser Zeit.

    Hallo,


    ich möchte mich ganz herzlich für die vielen lieben und aufmunternden Beiträge bedanken. Die Beerdigung haben wir hinter uns und es war alles in einem eher kleinem Kreis gehalten.

    Meine Gefühlslage ist recht komisch, sehr distanziert und dumpf. Darüber bin ich ehrlich gesagt aber dankbar, so konnte ich den Vormittag gut überstehen.


    Wir haben uns gegen den in unserer Region eigentlich noch mehroderweniger obligatorischen Leichtrunk (ich hasse schon das Wort) entschieden sondern alle die lust haben ungezwungen auf Kaffee und Kuchen in Papas Elternhaus (Gastwirtschaft) eingeladen. Das war angenehm und in lockerer Stimmung. Ich bin danach noch mit einigen Verwandten/Gästen noch am Stammtisch den Papa ja auch Jahrzehnte fast täglich besucht hat auf ein Bier zusammengesessen.

    Ich glaube das hätte Papa gut gefallen.



    Auch eine Verwandte wo seit gut 20 Jahren kein echter Kontakt vorhanden war ist gekommen, das war Papas Cousine (82) mit ihrem Mann (83) und einem ihrer Söhne (62). Eine bezaubernde alte Dame die damals ihre eigene Mutter über 20 Jahre in ihrer sehr schweren Demenz begleitet hat und nun auch seit 2 Jahren ebenfalls mittelgradig dement ist.

    Sie wird von ihrem Mann allein zuhause versorgt. Mit diesen dreien bin ich lange zusammengesessen und ich konnte ihr mit meiner Ahnenforschung aus den letzten Jahren (Zugang übers Handy mit vielen Bildern) eine große Freude machen als ich ihr Bilder ihrer eigenen Großeltern zeigen konnte die sie sofort erkannt hat.
    Ihrem Sohn und Mann konnte ich ein paar Denkanstöße und Adressen aus der Umgebung geben wo sie sich zusätzliche Hilfe und Beratung holen können(z.b. gibt es in ihrem Heimatort eine Zweigstelle unserer tollen Tagespflege die mein Vater 1,5 Jahre besucht hat, gleiches Konzept, gleiche Leitung und ein teil des Personals sind identisch) . Ich hoffe das wir den Kontakt aufrecht erhalten können.


    Mir ist aber aufgefallen das ich und meine Schwester die einzigen waren die ohne Hemmungen auf die drei zugegangen sind. Ich hoffe das ist etwas was ich in meinen nächsten Lebensabschnitt mit hinüber nehmen kann.


    Auch das die Beerdigung so zügig (2 Tage) stattfand war für uns die richtige Entscheidung, so konnten wir auch die Teilnehmerzahl trotz öffentlicher Beerdigung klein halten.

    Bei uns hier steht die Familie am Grab bis alle Besucher der Beerdigung an der Grabstelle Abschied genommen haben. Ein Brauch den ich für die wirklich Betroffenen einfach nur grausam finde. Ich kann mich auch nach fast 30 Jahren noch daran erinnern das dies bei meiner Mutter gut 45 Minuten in strömenden Regen dauerte, ich glaube diese ganze Zeit am offenen Grab zu stehen war für mich schon damals das schlimmste überhaupt.


    Heute dauerte dies dann bei strahlendem Sonnenschein vielleicht 10 Minuten. Außerdem: Papa war immer ungeduldig und hasste es auf irgendetwas zu warten. Ihm wäre wohl nichts so zuwider gewesen wie zu lange auf seine eigene Beerdigung zu warten. Das trifft den Nagel und Papas Wesen auf den Punkt und ist auch der Satz dem ich und meine Schwester jedem gesagt haben der moniert hat das es so schnell ging.


    Morgen müssen wir dann das Heimzimmer räumen, Dienstag zieht dort bereits der nächste Bewohner ein.


    Euch allen nochmals einen herzlichen Dank für alles.

    Hallo,


    mein Papa ist heute morgen verstorben. Leider waren wir nicht dabei, heute morgen um 7:15 Uhr kam der Anruf wenige Minuten danach. Er ist aber nicht allein gestorben was mir ein großer Trost ist. Kurz nach sieben war eine Arzthelferin unseres Hausartzes im Heim um ihm Blut abzunehmen. Dazu war auch eine dieser tollen Pfelgerinnen aus dem Heim mit dabei. Bevor sie Blut abnehmen konnte wollte die Pflegerin ihn umlagern und er hat dann in ihren Armen seinen letzten Atemzug getan.


    Wir sind dann in Heim gefahren, dort war er bereits ordentlich gekämmt und gewaschen. Er sah ganz friedlich aus, der Nachttisch geräumt und bestückt mit brennender Kerze, Kreuz und Weihwasser. Alles sehr würdevoll und wir konnten uns solange Zeit nehmen wie wir möchten. Das haben wir getan und waren dann noch gut 90 Minuten mit unserem Papa zusammen.


    Wir haben dann aus dem direkt benachbarten Kloster einen Pater kommen lassen der ihn dann noch die Sterbesakramente gegeben hat. Das war sehr schön und intim. Papa, der Pater, meine Schwester und ich.



    Ich stehe noch etwas neben mir weil wir heute den ganzen Tag von einer Stelle zur nächsten gefahren sind um eine möglichst schnelle Beerdigung zu organisieren. Haben wir geschafft diese ist bereits am Samstag sonst hätten wir bis Mittwoch warten müssen.

    Meine Schwester und ich haben damals die Zeit zwischen Tod und Beerdigung unserer Mutter als sehr belastend empfunden, deshalb sind wir froh das wir die alles schnellstmöglich machen können


    Der Tag heute ist sehr seltsam, die Gemütslage schwankt von Emotionslosigkeit und Wellen großer Trauer aber wir halten uns gut.


    Kurz nach 18 Uhr stand dann plötzlich meine Cousine vor der Tür, mit ein paar Bier und der Ansage wenn ich vorher gefragt hätte hättest du sowieso nein gesagt. Wir haben gut 3 Stunden viel geredet und ja auch gelacht. Das hat mir sehr gut getan und dafür werde ich ihr immer dankbar sein.

    Das mit den tollen Ratschlägen aus Bekanntem und Verwandtenkreis kennt glaube ich jeder pflegende. Da ist immer alles ganz leicht, ohne Probleme etc..

    Wirklich über das Thema sprechen kann man nur mit anderen "Betroffenen" oder Leuten vom Fach.


    Was mich immer wieder erschüttert ist aber wie manche! Leute trotz ebenfalls Dementer Angehöriger mit anderen Dementen umgehen. Im Heim meines Vaters gibt es eine ältere Dame, sichtlich dement, im Rollstuhl, Zunge hängt heraus und die paar Worte die sie spricht sind kaum verständlich. Sie robbt mit dem Rollstuhl den ganzen Tag durch die Gänge in ihrer Etage, man lässt sie im Heim gewähren weil es sie glücklich macht. Da macht es auch nichts das alle Wände im Flur mittlerweile einen schwarzen Streifen vom Rollstuhl haben.

    Ich sehe so viele Besucher an dieser Frau vorbeigehen, kein guten Morgen oder Grüß Gott (bei uns hier sagt man Grüß Gott) die Frau wird von vielen ignoriert als wäre sie ein Möbelstück. Das finde ich so traurig, vorallem weil ich jeden Tag sehe wenn ich sie grüße (Grüß Gott Fr. xxx) wie sie lächelt und mit ein paar Lauten zurückgrüßt.


    Natürlich gibt es auch ganz viele Besucher dort die zu jedem Bewohner genau so freundlich sind wie zu ihren eigenen Familienmitgliedern.


    Das sind so Kleinigkeiten, ich glaube ganz viele Menschen neigen dazu alles vermeitlich schlimme oder schlechte auszublenden in der Hoffnung das es sie niemals betreffen wird.

    Hallo ihr lieben.


    Danke nochmal an Rose für deinen einfühlsamen Beitrag. Bei uns hat sich leider nicht groß getan. Gestern war mein Papa sehr verkrampft und hatte offensichtlich Schmerzen. Habe dann gleich mit der Stationsleiterin gesprochen und es wurde ein halbes Schmerzpflaster zusätzlich geklebt (das ist noch innerhalb der verordneten Dosis von 1-1,5 Pflaster) danach hat sich mein Papa sichtlich entspannt und die völlig verkrampften Beine und Hände haben sich gelöst.


    Morgen ist der Hausarzt bei ihm im Heim, dann werden wir besprechen ob man die Schmerzpflaster höher dosieren kann. Die Pflegerin meinte sie schneiden die nicht gerne durch (auch wenn es Ärzte gerne so verordnen) weil dann die Schmerzmittelabgabe unregelmäßig sein kann.

    Ein wenig habe ich den Verdacht das die Pflaster bei ihm nicht mehr richtig wirken (geklebt wird am Rücken) weil er schon so dünn ist.

    Ansonsten hatte ich wieder einen kleinen Aha-Moment. 45 Minuten habe ich Mittags versucht etwas von der pürierten Kost in ihn rein zu bekommen. 1-2 Löffel mehr ging nicht. Dann ist eine der Pflegerinnen gekommen und hat es probiert. Keine 5 Minuten später war der Teller und Nachtisch(Eis) aufgegessen.

    Alles in allem muss ich sagen das man sich im Moment im Heim sehr gut um meinen Papa aber auch um mich kümmert. Regelmäßig schaut auch die Stationsleitung/Pflegeleitung nach meinen Papa oder unterhält sich auch ein wenig mit mir. Dann sind so Kleinigkeiten wie eine Pflegerin (eine sehr herzliche Frau die immer lächelt und etwas extrem mütterliches ausstrahlt) die auchmal kurz ein paar Minuten nach Papa schaut obwohl sie per Rotation aktuell einen Stock höher ist. Deren Mutter ist im übrigen zwei Wochen nach meinem Papa im Heim eingezogen. Auch so Sachen wie aktuell die Trinkmahlzeiten oder eine Anti-Dekubitus Matratze werden wunderbar organisiert und ich mit so wenig "Verwaltungskram" wie möglich belästigt.

    Auch vom ehrenamtlichen Besuchsdienst (über die Pallativversorgung) war gestern bereits zum ersten mal eine Besucherin da. Das ist zwar nicht "seine" Begleiterin aber sie meinte sie betreut am Wochenende einen Stock höher eine Patientin und schaut dann auch noch zusätzlich bei Papa vorbei. Das hat mich sehr gefreut und war auch für mich ein sehr angenehmes Gespräch.


    Nach der Arbeit fahre ich heute wieder rein, wie jedes mal werde ich recht nervös weil ich nicht weiß was mich erwarten wird.


    Zimt.

    Es tut mir so das ihr euren Platz verloren habt. Ich Wünsche dir da viel Kraft.

    Vielleicht googelst du mal ob es bei euch in der Gegend Pflegeberatungsstellen, Demenzberatungsstellen oder Angehörigenberatungsstellen gibt. Bei uns hier gibts sowas einmal vom Landkreis, Maltesern und rotem Kreuz. Die helfen manchmal auch bei der Suche und haben oft gute Kontakte zu Heimleitungen.

    Leider weiß ich nicht wie es rechtlich ausschaut, aber was ist wenn du noch Verhinderungspflege hinten dran hängst? Ob da das Heim einfach nein sagen kann/darf?

    Hallo Hr. Hamborg,


    danke für Ihren Beitrag. Ich möchte dabei sein, das erscheint mir wichtig. Auch wenn ich Angst davor habe und nicht wirklich weiß was das Beste ist. Ich war bei meiner Mutter anwesend allerdings damals noch sehr jung (12). Meine Psychologin sagt da begann wohl mein Trauma aus dem ich nie wieder herausgefunden habe. Trotzdem kann ich mir nicht vorstellen nicht dabei zu sein, sofern ich es beeinflussen kann. Bei jedem klingeln des Telefons klopft das Herz ...


    Gestern war er wieder ein wenig lebhafter, also habe ich wieder etwas Hoffnung geschöpft weil die Antibiotika möglicherweise anschlagen. Heute war dann alles leider wieder deutlich schlechter.


    Es ist wirklich schwierig, einerseits möchte ich bei ihm sein, andererseits merke ich das mir die letzten Tagen mit den vielen Stunden an seinem Bett nicht gut getan haben. Also bin ich heute morgen nach knapp 2 Stunden wieder gegangen. Trotzdem plagt mich mein schlechtes Gewissen nicht dort zu sein.

    Hallo Rose60,


    diese Ruhelosigkeit, plötzliche Panikattaken sowie das Nachts (vermeitlich) klingelnde Telefon kenne ich auch.

    Bewältigungsstrategien zu finden ist nicht einfach. Ich habe diesbezüglich viel gelernt aber z.b. Meditation (die helfen würde) gelingt mir in diesem Stadium leider gar nicht. Aber so ein paar Punkte die ich in MBSR (Mindfulness Based Stress Reduction) gelernt habe kann ich immer wieder mal anwenden.


    Was schwarzerkater geschrieben hat ich eigentlich genau das was man auch mit der Meditation erreichen will/kann/soll. Selbst in die Beobachterrolle gehen weil das Abstand zu den eigenen Gefühlen bringt. Oft gelingt das auch indem man es ganz bewusst so versucht.

    "Ach ... mal wieder eine Panikattacke ... wie interessant! Mal schauen, wie es jetzt weitergeht ...


    Dazu gehören auch Atemübungen, ganz bewusstes ein- und ausatmen bringt da vielleicht tatsächlich etwas Beruhigung rein.


    Ein "Mantra" oder Satz aus meinem MBSR Kurs ist mir auch hilfreich. Den sage ich gerne innerlich auf. "Kein Gefühl bleibt ewig, jedes Gefühl geht irgendwann vorüber."


    Bei mir persönlich ist die Gefühlswelt sobald es in die Langdistanz geht und die Situation sehr belastend ist, recht schlagartig deutlich gedämpft. Irritierend weil es komplett meinem sonst eher emotionalen Charakter wiederspricht.

    Meine Psychologin reden da zwar von Retraumatisierung und von einem Glashaus in das ich mich selbst einsperre (alles sehen aber nur gedämpft wahrnehmen) aber ehrlich ich bin im Moment dankbar darum das es so ist. Wohlwissend das ich das "später" alles nachhole ....

    Danke Euch.


    Heute steht mein Telefon nicht still. Gerade noch einen Anruf vom Vertretungsarzt bekommen (Hausarzt hat Urlaub) - wow der ruft mich wegen der Blutwerte persönlich während seiner Sprechstunde an obwohl wir uns heute Nachmittag sowieso noch sehen.
    Jetzt weiß ich wenigstens warum die in jeder Pflegeeinrichtung solche Loblieder auf diesen Arzt singen.


    Der Entzündungswert ist viel zu hoch, er vermutet eine Blasen- oder angehende Lungenentzündung und verordnet jetzt ein Breitband Antibiotikum.

    Danke für euer Mitgefühl und eure aufrichtigen Worte.


    Die Situation ist wirklich bescheiden und unglaublich anstrengend.

    Heute Nachmittag kommt der Arzt vorbei da werden wir besprechen was die Blutwerte aussagen und wie es weiter geht.


    Was bei meinem Papa halt so komisch ist, ist das die Vitalwerte alle recht gut sind. Blutdruck, Herzschlag, Puls alles gut im grünem Bereich. Er trinkt auch sehr gut bzw. fordert in seinen kurzen Wachperioden Getränke ein. Er hat auch Hunger (wobei das Kauen fast gar nicht mehr geht).

    Wenn er wach ist, ist er für seine Verhältnisse schlecht gelaunt. Er wirkt dann von allem genervt.


    Gestern Nachmittag bis Abend hat er 3 Fesubin (=1200kcal) getrunken. Andererseits wird er halt kaum wach. Umsetzen und das regelmäßige umlagern (langsam entwickelt sich durch das liegen ein kleiner Dekubitus) scheint ihm große Schmerzen zu bereiten und total zu erschöpfen. Die Schmerzen kann ich mir ja noch durch das viele liegen erklären. Fast jeder kennt das doch wenn durch das liegen die Gelenke steif und unbeweglich werden.


    Heute habe ich auch schon einen Anruf vom Palliativdienst erhalten, die werden heute einen Erstbesuch machen. Das ging also realtiv schnell


    Ich werde weiter berichten, durchs aufschreiben werden meine Gedanken ein wenig geordneter.

    Mal ein kleines Update.


    Meinem Papa geht es nach 6 Infusionen unverändert, eigentlich schlechter. Gestern war ich knapp 4,5 Stunden drin (gestern dauerte die Infusion wieder 4 Stunden) davon war er vielleicht 15 Minuten wach. In den Wachphasen macht er seine Augen nicht auf.


    Essen/Tabletten ist mittlerweile sehr schwierig. Wir (ich) haben jetzt auf Fresubin Trinkmalzeiten umgestellt (200ml =400kcal) und er bekommt pürierte Kost.

    So kommt er überschlagen gestern wenigsten mal so auf 1400kcal. Montags war ich bei allen Mahlzeiten anwesend (hab gefüttert) da komme ich überschlagen auf keine 500kcal. Er hat ja keine Fettreserven mehr wovon er zähren könnte.


    Der Arzt hat ihn sich gestern auch nochmal angeschaut. Alle Vitalwerte sind gut. Blutdruck 130:70. Es wurde dann gestern abend nochmal Blut abgenommen und Morgen kommt der Arzt wieder. Er hat zusätzlich noch die Zuckertabletten bis zur Klärung am Donnerstag abgesetzt.
    Der Arzt hat dann noch nach einer Patientenverfügung gefragt, so eine haben wir ja leider nicht weil mein Vater das immer abgelehnt hat zu regeln. Ich soll das "mal" entscheiden .... ja Danke dafür Papa.....


    Ich habe Entscheidungsbefugnis über die Vollmacht. Das Thema habe ich aber mit meinem Papa öfter (auch noch vor der Demenz) besprochen und weiß daher recht gut was er nicht will (von Schläuchen am Leben erhalten werden etc.. )

    Mal schauen was mich heute erwartet....


    Unser Heim arbeitet mit einer ambulanten Palliativversorgung (SAPV) zusammen. Davon habe ich schon viel positives (von betroffenen Angehörigen) gehört. Ich habe das gestern mit der Pflegeleitung besprochen, diese Versorgung verläuft zweigleißig einmal die Versorgung mit Schmerz- und Beruhigungsmitteln, diese ist aber im Heim sowieso gewährleistet. Die andere "Schiene" ist ein regelmäßiger Besuchs- und Betreuungsdienst die sich sowohl an den Patienten aber vorallem an die Angehörigen richtet. Da wurde er gestern angemeldet weil es laut Heim erfahrungsgemäß sowieso einige Zeit braucht bis das ans Laufen gebracht wird.

    Danke für euren Zuspruch ecia25  Rose60


    Ja ecia ich komme im Moment gut damit klar. Ist eine eigenartige Lebensphase ....

    Rose am liebsten würde ich dich einfach drücken. Ich wünsche Dir auch ganz viel Kraft.


    und wenn es nicht mehr geht, muss man das akzeptieren.

    Ja Akzeptanz ist das Zauberwort. Wie wahr.

    Mein Papa bekommt jetzt subkutane Infusionen, weil das Heim (verständlicherweise) niemanden zur Beaufsichtigung abstellen kann sitze ich daneben und passe auf das er sich nichts rausreißt. Kommuniziert wurde ca 1 Stunde für die Infusion, Donnerstag waren es 4 Stunden, gestern 3 heute ging es schnell mit 1:45 Stunden wobei wir mit Vorbereitung und Füttern auch wieder bei 3 Stunden insgesamt rausgekommen sind. 7 Infusionen kommen noch ...

    Leider kann man noch keine echte Besserung beobachten. Mein Papa schläft praktisch die ganze Zeit. Ist nur wenige Minuten wach. Augen selbst im Wachzustand fast immer geschlossen. Es gibt nur wenige "wache" Momente wo man ein paar Worte wechseln kann dann dämmert er wieder weg.


    Ich muss beim Trinken/Essen aufpassen weil er mir währenddessen einschläft. Das war heute sehr belastend für uns beide, weil ich ihn immer wieder dazu animieren musste weiter zu kauen und das essen auchmal runterzuschlucken.

    Während der Mund voll ist sollte er halt nicht einschlafen, das ist gefährlich. Das hat ihm gar nicht gefallen und nach etlichen Fehlversuchen haben wir dann abgebrochen und sind auf den Nachtischpudding umgestiegen. Wenigstens davon hat er zwei Stück gegessen.

    Morgen werde ich mal mit dem Heim sprechen ob man auf Trinkmahlzeiten umstellen kann, zumindest wenn er so schwach ist.


    Mich erschöpft das im Moment sehr (obwohl ich ja eigentlich nur daneben sitze). Wenn ich aus dem Heim rausgehe fühle ich mich richtig ausgelaugt und platt.


    Der ganze körperliche Abbau, ja eigentlich Verfall ist seit einer Woche so massiv, ganz ehrlich im Moment würde es mich im wundern wenn er sich noch einmal erhohlt. An diesem Punkt war ich mit meinem Papa zwar schon öfter aber so massiv wie aktuell hatten wir es noch nie. Man merkt an allen Ecken und Enden der Mann hat keine Kraft mehr. Im Moment habe ich sehr das Gefühl das wir uns in der finalen Phase befinden.


    Nachts wache ich seit ein paar Tagen 1-2x auf weil ich glaube mein Telefon würde klingeln ...

    So ein kleines Update vor mir.


    War jetzt knapp 3 Stunden bei meinem Papa. Heute macht er tatsächlich wieder einen besseren Eindruck. Nachdem ich gestern nicht drin war (eigener Arzttermin) und dann die schlechten Blutwerte hatte ich eigentlich viel schlimmeres erwartet. Ich war recht nervös aber als ich ins Zimmer gekommen bin und er friedlich in seinem Sessel geschlafen hat war ich tatsächlich sofort beruhigter. Ich kann seinen Tageszustand selbst vom schlafenden Gesicht praktisch sofort richtig einschätzen.



    Dem Hausarzt ging es ähnlich er war (nach den Blutwerten) eigentlich angenehm überrascht und so wurde die Krankenhaus Option gemeinsam verworfen.


    Von den Pflegern habe ich ähnliches Feedback (gerade im Bezug auf die Osterfeiertage) bekommen das wir mit dem Krankenhaus/Ortswechsel/Aktivierungsmangel bei ihm evtl. viel kaputt machen.



    Die Wassertabletten wurden jetzt reduziert. Papa bekommt die nächsten 10 Tage täglich eine Infusion (Bauch) Ringerlösung mit Elektrolyten. Heute war die in der Apotheke leider nicht vorrätig also start morgen. Ich bin dann täglich drin und überwache ihn während er etwa 45 minuten am Tropf hängt damit er sich diesen nicht rausreißt. Dann sehen wir weiter. Trotzdem hat mir der Hausarzt auch nochmal klar gemacht das bei seinen aktuellen Werten es durchaus auch schnell wieder zu einer Verschlechterung kommen kann.


    Ich bin jetzt doch ein ganzes Stück beruhigt.

    Mir dreht sich gerade ein wenig der Kopf


    Ich komme gerade vom Hausarzt und habe mit dem die Laborwerte meines Vaters besprochen. Die Nierenwerte, Entzündungswert (CRP 15,9) sind schlecht. Elektrolythe sind in der Norm, was aber auch damit zu tun haben könnte das ich ihm extra Getränke mit Elektrolythen gebracht habe. Der Arzt meinte auch es könnte da mehrere Gründe geben warum der Entzündungswert so hoch ist, das könnte eine Infekt sein aber z.b. auch ein Tumor.


    Der Arzt stellt mehr oder weniger frei ob man ihn ins Krankenhaus überführen soll damit das abgeklärt wird. Einerseits wäre das medizinisch notwenig andererseits reagiert mein Vater sehr extrem auf Krankenhaus und Ortswechsel. Dann ist da die Gefahr mit dem langem Wochenende wo wieder nichts im Krankenhaus geschieht. Da stellt sich die Frage ob er diese Aufregung überhaupt verkraften kann. Bleibt er ihm Heim in seiner vertrauten Umgebung kann das natürlich auch schief gehen.

    Heute Mittag schaut ihn sich der Hausarzt an und informiert sich sobald er ein genaues Zeitfenster weiß. Dann bin ich auch vor Ort und wir können weiteres besprechen.


    Das ist jetzt wieder eine grauenhafte Situation wo ich nicht weiß was ich tun soll. Ich habe mich mit meiner Schwester besprochen und diese tendiert wie auch ich dazu ihn nicht ins Krankenhaus zu geben.

    @enh2292


    Zu deiner Frage bzgl. Trauer.

    Ja die Trauer lässt normalerweise irgendwann nach. Das ist ein schleichender Prozess und dauert.

    Einen typischen Zeitplan gibt es da zwar nicht aber aus persönlichem empfinden trifft es das "tradionelle" Trauerjahr recht gut. Trotzdem kann es bei einem Menschen dem man nahe gestanden hat auch Jahre später noch zu Situationen kommen wo man wieder Trauer/Verlust empfindet. Das ist aber nicht so belastend wie "frische" Trauer.

    Persönlich halte ich es auch für wichtig und richtig die Trauer zuzulassen.

    Liebe Glueck55,


    wir haben hier im Forum einen so schönen "Wie geht es Euch" Thread. Nutze den und schreibe dir deinen Frust/Belastungen von der Seele. Das hilft weil wir dich hier eigentlich alle sehr gut verstehen können.

    Hast du vielleicht mal geschaut ob es in deiner Nähe Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige oder Angehörige von Demenzpatienten gibt? Meine hier vor Ort hat mir sehr geholfen. Oft bieten Verbände wie das Rote Kreuz oder die Malteser solche Gruppen an die dann zusätzlich auch fachlich betreut werden.


    Zu guter letzt und weil du mit deiner Erfahrung bzgl. der Unterstützung der Angehörigen, nicht allein bist, habe auch ich mir, wie viele andere hier auch, professionelle psychologische Unterstützung geholt um die Sitation zu meisten. Das ist wirklich nichts für das man sich schämen müsste aber auch kein Wundermittel wo alles nach einer Sitzung wieder toll ist.

    ch habe z.B. durch meine Horrorstories von Gerichten, Ärzten, Banken, usw. schon drei befreundete Familien dazu gebracht, zum Notar zu gehen und sich gegenseitig General/Vorsorgevollmachten auszustellen.


    Das Rate ich auch jedem der es hören will (wollen viele nicht). Dabei sorgt oft der Hinweis für erstaunte Gesichter, das man im Fall der Fälle eben nicht für Elter oder auch Ehepartner einfach so alle Entscheidungen treffen darf.


    Pflege ist in vielen Familien ein Tabuthema. Hier auf dem Land herrscht auch in vielen Familien die einfache Auffassung das Kind welches das Haus bekommt/bekommen hat - hat sich auch um die Pflege zu kümmern - alle anderen sind raus.


    Ich würde mich ja darüber freuen wenn man Pflege noch viel mehr auch als kommunale Aufgabe begreifen würde. So wie sie dort dafür zu sorgen haben das genug Schulplätze vorhanden sind müssten sie auch um Pflegeangebote kämpfen.