Beiträge von PausE

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    So, ich mal wieder.


    Bei meiner Mutter ist die Situation jetzt eskaliert.

    Zunehmend sieht sie Personen, die nicht da sind, ist zeitlich und örtlich völlig desorientiert.


    Sie lebt wie bisher zu Hause uns ist zu nichts zu bewegen. Mein Vater als Hauptbetreuer ist am Ende und gestern war dann der bisherige Höhepunkt erreicht.

    Um 23.30 Uhr rief mich die Polizei an. Sie ist von meinem Vater gerufen worden.

    Sie sind wohl beide gegeneinander handgreiflich geworden und meine Mutter wollte dann weglaufen.


    Die Polizei hat versucht zu beruhigen, aber mahnte mich eindringlich an, dass meine Mutter ins Heim müsste. Sie könnten nicht jedes Mal rauskommen und deeskalieren.

    Ich war so perplex, habe mir alles angehört, versprach mich zu kümmern, und kurze Zeit später habe ich meinen Vater angerufen und auch mit meiner Mutter gesprochen.


    Nun sitze ich im Zug zu meinen Eltern und weiß nicht recht, was ich machen soll. Ich habe mit dem Pflegedienst schon telefoniert, weil ich den Hausarzt nicht erreichen kann im Moment.


    Mir schien die Einweisung in die Gerontopsychatrie als notwendig. Aber die Pflegedienstleitung erklärte mir, dass das nicht so einfach sei, wenn der Patient nicht will.

    Sie wollen aber den Hausarzt verständigen.


    Ich muss meinen Vater aus der Schusslinie bringen, ich habe schon überlegt ihn zu mir 150 km entfernt zu bringen.


    Aber was mach ich mich mit meiner Mutter? Ich kann sie doch nicht allein zu Hause lassen.

    Der Neurologe meinte im März nur lapidar, dann geht das halt irgendwann über einen Sturz ins Krankenhaus und dann wird irgendein Pflegeheim für sie ausgesucht.

    Hinz,

    Dann habe ich Dich ganz falsch verstanden als Du mal sagtest, dass Du für Verhinderungspflege niemanden findest, weil die Ausführenden das Geld als Einnahme versteuern müssten und für nahe Verwandte nur das anderthalbfache des monatlichen Pflegegelds im Jahr zur Verfügung steht.


    Hast Du Dir denn mal ein Angebot machen lassen vom Pflegedienst für die Alltagsbetreuung? Da wäre doch dann ein bisschen geholfen und die Verhinderungspflege könntest Du in voller Höhe bei denen auch noch einsetzen.

    Hallo Hinz,


    Ja, so hatte ich es ja verstanden: Pflegedienst wird nicht für Pflege benötigt.

    Aber Du könntest doch mehr Hilfe wie die Ehrenamtlerin in Anspruch nehmen, damit Du mal rauskannst.


    Ich hab den Umwandlungsanspruch vor kurzem erst "entdeckt".

    Mensch, Finja, solche Geschichten wie Deine lese ich immer gerne: wenn etwas dann endlich gut ausgeht, was man gar nicht mehr zu hoffen wagte.


    Hinz, ich las von Dir mal, dass Ihr keinen Pflegedienst beschäftigt. Hast Du darüber auch keine Alltagsbegleitung versucht? Oder besser noch über eine der Agenturen für Alltagsbegleitung, die immer mehr werden?


    Ich weiß jetzt nicht, in welchem Bundesland Ihr lebt, in NRW sind die ja stark vertreten.

    Angebotsfinder | PfAD.uia


    Ruhig auch eine PLZ außerhalb von NRW eingeben, manchmal wird da noch was gelistet.

    Es ist eine banale Tatsache, unter der wir alle "leiden", dass wir immer älter werden und die geburtenstarken Jahrgänge jetzt laaaangsam in das pflegebedürftige Alter kommen.


    Ich hatte mal eine Gegenüberstellung gemacht, was die Pflegekasse die ambulante Pflege kosten kann und was für die stationäre Pflege aufgewendet wird. Wenn man alles ambulant nutzt, was angeboten wird, dann liegt die stationäre Pflege ganz schnell hinten. Ich war darüber doch erstaunt, aber gut, es nutzt ambulant nicht jeder alles ihm zustehende.

    Sonst müsste die Pflegekasse sagen, nö nö, alle lieber ins Heim, das kommt uns billiger (auch mit dem bis 75%igen Zuschuss zu den Pflegekosten).

    Ich kann mir das gar nicht vorstellen, vielleicht kenne ich aber auch nicht alle Zahlen dahinter.

    Gut, eins habe ich noch vergessen, ich habe das nur aus Sicht der Pflegekasse betrachtet. Der Staat zahlt ja auch noch die sonstigen Kosten, wenn der Bewohner das nicht allein stemmen kann.


    Heime sind ja auch Wirtschaftsbetriebe, bei uns hat wohl der Betreiber eines Hauses jetzt auch Insolvenz angemeldet. Laut Flurfunk aber, weil er andere Geschäfte nebenbei betrieben hat.

    Hallo Finja,

    auch ich schließe mich dem schönen Worten an: Wahnsinn, was Du alles geschafft hast!


    Ich drücke ganz fest die Daumen, dass es jetzt klappt mit der Versorgung Deines Vaters. Es ist einfach unglaublich, welche Mühen und Unwägbarkeiten auf einen zukommen können mit alten Eltern.

    Selber bin ich schon ein "altes Elter", ich hätte nie gedacht, was da auf einen zukommen kann mit dieser Krankheit.

    Ich weiß nicht, ob es hier schon verlinkt wurde.

    Arte brachte vor ein paar Tagen die Dokumentation "Bis die Erinnerung uns scheidet".

    Ist in der Mediathek noch bis zum 14.10. zu sehen.


    Ich fand es sehr anrührend. Brigitte ist auch eine liebe Patientin, aber die Familie im Beitrag wird auch schwierigere Zeiten erlebt haben, das klang ganz klar durch.


    Bis die Erinnerung uns scheidet - Die ganze Doku | ARTE
    Im Alter von zwölf Jahren begann die Regisseurin Juliette Thomas einen Dokumentarfilm, dessen Protagonisten ihre Großeltern und deren Sohn Gilles, Juliettes…
    www.arte.tv

    hatte gerade die Idee, das nächste Mal, wenn mich jemand nach meiner Mutter fragt, werde ich sagen:

    Die Metamorphose schreitet unaufhaltsam voran.

    *schmunzel* Ich würde das nur machen, wenn ich Redebedarf hätte bei Nachfrage des Gegenübers.


    Mir sagen Leute oft: "Bestell deiner Mutter einen lieben Gruß von mir."

    Wenn die wüssten, dass meine Mutter nicht mehr weiß, das ich ihre Tochter bin....

    Guten Morgen in die Runde und Dir, Thea, auch von mir ein herzliches Willkommen.


    Ich sitze gerade auf der Terrasse, die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und denke, das Leben könnte gerade perfekt sein.

    Ich schaue auf die Mini-Hochbeete zu meiner Rechten, die mein Mann gestern fertig zusammengebaut hat und die ich demnächst füllen kann.

    Ein schönes Projekt, auf das ich mich sehr freue.


    Und dann kommen die anderen Gedanken. Die, die Ihr alle kennt. Wie mag es meiner Mutter gerade gehen, hoffentlich hatte sie in den letzten zwei Tagen nicht wieder so einen Streit mit Papa.

    Wie geht es weiter? Meine Mutter wird noch von meinem Vater zu Hause versorgt, aber sie müsste viel mehr Hilfe annehmen.

    Kriege ich sie endlich dazu sich vom Pflegedienst waschen zu lassen, warum meldet der PD sich nicht bei mir wegen des Angebots für weitere Leistungen? Hoffentlich kommt der MD bald zur Begutachtung der Pflegegraderhöhung.


    Kommende Woche muss ich wieder hin. Das Sanitätshaus, in dem ich mit Mutter war um Abdrücke von ihren Füßen machen zu lassen, hat versäumt mich zu benachrichtigen, dass das angeblich mit der Einlagenherstellung nicht klappt. Haben eigenmächtig mit dem Hausarzt Kontakt aufgenommen. Ich find das ja gar nicht schlimm, aber den eigentlichen Auftraggeber sollten sie nicht vergessen.


    So, das waren jetzt 5 Minuten und nun schrei ich innerlich:"Stopp!"

    Wenn ich in der Schleife bin, kann ich mich schnell darin verlieren.


    Vor mir liegt ein Buch, das fange ich an. Jetzt. Bestimmt.

    Ich war immer eine Leseratte, nicht mal das Lesen kann ich genießen, mich da rein versenken wie früher.

    Aber da will ich wieder hin!


    Selbstfürsorge müssen viele von uns lernen.

    Sogar meine Autokorrektur kennt das Wort nicht, macht daraus "Selbstversorger". 8o


    Thea, Du glaubst gar nicht, wie gut ich Dich verstehe. Sehr schön finde ich es, dass Du die Besuche zusammen mit Deinem Bruder machst.

    Es hat Eurem Verhältnis nicht geschadet, entnehme ich daraus?

    Ich hoffe es jedenfalls sehr, man teilt in gewisser Weise die Sorge ein bisschen.


    Als Einzelkind betrachte ich Euch alle hier als "Geschwister im Geiste".


    Habt einen schönen Sonntag!

    Liebe Grüße vonner Pause

    Das Hauptproblem in der Rückkehr ins eigene Haus sehe ich in der Entfernung, in der Du dann wieder lebst, Sabine67.


    Bei mir ist es ja umgekehrt, meine Mutter dement, mein Vater betreut sie. Das Haus, in dem sie leben, haben sie gebaut. Meine Mutter die Pläne gemacht, in jeder Mittagspause ist sie zum Bau gefahren und kontrolliert, ob alles nach ihren Wünschen ausgeführt wurde.

    Das ist jetzt 50 Jahre her, aber ich kann mich gut erinnern, wie sie ausgeflippt ist als der Fliesenleger die Badezimmerkacheln verlegt hat.


    Sie hatte grüne Fliesen bestellt, davon ein Teil mit Bäumen (man stelle sich das ganze in 70er Jahre-Grün vor). Dein Vater, Sabine, würde sich mit Grausen abwenden.


    Jedenfalls hatte der Arbeiter mit einem Paket Fliesen angefangen und die ganzen Bäume begonnen aufzukleben.

    Er musste alles abreißen, meine Mutter machte auf Millimeter-Papier einen Plan, wie die Bäume auf den Wänden zu verteilen sind.


    Ich will nur verdeutlichen, auch meine Mutter hängt mit Herzblut an ihrem Haus, noch dazu ist sie Flüchtlingskind.


    Mein Vater will jetzt das Haus umbauen, damit eine "Polin" einziehen kann.

    Ich sehe das kritisch, aber er ist fest entschlossen. Soll er machen. Er hat dann ein Projekt, das ihm Freude macht und ablenkt.


    So lange mein Vater da ist, mag das mit der 24 Stunden Betreuung funktionieren.

    Aber die Polin allein mit meiner Mutter und ich 150 km entfernt, da sehe ich schwarz.


    Im Bekanntenkreis habe ich mitbekommen, wie viel die Angehörigen da noch "mitarbeiten" müssen.

    Der Pflegebedarf wird ja immer höher und die 24 Stundenkraft darf nur 8 Std arbeiten.

    Hallo Sabine67,


    das ist ja eine etwas verfahrene Kiste, in der Ihr da steckt. Ich wünsche Dir, dass Du da eine gute Lösung finden wirst.


    Bisher hast Du das auch gut gemeistert, wie ich finde.


    Wenn ich das richtig verstanden habe, bemühst Du Dich jetzt in erster Linie darum Deinen Vater wieder zu Hause in seiner Ehewohnung pflegen zu lassen bis eine Wohnung im Haus frei wird, die dann von Deinem Vater allein (mit Hilfe von Pflegedienst und/oder 24-Stundenkraft) bezogen wird?


    Ich kann mir nicht vorstellen, dass das klappen wird, wenn Deine Mutter nicht endlich ihre Blockade-Haltung aufgibt.

    Ich hab Angst, dass Du Dich da zwischen den Fronten aufreiben könntest.


    Ist denn die WG oder Wohngruppen-Lösung ganz vom Tisch?


    Ich habe mich mit dieser Variante nie näher beschäftigt, weil ich meine Mutter (sie wird in der Hauptsache vom meinem Vater betreut) eher im Heim gut aufgehoben sah, falls mein Vater die Betreuung nicht mehr leisten kann.


    Auf einer Fachtagung vorgestern lernte ich das Konzept "Wohngruppe" erst näher kennen.


    Das beste ist, dass ich vor einigen Monaten bereits Kontakt mit genau der Firma, die sich bei der Tagung vorstellte, aufgenommen hatte. Sie hat ihren Hauptsitz in der Stadt meiner Eltern.

    Ich werde sie nächste Woche noch einmal aufsuchen und mich beraten lassen. Sie haben auch noch andere Möglichkeiten in der ambulanten Betreuung als unser "normaler" Pflegedienst.

    So wie ich unseren Notar damals verstanden habe, gilt die Vorsorgevollmacht "einfach so".

    Also der zur Vorsorge benannte, kann die Vollmacht zücken und der zu Betreuende muss dann dagegen vorgehen, wenn er der Meinung ist keine Betreuung zu benötigen.


    Kommt vielleicht auf die Ausgestaltung der Vorsorgevollmacht an. Ich bin gerade dabei das zu klären, weil ich gar nicht weiß, was man da machen muss, damit die Vollmacht in Kraft tritt.

    schwarzerkater, Dein Post könnte eins zu eins von mir sein.

    Kleiner Tipp (falls nicht sowieso schon beherzigt):

    Lass Dir Deine Blutwerte bitte immer in Kopie geben. Was ich da in 30 Jahren Hashimoto-Karriere schon erlebt habe, geht auf keine Kuhhaut.

    Da wurde ein TSH von 20 fröhlich durchgewunken oder aber Werte, die ich erbeten ( und selbst bezahlt! habe) gar nicht erhoben.


    Das Gros der Ärzteschaft hat mir aber gut geholfen, ich will kein Ärzte-Bashing betreiben.


    Einen schönen Tag in die Runde wünsche ich.

    Liebe Valentina, die Schutzschicht hab ich mir wegen mehrerer Familiendramen (die Demenz meiner Mutter war eins davon) ebenfalls angefressen. Und selbst Hungern oder Sport ändert daran keinen Millimeter. Ich verstehe also dich sowie andere Betroffene sehr gut.

    Das stell ich mir ganz furchtbar vor, wenn sich gar nichts tut. Bei Valentina hilft ja der Sport.


    Hast Du Dich mal untersuchen lassen? Schilddrüse ok?

    Vorweg: So habe ich es auch gemacht. Ich habe den Zuzug meiner Eltern nur mit viel Eiscreme, tonnenweise Kuchen und Kiloweise gezuckerten Erdbeeren ertragen.

    Ich habe mir dadurch eine "gute" Schutzschicht angefressen.

    Ja, die blöde Schutzschicht. Ich habe meine lange vor den Problemen mit meiner Mutter angefuttert. Jojo ist mein 2. Vorname.


    Letztes Jahr hatte ich mal eine kurze Zeit, da schmolz das Fett wie von Zauberhand. Und in diesem Jahr wieder alles auf Anfang. Von 14 Kilos sind 7 wieder drauf. Ich will den Umschwung wieder schaffen.


    Bei mir klappt es mit dem Essen. Intervallfasten und auf die Kohlenhydrate muss ich achten.


    Sport mache ich keinen, will aber mit Nordic Walking wieder anfangen. Und zur hiesigen Physio in deren Folterwerkstatt (Fitnessstudio)

    Außerdem habe ich noch meinen Garten, der ein bisschen "Frühsport" abverlangt.

    Das ist gut! Mir hat es sehr weiter geholfen, mal raus aus allem und mit Abstand betrachten

    Ich wollte früher nie raus aus allem und dachte immer, das schaffste schon. Besser im Alltag gegenarbeiten um zu lernen in der jeweiligen Situation richtig zu agieren.


    Ich saß auf dem hohen Ross und sah meine Meinung als die richtige an. Tja, das Leben spielt anders.

    Und jetzt kann ich es gar nicht abwarten.

    Ja ecia25, der erste Schritt halt. Ich muss das Büchlein mal an "prominenter" Stelle positionieren. Liegt jetzt auf dem Nachtisch, bin aber abends zu müde und morgens muss ich raus aus dem Bett und dann ist es auch schon wieder aus dem Sinn.


    Was ich schon mal mache, ist mir Unliebsames von der Seele zu schreiben. Das hilft mir gegen ewiges Kreiseln um das gleiche Problem.

    Ja, Valentina61, die Möglichkeit besteht bei uns auch.

    Wir müssen sowieso zum Notar, da muss ich mich aufklären lassen über das Procedere.


    Ich hab meinen Vater auch drauf hingewiesen, dass er der Versicherung bezüglich der Demenz Bescheid sagen muss. Im schlimmsten Fall können die die Leistung verweigern.




    Liebe Rose60, vielen Dank für Deine Zeilen.


    Deine Anregungen sind sehr interessant, wiewohl ich bei dem Begriff "Genusstraining" erstmal herzlich lachen musste.

    Bei mir ist der in erster Linie mit Essen verbunden. Geht es mir nicht gut, habe ich Stress, Frust, usw. ist der Griff zum Futter nicht weit. Wahllos kann ich dann in mich reinschlingen.


    Ich bin sehr interessiert an dem Lesestoff über Botenstoffe im Gehirn und Immunsystem. Wenn Du mir was empfehlen kannst, gerne immer her damit.


    In Diätgruppen ist ist das auch immer eine gern hergenommene Empfehlung: belohne

    dich mit etwas Schönem, einem neuen Kleid, ein Ausflug und anderes.

    Anscheinend schafft es nichts da zu mir vorzudringen.


    So ein Tagebuch habe ich mir übrigens gerade angeschafft, das 6 Minuten Tagebuch. Es gibt auch eine Homepage und Podcast dazu.

    Ich müsste es nur auch anfangen. Ich habe mir schöne Tinte gekauft. Nur die Muße, die 3 Minuten und abends aufzubringen, hatte ich noch nicht.

    Ich weiß noch nicht, warum ich mich da immer innerlich sabotiere.


    Ist ein Punkt, den ich bei meiner nächsten Sitzung ansprechen kann.


    Welches Buch zu Depression hast Du gelesen?