Beiträge von Sohn83

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    Hallo Carolina,


    ich kann deinen Schock gut verstehen. Demenz und Krankenhaus ist leider so manches mal eine Horrorshow, weil die Krankenhäuser oft fachlich und personel mit dementen Patienten überfordert sind.

    Was du beschreibst könnte auf ein Delir hindeuten. Das wird (meiner traurigen Erfahrung nach) leider in vielen (vorallem kleinen) Krankenhäusern gar nicht wargenommen.

    Bzw. durfte ich mich z.b. in unserem Kleinstadtkrankenhaus (Sana) sogar noch dumm von einem "Neurologen" anschnauzen lassen weil es Delir nur bei Suchtpatienten gäbe. Unterstützung bzgl. Delir habe ich nur in diesem Forum erfahren und in verbindung mit dem Hausarzt behandelt.
    Es ist erschreckend wie schlecht Krankenhäuser auf geriatrische Patienten vorbereitet sind. Das tragische daran, ein Delir ist behandelbar und zumindest verkürzbar.


    Suche hier mal im Forum nach Delir, da wirst du sicherlich viele nützliche Beiträge finden (sofern die User sie nicht wieder gelöscht haben)


    Du könntest das im Krankenhaus ansprechen und einen entsprechenden Verdacht äußern. Ideal wäre wohl ein Krankenhaus mit gerontopsychatrischer Abteilung. Evtl. kann man deine Mutter in ein solches verlegen. Gerade bei dem was du sonst berichtest wäre dies vielleicht ja sowieso ein gangbarer Weg um mal ein richtige Diagnostik und Medikation zu erhalten.

    Hallo Ruderer,


    es freut mich das bei euch Bewegung rein gekommen ist und ich wünsche dir sehr das es klappt. Es ist toll wie du Dich um deinen Partner kümmerst. Das ist nicht selbstverständlich und eine ganz große Leistung.


    Du schreibst sehr reflektiert über die Erkankung. Aber ich möchte dir nochmals sagen, du brauchst dich hier bei uns nicht rechtfertigen. Wir verstehen dich und deine Situation sehr gut.

    Was aber auch wahr ist, sehr viele von uns standen an genau dem gleichen Punkt wie du jetzt ,mit genau den gleichen Gedanken. Es ist ein Prozess, die Krankheit schreitet voran und auch die Pflegeperson entwickelt sich weiter.

    Es gibt bestimmte Grenzlinien da ist es einfach von einer Person fast nicht mehr allein bewältigbar. Bei mir war es die als ich keine Nacht mehr schlafen konnte und trotzdem zur Pflege noch täglich meinen beruflichen Verpflichtungen nachgehen musste. Daneben gibt es noch Eigen- und Fremdgefährung etc..


    Für die nächste Zeit möchte ich dir eigentlich nur mitgeben -> Plan B

    Wie dieser aussieht musst du selbst entscheiden, aber zur Sicherheit solltest du dir darüber Gedanken machen.

    Ich selbst habe fast zwei Jahre intensiver Pflege gebraucht das einzusehen. Ich habe es nicht verstanden als man mir es hier im Forum wieder und wieder gesagt hat. Deshalb fühle dich Bitte von meinen Worten nicht angegriffen.


    Auch mit Unterstützung hängt die Pflege an deiner Person. Der Pflegeaufwand wird mehr und das kann ganz plöztlich geschehen. Es reicht mitunter eine ganz banale Erkältung / Blasenentzündung oder der Klassiker im Alter, Sturz mit einem Bruch, plötzlich ist alles was gestern noch selbstständig ging weg. Das kann sich wieder ändern, oder auch nicht.

    Wenn du aus irgendwelchen Gründen ausfällst bricht das ganze System zusammen.


    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft

    Hallo weitweg, schwarzerkater und Rose60,


    für euren wahnsinnig hilfreichen Zuspruch möchte ich mich bedanken. Das hat mir unglaublich gut getan. Heute war halt so ein Tag .... Kennt ja jeder.


    Wie immer kann ich mir aus euren Posts so viel rausziehen und ich werde das auch in meiner nächsten Sitzung anbringen.


    War heute nach der Arbeit kurz bei Papa und bin mit ihm etwas in den Park, danach habe ich mich im Schwimmbad so richtig ausgepowert und meinen Frust abgebaut. Meine Therapeutin hat mir ja auch zu viel Sport geraten.


    Danke Euch von ganzem Herzen.

    Heute mal nur indirekt über Pflege, aber mir geht es heute nicht so toll und ich brauche ein Ventil.

    Ich ärger mich gerade mal wieder über meine Schwester weil ich mich da einfach auf nichts verlassen kann, warum ich der Meinung war mit dem Pflegeheimumzug würde sich das ändern und sie würde auch nur einen kleinen Teil der Verantwortung übernehmen weiß ich selbst nicht. Aber nun gut, ich werde das nicht ändern können.


    Ich hatte jetzt bereits mehrere Sitzungen in meiner Therapie.
    Die waren in vieler Hinsicht sehr aufschlußreich und haben mir neue Einblicke gewährt aber manche Sachen haben mich erstmal zutiefst verunsichert.
    Das wird wohl ein längerer Weg, innerlich schiebe ich das "irgendwann musst du dich dem allen stellen" ja bestimmt schon 25 Jahre vor mir her.


    Vielleicht fange ich gerade ganz langsam an mich selbst ein wenig besser zu verstehen. Warum ich so bin wie ich bin.

    Ein wenig ist es aber auch so wie ich befürchtet habe, es sind innerlich so viele Steine ins rollen gekommen, ich fühle mich da gerade überfordert.

    Ich beginne manches zu hinterfragen. Ich habe sehr sehr wenige wichtige Bezugspersonen in meinem Leben und jetzt muss ich feststellen das die die habe am ehesten wohl in die Kategorie "Energieräuber" fallen ohne das ich das bisher wissentlich wargenommen haben. Das zieht mir gerade alles ein wenig den Boden unter den Füßen weg.

    Hallo Ruderer,


    es ist toll was du alles machst und das die rechtliche Seite geklärt ist. Dein Partner hat Pflegestufe 4, das ist kein Kinkerlitzchen. Deine Beschreibung mit dem nicht alleine lassen können kenne ich (wie so viele hier) nur zu gut. Aber glaube mir wenn ich dir sage, auf Dauer macht dich das kaputt.

    Ich war/bin in vieler Hinsicht deinem Verhalten sehr ähnlich. Die Frage die mit hier im Forum gestellt wurde und die du dir auch stellen solltest, was passiert mit deinem Partner wenn du ausfällst. Das muss jetzt nicht der fast schon klassische Nervenzusammenbruch sein sondern mitunter ganz banale Sachen, Bein gebrochen, Unfall oder eine notwendiger Krankenhausaufenthalt deinerseits. In diesem Fall bricht das ganze Konstrukt zusammen.


    Eine der schwierigsten "Lektionen" die wir hier alle Lernen müssen ist das man manchmal gegen die Wünsche des Dementen handeln muss. Du schreibst die Tagespflege habe nicht funktioniert aber auch da muss man sich erstmal eingewöhnen. Als Angehöriger muss man lernen das auszuhalten. Das fühlt sich Scheiße an, ist aber oft der einzige Weg.


    Das du Zweifel bzgl. des betreuten Wohnen bekommst ist meiner Ansicht nach gut. Ich glaube nämlich nicht das dies für Dich gut ist.

    Ein anderer Punkt, ein Umzug ist für einen dementen keine Kleinigkeit. Das siehst du hier auch bei den vielen Beiträgen zum Heimumzug. Es muss nicht sein aber es ist durchaus möglich das dadurch ein Demenzschub ausgelöst wird. Ob du dich dem allein entgegenstemmen kannst musst du dir selbst beantworten.

    Ich wünsche dir viel Kraft.

    @ Buchenberg,


    habt ihr es schonmal mit rein pflanzlichen Stoffen probiert? Mein Papa hat recht gut auf Tabletten mit Passionsblume (ohne Rezept erhältich) reagiert. Das hatte ich aber mit dem Hausarzt abgesprochen.


    "gegen nervöse Beschwerden wie Nervenschwäche, Angst und Unruhe sowie gegen Einschlafstörungen."


    Die nimmt er jetzt seit 18 Monaten. Im Heim hatten sie die kurzfristig abgesetzt (weil das ja nur was pflanzliches ist und nicht hilft ...), nach wenigen Tagen aber wieder angesetzt.


    Natürlich immer nur in Absprache mit dem Arzt.

    Hallo liebe Anette K,


    schreibt hier so oft du willst, dafür brauchst du dich nicht rechtfertigen. Ich schreibe auch immer wieder das gleiche :-). Wichtig ist es das es Dir gut tut!

    Und mal mit ein wenig Augenzwinkern, wir sind hier in einem Demenzforum wenn wir nicht mit Wiederholungen umgehen können wer dann :-).


    Ich wünsche dir das das mit den Stimmungsaufhellern gut klappt. An einem Tag vor ein paar wochen, als mein Papa so ein richtige Tief hatte, habe ich mich bei ihm mehrfach bedankt. Bedankt dafür das er diesen so wichtigen Schritt (Heim) gemacht hat damit es ihm langfristig besser geht. Bei ihm bedankt weil ich sehe das er alles in seiner Macht stehende tut um seinen Gesundheitszustand zu verbessern. Bedankt weil ich sehe das dies und das schon nach so kurzer Zeit besser geworden ist.

    Ich denke das Muster kannst du verstehen, Das hat damals wirklich gut funktioniert und ich streue das auch jetzt immer wieder mal in Unterhaltungen ein.


    Ihm gibt das jedenfalls immer ein kleines Hoch und manch mal kann ich so einen depressiven Gedankenkreisel durchbrechen.


    Vielleicht einen Versuch wert? Kommt halt immer auf die Persönlichkeit an.

    Hallo Ruderer,


    erstmal willkommen hier im Forum. Hier wird du sicherlich viel Zuspruch und Erfahrungen bekommen.


    Für deine schwierige Lage möchte ich dir meine Mitgefühl aussprechen. Einen dementen zu betreuen ist eine große Herausforderung. Du schreibst davon das du in Gewissen Situation dich selbst als Gefühlskalt warnimmst. Das ist ganz normal und ein Schutzmechanismus, Solltest du in diesem Forum herumstöbern wir du das öfter lesen. Bei all der Aufopferung die du betreibst, du bist wichtig. Wenn es dir immer schlechter geht kannst du ihm auch nicht helfen. Vielleicht denkst du mal darüber nach ob dir selbst professionelle Hilfe holst. Das dieser Schritt nicht einfach ist weiß ich selbst sehr gut. Was ungemein hilft ist sich mit anderen in ähnlichen Situationen auszutauschen. Es gibt oft auch regionale Selbsthilfegruppen, vielleicht kannst du etwas finden.


    Habt ihr bereits einen Pflegegrad beantragt? Wenn nicht wäre das schon mal ein sehr wichtiger Schritt. Damit wird der ganze Aktionspielraum (z.b. finanziell) gleich etwas größer. Dann ist die Frage nach den rechtlichen Aspekten. Gibt es entsprechende Vollmachten (Vorsorgevollmacht etc) und wer hat die? So ganz konnte ich aus dem Betrag nicht erschließen ob ihr nur befreundet oder ein Paar seit, aber im Grunde ist das unerheblich. Ohne Vollmachten wirst du ganz schnell an einen Punkt gelangen wo du sowieso nicht mehr weiter kommst.


    Vielleicht könnte eine Tagespflege für dich ein wenig Entlastung bringen.


    Zu guter Letzt. Als ich deinen letzten Satz mit dem betreuten Wohnen gelesen habe musste ich schlucken. Du bist noch jung und hast dein ganzes Leben noch vor dir, willst du in deinem Alter wirklich in ein betreutes Wohnen ziehen? Bei der Demenz gibt es zwar gute und schlechte Tage aber die Marschrichtung ist ganz klar, es geht bergab. Wenn du diesen Schritt gehst wird sich an deiner Situation nichts ändern sondern du Stück für Stück mehr belastet, wenn dann mal vielleicht der Punkt gekommen ist wo ein betreutes Wohnen nicht mehr ausreicht steht du dann auch auf der Straße?

    Bitte überlege dir das gut. Man kann auch für geliebte Menschen da sein ohne sich rund um die Uhr um sie kümmern zu müssen. Das ist eine schwierige Einsicht (dich ich selbst gerade erst Stück um Stück erlerne).


    Ich wünsche dir alles Gute.

    Liebe TanjaS,


    es freut mich zu lesen das es DIR besser geht.


    Zur Traurigkeit.

    Als hätten wir es hier angezählt hatte mein Papa gestern auch so einen Tag. Ich könnte es nicht mal benennen ob er jetzt besonders klar oder besonders verwirrt war. Jedenfalls fing er mitten unter dem Besuch an sehr traurig zu werden. Er würde ja nie mehr nach Hause kommen und kenne sich immer noch nicht aus. Besonders als er meinte außer mir würde ihn nie jemand besuchen hat mich das doch sehr getroffen.

    Aus dieser Stimmung war er nicht mehr herauszureißen.


    Was ich stark merke es hängt viel an den Pflegern. Diese rotieren bei ihm (jedenfalls meine Beobachtung) im Wochentakt durch die Stockwerke 1-4. Das aktuelle 2er Team (Nachmittag) sagt mir auch am wenigstens zu. Da ist eine Pflegerin dabei diese strahlt einfach Unfreundlichkeit und Hektik aus (natürlich ein subjektiver Eindruck) aber wir wissen ja alle nur zu gut wie schnell die dementen auf Stimmungen reagieren. Letzte Woche war Nachmittag eine andere Pflegerin, deren ganzes Auftreten, Umgang mit Bewohnern und Ausstrahlung würde ich einfach als mütterlich bezeichnen, da merkt man sofort das die Bewohner viel gelöster wirken.

    Hallo Anette K,


    es ist ein Kraftakt das aktuell auszuhalten. Ich wünsche dir da viel Kraft. Es dauert seine Zeit. Vor zwei Monaten hätte ich es mir auch noch nicht vorstellen können.

    Schwarzerkater hat in ihrer so treffenen und einfühlsamen Aufzählung ja bereits alles Wichtige erwähnt.

    Vielleicht kann ich dir aber noch ein oder zwei Anregungen geben die bei uns funktioniert haben.


    Obwohl mein Papa früher ein extrem geselliger Mensch war der überall bekannt war (das genaue Gegenteil von mir) hat er seit der Demenz und den Wortfindungsstörugen große Probleme Kontake zu knüpfen.

    Ich weiß nicht wie es im Heim deiner Mama gehandhabt wird. Ich habe ich gleich zu Beginn darum gebeten, bitte kein Essen aufs Zimmer bringen und ihn so viel als irgend möglich in den Gemeinschaftsraum holen.

    Die Mahlzeiten nimmt er alle im Gemeinschaftsraum mit den immer gleichen 4-5 Leuten ein. Ich finde es ja ein wenig Schade das so viele noch recht mobile Bewohner in seinem Heim sich alle Mahlzeiten aufs Zimmer bringen lassen und dort allein essen, für die Gemeinschaft ist das nicht förderlich.
    Wer selbst schon mal auf einer Kur war wird sich vielleicht erinnern das man mit seinen Tischnachbarn am schnellsten Kontake knüpfen konnte.


    Auch hat es gut funktioniert das ich gleich anfänglich darauf geachtet mit Papa nicht lange auf seinem Zimmer zu hocken. Konnte er nicht gehen ging es ab in den Rollstuhl und wir haben das Heim erkundet uns Leuten vorgestellt. Etwas Smalltalk betrieben etc.. Mein Papa erinnert sich vielleicht nicht daran aber viele der anderen Bewohner, so gehen diese auch ganz anders auf ihn zu weil er nach nicht mehr "fremd" ist.


    Wenn ich ihn jetzt (nach zwei Monaten im Heim) besuche ist er praktisch nie auf seinem Zimmer. Er sitzt im Gemeinschaftsraum, schaut dort mit anderen mal Fernsehen oder trinkt Kaffee etc... Unterhalten tun sie sich nicht groß aber er ist halt in seiner Gemeinschaft.

    Hallo Rini,


    es tut mir sehr leid für euch das ihr so eine schlechte Erfahrung machen musstet. Bitte nicht verzweifeln.


    Das deine Oma nicht mehr so mobil ist kann durchaus an den Beruhigsmitteln liegen oder aber auch direkt am Umzug. Auch mein Papa hatte die ersten Wochen im Heim einen Demenzschub evtl. auch ein Delir. Zum Glück hat er sich davon wieder erhohlt (mit medikamentöser Hilfe).


    Wenn deine Oma jetzt so zittrig ist. Rollator und/oder Rollstuhl habt ihr bereits?
    Gerade falls deine Oma wirklich wieder kurzfristig in ihre Wohnung zurück muss gibt z.b. ein Rollator sehr viel mehr Sicherheit.


    Habt ihr bei anderen Heimen schon einmal persönlich vorgesprochen und besichtigt? Ich habe mit meinem Papa mehrere besichtigt, ein direkter Kontakt ist schon mal was anderes als z.b. übers Telefon. Hilfreich war das ich meinen Papa immer mitgenommen habe (zwangsweise) so konnte auch er einen Eindruck von der Einrichtung bekommen.
    Das hat auch den Vorteil das sich das Heim schon mal ein Bild von der Pflegeperson machen kann.


    Evtl. ist eure Tagespflege ein guter Ansatzpunkt. (Oft sind es ja Betreiber wie das Rote Kreuz die auch Heime betreiben)

    Die kennen deine Oma und die kennen meist auch die Heime in der Umgebung. Vielleicht können die euch einen Anstoß geben welche Heime in Frage kommen und vielleicht kennt ja da die eine oder andere auch die Heimleitung persönlich. Zumindest hier in unserem Landkreis sind die die in der Pflege arbeiten doch recht gut untereinander vernetzt. Z.b. war die Leiterin meiner Demenz Selbsthilfegruppe für Angehörige 14 Jahre lang im Nachtdienst in dem Heim in dem mein Papa untergebracht ist. Die konnte mir viele hilfreiche Tipps geben, Fragen kostet ja nichts

    Ich würde für niemanden (auch für mich nicht) meine Hand ins Feuer legen wollen, ob sich mit einer Demenz nicht doch eine Aggressivität (oder andere schwierige Verhaltensweisen) entwickeln können, selbst wenn man sein Leben lang ein netter und umgänglicher Mensch gewesen ist.


    Hallo schwarzerkater,


    da sprichst du einen guten Punkt an der mir des öfteren ebenfalls durch den Kopf geistert. Wie wäre ich wohl bei einer Demenz? Klar diesbezügliche Vorhersagen sind sehr schwierig.

    Ich sehe es bei mir selbst, ich kenne meine tiefen Abgründe und bin auch so ein Grübler/eher Depressiv der bis ins letzte alles gedanklich auseinandernimmt. Wenn ich dann ein Thema gedanklich "bearbeite" kann ich mich noch Jahre später innerlich in minutenschnelle in Rage bringen.
    Würden da demenzbedingt meine persönlichen, rationalen und kulturellen Filter wegfallen... ich glaube ich wäre ein sehr unangehmer Demenzpatient.

    Ich freue mich auch, so wird einiges leichter und ich spare mir jeweils ca 30 Minuten Aufwand. Die Voranmeldungen waren bei uns in der Gegend bei allen mit bekannten Heimen notwenig. Aber ich bin sehr froh das dies nun wegfällt. Ehrlich gesagt hat mich das mehr "gestört" als das testen bei der Teststelle.


    Aber auch im Heim war die Leiterin gestern ziemlich erleichert das es endlich wieder normal weiter geht.

    Unser Heim liegt ja ansich phenomenal zentral am städischen Schulberg wo im Umkreis von ungefähr 250 Metern 6 verschiedene Schulen untergebracht sind. Dann noch Krankenhaus, Hallenbad, Friedhof, Bahnhof, Klosterkirche, Stadtpark. Alles keine 200 Meter entfernt.
    Wie mir Pfleger und andere Bewohner gesagt haben war dieses Heim eigentlich dafür berühmt ein Haus der offenen Türen zu sein wo viele Freunde und Bekannte auf einen spontanen Kurzbesuche vorbeischauten. Einfach weil sie sowieso regelmäßig in der Gegend waren. Jetzt hoffen wir das dies wieder so wird und mehr leben zurück kommt und wir von Coronaausbrüchen verschont bleiben

    Das Pflegeheim hatte heute abend neue Infos für mich (hat die Leiterin auch erst heute Nachmittag erhalten ...) In Bayern reicht ab morgen ein Selbsttest mit Selbstauskunft. Bei unserem Heim entfällt damit auch der Zwang den Besuch vorher anzumelden.

    Vielleicht ein kleiner Tipp bzgl. solcher Briefe etc. Ich habe es mir über die Jahre angewohnt von allem Zeug was nicht direkt bei mir verblieben ist ein Foto mit dem Handy zu machen. Also Rezepte, Verordnungen, jetzt z.b. die Terminzettel im Pflegeheim für Physio,Ergo,Logo. Dazu immer noch Fotos vom aktuellen Medikamentenplan

    So habe ich bei Bedarf alles parat weil ich das Handy sowieso immer dabei habe.

    Ja das mit den Testzentren kenne ich, wir haben in unserer Kreisstadt noch zwei. Bei einem (vor dem Krankenhaus) bekommst du unmöglich einen Parkplatz und steht ewig in der Kälte an um dann weiter 15 Minuten in der Kälte auf das Ergebnis zu warten. Bei Nr 2 sind die Öffnungszeiten supotimal.


    Aber jetzt hast du mich tatsächlich kalt erwischt. Ich hab es gestern im Radio gehört das ab Freitag ein eigener Schnelltest genügt. Aber auf die schnelle habe ich tatsächlich nur Zeitungsmeldungen und einen Bericht vom Bayrischen Rundfunk gefunden:

    Besuch in Kliniken und Pflegeheimen: Bayern lockert Test-Regeln
    Besuche von Angehörigen in Krankenhäusern, Pflege- und Reha-Einrichtungen sowie in der Eingliederungshilfe werden in Bayern erleichtert: Von Freitag an reicht…
    www.br.de


    Dort steht " Zum Nachweis des negativen Ergebnisses genüge "eine Eigenerklärung gegenüber der jeweiligen Einrichtung"."


    Auf der Seite des bayrischen Gesundheitsministerium findet sich nichts dazu. Jetzt könnte ich mich schon wieder aufregen das man nach 3 Jahren Corona noch immer eine klare Kommunikation hinbekommt aber lassen wir das ....



    Ich wünsche Dir für Montag alles Gute! Das wird schon ;)

    Danke für Eure lieben Worte.


    Ja ich merke selbst das ich innerlich gerade mit dem Loslösungsprozess beginne. Ganz ganz langsam aber Stück für Stück. Bei mir hat sich da in den letzten zwei Monaten tatsächlich viel getan. Die Gedanken kreisen nicht mehr beständig nur um ihn und um die Pflege und wenn ich das Heim verlasse kann ich das tatsächlich schon relativ gut hinter mir lassen.

    Ab morgen greifen hier in Bayern die Erleichterungen für Besuche im Pflegeheim, dann brauche ich nur noch einen Selbsttest und muss nicht jedesmal zur Teststelle. Aus zeitgründen bin ich dort unter der Woche schon immer um 7 Uhr morgens hingefahren. Das macht alles auch nochmal ein wenig leichter. In der Firma habe ich noch 200 Testkits liegen, dann werden die auch mal verbraucht bevor die im Januar 24 ablaufen ....

    Gestern abend habe ich im Heim den Langzeitpflegevertrag unterschrieben und die Verhinderungspflege ist ausgelaufen.


    Obwohl sich ja an sich nichts geändert hat fühlt es sich für mich nochmals anders an. Ein wenig als wäre eine kleine Last von den Schultern genommen worden, vielleicht weil dieser "Schwebezustand" zwischen Kurzzeit und Verhinderungspflege jetzt weg ist. Ich mag gerne geordnete Verhältnisse.


    Papa war gestern in einem recht guten Zustand und ich hoffe das bleibt jetzt wieder ein wenig so. Nachmittags war der Hausarzt bei ihm und auch recht zufrieden. Ich war nicht dabei, tatsächlich könnte ich nicht benennen wann er das letzte mal ohne mich beim Arzt war. 6 oder 8 Jahre? ... Gewöhnungsbedürftig sagt mein innerer Controllfreak der immer noch meint überall das Zepter in der Hand behalten zu müssen weil sonst das Kartenhaus in sich zusammenbricht. Aber tatsächlich nicht schlecht ....



    Liebe Grüße

    Hallo Rini,


    ich wünsche Dir das es klappt und alles gut wird. Soo schlecht hört es sich ja der Start auf den ersten Blick nicht an. Auch wenn ihr das vielleicht anders empfindet.

    Weil du geschrieben hast das dann eine Pflegerin deine Oma zu Kaffee und Kuchen abgeholt hat möchte ich hier gleich mal ansetzen weil es sich die letzten 8 Wochen so gut bei uns bewährt hat.


    Meine Besuche unter der Woche (16:30 Uhr, halt nach der Arbeit) sind vom Ablauf her die besten. Ich bin 16:30 Uhr im Heim verbringe ca 1 Stunde mit meinem Papa und bringe ihn dann zum Abendessen in den Gemeinschaftsraum. Das ist für mich der perfekte Absprungpunkt weil er dann auch nicht "in der Luft hängt". Auch meine Wochenendbesuche versuche ich einigermaßen so zeitlich zu legen das eine Anschlußaktivität folgt (klappt leider nicht immer). Vormittags besuche ich nicht weil da in seinem Heim eine Gruppenbetreuung angeboten wird. Das Schema mit Abendessen oder Nachmittagskaffee als Absprungpunkt hat sich bei mir sehr bewährt.

    Liebe Anette K,


    du hast mein Mitgefühl. Ich weiß sehr gut wie du dich im Moment fühlst. Aber du wirst auch wieder bessere Tage haben. Man gewöhnt sich an die neue Situation dann läuft es besser. Deine Gefühle sind ganz normal, mir ist es vor zwei Monaten genau so gegangen, aber jetzt geht es mir bereits ein gutes Stück besser.


    Wir Angehörigen von Dementen sind das Trauern ja leider nur zu sehr gewohnt, wir nehmen lange und stückweise Abschied von der Person die wir von früher kannten und müssen gleichzeitig weiterhin ständig für die Person da sein. Jetzt seit ihr mit dem Heimumzug in eine neue Phase mit vielen Veränderungen eintreten, das dauert bis man sich wieder gesammelt hat.

    Auch wenn du dich vielleicht nicht danach fühlst versuche etwas für DICH zu machen. Spazieren gehen, Familie, Sport, Essen gehen, Kino, Freunde treffen etc... es hilft.


    Auch mein Papa wohnte bis vor zwei Monaten mit mir in meinem Elternhaus (getrennte Wohnungen, Haus gehört aber seit über 10 Jahren mir). Das ist nochmals eine besondere Herausforderung weil man ständig an die Person von früher erinnert wird. Manchmal habe ich fast den Eindruck es spuckt zu Hause, die Geister der Vergangenheit .... Ich glaube würde ich woanders wohnen wäre es vielleicht leichter ....
    Bei mir ist es dann auch noch der Familienbetrieb ein Haus weiter. Darin verbringe ich meine Arbeitstage und diesen Betrieb verbinde ich noch mehr mit meinem Papa als das Wohnhaus weil wir das zusammen über 25 Jahre aufgebaut haben.
    Bis er mit 80 nach Herzanfall von einem auf den anderen Tag plötzlich zum echten Pflegefall wurde hat er da noch täglich 4-6 Stunden gearbeitet.

    Jetzt nach zwei Jahren Pflege bin ich wenigstens soweit das ich seinen Schreibtisch leergeräumt habe.


    Vielleich beruhigt dich ja es das es sogar Leuten vom Fach genau so geht wie Dir/Uns. Vor ein paar Wochen hat mich die Leiterin von Papas ehem. Tagespflege angerufen und sich nach dessen befinden erkundigt (was mich sehr gefreut hat). Wir haben ein wenig am Telefon geredet, die Leiterin hatte ihren ebenfalls dementen Vater täglich mit in der Arbeit (Tagespflege) und ihn seit Weihnachten in einem Heim untergebracht. Ihr und Ihrer Schwester (ebenfalls in der Altenpflege) ging es ganz genau so wie uns allen hier.


    Hier im Forum hat mal jemand sinngemäß gesagt:

    Niemand findes es schlimm/verwerflich das Kinder zur Ausbildung in Kindergarten und Schule bei Fachpersonal geschickt werden. Warum sollte das bei dementen anders sein wenn man diese zur Pflege in professionelle Hände gibt.

    (sorry ich weiß nicht mehr wer und habe den Beitrag auf anhieb nicht gefunden, vielleicht wurde er ja vom Verfasser gelöscht)


    Ich wünsche Dir ganz viel Kraft. Du hast die richtige Entscheidung getroffen.