Beiträge von Buchenberg

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    Selbst wenn ich die Vollmacht bekomme, weiß ich nicht, ob so ein Umpflanzen das Richtige ist. Der Besuch von Freunden ist ja auch schön und wichtig. Im Moment versuche ich es so gut es geht, auszuhalten und bei wöchentlichen Besuchen und telefonisch so viel wie möglich zu regeln.

    Ich gehe davon aus, dass deine Mutter den Finger am ehelichen Geldbeutel hat. Was hilft dir eine Vollmacht für deinen Vater, wenn du keine Bankvollmacht für das Konto deiner Eltern hast? Du kannst doch das Heim für deinen Vater nicht finanzieren.
    Ich denke, deine Zeit und deine Nerven sind hilfreich investiert, wenn du deinen Vater so viel wie möglich besuchst und ihn in praktischen Dingen unterstützt.
    Ich denke, du nimmst dir zu viel vor, wenn du ohne Zustimmung der Mutter über den Aufenthalt deines Vaters bestimmen willst.
    Liebe Grüße!
    Buchenberg

    Danke, Rose, für deinen lieben Zuspruch!

    Meine Frau und ich gewinnen gerade das Gefühl zurück, dass wir wieder selbst und nicht eine alte, kranke Person über unser Leben bestimmt.
    Wenn wir über ihren Vater sprechen - sein Foto hängt groß und in Farbe über meinem Schreibtisch - , kommen meiner Frau immer noch die Tränen.
    Schwiegermutter mag auch über den Tod ihres Mannes trauern, aber vielleicht so, wie Leute den Verlust einer schicken, teuren Bekleidung bedauern. Sie hatte sehr schnell nach einem Ersatz gesucht und begonnen, einen Heimnachbarn zu betütteln.

    Buchenberg

    Nach dem Tod ihres Mannes und ihren beiden Stürzen hat Schwiegermutter sehr abgebaut. Sie isst und trinkt wenig und kann/will nicht laufen. Auch ihre Einstellung hat sich radikal geändert. Sie zeigt Anzeichen von selbstkritischer Reflexion („Ich muss im Leben alles falsch gemacht haben, dass ich hier gelandet bin!“) und ist (nur in Gegenwart ihrer Tochter?) nett zu den Pflegerinnen, sie begrüßt sie freundlich und bedankt sich für deren Hilfe und Unterstützung.


    Meine Frau meint, es ginge jetzt mit ihrer Mutter zu Ende. Ich meine, dass Schwiegermutter (endlich!) in ihrer Krankheit und in ihrem Alter angekommen ist. Weil die Ankunft so spät kam, kam sie für sie heftig, aber es ist noch nicht das Ende. Ich glaube, wenn draußen die Sonne wieder scheint, dass dann auch ihre Lebensgeister wieder geweckt werden. Wir werden sehen.

    Buchenberg

    Ja ich weiß. Aber kann so etwas einen neuen Schub mit Wahnvorstellungen und Suizid Gedanken auslösen? Ich habe echt Angst um ihn.

    Liebe Sabine,

    du kannst Gedanken an Suizid nicht verhindern. Für dich ist die Situation dramatisch und einmalig, für den Richter und für das Heim ist es Routine. Du solltest aber auch das Vertrauen haben, dass die Pflegerinnen (und im Hintergrund der Richter) aktiv werden, wenn sich die Situation zuspitzt.

    Ich bin wirklich sehr besorgt, weil mein Vater in einem psychischen Ausnahmezustand schon mal ernsthafte Suizidgedanken geäußert hat. Und ich möchte verhindern, dass er wieder an den Punkt kommt... ihn einfach mitzunehmen zu mir, das traue ich mich nicht. Das wäre wahrscheinlich auch sehr unklug. Das Hotel für Demenzerkrankte ist im Moment leider ausgebucht. Was kann ich tun?


    Weiterhin ratlos.

    Sabine

    Liebe Sabine,

    du allein kannst nichts Grundsätzliches ausrichten.

    Du hast richterliche Hilfe angefordert, das war ein wichtiger und guter Schritt - und der Richter hat ja dir gegenüber positiv reagiert, aber die Lage weniger kritisch gesehen als du. Du hast die Sache in Gang gebracht, aber über die Geschwindigkeit bestimmen andere.

    Dir bleibt nichts, als abzuwarten. Von dir ist Geduld gefragt und von deinem Vater ist Geduld gefragt.

    Buchenberg

    Hallo Mechthild,

    meine Frau hatte die 10 Tage in Anspruch genommen, um den Umzug der Eltern ins Heim zu organisieren. Sie brauchte von ihrer Firma eine Entgeltbescheinigung, dann wurde von der Pflegekasse der Lohnausfall (zu 90%) erstattet. Die Firma war mit der Begründung sofort zufrieden. Die Pflegekasse wollte noch nähere Auskunft und hat die Zahlung erst akzeptiert, als wir erklärten, dass der Umzug ins Heim eine Verbesserung der Pflegesituation zur Folge hat.

    Buchenberg

    Eine Frage habe ich noch:

    Was machen die Mitarbeiter im Heim, wenn sie sich weigert dort zu bleiben?

    Ich hab da mit meiner Mutti damals schlechte Erfahrungen gemacht, die holten die Polizei und dann ging es in die Psychatrie, wo sie innerhalb von 3 Tagen durch falsche Behandlung bettlägerig wurde. ...

    Zum Glück haben die super Pfleger im Heim sie wieder auf die Beine gebracht.

    Liebe Grüße Elfriede

    Liebe Elfriede,

    Ein Pflegeheim muss halt den Willen der Pflegebedürftigen respektieren - es sei denn du oder dein Mann haben eine Vollmacht, die auch die Entscheidung über den Wohnort der Pflegebedürftigen einschließt. Diese Vollmacht ist für den dauerhaften Aufenthalt im Heim stärker als der Wille der Kranken.


    Letzter Ausweg (bei Risiko-Verhalten) ist die Polizei und dann (nach Prüfung der Umstände) ein richterlicher Beschluss mit Einweisung in die Psychiatrie.
    Mit der Gerontopsychiatrie gibt es hier im Forum nicht nur schlechte Erfahrungen - vor allem, wenn dieser Schritt nicht überstürzt erfolgt ist.

    Beste Grüße
    Buchenberg

    Liebe Elfriede,

    die Erfahrungen mit den Demenzkranken hier im Forum zeigen, dass es kontraproduktiv ist, wenn Demenzkranke auf eine einzige Pflegekraft fixiert sind. Die Fixierung auf eine einzige Pflegeperson führt in eine Sackgasse, die notwendig in einem großen Loch endet, wo der/die Pflegende völlig überfordert und die Pflege für die kranke Person nicht mehr gewährleistet ist.


    Was dein Mann tut, ist also weder gut für die kranke Mutter noch für ihn. Ihre gegenseitige Abhängigkeit muss sich auch sehr negativ auf dich auswirken.


    Die Chinesen sagen: Eine drei Zoll dicke Eisschicht wächst nicht an einem einzigen Tag. Und die Abhängigkeit deines Mannes von seiner Mutter wird - wie die Abhängigkeit der Mutter von diesem Sohn - auch nicht an einem einzigen Tag entstanden sein.


    Buchenberg

    Dieses Wochenende besucht meine Frau eine Schulfreundin in Köln.

    Mein Rat war, wenn sie von Jecken angesprochen wird, dass sie dann mit integrativer Validation reagiert.

    Hallo Ylva,

    vielfache Erfahrungen hier im Forum zeigen, dass eine abhängige (oder soll ich sagen: unterwürfige?) Tochter auf ihre dominante Mutter in Krisenzeiten so gut wie keinen Einfluss nehmen kann.


    Ich denke, du hast zwei Optionen:

    a) selber auf Abstand gehen und "Autoritätspersonen" mit deiner Mutter verhandeln lassen - andere Familienmitglieder, vom Gericht bestellter Vormund, Nachbarinnen, Ärztinnen, professionelle Pflegerinnen, Polizei, erfahrene Haushaltshilfen etc. oder
    b) auf Abstand gehen und deine Mutter vor die Hunde gehen lassen.


    Keine Option ist: c) du gibst deiner Mutter nach, übernimmst ihre Pflege und gehst selber vor die Hunde.


    Entschuldige bitte, dass ich mich so rabiat äußere, aber ich habe wirkliche Sympathie und Mitleid mit dir.

    Buchenberg

    Ins Heim möchte Sie nicht, jetzt haben wir einen Platz in einem schönen Heim gefunden und keine Ahnung, wie wir ihr das schmackhaft machen können. Hat vielleicht jemand einen Tipp?

    Liebe Grüße

    Hallo Elfriede,

    in meiner Kindheit bekam ich von meiner Mutter noch Lebertran. Kann man Lebertran schmackhaft machen? Ich denke nicht.


    Meine Schwiegereltern (beide dement) haben wir letzten September in ein Pflegeheim gebracht. Wir haben das so gemacht:

    1) Meine Frau und ich haben gesagt, wir hätten eine Urlaubsreise gebucht. Deshalb müssten die beiden in dieser Zeit in Kurzzeitpflege. Das Heim hatte tatsächlich zunächst Kurzzeitpflege angesetzt, das wird von der Pflegekasse finanziert. Die Dauer hängt vom Pflegegrad ab (8 Tage oder länger).


    2) Eine Woche vorher haben wir die beiden auf einen Ausflug mitgenommen – im Cafe des Heims Kaffee getrunken und Kuchen gegessen und haben dann ihr künftiges Zimmer besichtigt. Einziger Kommentar der Schwiegermutter: „Aber ein Schwimmbad gibt es nicht!“


    3) In der folgenden Woche haben wir heimlich Kleidung, Hygieneartikel und ihre Medizin für zwei Wochen Aufenthalt gepackt und einen Tag vor dem Umzug ins Heim gebracht.


    4) An dem entscheidenden Tag sind wir wieder zu einem Ausflug aufgebrochen, ohne Gepäck, nur mit Handtasche.


    Schwiegervater saß im Rollstuhl. Falls Schwiegermutter eine Szene gemacht hätte, hätten wir Schwiegervater erst mal ohne sie ins Heim gebracht.

    Am Niederrhein heißt es: Wat mutt, dat mutt.

    Alle restlichen Sachen (Möbel, Kleidung etc.) haben wir dann in den nächsten Tagen peu a peu ins Heim gebracht.

    Schwiegermutter hatte ihren Ehemann bei sich und sie bekam 24-Stunden-Betreuung, das war für sie das Wichtigste.

    Mit allem anderen hat sie sich abgefunden.

    Buchenberg

    Hallo mirror-man,

    willkommen hier im Demenzforum. Hier haben schon viele das durchgemacht, was du gerade durchmachst, aber niemand will wohl mit dir tauschen. Die Krankheit Demenz macht einen fertig: Die Patientinnen, aber noch mehr die Angehörigen.


    Was wäre denn, wenn deine Mutter zum Beispiel an Krebs erkrankt wäre?
    Würdest du dann auf ärztliche Behandlung und professionelle Pflege verzichten, nur weil das deine Mutter verlangt?
    Deine Mutter kann ihre Situation nicht einschätzen. Du tust ihr keinen Gefallen, wenn du dich in so einer wichtigen Frage nach ihrem kranken Willen richtest.


    Sie macht zu Hause Terror, sie macht im Heim Terror. Aber die Heimpflegerinnen können mit dieser Situation viel besser umgehen als du.


    Liebe Grüße!
    Buchenberg

    Liebe Moskito,


    du hast unsere Anteilnahme an deinem Schmerz.


    Nimm dir die Zeit, um mit deiner Mutter Frieden zu schließen – aber auch mit dem Heimpersonal.


    Ich glaube, nur wenige Menschen sind wirklich böse.

    Wer seiner Familie und anderen Menschen das Leben schwer macht, tut das meist aus Dummheit, Unfähigkeit und Unzufriedenheit. Solche Menschen kennen keine Zufriedenheit und kein Glück. Es kostet mehr Kraft böse zu sein als gut.

    Buchenberg und Frau

    Hallo Coco,


    das Problem, das du schilderst, lässt sich nicht durch (zusätzliche) Pflegekräfte beseitigen.


    Bei meinen dementen Schwiegereltern kamen zweimal am Tag Pflegekräfte plus zweimal die Woche Physiotherapeuten plus zweimal die Woche eine Aushilfskraft plus einmal die Woche eine Psychotherapeutin. Und natürlich hatten meine Frau und ich auch noch ein wöchentliches „Bespaßungsprogramm“ für die beiden. Trotzdem ließ uns Schwiegermutter keine Ruhe und wollte uns nicht einmal abends weglassen, wenn sie beide schon im Bett lagen, und drohte dann mit Polizei und allem Möglichen. Wir mussten uns wie ungezogene Kinder nachts aus dem Haus schleichen, immer in der Sorge, dass irgendwas in unserer Abwesenheit passiert ist.

    Das war der Punkt, wo für mich die Pflege zweiter Demenzkranker bei uns zu Hause unerträglich geworden ist. (Für meine Frau standen andere Probleme mit ihrer Mutter mehr im Vordergrund.)

    Und ich habe meiner Frau immer deutlich gemacht, dass wir beide GEMEINSAME GRENZEN gegenüber ihren Eltern ziehen müssen. Ich habe es nicht akzeptiert, wenn meine Frau von der Arbeit kam und dann direkt zu den Eltern ging – ohne erst Zeit mit mir zu verbringen. Zu unserem beider Glück hatte meine Frau das mindestens im Prinzip akzeptiert, auch wenn ihr die GEMEINSAME Grenzziehung schwerer gefallen ist als mir.


    Buchenberg und Frau

    Wir haben für Schwiegervater auf eigene Kosten ein gebrauchtes Krankenhausbett online gekauft (500.-), weil das Bett, das die KK zur Verfügung gestellt hätte (mit vier Wochen Lieferzeit!), kein abnehmbares/klappbares Seitengitter hatte.

    Das Seitengitter schien uns nötig, weil Schwiegermutter zweimal nachts aus dem Bett gefallen ist, einmal mit Bruch ihres Wangenknochens.

    Hallo Sabine,

    noch ein Aspekt, der bisher noch nicht angesprochen wurde: Deine Mutter zahlt für den Unterhalt deines Vaters aus ihrem ehelichen Gemeinschaftskonto. Und in unserer Gesellschaft gilt als eisernes Gesetz: Wer zahlt, der bestimmt.

    Eine Heim- oder WG-Unterbringung ist letztlich eine Zahlfrage. Auch wenn du es schaffst deiner Mutter einen "Kontrollbetreuer" aufzuzwingen, was eigentlich nur geht, wenn du ihr grobe Vernachlässigung nachweisen könntest, wird sie nie und niemals ihre Finanzhoheit über sich und ihren Mann aufgeben.


    Entweder du gewinnst die Mutter für deine Pläne oder du erreichst nichts und reibst dich unnötig auf.

    Buchenberg

    Erste Entwarnung. Die Ärzte sind jetzt der Meinung, dass der sichtbare Knochenschaden älter ist, und nicht erst heute verursacht. Schwiegermutter wird ins Pflegeheim zurückgebracht und bekommt nur Schmerzmittel.
    Nochmals Danke fürs Mitleiden!
    Buchenberg und Frau

    Danke Euch für den Zuspruch. Wohin es geht, ist medizinisch vorgegeben. Es gibt bei Demenzkranken kaum eine Alternative zur OP (Fixierung des Bruchs) und die OP muss möglichst zeitnah sein (24 Stunden).
    Positiv ist, dass Schwiegermutters Herz stabil ist.
    Im Moment mache ich mir um sie weniger Sorgen als um meine Frau. Sie hatte gerade heute die erste Nacht seit Anfang Dezember wieder durchgeschlafen.