Beiträge von Mauerflower

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    Liebe Sabine, ich lese schon die ganze zeit mit- und freue mich so sehr für Dich und Deinen Vater! Diese Lösung ist die, die ich von Anfang an favorisiert habe… wie schön!!! Genieße Dein „neues“ Leben 🫶🏼


    Liebe Grüße

    Mauerflower

    Ein kurzes Update von mir…


    Meine Mutter lebt nun seit etwas mehr als 6 Monaten in dem „Glücksgriff“ von Heim, hat ein Einzelzimmer und hat sich mehr oder weniger gut eingelebt. Ihre Wohnung haben wir nach einem diesbezüglichen Gerichtsbeschluss kündigen und auflösen „dürfen“, sodass zumindest diese Gefahr gebannt ist, dort wieder hin zu wollen. Ihr Zimmer haben wir schon vor dem sehr kurzfristigen Einzug als Miniatur-Wohnung ihrer eigenen gestaltet mit ihren Möbeln etc., sodass sie es einigermaßen akzeptieren konnte.

    Sie spricht immer wieder mal davon, dass sie ja nun bald mal wieder auf Wohnungssuche gehen kann. Schließlich geht sie nun auf REHA (tatsächlich ist sie dort im Moment), lernt wieder alles, und danach stünde ja einem Ortswechsel nichts mehr im Wege. Die immer wieder vorkommenden Stürze aufgrund Gangunsicherheit und Gefühlsstörung in den Extremitäten (auch Teil des Krankheitsbildes und damit strukturell) blendet sie natürlich aus. Es sind immer irgendwelche Umstände oder Personen schuld an den Stürzen, und krank ist sie ja nicht.


    Nach wie vor bin ich also ständig damit beschäftigt, alle relevanten Bezugs-Fachleute zu informieren und ihnen z.T. das Krankheitsbild zu erklären, gleichzeitig meine Mutter zu validieren (ohne dass sie das so empfindet) und „nebenbei“ im Kopf im Plan b, c und d zu entwerfen für alle Fälle.

    Langweilig wird es mir so also nicht, aber immerhin konnten wir (ich mit Mann und Kindern) nach über einem Jahr mal wieder eine knappe Woche Urlaub machen und uns wirklich etwas entspannen, weil ich sie prinzipiell gut aufgehoben weiß.


    Unangenehme Dinge wie die Wohnungskündigung kann ich auf die Betreuerin abwälzen und so nach außen für meine Mutter „unschuldig“ bleiben. So leidet unsere neu erarbeitete Beziehung nicht unter solchen unpopulären Entscheidungen.


    Ich stelle jedenfalls immer wieder fest, dass man im Dschungel des öffentlich-medizinischen Geschehens weitgehend ausgeliefert ist und ohne kundigen Beistand schnell (ungewollte) Fehlentscheidungen getroffen werden können, einfach, weil niemand sich dauernd die Zeit nehmen kann- sei es, um eine genaue (!) Diagnose zu erarbeiten oder auch, um innerhalb der bestehenden Möglichkeiten das persönlich Beste für einen Menschen zu bewirken.


    In diesem Forum lese ich nach wie vor sehr aktiv, bin aber aus zeitgründen im Moment mehr am Lesen als am Schreiben.


    Liebe Grüße an Euch alle 💐

    Mauerflower

    Liebe Anita, willkommen im Forum!

    Wie Buchenberg dachte auch ich beim Lesen Deines Beitrages gleich an eine vaskuläre Demenz. Hier ist das Erinnerungsvermögen noch lange vorhanden (im Gegensatz zur Alzheimer Demenz), aber es nehmen die alltragspraktischen Fähigkeiten ab. Als Du das mit dem Nudeln kochen beschrieben hast, kam mir das recht bekannt vor. Bei meiner Mutter ging das auch so ähnlich los… SAE - Eine Spezialform der Vaskulären Demenz…späte Diagnose, ständig neue Herausforderungen

    …und ich hatte SEHR lange keine Diagnose, nur Verdachtsmomente. Denn sie konnte (und kann immernoch 🙃) sehr geordnet, selbstbewusst und klug auftreten, sodass selbst Fachleute zunächst nicht an ein dementielles Geschehen denken.

    Hier hilft am ehesten ein Gehirn-CT, anhand dessen man die tatsächliche Lage beurteilen kann.

    Liebe Thea, wie schön, dass Du Deinen letzten Besuch so anders empfindest und sich da etwas verändert hat! In dem Fall hat Dir wahrscheinlich Dein neues Wissen zu einem neuen Verständnis verholfen…und Dich in der Folge innerlich einen Schritt zurück treten lassen können, damit Du eine neue Sicht auf die Dinge und auf Deine Mutter und deren Krankheit werfen kannst.


    Mir ging es auch so, ich habe jahrelang mit mir und der Situation gehadert und gerungen- zumal bei meiner Mutter lange nicht klar war, welche Diagnose sie eigentlich hat und damit welche Symptome „von ihr“ und welche „von der Krankheit“ sind. Als ich dann zufällig in einem alten Arztbrief die Diagnose fand (eine spezielle Form der vaskulären Demenz), hatte ich sehr schnell ein ganz anderes Verständnis von der Lage und von den Problemen. Das hat mir sehr geholfen und in der Folge auch meiner Mutter.


    Ich wünsche Dir weiterhin Schritt für Schritt Verstehen und Verständnis, auch für Dich selber und Deine Gedanken/Gefühle. Das hilft allen, besonders Dir und eben auch Deiner Mutter.


    Alles Liebe

    Mauerflower

    Willkommen, Arielle!

    Deine Worte berühren mich. Gibt es denn noch gemeinsame Dinge, die Du und Dein Mann macht? Spaziergänge zB.? Erkennt er Dich noch?


    Es ist meines Erachtens zunächst wichtig, dass Du für Dich klärst, was Dein Mann heute für Dich ist…welche Gefühle Du ihm gegenüber hast…empfindest Du ihn nach wie vor als Deinen Mann? Dann sollte das mE die Basis sein, von der aus Du Dich auf die Reise machst, um Dir Deine Zukunft auszumalen.


    Ihr habt geheiratet, dabei habt Ihr beide Euch wohl eine lebenslange Partnerschaft vorgestellt- das wird nun durch die Krankheit Deines Mannes zunichte gemacht. Du kannst die Krankheit aber nicht ändern, Du musst für Dich einen Weg finden, wie Du damit umgehen kannst. Und dies muss DEIN Weg sein, egal was andere um Dich herum von Dir verlangen.


    Ich bin der festen Überzeugung, dass Menschen mit egal welcher Krankheit sehr wohl ganz tief im Inneren mitbekommen, was mit ihnen geschieht. Nur können sie nicht (mehr) so reagieren, wie es eine normale Lebensweise mit sich brächte.


    Korsakow ist wirklich eine schlimme Krankheit…oft spielt der Körper ja noch lange mit, das Gehirn geht aber seine eigenen Wege.


    Den Rat mit psychologischer Hilfe kann ich nur unterstützen- das kann helfen, die eigene Position und die eigenen Erwartungen und Gefühle zu sortieren.


    Alles liebe

    Mauerflower

    Eine vaskuläre Demenz äußert sich anders als zB Alzheimer. Es fallen nach und nach die alltagspraktischen Fähigkeiten weg, während die Erinnerung und die Kognition lange erhalten bleiben (können).

    Somit sind die Herausforderungen im Umgang mit einem an vaskulärer Demenz erkrankten Angehörigem grundsätzlich anders als bei einem an Alzheimer Demenz erkranktem.

    Meine Mutter lebt seit Ende ´23 in einem schönem Heim, das Jahr davor war der Horror. Jetzt, wo sie zur Ruhe kommen darf und alles gemacht wird, sie nichts „muss“ (Haushalt, Einkaufen, Anträge etc.) kann sie ihre ganze Energie in ihre kognitiven Fähigkeiten, den Austausch, die Selbstpflege leiten. Man könnte fast dem Trugschluss aufliegen, dass sie dermaßen fit für eine andere, eigenständigere Wohnform sein könnte. Aber nein, ich muss nur an das letzte Jahr denken…wo sie durch einige (vermutliche) Mini-Schlaganfälle, die ja die vaskuläre Demenz mitauslösen, in derart desolatem Zustand war, dass sie sogar zeitweise geschlossen untergebracht werden musste. ich würde sie dort nicht herausholen @Magret, dann würde alles evtl. von vorne beginnen.

    Die schönen Momente zusammen genießen, prima, wenn das geht!

    Aber: Never change a Running System ;)


    Herzliche Grüße!

    Lieber Buchenberg, ich war die letzte Zeit nur gelegentlich als stille Leserin im Forum- dementsprechend habe ich eben erst von den neuesten Ereignissen gelesen.

    An dieser Stelle möchte ich Dir und Deiner Frau mein herzliches Beileid aussprechen- schön fand ich die Schilderung der Wanderung in den Frühling. Das ist genau, was ich Deiner Frau und Dir jetzt wünsche: Den Blick zum Himmel, die Nase in die duftenden Blüten, die Ohren zum Vogelgezwitscher…all das genießen, was die letzten Jahre zu kurz kam oder zumindest überschattet wurde.

    Die ehrenamtliche Arbeit im Heim der Mutter finde ich toll, die Erfahrung für eine solche Arbeit hat Deine Frau mehr als manch Professionelle.

    Viel Glück und schöne Momente auf Eurem gemeinsamen Weg wünscht

    Mauerflower

    MartinHamborg:


    "Für alle die ein wissenschaftlich - philosophisches Interesse haben, kann ich den "Expertenstandard Beziehungsgestaltung für Menschen mit Demenz" sehr empfehlen! Sie können Ihn im Internet bestellen.

    https://www.ebay.de/itm/335288550980?mkcid=16&mkevt=1&mkrid=707-127634-2357-0&ssspo=3xsvlx3wq-s&sssrc=4429486&ssuid=PdUadck0RGK&var=&widget_ver=artemis&media=COPY

    Das Buch von Martin Hamborg finde ich auch persönlich klasse. Leider schwer zu bekommen.

    Hallo Buchenberg, hallo Sabine,

    Mir geht es um Folgendes: Wenn der Vater prinzipiell geschäftsfähig ist, kann er den bestehenden Heimvertrag kündigen und einen neuen woanders abschließen. Eine Vollmacht spielt erstmal mE keine Rolle, die haben mein Mann und ich auch voneinander. Deshalb können wir ja trotzdem machen und entscheiden was wir wollen, die Vollmacht greift erst, wenn einer von uns keine Zeit hat oder nicht (mehr) kann.

    Dein Vater ist ja scheinbar noch relativ gut in der Lage über seine Bedürfnisse zu sprechen und seine Wünsche zu äußern.

    Er ist nicht für geschäftsunfähig erklärt

    Liebe Sabine,


    Warum geht Ihr nicht in das Heim seiner/Eurer Wahl und meldet ihn dort an? Er darf doch noch alles.

    Mir ist Eure Geschichte nochmal durch den Kopf gegangen. Kann es sein, dass Deine Mutter, obwohl materiell gut versorgt, Zeit ihre Lebens das Gefühl hatte, "kleiner" als Dein Vater zu sein? Und auch den Betrug in der Ehe nicht wirklich verarbeitet hat? Und jetzt ihre Chance gesehen hat, es deinem Vater heimzuzahlen? Es ihr aber nicht die Befriedigung gibt, die sie dachte? Sondern sie einfach noch weiter runtergezogen hat?


    Ist er denn schon so dement, dass er seine Wünsche nicht mehr klar äußern kann und die Vollmacht wirklich voll eintritt?

    Liebe Sabine,

    Diese beiden Gedanken von Schwiegertochter gehen mir 1:1 auch durch den Kopf!


    Mehr in Kürze, bin „on the road“, wollte aber unbedingt diese beiden Gedanken aufgreifen.


    Alles Liebe!

    Liebe Nicole, lieber Buchenberg,

    Das klingt für mich logisch, durchdacht und einer Überlegung wert. Nicole, Du scheinst die seltene Gabe zu haben, Dich ruhig und strukturiert durch Fragenkataloge etc. zu beißen… da würde ich tatsächlich eine Argumentationskette ala Buchenberg niederschreiben und damit einen Termin bei der ARGE machen.


    Alles Liebe!

    Liebe Teuteburger, der von Dir genannte BMI bedeutet Lebensgefahr, die Funktionen des Gehirns werden beeinträchtigt und der Stoffwechsel heruntergefahren. So eine Erkrankung gehört professionell stationär behandelt.

    Solange das nicht geschieht, ist alles Andere nur Nebenkriegsschauplatz. Ich vermute, dass alles unternommen wird, um die KH-Einweisung zu umschiffen…evtl. der Kinder wegen und auch, weil es Teil des Krankheitsbildes ist. Dass der Arzt hier nichts unternimmt, ist sehr seltsam.

    Liebe Alfskjoni, mir ging es genau so. Letztes Jahr, als ich mit Vollmacht noch alles für meine Mutter regelte (musste…) kam es an einem Punkt nur noch zu Auseinandersetzungen und Anfeindungen.


    Ich habe gespürt, dass diese Vollmacht zwischen uns steht und habe sie offiziell zurückgegeben. Nach einem langen und intensiven Prozess der Erkenntnisfindung, auch hier im Forum. Und ich habe es bisher keinen Moment bereut: durch die neuen Zuständigkeiten kann ich entspannt und unbelastet mit meiner Mutter umgehen, im Hintergrund halte ich zwar noch sehr viele Fäden in der Hand, die ziehe ich aber nur bei Bedarf und so, dass das von meiner Mutter nicht wahrgenommen wird.

    Für mich die perfekte Lösung. Es fühlt sich an wie ein Felsblock, den ich ablegen konnte.

    Wenn der Umzug in ein Heim mit „beschützender Abteilung“ geplant ist, kannst Du auch selber Dich umschauen…bei uns zB gibt es eine online Börse für Pflegeplätze, da kann man die Kriterien, nach denen man sucht, eingeben (zb Einzelzimmer/beschützend/Umkreis). Dann könntest Du auch ein wenig mit aussuchen, das heim schonmal anschauen etc.

    Zu der Kosten(nicht)Übernahme kann ich leider nichts sagen, da wird aber bestimmt einer der Fachleute/Moderatoren hier noch mehr zu wissen.

    Liebe Sabine, das mit dem „alle paar Tage kümmern“ kenne ich. Wenn man die Individualität des Bewohners/Verwandten erhalten möchte (und dieser das zulässt) ist das wohl nötig meiner Erfahrung nach. Im Heim wird je nach Einrichtung mehr oder weniger auf die speziellen Bedürfnisse des Bewohners eingegangen. Alles was über die Grundpflege hinausgeht oder zeitlich nicht machbar ist, bleibt oft auf der Strecke (von der Betreuung mal abgesehen, das sind oft/meist 2 Schienen. Die dürfen dann aber wieder keine pflegerischen Leistungen).

    Warte doch mal die Gespräche mit Betreuungsstelle/Gericht ab und deren Entscheidung- danach bist Du hoffentlich handlungsfähig und kannst auch Deinen Vater in Deine Nähe holen. Die Unzufriedenheit mit dem jetzigen Heim von Dir und Deinem Vater ist zwar nun durch das Einzelzimmer etwas kompensiert, bleibt aber offenbar grundsätzlich bestehen.

    Hallo Androce1, willkommen im Forum!

    Wenn Dein Papa im Moment in der beschützenden Gerontopsychiatrischen Station ist, wäre zunächst zu klären, ob er im Anschluss offen oder geschlossen untergebracht werden kann/soll.

    Denn entsprechend ist die Suche etwas einfacher (offen) oder komplizierter. Für die beschützende Unterbringung müsste ja jetzt schon ein richterlicher Beschluss vorliegen…oder hat das KH die Unterbringung beantragt?

    Ich würde zunächst das Gespräch mit dem Entlassmanagement suchen und klären, was diese schon unternommen haben bzgl. Heimplatzsuche.

    Hast Du eine Vollmacht für Deinen Vater?

    Liebe Grüße!

    Liebe Sabine, das sind ja erfreuliche Wendungen. Prima! Auch, dass die Betreuungsstelle sich so schnell einschaltet. Die Reaktion Deiner Mutter passt gut, sie scheint froh zu sein, dass sie „raus“ ist - offenbar glaubte sie ja schon, das jetzt zu sein. Es kann sein, dass sie Deinen Vater auch wieder „freier“ besucht, wenn sie nicht mehr in der Verantwortung ist.

    Evtl. bist Du ja dann zuständig, dann wäre das m.E. das Abbild von dem, was gerade sowieso abläuft: DU kümmerst Dich und tust es gerne und verantwortungsvoll. Warum also nicht dem ganzen rechtlichen Brief und Siegel geben.

    Liebe Schneeflocke, Du hast Dich doch gut abgegegrenzt- auch wenn das nach der „guten“ Phase natürlich weh tut.

    Gäbe es denn die Möglichkeit, dass Du oder eine der Pflegerinnen oder Betreuungskräfte mit Deiner Mama gemeinsam bügelt? Dann wäre das Bügeleisen im Heim (in einem Schrank im Schwesternzimmer) und könnte zB 1 mal wöchentlich hervorgeholt werden. Das Bügeln wäre dann ein gemeinsames Ritual, der Druck und die ärgerliche Haltung weg.

    Liebe Sabine, toll, dass Du beim Gericht angerufen hast und dass alles „im Gang“ ist! Gratuliere, das war der wichtigste und erste Schritt, den hast Du geschafft!


    Ich würde die Idee von Stern0709 aufgreifen und mich innerhalb des Heimes um eine (vorübergehende) Unterbringung im Einzelzimmer bemühen… evtl. hilft ja der Hinweis, dass Du den Aufpreis bezahlst, wenn das für Dich möglich ist. Denn daran hängt es oft. Es geht (hoffentlich) um 6-8 Wochen, dann bewegt sich mehr!


    Hat der Hausarzt Einsicht in die Vorgänge der letzten Wochen? Er kann eine Verordnung/Attest für ein Einzelzimmer ausstellen, das hat der Arzt meiner Mutter auch für sie gemacht. Und schwupp- hatte sie eins.

    Also wäre ein Anruf bei ihm evtl. tatsächlich hilfreich. Am besten beides probieren, dann kommt von 2 Seiten etwas in Bewegung…


    Fühl Dich umarmt (wenn Du magst)- alles Liebe!