Beiträge von SunnyBee

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    Liebe Nicole2024


    es ist wirklich bewundernswert, wie sehr Du Dich um Deine Mutter kümmerst und ich bin ganz sicher, dass sie das spürt.

    Aber ... beim Lesen Deines Beitrags kam mir spontan der Gedanke, dass Du gerade von den Entwicklungen überwältigt wirst. Du kennst Deine Mutter am besten, würde sie es gutheißen, dass Du Dich so aufopferst und Dein eigenes Leben aufgibst?

    Es ist für mich abschieben und auch auf den ganzen Streß mit dem Sozialamt habe ich Angst.

    Einen Angehörigen in ein Pflegeheim zu geben ist kein Abschieben (ich behaupte mal, jedenfalls in 99,9% der Fälle nicht ...), sondern eine andere Art der Fürsorge.

    Wenn Deine Mutter nun vielleicht in ihrer letzten Lebensphase angelangt ist, wäre es da nicht denkbar, die schwere Arbeit der Pflege und des Versorgens den erfahrenen Fachkräften zu überlassen und die verbleibende Zeit mit ihr entspannt zu verbringen?

    Ich wünsche Dir viel Kraft und alles Gute,

    LG, SunnyBee

    Liebe Alfskjoni

    ich wünsche Dir aufrichtig, dass Du Dich in den "Besuchspausen" erholen kannst und zu Deinem eigenen Leben zurückfindest.

    Sie hat sich ja nicht nur rausgehalten sondern nur auf mir rumgehackt wie ich Drillinge bekommen könnte

    Wow ... mit allem Respekt: wie doof ist das denn? Als ob Du Dir's rausgesucht hättest Drillinge zu bekommen ... und wenn schon: das geht Deine Mutter doch gar nix an. Hat sie sich denn gar nicht über die Enkelkinder gefreut?

    Allerdings: meine Mutter konnte mit ihrem Enkel auch nie viel anfangen, dazu ist sie viel zu Ich-bezogen.

    Bin ich eifersüchtig? Nö, verletzt. Dass immer und immer Fremde vorgezogen werden.

    Ach, das kenn' ich ... für meine Mutter waren Freunde und Nachbarn auch immer extremst wichtig, vor allem, wenn sie ihr gespiegelt haben, wie toll sie ist. Sie hat das gebraucht wie ein Zirkuspferd die Manege ...

    Ich dagegen wollte einfach nur eine Mutter haben, aber das hat sie nicht hingekriegt.

    Ich kann Rose60 nur beipflichten: Du bist nicht für das Glück und die Zufriedenheit Deiner Mutter verantwortlich. Du hast dafür gesorgt, dass sie ein warmes Plätzchen hat, wo sie umsorgt und gepflegt wird und wo sie nicht in Gefahr ist. Das ist schon eine ganze Menge. Alles, was darüber hinausgeht - besonders im Angesicht Eurer Beziehung zueinander - ist ein Bonus.

    Wünsche ein schönes Wochenende in die Runde!

    LG, SunnyBee

    Liebe Alfskjoni

    Wow, da hat es Dich wieder eingeholt ... so etwas Unvorhersehbares versetzt einem einen Hieb.

    Also, ein bisschen sehe ich da das Pflegeheim in der Pflicht, dass sie ein Auge drauf haben, dass Deine Mutter nicht wieder so einen Stunt abzieht ... das hätte auch anders ausgehen können.

    Ich denke auch oft an mein inneres Kind - das kleine Mädchen, das ich mal war. Mein Therapeut hat gesagt, dass mein erwachsenes Ich sich dann dem kindlichen Ich liebevoll zuwendet und kümmert - das ist für ein tröstlicher Gedanke und hilft mir, die Vergangenheit ein kleines Stückchen zu bewältigen. Mein erwachsenes Ich hat schon eine Menge bewältigt und ist heute stark genug, auch schwierige Aufgaben anzugehen.

    Pass' gut auf Dich auf, liebe Grüße, SunnyBee

    Liebe Sabine67

    Und natürlich mich sehr für alles verantwortlich zu fühlen.

    Ich glaube, genau das hat die meisten von uns hierher geführt ...


    Und viele - und da schließe ich mich ausdrücklich mit ein - haben gelernt, dass wir eben nicht für ALLES die Verantwortung übernehmen müssen (können, dürfen), sondern dass wir etwas davon abgeben dürfen und dafür dann entspannter im Umgang mit den dementen Angehörigen sind.


    Liebe Grüße, SunnyBee

    Hallo Man_in_the_mirror

    was Du für die ersten zwei Wochen beschreibst, ist völlig normal - vertrau' dem Pflegepersonal, die wissen, wovon sie reden. Meine Mutter hat am Anfang mit allem Möglichen gedroht und nichts davon tatsächlich umgesetzt - ganz einfach, weil sie es nicht mehr konnte. Drohen und Schimpfen war alles was noch ging.

    Es wird auch für Dich leichter werden, weil Du lernen wirst, damit umzugehen. Klar, ein schlechtes Gewissen schleicht sich immer wieder an, aber Du hast etwas Gutes für Deine Mutter getan, sie weiß es halt bloß nicht ...

    Meine Mutter hat auch ständig vom Sterben geredet ... "ich sterbe jetzt!" ... ist aber nach drei Jahren mopsfidel.

    Dass sie zum Essen den Kontakt zu den Mitbewohnern sucht, ist doch ein gutes Zeichen.

    LG, SunnyBee

    Ich mal wieder.

    Heute Besuch im Pflegeheim (wie - fast - jeden Sonntag) ...

    Mutter hatte schlechte Laune, weil ich ihr Zimmer aufgeräumt habe - aber sonst droht Vermüllung, wie bereits, als sie noch in ihrem Haus lebte. Allerdings heftige Diskussionen über jeden Fetzen Papier ... "das brauche ich noch!" ... dabei bekommt sie jeden Tag die Zeitung. Gebunkerte, verdorbene Lebensmittel (Mandarinen, garantiert noch von Weihnachten) habe ich entsorgt. Ausserdem habe ich sie gezwungen überredet, ihre Kleidung (seit mindestens 4 Wochen getragen) zu wechseln und ihr Komplimente gemacht, weil sie am Donnerstag eingewilligt hatte, zu duschen ... "Deine Haare sehen so viel besser aus ..." ... Alles in allem: Anstrengend.

    Sie hatte also schlechte Laune und wollte sie an mir auslassen. Wenn sie mich verletzen will, lästert sie gerne über meine Figur. Laut und bevorzugt so, dass alle mithören können. Nur schade, dass sie micht damit nicht mehr verletzt und es nicht mehr funktioniert 8o Äußeres war meiner Mutter schon immer extrem wichtig und sie beurteilt auch Mitmenschen nach ihrem Aussehen. Hab' ich nie kapiert ...

    Sie hat auch einen neuen Tischnachbarn, einen Herrn (nicht dement, so glaube ich jedenfalls, sitzt aber im Rollstuhl ...), so Typ "lüsterner Onkel", wenn Ihr wißt, was ich meine ... Er sagt zu jeder weiblichen Pflegekraft "Du tätest mir gefallen, wie wär's mit uns?". Mir tun die Pflegekräfte leid, die müssen ihn den ganzen Tag aushalten, ohne ihm auf die Finger hauen zu können ...

    Mein Stiefvater war auch so ... Sex war eines seiner Lieblingsthemen, das war für uns Kinder so unglaublich peinlich ... eines Tages hat er sich tatsächlich mal bei mir beschwert, dass meine demente Mutter keinen Sex mehr mit ihm hatte ... davon bin ich immer noch traumatisiert.
    Ich hoffe, ich habe kein Gruseln bei Euch ausgelöst, aber ich musste das jetzt loswerden. Allen noch ein schönes Rest-Wochenende!

    LG, SunnyBee

    Hallo Tochter_67


    das war sicher eine sehr aufwühlende und nervenaufreibende Erfahrung. Ich kann mich ecia25 nur anschließen: Erhol' Dich erstmal - Du hast für heute genug getan - und versuche nicht in Panik zu verfallen, damit Du vernünftig überlegen kannst, was die nächsten notwendigen Schritte sein müssen.

    ch zittere immere noch etwas und ich kämpfe grad gegen meine Tränen an, weil ich meine Mutter nicht gewinnen lassen will.

    Deine Mutter kann gar nicht gewinnen, es ist nur eine Frage der Zeit, bis ihre Demenz diagnostiziert wird und dann werden mehr und mehr Entscheidungen für sie getroffen werden. Das wird ihr natürlich nicht gefallen, aber das ist der Lauf der Dinge ...

    Wir Kinder sind alle drei nicht in der Lage, mal eben 400 km zu fahren, um sich persönlich zu kümmern.

    Ich war in einer ähnlichen Situation (300 km Entfernung) und habe über Jahre immer wieder alles fallen lassen, bin die Strecke gefahren, um irgendeinen Notfall (der nicht hätte sein müssen ... ) zu richten. Dann durfte ich wieder gehen, ein Dankeschön gab es in den seltensten Fällen. Deine Mutter und Dein Stiefvater hätten ja auch die Option gehabt, in Eure Nähe zu ziehen, damit es für alle leichter wird ... Was ich damit sagen will: niemand wird (und darf) Dir Vorwürfe machen, wenn Du aufgrund dieser Entfernung nicht helfen kannst (und willst), dafür musst Du Dich nicht rechtfertigen.

    Du hast heute einen ersten wichtigen Schritt getan und externe Hilfe eingeschaltet. Ich kann nur raten: Hol' dir soviel Unterstützung durch soziale Dienste, Pflegestützpunkt, Beratungen, Krankenkasse, Ärzte, wie nur irgend möglich. Mit allen zusammen wird es vorwärts gehen und eine Lösung wird gefunden werden. Du hilfst, indem Du dafür sorgst, dass geholfen wird, das ist nicht zu unterschätzen.

    Ganz ehrlich, ich habe eine riesengroße Angst, dass ich da jetzt hin muss und meiner Mutter gegenübertreten muss.

    Die Auseinandersetzungen mit meiner Mutter haben mich oft den letzten Nerv gekostet. Die fehlende Einsicht und Verweigerung gehört ja zum Krankheitsbild der Demenz dazu, aber das macht es für die Angehörigen, die ja emotional eingebunden sind, oft extrem schwer. Auch hier gilt: externe Hilfe ist manchmal besser und zielführender als wir Angehörigen das leisten können.

    Aber ganz ehrlich, wenn ich heute so zurückblicke, denke ich: man wächst an sowas ... es hat meine Beziehung zu meiner Mutter dahingehend verändert, dass ich unabhängiger und freier bin, ich bin nicht mehr auf ihr Wohlwollen und ihre Zustimmung angewiesen.

    Alles Gute, nimm' einen Tag nach dem anderen.

    SunnyBee

    Hallo Tochter_67

    was man sich hier alles von der Seele schreiben kann, das tut richtig gut - mir hat das tatsächlich durch einige sehr dunkle Stunden geholfen.

    Ich kann das gut verstehen, wenn es so richtig schwer fällt, noch einen Funken Liebe für Elternteile aufzubringen, die einem das Leben schwer gemacht haben und uns als Kinder mehr oder weniger im Stich gelassen haben.

    Wie Herr Hamborg geschrieben hat: Selbstschutz ist enorm wichtig. Es ist schwer, die Situation deiner Mutter und deines Stiefvaters von "außen" einzuschätzen, aber ich denke, Du könntest vielleicht damit beginnen, dich einfach bei verschiedenen Stellen (Pflegestützpunkt, Krankenkasse, Demenzberatung, etc.) unverbindlich zu informieren, damit du die entsprechenden Informationen schon hast, wenn ein Eingreifen unumgänglich ist. Die Hausärztin mit ins Boot zu holen, ist ganz bestimmt eine gute Idee.

    Ich kann Dich nur darin bestärken, dich zu schützen ... ich habe mich jahrelang an meiner Mutter und meinem Stiefvater (heftiger Trinker) abgearbeitet mit wenig Erfolg. Wirklich helfen konnte ich erst, als mein Stiefvater verstorben war ... es ist wirklich schwer, zuzuschauen und nicht helfen zu können, obwohl man es möchte, aber manchmal ist es der einzige Weg.


    Also, erzähl' hier ruhig, wenn es Dir gut tut ... Katzen und Schokolade sind natürlich auch toll und sehr hilfreich. Und du hast deine Familie, die dich stärkt und dir den Rücken frei hält, das ist auch was wert.


    Liebe Grüße, SunnyBee

    Liebe elfriede

    erstmal willkommen im Forum.

    ns Heim möchte Sie nicht, jetzt haben wir einen Platz in einem schönen Heim gefunden und keine Ahnung, wie wir ihr das schmackhaft machen können.

    Meine Mutter ist jetzt seit 3 Jahren im Pflegeheim, Ausgangslage damals ähnlich wie jetzt bei Dir, beginnende Verwahrlosung, etc. ...

    Meine Erkenntnis mittlerweile ist folgende: Die wenigsten wollen ins Heim ... die allermeisten (inklusive meine Mutter) sind im Heim, weil es nicht anders geht, weil sie sich selbst gefährden, weil die pflegenden Angehörigen am Ende ihrer Kräfte sind, weil über der Pflege Ehen zerbrechen, und so weiter und so fort ...

    Ganz ehrlich: ich bin inzwischen sehr pragmatisch geworden, teilweise aus reinem Selbstschutz. Was hat meine Mutter davon, wenn ich zusammenbreche und nicht mehr kann?

    Ich schließe mich dem norddeutschen "watt mutt dat mutt" zu hundert Prozent an ...

    In diesem Sinne, viel Kraft für Dich und Deine Familie, liebe Grüße

    SunnyBee

    Hallo,

    Ganz ehrlich? Ich dachte es geht schneller dass sie sanfter wird. Mittlerweile weiss ich: das wird nicht passieren. Vielleicht schwächer, aber nicht sanfter.

    Alfskjoni

    Das ging mir am Anfang genauso ... mittlerweile ist meine Mutter seit 3 Jahren im Pflegeheim und es hilft mir, wenn ich zurückblicke und mir selbst aufzähle, was alles besser geworden ist ... es sind oft nur Kleinigkeiten, aber in der Summe macht es einen Unterschied.

    Zum Beispiel: ich muss mir nicht ständig Sorgen machen, ob sie isst, ob sie gestürzt ist, ob sie ihre Medikament vernünftig nimmt, weil ich weiß, dass das Pflegepersonal ein Auge drauf hat. Sie wird bespasst von der Alltagsbetreuung.

    Sie jammert weniger als am Anfang und sie fragt nicht mehr ständig, wann sie nach Hause kann.

    Ihr starker Wille ist immer noch da und zeigt sich z.B. darin, dass sie sich weigert, zu duschen oder die Kleidung zu wechseln. Aber weißt du was: solange es nicht gefährlich für sie wird, lasse ich sie machen ... irgenwann wird sie schwächer werden und dann stellen wir die Situation neu ein.


    never20

    Genauso empfinde ich das auch: die Dankbarkeit fühlt sich nicht "richtig" an ... es ist schwer, das für Außenstehende zu beschreiben. Das Mißtrauen sitzt tief bei mir, wenn man ein Leben lang auf Zuspruch und Anerkennung gewartet hat und es nie kam ...


    Euch noch eine schöne Woche!

    LG, SunnyBee

    Hallo alle, martinhamborg

    wenn Sie sich vorstellen können, dass tief im Inneren eines narzisstischen Menschen mit Demenz eine Art Dankbarkeit vorhanden ist,

    Es ist schon seltsam ... meine Mutter bedankt sich oft bei mir - für den Anruf, den Besuch, das Mitbringen von Wein und Schokolade, etc. ... aber ich habe festgestellt, dass es mir schwer fällt, die Dankbarkeit anzunehmen. Es ist fast so, als ob ich misstrauisch bin, inwieweit ich der Situation trauen kann ... Da kann man mal sehen, was die vielen Jahre im Umgang mit meiner Mutter mit mir gemacht haben ...

    Alfskjoni

    Traurig, dass Du wieder so eine negative Erfahrung mit Deiner Mutter machen musstest ... es liest sich ein bisschen so, also ob Deine Mutter ihre Defizite und den Verlust ihrer Fähigkeiten spürt, aber mit dem verbliebenen Willen dagegen ankämpft ... Bleib' Du nur schön bei Dir und sichere Deine Grenzen, mit dem Fortschreiten der Zeit - und der Demenz - wird es sicher ruhiger werden.


    Noch ein schönes Wochenende!

    SunnyBee

    Alfskjoni

    hab beschlossen meine weissen Strähnen zu lieben.

    Das ist die richtige Einstellung!


    Das Schöne am Älterwerden ist für mich, dass ich festgestellt habe, dass es mir herzlich egal ist, was andere (einschl. meine Mutter) über mich denken. Ich bin tatsächlich früh grau geworden, trage heute kurze grau-weiße Haare, bunte Ohrringe und liebe schöne Brillen!

    Alles Gute für Dich!

    SunnyBee

    Hallo zusammen,

    war ein bisschen weg, lese aber immer mit ...

    Können Sie sich vorstellen, dass Ihre Mütter es Ihnen irgendwann danken werden, dass Sie trotz allem gut für sich sorgen können?

    Ganz klar: Nein! Ich kann mir ehrlich nicht vorstellen, dass meine Mutter sich je Gedanken gemacht hat, ob ich gut für mich sorge. Schließlich war sie zuallererst mit sich selbst beschäftigt ...

    Ich habe spät in meinem Leben erst lernen dürfen, dass meine Bedürfnisse legitim sind und dass es okay ist, wenn ich mich um mich kümmere. Und wenn das bedeutet, dass ich mal "Nein" zu meiner Mutter sage, dann ist das eben so.


    In diesem Sinne liebe Grüße,

    SunnyBee

    Hallo alle,


    ich möchte mich anschließen und allen ein friedvolles Weihnachtsfest und einen guten und vor allem gesunden Start ins Neue Jahr wünschen!


    Diese Forum hat mir mehr als einmal geholfen, wenn ich ganz am Boden war ... Demenz ist so hart für die Angehörigen.


    Hatte eben ein langes Telefongespräch mit meinem Bruder und wir sind uns einig, dass wir gerne noch das Eine oder Andere mit meiner Mutter aufgearbeitet hätten, aber dass das eben nicht mehr möglich ist.


    So wie die Zeit vergeht, merke ich, dass auch ich älter werde und meine Kraft nicht mehr für alles reicht. Da heißt es Abstand nehmen, auch von meiner Mutter, die mit ihren endlosen Beschwerden von meiner Kraft zehrt ...


    Wie dem auch sei - Danke an alle, die mir Feedback geben, ihr wißt gar nicht, was mir das bedeutet.


    Liebe Grüße, SunnyBee

    Hallo martinhamborg

    Danke für Ihren Input - Sie haben recht: das Ablehnen der Hilfe, des "Gutgemeinten" ist schwer zu ertragen. Jemand hat in einem früheren Thread mal davon berichtet, dass es oft diese bestimmten Broschüren für Pflegeheime gibt, auf denen die (dementen) Senioren lächelnd, proper gepflegt und adrett abgebildet sind, daran muss ich im Moment oft denken, denn die Wirklichkeit - zumindest für mich - sieht anders aus.

    Meine Mutter hatte schon immer ein wirres "System" (wenn man es denn so nennen kann ...) was den Umgang mit Kleidung angeht ... getragene Kleidung hat sie immer auf Stühlen abgelegt, vermutlich in der Absicht das Kleidungsstück nochmal zu tragen. Sie hat nur nie irgendwas in die Wäsche getan, geschweige denn Kleidung gewaschen ... und so wurden die Kleiderberge auf den Stühlen immer höher, und, und ... jedenfalls habe ich mit relativ jungen Jahren zuhause die Wäschepflege übernommen, sonst hätten mein Bruder und ich keine saubere Kleidung gehabt.

    Ich weiß auch nicht so recht, woran es liegt, dass sie ihre Kleidung nicht wechselt, sie hat definitiv genug im Schrank. Vielleicht braucht sie Hilfe beim An- und Ausziehen und will es nicht zugeben?

    Ich bin leider sehr geruchsempfindlich und ich kann sie "riechen" (andere noch nicht ...), das empfinde ich als belastend.

    Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, bald mit der Pflegeleitung zu sprechen, ob man meine Mutter vielleicht mal alle paar Wochen zum Duschen motivieren könnte - von meiner Seite aus muss es sich nicht jede Woche sein, aber wenn es dokumentiert wäre, würde ich mich besser fühlen ...

    Was den Hausverkauf angeht ... es geht nicht darum die "Wahrheit" zu vermeiden, das machen wir größtenteils und wissen damit umzugehen. Aber meine Mutter hat Phasen, in denen sie das Thema intensiv beschäftigt und sie fragt dann auch ganz konkret nach, immer und immer wieder, und lässt einfach nicht los ... Ich habe es bereits gefühlt tausendmal erklärt und ich mag einfach nicht mehr die Vorwürfe und die Streiterei über mich ergehen lassen ...

    Freundliche Grüße, SunnyBee

    Hallo zusammen,


    heute war ich bei meiner Mutter im Pflegeheim und der Besuch war nicht schön ... Zur Zeit beschäftigt sie das Thema "Haus" wieder sehr und sie fragt ständig danach, je nach Situation sagen wir (mein Bruder und ich) ihr dann auch mal die Wahrheit, nämlich dass das Haus verkauft wurde. Das ist jedesmal vollkommen neu für sie und sie regt sich auf ... aber ehrlich gesagt, weiß ich einfach nicht mehr, wie ich reagieren soll, sie lässt einfach nicht locker ...

    Und das leidige Thema "Duschen" ... kurz gesagt: sie will einfach nicht und das Pflegepersonal kann sie nicht zwingen. Ausserdem schläft sie teilweise in ihren Klamotten und wechselt sie wochenlang nicht. Es gibt zuwenig Personal mit zuwenig Zeit, um da groß auf sie einzugehen und sie vielleicht mit gutem Zureden zu motivieren, das kann ich irgendwie schon verstehen. Und wenn ich nicht jedes Wochenende aufräumen würde, würde sie ihr ganzes Zimmer vermüllen ... heute habe ich wieder gebunkerte, verschimmelte Lebensmittel "entsorgt", die sie teilweise versteckt hatte, gottseidank weiß ich in etwa, wo ich suchen muss ... aber es ist jedesmal ein Kampf "Das BRAUCHE ich noch!"

    Also, ich bin heute einfach nur müde von dem Besuch ... sie hat in drei Jahren noch nicht einmal gesagt, dass es schön ist, dass sie in unserer Nähe wohnt und dass mein Bruder und ich sie jedes(!) Wochenende besuchen. Ich habe wirkliche keine großen Erwartungen an sie, aber momentan fühlt es sich einfach nur sehr nach "Pflicht" an ....

    Nachdenklich und müde - liebe Grüße, SunnyBee

    Lieber Buchenberg und Frau,

    auch von mir aufrichtiges Beileid und für Euch die allerbesten Wünsche für Kraft und gute Nerven. Hier im Forum haben wir Euren Weg begleitet und aus Deinen Beiträgen vieles für uns mitnehmen dürfen.

    Liebe Grüße, SunnyBee

    Hallo Valentina61

    Das ist respektlos Dir gegenüber, weil Sie die Sachen quasi bei Dir entsort und ist jedoch typisch für Narzissten. Sie schafft Platz für Neues (für sich) und statt Geld für Dich auszugeben, behält sie es und kauft sich selbst Neues.

    Wow! An dieser Stelle muss ich mich unbedingt melden ... meine Mutter und ihr Mann waren fürchterliche Sammler und Horter, nichts - aber auch GAR NICHTS - wurde entsorgt .... nachdem der Mann meiner Mutter verstorben war, war es nahezu unmöglich das Haus zu räumen, es hätte buchstäblich Monate gedauert. Wir Kinder haben dann alle das mitgenommen, was wir aufheben wollten und das Haus samt Inhalt verkauft ... was soll ich sagen, bis heute habe ich kein Stück vermisst.

    Meine Mutter und ihr Mann haben auch immer versucht, mir irgendwelchen alten Kruscht aufzudrängen (" ... das ist doch noch gut!") und sich gleichzeitig ständig neues Zeug gekauft, das sie eigentlich gar nicht gebraucht haben. Mir hat sie, seit ich mit 18 Jahren ausgezogen bin, nie was gekauft. Als ich nach dem Umzug meiner Mutter in ein Pflegeheim in meiner Nähe ihren Kleiderschrank (falsch: Kleiderschränke, Plural) durchgesehen habe, habe ich bei ca. 200 T-Shirts aufgehört zu zählen ... tja, vermutlich auch ein Symptom der Demenz.

    Vieles von dem was Du erzählt hast, ist irgendwie auch meine Geschichte ... ich kann Dich gut verstehen. Es ist gut, dass uns dieses Forum einen Ort bietet, an dem wir diese Erfahrungen teilen können.

    Alles Gute für Dich, SunnyBee