Beiträge von schwarzerkater

    Hallo Sohn83, ich nochmal kurz. Ich sehe es genauso wie Rose60 und Weit Weg schreiben.


    Was du über deinen Vater schreibst, spricht wirklich FÜR das Pflegeheim. Du bist doch auch dann noch für ihn da, du verschwindest nicht auf Nimmerwiedersehen. Bedenke bitte: für einen Menschen mit fortgeschrittener Demenz ändern sich die Bedürfnisse und der Blick auf die Welt und auf das Leben. "Zu Hause" muss nicht das ehemalige Zuhause sein. Ich weiß, dass der Schritt schwer ist, aber er ist richtig. Und wenn alle Stricke reißen und sich das Heim als Fehlgriff erweist, lässt sich alles immer noch ändern, modifizieren oder was auch immer. Drück auf die Pausetaste deines schlechten Gewissens ... und im günstigsten Fall schalte es ab. Mitgefühl und Liebe dagegen dürfen bleiben. Aber davon hast du jede Menge wie ich lese. :) Alles Gute!!!! :!:

    Hallo ecia25, ich hab jetzt überlegt, was ich dir wohl antworten kann ...


    Weißt du, obwohl ich ja nebenan wohnte, war meine Mutter ebenso wie deine wie ein aufrechter (alter) Baum, völlig autark, eher dominant (ich schrieb es mehrmals). Und bei all dem "Unsinn", den sie anstellte (und bestritt), dachte ich mir ebenfalls: Lass sie machen ..., sie ist alt genug ..., sie darf das! Und wenn was passiert, dann ist das eben so. War oftmals schwierig, weil ich es mit ansehen musste (und auch ausgleichen musste), aber nun ja.


    Jetzt mit entsprechender Hilfe scheint mir, hat sie ein wesentlich besseres Leben - ihre Bedürfnisse und Vorlieben haben sich auch teilweise verändert. Allerdings habe ich bei meiner Mutter wesentlich länger abgewartet als viele andere, bevor wir den Schritt ins Pflegeheim gemacht haben. Eigentlich war das - von außen betrachtet - fast zu spät (erst unlängst sagte einer meiner Coaches: "eine Minute vor Zwölf"), aber vielleicht ist es für jede demente Person unterschiedlich, wann dieser Schritt gegangen werden sollte. Das kann man aus der Ferne schlecht beurteilen. Aber du wirst wahrscheinlich mit feinen Antennen erspüren können, wie es um deine Mutter steht. Bei allem Zweifel und Hin und Her ist es mir schlussendlich bei meiner Mutter gelungen, den Zeitpunkt abzupassen (mit entsprechender Hilfe von außen) und so war der Schritt ins Pflegeheim für meine Mutter beinahe ohne Widerstände zu machen. So bekommt es vielleicht auch deiner Mutter (so wie du sie beschreibst) am besten ...

    Alles Liebe

    Guten Morgen Sohn83, ich denke, man wird nie wirklich die Gedanken von Dementen vollständig herausfinden ... Ich habe das auch immer versucht (tue es jetzt noch), aber wir können nur vermuten, was sie denken und meinen ...


    Einerseits macht es das für mich sogar komischerweise leichter, ich dachte gestern öfter "in ein paar Tagen kannst du das abgeben" andererseits mache ich mir noch mehr Sorgen wie es wohl laufen wird.

    Ich möchte dich da bestätigen. Denn genauso ging es mir. Mir war plötzlich klar, WIE es um meine Mutter stand und dass ich das nie würde alleine bewältigen können.

    Anfangs habe ich mir auch Sorgen gemacht, wie man da wohl im Heim damit zurecht kommt. Aber wenn es ein gutes Heim ist, funktioniert es. Und auch wenn es Tage gibt, in denen es schlechter läuft, verfällt man dort nicht in Panik, sondern findet Möglichkeiten .... bzw. nimmt manches sehr gelassen hin, wo wir als Angehörige viel emotionaler verstrickt sind.


    Ich bin sicher, dass deine Entscheidung für alle Beteiligten richtig ist. Bei meiner Mutter ging es im Heim sogar noch einmal bergauf.

    Ich würde jetzt vorher das Heim bei deinem Vater nicht thematisieren. Dein Vater hat nichts davon, nimmt vielleicht nur eine Stimmung wahr, die ihm nicht gut tut. Wir reden mit meiner Mutter nur über Dinge des Augenblicks oder über etwas, das eigentlich egal ist.


    Beim Montagsbesuch im Heim sagte meine Mutter plötzlich. ich kenne mich gar nicht aus hier. Ich bin ja fremd. (Sie ist seit 1,5 Jahren in diesem kleinen Heim). Sie kennt immer noch nicht den Weg in ihr Zimmer, in den Speisesaal. Aber das macht ihr nichts aus, dass es so ist. Nicht zu glauben, aber wahr. Da sie beschützt und behütet dort lebt, kann auch ich mich entspannen. Und man versichert mir immer, dass meine Mutter NICHT leidet ... das ist längst vorbei.


    Meine Gewissensbisse kommen jetzt noch manchmal, aber für meine Mutter ist es die beste Option.


    Und so wird es auch für deinen Vater sein ...Seine Demenz ist sicher schon weiter fortgeschritten und dann vergisst er bald sein altes Leben und damit auch Kummer und Sorgen von früher. Und wenn das Heim nett ist, hat er dort einen guten Platz zum Leben. Du kannst darauf vertrauen.


    Vielleicht braucht es ein bisschen Eingewöhnung, aber da helfen die Pfleger/innen aus dem Heim. Bei meiner Mutter ging es ganz schnell. Sätze wie "Ich will nach Hause." haben eine andere Bedeutung als bei uns. Meine Mutter wurde dann in den Arm genommen und zum Kaffeetisch geführt oder halt irgendwie nett beschäftigt ...


    Es ist alles irgendwie schlimm und traurig, aber die fortschreitende Demenz macht vieles auch leichter und hilft uns allen .... wenn wir gute Bedingungen schaffen. Und das hast du gemacht. Nun wird das schon alles gut werden...!

    Ihr Lieben, eure Berichte erinnern mich wieder daran, dass meine Mutter im letzten Jahr "zu Hause" partout in kein Bett mehr ging, sondern in ihrer Kleidung die Nächte im Sessel verbrachte. Das Resultat kann man sich vorstellen ... nicht gerade gesundheitsförderlich für eine vorerkrankte 87jährige ...

    Aber ich hätte mich auf den Kopf stellen können, es führte kein Weg mehr in ihr Bett!


    Jetzt im Pflegeheim liegt sie nachts und mittags friedlich in ihrem schönen Bett! Ein Unterschied wie Tag und Nacht!


    Das nur als Gedankensplitter!

    Lieber Sohn83, alles Liebe auch von mir. Vielleicht hilft es dir, wenn du virtuell (oder auf einem Blatt Papier) notierst, welche Gründe FÜR ein Pflegeheim sprechen und welche Alternativen es ggf. gäbe, die für deinen Papa die bessere Option wären. Du wirst sicher erkennen, dass du die richtige Entscheidung getroffen hast. Auf jeden Fall berücksichtige bei deiner Überlegung die Gründe, die dich bewogen haben, so zu handeln.

    Jetzt hängt sehr viel von dem Heim ab ... und dafür alles, alles Gute!!!!

    Liebe Nelly, ich möchte dir einfach mein Mitgefühl senden. Aus deinen Zeilen lese ich eine große Not für alle Beteiligten. Besonders deine Elternsind in ihre Rolle der gegenseitigen Abhängigkeit quasi einbetoniert, wollen etwas mit Macht festhalten, das entgleitet und ihnen die Hoffnungslosigkeit zeigt. In dieser Hinsicht ist ihr Verhalten aus ihrer Persepktive nachvollvollziehbar. Und du stehst davor und kannst eigentlich nicht viel tun. Weinen ist aber manchmal das Einzige, das man tun kann und auch Mitfühlen und Mitleid.


    Es geht mir nicht anders ... (es ist immer wieder ein Auf und Ab) und wir alle hier müssen diesen Prozess wohl oder übel aushalten ... : die Dementen und auch wir "Kinder" ...

    Um aus der Lähmung herauszukommen, muss man manchmal irgendetwas tun, selbst wenn es nur eine Kleinigkeit ist, die alles etwas erträglicher macht. Das kann ein kleines Geschenk für die Eltern sein, ein paar liebe tröstende Worte. Sie sollen den Adressaten gut tun, aber auch uns selbst. Es scheint uns dann manchmal eine Nichtigkeit zu sein, was wir tun KÖNNEN, aber das ist es nicht. Wirklich nicht!


    Ich hoffe von Herzen, dass dir da etwas einfällt und dass irgendjemand aus dem Pflegeheim ein kleines Fensterchen findet, durch das wieder ein wenig Licht in das Leben deiner Eltern kommt ... und somit auch in deines! Alles Liebe!

    Liebe ecia, vielen Dank für deinen Bericht. Das hilft auch mir, weil ich Phasen erkenne, die ich mit meiner Mutter schon durchlaufen habe. Ich glaube, es ist gut, dass sich die Demenz bei deiner Mutter erst viel später verschlimmert. Sie wird nach und nach in eigene Welt ... eintauchen (verschwinden?) und wichtig ist, dass sie sich dort wohlfühlt, was immer sie dazu braucht. So wie du deine Mutter beschreibst, scheint sie ihre Freiheit auch in der Demenz zu brauchen. Also ist dies ein zentraler Punkt ihrer Persönlichkeit, den selbst die Demenz nicht angreift.


    Meine Mutter hat sich ja auch mit Händen und Füßen gegen offensichtliche Hilfe gewehrt. So etwas wie eine gewisse "Demut" (im positiven Sinne natürlich), die man dann braucht, war ihr wesensfremd. Das hat aber auch gewisse Vorteile und erleichtert mir den Abschied. Alles Liebe!

    Hallo guten Abend Alfjonski, ich lese aus deinen Zeilen heraus, dass du den Schritt gegangen bist und jetzt genau erkennst, dass du an deiner Mutter nichts mehr ändern kannst. Das ist hilfreich.


    Die Sache mit dem Gewissen hat - glaube ich - auch immer damit zu tun, was man selbst für sich möchte ... Ich selbst würde es eben genauso machen: Du fährst zu ihr, du verhältst dich anständig, du gehst wieder (den Zeitraum deines Besuchs bestimmst du selbst). Und was sie dann sagt/tut/nicht tut, ist nicht deine Verantwortung. Das ist ihr Weg, ihr Leben und ... ihre Krankheit.


    Du hast das alles losgelassen und keine Rechnung mehr offen ... Du machst alles gut nach bestem Wissen und Gewissen und das weißt du auch!!!

    Und die Welt geht auch nicht unter, wenn du mal nicht hingehen kannst/willst. Deine Mutter wird das nicht bemerken, es wird gar nichts besser/schlechter machen für sie.


    Ich finde es wichtig, dass man seinen eigenen Frieden findet und stattdessen die Dinge genießt, die man hat. Davon hast du ja zum Glück eine Menge. Wie schön!

    Widerstand (selbst wenn man im Recht ist) macht einen nur selber krank, wenn man damit sowieso kein Ziel erreicht. Ich freue mich wirklich über deine gelassenen Zeilen. Du wirst sehen, dass es dir bald besser geht.


    Ich selbst habe ja nicht nur meine demente Mutter als Problemthema, sondern musste das, was ich geschrieben habe, selbst erfahren und lernen und seitdem geht es mir ebenfalls viel besser. Alles Liebe.

    Hallo Weit weg, auch meine Mutter wäre eher ins Feuer/aus dem Fenster/ins Wasser gesprungen als in ein Heim zu gehen und hat dies auch so geäußert.


    Letztlich blieb uns aber nur diese Option und ich bin von Herzen dankbar, dass meine Mutter dort so gut / lieb / professionell versorgt wird.

    Meine Mutter weiß nicht, dass sie seit einem Jahr in einem Heim ist und lebt gelassen und zufrieden vor sich hin (die Pflegerin meint, sie ist in ihrer kleinen heilen Welt und da lässt man sie auch).

    Wir vermeiden alles, was meine Mutter triggern könnte. Das geißt: alles ist einfach immer schön, nett, in Ordnung ..., wenn wir sie sehen und damit ist sie zufrieden.


    Noch zu Hause waren Trigger die größte Gefahr. So hat sie mich z.B. ausgerechnet an ihrem Geburtstag (mit Geschenk) rausgeworfen. Somit gibt es jetzt keinen Geburtstag mehr, d.h., sie bekommt "einfach mal so" etwas geschenkt, aber alles ohne dieses ganze Drumherum. Weihnachten ist ebenso.


    Meiner Mutter würden derartige Besuche und Feste eben gerade nicht gut tun. Es macht ihr nichts aus, wenn nur wir kommen und auch wir müssen/dürfen nicht lange bleiben. Das wird ihr schnell zu viel. Das respektiere ich!


    Die Heimleiterin sagte mir, dass ich mir gut überlegen soll, WARUM ich zu Besuch komme. Im Prinzip tue ich das in erster Linie für mich, da meine Mutter inzwischen in einer ganz anderen Welt lebt ...


    Vielleicht kannst du den Besuchern sagen, sie möchten sich bitte auf diese "andere Welt" deiner Mutter einstellen und nicht über Dinge sprechen, die nicht im Sinne deiner Mutter sind. Ansonsten scheint sich deine Mutter ja auch wohlzufühlen. Mit ein wenig Sensibilität kann man sich gut darauf einstellen und eben nicht wie immer einfach losplaudern.


    Ich schreibe dies, weil genau diese Gedanken und Probleme auch für uns relevant waren und sind.

    Andererseits ist es auch anders zu bewerten, wenn deine Mutter davon spricht, nach Hause zu wollen. Selbst meine sehr demente Mutter sagt beim Abschied immer mal wieder, dass sie auch bald wieder nach Hause kommt. Dann sagen wir: "Ja, das wird dann bestimmt der Arzt entscheiden. Warten wir mal ab." Es ist nach wie vor nicht schön, aber sie ist dann jedesmal zufrieden.


    Liebe Grüße

    Oje, OiOcha ...., da hatten wir ja noch Glück, obwohl ich mich auch mit dem Gericht angelegt habe ... Aber es ist richtig, man muss sich hier stets präsent zeigen und notfalls auch genervte (unhöfliche?) Reaktionen einstecken. Liegt mir überhaupt nicht!!!! Aber es half nichts. Wichtig ist, dass die "Dinge" irgendwann laufen (z.B. in einem Heim, zu dem man Vertrauen hat), dann geht es wieder entspannter weiter.

    Ich kriege bei wichtigen Fragen z.B. jetzt immer Bescheid und werde gefragt. Alles läuft.

    Beschwerden nützen meist nicht viel, zumindest hat man selber nichts mehr davon. Liebe Grüße

    Hallo Rosaliechen, willkommen im Forum.

    Wir hatten meine Mutter mit Demenz bis vor einem Jahr zu Hause (nebenan wohnend).


    Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es schwierig ist, mit Worten durchzudringen. Meine Mutter (in ihrer von früher gewohnten Selbstständigkeit) machte, was ihr in den Sinn kam. Dazu gehörte, dass sie im letzten Jahr zu Hause KEINE Nacht mehr im Bett verbrachte, sondern allerhöchstens im Sessel schlief. Neben ihr zu sitzen hätte nichts gebracht, sie höchstens noch mehr verwirrt. Wir hatten mehrere Bewegungsmelder installiert und so piepste es, wenn meine Mutter in komische Situationen geriet, wenn sie bspw. das Haus verlassen wollte. Somit standen wir jedesmal nachts senkrecht, wenn der Alarm losging. Wir haben außerdem sämtliche Gefahrenquellen entfernt, aber 100%ig ist das nicht möglich. Wir hatten z.B. ihre Treppe abgesperrt (sie war bereits gestürzt), aber sie schaffte es, die Absperrung wieder zu beseitigen.

    Mir wurde vom Arzt gesagt, dass ich ihr bitte keine Beruhigungsmittel geben solle, da sonst die Sturzgefahr noch größer wäre. Ebenso haben wir ein Bettgitter wieder abgebaut, weil auch das eher problematisch war. Wir haben sie wohl oder übel laufen lassen müssen.


    Jetzt im Pflegeheim fügt sich meine Mutter in die dortige Ordnung und ist bisher wohlbehütet durch das Jahr gekommen. Alle sind sehr zufrieden.


    Meine Mutter war übrigens überzeugt, dass ihre Eltern mit im Haus wohnten (seit 50 Jahren verstorben), aber das war eigentlich eine ziemlich unspektakuläre Sache. Ich habe das Spiel gut mitspielen können und fand es am Ende gar nicht mal so unangenehm, da auch ich meine Großeltern sehr geliebt habe und nun waren sie halt irgendwie "wieder da". Das war fast noch das Netteste an der ganzen Sache.


    Am Ende haben wir die Pflege nicht durchhalten können, weil meine Mutter keine Hilfe von außen annahm und auch nicht bereit war, ausreichend zu trinken und zu essen (sie meinte immer, sie habe schon gegessen und zwingen konnte ich sie nicht). Das führte zu Mangelerscheinungen und die sind jetzt erfreulicherweise beseitigt.

    So richtig kann man wahrscheinlich gar nicht anderen raten, weil jeder Fall einzigartig ist.


    Alles Gute.

    Liebe Hase, auch von mir kommt großes Mitgefühl!!! Ich habe deine Posts aufmerksam verfolgt und fühlte mich an meinen Vater erinnert, hatte sogar schon hier dazu geschrieben ...., dann aber gemerkt, wie mich das alles noch immer beschäftigt ...


    Liebe Hase, es greift da im ersten Moment kein Trost von außen. Hier kann (und wird!) nur die Zeit einen sanften Mantel um die Trauer legen. Mögen dich liebe Menschen in deiner Nähe jetzt und währenddessen wärmen und beschützen. Ganz liebe Grüße, von Herzen ...

    Hallo Ute, Weihnachten außerhalb der Pflegeeinrichtung ist für niemanden gut. Deine Mutter ist ja in diesem Pflegeheim, WEIL sie dement IST und so ist für sie jeglicher Wechsel eine Strapaze (selbst wenn sie das momentan so nicht sieht). Und dann kommt noch hinzu, dass sie selbst ohnehin nie zufrieden sein wird (früher nicht und jetzt nicht). Sie wird also nicht plötzlich wie durch ein Wunder gewandelt sein. Auch du WILLST sie ja eigentlich gar nicht dabei haben, weil du weißt, was kommt. Also was sagt dann die logische Schlussfolgerung?


    Deiner Mutter geht es außerdem in der Pflegeienrichtung gut. Selbst wenn sie das nicht so sieht, du weißt das ... und du hast damit alles Notwendige getan. Alles Liebe.

    Hallo OiOcha, ich möchte zwei Punkte bestätigen:

    1. Ja das Temperaturempfinden ändert sich bei Demenz. Meine Mutter friert auch bei 38Grad im Schatten ... das hatten wir diesen Sommer. Im Pflegeheim ist man ständig bemüht, ihr warme kuschelige Sachen anzuziehen, jetzt wo es wieder kalt wird. Die Pflegerinnen meinten, dass dies mit der Demenz zusammenhängt.


    2. Meine Mutter hat jetzt in der Demenz keine Schmerzen mehr bzw. äußert sich nicht dazu. Früher hatte sie genügend Stellen, die ihr wehtaten.


    In unser Pflegeheim kommen eigentlich "normale" Ärzte, Friseur, Fußpflege ... Es ist für alles gesorgt.


    Liebe Grüße

    Meine Angst ist, dass sie irgendwann mal fuerchterliche Schmerzen bekommen wird - was dann tun???

    Hat jemand von euch schon mal derartige Probleme gehabt?

    Danke im voraus fuer euren Rat!

    Hallo, meine Mutter hatte auch zwischendurch im Heim Zahnschmerzen. Da wurde ein Zahnarztbesuch veranlasst.


    Mein Eindruck ist, dass man in guten Pflegeeinrichtungen die richtigen Mittel und Wege findet, so dass die dementen Menschen notwendige Prozeduren gut durchhalten. So wie jeder Mensch, die/der mit Menschen arbeitet, passende Strategien (und die dazugehörige innere Einstellung) parat haben sollte.

    Du kannst am besten mal aus der Ferne schauen und prüfen, wie das alles in dem Heim läuft. Wenn deine Mutter sich da wohl fühlt, scheint es gut zu sein. Und dann kannst du dich auch darauf verlassen, dass man gute Entscheidungen trifft. Bei uns ist es so, dass ich selbst sehe, wie angenehm sich das Heim anfühlt, so dass ich meine Mutter dort gut aufgehoben weiß. Alles Liebe.

    Hallo Weit Weg, auch von mir ein Willkommen. Bei mir ist /war das Gegenteil der Fall - wir wohn(t)en Jahrzehnte lang Haus an Haus, haben uns eigentlich immer gut verstanden, wenngleich auch jeder von uns seinen Freiraum brauchte und sich nahm. Ich war/bin zudem sehr intensiv und zeitaufwendig berufstätig, zuweilen auch in der Welt dienstlich unterwegs.


    Was du beschreibst (Verwahrlosung der Mutter) fand bei uns allerdings trotz der Nähe statt, da auch meine (dominante!!! und hochintelligente!!! sowie lebenskluge) Mutter ALLES an Hilfe ablehnte. Der Horror "in Tüten"!


    Mittlerweile lebt sie in einem kleinen Heim ... ist da sehr gut aufgehoben, die Demenz schreitet weiter fort und sie ist (glaube ich) viel dementer als die Mütter anderer hier und lebt nur mehr im Augenblick. Das schlechte Gewissen habe ich immer noch, aber für mich beschlossen, dass ich es einfach in meinen Alltag integriere ... dann verliert es seinen Schrecken. Es ist ziemlich sicher, dass es viel mehr Kraft kostet, Widerstand gegen das schlechte Gewissen zu leisten. Seit ich es angenommen habe, wurde es leichter.


    Komischerweise ist die Traurigkeit kleiner, da ich meiner Mutter beim Dementwerden zuschauen konnte und ich mich über die jetzige zufriedene Version meiner Mutter von Herzen freue, wohingegen ich die aggressive Version meiner Mutter auf ihrem Weg bergab keine Minute vermisse.


    Ich kann mir gut vorstellen, wie es dir geht. Vielleicht tröstet dich der Gedanke, dass gut gepflegte Demenzkranke selbst nicht so viel leiden, wenn sie einmal das sogenannte irdische Leben mit seinen Freuden, aber auch Sorgen und Nöten gedanklich loslassen konnten.


    Unsere Sorgen und unsere Traurigkeit werden mit der Zeit kleiner und/oder gehören zu unserem Alltag. Und wie die anderen schon schrieben. Auch wir "Kinder" werden inzwischen älter und alt, haben eigene Baustellen, müssen unsere anderen Aufgaben hier noch bewältigen ... Unsere Mütter sind "nur" eine Aufgabe in unserem Leben.


    Und wir haben alle nur das eine Leben. Wichtig ist, dass wir unsere Mütter gut versorgen und schauen, dass es ihnen gut geht. Und das tust du ja und kannst daraus Zufriedenheit schöpfen.


    Achso, noch anmerken möchte ich, dass ich eine der wenigen hier ohne Vollmacht bin. Somit läuft alles übers Gericht, dem ich Rechenschaft ablegen muss, aber auch da wächst man rein - es ist, wie es ist.


    Alles Liebe und schreib ruhig, wenn dich etwas plagt.

    Ja diese Fassade! Selbst eine psychologische Mitarbeiterin im Heim fragte mich mal, ob ich nicht meiner Mutter den Wunsch gewähren könnte dass sie wieder zuhause lebt.

    Na "wunderbar" ... Ich kann mir vorstellen, wie einem da zumute ist. Man macht es sich sowieso schon nicht leicht und dann sowas. Aber dagegen kann man wohl nichts machen ... am Ende sprechen die Tatsachen eine deutliche Sprache, die auch die letzten Zweifler verstehen.

    Mir fällt es so schwer, bei der Kommunikation mit meiner Mutter nicht in Fallen zu tappen!!! Da scheint irgendwie mein Sensor kaputt zu sein…ist das bei Euch auch so?

    Ach Alfskjoni, das ist absolut normal. Am schwersten lassen sich die automatisierten "Glaubenssätze" ändern. Auch das Verhalten dazu hat sich verselbstständigt und läuft ab wie eine Routine. Das hat sicher mit der Erziehung zu tun, aber auch im späteren Leben kommen noch weitere Routinen hinzu. Vor Jahren sagte mal eine Kollegin zu mir "Ich denke immer "Nein" und mein Mund sagt trotzdem "Ja".


    Da hilft nur: Nachsichtig mit sich selber sein und sich ein paar Strategien ausdenken, die man bewusst einsetzen kann. Funktionieren diese und hat man Erfolg, hilft das beim Umprogrammieren.


    Da hilft dir sicher eine gute Therapeutin, solche Strategien zu finden. Es ist ein Prozess, aber man schafft es ... sage ich aus eigener Erfahrung. Liebe Grüße

    Es ist gut möglich, dass Ihre Mutter in diesem Rahmen auf diesen tiefen inneren Frieden zusteuert, den ich oft wie einen paradiesischen Zustand erlebe. Dabei bekommen die "Kügelchen" einen ganz besonderen Nährwert für das interessierte verspielte Glück im Moment. Ich kann mir gut vorstellen, dass Sie unter dieser Perspektive noch viele unvergessene Augenblicke erleben werden!

    Lieber Herr Hamborg, es ist genauso wie Sie schreiben ... Es gibt manche Momente, wo ich richtig sehe, dass meine Mutter in ihrer eigenen friedlichen Welt lebt ... wie in einem Paradies. Alles fällt von ihr ab, worüber sie sich früher Gedanken gemacht und was sie geärgert und gequält hat. Und so hält man es auch in dem Heim seitens der Pflegerinnen. Ich sehe dort einige Leute sitzen, die so wirken wie meine Mutter und ich bin total begeistert, dass man jeden so sein lässt wie er ist. Ich könnte da einiges erzählen. Zum Beispiel sitzt da immer ein Mann in Frauenkleidern, der sich mit einer 98jährigen angefreundet hat. Jedoch genügt es den beiden, einfach schweigend nebeneinanderzusitzen ... Alles Stoff für Romane ... Ich muss eben nur selbst lernen, damit umzugehen. Dann verliert die Demenz an sich ein bisschen ihren Schrecken.