Beiträge von Mathilda

Datenschutzhinweis: Bitte achten Sie darauf, dass Sie im Forum keine persönlichen Daten von sich selbst oder von Dritten posten. Auch sollten Ihre Angaben keine Rückschlüsse auf Ihre Person zulassen.

    Ich hätte noch eine Frage, vielleicht kann mir da jemand was zu sagen hier.

    Das Heim, in dem meine Tante jetzt ist, ist leider eines der teureren. Sie kann die Kosten einige Jahre von ihrem Ersparten zahlen, doch werden diese irgendwann aufgebraucht sein. Wir haben dies ganz offen im Heim angesprochen und dort meinte man, dass man darüber jetzt noch nicht sprechen müsse. Auch im vorigen Heim haben wir keine konkrete Antwort darauf bekommen wie es weitergeht, falls sie die Kosten nicht mehr tragen kann. Müsste sie dann ggf. in ein günstigeres umziehen oder wie wird so ein Fall in der Regel gehandhabt? Mir macht das jetzt schon Sorgen, obwohl es natürlich noch Jahre hin ist, aber ich möchte gerne darüber im Klaren sein was dann passiert. Weiß das einer von euch oder hat es vielleicht sogar schon einmal erlebt? Kinder hat sie keine.

    Es tut auf jeden Fall schon mal sehr gut sich hier auszutauschen. :)


    So eine Demenzkatze gab es tatsächlich im vorigen Heim, die hatte meine Tante auch eine Zeit lang für sich beansprucht. Sie sammelt sehr gerne aus sämtlichen Zimmern und Ecken alle Kuscheltiere zusammen und "füttert" und betüdelt sie dann. Ich glaube sie möchte sich gebraucht fühlen. Sie kümmert sich einfach gerne um andere. Sie hat schon seit mehreren Jahren (als uns noch nicht mal klar war, dass sie Demenz hat) eine Stoffmaus, die ihr Ein und Alles ist und die überall mit hin muss.

    Gerade heute habe ich eine Empathiepuppe für sie bestellt. Im Heim gab es so eine riesige Bauchrednerpuppe, die sie ganz toll fand, deshalb dachten wir wäre so eine menschliche Puppe vielleicht schön für sie. Ich bin gespannt was sie sagen wird.


    Ja, ich muss dringend mal wieder was Schönes für mich tun. Zur Zeit fehlt mir für alles die Energie. Wenn der Fernseher mal an ist, nervt er mich nur und ich brauche Ruhe. Wenn sich alles gut entwickelt, wird es mir sicher auch wieder besser gehen können. Ich hoffe es.


    Liebe Grüße und Drücker zurück!

    ... Welchen Wert hat Ihre Tante bei dem sogenannten „Mini Mental State“?


    ... Aber vorher würde ich in der alten Einrichtung nach der „Verstehenshypothese“ und Interventionen für den Fall der Rückkehr fragen – der Vertrag ist ja sicher noch nicht gekündigt. Die Klinik kann auch eine „Belastungserprobung“ unterstützen, d.h. Sie würden Ihre Tante für einige Stunden in die Einrichtung bringen und die Rückkehr professionell mit vorbereiten.

    Die Klinik ist übrigens auch verpflichtet, den Expertenstandard umzusetzen. Ich bin gespannt, auf die weitere Entwicklung und die unterschiedlichen Erklärungsmodelle für das Verhalten.

    Ihr Martin Hamborg

    Guten Abend Herr Hamborg,


    von einem Mini Mental State habe ich noch nie gehört. Als sie noch alleine lebte, war ich mit ihr bei der Neurologin, dort wurde einiges abgefragt und getestet, auch ein MRT gemacht, aber so einen Wert haben wir nie bekommen. Es wurde nur gesagt, dass eine Alzheimer-Demenz vorliegt und es keine anderen Erklärungen für die Symptome gibt. Ich glaube die Untersuchung wurde recht kurz gehalten. Ich habe schon in anderen Foren von viel umfangreicheren Tests und eben solchen Werten gelesen, aber bei ihr wurde so etwas leider nicht durchgeführt. Würde das denn helfen können?


    Ich hatte mich mit der Bezugspflegerin über das Verhalten meiner Tante unterhalten als sie schon eingewiesen wurde und versucht herauszubekommen, ob es Hypothesen dazu gibt. Sie meinte nur sie wisse es nicht, sie hätte sie einmal beobachtet als sie ihr Lieblingsstofftier herunterschmiss und da sagte sie wohl noch zu "ihm": Hab keine Angst! Guten Flug! Von daher meine Hypothese, dass sie ihm die Freiheit schenken wollte. Ich würde es auch so gerne verstehen. Auch was vorher für Situationen herrschten und wie von Seiten der Pflege darauf reagiert wurde. Aber zu weiteren Gesprächen war man wohl nicht bereit. Gerne hätte ich solch Belastungserprobung einmal ausprobiert und unterstützt. Ich hoffe nun sehr darauf, dass es in ihrer neuen Unterbringung besser läuft und die Kommunikation und Einbeziehung der Angehörigen professioneller verläuft.

    Mathilda,


    wie geht es Dir und deiner Tante?


    Liebe Grüße

    Hallo Teuteburger und alle anderen,


    wie lieb, dass du fragst. Tatsächlich geht es mir überhaupt nicht gut. Ich bin am Ende meiner Kräfte und Nerven und nur noch erschöpft. Ich habe sowieso meine "eigenen Problemchen" und das mit meiner Tante belastet mich zur Zeit extrem, kann davon überhaupt nicht mehr abschalten und habe das Gefühl ihr nicht gerecht werden zu können und sie im Stich zu lassen.

    Es fing an entlastend zu werden als sie noch im anderen Heim war und es war so erleichternd, dass sie sich einlebte und nun alles auf Anfang. Nebenbei immer noch die Auflösung der Wohnung. Noch dazu die Enttäuschung über das Vorgehen des Heims, dass sie uns nicht eingebunden haben, sie so schnell aufgegeben haben. Es ist einfach richtig frustrierend wie es gelaufen ist.


    Ich war ja leider nie dabei als sie Dinge vom Balkon schmiss, aber ich denke es war vielleicht so eine Art Freiheitsdrang, sie wollte immer gerne rausgehen, durfte aber nicht, vielleicht wollte sie ihren Dingen die "Freiheit schenken" oder sie hatte Angst, dass die Sachen geklaut werden. Dann hat sie sie lieber rausgeschmissen. Es könnte auch einfach Frustration und Langeweile gewesen sein. Wir wissen es nicht. Und von Seiten der Pflege wurde nicht viel versucht zu verstehen. Wir hatten noch um Klärung der Situation gebeten, aber nie eine Rückmeldung bekommen. Uns persönlich wurde ja nie kommuniziert, dass sie nicht mehr zurück kann, nur über die Ärztin des Krankenhauses. Was wir doch als eine sehr fragwürdige Vorgehensweise empfinden. Auch dass wir nicht versucht wurden bei der Medikamenteneinnahme mit eingezogen zu werden oder überhaupt bei der Lösungsfindung. Eine derbe Enttäuschung. Wir hatten zu Anfang einen so guten Eindruck der Einrichtung.

    Na ja, ist jetzt gelaufen.

    Heute ist sie in ein neues Heim gezogen. Es ging jetzt alles sehr schnell. Wir haben uns einige Heime mit freien Plätzen angeschaut, ganz offen die Problematiken angesprochen und die Leitung des jetzigem Heims hat auch mit Krankenhaus und vorigem Heim telefoniert, um meine Tante einschätzen zu können. Da sie ja auf der Geschlossenen im Krankenhaus war, konnten sie dort natürlich nicht beobachten wie es sich inzwischen mit dem Hinauswerfen verhält, aber sie ist jetzt in einem Zimmer im Erdgeschoss, in dem man die Fenster nur klappen kann. Manchmal wird sie aufbrausend oder wirft auch mal was auf den Boden. Ansonsten war sie wohl recht umgänglich, keine Hinlauftendenz. Allerdings hat sie auch einige Male Melperon bekommen, Risperidon weiterhin als tägliches Medikament. Sie wirkt insgesamt ruhiger, aber auch konfuser. Leider. Vor dem Krankenhausaufenthalt hatte sie tatsächlich auch noch recht klare Tage, an denen man sich gut mit ihr unterhalten konnte, natürlich eingeschränkt, aber man wunderte sich manches Mal.


    Ich habe große Bedenken, ob das gut geht jetzt. Sie ist in einem Zweibettzimmer, die Station ist recht wuselig und einige Bewohner recht laut. Ich befürchte, dass es ihr vielleicht zu viel wird und sie mehr Ruhe braucht. Aber wir werden sehen.

    Hallo hanne63,


    die Einweisung in die geschlossene Gerontopsychiatrie ist ja nun leider schon geschehen heute. Es ging alles so schnell und ich war selbst vollkommen überfordert mit der Situation. Wir wollten das überhaupt nicht. Im Krankenhaus habe ich dann aber blöderweise diesen Wisch unterschrieben, der die Unterbringung wohl beantragt. Kann ich das wieder zurücknehmen? Ich war selbst etwas neben mir, hatte noch im Kopf zu fragen was geschieht, wenn ich das nicht unterschreibe, aber im selben Moment habe ich einfach unterschrieben. Ich konnte nicht klar denken in dem Augenblick.

    Aber wo sollte sie sonst auch hin auf die Schnelle, wenn das Heim sie "nicht mehr will"?


    Aber die Psychiatrie ist in gar keinem Fall der richtige Ort. Dort hat sie letztes Mal schon so abgebaut, weil wir sie ja auch nicht besuchen durften und telefonieren aufgrund ihrer Schwerhörigkeit so schwierig war. Zum Glück sind wenigstens die Coronamaßnahmen zur Zeit wieder gelockerter und man darf wieder zu Besuch. Ich werde morgen gleich wieder hin.

    Sie ist dort leider auch in einem Zweibettzimmer. Ich habe ihre Zimmernachbarin vorhin kennengelernt. Sie wird sie noch viel verrückter machen, wenn die die ganze Zeit zusammen in einem Zimmer hocken müssen. Meine Tante ist es gewohnt alleine zu sein und braucht das auch.


    Meine Schwester und ich haben die vollumfängliche Vorsorgevollmacht, allerdings wurde diese schon beim letzten Aufenthalt im Krankenhaus angezweifelt, da wir sie erst im Dezember letzten Jahres mit ihr ausgefüllt haben und ihre Geschäftsfähigkeit zu diesem Zeitpunkt bezweifelt wurde. Wir mussten eine Stellungnahme an das Gericht senden und warten gerade auf Nachricht.

    Hallo liebes Forum,


    ich habe dieses Forum hier empfohlen bekommen und wende mich auch direkt mit einem schwierigen Thema an euch, in der Hoffnung ein paar gute Ratschläge zu bekommen.


    Meine Tante, 84, lebt seit ca. 7 Wochen erst auf einer Demenzstation einer großen Seniorenwohnanlage in Hamburg. Bis vor 2 Monaten hat sie noch alleine gelebt und ihren Alltag relativ selbständig gemeistert. Es zeichnete sich aber immer mehr ab, dass das nicht mehr lange gut gehen würde, da ihre Demenz immer weiter fortschritt. Leider fällt es ihr schon ihr ganzes Leben lang sehr schwer um Hilfe zu bitten und auch überhaupt Hilfe anzunehmen. Außerdem hat sie das Messiesyndrom. Meine Schwester und ich haben uns die letzten 2 Jahre intensiv um sie und ihre Wohnung gekümmert, soweit sie es zuließ. Mit der Zeit ließ sie uns immer mehr helfen und wir waren guter Dinge. Leider ging dann aber alles sehr schnell. Zuletzt wurde sie verwirrt und scheinbar mit Schmerzen von der Polizei aufgegriffen und ins Krankenhaus eingewiesen. Dort stellte man "nur" einen Harnwegsinfekt fest, da sie aber auf das Krankenhauspersonal aggressiv abwehrend reagierte und sehr verwirrt schien, wurde sie in die Gerontopsychiatrie überwiesen. Von uns durfte damals keiner zu ihr, aufgrund von Corona, sie war dort völlig alleine und verstand nicht was mit ihr geschah.

    Ich versuche mich ein bisschen kürzer zu fassen. Letztendlich mussten wir dann sehr schnell einen Pflegeplatz für sie finden, weil sie nicht mehr zurück in ihre Wohnung sollte/durfte.

    Tatsächlich klappte es auch recht schnell, dass wir in einer sehr schönen Anlage ein tolles Zimmer für sie bekamen, auf einer Demenzstation. Die ersten Wochen waren äußerst schwierig, sie wollte wieder nach Hause, fühlte sich nicht wohl, wollte niemanden an sich ran lassen, beim Abschied von uns wurde es jedes Mal sehr dramatisch. Wir besuchten sie so oft es ging und wenn wir da waren, war sie recht gut drauf und auch einigermaßen klar. Und mit der Zeit wurde es immer weniger schlimm, wenn wir wieder gingen. In den letzten Wochen schien sie sich wirklich dort einzuleben. Doch leider fing sie vor einiger Zeit an Dinge vom Balkon zu schmeißen, Kuscheltiere, Papiere, Taschen. Daraufhin wurde ihre Balkontür verschlossen. Dann ging sie in fremde Zimmer und warf dort etwas hinunter. Außerdem sammelte sie etliche Dinge aus fremden Zimmern zusammen, weil sie dachte es sei alles ihres. Letzte Woche warf sie leider dann einen Bilderrahmen hinunter, der auf dem Kopf einer Mitarbeiterin landete und sie leicht verletzte. Die stellvertretende Stationsleiterin wollte sie daraufhin eigentlich gleich in die Psychiatrie einweisen lassen, aber die Neurologin verschrieb erst einmal eine höhere Dosis Risperidon. Problem war bloß, dass die Einnahme nicht immer klappte, da meine Tante so misstrauisch ist. Aber es sollte erst einmal abgewartet werden, ob das Medikament bei dem Problem hilft.

    Heute dann ist es aber leider schon wieder passiert. Sie warf wieder etliche Dinge raus, woraufhin sofort die Einweisung in die Gerontopsychiatrie folgte, da die Station das Verhalten nicht mehr tragbar fand.

    Nun ist es so, dass dies kein aggressives oder böswilliges Verhalten ist, sagt auch ihre Bezugspflegerin. Keiner weiß was da in ihr vorgeht, wenn sie das tut und sie selbst erinnert sich im Nachhinein nicht mehr daran.

    Ich war dann heute direkt hingefahren und habe sie ins Krankenhaus und auf die Station begleitet. Die Ärztin des Krankenhauses erzählte mir dann, dass das Heim außerdem meldete, dass es halt schwierig mit meiner Tante sei, weil sie sich manchmal nicht anziehen möchte und dann unten herum nackt oder nur mit Unterhose bekleidet herumläuft.

    Es scheint als wolle man sie dort nicht mehr wieder aufnehmen, aber im Krankenhaus wissen sie auch gar nicht so recht wie eine Behandlung der Problematik gestaltet werden könnte. Sie bleibt nun dort zur Beobachtung und um zu schauen was und ob man was tun kann.

    Wir müssen nun einen neuen Pflegeplatz für sie suchen, befürchten aber, dass andere Einrichtungen auch nicht auf solch herausfordende Verhaltensweisen eingestellt sind. Wir sind gerade ziemlich verzweifelt, da wir nicht so recht wissen was jetzt das Richtige ist. Unserer Auffassung nach gehören solche Verhaltensweisen auch durchaus zum Krankheitsbild der Demenz und wir waren davon ausgegangen, dass eine spezielle Demenzstation mit so etwas umzugehen weiß. Wir sehen nicht so recht die Notwendigkeit der Psychiatrieunterbringung und befürchten sehr, dass der Aufenthalt dort ihren Zustand bloß verschlechtert. Auch wollen wir sie eben nicht in einer geschlossenen Einrichtung unterbringen. Was gibt es für Pflegeheime, die mit solch Fällen umzugehen wissen? Hat hier jemand Erfahrungen mit solch schwierigem Verhalten und demenzkranken Menschen, die nicht ins "System" passen?