Beiträge von OiOcha

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    Vielen Dank für die Ratschläge, Rose60 und Hinz!


    Ich habe mittlerweile mit der Stationsleiterin, der Hausärztin (die sich -obwohl selbst im Krankenstand- gemeldet hat :thumbup:), und dem Neurologen gesprochen, die alle der Meinung sind, man solle es höchstens ambulant versuchen. Der Neurologe wusste nichts von den Hintergründen und den Problemen meines Vaters bei seinen Krankenhausaufenthalten, war deshalb erst etwas genervt, und dann aber sehr verständnisvoll. Es wird jetzt erstmal mit Röntgen versucht sowie vorsichtig das Valporat ausgeschlichen. Wenn man einen Bruch an der Wirbelsäule sehen sollte, dann sollte man lt. Neurologen über eine weitergehende Behandlung nachdenken.


    In jedem Fall ist es so, dass wir alle ein erneutes Delir oder sonstige Komplikationen vermeiden wollen, und in Sachen OP tue ich mir mit einer Ablehnung eigentlich leicht, weil mein Vater seit 25 Jahren an schweren Rückenschmerzen leidet, die er immer nur mit viel Bewegung, einem Korsett, und nur im äußersten Notfall einem Gang zum Orthopäden kurierte (wo er sich dann widerwillig eine Spritze geben liess). Eine ihm oft empfohlene Rücken-OP hat er immer abgelehnt. Insofern denke ich, das machen wir dann jetzt auch nicht mehr.

    Hallo Man_in_the_mirror -- ich kann mir gut vorstellen, dass es dich stört. Im Heim meines Vaters sind die Pfleger enorm freundlich und respektvoll, da würde nie jemand "Du" zu den Bewohnern sagen. Zuvor war mein Vater lange in der Gerontopsychiatrie, und einer der Pfleger sprach ihn mit auch mal mit "Du" und der Koseform seines Vornamens an. Das ging aber eher so in die Richtung bayerische Wirtshausgemütlichkeit und hat die Situation entspannt. Dementsprechend fand ich es damals positiv, wenngleich es sicher nicht den Regularien entsprach. Wenn es aber eher abschätzend wäre, dann hätte ich auch ein Problem damit.

    Hallo ihr Lieben! Ich will mich hier mal anhängen, weil meine heutige Frage auch zum Thema Krankenhaus passt.


    Mein Vater hat sich seit über einem Jahr eigentlich sehr gut im Heim eingelebt. Er ist noch relativ wach, erkennt uns, wenn wir ihn besuchen, auch wenn er kein wirkliches Interesse mehr hat an uns oder den Bildern/Sachen hat, die wir mitbringen. Gesundheitlich fehlt ihm nichts (Blutwerte, Herz, usw), mit einer Ausnahme: die Mobilität. Seit ca. Dezember lief er sehr wackelig, und seit März sitzt er nur im Rollstuhl. Oder eigentlich: lümmelt. Er hat fürchterliche Angst, zu stürzen, und möchte sich, wenn man ihn schiebt, immer am Handlauf an der Wand festhalten.


    Wir haben großes Glück mit dem Heim, die kümmern sich wirklich toll. Ich war natürlich im Gespräch mit seiner Hausärztin und der Pflegeleitung bzw. dem Personal. Wir haben abgewogen, was man macht -- untersuchen lassen, zum MRT bringen? Die Entscheidung war dann nein, denn was würde man machen, wenn die was finden -- operieren lassen, Reha? Das würde er alles nicht verarbeiten können. Das Heim hat dann zwei Wochen lang ein Tagebuch geführt, um festzustellen, ob er wirklich Schmerzen hat -- Schlussfolgerung war, nicht wirklich.


    Letzte Woche war seine Hausärztin krank, und der Vertreter meinte, man müsse ihn doch mal zum Neurologen bringen, um abzuklären, ob es denn wirklich durch einen Demenzschub bedingt ist, oder vielleicht doch durch andere Ursachen. Was dann heute gleich gemacht wurde. Der Neurologe meint, man müsse ihn "unbedingt" zum MRT bringen, stationär, und alles abklären lassen, Parese usw. Mein Vater hat ihm natürlich auch erzählt, er hätte "fürchterliche Schmerzen."


    Jetzt weiss ich nicht weiter. Einerseits will ich natürlich nichts unversucht lassen, was wirkliche Besserung bringen kann. Andererseits war mein Vater Ende 2022 drei Monate lang in der Gerontopsychiatrie und hatte einen extrem schwierigen Aufenthalt. Und jetzt hat er sich so gut im Heim eingelebt. Da ist natürlich die Sorge groß, dass es sich wieder extrem verschlechtern könnte, wenn man ihn ins Krankenhaus bringt. Der Hausarzt-Vertreter schimpfte beinahe mit mir, weil ich meinte, wir hätten eigentlich mit Hausärztin und Pflegeleitung besprochen, meinen Vater lieber nicht durch die medizinische Mühle zu drehen. Er hatte aber natürlich keine praktischen Empfehlungen, was für ein Krankenhaus für Demenz-Patienten aufgestellt ist, bzw. wie man das alles arrangiert (für ein MRT müsste er ja z.B. lange still liegen, das geht wohl nur mit Sedierung?).


    Was würdet ihr denn machen?

    Hallo matthes -- herzlich Willkommen im Forum!


    Ich habe auch so einen Vater, der früher ein erflogreicher Geschäftsmann war, und dann am Anfang der Demenz hyperaktiv wurde. Er wurschtelte ständig in seinem Büro rum, zog alte Ordner raus, und verstand Sachen nicht mehr richtig. Mal hatte er Steuerunterlagen aus dem Jahr 1994 und meinte, er müsse eine Nachprüfung vorbereiten (machte sogar Kopien und leuchtete Zahlen an). Einmal rief er mich an und wollte wissen, wie wir es denn dieses Jahr mit dem Getreide machen. Es stellte sich heraus, dass es dabei um die 1964 stillgelegte Landwirtschaft seiner Großeltern handelte. Am schlimmsten war jedoch, wenn er alte Bankabrechnungen fand, von Aktien, die längst verkauft waren, und damit "fehlten." Hatte Siemens irgendwann mal verkauft, dann Allianz gekauft, und jetzt halt BMW ... aber weise das mal einem Dementen nach, der sich in dem Thema verheddert. Vor Behörden hatte er zum Glück einen gewissen Bammel, zum Thema Rente kam nie was.


    Das einzige, was bei uns geholfen hat ist Ablenken. Meine Mutter hatte eigentlich ganz gerne, wenn sie ihn mal ein Paar Stunden in sein Büro schicken konnte, weil er sie dann nicht ständig genervt hat. Aber sie ist dann halt immer mal wieder, wenn er mal abgelenkt war, hingegangen und hat die rumliegenden Ordner wieder weggestellt. Geht wohl bei euch nicht, wenn ihr nicht vor Ort seid, aber ich würde was ähnliches vorschlagen: "die haben doch jetzt schon zu, das machen wir morgen." Wenn er wirklich bei Ämtern anruft oder sogar böse Briefe schreibt, dann kann es auch Sinn machen, die vorzuwarnen. Ich habe das z.B. bei Banken und Versicherungen gemacht. Es ist aber wirklich schwierig, das zu regeln, wenn die Leute daheim sind und sich in solche Zufallsthemen verfressen. Bei uns wurde es erst mit dem Einzug in Gerontopsychiatrie bzw. Heim besser.


    Und was molli sagt ist auch sehr wichtig -- Nimm alle wichtigen Dokumente an dich und lass deinen Vater mit alten Sachen "spielen." Mein Vater hat Unmengen von wichtigen Sachen, die in einem kleinen Safe lagen, unauffindbar versteckt oder vielleicht sogar weggeworfen (von A wie Abiturzeugnis bis Z wie Zulassung des Autos) ... es ist ein riesiger Aufwand, sowas wieder zu beschaffen.

    Hallo Teuteburger -- es ist ein Heim, wo nach anthroposophischen Grundsätzen gehandelt wird. Wir hatten damit nie etwas am Hut, aber das Heim wurde uns von einigen Seiten als ideal für schwierige Demenzpatienten empfohlen. Und es hat sich auch wirklich als ganz hervorragend herausgestellt. Solche Heime gibt es in ganz Deutschland; hier ist die Website der Organisation: https://www.nikodemuswerk.de/

    Ich hatte einen Riesenspass mit der privaten KV meines Vaters, die nach Einreichung der Rechnungen meinte, mein Vater sei zu lang in der Gerontopsychiatrie verblieben und hätte schon zwei Wochen vorher in ein Heim entlassen werden müssen: Private KV: Aufenthalt in Gerontopsychiatrie war zu lang, wir zahlen nur einen Teil


    Der Sozialdienst der Klinik war relativ nutzlos. Die am Anfang zuständige Dame arbeitete nur DI/DO nachmittag und FR vormittag. Es war fast unmöglich, sie zu erreichen. Ich habe meinen Vater dann selbst auf fast ein Dutzend Wartelisten für beschützte Heime gesetzt. Auch mit Gericht usw. gab es von der Klinik praktisch keine Unterstützung. Zwischenzeitlich war die Dame mal 2 Wochen gar nicht zu erreichen, und dann wurden wir einer anderen Kollegin zugeteilt, die zwar auch völlig überlastet war aber immerhin Vollzeit arbeitete. Diese half dann wenigstens zu einem gewissen Grad mit Bürokratie (krankenhausärztliches Zeugnis usw).


    Würde also jedem dringend empfehlen, sich selbst zu kümmern, sowohl zum Thema Heimplatz als auch Gericht. Die 6 Wochen Unterbringung kann m.W. einmal verlängert werden, danach braucht es ein längeres Gutachten für die dauerhafte Unterbringung (bis 2 Jahre). Viel Erfolg!

    Hallo ihr Lieben! Wollte mal ein kurzes Update schreiben: Mein Vater hatte gestern sein einjähriges Jubiläum im Heim.


    Er hat sich sehr gut eingelebt, was wir ja eigentlich nie erwartet hätten. Leider hat er körperlich sehr abgebaut. Und zwar hat es ihn ganz besonders beim Gehen schwer erwischt. Er schlurft eigentlich nur noch in Minischritten, wenn man ihn beidseitig unterhakt und zieht. Aufstehen fällt ihm schwer, aber Hinsetzen ist am allerschlimmsten -- er versteht nicht mehr, dass er sich umdrehen muss. Wir bugsieren ihn zur Toilette, er kippt leicht nach vorne, hält sich an den Behinderten-Haltegriffen fest und denkt, er kann sich hinsetzen, obwohl er noch direkt vor der Toilette steht, also noch eine 180 Grad Wendung machen müsste. Schlimm! Ansonsten ist er noch recht gut drauf, freundlich (im Heim immer, zu meiner Mutter und mir meistens), will nicht mehr mit nach Hause und ist eigentlich recht teilnamslos, egal ob man was erzählt oder sich verabschiedet. Er hat einige "Freundinnen" gefunden, die gerne bei ihm sitzen und ihm die Hand streicheln. Am Sonntag setzten wir ihn nach einem schwierigen Spaziergang neben eine alte Dame aufs Sofa und sie griff beherzt seine Hand und sagte, "du hast ja ganz kalte Hände." Meine Mutter setzte sich dann etwas eifersüchtig auf die andere Seite und nahm die andere Hand.


    Das Heim ist wirklich toll, es wird gut und gesund gekocht, die Angestellten gehen sehr freudlich mit den Bewohnern um, es wird gesungen und getanzt. Man will ihn auch nicht in den Rollstuhl bugsieren, sondern möglichst lange aktiv halten. Für uns war es ja nur ein glücklicher Zufall, dass er in diesem Heim gelandet ist, aber wie mir damals von vielen Seiten gesagt wurde, haben die dank der antrophosophischen Ausrichtung schon ein besonderes Händchen mit schwierigen Demenz-Patienten.

    Hallo Lillemor! Es ist toll, wie du dich für deinen Mann aufopferst! Die ganzen Arzttermine ohne Auto, das stelle ich mir schon für zwei geistig gesunde ältere Menschen schwierig vor. Mit Demenz dann nochmal komplizierter.


    Gleichwohl würde ich dir sagen, das renkt sich alles ein -- Krankenhäuser und Heime können das auch organisieren. Als mein Vater in der Gerontopsychiatrie war, gab es viele Mitpatienten, die nicht alles essen durften, weshalb ich meinem Vater keine Schokoladen offen dastehen lassen durfte (weil die Sorge bestand, dass andere Patienten das essen). Auch jetzt im Heim ist die Versorgung mit Ärzten usw sehr gut, selbst Dialyse organisieren die für einige Patienten.


    Hausärzte und Neurologen waren für uns überhaupt keine Hilfe. Man wollte meinem Vater (der nicht zum Arzt wollte und auch meinte, mit ihm sei doch alles in Ordnung) zu nichts zwingen, und wir gingen oft unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Irgendwann bekamen wir dann Quetiapin verschrieben, was er auch jetzt noch bekommt, allerdings in Verbindung mit anderen Medikamenten. Das ist alles unheimlich kompliziert und man braucht Fachleute, die es über einen längeren Zeitraum ausprobieren und den Patienten dann richtig einstellen.


    Wünsche dir viel Kraft und alles Gute!

    Hallo Lillemor! Es tut mir Leid, dass Du das durchmachen musst!


    Wir hatten bei meinem Vater vor eineinhalb Jahren fast das Gleiche: Er hat meine Mutter beschuldigt (Schlüssel versteckt!), beleidigt (Schlampe!), und wurde dann auch immer wieder tätlich (hat sie gewürgt). Sie hatte Angst um ihr Leben.


    Es tut mir leid, das so krass zu sagen, aber: Die Frage nach Nebenwirkungen von Risperidon von der Neurologin solltest Du nicht stellen. Dein Mann muss in eine Gerontopsychiatrie und richtig eingestellt werden. Danach kann man schauen, ob er "zahm" genug ist, wieder nach Hause zu kommen, oder ob er ins Heim muss. Wir haben auch ein bisschen mit Pillen rumexperimentiert (wobei bei uns dazukam, dass mein Vater keine Pillen wollte und auch keine Hilfe von Dritten), aber ich halte das im Nachhinein für einen Fehler. Viele wollen ihre dementen Angehörigen solange wie möglich zu Hause halten, aber ich vertrete heute die Linie, Du musst auf Deine eigene Sicherheit und Gesundheit achten. Wenn dein Mann dich angegriffen hat und sich nicht mehr unter Kontrolle hat, dann ist eine Grenze überschritten. Es klingt schlimm, aber Du solltest nicht zuhause versuchen, ihn einzustellen, sondern das müssen Profis machen.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und drücke die Daumen!

    Liebe schwarzerkater, vielen Dank für deine super nette und einfühlsame Nachricht! Sie hat mich zu Tränen gerührt -- und auch vor einer Torheit bewahrt. Ich wollte nämlich das Weihachtsessen am 26.12. mit meiner Mutter und Freunden gar nicht mitmachen und einige Wochen lang nicht mehr hingehen. Was natürlich für meine Mutter schlimm gewesen wäre, was ihre Ängste weiter befeuert hätte. So haben wir uns ganz gut ausgesprochen und hatten dann doch noch einen schönen Tag. Ich habe ja vor einigen Monaten schon mal von ihrer Vergesslichkeit usw geschrieben, so dass es durchaus eine "beginnende Demenz" wie bei deiner Mutter sein könnte, die diese Verhaltensweisen befeuert (sie war sich dann natürlich auch keiner Schuld bewusst). Ich werde versuchen, sie nächstes Jahr mal zu einer Gedächtnisambulanz zu bringen.


    Auch dir, liebe Schwiegertochter71, vielen Dank für die aufmunternden Worte!


    Ich hoffe, ihr alle habt Weihnachten gut überstanden und wünsche euch einen guten Rutsch ins neue Jahr!

    Hallo ihr Lieben!


    Habe lange nicht mehr geschrieben, aber eigentlich ist alles ok bei uns. Mein dementer Vater ist seit 8 Monaten im Heim und hat sich recht gut eingelebt. Er ist nicht mehr aggressiv, klagt nicht mehr, dass er mit nach Hause will, und ist fast teilnamslos, wenn wir ihm was erzählen oder wieder gehen. Er hat körperlich sehr abgebaut und ist wirklich ein alter Mann geworden. Kann schlecht aufstehen, schlecht gehen, und setzt sich immer schief hin, so dass man Angst haben muss, dass es ihn gleich vom Stuhl haut. Wir konnten ihn heute leider nicht besuchen, weil an der Stationstüre ein Schild war, dass dort seit heute früh ein Magen-Darm-Virus kursiert. Wir sind dann doch rein, aber die Pfleger haben uns abgeraten, in sein Zimmer zu gehen, weil es ihn schwer erwischt hat. Wir haben also nur ein Geschenk für das Personal abgegeben.


    Während die Dinge mit meinem Vater immer ruhiger werden, wird meine Mutter problematisch. Sie hat psychische Beschwerden und hat mal wieder einen völlig verrückten Weihnachts-Rundbrief an die Freunde verfasst, in dem sie beschreibt, wie schlecht es ihr geht. Jetzt ist "schlecht" relativ -- sie wohnt alleine in einem sehr großen Haus und klagt, dass sie überlastet ist -- obwohl Putzfrau/Gartenhelfer/Schneeschipper/Handwerker ein-und-ausgehen, um ihr alle Arbeit abzunehmen, ich täglich mit ihr telefoniere und sie 2x pro Woche besuche, und zwar jeweils stundenlang. Darüber hinaus war sie dieses Jahr vier mal jeweils 7-10 Tage im Urlaub (2x mit mir, 2x mit ihrer Freundin), plus noch einige kürzere Kuraufenthalte. Objektiv also eigentlich so, dass sie ihren Freundinnen, die z.T. mit Mini-Rente und kranken Verwandten überleben müssen, nichts vorheulen sollte. Ich Trotttel habe sie zu sehr verhätschelt nach den objektiv schweren drei Jahren, die sie mit meinem demenzkranken Vater zusammengelebt hat. Und jetzt haben wir den Salat. Auf den weinerlichen Rundbrief hin habe ich drei Anrufe/Emails von Freunden bekommen, ich solle mich doch bitte um meine Mutter kümmern, ihr ginge es nicht gut.


    Nach drei Single-Jahren habe ich seit einigen Monaten endlich eine Freundin. Ein unheimlich netter Mensch, fröhlich und freundlich und immer gut gelaunt, aber halt "eine Dicke," die noch dazu aus dem Ausland kommt, also nicht toll Deutsch spricht (ich habe ja auch fast 20 Jahre im Ausland gelebt, und mir fällt Englisch eh leichter, stört mich also null). Ich habe sie zu Weihnachten zu meiner Mutter mitgebracht. Wir haben meiner Mutter jeden Wunsch von den Augen abgelesen, sogar dort übernachtet, bis 23:00 mit ihr im Wohnzimmer gesessen und unterhalten, toller Baum, gutes Essen, Freundin hat sich als Top-Hausfrau verdient gemacht ... ich habe danach sogar gedacht, endlich einmal ein schönes Weihnachten. Heute früh stehen wir auf, ich gehe in die Küche, wo meine Mutter schon werkelt, und frage sie, wie sie geschlafen hat. Soooo schlecht! Sie hat sich so Sorgen gemacht. Mir rutscht das Herz in die Hose, sie sagt, wir besprechen es später. Ich sage warum, was passt dir denn nicht. "Dass du dir so eine Problemfrau aufhalst!" Ich musste natürlich meinen Ärger runterschlucken und musste den ganzen Tag gute Miene zum bösen Spiel machen, weil ich ja nicht wollte, dass meine Freundin mitkriegt, dass sie nicht gemocht wird. Sie ist so ein netter Mensch und will eigentlich nur dazugehören und akzeptiert werden. Bin nach dem fehlgeschlagenen Besuch bei meinem Vater dann wütend nach Hause gefahren, und werde daran arbeiten, von meiner Mutter Abstand zu gewinnen. Habe natürlich an Tanja, schwarzerkater und die anderen Töchter gedacht, die in diesem Forum beschieben haben, wie sie unter ihren narzisstischen Müttern leiden. Wünsche euch alles Gute!

    Hallo Silly -- leider kann ich nicht viel mehr tun, als Dir viel Glück zu wünschen, dass Du bald etwas besseres findest für deine Mutter. Ich hatte meinen Vater fast drei Monate lang auf knapp einem Dutzend Wartelisten stehen, während er in der Gerontopsychiatrie war. Es tat sich monatalang nichts, und dann waren plötzlich innerhalb weniger Tage drei Heime verfügbar, inklusive unserer ersten Wahl, wo er dann auch eingezogen ist. Es erfordert viel Einsatz; bei uns taten die Damen vom Sozialdienst der Gerontopsychiatrie gar nichts, und ich denke, wenn ich mich nicht gekümmert hätte, dann hätten wir heute noch nichts. Drücke dir die Daumen!

    Morgen gehe ich zu meiner Mutter mit meiner besten Freundin und hab schon Zitteranfälle, die wahrscheinlich unbegründet sind.

    Aber irgendjemand muss schon mal nach ihr gucken. - Und ich gehe definitiv nicht alleine zu ihr hin. Das ist eigentlich unglaublich. Ich war mit meiner Mutter immer sehr eng verbunden - und jetzt - traue ich mich nicht mehr sie alleine zu sehen. Unerträglich - die Fragen nach meinem verstorbenen Partner - und immer diese Frage nach dem Wohnungsschlüssel.

    Hallo Elbe! Auch von mir ein herzliches Willkommen!


    Viele von uns kennen den Psycho-Stress und die Ängste, die man hat, wenn man mit dementen Eltern zusammenkommt. Ich bin 2 Jahre lang mit Telefonanrufen malträtiert worden, in denen mir immer irgendwelche Vorwürfe gemacht wurden. Obwohl mein Vater jetzt schon ein dreiviertel Jahr lang im Heim ist und kein Telefon hat, zucke ich immer mal wieder zusammen, wenn mein Handy läutet. Vor Heimbesuchen ist es so wie schwarzerkater sagt; ich schlafe immer schlecht und bin dann den ganzen Tag aufgeregt, weil man ja nie weiss was passiert und welche Vorwürfe einem gemacht werden.


    Mein Vater ist jetzt in einer recht ausgeglichenen Phase (klopf auf Holz!) und hat sich recht gut im Heim eingelebt. Deshalb waren die letzten Besuche eigentlich besser, als befürchtet. Aber mann weiss es natürlich nie, und geht immer mit einem flauen Gefühl im Magen hin.


    Die Empfehlungen von schwarzerkater finde ich toll. Versuche, dein eigenes Leben zu leben. Diskutieren bringt nichts. Man muss auch davon Abstand nehmen, den dementen Eltern gefallen zu wollen; Lob und Tadel, das ist alles bedeutungslos. Und ich denke auch, man sollte sich bewusst machen, dass man, wenn man den Erkrankten in einem guten Heim untergebracht hat, zu einem gewissen Grad seine Schuldigkeit getan hat. Wenn Besuche also unerträglich sind, dann ist es völlig ok, nicht hinzugehen.

    Hallo Silly, wir hatten am Anfang auch Probleme mit der Eingewöhnung. Für meinem Vater, der immer sehr dominant war und den Ton angeben wollte, war es extrem schwer, sich in den Heimalltag einzufügen. "Schlecht führbar" nennt sich dass wohl im Fachjargon. Mittlerweile scheint er sich aber sehr wohlzufühlen. Das Personal geht sehr freundlich mit ihm um, geradezu liebevoll. Meine Mutter und ich bewundern richtig, wie ruhig und freundlich die das machen.


    "Da muss sie durch" ist sicher etwas krass formuliert. Ich denke, vielleicht ist es eher so: "da musst Du durch" (als Angehörige). Am Anfang gibt es natürlich den Impuls, den Erkrankten wieder nach Hause zu holen, aber man muss stark sein und Zeit zur Eingewöhnung geben. Ich drücke Dir die Daumen, dass es bei Euch auch klappt!

    Ich habe eine etwas verstörende Nachricht von der privaten Krankenversicherung meines Vaters erhalten.


    Nachdem mein im Februar eingereichter Eratsttungsantrag für den Aufenthalt in der Genontopsychiatrie monatelang nicht bearbeitet wurde, hat man mir jetzt mitgeteilt, dass man ein Gutachten eingeholt hätte -- mein Vater sei schon ca. 2 Wochen vor Entlassung "stabil" gewesen und "medizinische Gründe, warum dann noch eine Weiterbehandlung (von ca. 2 Wochen) erfolgen musste, sind nicht ersichtlich." Er hätte früher in ein Pflegeheim entlassen werden müssen. Natürlich Blödsinn, weil wir ja monatelang gesucht haben (es gab einfach kein Pflegeheim; er stand auf einem Dutzend Wartelisten und ich habe die Heime abtelefoniert). Zudem wurde er während der angeblich "stabilen" Phase nochmal von einer Richterin begutachtet, es gibt einen entsprechenden Beschluss zu freiheitsentziehenden Maßnahmen.


    Hat jemand hier Erfahrungen mit einer solchen Ablehnung? Bin kein "Streithansel," aber ich denke, es wird wohl das Beste sein, das Ganze an einen Anwalt abzugeben.

    Die gutgemeinten Ratschläge haben wir bei meinem Vater auch versucht, aber nachdem gerade Schlüssel verlegen seine Hauptaktivität war, die täglich den gesamten Haushalt in stundenlange Panik versetzte, hätte das "Autoschlüssel verstecken" nichts gebracht. Auch das Auto ausser Betrieb setzen hätte zu massiven Panikreaktionen geführt, tagelangem Terror mit ständigen Telefonaten mit ADAC und Autohaus. Ich habe das Thema Autofahren bei einer Neurologin angesprochen, und zwar in der Phase, wo uns Ärzte nicht helfen wollten, weil mein Vater so tat, als sei alles Bestens. Die wollte sich an dem Thema nicht die Hände verbrennen und hätte ihn lieber in eine Gruppe Fußgänger fahren lassen, als ihn bei irgendeinem Amt zu melden. Von den Ämtern ganz zu schweigen; 2022 haben wir innerhalb weniger Monate ZWEI Mal einen "gestohlenen" Führerschein ersetzen lassen, ohne, dass da irgendeine Nachfrage kam. Von der Polizei, die etliche Male wegen ausgelöster Alarmanlage da war und ihn extrem verwirrt erlebt hat, kam auch nie die Nachfrage, fahren Sie denn eigentlich noch Auto?


    Ich denke, schwieriges Thema, denn natürlich halte ich es für nicht fair, die Millionen von noch sicher fahrenden Älteren alle Paar Jahre zu belästigen. Und wenn man sich die Zahlen anschaut, weiss ich auch nicht, wie es organisatorisch gehen soll, wer testet jedes Jahr eine Million+ Fahrer? Und wie würden diese Tests überhaupt aussehen (es gibt ja auch nicht nur Demenz, die die Fahrtauglichkeit beeinträchtigt)?

    Hallo ihr Lieben! Vielen Dank für die Rückmeldungen!


    Ich habe heute Mittag 20 Minuten lang mit der Psychiaterin meiner Mutter gesprochen. Die hatte von den Warnsignalen noch nichts bemerkt, und meint auch eher, bei der depressiven Symptomatik meiner Mutter könnte es auch eine Pseudodemenz sein. Sie selbst macht keine Tests und hat eine Gedächtnisambulanz empfohlen. Muss mir halt jetzt überlegen, wie ich das Thema mit meiner Mutter bespreche, ohne dass sie völlig durchdreht. Ein guter Ansatz ist vielleicht zu sagen, dass man es halt möglichst früh abklären sollte. Sie beklagt ja selbst, dass mein Vater jahrelang gewartet hat, und somit medikamentös nichts mehr machbar war.


    Sohn83, besonders schön, von Dir zu hören! Ich hoffe es geht Dir gut trotz des Verlusts Deines Vaters!