Beiträge von KO72

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    Liebe Mitstreiter,


    ich habe nun die erste Woche hinter mir, in der ich nur einmal bei meiner Mutter im Heim war und ich glaube, es ist genau richtig.

    Dienstag nach der Arbeit war ich bei ihr, da kam sie gerade frisch vom Friseur und war für ihre Verhältnisse richtig gut drauf.

    Sie wollte zwar dann in ihr Zimmer und nicht wie ich mir gedacht hatte noch bissl im Garten gemütlich quatschen, aber was solls, sie ist die Tonangebende im Heim und ich richte mich nach ihr.

    Bin dann mit ihr ins Zimmer, ihre Nachbarin war nicht da, und sie fing wieder an zu jammern, wie langweilig alles ist und wie blöd die Spiele - bis die Tür aufging und die Zimmernachbarin kam. Da änderte sich der Tonfall von einer Sekunde auf die andere und alles war toll. Die Spiele machen so Spaß, das Essen ist toll und und und....

    Sie sagte dann aber, dass sie müde ist vom Friseur, da musste sie ja jetzt eine Stunde sitzen. Also verabschiedete ich mich und ging zum ersten Mal mit gutem Gefühl von dannen.

    Seitdem haben wir jeden Abend kurz telefoniert und ich muss sagen, entweder gewöhnt sie sich wirklich langsam ein, oder ich habe dieses Gejammere tatsächlich durch meine häufige Anwesenheit getriggert.

    Davon gehe ich am ehesten aus, da die Stationsleitung mir versicherte, dass sie eigentlich meist lustig und freundlich wäre.

    Ich bleibe also erstmal bei einmal wöchentlich und hoffe, dass das so positiv weiterläuft.


    Noch mal kurz zu euren Gedanken bezüglich der Beziehung zu eurer Mutter bzw. Vater.

    Auch bei mir hat sie einiges von diesen guten Gefühlen zerstört und ich denke auch unwiderbringlich......es ist einfach zu viel passiert.

    Am Schlimmsten für mich ist, dass sie überall rumerzählt hat, dass ich sie beklaue....das kann ich nicht vergessen und werde es wohl auch nie.

    Habe nie einen Cent von ihr genommen und selbst das Pflegegeld für PG3, das sie seit Jahren schon bekommt, ging immer voll auf ihr Konto.


    Ich kümmere mich natürlich nach wie vor um sie und kann jetzt auch nicht sagen, dass ich sie hasse oder so, aber Liebe wie sie vielleicht mal da war, ist nicht mehr und ich erwische mich auch dabei, dass ich froh bin, dass ich nicht mehr für sie bzw. ihre tägliche Versorgung verantwortlich bin. Dafür ist zu viel in diesen letzten Jahren passiert.


    Ich hoffe einfach, dass es so ruhig weiterläuft und wünsche ihr noch viele schöne Jahre, die sie hoffentlich immer mehr genießen kann.


    VG

    Hallo mal wieder,


    da bin ich, nach anstrengenden Wochen......wenn man meint, es geht nicht mehr schlimmer....oh doch.


    Letzter Stand hier war ja die Kurzzeitpflege in diesem Horrorheim, geplant bis 9.7. habe ich aber am 24.6. abgebrochen. Ich konnte damit nicht mehr leben, dass ich sie in so einem Heim sitzen lasse.....sie wurde dort mit Windeln in einen Rollstuhl verfrachtet, vorher war sie nie inkontinent und konnte auch mit Rollator laufen.

    Sie würde zu langsam gehen, soviel Zeit hätten sie nicht, war die Antwort auf meine Frage, warum sie denn plötzlich im Rollstuhl sitzt.


    Naja, also am Freitag nach Hause ohne zu wissen, wie das gehen soll, denn sie wohnt ja alleine und einen Dienst konnte ich natürlich auch so kurzfristig nicht finden.

    Bin dann das Wochenende über bei ihr geblieben, um zu sehen, wie sie so klarkommt.

    Wichtig war mir, dass sie selber zur Toilette kann und einigermaßen sicher laufen mit Rollator. Das klappte gottseidank auch immer besser, sodass ich Montag wieder in die Arbeit gehen konnte.


    Dann kam aber blöderweise die Hitze und sie wohnt ganz oben unterm Dach und hatte über 30 Grad in der Wohnung, das verbunden mit wenig Essen und Trinken - trotz ständiger Erinnerung - mündete dann am 17.07. in einem erneuten KH-Aufenthalt.....


    Spätestens jetzt wurde mir klar, dass ich das nicht mehr verantworten kann und die Suche nach einem Heim begann erneut.

    Innerhalb einer Woche habe ich 47 Heime angerufen (ich wohne in einer Großstadt und habe meinen Suchradius auf 50km ausgedehnt)....nix nix nix....auch der Sozialdienst des Krankenhauses fand nichts.

    Da war guter Rat teuer, zumal das KH sie entlassen wollte, sie wäre kein Fall fürs KH sondern ein Versorgungsproblem.


    Naja, dann endlich nach tausendfach bitten und betteln fand ich einen Heimplatz, sogar hier direkt in der Nähe und in einem - wie ich jetzt weiß - auch wirklich guten Heim.


    Dort wohnt sie jetzt seit 27.07. dauerhaft, eine Rückkehr nach Hause ist undenkbar.

    Sie ist natürlich nicht zufrieden, es ist die Hölle, sie möchte sterben, es ist langweilig, so kriege ich es bei meinen Besuchen zu hören.

    Im Moment gehe ich alle zwei Tage hin, werde aber ab nächste Woche mal versuchen auf einmal die Woche zu gehen.

    Es macht mich einfach fertig, sie dort zu sehen.


    Sie hat eine total nette Dame im Zimmer, die wie sie auch leicht dement ist, und die beiden kichern und winken sich immer von Bett zu Bett zu wie so kleine Teletubbies.


    Das Personal ist super, die sind immer sofort da, wenn etwas ist, schenken ständig Getränke nach. Und vom Essen schwärmt sie total.

    Sie ist auch in dieser Woche schon viel mobiler geworden, die passen aber auf, dass sie nicht alleine mit dem Rollator läuft.

    Sie ist halt genervt, dass sie nicht den ganzen Tag schlafen kann, das hat sie ja die letzten Wochen quasi gemacht.

    Und im Moment fängt sie auch wieder an, mich jedes Mal zu beschimpfen, wenn ich ins Heim komme, das war jetzt eigentlich ne Weile nicht mehr so.


    Deswegen werde ich mal versuchen, mich etwas rar zu machen und nur telefonisch täglich kurz nachzufragen, wie es ihr geht.

    Ich bin jetzt sicher, dass es ihr dort wirklich gut geht, sie weiß es nur nicht zu schätzen, aber das hatte ich erwartet.

    Ich hoffe, sie gewöhnt sich bald ein und knüpft Kontakte, denn eigentlich ist sie sehr kontaktfreudig.


    Ach sowas hätte ich mir nie träumen lassen, schlimm das mit anzuschauen, aber das ist wohl der Gang des Lebens und ich bin meist mit mir im Reinen, denn das Heim ist sehr gut und ich habe alles menschenmögliche getan.

    Nur manchmal, wenn sie mal wieder weint und sterben will, dann zieht mich das runter .....aber es gibt halt keine andere Lösung.


    VG und Kopf hoch

    Liebe Mitkämpfenden,


    da bin ich wieder nach anstrengenden Tagen....leider hat sich nicht alles so entwickelt, wie ich gehofft hatte.

    Seit 8.6. ist sie nun an dem Ort, der sich Heim nennt, aber dieser Ort ist schrecklich und leider empfindet sie das auch so, obwohl ich versuche, ihr das alles schmackhaft zu machen....aber an einen dauerhaften Aufenthalt ist gar nicht zu denken.

    Ich habe schon Mühe, sie dort bis zum Ende der Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege, also bis 9.7. zu halten.

    Dieses Heim wurde zum 1.1. von einem privaten Träger übernommen und leider hat wohl auch die Qualität darunter zu leiden, denn die guten Bewertungen kann ich allesamt nicht nachvollziehen, diese sind auch alle älteren Datums....das Personal ist unverschämt wohl wegen Überforderung, der ganze Laden ist total desorganisiert - unter anderem wurde von mir schon zum dritten Mal ein Lastschriftmandat verlangt, obwohl ich das schon zweimal abgegeben habe.

    Wenn ich dort bin und ich bin jeden zweiten Tag dort, höre ich viel Geschrei aus den Zimmern und auf den Gängen, keinerlei liebevoller Umgang mit den Einwohnern, wie ich es in dem von uns besichtigten Heim sehen konnte.

    Es war bisher noch kein Arzt bei meiner Mutter obwohl sie ein dickes Bein hat und über Schmerzen klagt....habe heute nochmal nachgehakt, da sagte der Pflegeleiter zu mir, er wird dem Arzt eine Mail schreiben. Habe nur gesagt, die macht Freitag Nachmittag bestimmt viel Sinn....sagte er nur, ich könnte ja meine Mutter selber zum Arzt bringen....ja so ist das da.

    Zu allem Unglück ist sie in einem Doppelzimmer mit einer vollständig dementen Dame, das heißt sie hat keinerlei Ansprache und musste sogar mal nachts Hilfe holen, weil die Dame aus dem Bett gefallen war und mit blutiger Kopfwunde auf dem Boden lag.

    Seitdem hat sie Angst nachts zu schlafen, weil die Dame wohl nachts sehr aktiv ist und immer wieder versucht, übers Bettgitter zu klettern.

    Immerhin muss das Essen gut sein und die Spiele, die gemacht werden, machen ihr auch Spaß, sei es Bingo, Sitzgymnastik oder Kegeln.

    Aber diese kurzen Auflockerungen trösten leider nicht über den Rest hinweg. Es gibt kein Bad im Zimmer sondern so Sammelbäder auf dem Gang, auch Toilette gibts keine im Zimmer und wenn sie nachts mal raus muss, ist alles dunkel auf dem Gang...

    Natürlich kann ich ihr nicht alles glauben, was sie so erzählt, z.b. versteckt sie überall ihre Wäsche und behauptet, die wird ihr geklaut, ich finde aber ständig in ihren Schubladen, unterm Kopfkissen, unter der Matratze, in ihrer Handtasche die Sachen....wenn ich frage, warum sie das versteckt, hält sie sich die Ohren zu.

    Heute hat sie mir gesagt, dass sie heute nacht über die Terrasse abhaut und sich dann irgendwo hinlegt bis sie kalt ist.....naja bei den Temperaturen eher unwahrscheinlich.

    Habe dann die Pflegerin gefragt, die meinte nur gleichgültig, dass sie auch schon öfter gesagt hätte, dass sie runterspringt....und lachte dann und sagte, naja sie ist ja im Erdgeschoss....


    Also es läuft darauf hinaus, dass sie wieder nach Hause kommt, wie auch immer das gehen soll.

    An dem anderen Heim bin ich dran, aber da ist gerade nix zu machen....die haben zu wenig Personal und können deswegen nicht alle Zimmer belegen.

    Das Heim wo sie aktuell ist, interessiert das nicht, die packen jede Ecke voll, so mein Eindruck. Da gehts nur ums Geld.


    Heute hat sie mich wieder ordentlich angeschrieen, dass sie wüsste, dass ich das alles eingefädelt habe und ich werde schon sehen, was ich davon habe und und und.....habe meine Schwester gebeten, mal kurz zu ihr zu fahren, weil mich mal interessieren würde, ob sie bei ihr auch so ein Theater macht. Die hat nur gesagt, sie hat keine Zeit für sowas, sie verbringt die Zeit lieber mit ihrer Familie...und sie wohnt mit dem Auto ca. 20 Minuten weg, näher dran als ich.....und das ist ihre sogenannte Traumtochter.


    Bin gerade wieder etwas verzweifelt, denn so eine richtige Erleichterung ist das gerade nicht.

    Mache mir totale Vorwürfe, dass ich sie da sitzen lassen muss, denn es ist wirklich schrecklich....und ich habe Angst vor der Zukunft.
    Was muss noch alles passieren.....meine einzige Hoffnung ist das besichtigte Heim....bis dahin muss ich durchhalten....irgendwie.


    Euch allen ein schönes und hoffentlich ruhiges Wochenende

    Liebe Mitkämpfenden,


    heute finde ich mal wieder etwas Zeit, euch über die aktuellen Entwicklungen in unserem Fall zu informieren.

    Vorab soviel, ich hoffe, es hat nun ein gutes annehmbares Ende sowohl für meine Mutter als auch für mich gefunden.


    Sie liegt ja seit Sonntag im Krankenhaus. Dienstag hatte ich das erste Mal Kontakt zu ihrem behandelnden Arzt. Der erzählte mir gleich mal, was für eine nette Dame sie doch wäre und woher das kommt, dass sie so schlecht über mich redet....oookay....also wieder mal ist jemand auf ihre Fassade reingefallen.


    Habe dem Doc dann mal kurz die Abhandlung der letzten Jahre und vor allem der letzten Monate erzählt und er wurde immer stiller....er hat sich wirklich viel Zeit genommen. Wir haben über ne halbe Stunde telefoniert, das kenne ich von Ärzten in so großen Krankenhäusern eigentlich gar nicht, die haben ja immer Zeitdruck.

    Naja er sagte mir dann gleich zu den Sozialdienst einzuschalten und sie einem Psychiater vorzustellen.


    Meine Mutter hat sich die ganze Zeit nicht gemeldet, ich hatte ihr ja Handy und Ladegerät eingepackt.....ich habe aber auch nicht bei ihr angerufen


    Dann rief mich Mittwoch die Dame vom Sozialdienst an und meinte, meine Mutter hätte aktuell nix Akutes und sie müsste daher baldmöglichst entlassen werden, das Krankenhaus wäre eh total überfüllt.

    Der Doc hatte ihr wohl auch schon gesagt, was so grob Sache ist und sie meinte, was ich von einer Kurzzeitpflege halten würde......jaaaa, das war Musik in meinen Ohren.

    Aber das wäre problematisch, weil keine Schnelleinstufung möglich wäre, weil sie ja privat versichert wäre und das ginge nur bei gesetzlich Versicherten.

    Öhm, warum Schnelleinstufung? Sie hat doch schon seit zwei Jahren Pflegegrad 3.....Muttern hatte angegeben, sie hat keinen Pflegegrad.

    Das kenne ich schon, denn damit meint sie immer, dass sie einen Dienst vermeiden kann....schlaues Mädel.


    Also einigten wir uns auf Kurzzeitpflege und die Dame vom Sozialdienst machte sich auf die Suche nach einem Platz.

    Donnerstag rief dann Muttern an und zitierte mich "kurzfristig" ins Krankenhaus, weil sie frische Wäsche brauchte.

    Naja die treue Tochter ging sofort nach der Arbeit los und brachte ihr die Geschmeide.....aaaber ich nutzte die Gelegenheit und sprach sie drauf an, warum sie überall erzählt. dass ich sie beklaue und ich mich nicht kümmere usw.

    Das hatten mir nämlich inzwischen etliche Nachbarn, die Dame von der Hausverwaltung, die Dame vom Sozialdienst und ihr Doc erzählt....ein super Gefühl, wenn man als klauende Tochter überall bekannt ist.

    Naja wie erwartet hat sie das nie gesagt und ich wüsste ja, dass viele Leute gerne tratschen....klar.

    Dann als ich nachbohrte, dass sie das ja sogar vor mir gesagt hat, fing sie an zu weinen und sagte, sie will nichts mehr hören und außerdem geht es ihr so schlecht, dass jeden Tag der Psychiater kommt.

    Naja dann sagte sie plötzlich, sie will so schnell wie möglich in das Heim ziehen, wo wir zur Besichtigung waren, denn der Doc hätte gesagt, das wäre ein ganz tolles Heim und sie könnte sich glücklich schätzen, wenn sie da einen Platz kriegt. Habe ihr zugesagt, sie auf die Warteliste setzen zu lassen, aber da steht sie ja schon :)

    Naja bin dann wieder los und war doch etwas erleichtert, dass ich mir das mal so von der Seele geredet habe, auch wenn es bei ihr nicht ankommt.


    Heute früh gegen 10 kam dann der ersehnte Anruf. Ab nächsten Mittwoch hat sie einen Kurzzeitpflegeplatz hier in der Nähe in einem Heim, der nach den vier Wochen in eine Dauerpflege übergehen wird....wenn das alles wie gewünscht klappt.

    Ist zwar nicht das, was wir besichtigt haben, scheint aber auch gut zu sein und ich konnte mir die Gelegenheit nicht entgehen lassen.

    Habe dann gleich im Heim angerufen, alles klargemacht, fahre Dienstag hin und gucke mir das an und bringe schon mal ein paar Sachen hin, wie z.B. ihren Rollator.

    Die Dame vom Heim hatte auch schon einen Arztbericht mit unter anderem der ersehnten Demenzdiagnose.

    Das ist das schönste Geburtstagsgeschenk ever ever ever, denn ich werde Dienstag zarte 50 :)


    Naja habe dann noch im KH Bescheid gegeben, dass das klappt und sie Mittwoch da einziehen kann. Wir haben auch vereinbart, dass sie das meiner Mutter erst Dienstag sagen, weil sie sonst evtl. Terz macht.


    Also scheint es so, als wäre ich meinem Ziel ganz nah....und auch wenn es manchmal anders rüberkommt, mir geht es hauptsächlich darum, dass ich meine Mutter sicher untergebracht weiß und sie vielleicht noch ein paar schöne Jahre hat......

    Guten Abend,

    heute war ein aufregender Tag, aber nicht so, wie ich ihn erwartet hatte.

    Ich rief heute wie immer so gegen 9.30 Uhr bei ihr an zum Insulin spritzen, sie ging aber nicht ans Telefon. Naja dachte mir, war ja aufregend mit der vermeintlichen Polizeiaktion usw.....als ich sie aber um 10 Uhr immer noch nicht erreichte, wurde ich unruhig, und fuhr zu ihr hin - sie wohnt ja gottseidank mit dem Auto nur 10 Minuten weg.


    Ich ging schon mit ungutem Gefühl aus der TG nach oben, weil ich sie ja schon dreimal halbtot aufgesammelt hatte und wie befürchtet oder sollte ich sagen wie erwartet fand ich sie auf dem Flur liegend vor....

    Sie war voll bei Bewusstsein, das merkte ich, als mich gleich die erste Schimpftirade traf.....Ich soll ihr hochhelfen, ihr tut alles weh und und und.

    Naja sagte ihr, nix da, ich rufe nen Krankenwagen, nicht dass wir mehr kaputt machen als eh schon...oh weh, das Geschrei......naja habe den Hausnotruf gedrückt - das hatte sie wie immer natürlich nicht getan - und die sagten gleich zu, einen Krankenwagen zu schicken.


    In der Zwischenzeit packte ich für sie eine Krankenhaustasche ständig begleitet von ihren Beschimpfungen... sie geht nicht ins Krankenhaus, das würde mir so gefallen und so weiter.

    Naja Klinik-Card bereit gelegt, kurz mal Zucker gemessen, alles in Butter.

    Dann kamen drei nette Sanis und brachten sie erstmal zum Sitzen....das ging problemlos, außer dass sie halt sehr kraftlos ist. Das Stehen ging nur mit Hilfe.

    Die haben sie dann aufs Bett gesetzt und dann fluchte sie los, dass ich sie nur loswerden will und dass jemand ihre Wohnung durchwühlt.

    Als ich sie auf die vermeintliche Polizei mit Spürhund ansprach, tat sie so, als hätte sie das noch nie gehört....

    Auf die Frage, wie lange sie schon da lag, hatte sie auch keine Antwort.


    Irgendwie schafften die Sanis es dann aber, sie doch zu einem Krankenhausbesuch für eine "kurze" Untersuchung zu überreden und so sitze ich nun hier und hoffe, dass ich damit meinem "Ziel" der dauerhaften Heimeinweisung näher komme.


    Werde morgen gleich mal den Sozialdienst des Krankenhauses kontaktieren, denn aus Erfahrung weiß ich, dass sie gerne ganz tolle Geschichten erzählt.

    So erzählte sie vor zwei Jahren, dass sie mit ihren Töchtern in einem Haus wohnt....daraufhin dachten die natürlich die bösen Töchter wollen die lästige Mutti nur loswerden, war gerade kurz vor Ostern.


    Denn so wirr sie auch manchmal ist, es gelingt ihr doch Fremde einzuwickeln und mit ihrer netten Art zu überzeugen - ja für Fremde, die nicht länger mit ihr reden ist sie einfach einen nette alte Dame.


    Als sie dann unterwegs ins KH war und ich wieder in die TG kam, sprach mich ein mir unbekannter Nachbar von ihr an. Der wusste, welcher TG-Platz meiner Mutter gehört und schloss daraus, dass ich wohl etwas mit ihr zu tun habe.

    Naja es stellte sich heraus, dass sie im ganzen Haus verbreitet, dass sie völlig alleine ist, dass ihre beiden Töchter sich nicht kümmern und sie bestehlen und so weiter.
    Obwohl ich das schon vermutet hatte, traf mich das echt hart.

    Habe dem Herrn versichert, dass das nicht der Wahrheit entspricht und ich mich sehr wohl um sie kümmere - sofern sie es zulässt.

    Ihre direkte Nachbarin, die weiß, dass ich oft da bin, hatte das wohl schon so kommuniziert, aber der Dame haben sie wohl auch nicht so recht geglaubt.


    Naja, also hoffe ich auf ein positives Ende dieses Dramas, vor allem für meine Mutter, denn ich bin mir sicher, dass sie in ihrer Wohnung kein lebenswertes Leben mehr führen kann, egal ob alleine, mit mir als Hilfe oder mit Diensten.


    Einen schönen Abend und viel Kraft euch allen.....

    Guten Abend,

    hier mal kurz das Neueste:

    Das Telefonat mit der Pflegeberatung war nicht sehr erfolgreich, weil die Dame doch etwas überfordert wirkte, aber ich hatte bei den regelmäßigen Telefonterminen, die ja jedes halbe Jahr stattfinden auch den Eindruck, dass das alles bissl nach Schema F geht. Die hat wohl einen Fragebogen und fragt der Reihe nach das ab.

    Naja sie hat mir dann den Tipp gegeben, mich an einen Betreuungsverein zu wenden, um da zu klären, ob ich mit meiner Vorsorgevollmacht eine Einweisung in ein Heim veranlassen kann oder ob ich dafür eine rechtliche Betreuung einleiten muss - abgesehen von dieser Problematik stelle ich mir auch die Frage, wie man das bewerkstelligen soll. Ich kann sie ja nicht an den Haaren aus der Wohnung ziehen und beim Heim vor die Tür stellen.

    Sie wehrt sich nach wie vor gegen alles.

    War erst heute wieder bei ihr, weil sie mich morgens weinend angerufen hatte, dass sie die ganze Nacht den Staubsauger gesucht hätte und der wäre weg.

    Naja als ich hinkam stand der Staubsauger da wo er immer steht. Sie meinte, den hätte ich jetzt da hingestellt um sie zu ärgern.....

    Gehe jetzt auch etwas robuster mit ihr um, natürlich nicht körperlich, aber ich gebe ihr auch mal Antworten, die ihr nicht so gefallen und ich versuche nicht mehr, ihr alles recht zu machen.

    Heute als ich kam, jammerte sie zum Beispiel, dass sie so müde wäre und so wackelig. Habe nur gesagt, das tut mir leid für dich, mir geht es super.....

    Okay böse, aber ich merke, wie mir das gut tut.

    Ihr Gesicht nach dieser Antwort brachte mich fast zum Lachen - man merkte richtig, dass sie das nicht erwartet hatte.


    Naja heute Abend gabs dann noch nen Knüller. Ich rief sie wie immer gegen 18 Uhr an wegen Messen und Spritzen und sie sagte ganz hektisch, dass sie keine Zeit hätte, denn sie wartet auf die Polizei.....öhm warum das?

    Naja sie wäre beim Briefkasten gewesen und als sie wieder in die Wohnung kam, wäre ihre Garderobe durchwühlt gewesen und alle Schuhe und Jacken lägen davor auf dem Boden.

    Habe gefragt, ob ich kommen soll.....oh je, den Schrei habe ich jetzt noch in den Ohren....NEIIIIIIIN

    Naja habe dann abgewartet, ob sich bei mir jemand meldet. Als sich bis 19 Uhr nix tat rief ich nochmal an und fragte, was sich ergeben hätte.

    Sie sagt, sie hätte dreimal mit der Polizei telefoniert, weil die heute nicht mehr kommen können, weil so viel los wäre. Die würden aber morgen kommen und sie wüsste auch genau wann. Die wollen auch einen Hund mitbringen.....ach ne doch nicht, denn als sie sagte, sie hätte ne Katze, sagte der Polizist, dann kann er den Hund nicht mitbringen.

    Klar :)

    Hört sich wieder alles nach Fantasie an, aber mal gucken, was der Tag morgen bringt....ich bin gespannt.


    In diesem Sinne, ein schönes Wochenende

    Danke für eure Unterstützung.


    Für morgen habe ich einen Telefontermin mit der Pflegeberatung vereinbart, denn ich muss irgendwie aus dieser Situation raus, merke, wie auch bei mir alles den Bach runter geht.

    Kann mich nicht mehr konzentrieren, kann nicht mehr schlafen und habe regelrecht Widerwillen, bei meiner Mutter anzurufen bzw. zu ihr zu fahren.

    Will einfach mal klären, was ich für Möglichkeiten habe, denn auch mir kann ja mal was passieren und dann wäre sie von heute auf morgen unversorgt.

    Wobei sie momentan auch alles torpediert, was ich ihr vorschlage....ja ich habe von euch gelernt und schlage nur noch vor, man könnte doch dies oder das mal machen.

    Aber sie schreit alles nieder, mittlerweile redet sie nicht mal mehr normal mit mir sondern schreit mich nur noch an, egal in welcher Situation.

    Heute habe ich wieder mal für sie einkaufen dürfen, habe strikt nur das gekauft, was sie mir aufgetragen hat - naja fast, hatte noch bissl frisches Obst, aber das hat sie aussortiert und ich musste es wieder mitnehmen.

    Dann sagte sie, ihr TV wäre kaputt, ich soll den mitnehmen - ich schalte den an, läuft.....sie schreit mich an, wenn sie sagt, der wäre kaputt, dann wäre der kaputt.

    Habe nix gesagt und bin einfach zur Tür und weg......


    In diesem Sinn, ich hoffe auf morgen :)


    VG

    Vielen Dank für eure Anteilnahme.


    Also der Termin im Heim fand am Donnerstag statt, erstaunlicherweise kam sie auch mit. Wenn auch ohne Rollator, was dann damit endete, dass der Hausrundgang im Rollstuhl stattfand, weil meine Mutter natürlich nicht so viel laufen konnte ohne Hilfe, denn sie sitzt ja seit Monaten nur in ihrer Wohnung.


    Zuerst fand eine Besprechung im Büro statt, die Dame war sehr nett und fragte meine Mutter, was denn gerade so ihre größten Probleme zu Hause wären.

    Naja wie ihr euch bestimmt denken könnt, bin ICH ihr größtes Problem.

    Die Antwort war eine einzige Tirade gegen mich, was ich alles von ihr verlange, was ich alles für sie entscheide, was ich alles NICHT mache und und und. Und dass ihre andere Tochter dagegen eine Traumtochter wäre - diese Traumtochter, die seit Wochen nicht mal anruft und zu mir gesagt hat, ich soll sie verrotten lassen.....

    Habe sie einfach reden lassen.....als sie sich dann ausgepowert hatte, guckte mich die Dame vom Heim mitleidig an und sagte: Das tut mir sehr leid, dass Ihre Mutter derzeit nicht anerkennen kann, was Sie alles für sie tun, aber diese Problematik haben wir ganz oft.

    Naja dachte ups, hoffentlich steht Muttern jetzt nicht gleich auf und geht raus, aber sie hat das wohl nicht kapiert, was die Dame gesagt hat.


    Naja die Dame fragte dann, wer sie denn derzeit versorgt, wenn ich das alles nicht mache und sie mich nicht um sich haben will.....sagte Muttern: Das weiß ich nicht....naja was soll sie auch sagen, es gibt ja niemanden.


    Wir sind dann los, zuerst oben auf die Dachterrasse, da saßen einige beim Frühstück draußen, auch Personal einfach so dazwischen.

    Auf jedem der vier Stockwerke hat sie uns dann ein Zimmer gezeigt. Echt schön das Heim, vor allem ist mir aufgefallen, dass nicht einfach so Leute aufm Gang im Rollstuhl saßen und es war alles sauber, keine Gerüche, kein Weinen oder Schreien, einfach gemütlich, soweit man das von einem Heim sagen kann.

    Wir sind auch in jedem Stockwerk an den Gemeinschaftsräumen vorbeigegangen, da saßen viele beim Frühstück, da ist in jedem so eine Art Theke, und die Leute bekommen das Essen dann am Tisch serviert.

    Meine Mutter hat auch vom Gang aus immer den Leuten da gewinkt und einige haben zurückgewinkt.....also die Kontaktfreude hat sie immer noch.


    Auf dem Gang hat sie auch das Personal angesprochen, wie fleißig die sind und die haben alle nett reagiert, einige haben sie sogar am Arm gestreichelt und mit ihr ein paar Worte gewechselt. Also für mich einfach sympathisch.

    Sie war ja vor drei Jahren mal für 6 Wochen in einer Kurzzeitpflege und das Heim damals war dagegen ne Katastrophe.

    Sogar mit dem Friseur hat sie ein paar Worte gewechselt, der machte gerade seinen Laden auf und der sagte, er sieht schon, sie wird eine neue Kundin, bei ihr wäre gut was zu schneiden. Nett :)


    Naja dann wieder zurück ins Büro und die Dame fragte, wie es ihr den gefällt.

    Ja gut sagte sie, aber sie weiß gar nicht warum sie hier ist, denn sie kommt ja zu Hause gut klar und daher würde das für sie gar nicht in Frage kommen.

    Und erstmal auf die Warteliste, nein, macht keinen Sinn, sie zieht eh nicht ein.

    Die Dame sagte dann noch zu meiner Mutter, dass sie es schon mal anerkennen soll, dass ich mit ihr da heute hingekommen bin, denn viele Angehörige kommen ohne den Betroffenen und entscheiden dann einfach über dessen Kopf hinweg, und daran müsste sie doch sehen, dass ich es gut mit ihr meine....naja nett gemeint, aber kam leider nicht an.


    Okay, hatte die Anmeldeunterlagen schon fertiggemacht, Medicproof-Gutachten und Vollmachten dabei und habe diese Unterlagen unauffällig auf dem Tisch liegen lassen. Die Dame hatte das schon gesehen und hat zu mir gesagt, dass wir bei Gelegenheit mal telefonieren und das Gelegenheit so betont, dass ich dann gleich, nachdem ich Muttern nach Hause gebracht hatte nochmal dort angerufen habe.

    Wollte sie auf jeden Fall auf die Warteliste setzen lassen und die Dame sagte, das hätte sie eh schon gemacht, weil sie gemerkt hätte wie sehr mich die Situation belastet.

    Sie meinte noch, meine Mutter hätte wohl aktuell nur eine leichte Demenz, sie würde eher auf Depressionen gemischt mit Einsamkeit und ausgeprägter Sturheit tippen.

    Und sie meinte auch, dass meine Mutter ideal da aufgehoben wäre, weil sie da viele Kontakte hätte und sie wäre ja sehr kontaktfreudig und das könnte sie nochmal richtig aus ihrem Loch rausholen - das denke ich ja auch. Nur wie????


    Danke und ein schönes Wochenende :)

    Hallo,

    vielen Dank für euren Zuspruch, das tut so unheimlich gut, denn in meiner unmittelbaren Umgebung (Familie und Bekannte) bekomme ich nur zu hören, ich soll sie hängen lassen, dann würde sie schon merken, was ich für sie alles tue.

    Sagt sich leicht, aber kann ich nicht....sie ist von mir total abhängig, würde keinen Tag überleben, weil sie mit ihrem Diabetes überhaupt nicht umgehen kann. Den Rest mit Haushalt und so könnte ich schon mal ein paar Tage schleifen lassen, aber der Diabetes duldet ja leider keine Pause.

    Pflegegrad 3 hat sie schon seit April 2020 und Vorsorgevollmachten habe ich schon seit 2014, also da bin ich auf der sicheren Seite.


    Für Montag hatte ich den ersten Termin mit einem Betreuungsdienst für Demenzkranke vereinbart. Die sollten an zwei Tagen die Woche für jeweils zwei Stunden mit ihr was unternehmen, sei es nur Kaffee trinken oder spazieren gehen - ich wollte eigentlich bei dem ersten Termin dabei sein, das hatte sie mir aber unter großem Geschrei am Telefon verboten, sodass ich mich zurückgenommen habe und ihr das Feld überlassen habe.

    Ergebnis: Sie hat die Dame an der Tür angeschrien, dass sie keine Hilfe braucht und die Tür wieder zugeschmissen. Dabei hatte sie mir Montagmorgen noch gesagt, dass sie sich freut, wenn sie mal wieder Besuch bekommt.

    Tja, also Dienst gleich wieder gekündigt, wäre ja auch zu schön gewesen.


    Morgen um 9 Uhr haben wir jetzt doch den Termin im Seniorenwohnen (ich muss aufpassen, dass ich nicht Heim sage) und ich hoffe, dass sie auch mitgeht. Das ändert sich bei ihr ja minütlich zur Zeit.

    Gerade erst hat sie mir am Telefon wieder gesagt, dass ich mir nicht einbilden soll, dass sie da was unterschreibt, denn ihr geht es ja gut und sie lässt sich nicht von mir ins Grab treiben.....was soll man da noch sagen.

    Habe diese Woche echt versucht, auf ihre böse Art nicht zu reagieren und es ist mir auch weitestgehend gelungen, aber nach jedem Telefonat mit ihr bin ich am Ende und weiß nicht, wie ich weitermachen soll.


    Wenn das jetzt morgen auch nix wird, dann bin ich überfragt. Ich kann einfach nicht mehr und sehe auch kein Licht am Horizont, denn im Moment wird es mit ihr immer schlimmer.


    Ach ja, das mit der Depression stimmt auf jeden Fall, denn das hat ihr Hausarzt schon vor 15 Jahren diagnostiziert und wollte sie zu einem Facharzt überweisen - ihre Antwort damals: Ich gehe doch nicht zum Irrenarzt.


    Naja, bitte für morgen die Daumen drücken, das Seniorenwohnen ist aktuell meine einzige Hoffnung......


    Danke

    Hallo,

    hier mal kurz - oder auch länger eine Schilderung der Situation meiner Mutter (82 Jahre).

    Seit ca. 5 Jahren bemerke ich bei ihr zunehmend Auffälligkeiten, die ich am Anfang halt auf eine gewisse altersbedingte Problematik schob. Sie behauptete Sachen, die überhaupt nicht sein konnten, wollte nicht zum Arzt, sah es nicht ein, dass ich nicht gleich zu ihr kommen kann, wenn sie anruft - ich bin Vollzeit berufstätig - und so allerhand anderes.

    Es lief aber so weit noch alles einigermaßen, sie lebt allein in einer großen Wohnung und kam mit meiner Hilfe bei Haushalt, Einkaufen, etc ganz gut zurecht. Ihren Papierkram und alles Administrative mache ich schon, seit mein Vater vor 20 Jahren gestorben ist, das ist aber nie ein Problem gewesen.

    Naja seit ihrem letzten Krankenhausaufenthalt 04/21 wegen eines häuslichen Sturzes geht es rapide bergab. Sie ist zwar körperlich für ihr Alter noch relativ gut in Schuss, außer Diabetes Typ 2 keine weiteren Erkrankungen, aber der Kopf lässt rapide nach. Im KH wurde auch eine Art Demenztest mit ihr gemacht, da hat sie von 10 Punkten 3 erreicht, was genau müsste ich nochmal im Arztbrief nachlesen. Aber eine Demenz-Diagnose haben wir nicht, denn sie geht ja nicht zum Arzt.

    Mit dem Diabetes ist sie auch nie klargekommen. Sie hat einen Sensor am Arm, ich rufe dreimal täglich an, dann messen wir und ich sage ihr, wie viele Einheiten Insulin sie spritzen soll. Bisher auch okay, auch wenn ich dabei ein zunehmend schlechtes Gefühl habe. Wir hatten mal für 6 Wochen einen Dienst, der das übernommen hat, aber damit konnte sie gar nicht umgehen, weil der halt nicht wie ich zu ihren bevorzugten Zeiten verfügbar war sondern immer unterschiedlich. Dann hat sie mich ständig im Büro weinend angerufen und mir Vorwürfe gemacht, warum ich ihr das antue.

    Naja also Dienst wieder weg und wieder unser altes System


    Seit einigen Wochen nimmt die Verwirrtheit aber Fahrt auf. Sie behauptet, während sie letztes Jahr im KH war hätte jemand ihre Wohnung durchwühlt....dieser Jemand hat aber nichts gestohlen sondern ihr Müll in den Keller gestellt, an ihre Halsketten andere Verschlüsse gemacht, irgendwelche Zettel mit geheimen Botschaften hinterlassen und so einiges anderes. Sie findet quasi täglich neue "Beweise" und ruft mich dann zu jeder Tages- und Nachtzeit an, um mir ihre neuen Entdeckungen zu schildern.

    Mittlerweile ist es so schlimm dass sie sogar bei der Hausverwaltung den Einbau eines neuen Schlosses veranlasst hat und niemandem mehr einen Schlüssel gibt - mir nicht und auch dem Hausnotruf nicht. Und trotzdem behauptet sie weiterhin dass dieser Jemand regelmäßig ihre Wohnung durchwühlt. Sie ist keinerlei logischen Argumenten zugänglich. Dabei räumt sie den ganzen Tag rum, sie ist extrem aktiv, unruhig, rennt ständig in der Wohnung hin und her und kann nicht mal 5 Minuten in Ruhe sich irgendwo hinsetzen.


    Im Moment verweigert sie auch z.B. dass ich für sie einkaufe, dabei geht sie selber nicht mal mehr zu Briefkasten, mit der Begründung, dass in dieser Zeit (Aufzugfahrt innerhalb eines Mietshauses) der berühmte Jemand ihre Wohnung durchwühlen würde.

    Bisher habe ich trotzdem immer noch für sie eingekauft und sie hat es auch dann nach Diskusssionen akzeptiert. Gestern jedoch gab es eine Eskalation. Habe eingekauft, fahre zu ihr, sie macht die Tür nur einen Spalt auf, schreit mich an, dass sie nichts bestellt hätte und ich das wieder mitnehmen soll. Habe es ihr einfach durch den Türspalt in die Wohnung gestellt und bin kommentarlos wieder gegangen.

    Naja heute war ich wieder bei ihr, da stand die Einkaufstasche von gestern immer noch unangetastet da...wunderbar, denn es sind Joghurt, Milch, Obst, Salat etc drin. Also reif für den Müll.

    Habe in ihren Kühlschrank geguckt, leeeeeer.....frage, was das soll, sagt sie: Das könnte mir egal sein, sie lässt sich von mir nicht mehr bevormunden.

    Ich bin so hilflos und weiß nicht, was ich machen soll. Habe eine Schwester, die hat aber seit einigen Monaten wegen ihrer "Verrücktheiten" jeglichen Kontakt zu ihr eingestellt. Das oben geschilderte ist auch nur die Spitze des Eisbergs.

    Am schlimmsten für mich ist, dass sie keinerlei Hilfe annimmt und sich total in ihren Fantasien verliert. Sie sagt auch ständig, dass sie Angst hat. Vor allem und jedem, vor dem Telefon, vor der Türklingel, vor Corona, vor dem Krieg, einfach alles.

    Wenn ich mir vorstelle in welcher psychischen Not sie sein muss, dass sie so um sich "schlägt" kommen mir die Tränen, gleichzeitig bin ich manchmal - wie gerade heute wieder - total wütend auf sie, weil sie mir seit Jahren das Leben zur Hölle macht. Ich weiß, dass klingt hart, aber ich bin echt am Ende, denn alles was ich mache ist falsch.

    Jetzt habe ich für nächsten Donnerstag hier der Nähe in einem Seniorenwohnheim einen Besichtigungstermin vereinbart, dorthin könnte sie sogar ihren Kater mitnehmen und es wäre direkt in der Nähe, aber sie zickt rum und will da nicht mitgehen, obwohl ich ihr schon zig Mal gesagt habe, dass wir uns das nur mal anschauen wollen, ob sowas evtl. was für sie wäre.

    Sorry für den langen Text, aber es tut gut, sich das mal von der Seele zu schreiben.

    Vielleicht - oder ganz sicher - hat ja jemand schon Ähnliches erlebt und hat ein paar hilfreiche Tipps für mich.


    Danke :)