Beiträge von KO72

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    Hallo zusammen,


    heute war ich mal wieder bei Muttern im Heim. Ich holte sie wie immer aus dem Kuchentempel ab und ihr Gesichtsausdruck ließ mich schon Schlimmes befürchten.

    Naja kaum im Zimmer gings los. Sie muss ausziehen, sie ist obdachlos, dafür habe ich gesorgt und überhaupt wäre ich Schuld, dass sie dort vor sich hin vegetiert.

    Naja habe ihre Tirade erstmal über mich ergehen lassen und fragte dann, ob wir jetzt die ganze Zeit streiten wollen, oder ob wir uns über was Nettes unterhalten wollen.

    Nein wollte sie natürlich nicht, denn sie müsste mir mal sagen, was ich alles in ihrem Leben zerstört habe und dass auch alle im Heim sagen, dass ich blockiere, dass sie wieder in eine eigene Wohnung zieht.

    Habe versucht ihr ruhig zu erklären, dass sie nicht in eine Wohnung ziehen kann, weil sie sich nicht mal grundlegend alleine versorgen kann, aber das wollte sie nicht hören.

    Darum wurde aus meinem Besuch nur eine halbe Stunde, weil ich merkte, dass das heute nix mehr wird.

    Habe mich dann verabschiedet und ihr noch einen schönen Tag gewünscht.


    Das Melperon hat wahrscheinlich auf dem Beipackzettel stehen - hilft gegen alles nur nicht gegen die eigene Tochter 8o


    Heute Abend rief mich dann noch das Heim an und meinte, ich solle eine Höherstufung beantragen - aktuell hat sie ja PG 3 - sie würde immer anstrengender und man müsste ständig gucken, was sie macht, denn sie würde viel rumräumen und alles verstecken und generell würde ihre Verwirrtheit zunehmen - naja das habe ich auch schon gemerkt.


    Heute z.b. war ihr Handy nirgends zu finden. Sie sagte nur, dass es wohl geklaut worden wäre, wie alles andere auch. Naja habe es angerufen, da klingelte es im Brillenetui.....da lag das Handy drin. Fragte sie dann, wie das da reinkommt....ja das hat sie da versteckt, weil das immer geklaut wird.


    Dann hatte ich ihr Bananen mitgebracht, sie wollte gleich eine essen. Ich gab ihr eine und sagte, ich gehe mal schnell deine Post holen, war echt nur zwei Minuten weg, komme wieder, keine Banane. Aber die Schale im Mülleimer.

    Ich sage, oh hast du so schnell die Banane gegessen, sie guckt mich an und sagt, weiß ich nicht.....und guckte dann immer auf dem Boden rum. Dann nahm sie den Mülleimer und holte die Schalen raus und guckte die ganz genau an, ob da nicht doch noch die Banane drin ist.....Ende vom Lied, die Banane lag unterm Bett. War ihr wohl runtergefallen....musste schon bissl lachen, auch wenn es eigentlich traurig ist, dass sie sich nicht mal erinnern konnte, was mit der Banane passiert ist.


    Soviel gerade zu unserer Situation. Es wird leider nicht besser, aber sie ist gut versorgt und das beruhigt mich ungemein. Mehr kann ich nicht für sie tun....


    VG

    schneeflocke:


    Deine Geschichte ähnelt meiner total. Auch ich bin sozusagen der Blitzableiter meiner Mutter. Wenn ich im Heim frage, ist sie da sehr beliebt, weil sie meist gut drauf ist und immer nen flotten Spruch auf den Lippen hat.

    Mir gegenüber ist es aber genau das Gegenteil. Ob persönlich vor Ort oder am Telefon. Ich werde von oben bis unten runtergeputzt und habe an allem die Schuld.

    Ich kann da mittlerweile ganz gut mit umgehen, auch wenn es teilweise sehr kränkend ist, was von ihr kommt.

    Aber man darf das nicht an sich rankommen lassen, sonst frisst dich das auf.

    Ich sage mir immer, ich habe dafür gesorgt, dass sie sicher ist und gut versorgt wird. Was sie schließlich draus macht, ist ihr Ding und sie gestaltet ihr Leben.

    Aber ich gebe zu, die Zeit, wo ich bei ihr bin - wie heute mal wieder - ist für mich die reine Folter und ich habe schon Tage vorher Widerwillen, wenn sich der Termin nähert......


    Aber das ist halt unser Schicksal und da müssen wir durch....

    Guten Abend,


    seit langem mal wieder ich :)


    Also bei meiner Mutter hatte es sich etwas beruhigt, sie bekommt seit kurzem Melperon. Da hatte ich den Eindruck, dass sie das ruhiger macht. Sie sah auch viel besser aus, nicht mehr so tiefe Augenringe und irgendwie war sie entspannter.


    Naja, aber seit ein paarTagen gehts wieder rund. Irgendwie schafft sie es, mich anzurufen, vor allem Vormittags, wenn ich im Büro bin. Ich versuche sie dann immer auf Abends zu vertrösten, aber da geht sie dann meist nicht ran.


    Gestern rief sie so gegen 10 Uhr an und jammerte, dass sie eingesperrt ist und ich die Polizei rufen soll, weil sie nicht in den Garten darf. Konnte das etwas beruhigen, denn gestern hatten wir hier Eisregen und ich erklärte ihr, dass das bestimmt aus Sicherheitsgründen ist, weil niemand stürzen soll.

    Das sah sie zwar nicht ein, denn sie kann ja nicht stürzen, weil sie ja mit den Rollator läuft...aber sie akzeptierte das dann.

    Aber dann jammerte sie weiter und heulte, weil sie sterben will und alles so schrecklich ist. Sie bekommt Essen, was andere schon gegessen haben, es ist nix zu trinken da und zu allem Überfluss haben auch noch ihre beiden Lieblingspflegerinnen Urlaub und mit den anderen kann sie es nicht so.....


    Außerdem ist der Adventskalender, den ich ihr mitgebracht habe Mist, denn der ist gleich am ersten Tag kaputt gegangen und sie musste alle Schoki essen - war einer von Lindt mit eingepackten Lindorkugeln :)

    Das Parfum, das ich mitgebracht habe, riecht wie Waschmittel und überhaupt würde sie ja nur interessieren wie es der Kleinen geht. Dachte sie redet von ihrer jüngsten Enkelin, die knapp 2 Jahre ist...nein weit gefehlt, sie fragte nach ihrer jüngsten Tochter, mittlerweile 43 Jahre alt und seit Jahren kein Kontakt, nicht mal telefonisch. Die Beiden hatten immer eine sehr enge Beziehung, da meine jüngere Schwester ein Nachzügler war. Als Muttern dann komisch wurde, hat meine Schwester allen Kontakt gekappt. Aber sie spielt wohl immer noch eine große Rolle bei meiner Mutter.....naja früher hat mich das geärgert....jetzt schlucke ich das und weiter gehts.


    Seit heute ist ihr Handy mal wieder aus und ich fahre erst nächsten Mittwoch hin, mal sehen, was mich dann erwartet.

    Aber ich kann damit gut umgehen, mache mir keine Sorgen, denn die kümmern sich echt gut um sie.


    In diesem Sinne schon mal besinnliche Feiertage und das Leben geht weiter :)

    Hallo,


    danke für eure Antworten. Gerade vor ner Stunde habe ich wieder mit ihr telefoniert, da war sie sehr weinerlich und meinte, sie wäre den ganzen Tag alleine im Heim, weil niemand sonst da wäre.

    Im nächsten Satz erzählt sie aber, dass sie heute wieder auf alle anderen aufpassen musste - sie behauptet ja immer, dass sie an Personalsitzungen teilnehmen muss und dass sie da arbeiten muss, weil die anderen ja alle dement wären :)

    Dann erzählte sie, dass sie jemanden kennen gelernt hätte, der eine Wohnung für sie anmieten wird und ab nächste Woche ist sie dann in dieser Wohnung.....also das Thema ausziehen und Wohnung ist gerade sehr dominant,

    Denn heute hätte wieder jemand erzählt, dass alle aus dem Heim rausgeschmissen werden, weil da umgebaut wird,

    Wenn ich dann frage, wer das denn erzählt, sagt sie nur: Na das weiß ich doch nicht.

    Dann weinte sie wieder und sagte, dass sie ganz alleine im Bett wäre und keiner ihr hilft.

    Sage ich, wobei brauchst du denn Hilfe, um die Zeit bist du doch immer im Bett.

    Nein, sonst wäre sie in ihrer Wohnung.......

    Naja gerade schlechte Phase. Werde morgen mal ihren Hausarzt anrufen, was er so meint.


    VG

    Guten Abend,


    nachdem es bei uns jetzt seit einem Jahr einigermaßen in ruhigen Bahnen verlief, geht es gerade mit meiner Mutter ziemlich bergab.

    Gehe ja einmal die Woche zu ihr und sonst telefonieren wir so alle zwei Tage. Telefonieren wird aber gerade immer schwieriger, weil sie ständig das Handy irgendwie lahmlegt. Sie legt es einfach so in die Schublade und stellt es nicht in die Ladeschale auf dem Nachtschrank, oder sie zieht aus der Ladeschale das Kabel raus oder sie macht am Handy die Taschenlampe an, was natürlich den Akku kappt. Das ist aber gar nicht mal das größte Problem, weil sie wohl gar nicht merkt, dass ich länger nicht anrufe.

    Letzten Mittwoch war ich bei ihr, da machte sie einen sehr verwirrten Eindruck auf mich, saß nicht wie üblich bei Kaffee und Kuchen (ich bin meist so gegen 15 Uhr da), sondern alleine im Zimmer auf ihrem Bett.

    War sehr böse und schimpfte, dass die sie ständig alle nerven und sie keine Lust mehr hat und diese ganze Sache beenden wird.....dann hatte ich ihr ein neues Shirt mitgebracht, wollte ihr beim anprobieren helfen, da riss sie es mir weg und schlug meine Hand weg. Sie ist zwar meist nicht besonders freundlich zu mir, aber körperlich hat sie mich noch nie angegangen.

    Man konnte sich auch gar nicht richtig mit ihr unterhalten, sie schimpfte nur und erzählte irgendwelche wilden Geschichten, dass ihre Zimmernachbarin schon zwei Tage nicht da wäre, weil die schwer krank wäre und dass das Heim umgebaut wird und sie dann obdachlos ist, weil sie als einzige keine Wohnung hat und und und, nebenbei räumte sie ständig in ihren Schubladen rum, packte allerhand aufs Bett, dann wieder zurück oder schob Sachen aus der Schublade unter die Bettdecke.


    Naja bin dann nach meiner üblichen Stunde gegangen und habe kurz bei der Station nachgefragt, ob denen was aufgefallen ist.....ja, sie wäre seit einigen Tagen ungenießbar und würde nach dem Personal treten und schlagen.

    So kennen sie sie gar nicht, normalerweise wäre sie ne ganz liebe und alle mögen sie. Sie kommt auch nicht zum Essen, sie bringen ihr alles ins Zimmer. Außerdem würde sie viel weinen und ständig sagen, dass sie sich umbringen will.

    Ihre Nachbarin ist natürlich auch nicht krank und ist auch da, also alles erfunden


    Darum war wohl auch Dienstag ihr Hausarzt da und hätte sie sich angeschaut und mal Blutwerte genommen. Aber er geht am ehesten von einer Art Demenzschub aus. Wenn sonst nix gefunden würde, müsste man es wohl mit Antidepressiva probieren. Die kriegt sie aktuell noch nicht, weil die wohl müde machen und sie eh schon immer sehr müde ist und eigentlich am liebsten schläft.

    Ich bin etwas ratlos, denn sie kam mir Mittwoch echt extrem wirr vor.


    Heute Abend haben wir telefoniert, da ging es ihr eigentlich besser. Sie ging schon beim dritten Versuch ans Telefon und erzählte mir, dass sie Mittag ihr Lieblingsessen hatte und auch sonst wirkte sie wieder etwas besser.


    Hat hier jemand Erfahrungen mit Demenzschüben? Kommt das echt so plötzlich? Und bildet sich das evtl. wieder zurück? Denn wie gesagt heute Abend kam sie mir relativ "normal" vor.


    VG

    Guten Abend,

    habe länger nix hören lassen, weil bei uns eigentlich alles in ruhigen Bahnen verlief.

    Aber aktuell hat meine Mutter wohl einen neuen Demenzschub oder sowas.

    Auf jeden Fall ist sie zur Zeit sehr böse mir gegenüber und fantasiert sich allerhand zusammen.

    So oft, wie sie Nachts im Krankenhaus war die letzten Wochen.....nur weiß im Heim niemand etwas davon. Im Krankenhaus sind ja alle so nett und denen hat sie auch erzählt, dass ihre Tochter ihre Wohnung verkauft hat (sie hatte eine Mietwohnung) und die wollen ihr natürlich helfen, eine neue Wohnung zu finden.

    Überhaupt ist das Thema Wohnung gerade das Wichtigste, denn im Heim wird umgebaut und die wollen sie von heute auf morgen rausschmeißen, weil sie ja da eh nicht hingehört, denn sie kann ja sehr gut alleine leben - alles natürlich Fantasie, da wird nirgends umgebaut.

    Habe auch zu ihr gesagt, dass ich von Bauarbeiten überhaupt nichts mitbekommen habe....ja klar, die machen das heimlich, damit das keiner merkt :)


    Ansonsten gibt es auch zu wenig zu essen, abends nur trocken Brot und alle schreien rum und sie ist immer die Einzige im Heim. Alle anderen wurden von ihren Eltern abgeholt :)


    Und ich bin die Böse, die ihr keine Wohnung sucht und ihr kein Geld gibt und überhaupt immer zur unpassenden Zeit da auftaucht und dann dumm rumsteht.

    Letzten Donnerstag hatte sie Geburtstag. Ich war so gegen 15 Uhr da, bin ins Esszimmer, da ist um die Zeit immer Kuchentafel.

    Naja als sie mich sah, verzog sie das Gesicht und sagte: Was willst du denn? Du bist mal wieder zur falschen Zeit da, komm später wieder.

    Habe mich dann zusammengerissen, ihr gratuliert und gesagt, dass ich wie immer um diese Zeit komme und ich Geschenke für sie dabei hätte. Da sagte sie nur, sie hätte doch gesagt, dass ich verschwinden soll.

    Naja die eine Pflegerin redete ihr dann gut zu und sie kam mit mir ins Zimmer.

    Dort sagte sie dann, dass sie froh wäre, dass ich sie da rausgeholt habe, denn da wäre es eh langweilig.

    Als ich dann fragte, warum sie dann so gemein zu mir ist, sagte sie: Na die anderen sollen ja nicht wissen, dass ich es langweilig finde:


    Also zur Zeit gehts bergab, und ich habe mir diese Woche einen Besuch gespart, denn nur um mich beschimpfen zu lassen muss ich da nicht hinfahren und ihre komischen Fantasiegeschichten kann sie mir auch am Telefon erzählen.

    Die Telefonate sind im Moment eh Monologe, denn sie redet wie ein Wasserfall und sobald ich mal was sage, verbietet sie mir den Mund, weil sie sonst vergisst, was sie sagen wollte :)


    Also gerade ne härtere Phase, aber so ist das wohl.....


    Allen ein schönes Wochenende

    Mal wieder eine Rückmeldung von mir.

    Muttern geht es nach wie vor gut im Heim. Sie hatte ja am 27.7. ihren Jahrestag.

    Es ist halt ein ständiges Auf und Ab mit der Laune, mal gute Stimmung, mal wieder alles schrecklich, vor allem am Wochenende , wo Langeweile herrscht.

    Ich ziehe meine wöchentlichen Besuche durch, anrufen war jetzt wieder ne Weile schwierig, weil sie irgendwie mit dem Telefon nicht mehr umgehen konnte. So eine Phase hatte sie schon mal, wurde dann aber wieder.

    Allerdings bin ich da auch nicht undankbar, denn sie hatte auch Tage, da rief sie mich tagsüber an und wollte nicht akzeptieren, dass ich im Büro keine Zeit zum telefonieren habe. Dann war sie meist beleidigt, weil ich sie nicht beachte :)

    Das beleidigt sein hielt sie dann auch noch bis abends durch, aber wenn ich sie dann anrief, war das nach den ersten Minuten vergessen.

    Aber zur Zeit geht sie kaum ans Telefon und behauptet, es klingelt nicht.


    Ansonsten immer die gleichen Geschichten, alle sagen ihr, dass sie da raus muss, dass sie da völlig falsch ist und wie sie das da überhaupt aushält.

    Letztes Mal als ich bei ihr war, erzählte sie mir im Flüsterton (wir sind alleine in ihrem Zimmer gewesen) dass die etwas mit ihr vorhaben. Als ich fragte, was denn? Weiß ich doch nicht......ah ja.


    Sie geht alle zwei Wochen zum Friseur, macht eifrig bei den Entertainment-Sessions mit. Letztes erzählte sie mir, dass sie mit Wasserpistolen auf Plastikbecher geschossen haben im Garten und dass sie so getan hätte, dass sie nicht treffen kann und alle anderen beschossen hat, aber natürlich war das ja mit Absicht sagte sie lachend.....


    Jedes Mal wenn ich bei ihr bin, müssen wir was zum Anziehen bestellen, sie fragt dann immer gleich, ob ich mein Handy dabei habe und ob ich was gespeichert habe....ich gucke unter der Woche immer mal, was ihr gefallen könnte und speichere mir das dann ab.

    Ihr Kleiderschrank läuft langsam schon über.....aber sie hat Spaß, das ist die Hauptsache.

    Ganz wichtig ist ihr auch, dass sie Sachen hat, die andere nicht haben......sage ich immer, die können ja hier nicht im Internet bestellen, also hat das sonst keiner...da ist sie dann zufrieden :)


    Ansonsten gefällt sie mir gerade vom körperlichen Zustand her sehr gut. Sie isst mit viel Appetit und ist nicht mehr so dünn, wie sie vor ein paar Monaten war. Immer noch zu dünn, aber das wird schon.

    Bringe ihr jedes Mal was Leckeres mit, in letzter Zeit wünscht sie sich immer ne Flasche Cola. Kriegt sie natürlich. Habe ihr zwar schon ein paar Mal gesagt, dass sie sich da im Cafe jederzeit ne schöne kalte Cola bestellen kann, aber das mit dem Taschengeldkonto hat sie immer noch nicht so richtig verstanden und jammert immer mal wieder, weil sie kein Bargeld hat.


    Alles in allem läuft alles in ruhigen Bahnen und es war die beste Lösung, sie dort unterzubringen. Anders wäre es gar nicht gegangen und wer weiß, ob sie noch am Leben wäre, wenn das in der Wohnung so weiter gegangen wäre.


    VG

    Das mit den Tieren kenne ich von meiner Mutter auch. Sie hatte einen Kater - ihr heißgeliebter Timmi. Sie hat sich wirklich immer um ihn gekümmert, sie liebte dieses Tier abgöttisch und es war ja quasi auch ihre einzige Bezugsperson, denn sie lebte alleine und hatte außer mir keinerlei Kontakte.

    Jedes Mal, wenn ich bei meiner Mutter in der Wohnung war, habe ich natürlich geguckt, ob der Kater versorgt ist.

    Es machte auch den Anschein, obwohl sie auch mal vergessen hat, den Futternapf runterzustellen und dann stand der halt oben auf der Küchenplatte, aber Timmi wusste sich zu helfen und fand das Futter auch da.

    Naja als sie dann ins Heim kam, nahm ich Timmi zu mir, er vertrug sich auch gut mit meinen beiden Katzen, aber ich bemerkte, dass Timmi echt unterversorgt war. Er fraß sofort, wenn es Futter gab den ganzen Napf in einem Affentempo leer, die anderen beiden kamen gerade mal zur Küchentür rein, da hatte Timmi schon den Napf geleert.

    Auch das Trockenfutter fraß er so schnell, dass ich nur noch kleine Portionen in den Napf tat.

    Dieses Verhalten hat sich aber mittlerweile normalisiert - ist ja jetzt ein Jahr schon - und er frisst ganz normal und bettelt nicht ständig.

    Also dem Kater merkte man deutlich an, dass sie sich nicht mehr richtig kümmern konnte - aber kein Wunder eigentlich, denn sie konnte sich nicht mal selber ausreichend versorgen und vergaß oft Essen und vor allem Trinken.


    Also bitte unbedingt dafür sorgen, dass das Tier eine bessere Unterkunft findet.

    Guten Abend,


    meine Mutter ist auch so ein "Geldmensch". Schon als sie noch in ihrer Wohnung lebte, ohne jegliche Kontakte oder Möglichkeiten, Geld auszugeben, musste es immer reichlich Bargeld zu Hause sein. Sie hatte so kleine durchsichtige Mäppchen für jede Geldscheingröße von 100 - 5 Euro und da musste auch immer genug drin sein.


    Im Heim hatte sie zunächst ihre Handtasche und darin ihre Geldbörse dabei.

    Sie ließ die Tasche aber immer unbeobachtet irgendwo liegen und darum sprach man mich im Heim an, dass sie eigentlich kein Bargeld haben sollte, sondern das Geld auf ihrem Heimkonto. Da könnte sie alles mit bezahlen, was im Heim so anfällt. Da hatte sie natürlich von Anfang an genug Geld drauf, aber das verstand sie nicht, sie wollte BARES.....


    Naja Ende vom Lied war, dass einmal ihre Geldbörse plötzlich verschwunden war mit ca. 70 Euro drin. Wer die nun genommen hat, oder ob sie sie irgendwo versteckt hat, keine Ahnung. Aber seit diesem Tag hat sie kein Bargeld mehr und in regelmäßigen Abständen schimpft sie immer mal, dass sie kein Geld hat und ich ihr das Geld unterschlage.

    Dann erkläre ich ihr wieder, wie das mit dem Heimkonto funktioniert und dann gehts wieder 1-2 Wochen gut und dann gehts von vorne los :)


    VG

    Hallo liebe Mitkämpfenden,


    hier mal wieder eine kurze Meldung von mir.

    Muttern ist nach wie vor größtenteils zufrieden im Heim, nur am Wochenende meckert sie immer etwas, weil es langweilig ist....früher wollte sie ständig schlafen, das ist schon lange vorbei. Jetzt eilt sie von einer Bespaßung zur nächsten und ist da als absolutes Partymonster bekannt. Wenn Entertainment benötigt wird, ist sie ganz vorne dabei. Sie geht mittlerweile sogar zum Gottesdienst, obwohl sie mit Kirche und Co noch nie was am Hut hatte, aber das Singen macht ihr so Spaß sagt sie.


    Ich fahre nach wir vor einmal die Woche hin und wir telefonieren so jeden zweiten Abend, dann aber meist ne Stunde, weil sie mir alles erzählen muss.


    Letzte Woche hatte sie wieder bissl Stress, weil sich zwei Zahnkronen gelöst hatten und sie musste zum Zahnarzt. Habe das Heim gebeten, ihr nen Transport zu organisieren - hat wie immer super geklappt, außer der Begleitperson.

    Die schicken immer jemanden aus dem Heim mit und diesmal hat ihr diese Person nicht so zugesagt. Es war ein Mann in Frauenkleidern :)

    Das passt natürlich nicht so ganz in ihr Weltbild....wobei ich mir da auch nicht sicher bin, aber ihre Erzählung hörte sich lustig an.


    Naja aber als der Termin rum war, war sie wieder lustig und gut drauf wie eh und je.

    Sie freut sich jede Woche auf meine Mitbringsel, letztes Mal sollte es so ein fertiger Obstsalat vom Edeka sein, aber nicht der billigste :)

    Den hat sie dann gleich komplett aufgefuttert, obwohl sie kurz vorher zwei Stück Kuchen hatte.

    Außerdem wünschte sie sich Kataloge mit Klamotten, weil sie mal wieder Shirts und sowas braucht. Habe also zwei so Kataloge bestellt und bringe ihr die Donnerstag mit. Obwohl sie den ganzen Schrank voll hat, aber was solls.

    Außerdem musste ich ihr Lieblingsparfum bestellen.....sie blüht regelrecht auf.


    Sie ist auch echt meist nett zu mir, ist mir irgendwie unheimlich und wenn ich gehe sagt sie immer: Schön, dass du da warst und am Telefon sagt sie oft, danke, dass du dir Zeit nimmst.

    Hätte ich mir nie träumen lassen.


    Im Moment gibt es wohl auch eine neue Pflegerin, denn sie erzählt mir seit einigen Tagen von ihrer neuen Mutti :)

    Muss ich mir Donnerstag mal angucken, wer das ist.


    Ach ja das Heim nennt sie "die Firma", musste schon lachen, als sie das das erste Mal sagte.


    Von ihrer Wohnung - die es ja nicht mehr gibt - redet sie schon lange nicht mehr und mit meiner Schwester, die ihr immer sehr nahe stand, aber seit über einem Jahr schon keinen Kontakt mehr hat, nicht mal telefonisch, hat sie auch schon abgeschlossen.

    Letztes hatten wir darüber ein Gespräch und da sage sie: Ach weißt du, ich dränge mich nicht auf und kann damit leben, denn du bist ja da für mich.

    Da musste ich schon ein Tränchen verdrücken.


    Ihr seht also, es gibt auch trotz der ganzen Tragik dieser Erkrankung noch positive Verläufe. Ich wünsche jedem Einzelnen von euch, dass es bei euch ähnlich läuft.

    Ich habe auch mittlerweile etwas die Angst verloren, dass es nochmal umschlagen könnte bei ihr, denn sie hat mittlerweile gut Kontakte geknüpft und genießt die Aufmerksamkeit.


    In diesem Sinne, durchhalten......

    Guten Abend,


    mal wieder ein kurzer Lagebericht von uns. Es ist nach wie vor alles in Butter.

    Muttern ist gut drauf, auch wenn gerade mal wieder Besuchssperre wegen Corona ist. Sie hat zwar diesmal nix, aber die haben trotzdem gebeten, dass ich nicht komme, weil in ihrer Wohngruppe einige Fälle sind.

    Naja kein Problem für Muttern, sie hat ja eh keine Zeit.


    Wir telefonieren zur Zeit jeden zweiten Abend und da erzählt sie mir echt jedes mal ne Stunde und länger die neuesten Geschichten. Liegt dann schon kuschlig im Bett und genießt das.

    Ich genieße es auch irgendwie, auch wenn alles bissl wirr ist, was sie erzählt, aber ich finde es schön, dass sie so zufrieden ist und alles da toll findet.


    Heute versprach sie mir, dass sie mir nächstes Jahr zu Weihnachten mein Lieblingsessen kocht, dieses Jahr geht ja leider nicht. Dazu muss sie erst wieder in ihre Wohnung - dass es die gar nicht mehr gibt, weiß sie ja nicht und ich habe echt Angst, dass sie das irgendwie erfährt.....aber außerheimische Kontakte hat sie keine außer mir. Sie hat ja ne neue Handynummer und da ist nur meine Nummer gespeichert und ihren Nachbarn sollte ich nicht sagen wo sie ist.


    Finde es nur schlimm, dass meine Schwester jeglichen Kontakt zu ihr ablehnt. Nicht mal anrufen will sie. Seit 2 Jahren keinerlei Kontakt, dabei war sie immer ihre "Lieblingstochter" wenn man das so sagen kann, halt das Nachzüglerkind.


    Naja dann haben wir vereinbart, dass ich Donnerstag nochmal Anlauf nehme mit besuchen, falls immer noch Sperre ist, gebe ich ihre Sachen an der Theke vorne im Heim ab, dann hat sie es fünf Minuten später - ist ihr ja eh lieber, denn ich störe ja nur ihren Tagesablauf :)


    In diesem Sinne wünsche ich euch ruhige und besinnliche Feiertage und denen die noch kämpfen viel Durchhaltevermögen


    VG

    Guten Abend liebe Mitstreiter,


    gestern war ich nach einigen Wochen mal wieder persönlich bei meiner Mutter, erst war sie krank, dann ich erkältet, wir hatten aber regelmäßig telefoniert und sie hatte mich auch immer versucht abzuwimmeln, weil so viel los ist im Heim und sie so gar keine Zeit für mich hat.

    Naja dann ging ich mal spontan kurz nach 15 Uhr hin, sie war nicht im Zimmer sondern saß im Essensraum bei Kaffee und Kuchen.

    Als ich in der Tür stand, guckte sie erst komisch, hatte kurz den Eindruck, sie erkennt mich nicht.....dann aber plötzlich strahlte sie, winkte mit beiden Händen in der Luft und rief Zimmer 11, geh schon mal, ich komme......hehe, als ob ich ihre Zimmernummer nicht wüsste.

    Naja ging dann voraus und sie kam hinterher, zwar im Rollstuhl, aber sie schiebt den kräftig mit den Füßen an, nicht mit den Armen.

    Naja was soll ich sagen, wir verbrachten dann zwei richtig schöne Stunden bei ihr im Zimmer.

    Wir haben viel geratscht, sie hat sich über meine Mitbringsel gefreut, ich muss sagen, ich hatte schon Jahre keine so schöne Zeit mehr mit ihr.

    Keinerlei schlechte Stimmung, nur zwischendurch weinte sie mal kurz, als ich ihr Fotos von ihrem Kater zeigte, der bei mir jetzt wohnt. Ihren Timmi vermisst sie schon sehr, war er doch die letzten Jahre ihr einziger Begleiter, weil sie ja total vereinsamt in ihrer Wohnung lebte.

    Ansonsten erzählt sie lustige Geschichten aus dem Heim, alles relativ durcheinander, aber ich stelle mich da mittlerweile gut drauf ein und hinterfrage auch nichts.

    Auch die Geschichten, dass alle zu ihr sagen, dass sie da gar nicht hingehört und unbedingt wieder in ihre Wohnung soll überspiele ich einfach, indem ich vom Thema ablenke.

    Habe nur mal kurz gefragt, was denn in ihrer Wohnung so viel besser wäre, sie wäre wieder alleine, müsste sich um alles alleine kümmern, würde evtl. wieder stürzen......da sagte sie nur: Da hast du eigentlich recht.

    Als dann zwei Stunden rum waren, wollte sie mich noch rausbringen, konnte sie aber überzeugen, nur bis zur Tür mitzukommen, weil es nass und kalt draußen war und schon dunkel.

    Ach es ist gerade so schön, sie da zu sehen, auch wenn es ja leider ein Heim ist, aber ich freue mich für sie, dass sie offensichtlich ihre Lebensfreude wiedergefunden hat.

    Heute kam auch endlich der Arztbrief von ihrem KH-Aufenthalt im September und da stand doch tatsächlich drin, dass ihre Tochter sich sehr gut um sie kümmert - so hat sie es dem Psychiater dort erzählt......unerwartet, aber schön sowas zu lesen.


    In diesem Sinne, ein schönes Wochenende und die Hoffnung nicht aufgeben.

    Hallo Sohn83,


    auch ich kann dich bestärken, das mit der Heimsuche nicht als Niederlage oder Versagen zu sehen. Es geht irgendwann nicht mehr anders, auch wenn man das nicht wahrhaben will.....aber was soll noch passieren? Willst du vor die Hunde gehen und dann hat dein Vater auch nichts davon, weil du aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für ihn da sein kannst.
    Mit meiner Mutter war ich soweit und ich habe wirklich auf letzte Rille diesen Heimplatz gefunden, viel länger wäre das nicht gegangen.

    Gerade wenn man selber noch Vollzeit berufstätig ist und nebenbei ja auch noch ein eigenes Leben hat, muss man irgendwann auch an sich denken.

    Gut bei uns läuft es gerade auch wirklich super, aber auch als es nicht so gut im Heim anfing, habe ich verstanden, dass man so etwas auf Dauer nicht leisten kann.

    Lustigerweise machen mir jetzt gerade die Leute, die mir damals immer gesagt haben, dass ich meine Mutter verrotten lassen soll (O-Ton) Vorwürfe, dass ich sie ins Heim abgeschoben habe.

    Ja klar, redet sich leicht und diese Leute sind für mich mittlerweile irrelevant geworden. In solchen Situationen merkt man, wer es wirklich gut mit einem meint....


    Also ich kann dich nur bestärken, die Heimsuche zu forcieren und auch wenn es dann am Anfang holprig anfängt, besteht Hoffnung und ein gesundheitlich und psychisch stabiler Sohn ist für deinen Vater viel besser, als ein Sohn, der am Ende ist und nicht mehr ein noch aus weiß.


    VG

    Guten Abend,


    ich hoffe, es stört euch nicht, wenn ich ab und zu hier auftauche und die positive Entwicklung meiner Mutter schildere - denke mal, das kann auch einigen Hoffnung machen, dass es vielleicht auch bei euch eine bessere Zeit geben wird.


    Meine Mutter ist nach wie vor gut gelaunt, sie hat auch wieder gelernt zu telefonieren und ruft mich nahezu täglich nach dem Mittagessen an. Erzählt mir dann, dass sie schon im Bett liegt für den Mittagsschlaf und alles so schön ist.

    Sie hat wohl auch schon einige Kontakte geknüpft und erzählt mir von ihren neuen Bekanntschaften.


    Nur ein Problem gibts, sie findet keine Zeit für mich. Ich versuche immer, mich zum Besuch anzumelden und sie sagt dann: Nein, hier ist gerade so viel los, da habe ich keine Zeit für dich. Wir telefonieren ja, das reicht....


    Naja, irgendwie lustig, denn früher hat sie ständig gefragt, wann ich wieder komme und mir auch immer Aufträge erteilt, was ich alles mitbringen soll.

    Aber so ist es halt und ich bin froh, dass sie so gut drauf ist. Hätte ich mir nie träumen lassen.

    Auch gesundheitlich ist wohl alles im grünen Bereich. Habe vor einer Woche mal die Station angerufen und die haben mir auch gesagt, dass es ihr aktuell sehr gut geht und sie mit ihrer guten Laune die komplette Wohngruppe unterhält. Also das hört man doch gerne.


    In diesem Sinne, durchhalten und hoffen.


    VG

    Guten Abend,


    hier kurz mal ein aktueller Stand bei meiner Mutter.


    Sie ist jetzt mittlerweile 3 Wochen Corona positiv, was bedeutet, dass ich seit dieser Zeit auch nicht mehr persönlich bei ihr war. Sie hat aber keinerlei Symptome und gestern wurde ein PCR gemacht, mal gucken, was Montag das Ergebnis sagt.


    Erfreulicherweise hat sie die Fähigkeit des Telefonierens wieder entdeckt, mit leichter Hilfe ihrer Lieblingspflegerin. Die hat ihr einen großen Zettel geschrieben, wo wohl drauf steht, wenn das Telefon klingelt, grünen Knopf drücken.

    Und das klappt immer mal wieder und ich kann mit ihr sprechen.

    Sie ist nach wie vor gut drauf, kräftige Stimme, gute Laune, ihre Zimmernachbarin redet auch immer mal mit, wenn wir telefonieren, weil Muttern ja leicht vergesslich ist und wenn ich z.B. nach dem Essen frage, hilft die Nachbarin aus.


    Heute erzählte sie mir, dass ihr Hausarzt da gewesen wäre und er hätte gesagt, es ginge ihr ja so gut, dass sie bald wieder nach Hause kann. Habe gesagt, aber du bist doch zu Hause......sagte sie: Nein, in mein richtiges Zuhause, wo Timmi auf mich wartet - Timmi ist ihr Kater, der mittlerweile bei mir lebt, das weiß sie eigentlich auch.

    Naja länger hat sie die Wohnung und auch Timmi mit keiner Silbe mehr erwähnt, aber jetzt kam wohl wieder was hoch.

    Habe gesagt, dann musst du gut Essen und Trinken, dass es dir wieder richtig gut geht.....ja mache ich, sagte sie: ich esse und trinke alles, was sie mir geben.

    Und schon hatten wir das Thema Wohnung durch.


    Also wie die Situation gerade ist, bin ich sehr glücklich für sie und für mich.

    Vor einigen Tagen sagte sie, es ist hier wie im Hotel, die erfüllen mir jeden Wunsch.

    Hätte ich mir nicht träumen lassen vor ein paar Wochen.


    Also ihr seht, es gibt Hoffnung und ich drücke die Daumen, dass ihr auch bald so eine positive Stimmung bei euren Eltern erlebt, möge sie lange anhalten.


    VG

    Hallo,


    räume auch gerade die Wohnung meiner Mutter. Kaum zu glauben, was sich da alles ansammelt.

    Sie hatte 120 qm und die Schränke sind alle voll, muss alles durchgucken, denn sie hat ja gerne mal Sachen versteckt und die letzten Jahre hatte sie ja die Angewohnheit den ganzen Tag zu räumen. Habe schon Schmuck, Bargeld und anderes wichtiges wie Schlüssel in den unmöglichsten Ecken gefunden.


    Komischerweise fragt sie in den letzten Wochen gar nicht mehr nach ihrer Wohnung. Wenn dann fragt sie, was im Haus so los ist, wer eingezogen ausgezogen etc ist.

    Werde das Thema ausklammern und wenn sie mal wieder nach Nachbarn fragt einfach was antworten, was zur Situation passt.

    Gekündigt ist die Wohnung zum 30.11.


    Hatte eigentlich geplant, sie noch mal dort mit hinzunehmen, denn sie konnte sich ja nicht vorbereiten. Aber das lasse ich sein, bin so froh, dass sie sich gerade einzuleben scheint im Heim.


    VG

    Guten Abend,


    bei uns ist alles weiterhin positiv - leider auch der Coronatest meiner Mutter letzten Montag, aber da sie viermal geimpft ist, hat sie bisher keine Symptome und ich hoffe, das bleibt auch so.

    Hat natürlich zur Folge, dass ich sie nicht besuchen darf, aber ich telefoniere jeden Tag mit der Station und die haben nur Gutes zu berichten.

    Sie wäre lustig und freundlich, hätte an allem Spaß und würde vieles mitmachen, aber auch mal schlafen, wenn sie tagsüber müde wäre.

    Also perfekt, ich hoffe, dass es lange so bleibt.

    Sie hat zwar ein Telefon, aber geht nicht dran, wenn ich anrufe und sie selber ruft mich auch nicht an - aber damit kann ich leben, vielleicht hat sie mich in den knapp zwei Wochen, wo ich sie nicht mehr besucht habe, schon etwas vergessen - denn letzte Woche war ich stark erkältet und bin daher aus Sicherheitsgründen nicht ins Heim.

    Heute rief dann eine der Pflegerinnen an und fragte mich, ob ich damit einverstanden wäre, wenn meine Mutter als Vorführpatientin bei einer Abschlussprüfung mitmachen würde.

    Sie würde das gerne machen und sie wäre dafür perfekt, weil sie lustig wäre und auch immer nen flotten Spruch auf den Lippen hätte. Außerdem würde sie alles super mitmachen.

    Na da habe ich ja natürlich nix dagegen, wenn sie das gerne macht.

    Ich traue ja meinen Ohren kaum, was ist aus der Mutter geworden, die vor ein paar Wochen noch sterben wollte und das Heim als "Hölle" beschrieben hat.

    Bitte drückt die Daumen, dass es lange so bleibt. Ich wünsche es mir und ihr so sehr.


    Euch allen weiterhin viel Glück und Kraft, denke mal wir können das alle brauchen.....

    So mal wieder etwas Zeit, die aktuellen Entwicklungen zu schildern.


    Meine Mutter war jetzt zwei Wochen im KH nachdem sie eine dicke Blasenentzündung hatte. Das zog sich ewig hin und vorletzte Woche Montag wurde ich ins KH gerufen, da sie alles verweigerte, Infusionen, Essen, Trinken und dort sagte, sie will sterben und sie sollen sie in Ruhe lassen.


    Der Arzt war sehr nett und meinte, einerseits muss heutzutage niemand mehr an einer Blasenentzündung sterben, andererseits muss man auch die Wünsche des Patienten berücksichtigen.


    Naja wir vereinbarten dann, dass ich ins KH komme und versuche, sie nochmal zu überreden, sich behandeln zu lassen und wenn das nicht klappt, das weitere Vorgehen zu besprechen, hierbei war von einer Palliativstation die Rede.


    Ich ging also hin und versuchte sie zu überreden, ihre Reaktion war: Ich dachte du hilfst mir.....das hat mich echt getroffen, denn es kam so hilflos rüber, wie ein kleines Kind, dass sich ausgeliefert fühlt und alle Hoffnung auf mich gesetzt hatte.


    Naja der Doc kam dazu und sagte ihr ganz klar, dass sie sterben wird, wenn sie sich nicht behandeln lässt, weil die Entzündung schon im Blut wäre.......da guckte sie nur und sagte: Ich verstehe das nicht.

    Sie hat das aber ganz genau verstanden, es war wohl nur ihre Art, aus dieser unangenehmen Situation zu flüchten.


    Naja habe dann weiter mit ihr gesprochen und konnte tatsächlich erreichen, dass sie sich behandeln lässt. Man war ich froh.....zwei Tage später ging es ihr dann schon viel besser und das setzte sich so fort, sie hatte plötzlich wieder Appetit und konnte dann letzten Dienstag wieder ins Heim verlegt werden und was soll ich sagen, als ich Mittwoch da war, war sie nicht wiederzuerkennen, sie saß draußen im Garten in der Sonne und hatte zwei Damen um sich rum, mit denen sie sich nett unterhielt.

    Mich nahm sie kaum war, ich setzte mich dann einfach dazu und ratschte ein bisschen mit einer der Pflegerinnen, die mir auch nur positives über sie berichten konnte.

    Am Donnerstag fand dann im Heim ein Oktoberfest statt, mit Hendl, Blasmusik und Bier vom Faß, da freute sich sich Mittwoch schon total drauf.

    Da ich jetzt ein paar Tage kein Auto hatte, war ich dann erst heute wieder bei ihr und sie war weiterhin gut drauf, erzählte begeistert vom Oktoberfest, wo sie beim Dosen werfen eine kleine Plüscheule gewonnen hatte.


    Morgen hat sie Friseurtermin und es ist alles toll, das Essen schmeckt und sie darf auch mehr schlafen, wenn sie will (das hatte ich während ihres KH-Aufenthaltes im Heim veranlasst, dass sie nicht auf Gedeih und Verderb bespaßt wird, wenn sie lieber schlafen will).

    Heute als ich da war, haben wir über mein Handy etwas auf Amazon geshoppt und ne kuschelige Strickjacke und ein Paar Schuhe bestellt, sie war voller Energie dabei.


    Kaum zu glauben von so gut wie im Grab Anfang vorletzter Woche zu zufrieden und entspannt heute.


    Hoffe dieser Zustand hält lange an, so wie es aktuell ist, kann ich gut damit leben und ich glaube sie auch.

    Und das ist das Wichtigste.


    VG und durchhalten

    Guten Abend,


    da bin ich mal wieder, leider mit nicht so guten News.


    Meine Mutter kann sich einfach nicht einleben. Bei meinen wöchentlichen Besuchen sitzt sie meist alleine im Esszimmer im Rollstuhl, Kopf hängt nach unten.

    Wenn ich sie dann mit nach draußen in den Garten nehmen will, weigert sie sich meistens und sagt, sie will nur ins Bett, aber die lassen sie nicht schlafen.

    Naja es gibt die Mittagsruhe von 13-15 Uhr und halt Abends so ab 19 Uhr. Das müsste ja reichen, aber sie ist es halt aus den letzten Monaten gewöhnt, quasi rund um die Uhr zu schlafen oder einfach so im Bett zu liegen....deswegen ist sie ja in diesem Zustand.

    Sie sagt auch ständig, dass sie sterben will und ich soll sie in Ruhe lassen.

    Ein Gespräch ist fast nicht möglich, sitze dann da ne Stunde mit ihr und rede einfach was, denn von ihr kommt keinerlei Rückmeldung, auch Fotos ihrer Enkel, die ich ihr auf dem Handy zeige, guckt sie nicht an.


    Letzten Donnerstag nahm mich nach meinem Besuch die Schwester an die Seite und meinte, dass meine Mutter wohl eine sehr starke Persönlichkeit wäre und wenn sie sich etwas in den Kopf setzt, dann klappt das auch irgendwie.....dann sagte sie noch, dass sich das auch auf ihren Todeswunsch bezieht und ich darauf vorbereitet sein soll.

    Sie würden sich wirklich Mühe geben, sie zu irgendwas zu motivieren, aber es wären nur mal einzelne bessere Tage oder eher Stunden, wo sie dann an Aktivitäten im Heim teilnimmt.


    Heute bekam ich mittags einen Anruf, dass sie heute sehr verwirrt wäre, nicht aufstehen könne und über Bauchschmerzen klagen würde, darum hätte der Bereitschaftsarzt, den sie gerufen haben, sie ins Krankenhaus eingewiesen zur Abklärung.

    In den vier Wochen, wo sie jetzt da ist, war schon viermal ein Bereitschaftsarzt da und zweimal ihr Hausarzt. Das Heim sagte, sie kennen sie noch nicht so gut und sie würde halt oft über alles mögliche klagen.

    Habe gesagt, dass sie jederzeit den Arzt holen dürfen. Finde das gut, dass die sich so um sie kümmern, obwohl von ihr so überhaupt nichts zurückkommt.


    Bin nach wie vor von dem Heim überzeugt, sind alle lieb, kümmern sich und versuchen sie halt irgendwie zu motivieren.


    Heute habe ich wieder mal einen Tiefpunkt, denn ich denke nicht, dass das noch was wird. Dafür lässt sie sich zu sehr hängen.


    Naja mein Besuch morgen fällt erstmal aus. Könnte jetzt auch nicht sagen, dass ich sehr traurig darüber bin, auch wenn ich bei diesem Satz ein schlechtes Gewissen habe, aber es ist unheimlich anstrengend, mit jemanden da ne längere Zeit zu sitzen, der keinerlei Reaktion zeigt und nur vor sich hin leidet....am Anfang ihrer Heimzeit hatte ich mir ja gewünscht, dass sie dort noch einige schöne Jahre hat, mittlerweile muss ich sagen, dass meine Wünsche eher in eine andere Richtung gehen, so hart es klingt.


    In diesem Sinne......Kopf hoch und weiterkämpfen......

    Liebe Mitstreiter,


    ich habe nun die erste Woche hinter mir, in der ich nur einmal bei meiner Mutter im Heim war und ich glaube, es ist genau richtig.

    Dienstag nach der Arbeit war ich bei ihr, da kam sie gerade frisch vom Friseur und war für ihre Verhältnisse richtig gut drauf.

    Sie wollte zwar dann in ihr Zimmer und nicht wie ich mir gedacht hatte noch bissl im Garten gemütlich quatschen, aber was solls, sie ist die Tonangebende im Heim und ich richte mich nach ihr.

    Bin dann mit ihr ins Zimmer, ihre Nachbarin war nicht da, und sie fing wieder an zu jammern, wie langweilig alles ist und wie blöd die Spiele - bis die Tür aufging und die Zimmernachbarin kam. Da änderte sich der Tonfall von einer Sekunde auf die andere und alles war toll. Die Spiele machen so Spaß, das Essen ist toll und und und....

    Sie sagte dann aber, dass sie müde ist vom Friseur, da musste sie ja jetzt eine Stunde sitzen. Also verabschiedete ich mich und ging zum ersten Mal mit gutem Gefühl von dannen.

    Seitdem haben wir jeden Abend kurz telefoniert und ich muss sagen, entweder gewöhnt sie sich wirklich langsam ein, oder ich habe dieses Gejammere tatsächlich durch meine häufige Anwesenheit getriggert.

    Davon gehe ich am ehesten aus, da die Stationsleitung mir versicherte, dass sie eigentlich meist lustig und freundlich wäre.

    Ich bleibe also erstmal bei einmal wöchentlich und hoffe, dass das so positiv weiterläuft.


    Noch mal kurz zu euren Gedanken bezüglich der Beziehung zu eurer Mutter bzw. Vater.

    Auch bei mir hat sie einiges von diesen guten Gefühlen zerstört und ich denke auch unwiderbringlich......es ist einfach zu viel passiert.

    Am Schlimmsten für mich ist, dass sie überall rumerzählt hat, dass ich sie beklaue....das kann ich nicht vergessen und werde es wohl auch nie.

    Habe nie einen Cent von ihr genommen und selbst das Pflegegeld für PG3, das sie seit Jahren schon bekommt, ging immer voll auf ihr Konto.


    Ich kümmere mich natürlich nach wie vor um sie und kann jetzt auch nicht sagen, dass ich sie hasse oder so, aber Liebe wie sie vielleicht mal da war, ist nicht mehr und ich erwische mich auch dabei, dass ich froh bin, dass ich nicht mehr für sie bzw. ihre tägliche Versorgung verantwortlich bin. Dafür ist zu viel in diesen letzten Jahren passiert.


    Ich hoffe einfach, dass es so ruhig weiterläuft und wünsche ihr noch viele schöne Jahre, die sie hoffentlich immer mehr genießen kann.


    VG