Beiträge von schwarzerkater

    Guten Tag an alle hier,

    es freut mich, dass diese 11 Punkte allen etwas geholfen haben. Für mich war dieses Forum ebenfalls die "Rettung". Ich konnte mir so besser erklären, was mit meiner Mutter passiert. Dieses Schwanken zwischen den "Zuständen" hat mich um den Verstand gebracht: Mal meinte ich, sie sei doch noch relativ normal. Dann stieß ich auf Berge von gefaltetem Papier aller Arten, auf absurde Dinge in Kühlschränken und Kühltruhen usw. usf. ...


    Es ist übrigens beinahe logisch, dass diese Krankheit uns nicht gerade Erinnerungen an die ehemals guten Zeiten miteinander schenkt und wenn, dann stehen sie immer in Konkurrenz mit dem Jetzt.

    Ich glaube, man muss sich "wie ein Mantra" immer wieder vor Augen halten, dass das jetzige Verhalten das Ergebnis einer sehr schweren Krankheit ist. Ich versuche also, das Verhalten meiner Mutter nicht mehr zu bewerten (einschätzen ja, bewerten nein), so riet es mir meine Therapeutin.


    Als meine Mutter noch zu Hause wohnte (wir wohnten quasi immer Haus an Haus) und sie in der fast letzten Phase aus dem Nichts total aggressiv wurde, habe ich fluchtartig die Szene verlassen oder habe sie traurig angeschaut (das war echt) und gefragt: Was soll ich bloß machen, ich kann nicht mehr ... Das hat sie nicht besänftigt, mich aber schon. Und nach einiger Zeit war alles wieder auf Null. Wir hatten aber vorher viele Jahre, in denen ich mir das böse Verhalten meiner Mutter nicht erklären konnte. Es war wahrscheinlich eine frühe Stufe der Demenz - nur wir wussten es nicht.


    Insofern kann man vielleicht beobachten, wie sich "die Dinge" entwickeln ... und es muss bei euch nicht so schlimm bleiben. (Rose60 und ecia haben so eine Entwickluing ja auch schon durch).


    Achso, meiner Mutter haben wir nie gesagt, dass dieser Heimaufenthalt für immer ist. Einmal haben wir sie wieder herausgenommen, noch ein Jahr zu Hause durchgehalten und es beinahe bitter bereut. Die damaligen Pfleger verstanden unsere Entscheidung damals eher weniger und meinten, meine Mutter sei da voll integriert gewesen ...obwohl sie selbst uns ständig sagte, sie möchte nach Hause. So haben wir das diesmal anders gemacht und wenn sie jetzt fragt, wann sie denn nach Hause darf, sage ich immer: Da müssen wir einfach noch mal bei der Ärztin nachfragen ... Das vergisst sie umgehend wieder und lebt friedlich in den Tag hinein, bis ich wieder auf der Bildfläche erscheine ...


    Diese "Lüge" fiel mir anfangs bitter schwer und es wurde erst besser, als ich mir klar machte, dass mein Ehrlichkeitsbedürfnis meiner Mutter null hilft.


    Ja, wir haben es alle nicht einfach - aber es ist schön, sich gegenseitig zu unterstützen. Liebe Grüße in die Runde.

    Hallo Sohn83, am Ende ist es immer ein Abwägen, was wohl in dieser Situation noch das Beste ist und manchmal entscheidet man sich heute so und morgen ändert sich wieder alles. Man muss dann halt auf die Ärzte vertrauen.


    Wir wissen nicht genau, welche Form von Demenz meine Mutter hat. Zu ihrem gesundheitlichen

    Hallo Sohn83, zum Nierenversagen weiß ich nichts zu sagen. Ich kann mich aber in puncto Hüfte gut in deinen Vater einfühlen. Ich habe mit zwei kaputten Hüften die Schmerzhölle auf Erden erlebt. Da hilft wirklich KEIN Schmerzmittel mehr. Da tut einem alles weh auf eine Art, dass es unbeschreiblich ist. Nach einer OP beim besten Chirurgen der Welt war die Welt für mich wieder annehmbar. Ich würde da wirklich abwägen: Demenz und OP ist sicher schlimm, aber auch Demenz und solch schlimme Schmerzen sind schrecklich. Vielleicht gibt es wirklich eine Möglichkeit, denn diese Schmerzen zusätzlich zur Demenz sind übel.???


    Thema Geburtstag: Meine demente Mutter hat inzwischen keinen Bezug mehr zu irgendeinem Fest (waren ihr früher alle extrem wichtig). Ein kleines Geschenk zu ihrem Geburtstag im letzten Jahr hat sie erst scheinbar freudig angenommen, aber mir ansonsten einen ihrer aggressivsten Tage der Demenz beschert. So hat sie das durcheinander gebracht. Von solch außergewöhnlichen (selbst wenn gut gemeinten) Aktionen profitieren Demente vielleicht eher nicht. Also auch da lohnt sich ein Umdenken.


    Inzwischen hat meine Mutter einen Bewegungsradius von wenigen Metern (im Haus), aber sie ist damit zufrieden. Damit muss man sich sicher auch abfinden.

    Alles Gute!

    Hallo Nelly, genau so ist es: nicht Betroffene sind nur begrenzt mit unseren Sorgen belastbar ... das ist normal.


    Ich habe mir nun - angesichts deiner Fragen - ein paar Gedanken gemacht, was mir in diesem Prozess mit meiner dementen Mutter geholfen hat (und hilft, denn der Prozess läuft ja noch). Vielleicht sind ein paar passende Gedankensplitter für dich dabei.


    1. Man muss ohne Wenn und Aber akzeptieren, dass es sich bei Demenz um eine sehr schwere und fortschreitende Krankheit handelt, für die niemand etwas kann, weder die demente Person noch wir. Niemand sucht sich das aus - es ist ein schweres Schicksal. Ein wichtiges lebensnotwendiges Organ büßt seine Funktion ein. Die Symptome sind deutlich.

    Das oftmals von außen transportierte leicht-beschwingte und frohsinnige Bild über Demente ist da wenig hilfreich. Das erweckt in vielen das Gefühl, es wäre eigentlich alles so easy und man fragt sich, warum man selbst es eben nicht so easy findet.


    2. Eins der allergrößten Probleme ist, dass den Dementen eben auch die Krankheitseinsicht (die Erwachsene sonst mehr oder weniger haben) verloren geht. Sie wissen nicht mehr, wie es wirklich um sie steht, was sie brauchen, was sie nicht mehr können. Sie sind dennoch und gerade deswegen schutzlos und schutzbedürftig (wie Kleinkinder) und jemand MUSS ihnen diesen Schutz - auch gegen ihren Willen - bieten.


    3. Wir sind die engsten Angehörigen und sollten - so gut wir können und es wollen - die Verantwortung übernehmen oder sie weitergeben. Nach bestem Wissen und Gewissen müssen wir tun, was die demente Person notwendig braucht, auch wenn das nicht gern gesehen wird und Protest hervorruft (wie bei einem Kleinkind). Aber in diesem Fall sind wir die "Klügeren" und Stärkeren und müssen handeln.


    4. Man muss aushalten, dass man hierfür keinen Dank erhält sondern ggf. das Gegenteil. Es geht nicht um uns, um unsere Wünsche (uns gut zu fühlen, weil die demente Person uns gute Worte sagt). Das ist traurig und schrecklich, aber leider nicht zu ändern.


    5. Ich selbst habe mich ein für alle Mal davon verabschiedet, mit meiner Mutter irgendwelche alten Rechnungen (die gibt es ja immer) von früher aufzuarbeiten. Das ist manchmal schwer, denn noch erkenne ich alte Persönlichkeitszüge meiner Mutter, aber nichts davon ist noch tragfähig. Eben noch gibt es eine einigermaßen sinnvolle Reaktion von ihr und im nächsten Augenblick ist die Brücke abgerissen und es gibt nichts Verbindendes mehr. Die Hausärztin meiner Mutter meinte zu mir: Sie müssen verstehen, dass das nicht mehr ihre Mutter ist (also die von früher).


    6. Mir hat auch geholfen, immer mal wieder den demenziellen Zustand meiner Mutter zu testen und auch die Pflegerinnen zu befragen. So sagte meine Mutter oft, dass sie nach Hause möchte (ich triggere sie sicher), aber die Pflegerinnen meinen, dass sie sonst eigentlich sehr zufrieden ist und nie nach Hause möchte. Vieles vom von ihr Gesagten hat inzwischen floskelhaften Charakter - und diese passen manchmal, manchmal auch nicht. Sie weiß auch gar nicht mehr, wo zu Hause ist.


    7. Besuche zu minimieren ist nicht unbedingt hartherzig, sondern hilft den Dementen, den Schmerz langsam zu vergessen (an den wir sie sonst immer wieder erinnern). Fällt mir selbst sehr schwer, aber die Heimleiterin sagte mir: Bitte überlegen Sie, weswegen Sie Ihre Mutter besuchen. Es muss nicht sein, dass Sie ihr damit einen Gefallen tun. Es kann sein, Sie tun das nur für sich selbst. Ich bin anfangs täglich hingegangen, gehe jetzt zweimal pro Woche und selbst das überfordert meiner Mutter - außerdem vergisst sie meinen Besuch umgehend und selbst, wenn ich zweimal täglich hingehe, wundert sie sich, warum ich so lange nicht da war.


    8. Vielen hier geht es wie dir und mir: Sie wollen der gute empathische Mensch sein, es (auch) den Eltern recht machen ... Ja, vielleicht sind manche auch weniger empathisch gepolt. Andererseits ... Ist es nicht völlig normal bzw. sehr angenehm, ein empathischer Mensch zu sein? Und ist es nicht völlig normal, dass uns dann diese unbekannte und einmalige Herausforderung völlig aus der Bahn wirft, weil wir komplett an unsere Grenzen stoßen.


    9. Diese schwere Krankheit IST einfach eine der größten Herausforderungen für alle Beteiligten. Ich wünschte mir auch, dass ich schneller gut damit umgehen kann. Aber ich erlebe es zum ersten Mal. Und ich muss einfach durch das tiefe Tal durch, in der Hoffnung, dass es auf der anderen Seite mal wieder etwas einfacher wird. Ich musste meinen Widerstand aufgeben und das Schicksal annehmen. Leicht gesagt, aber nicht leicht getan.


    10. Ich erkenne an, dass meine Mutter in einer völlig anderen Realität lebt als ich. In ihrem Ich fehlen ganze Teile und aus den Resten baut sie sich ihre Welt zusammen. Die Pflegerinnen im Heim gehen ganz selbstverständlich mit ihr um und sprechen mit ihr z.B. in einer Art, die ich manchmal seltsam finde (wenn ich an meine ehemals dominante, couragierte und kluge Mutter denke). Aber genau das funktioniert prima und meine Mutter fühlt sich angenommen. Also auch meine Maßstäbe muss ich teilweise ändern.


    11. Viel hat mir auch geholfen, hier mitzulesen (man findet immer diesen oder jenen Gesichtspunkt) oder viele Erfahrungsberichte dazu zu lesen. Ich meine nicht unbedingt diese hochgepriesenen Bücher oder Filme, sondern man muss etwas suchen, was einen anspricht. Jeder Fall ist anders, aber viele Entwicklungen sind gleich.


    Ich könnte noch mehr schreiben, aber diese 11 Punkte sollen erst mal genügen. Vielleicht ist nicht alles logisch geordnet, aber darum geht es ja nicht. Ich weiß natürlich auch bei Weitem nicht alles, was notwendig wäre. Aber so wie mir mancher Beitrag hier der Strohhalm im Meer der Verzweiflung war, kann ich vielleicht auch diesen oder jenen Aspekt beitragen. Liebe Grüße und alles Gute!

    An Irky und Nelly ... herzlich willkommen in der Runde. Wie sich die Muster doch gleichen ... Ich habe selbst viel darüber geschrieben. Die Demenz der Mutter (und des Vaters) ist eine einzigartige Herausforderung, die unsere Beziehungen zueinander und unser ganzes Wertekonzept auf den Prüfstand stellt. Aber es ist tatsächlich so, wie es Rose und ecia schreiben: Unsrere Aufgabe ist es, unsere tatsächliche Aufgabe in diesem Prozess herauszuschälen. Und die heißt: Wir müssen für unsere Eltern so entscheiden, wie es unter den gegebenen (schlimmen) Umständen noch am erträglichsten für sie (und für uns) ist. Der Vergleich mit einem (trotzigen) Kleinkind ist hier wirklich angebracht. Unsere Eltern KÖNNEN selbst nicht mehr entscheiden und wir müssen lernen, damit zu leben, ihre vordergründigen Wünsche nicht erfüllen zu können und auch nicht zu dürfen (weil es kontraproduktiv wäre). Das müssen wir aushalten, auch wenn es noch so schwer scheint.

    Vielleicht muss man ein bisschen genauer hinschauen um zu erkennen, dass nicht alle geäußerten Wünsche wirklich in ihrem ganzen Sinn von den Demenzkranken erfasst werden. Eventuell geht es den Eltern sogar besser, wenn man sie nicht so ganz, ganz oft besucht. (In unserem Fall ist das so). Meist wird es mit fortschreitender Demenz besser.

    Alles Liebe und viel Kraft für alle!

    Hallo KO72, auch mir tut das leid, dass dieses Heim anscheinend nicht die richtige Wahl ist ... Aber ein Gutes hat die Sache. Man sieht, dass Beschäftigung der Mutter gut tut. Mir hat immer geholfen, aktiv nach der bestmöglichen Lösung zu suchen, um sich dann sagen zu können, dass ich wirklich das Menschenmögliche getan habe. Sicher lohnt sich die Suche nach einem alternativen Heim (oder das jetzige Heim hat doch bessere Vorzüge als gedacht). Wichtig ist, dass man selbst das Gefühl hat, die Mutter ist in guten Händen. Dann wird es sicher erträglicher ... Liebe Grüße

    Liebe Zimt, schön, mal wieder von dir zu lesen. Es scheint so, dass sich der Prozess der Demenz bei deiner Mutter unaufhaltsam weiter entwickelt. Da hat aber jeder seinen individuellen Weg. In deinem letzten Abschnitt steht bereits, wie wir das als Angehörige überleben können.

    Aus heutiger Sicht haben wir meine Mutter auch in den ersten Jahren der Demenz praktisch auf unsere Schultern genommen.

    Vielleicht prüfst du mal ganz vorsichtig, wie es ist, wenn du nicht jeden Tag bei ihr bist? Wie geht es deiner Mutter damit? Bemerkt sie (noch) den Unterschied? Ich will nicht sagen, dass man nun gar nicht mehr hingehen soll. Aber es lohnt sich vielleicht, ab und zu mal den Ist-Zustand zu prüfen.

    Meine Mutter weiß fünf Minuten später schon nicht mehr, dass wir da waren. Was ihr allerdings auffällt, ist, dass es Stress ist, wenn wir mit ihr reden. Dabei lassen wir uns aber genau auf sie ein. Nur, da kommt eigentlich nichts mehr. Außenstehende würden es vielleicht nicht merken, aber die meisten Äußerungen sind Floskeln/Versatzstücke, die mal passen und mal auch nicht. Sie fragt z.B. innerhalb von ein paar Minuten mehrmals dasselbe (und es sind auch immer dieselben Themen).

    So traurig es ist, ich kann mit meiner Mutter kein Gespräch mehr führen ... Sie war früher klug, interessiert und kommunikativ ... und auch dominant. Davon ist nichts mehr übrig, nur vielleicht die Dominanz in Ansätzen.

    Wenn deine Mutter gut versorgt und betreut wird, lohnt es sich vielleicht, ein wenig mehr loszulassen, so dass deine Mutter in ihrer eigenen Welt ankommen kann.

    Während ich das schreibe, weiß ich, wie schwer auch mir das fällt. Ich denke immer noch teilweise im früheren Rahmen. Mir hilft aber dann ein kurzes Gespräch mit den Pflegerinnen, die prima mit meiner Mutter auskommen.

    Alles Gute für dich und deine Familie.

    Auch hier noch ein paar Sätze von mir: Meine Mutter hat in ihrer aggressiven (und angsterfüllten Phase) ebenso von pflanzlichen Beruhigungsmitteln profitiert (v.a. Passiflora oder andere Mittel mit Passionsblume), ebenso kann man es (falls man keine Widerstände dagegen hat ) mit Globuli versuchen. Da lasse ich mich immer von einer Bekannten beraten. Baldrian haben wir aber auch gegeben.

    Übrigens (ich schrieb es schon an anderer Stelle), jetzt im Pflegeheim ist meine Mutter die Ruhe selbst. Ich frage ehrlich gesagt nicht viel bei den Pflegerinnen nach, aber diese scheinen mit meiner Mutter zufrieden zu sein. Nach wie vor meine ich, dass es besser wird, wenn durch das Vergessen der Faden zum früheren Leben für die Demenzkranken fast abgerissen ist. Dann wird ihre Not kleiner und für uns Angehörige ist das todtraurig, aber dennoch ein Segen. Ich weiß nicht, ob Herr Hamborg dafür auch Anhaltspunkte sieht. Für uns alle aber kann es ein Trost sein.

    Hallo OiOcha, ich habe inzwischen gelernt, dass es mit jedem Demenzkranken nur ein langsames Vortasten sein kann. Mal hilft es, sich an die "alte Persönlichkeit" mit ihren Besonderheiten zu erinnern, mal muss man die kontinuierlich sich neu ausbildenden Eigenschaften berücksichtigen. Für die meisten Betroffenen ist es eine private Hölle und man kann sich nur langsam vorantasten, um irgendwann wieder atmen zu können. Bei meiner Mutter ging das wirklich vor ca. 10 Jahren los. Da wir nicht wussten, dass sich eine Demenz so ankündigen kann, haben wir uns buchstäblich Arme und Beine ausgerissen, um es ihr recht zu machen. Irgendwann hatten wir einen Dreh gefunden und es wurde besser. Der Vorteil war, dass meine Mutter (welch ein Glück) nicht zu den anhänglichen Dementen gehört(e), sondern sich eher zurückzog. Allerdings warf sie postwendend jede Person wütend raus, die ihr helfen sollte/wollte. Auch mich betraf dies einige Male. Das war die Karastrophe pur.

    Aber du fragst, was danach kam ... Mir hat damals die Pflegedienstleiterin gesagt, dass es meist besser wird, wenn die Personen in eine andere Umgebung (Heim) kommen. Ich habe das insbesondere in Bezug auf meine Mutter nicht glauben wollen. Aber es war genauso! Eine wichtige Voraussetzung war allerdings, dass ihr Erinnerungsvermögen immer weiter schwand. So schlimm das ist, meine Mutter hat das ruhiger gemacht. Wir haben ihr gesagt, es ist vorübergehend und damit konnte/kann sie leben. Dieses Heim ist 1000prozentig ihren Bedürfnissen angemessen (meine Mutter will in Ruhe gelassen und nicht bevormundet werden, sie will NICHT unterhalten werden). Wir haben danach gesucht und hatten riesiges Glück. Alle mögen dort meine Mutter sehr und sind ganz liebevoll mit ihr. (Sie darf sich z.B. um die Post ... ;) kümmern und ist einfach überall dabei, wenn sie will)

    Am Ende wäre dies über eine Kurzzeitpflege eine Option. Ich würde aber genauestens nachprüfen, was für ein Heim das ist. Unseres sieht nicht wie eins aus und es gibt die unterschiedlichsten Bewohner. Vielleicht mag dein Vater eben auch grundsätzlich keine Betreuenden in den eigenen vier Wänden. Man sagte mir damals auch, dass meine Mutter scheinbar ihr Territorium verteidigen möchte.

    Meine Mutter wollte sich umbringen, bevor sie in ein Heim geht. Und nun hat es sich gefügt und die jetzige Phase ist - so schlimm die Umstände insgesamnt sind - eine Wohltat für ALLE (für sie und für uns). Alles Gute, es wird sicher besser - man muss durchhalten und Alternativen suchen (auch solche, die einem erst einmal völlig fremd sind). Das gibt Lichtblicke.

    Hallo Herr Hamborg, Sie bringen es auf den Punkt in ihrem Kommentar für TanjaS: "Kinder" sind nicht auf der Welt, um sich von den Eltern demütigen zu lassen, ......

    Hinzufügen möchte ich: .... auch wenn die Ursache dafür eine schlimme Krankheit der Eltern ist.

    Auch wir "Kinder" haben nur dieses einzige und kurze Leben ... und irgendwann ist die demente Mutter 90+ und wir Kinder marschieren auf die 70 zu ...


    Die Situation müssen wir also JETZT lösen, so dass alle Beteiligten damit leben können, so gut es geht. Wir können die Demenz nicht heilen und auch nicht die Fehlstellen im Leben unserer Mütter ausgleichen. Für mich war genau dies mein langwährender Anspruch ... und ich denke nicht einmal, dass dieser Glaubenssatz direkt auf meine Erziehung zurückgeht ... man bastelt sich ja auch später noch so manches (nicht immer taugliche) Prinzip zusammen ...


    Nebenbei gesagt, finde ich es aus diesem Blickwinkel besonders grausam, ständig in Filmen und auf Plakaten auf lachende Demenzkranke in fröhlichen Chören zu stoßen, deren Pflege sich easy händeln lässt. Da bekommt man ein Bild serviert, das man mit noch so großer Anstrengung nicht hinbekommt.


    Jetzt müssen wir auch begreifen, dass keine der alten Rechnungen mit unseren Angehörigen sich noch begleichen lässt. Das erlaubt schon mal die Krankheit nicht.

    Ich arbeite hart an mir, meine Mutter ausschließlich in ihrer Bedürftigkeit zu sehen und genau zu überlegen, was ich ihr noch Gutes tun kann, ohne selbst dabei unterzugehen. Nicht leicht, aber einen anderen Weg gibt es nicht.

    Liebe Tanja, es ist genau richtig, jetzt den Kontakt zu minimieren. Vielleicht kommt irgendwann ein Zusammenbruch bei der Mutter (im günstigsten Fall ein Einsehen!!!???? ... aber darauf sollte man nicht hoffen), wodurch die Weichen sich neu stellen lassen.

    Es scheint manchen von außen grausam, darauf wissentlich hinzusteuern. Aber es ist eine elende Krankheit, die uns zwingt, manchmal die Samthandschuhe auszuziehen (was nicht heißt, dass man sie auch mal wieder anziehen kann).


    In diesem Sinne einen lieben Gruß an alle. Wünschen wir uns gegenseitig Kraft, Weisheit ... und Lebensfreude für uns selbst.

    Liebe Tanja, leider betrifft eine Demenz eben gerade den psychischen Bereich und betont häufig Persönlichkeitsanteile, die nicht gerade sympathisch sind. (Schwierige Anteile tragen wir alle in uns und haben mehr oder weniger gelernt, sie irgendwie zu integrieren ...).

    Außerdem kann die demente Person leider noch weniger reflektieren, was gerade mit ihr und um sie herum passiert.


    Und in uns Töchtern z.B. werden dadurch Themen aus der Vergangenheit getriggert, die uns sonst ggf. bis ans Lebensende nicht mehr weh getan hätten ...

    Ich berichte aus meiner Erfahrung, vielleicht kannst du davon irgendeine Idee mitnehmen.

    Das was du beschreibst, habe ich in ähnlicher Form durchgemacht. Es war so ein allgemeiner Ärger, eine Wut ..., die sich über mir entlud und für die ich keine Erklärung fand. Ich erkannte darin schon auch meine Mutter, aber doch war es mir unbegreiflich und irgendwie auch unpassend. Die Demenz kristallisierte sich erst nach und nach heraus. Als mir klar war, dass es eine fortschreitende Demenz ist, habe ich mich komplett von meiner Mutter als Person (die ja früher durchaus auch eine gute Mutter war ... sie tat, was ihr möglich war und jeder hat Grenzen) verabschiedet. Es ist eine völlig andere Version meiner Mutter, die ich da jetzt vor mir habe.


    Was nicht so leicht veränderbar ist ... Man hat ja so eine besondere Art entwickelt, wie man auf das Leben, die Menschen und die Dinge schaut ... Und man hat so seine "Prinzipien", z.B., dass man unbedingt mit Mut und Tapferkeit bis an den Rand der eigenen Kräfte helfen muss ( so war es in meiner kleinen Familie üblich) und dass man mit dem Leid der anderen mitfühlt ...

    Deshalb tut mir ja meine Mutter so unendlich leid, dass sie nun im Alter da sitzt und kaum noch weiß, wo vorn und hinten ist.


    Tanja, ich weiß jetzt nicht, in welcher Demenzphase deine Mutter ist ... Aber mir wurde damals geraten, unbedingt die Perspektive zu wechseln und zu schauen, was die Mutter in ihrer Krankheit nun braucht, um versorgt zu sein. Sie weiß das selbst nicht mehr, möchte mit Macht irgendetwas festhalten, das längst verloren ist.


    Ich denke, dass ein Abstand (wenn möglich) erst einmal hilft. Bei uns ging das leider nicht. Aber du kannst prüfen, ob dadurch ein bisschen Ruhe hineinkommt. Vielleicht vergisst deine Mutter dadurch zwischendurch ihren Ärger wieder. Während du noch darunter leidest, ist für sie die Welt wieder in Ordnung ...


    Erstaunlicherweise hängt meine Mutter (nun im Pflegeheim) ziemlich wenig an mir. Sie vermisst mich nie und ist froh, wenn ich wieder gehe. Das hätte ich nie gedacht!!!! Aber ich bin so sehr froh darüber. Und zwar sowohl aus der Perspektive meiner Mutter (sie leidet nicht) als auch für mich. Mein Gewissen wird dadurch entlastet und ich sage mir dann immer: ich habe getan, was mir als Tochter möglich ist und was das vermeintlich Beste in dieser Situation für meine Mutter ist. Sie ist in einem Pflegeheim und wird lieb umsorgt (ganz wichtig) und man nimmt sie so, wie sie ist, fordert nichts von ihr (denn genau das wäre für sie schlimm, da ihre Dominanz immer noch da ist).

    Meine Mutter wollte NIE!!!!!!!!!!! in ein Pflegeheim. Jetzt denke ich manchmal, sie erkennt gar nicht mehr, dass sie in einem ist.

    Ich wünsche dir so sehr, dass du da auch einen Weg findest. Er wird sicher nicht von heute auf morgen gegangen sein, aber es wird ganz sicher besser.

    Guten Abend, TanjaS, es berührt mich sehr, was du schreibst ... Es erinnert mich auch an die relativ lange unzufrieden-egiostische Phase bei meiner Mutter (obwohl wir sie praktisch auf Händen getragen haben). Ich bin mir heute immer noch nicht sicher, dass diese Phase endgültig zu Ende ist ...


    Ich denke, dass du unbedingt professionelle Hilfe für dich selbst brauchst. Das ist ja kaum auszuhalten. Ich frage mich gerade, ob dem jetzigen demütigenden Verhalten deiner Mutter eine frühere positive Beziehung gegenüber steht. Dann könnte man das jetzige Verhalten sicher noch anders einordnen ...


    Vielleicht lässt sich der Kontakt etwas minimieren? Mit Blick auf die beruflichen Verpflichtungen? So wie du es jetzt schon tust?


    Ich weiß sehr gut, wie schwierig das alles ist. ... wenn man dann auch noch den Anspruch an sich selbst hat, alles gut zu machen, zu helfen, selbstlos und verständnisvoll zu sein ... Aber die Demenz deiner Mutter kannst du nicht aufhalten oder umkehren. Das kann niemand!

    Ich hoffe, jemand hat einen Tipp für dich, an wenn du dich aktuell wenden könntest und wie es weitergehen kann. Liebe Grüße

    Liebe ecia25, ich habe mich (wie du) auch oft gefragt, welche Verhaltensweisen meiner Mutter der Demenz zuzuordnen waren und welche eher aus ihrer indivividuellen Persönlichkeit und aus der Situation heraus entstanden. Es hat mich manchmal fast verrückt gemacht, wenn ich einmal fest überzeugt war, dass wegen der fortgeschrittenen Demenz ein Heimübertritt anstand und meine Mutter dann wieder scheinbar völlig klare Momente hatte und eigentlich wie früher wirkte.


    Also zunächst einmal denke ich mir, dass eine degenerative Erkrankung, die das Hirn betrifft, ja nicht alles und v.a. nicht alles sofort schädigt. So ein komplexes Konstrukt wie die menschliche Persönlichkeit geht auch nicht (zwangsläufig) von heute auf morgen verloren. Somit könntest du schauen, ob das Verhalten deiner Mutter zu ihrer alten Persönlichkeit in irgendeiner Form passt oder ob es etwas völlig Neues ist. Auch denke ich, wird man als Mensch (wenngleich unbewusst) lange noch in der Lage sein, Strategien anzuwenden, um gewünschte Aufmerksamkeit und Wirkung zu erlangen (das tun wir ja alle).


    Und was das Auf und Ab betrifft: ich erkläre mir das so, dass (auch) im geschädigten Hirn ständig irgendwelche Prozesse ablaufen und das Gehirn stets danach strebt, das "System" am Laufen zu halten (so wie das jedes System tut). Dabei stehen ihm Möglichkeiten zur Verfügung, über die wir noch nicht genug wissen. Das heißt, wenn irgendwo ein Modul (oder Teile davon) ausfällt, übernehmen teilweise andere Strukturen diese Funktion mehr oder weniger gut. In bezug auf Sprache kenne ich mich da ein bisschen aus, aber nicht genug, um dies hier richtig erklären zu können.


    Bei meiner Mutter war es oft so, dass scheinbar wie aus dem Nichts eine starke Verbesserung eintrat, auf die aber abrupt eine Verschlechterung folgte. Ich habe dann immer gemeint, dass die Möglichkeiten des Gehirns zur "Selbstreparatur" dann erschöpft hatten. Dies war wirklich sehr, sehr oft so und es würde mich interessieren, ob dieser Denkansatz eine Erklärungsmöglichkeit bietet.


    Nichtsdestotrotz ist eben jede demente Person auch individuell. Und obwohl meine Mutter sich extrem verändert hat, sind stabile Anteile ihrer Persönlichkeit immer noch da. Aber so komisch es klingt, manchen verschwundenen Persönlichkeitsanteilen von ihr weine ich keine Träne nach und wünsche mir, dass sie auf Nimmerwiedersehen verschwunden sind. Ihre jetzige Gelassenheit ist mir tausendmal lieber, auch wenn ich mit ihr fast keine normalen Gespräche mehr führen kann.


    Wahrscheinlich ist deine Mutter (liebe ecia) noch nicht auf dieser Stufe angekommen, wenn sie ganze Konzepte noch versteht und einordnen kann bzw. sich bemüht, aus den vorhandenen Fragmenten irgendeine Wirklichkeit zusammenzubauen.

    Zu möglichen Verhaltensweisen der Angehörigen hat ja Herr Hamborg schon geschrieben. Man muss eben dies und das probieren (Versuch-Irrtum-Methode). Alles Liebe in die Runde.

    Hallo, Rose60, ich denke, es ist wichtig, die demenzkranke Person gut zu beobachten (was möchte sie, was kann sie überhaupt noch, inwiefern stimmen geäußerte Worte und tatsächliches Meinen und Wollen überein).


    Ich finde das auch schwierig, wenn z.B. meine Mutter sagt: Ich komme ja vielleicht bald wieder heim. Andererseits könnte ich mir gar nicht vorstellen, sie zum Kaffee zu mir nach Hause zu holen, ohne sie völlig zu verwirren. (Sie kann mit den ganzen Ritualen gar nichts mehr anfangen).

    Jegliche kleine Änderung im Ablauf tut ihr nicht gut. Schon unser Besuch überfordert sie. Daher hat es sich ergeben, dass wir zweimal pro Woche kurz zu ihr gehen. Sobald wir weg sind, ist unser Besuch vergessen (so sagt man uns). Drei Tage später werden wir begrüßt mit: "Was macht ihr denn hier, mit euch habe ich gar nicht gerechnet. Wir haben uns ja ewig nicht gesehen". Wenn ich daraufhin sage, dass ich vor drei Tagen da war, entgegnet sie: "Dann war ich da sicher gerade nicht da". Und ich lasse das einfach so stehen.

    Mich nimmt dies alles immer noch mit. Doch ich tröste mich damit, dass sie ALLES wieder vegisst, wenngleich diese Tatsache schlimm ist.

    Aber ein täglicher Besuch bei ihr (so wie es OiOcha von seinem Großvater beschreibt) wäre in unserem Fall völlig zwecklos und eher kontraproduktiv, egal, was sie uns bei den Besuchen sagt. Ich sehe beim Kommen, dass sie friedlich in ihrer Ecke sitzt und das Treiben um sie herum beobachtet und gehe nach kurzer Zeit eigentlich meist ganz erleichtert wieder (und sie ist auch froh, wenn wir gehen).

    Alles nicht schön, aber besser bekommen wir es nicht mehr hin. Und das, obwohl wir jahrzehntelang Garten an Garten gewohnt haben und täglich zusammen waren ...


    Und OiOcha fragte noch, inwiefern man das Umfeld über die Demenz informieren sollte. Hm, da gibt es sicher kein allgemein gültiges Konzept. Wir haben nicht viel gesagt, allerdings im Nachhinein erfahren, dass sich alle längst ihren Teil gedacht haben. Jedoch war halt meine Mutter generell nicht so gesprächig ... Prinzipiell würde ich persönlich offen mit der Erkrankung umgehen, aber - wie gesagt - da ist jeder Fall einzigartig.

    Liebe KO72, auch ich möchte mich den positiven Worten von Rose anschließen. Es ist tatsächlich ein Schritt in die richtige Richtung und alles wird sich nun sicher besser entwickeln. Die Mutter wird umsorgt und mit den eigenen Gefühlen muss man nach und nach fertig werden.

    In unserem Fall haben wir meiner Mutter auch gesagt, dass es vorübergehend ist. Inzwischen ist sie ein 3/4 Jahr in diesem netten kleinen Pflegeheim. Natürlich sagt sie immer mal, dass sie ja bald nach Hause kommt. Aber sie weiß wirklich gar nicht mehr, wo das ist. Weihnachten, Ostern, Pfingsten ..., all das interessiert sie nicht mehr.

    Und man bestätigt mir, dass es ihr dort gut geht (im Rahmen der Möglichkeiten).

    Wichtig ist, dass man sich sicher ist, das Beste für die Mutter getan zu haben..., dass man sieht, dass dort lieb mit ihr umgegangen wird. Und wenn das der Fall ist (wie bei uns auch), dann wird alles so gut, wie es unter den gegebenen Umständen nur werden kann. Bestimmt! Auch wenn es zwischendurch manchmal auf oder ab geht. Das ist normal.

    Hallo, ihr Lieben, so ganz ist mir diese Sache auch nicht klar. Ich hatte ja keine Vollmacht, sondern musste mich vom Gericht als Betreuerin einsetzen lassen. Das Gericht hat ausdrücklich erklärt, ich darf ALLES, v.a. den Umgang mit dem Vermögen, wozu das Haus gehört, nur über das Gericht laufen lassen und muss es genehmigen lasen.

    Nun steht das Haus mit Grundstück neben unserem Haus, ist leer und wird von uns betreut (was viel Arbeit ist).

    Das Gericht möchte aber wissen, was mit dem Haus passiert, wie viel es wert ist usw. Noch braucht meine Mutter dieses Geld nicht, sondern lebt von Rente und Erspartem (hat die letzten Jahre NICHTS mehr ausgegeben, sondern wir haben sie der Einfachheit halber größtenteils mitversorgt.).

    Ich kann mir den Verkauf des Hauses zu Lebzeiten meiner Mutter einerseits nicht vorstellen, andererseits möchte ich keine fremden Menschen zum jetzigen Zeitpunkt quasi in meinem Garten haben (das schaffe ich emotional noch nicht). Vermieten lässt sich das Haus auch nicht, weil Heizung und Wasserrohre dringend erneuert werden müssen.

    Das wächst sich langsam zur Lawine aus ... und es geht mir so wie never20 das beschreibt. Die Verzweiflung kriecht in alle Ecken ... Das Grundstück muss ja durch uns in Ordnung gehalten werden, da sich sonst die Nachbarn (verständlicherweise) beschweren ... Unsere Tochter würde ggf. das Haus zeitweise bewohnen (sie ist mit Kind ziemlich oft hier) und nach Kräften mit versorgen, aber irgendwie passt alles hinten und vorne nicht ...

    Liebe KO72, liebe TanjaS, lieber Sohn83, ich habe das mit meiner Mutter ähnlich erlebt. Es begann vor Jahren und ich ahnte damals nicht, dass so ein Verhalten am Beginn der Demenz stehen kann.


    Es war aber eben auch nicht so, dass meine Mutter sich im Wesen völlig verändert hätte. Sie verhielt sich schon so, dass man ihre Persönlichkeit noch sehr gut erkannte. Aber es waren eben v.a. die aggressiven und dominanten Anteile ihrer Persönlichkeit, die voll zum Ausdruck kamen. Vor allem ich als Tochter war Adressatin und habe viele Narben auf der Seele davongetragen als damals schon erwachsene Frau im fortgeschrittenen Alter und ansonsten sehr stabil im Leben stehend. Nichts (!!!!) passt meiner Mutter mehr, was ich machte. Die Sache mit dem Fernseher kenne ich u.a. auch. Die ganze Welt wurde beschimpft ....

    Meine Tochter, die damals im Ausland arbeitete und seltener nach Hause kam, traute ihren Augen und Ohren damals nicht, was aus ihrer lieben und zupackenden Oma geworden war ...


    Niemand, nicht einmal meine Mutter, hat damals an Demenz gedacht ... Aber - wie ich schon mal schrieb - das Verhalten kann sich auch wieder verändern. Die Pflegedienstler (meine Mutter hat sie damals schimpfend in die Flucht geschlagen) haben mir damals erklärt, meine Mutter wäre halt sehr auf mich fixiert und es würde besser werden, wenn sie nicht mehr in ihrem häuslichen und damit in meinem Umfeld ist.


    Ich konnte das damals nicht glauben, aber es wurde tatsächlich im Pflegeheim (das dieser Pflegedienst betreibt) viel besser. Man nimmt sie dort genauso, wie sie es mag - das ist der Anspruch dieses Pflegeheimes. (Sie sortiert da z.B. Papier und die Post, sitzt mal hier, mal da ...und schaut dem Geschehen zu :-).


    Das führt dazu, dass sie sehr gelassen und entspannt wirkt und - abgesehen - von ihrer Demenz - so gesund ist, wie selten zuvor in ihrem Leben. Sie wird ja auch ärztlich ständig überwacht, gepflegt und gehegt .... Sie kümmert sich nun um keins der großen derzeitigen Probleme in der Welt mehr.


    Also es kann wieder besser werden, wenn man ein paar Hürden überstiegen hat. Anschließend muss man an sich selbst arbeiten, damit die Narben heilen und man sich in die neue Position hineinfindet. Das kostet Zeit, manchmal mehr als einem lieb ist. Ich habe damals keine Hoffnung gehabt, aber nun ist mehr als ein Silberstreif davon am Horizont zu sehen.


    Das wird sicher bei euch auch so kommen, selbst wenn man sich das nicht vorstellen kann. Eine Beratung habe ich damals übrigens nicht in Anspruch genommen, sondern viel gelesen (auch hier), mir selbst viel hergeleitet und auch mit Menschen gesprochen, die praktische Erfahrungen mit Demenzkranken haben (v.a. unser Pflegedienst). Man braucht halt Menschen, die das Erlebte einordnen können ..., so dass man nicht in falschen Schlussfolgerungen hängen bleibt. Das kann sicher auch so eine Beratungsstelle sein.

    Guten Abend, Rose60, bei uns ist es so, dass ich die geseztliche Betreuerin meiner Mutter werden musste, da sie mir vorher keine Vollmacht erteilt hat. Dies zieht jährliche gerichtliche Kontrollen nach sich (ich muss Aufstellungen über Vermögen usw. machen). Ich wurde belehrt, dass ich das Vermögen meiner Mutter (auch ihr Haus) zu ihrem Vorteil verwalten und nutzen muss. Ein Verkauf des Hauses darf nur mit Genehmigung des Gerichts erfolgen. Momentan reichen Rente und Vermögen meiner Mutter noch fürs Pflegeheim. So möchten wir das Haus (genau neben uns) noch leer stehen lassen. Allerdings müssen wir uns eben auch darum kümmern .... es gibt eine Menge zu tun und es ist eine ziemlich große Aufgabe .... Wer weiß, wie lange wir das schaffen, denn auch wir sind nicht mehr jung und von einigen Krankheiten geplagt, während meine Mutter zwar dement, aber noch ziemlich gesund ist. Alles Gute .... Herr Pawletko hat ja schon den richtigen Rat gegeben.

    Hallo KO72, wie die anderen schon schrieben, ist tatsächlich der erste Schritt gemacht. Es ist einfach ein komplexer und oft schwieriger Weg, den man noch nie im Leben vorher gehen musste. Dabei wird jeder Weg individuell sein, und doch können viele Betroffene ähnliche Dinge berichten. Besonders wichtig ist, dass einem als Angehörige das Heim sympathisch ist .... und dass man das Gefühl hat, die Mutter ist da gut aufgehoben. Die Demenz wird auf jeden Fall fortschreiten und die Erinnerung an zu Hause wird kleiner werden .... Auch meine Mutter spricht immer mal wieder davon, dass sie wohl bald nach Hause kommt. Heute hat sie mir Arm in Arm mit einer lieben jungen Pflegerin nachgewunken. Ganz entspannt! Das war ein sehr schöner Moment für mich.

    Wir haben ganz andere Situationen hinter uns (wie ich schon schrieb.).

    Manchmal helfen auch plötzlich sich ändernde Umstände, die eine neue Tür öffnen (Kurzpflege - Pflegeheim ...). Das ist bei vielen so und so war es auch bei uns ... Viel Kraft weiterhin.

    Danke sehr, liebe ecia25, wir haben aufgrund der Demenz unserer Angehörigen alle ein jeweils spezielles (schweres!) Päckchen zu tragen. Ich habe auch oft profitiert ... unter anderem von deinen Beiträgen und gebe daher den Dank gern zurück.

    "schwarzerkater" war übrigens mein früherer Kater-Gefährte, jetzt haben wir ein dreifarbig-geringeltes Katzenmädchen. Alles Liebe!