Beiträge von ecia25

    Liebe Hase, mein tiefes Mitgefühl für das, was Du nun noch leiden musst.

    Ich wünsche Dir, dass Du diese Wunden überwinden und verarbeiten kannst.


    Mehr Worte finde ich nicht.

    Hallo Weit weg, erstmal herzlich willkommen in der Runde der Angehörigen von Demenzkranken.

    Ein kleines bisschen kann ich Deine Problematik teilen, auch wenn ich nur mehrere 100km von meiner Mutter entfernt lebe, aber durch große Schwierigkeiten gesundheitlicher Art bei meinen erwachsenen Kindern örtlich gebunden bin und nur kurze Eintages-Besuche bei unserer Mutter machen kann.

    Meine Schwester lebt auch im Ausland, besucht unsere Mutter alle zwei Monate für 10 Tage.

    Da unsere Mutter dank einer Makula-Degeneration schon Jahre, bevor eine Demenz erkennbar wurde, erblindet ist, hatte sie auch schon regelmäßige Hilfen, die sie damals freiwillig angenommen und die Menschen selbst ausgewählt hatte. Insofern ist das für uns natürlich deutlich einfacher, als für Dich.

    Dennoch kenne ich auch das schlechte Gefühl, so weit weg und fast nicht handlungsfähig zu sein.

    Da tröste ich mich dann allerdings schon auch damit, dass ich ja nicht seit Jahren mein eigenes Leben nur auf das der Mutter ausrichten kann, sondern eigene Aufgaben und Verpflichtungen habe und es für sie einfach reichlich Möglichkeiten an Hilfen gibt. Wir Kinder können nicht lebenslang für unsere Eltern da sein, v.a. wenn große Entfernungen dazwischen sind, die wir wohl auch nicht mutwillig geschaffen haben.

    Ich wünsche Dir nun, dass Du hier fündig wirst mit Ideen, wie Du mit Deiner Problematik umgehen kannst und kein schlechtes Gefühl mehr haben musst.

    Die Trauer des Abschiedes von der früheren Mutter hast Du ja schon gut erkannt, nach meiner Meinung ist der Abschied von einem Menschen, der körperlich noch lebendig ist, aber im Geist schon sterbend, schwerer, als der endgültige Abschied durch Tod. Ich kenne beides aus eigener Erfahrung, zumal gegen alle Vernunft und Wissen ja immer wieder doch mal die Hoffnung aufkeimen kann, dass der Geist und Verstand wenigstens ein bisschen besser werden. Dann ist der Schmerz durch Enttäuschung noch heftiger.

    Einen guten Tag heute wünscht ecia

    Liebe Hase2020, Du kannst ihn nicht so leiden sehen, also ist es doch kein Verrat, wenn Du ihm dieses Leiden mit ALLEN Möglichkeiten ersparst.

    Denn offensichtlich leidet er so, dass Du es von außen wahrnehmen kannst. Er selbst kann sich in diesem Leiden nicht mehr aktiv helfen, Du kannst ihm helfen und es wird eine Phase auf ihn zu kommen, die Linderung bewirkt und ihn damit von seinem Leiden befreit.


    Ich wünsche Dir, dass Du selbst Erkenntnisse finden kannst, die Dir das Gefühl des Verrats nehmen und hoffe, dass andere hilfreiche Antworten für Dich kommen. Viel Kraft und Mut und Liebe!

    Hallo Hase, ist es für Dich noch nicht hinnehmbar, Deinen Vater ziehen zu lassen? Ich kann mich der Buchempfehlung von Rose60 nur anschließen, das ist wirklich sehr hilfreich und mich haben solche Erkenntnisse unglaublich entlastet.


    Bei meiner Mutter läutet es allmählich ganz vorsichtig an, dass auch sie ihr Leben als endlich anzunehmen beginnt und wir werden es akzeptieren und sie von keinem Arztbesuch mehr zu überzeugen beginnen, da sie körperlich nicht so leidet, dass es sie beeinträchtig. Wir nehmen hin, dass es zu Ende gehen kann und ich glaube, unsere Eltern sind alt genug, dass wir sehen dürfen: sie haben ihr Leben gelebt.

    Wenn Dir solche direkten Worte zu krass sind, lass es mich bitte wissen. Ich will nicht weht tun.

    Einen Weg zum Frieden mit eurem Schicksal wünsche ich Dir.

    So viele Eurer Beiträge würde ich gerne "liken", aber leider ist das ja nicht mehr möglich, seit das Forum mal gestört wurde.

    Trifft jetzt grade aber auch wieder auf alle letzten Beiträge zu! Danke allen dafür.

    Hallo Sohn83, den Worten von Rose60 kann ich mich vollumfänglich anschließen und gerade der Gedanke, dass Du plötzlich ausfallen könntest, sollte Dir durchaus bewusst sein.

    Bei uns war es die für alle total überraschende, plötzliche, schwere Erkrankung meiner Schwester, die regelmäßig bei meiner Mutter ist und wirklich urplötzlich alles und v.a. die Psyche meiner Mutter total durcheinander brachte - wenn da dann "irgendein" Heim genommen werden muss, dann kann das bei Deinem Vater schwerste Zustände verschiedener Arten auslösen.

    Damit wollte ich einfach veranschaulichen, wie Recht Rose hat mit ihren Worten und Dich auch bestärken, notfalls auch bei der Gutachterin sehr klar zu drängen, damit sie nichts übergehen kann.

    Ich wünsche Dir weiterhin gutes Durchhalten und ganz viel Erfolg (und Mut, schnell ins Reine zu kommen damit, dass Du den Vater bestmöglich betreuen und versorgen lassen willst)

    Carolina, Deine Worte klingen hart, aber sie sind so wahr!

    Wer ein halbwegs gutes Verhältnis mit seinen Eltern hat(te), wird vielleicht Probleme haben, sie zu verstehen - aber es gibt wahrhaft viele, die so ähnlich denken und nur nicht wagen, es auszusprechen.


    Mir geht es mit meiner Mutter nicht so schlecht, wie Dir mit Deiner, aber ich frage mich oft: warum nehm ich das alles auf mich? Warum höre ich ihr Abend für Abend oft über eine Stunde am Telefon zu, gehe freundlich auf sie ein, obwohl es mich auch nervt? Liebe ist es nicht, denn die hatte ich für sie bestenfalls in meiner früheren Kindheit. Warum tu ich es?

    Anstand vermutlich, aber sie ist eben zu mir auch anständig.

    Würde sie mich schimpfen, für alle "Fehler" verantwortlich machen, ich glaube, ich würde ohne schlechtes Gewissen den Kontakt abbrechen, eine wirkliche Nähe ist da von mir auch nicht vorhanden.

    Bei meiner Schwester dürfte es ähnlich aussehen.

    Danke für Deine offenen Worte.

    Ihr Alle! Mir fehlt zwar die Erfahrung mit der Mutter im Heim völlig, aber ich glaube, für ihre Entwicklung war ihre Blindheit tatsächlich ein Segen, so dass sie mit zunehmender Demenz ohnehin schon an eine gewisse Hilfebedürftigkeit gewöhnt war und diese leichter akzeptieren konnte.

    Als sie dann merkte, dass sie sich geistig verändert (sie sagt es nie, aber zeigt es doch in manchem) war sie mit zusätzlicher Hilfe regelmäßig nicht mehr einverstanden, konnte sich aber letztlich nicht wirklich dagegen wehren.

    Da kommen dann schon so Sachen wie: "da hupfen lauter Fremde (die sie tatsächlich alle seit Jahren kennt) in meinem Haus herum und ich habe keine Ruhe" oder auch mal Wut, ausgedrückt: "ich möchte jetzt was durchs Fenster schmeißen". Allerdings hat sie eine wunderbare Begleiterin (Pflegerin könnte man sie auch fast nennen), die ihr dann regelmäßig ihre Trommel bringt, auf der Mutter sich dann abreagieren kann und das klappt bisher gut.

    Mit ihren 97 Jahren, dick mit Wasser gefüllten Beinen und blind ist sie einfach nicht mehr so aktionsfähig, wie es Eure Eltern zum Teil zu sein scheinen - und wenn ich Eure Berichte so lese, bin ich dafür inzwischen wirklich dankbar. Dieser - sonst gar nicht wünschenswerte Zustand - macht es für alle Beteiligten so unendlich viel leichter, mit ihr umzugehen.


    Ansonsten kann ich nur unterstützen, dass niemand von Euch wirklich ein schlechtes Gewissen haben muss, denn jede*r hat bisher doch mehr als sein Möglichstes getan und sich für die Eltern eingesetzt und nun sind einfach die Fachleute in den entsprechend eingerichteten Häusern die bessere Möglichkeit. Sich das selbst einzugestehen und es den Eltern zu ermöglichen (auch wenn sie diese Notwendigkeit teils nicht einsehen), ist letztlich ein großer Dienst und evtl. sogar Liebesbeweis, auch wenn es sich gegenteilig anfühlt.

    Meine Hochachtung vor jeder und jedem Einzelnen von Euch.

    Liebe Schwarzerkater, Deine Worte werde ich auch meiner Schwester nahezubringen versuchen, denn die kann sich noch sehr über die Egozentrik unserer Mutter ereifern - eben weil sie die schon immer hatte. Aber ich glaube, die wird auch mit der Demenz nicht mehr verschwinden, beobachtete ich diesen Anteil schon bei vielen alternden Menschen eher sich steigernd.

    Aber Mutter tut niemandem mehr was damit - sie lebt einfach nur noch sich selbst vor sich hin.

    Danke für Deine Ausführungen, die helfen mir auf jeden Fall.

    P.S. Ich muss wohl mal endlich anfangen kein liebes Mädchen sein zu wollen 😎

    Warum solltest Du ein liebes Mädchen sein wollen? Wenn Deine Mutter das bis jetzt nicht erkannt hat, wird sie es auch nicht mehr sehen - oder es geht ihr dann wie mit Deinem Vater und da weißt Du dann aber auch, dass das nur die Demenz ist und nicht mehr Deine Mutter. Sehr traurig, aber leider wohl harte Wahrheit, so wie Du es bisher schilderst.

    Aber am Wichtigsten war wohl ein mehrfaches Treffen, bei dem die Psychiaterin merkte, dass er keine Ahnung hatte, was sie mit ihm beim letzten Besuch besprochen hat.

    Genau dieses Erleben habe ich mit meiner Mutter auch.

    Wir waren auch bitter enttäuscht, wie sie sich beim ersten Besuch des MDK so fit gezeigt hat, das Problem ist mittlerweile gelöst.


    Aber ein Beispiel: an ihrem 97. Geburtstag bekam sie natürlich einige Anrufe und dieselbe Frau, die während der Tischrunde non-stop fragte, welche Kuchen es gibt und wer welchen gemacht hatte, die nicht mehr wusste, ob und welchen sie schon gegessen hatte und die immer selben Fragen stellte, konnte bei ihren Telefonaten sinnvolle Gespräche mit sehr passenden, interessierten Fragen stellen, so dass ihr Gegenüber niemals auf die Idee gekommen wäre, dass sie geistig nicht mehr völlig fit ist.

    Wenn aber dieselbe Person eine Stunde später oder am nächsten Tag wieder anruft und im Grunde das wörtlich gleiche Gespräch mit den identischen Fragen wieder führen könnte, dürfte ihr auch aufgehen, dass Mutter doch nicht mehr wirklich völlig gesund ist.


    So passierte es auch, dass bei der lebensbedrohlichen Erkrankung meiner Schwester kürzlich eine Freundin meiner Schwester zuerst unsere Mutter informierte, die dadurch völlig aus ihrem Leben katapultiert wurde und tagelang verwirrt mit dem Telefon alles mögliche und unmögliche anstellte und Tag und Nacht, manchmal im Zweiminuten-Abstand bei uns anrief.

    Aber nur, weil diese Freundin unsere Mutter durch wenige kurze Telefonate und Begegnungen immer noch als völlig klar erlebt hatte und die Hinweise auf Demenz nicht glauben wollte.


    Dass sich allerdings gerade bei den Begutachtungen immer wieder auch die Fachleute, denen diese typischen "Verbesserungen" bekannt sein müssten, täuschen lassen, zumal, wenn sie schon vorher von Angehörigen detailliert informiert worden waren, das macht mich auch regelmäßig fassungslos, wenn ich davon höre.

    Danke, Herr Gust, für den Hinweis auf diesen Blogartikel.

    Der drückt sehr schön aus, wie ich durch meinen Blick aufs Kinderhaben und -großziehen mich schon frühzeitig aus der Verstrickung zu Eltern und Schwiegereltern lösen konnte, allerdings nicht, ohne auf Widerstände zu stoßen.


    Schon als Kind wagte ich zu sagen: Ihr habt mich in die Welt gesetzt, ohne mich vorher zu fragen (klar, ging ja nicht), ob ich überhaupt leben will. Es ist die Pflicht von Eltern, ein Kind das sie bekommen, auch verantwortungsvoll großzuziehen, da ist das Kind keinen Dank schuldig.


    Im Laufe meines Lebens, längst als fünffache Mutter, konnte ich aber diese Perspektive immer wieder bestätigt sehen, auch durch Menschen, die dieses Leben eben gar nicht wollten und auch durch mein Erleben: ICH wollte die Kinder, ob sie darüber glücklich sind oder nicht.

    Ich sehe keines meiner Kinder in meiner Schuld, mich aber ebenso wenig in der Schuld meiner Mutter. Wenn ich sie besuche, sie anrufe etc. mache ich das aus einem gewissen Mitgefühl, weil ich mich immer auch um alte Leute gekümmert habe, auch meine Großmütter sogar sehr gerne besucht habe, aber nicht aus einem Pflichtgefühl.

    Diese innere Freiheit genieße ich sehr bewusst und kann sie nur allen anderen, die sich noch durch Dankesschuld eingeengt sehen, von Herzen auch wünschen.

    Hallo Ute, auch ich stimme Rose und Buchenberg völlig zu.


    Tu es Dir nicht an und schütze Dich, letztlich damit auch Deine Mutter.

    Ich kann mir durchaus vorstellen, dass ihre Wut durch Deinen Anblick getriggert wird und das kannst Du per Wegbleiben vermeiden.


    So sehr in anderen Situationen Besuche/Kontakte hilfreich und nützlich sein können, so wenig scheint mir das in Eurer Lage so zu sein.


    Trau Dich!

    Lieber Sohn, ich kann mich Roses Worten nur anschließen: Du bist einfach keine Maschine, niemand von uns.

    Wir sind Menschen mit Gefühlen und auch die können ganz heftig an uns zehren, wenn wir uns für einen geliebten Menschen aufopfern, wie Du es für Deinen Vater zu tun scheinst. Da lassen irgendwann die Kräfte massiv nach, v.a. wenn ja kein Ende, keine Besserung möglich ist und kein echter Erfolg.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass es für Euch beide hilfreich ist, wenn Du doch schnell einen Platz findest und stimme daher vollumfänglich bei Rose zu. Viel Erfolg und Dir gute Besserung oder wenigstens Linderung.

    Liebe OiOcha, das was Du beschreibst, klingt einfach nur grausam, egal wie man es betrachtet.

    Mein Verständnis hast Du dafür, wenn Du die Kraft zur Betreuung nicht aufbringst und weißt Du was: ich finde, es ist auch ganz wichtig, das selbst zu erkennen, sich selbst einzugestehen, denn sonst kann man durchaus nur das Unheil vergrößeren, wenn man sich falsch einschätzt.


    Manchen ist es gegeben, das über Jahre leisten zu können, andere - wie Du und auch ich - haben eben andere Stärken, die genauso wichtig sind und es gibt ja die Einrichtungen, in denen die Erkrankten dann eben besser aufgehoben sind, als bei Angehörigen am Ende aller Kräfte und vielleicht auch allen Wissens und Könnens.

    Das sind einfach sehr individuelle Entscheidungen, bei denen niemand das Recht hat, zu urteilen ob "die anderen" das richtig oder falsch machen.


    Für Dich freut es mich, dass Du nun einen, wenn auch schmerzlichen, aber doch deutlichen Weg klarer erkennen kannst, das ist auch schon eine Erleichterung!


    Ein gutes Wochenende allen hier!

    Liebe OiOcha, leider kann ich Dir auch keinen sinnvollen Rat geben, das liegt wohl in der Natur des Problems und meinen konkret fehlenden Erfahrungen. Dennoch will ich Dich wissen lassen, dass ich Deinen traurigen Beitrag gelesen habe und mitfühlen kann - wer weiß, was auch auf mich noch alles zukommt, derzeit schaut es auch nicht Hoffnung machend aus.

    Eine Chance auf einen anderen Arzt habt Ihr nicht, der helfen könnte?

    Sorry, falls ich da schon was überlesen hab oder vergessen hab. Aber das ist letztlich mein einziger Gedanke, dass man da evtl. was ändern könnte.


    Du hast jedenfalls unglaubliche Kraft gezeigt (selbst falls Du Dich eher schwach fühlst), indem Du so lange bei Deinem Vater bist und das aushältst.

    Ich weiß nicht, ob ich das könnte.

    Erhole Dich danach gut und sei gut zu Dir.