Beiträge von SunnyBee

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    Hallo Sabine67

    Die Therapeutin hat mich gefragt, ob ich eigene Ziele hätte in Bezug auf meine Mutter bzw. unsere Beziehung. Kurz musste ich nachdenken und habe dann doch sehr schnell gewusst, nein, Ziele habe ich da nicht. Sollte sie Hilfe brauchen, wird ihr ein rechtlicher Betreuer zur Seite stehen. Es klingt hart. Aber ich werde nur noch bereit sein, ihre Beerdigung zu organisieren, wenn es soweit ist. Mehr nicht.

    Das finde ich richtig gut, dass Du hier Klarheit für Dich hast und das gedanklich sortiert hast und Dich dabei gut fühlst. Du musst das nicht rechtfertigen, aber ich denke immer, so eine innere Klarheit bringt einen doch einen Riesen-Schritt weiter.

    Ich persönlich bin inzwischen an einem Punkt angelangt, wo ich weiß, dass ich meiner Mutter keine Liebe mehr entgegen bringen kann. Ich kümmere mich, schaue, dass es ihr gut geht und bin ansprechbar. Mehr kann ich nicht mehr geben. Und damit geht's mir gut.

    Zum Thema "Weit weg ..." - ich bin um die halbe Welt gezogen, für ganze 10 Jahre und es hat nicht gereicht ... ich musste erst lernen, mich emotional zu distanzieren, dann war ich auf dem richtigen Weg.

    Liebe Grüße, SunnyBee

    Hallo Sabine67

    wie schön, dass Du Dir eine Auszeit verordnet hast, das ist doch mal ordentliche Selbstfürsorge ... und lass' erst gar kein schlechtes Gewissen aufkommen, Du hast es gebraucht um wieder Kraft zu schöpfen.

    Erst da habe ich so richtig gemerkt, wie total erschöpft ich bin.

    Ja, die Erschöpfung merkt man oft erst (lange) hinterher, weil man über einen langen Zeitraum einfach "funktionieren" musste. Wenn man einen Teil der Verantwortung abgeben darf/kann, schleicht sich die Erschöpfung an ...

    Vielleicht ist es tatsächlich besser, wenn ich etwas weniger oft in der WG bin.

    Das ist gut möglich, und wird - so glaube ich - auch von Seiten der Pflegekräfte empfohlen. Vielleicht muss Dein Vater Dich erst ein bisschen loslassen, bevor er ankommen kann.

    Ihr scheint aber auf einem sehr guten Weg zu sein!

    Alles Gute, SunnyBee

    Liebe Rose60

    Noch etwas zu dem immer wieder gern genommenen Satz vom Recht auf Verwahrlosung:


    Es gibt nicht (mehr) viele Sätze, die mich in Zorn versetzen, aber das ist einer davon.

    Danke, dass Du das so ausgesprochen hast - ging mir immer so ähnlich. Ich empfinde den Satz deshalb als zynisch weil er den - oft verzweifelten - Angehörigen kein Stück weiterhilft.

    Wenn ich meiner Mutter ihren Willen gelassen hätte, hätte sie sich selbst gefährdet, weil sie sich bspw. kein Essen mehr zubereitet hat und ich das aufgrund der großen Entfernung nicht konnte.

    Ich lasse doch mein Kind z.B. nicht auf der Kreuzung spielen, nur weil es das möchte. Das Kind weiß (noch) nicht um die Gefahr, ich aber schon. Und meine Mutter hat sich in gewisser Weise eben auf den Stand eines Kindes zurück entwickelt ...

    Liebe Grüße, SunnyBee

    Hallo Sabine67


    aus Deinen Zeilen kann man die Erschöpfung lesen ...

    Es ist schwer aus der Entfernung etwas Hilfreiches anzubieten, aber einen Gedanken wollte ich doch gerne mit Dir teilen (ob er hilfreich ist, weiß ich allerdings nicht ...).

    Ist es im Bereich des Möglichen, dass die depressive Verstimmung Deines Vaters mit der Umgebung eigentlich gar nichts zu tun hat? Ich meine, wenn er "zuhause" bei Deiner Mutter wäre, wäre er vermutlich auch depressiv. In dem ersten Heim war er depressiv - klar, war ja auch nicht so schön dort. Und jetzt ist er es auch in der tollen Demenz-WG ... es es möglich, dass es jede "Veränderung" an sich ist, die ihm zusetzt?

    Du bist ja eine Konstante in seinem Leben und er scheint sehr auf Dich fixiert zu sein. Aber es ist anstrengend und kostet Kraft.

    Ich denke, viele hier werden mir zustimmen, wenn ich sage: das Ankommen dauert, es dauert manchmal sehr lange ... bei meiner Mutter waren es ca. 2 Jahre, bis sie etwas ruhiger und umgänglicher wurde. Sie beschwert sich heute noch, dass "sie niemanden zum Reden" hat. Wobei sie selbst halt nicht sieht, dass eine Unterhaltung mit ihr aufgrund ihrer Demenz nicht die reinste Wonne ist, sondern eher mühsam und wiederholend. Aber das ist halt eine Frage der Wahrnehmung ...

    Was ich damit sagen will: nimm' Deine Erschöpfung wahr und versuche wieder ein wenig Kraft zu sammeln. Dein Vater wird prima versorgt und ein bisschen Traurigkeit kann ihm zugemutet werden, dafür kannst Du nichts.

    Alles Gute, SunnyBee

    Hallo Katze

    ich kann den Vorrednern nur zustimmen - das plötzliche Auftreten einer Wesensänderung ist für die Angehörigen beängstigend und nur schwer einzuordnen.

    dazu halt dieses Sätze nicht zu Ende bringen.

    Das kenne ich sehr gut von meiner Mutter mit ihrer vaskulären Demenz. Sie beendete nahezu jeden Satz mit " ... und von daher ... " und überließ es dem Gegenüber, zu erahnen, was sie eigentlich sagen wollte ... Aber wie gesagt, das ist vaskuläre Demenz, die eigentlich immer eher schleichend beginnt und es dauert ziemlich lange, bis es einem auffällt. Aber ich denke, Wortfindungsstörungen sollte man immer aufmerksam beobachten.

    Dort war sie wegen ihrer Diabetes in Behandlung.

    Wie ist sie denn aktuell mit ihrem Diabetes eingestellt? Oder sind die Werte dabei, aus dem Ruder zu laufen? Vielleicht kann der ehemalige Hausarzt was dazu sagen? Hatte sie schon mal Unterzuckerungen? Dabei kann es auch zu mentalen Ausfällen kommen ...


    Also, ich schließe mich den anderen an: eine ärztliche Abklärung wäre sicher eine gute Idee. Vielleicht könnt Ihr sie mit einem Trick dazu bewegen, z.B. "die Krankenversicherung besteht auf einem Gesundheitscheck, das ist so vorgeschrieben und muss nachgewiesen werden" oder so ähnlich ... oder jemand anders geht zum Gesundheitscheck und schlägt vor, dass sie mitgeht.

    Ehrlich gesagt, verstehe ich die Reaktion des Hausarztes nicht ganz - klar, man muss sich nicht beleidigen lassen, aber ein Hausverbot ist bei einem psychischen Ausnahmezustand doch auch nicht zielführend ...


    Was mir damals geholfen hat, war, die Auffälligkeiten meiner Mutter zu dokumentieren. Als es z.B. dann soweit war, Pflegegrad etc. zu beantragen, war das hilfreich, weil ich es schon zur Hand hatte - sonst hätte ich in der Aufregung bestimmt viel vergessen. Vorsorgevollmacht war auch sehr hilfreich, ich konnte dann für sie handeln, bzw. auch mit Ärzten sprechen, als sie es nicht mehr konnte, bzw. nicht mehr verstanden hat.


    Dir alles Gute, hier bist Du gut aufgehoben - SunnyBee

    Hallo Alfskjoni

    Ich hatte ja jahrelang kaum Kontakt zu meiner Mutter, erst durch ihren Umzug vor fast 3 Jahren ins Heim hier in der Nähe erfolgte die…Konfrontation…und der Albtraum.

    Hey, das war bei mir genauso ... ich hatte den Kontak zu meiner Mutter und meinem Stiefvater auf ein "Nur-wenn-es-absolut-sein-muss"-Level runtergefahren, weil ich gemerkt haben, wie schlecht es mir geht, wenn ich mich ihnen zu oft aussetze. Bin natürlich trotzdem hingefahren, wenn die Hütte am Brennen war ...

    Nach dem Tod des Stiefvaters und dem Umzug meiner Mutter in ein Heim in meiner Nähe, musste ich erstmal damit klarkommen, dass ich in der Verantwortung bin (ob ich will oder nicht) und mich in gewisser Weise mit ihr auseinandersetzen muss. Das hat gedauert und war nicht schön ...

    Aber neulich gab es so ein Schlüssel-Erlebnis: meine Mutter - aus irgendeinem Grund ... überlegte, was denn wohl mal auf ihrem Grabstein stehen würde. Ich fragte, wie sie denn jetzt da drauf kommt und warum sie das beschäftigt. Sie meinte: "Weil ich keine gute Mutter war". Wow, das hat mich echt aus den Schuhen gehauen ... damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Sollte bei ihr tatsächlich noch ein Funken Einsicht und Reflektion vorhanden sein?

    Liebe Alfi, dass Deine Mutter so gemein zu Dir ist, ist wirklich schade. Es sagt viel über sie als Person und es ist ihr Verlust, nicht Deiner. Du hast Dir ein schönes Leben geschaffen mit lieben, tollen Menschen (und Tieren) um Dich und kannst Dich daran freuen. Verzeih' mir, wenn ich es direkt sage: Deine Mutter steht nicht im Mittelpunkt Deines Lebens, sondern irgendwo am Rand und das ist vermutlich auch gut so.

    Alles Gute, SunnyBee

    Hallo Elbe22

    willkommen in diesem Forum.

    Die Vorredner haben schon viel Nützliches geschrieben, daher nur eine kurze Anmerkung aus meiner eigenen Erfahrung.

    Es gibt keinen Pflegegrad weil meine Oma quasi körperlich sehr fit ist und sie auch anders kann.

    Beim Pflegegrad spielt die körperliche Fitness nur bedingt eine Rolle. Ich glaube, seit 2017 wird Demenz, d.h. die kognitive Beinträchtigung bei der Vergabe eines Pflegegrads berücksichtigt.

    Eine Diagnose ist da natürlich hilfreich, aber meine Mutter hat z.B. inzwischen Pflegegrad 3 (mit Demenz) und ist körperlich eigentlich recht fit. Eine offizielle Diagnose gab es nie, ich habe mir dann einiges aus den medizinischen Unterlagen, die ich im Chaos ihres Hauses gefunden habe, zusammen gereimt. Der medizinische Dienst kam damals zu ihr nach Hause für ein Gespräch und ich hatte vor diesem Termin über die Krankenkasse zusätzlich Informationen (sprich: meine Beobachtungen) an den medizinischen Dienst weiterleiten lassen. Ich habe das deshalb gemacht, weil ich ganz genau wusste, dass meine Mutter die "Fassade" mit aller Macht aufrecht erhalten würde und ich dann hinterher sowieso in der Verantwortung sein würde.

    Zu dem Zeitpunkt hatte ich allerdings bereits eine Vollmacht, das hat auch sehr geholfen.

    Dir alles Gute, liebe Grüße, SunnyBee

    Hallo Alfskjoni

    schade, dass Dein Besuch bei Deiner Mutter so wenig freundlich war, dennoch schön hier von Dir zu hören!

    Und irgendwann geht es dann immer richtig los dass ich „ein harter Brocken wäre“ , ich würde ja eh nur dasitzen, die Gegend/ das Heim (überhaupt Heim), die Angestellten, die Bewohner, das Zimmer, seit neustem auch mein Mann, ich sowieso, alles übelst.

    Zufriedenheit und Glücklich-Sein Deiner Mutter haben - so glaube ich - mit Dir als ihrer Tochter nix mehr zu tun. Egal, was Du jetzt für sie machen würdest, es wäre falsch und sie wäre nicht zufrieden. Vielleicht weiß sie nicht mehr wie "zufrieden" geht ...

    In solchen Situationen, die ich auch mit meiner Mutter erlebe (Du erinnerst Dich: "Schwestern im Geiste ... "), gebe ich mir innerlich immer diesen Rat: "Distanziere Dich emotional. Du hast getan, was in Deiner Macht stand, damit es ihr gut geht, für den Rest bin ich nicht verantwortlich."

    Und wie schön, dass das Leben mit Deinem Mann, den Jungs und den flauschigen Tierchen prima ist!

    Alles Liebe, SunnyBee

    Hallo burggirl

    auch von mir willkommen im Forum.

    Und ich habe festgestellt, dass Telefonate am Nachmittag gar keinen Sinn mehr machen. Da gibt es nur Klagen und Vorwürfe.

    Das habe ich ganz ähnlich erlebt - für mich war die beste Tageszeit für ein Telefonat mit meiner Mutter (seit dreieinhalb Jahren im Pflegeheim) am frühen Abend, wenn sie nach dem Abendessen wieder auf ihrem Zimmer war. Komischerweise war sie um diese Zeit am umgänglichsten, während zu anderen Zeiten Klagen, Jammern und Schimpfen an der Tagesordnung war.

    Und so habe ich meine Telefonate halt auf diese Tageszeit gelegt ...

    Wenn immer und immer wieder diesselben Fragen kommen, ist inzwischen meine Strategie, dass ich mir eine Art "Standardantwort" zurechtgelegt habe, von der ich weiß, dass sie meine Mutter beruhigt. Z.B. fragt sie immer wieder nach "ihrem" Haus (wurde vor zweieinhalb Jahren verkauft) und fragt mich, was wir denn damit machen sollen. Meine Antwort ist dann immer: "Naja, ich wäre fürs Verkaufen, aber Du hast ja hier ein schönes Plätzchen und kannst in aller Ruhe darüber nachdenken und sagst mir dann einfach Bescheid, wenn Du Dich entschieden hast." Das entspannt die Situation eigentlich immer - jedenfalls bis zum nächsten Mal ... aber die standardisierte Antwort nimmt für mich den Stress raus, jedesmal neu auf die Frage reagieren zu müssen.

    Liebe Grüße, SunnyBee

    Hallo Albatross

    Ich fand die entsprechenden User (also die mit den unschönen Beiträgen!!) auch ein wenig fehlgeleitet in dem Sinne, was sie hier von den Anderen im Forum erwarten können.

    Da sagst Du was ganz Wichtiges und sprichst etwas aus, was bestimmt viele denken, bzw. gedacht haben.

    Ich habe schon bei manchen Beiträgen gedacht, es wäre vielleicht eine gute Idee, die eigenen Erwartungen mal zu reflektieren und ggf. zu managen oder anzupassen, so im Sinne von "Was erhoffe ich mir in diesem Forum?".

    Ich persönlich genieße den Austausch mit "Gleich-Betroffenen" und dass dies ein Ort ist, an dem ich meinen Frust und meine Unzufriedenheit auch mal lassen kann und dafür nicht verurteilt werde - bin ja auch nur ein Mensch.

    Auch die unterschiedlichsten Erfahrungen und Perspektiven den Foren-Schreiber haben mir schon sehr geholfen. Letztendlich und am Ende des Tages muss ich aber Entscheidungen, die meine demente Mutter betreffen, alleine (mit meinem Bruder, aber der lässt mich machen ...) treffen. Aber mit der Hilfe der Foren-Teilnehmer, fühle ich mich in den meisten Situationen bestärkt und bestätigt und das tut gut.

    Aber wer nur mit Meinungen um sich haut, ist hier - glaube ich zumindest - falsch.

    Liebe Grüße, SunnyBee

    Hallo Sabine67

    auch ich wünsche Dir von ganzem Herzen, dass die Demenz-WG die Lösung ist. Wie die Vorredner schon angedeutet haben, wird es vermutlich nie die "perfekte" Lösung geben und ich denke auch immer, dass ein bisschen Flexibilität das Leben entspannter macht.

    Nicht so ganz das WG Leben mit abendlicher Geselligkeit, wie es für meinen Vater schön wäre.

    Vielleicht lässt sich ja zur Unterhaltung Deines Vaters zusätzlich noch ein externes Angebot realisieren? Ich denke da an ehrenamtlichen Besuchsdienst, Nachbarschaftshilfe oder etwas ähnliches ...

    Jedenfalls sind die Daumen gedrückt - alles Gute, SunnyBee

    Hallo Buchenberg, Hallo Thea


    Danke für Eure Hinweise!

    vielleicht hilft dir das weiter "Weißfleckenkrankheit"?

    Könnte sein ... ich hab's mal gegoogelt. Tritt anscheinend überwiegend bei jüngeren Menschen auf, kann aber theoretisch in jedem Alter auftreten. Scheint aber nix Schlimmes zu sein.

    es können auch helle Pigmentflecken

    Auch möglich - aber auch nix Bedrohliches.


    Ich denke, ich werde es bei Gelegenheit mal beim Pflegediesnt ansprechen. Soweit ich weiß, kommt eine Hautärztin ins Pflegeheim, vielleicht kann sie sich das mal anschauen.

    War nur neugierig.

    Nochmals danke!

    LG, SunnyBee

    Hallo PausE

    nur auf die Schnelle ein Gedanke ...

    Könnte eine Einweisung in die Gerontopsychiatrie nicht auch über einen Notarzt laufen? Ich meine, wenn Deine Mutter randaliert und handgreiflich wird, ist das doch Fremd- und Eigengefährdung, oder?

    Und wenn die Polizeit schon (öfter?) da war, dann sind die Einsätze ja auch protokolliert?

    Du hast mein Mitgefühl für diese schwierige Situation, alles Gute für Dich!

    LG, SunnyBee

    Hallo zusammen,

    nachdem hier wieder etwas Ruhe eingekehrt ist, hätte ich da mal eine Frage:

    Mir ist aufgefallen, dass sich bei meiner Mutter die "Gesichtsfarbe" verändert hat - ich weiß nicht so recht, wie ich es beschreiben soll ... Also, sie war früher immer eher ein "südländischer" Typ, also fast schwarze Haare, etwas dunklerer Hautton, etc. ... Jedenfalls hat sie seit einiger Zeit "weiße" Flecken im Gesicht, es fing um den Mund herum an und breitete sich aus. Zuerst dachte ich, na gut, sie kommt ja nicht mehr so viel raus und kriegt deshalb nicht mehr so viel Sonne ab, aber irgendwie sieht es komisch aus und die Gesichtsfarbe insgesamt ist sehr weiß ...

    Kennt das jemand? Wie darf ich das einordnen?

    Ansonsten geht es ihr (84 J.) körperlich gut - wie bereits an anderer Stelle erwähnt, nimmt sie weniger Tabletten als ich ;) - und ist grantig wie eh und je. Es gelingt mir momentan gut, mich (innerlich) zu distanzieren, ehrlich gesagt bin ich zu erschöpft für etwas anderes.

    Allen einen guten Tag!

    LG, SunnyBee

    Hallo Linchen,

    ich hab's grad noch mal nachgeschaut: ich habe eine notariell beglaubigte Vollmacht für meine Mutter, da steht drin ... "Bevollmächtigte ist ....zu meiner Vertretung befugt: Bei der Aufenthaltsbestimmung, vor allem bei der Entscheidung über die Aufnahme in ein Krankenhaus oder eine Pflegeeinrichtung." Mit diese Vollmacht habe ich - GottseiDank - viel in die Wege leiten können. Vieles davon hat meiner Mutter nicht gepasst und ich musste dann ihre Wut und ihren Zorn aushalten. Aber ich weiß, dass ich es zu ihrem Besten getan habe.

    Ich bin schon Ende 20. Ich stehe jetzt schon in der gesicherten Altersarmut, wenn ich nicht endlich arbeiten gehe.

    Dann geh' unbedingt in Dein Arbeitsleben und bau' Dir eine Zukunft auf. Ich bin der Meinung, dass wir nicht den vorhergehenden Generationen verpflichtet sind, sondern den zukünftigen.

    Der Großvater droht aber damit, sobald man ihn ins Heim geben will, dass er sein Haus verkauft.

    Falls er in ein Pflegeheim kommt (weil er muss), muss das Haus vielleicht eh verkauft werden, um die Kosten des Pflegeheims zu finanzieren. Falls er Euch mit der Drohung abstrafen will ... das könnte nach hinten losgehen.


    Es gibt ja auch noch die Möglichkeit, beim Amtsgericht eine gesetzliche Betreuung anzuregen, dazu kann Dich ein Pflegestützpunkt oder der sozialpsychiatrische Dienst bestimmt auch beraten. Für manche ist das eine Lösung, wenn die familiäre Situation hoffnungslos festgefahren ist.


    Alles Gute, SunnyBee

    Hallo Linchen

    erstmal herzlich willkommen in diesem Forum. Aus Deinem Beitrag lese ich Verzweiflung und Ratlosigkeit - vielleicht können wir das Ganze mal ein wenig sortieren.

    Zunächst mal: Du bist ein junger Mensch, der noch in Ausbildung ist und am Beginn eines Berufslebens steht. Es ist wichtig, dass Du für DICH eine Zukunft aufbaust. Ist Dein Vater auch in die Pflege und Betreuung des Großvaters involviert? Ich frage deshalb, weil ich ihn da definitiv auch in der Verantwortung sehe - ehrlich gesagt, mehr als Dich.

    Dauerargument: Nimm doch Rücksicht auf den Opa.

    Auch Du und Dein Vater verdienen Rücksicht, das ist keine Einbahnstraße.


    Vielleicht könnten Du und Dein Vater Euch mal zusammensetzen und die Lage besprechen: Gibt es einen Hausarzt für Deinen Großvater? Falls ja, kann er "mit ins Boot" geholt werden? Eventuell mal einen Hausbesuch machen, damit er sich ein Bild vom Zustand des Großvaters machen kann?

    Wichtig wäre eine Diagnose und eventuell ein Pflegegrad, damit man die Leistungen des "Systems" auch nutzen kann. Du hast geschrieben, dass Dein Vater das nicht will, aber vielleicht lässt er sich durch einen Hinweis auf die finanziellen Vorteile umstimmen ... z.B. "es steht dem Großvater zu und man verschenkt ja quasi das Geld" ...

    Ich hatte schon überlegt, ob ich den sozialpsychiatrischen Dienst ins Boot hole, aber ich weiß nicht, ob mein Vater da hinter mir steht.

    Eine Beratung im nächstgelegenen Pflegestützpunkt oder ein Gespräch mit dem sozialpsychiatrischen Dienst ist sicher eine gute Idee, dann weiß man, wo man ungefähr steht, welche Optionen man hat und welche Schritte sinnvoll sind. Diese Beratung kannst Du ja mit oder ohne Deinen Vater machen.

    Gibt es Vollmachten für Dich und/oder Deinen Vater? Das wäre auch wichtig, damit Ihr im Fall der Fälle handeln könnt.

    So wie Du Deinen Großvater beschreibst, ist eine Demenzerkrankung nicht unwahrscheinlich, aber wie gesagt, am besten wäre eine Diagnose - wir sind ja nur Laien hier.

    Jemand hat mal zu mir gesagt: Es ist ein Zeichen von Intelligenz, zu erkennen, wann man Hilfe braucht und sie sich zu holen.

    In diesem Sinne alles Gute, SunnyBee

    Hallo Sabine67

    Ich habe seit Tagen immer wieder schlimmes Herzrasen und kann dann kaum normal laufen. Es geht wieder weg, aber ich bin beunruhigt.

    Sorry, dass ich etwas verspätet antworte, ich musste erst wieder die Stelle suchen, um zu zitieren ...

    Bei plötzlich auftretendem Herzrasen (auch "Herzstolpern") würde ich auch mal in Richtung "Panikattacke" denken. Gerade bei dem psychischen und emotionalen Stress, den Du ja ohne Zweifel in letzter Zeit hattest. Ich hatte das mal eine Weile lang, als wir eine sehr schwierige Zeit mit meinem Sohn hatten. Ich hatte etliche Untersuchungen, bei denen nichts festgestellt werden konnte und mir wurde erst einige Zeit danach klar, dass es sich um Panikattacken gehandelt haben musste. Ich meine: kann bei Dir sein, muss aber natürlich nicht.

    Dein Körper sendet dir also deutliche Signale, dass Du überfordert bist. Du hast ja hier schon viele gute Anregungen bekommen, da kann ich nichts Neues mehr hinzufügen.

    Vielleicht noch ein Gedanke: auch alte Menschen müssen manchmal Veränderungen hinnehmen, weil es nicht anders geht. Letztendlich muss eine Lösung für ALLE lebbar und machbar sein.

    Ich musste meine Mutter 300km von ihrer Heimat entfernt "verpflanzen", aber alles andere wäre Wahnsinn gewesen. Alle Kinder leben weit entfernt, mein Bruder und ich aber immerhin in der gleichen Stadt. Hier sind wir in der Nähe, besuchen sie regelmäßig und schauen, dass es ihr gut geht, haben aber die Möglichkeit uns auch zurückzuziehen, wenn wir es brauchen. Viele Freunde und Nachbarn, mit denen sie in ihrer Heimat Kontakt hatte, sind entweder tot oder selbst pflegebedürftig.

    Ich wünsche Dir Klarheit und gute Gedanken!

    LG, SunnyBee

    Hallo Sabine67

    Das ganze Dilemma einer alternden Gesellschaft wird augenscheinlich auf dem Rücken von Frauen ausgetragen. Sowohl bei den pflegenden Töchtern, Schwiegertöchtern, Ehefrauen als auch den meist weiblichen Pflegekräften.

    Ich bin da ganz bei Dir.

    In unserer Gesellschaft wird Care-Arbeit nicht gleichwertig mit Erwerbsarbeit gesehen und wird nicht als wichtiger Beitrag zum gesellschaftlichen Miteinander anerkannt. Die Pflege und Betreuung (und Erziehung) der ganz Jungen und der ganz Alten haben nicht den Stellenwert und die Wertschätzung, die sie verdienen.

    Hoffentlich ändert sich das!

    LG, SunnyBee

    Hallo Rose60

    Meine Mutter sagte bei meinem Besuch am Sonntag, sie könne keinen Spaziergang (per Rolli) mit mir machen, weil sie gleich zum Arbeiten abgeholt werde. Ich habe gesagt sie habe frei, weil Sonntag ist. Seitdem ich mich auf ihr Level einlasse, müssen wir auch nicht mehr diskutieren und das ist super.

    Ich finde es total wichtig - gerade auch für die Angehörigen - sich nicht immer und immer wieder an den MmD "abzuarbeiten", d.h. sie mit aller Macht von der Realität, den Tatsachen oder sonstwas überzeugen zu wollen. Wozu? Es kostet eine Menge Energie und Kraft, die wir doch für uns selber viel besser einsetzen können.

    Du machst das super!

    Liebe Grüße, SunnyBee