Beiträge von taybeere

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    Hallo Ihr Lieben,


    obgleich ich mich länger nicht gemeldet habe, war ich immer zum Lesen da.... es hat mir jedes Mal sehr geholfen.


    TanjaS herzliche Anteilnahme auch von mir


    Bei meiner Mutter hat jetzt eine neue Phase begonnen... Sie kramt in ihren Erinnerungen Geschehnisse hervor, die 50 und mehr Jahre her sind, irgend welche Dinge die ich getan habe, macht mir Vorwürfe, als seinen sie gestern vorgefallen und leidet dann "frisch" darunter ! "Dass Du mir das angetan hast" ( habe meinem Vater ein Glas Martini gebracht, obgleich sie das nicht wollte, habe mich angeblich nicht um meine jüngeren Geschwister gekümmert, wie es eigentlich meine Pflicht gewesen wäre und und und....)


    Des weiteren ist sie im Moment wieder auf der Schienen "Ich bin gegen alles und das aus Prinzip!" / "Du kümmerst Dich nicht um mich, ich bin Dir egal "/ "Die schlimmste Entscheidung meines Lebens war, in Deine Nähe zu ziehen!"

    Selbst mit dem Wissen, dass man das alles nicht mehr ernst nehmen sollte, trifft es doch zuweilen.


    Wir sind jetzt bei alle zwei Stunden einen Anruf, es gibt Theater und Beschimpfung wenn ich es nicht tue. Meine Geschwister sind davon nicht betroffen. Ich bin auch Schuld, dass sich meine Brüder bei ihr zu Ostern nicht gemeldet haben!!! Und meine Schwester... Ach doch die hat angerufen, aber zu spät.

    Ich kann mich des Gefühls nicht erwehren, dass sie unentwegt mehr fordert, egal was, bloß um immer sagen zu können, ich würde ihre Wünsche ignorieren.... Trotz der 5 Anrufe täglich, ruft sie bei mir an, mit Vorliebe um 6 Uhr morgens weil sie schon seit zwei Stunden auf ihr Frühstück warten muss, und es nicht sein kann, dass sie erst mittags Frühstück bekommt.....Grrrrrrrrrrrrrr


    Zuweilen lasse ich mich dazu hinreißen, ihr zu erklären, dass es sehr früh sei und der Pflegedienst erst zwischen 7.30 und 8.00 Uhr kommt, aber das lässt sie nicht gelten.... Sie hat nach der Uhr geschaut und wenn sie jetzt eine falsche Zeit habe, dann soll ich gefälligst jetzt kommen und die Uhren (Funkuhren) richtig stellen....


    Da ich einige Termine hatte, bin ich in der letzten Woche nicht zu ihr gefahren.... Sie war gut versorgt. Es war ein Drama und seit Freitag Abend versucht sie alles um mich dazu zu bewegen, zu ihr zu fahren.... ich habe mich geweigert und ihr zugesagt, dass ich am Donnerstag komme... Mal sehen was bis dahin passiert.... Ich habe einerseits ein schlechtes Gewissen, weil ich nicht da war, aber ich habe Karfreitag bei Ihr verbracht, habe mich Ostersamstag von ihr bequatschen lassen, sie habe keine Kaffeesahne und müsse ihren Kaffee schwarz trinken.... als bin ich hingefahren mit 10 Päckchen Kaffeesahne (Sie macht recht viel in den Kaffee) um festzustellen, dass 4 Päckchen da waren.... am Abend hat mich der Notdienst angerufen, sie habe Nasenbluten, habe sich wohl irgendwo den Kopf gestoßen, wolle aber nicht in Krankenhaus, ich solle kommen.... Ich bin hingefahren... Die Wohnung und meine Mutter blutig, habe eine gute Stunde alles sauber gemacht und sie dann zu Bett gebracht.... Ostersonntag habe ich sie abgeholt, zum Mittagessen und zum Kaffee.... wenn sie nicht gegessen hat, hat sie geschlafen.....

    Fazit : Es hat sich zu Ostern keiner um sie gekümmert.... Und außerdem war das bei mir viel zu laut und trubelig mit den vielen Menschen.... Ostern waren wir zu dritt, mein Mann, meine Mutter und ich.... da fehlen mir dann die Worte!


    So, nun habe ich Euch wieder ganz viel geschrieben und mein Herz ausgeschüttet. Ich weiß, dass Ihr mich versteht und dass ich das so machen kann und dafür bin ich Euch unendlich dankbar.


    Liebe Grüße Taybeere

    Hallo never20,


    Danke für Deine Zeilen. Sie helfen mir sehr. Ich habe immer noch das Gefühl, meiner Mutter Unrecht zu tun, wenn ich ihr zunehmend weniger glaube.


    Es ist so traurig zu sehen, wie ein vormals hoch intelligenter Mensch inzwischen vorwiegend haarsträubende Märchen erzählt....


    Herzliche Grüße

    Taybeere

    Aber ich muss doch noch einmal eine Frage in die Runde werfen....


    Dazu kurz erklärt: Mutter, 97, lebt alleine in einer Wohnung, wird täglich mehrfach betreut, täglich mehrfach angerufen...


    Heute erklärte sie mir, es sei alles in Ordnung, aber die Uhr, Beschreibung der Uhr folgte, ginge nicht mehr und ich solle kommen sie richten.... Ich erklärte, dass ich mir die Uhr am Donnerstag ansehen würde....

    Beim nächsten Anruf waren dann zwei Uhren defekt, sie habe die verglichen und die stimmen alle nicht und ich solle kommen.... ich gab die gleiche Antwort.... sie habe ja noch genug andere Uhren und ich würde mir alles am Donnerstag anschauen. Dann müsse sie sich eben bis dahin "bescheiden".... Dieses verdammte Triggerwort, mit dem sie oft schafft, dass ich dann doch hinfahre.


    Als ich heute Abend anrief, hatte ich den Pflegedienstmitarbeiter an der Strippe, Mutter sei grade im Bad.... Ich fragte, ob er mal schnell nach den Uhren schauen könne und er berichtete, dass alle in Ordnung sind. Als ich Mutter dann darauf ansprach, meinte sie, sie meine die anderen Uhren ... Es waren aber genau die, die sie beschrieben hatte....


    Ich hatte für einen Augenblick das Gefühl, dass sie etwas erfindet oder sucht, womit sie mich dann unter Druck setzen kann, damit ich komme.....

    Ist das eine böse Unterstellung von mir, oder kann bei aller Demenz und Vergesslichkeit dann doch so viel Trick und Gerissenheit sein? Ich bin überfragt!


    Sonst ist sie im Moment recht friedlich, ich muss sie mehrfach täglich anrufen, sage ihr jedes Mal, dass das ihr "bestellter Anruf" sei, es gibt nichts zu sagen aber es gibt auch keinen Stress....

    Und ich habe am Donnerstag von Ihr Blumen bekommen.... zum ersten Mal seit über drei Jahren.... habe mich sehr gefreut, sage es auch bei fast jedem Anruf...


    So, das war es für heute, ich danke Euch fürs Zuhören/Lesen.

    Schönen Sonntag

    Taybeere

    Liebe Stern,

    genieße Deinen Urlaub und versuche die bedrückenden Gedanken zu verscheuchen... Ich erzähle meiner Mutter auch nicht mehr, wann ich wo bin, es bringt nix.

    Komm gesund und erholt zurück.

    Liebe Grüße taybeere

    In jedem Hilfsberuf (z.B. Rettungsdienst, Feuerwehr, Polizei, Pflegebeufe usw.) lernt man den Eigenschutz als einen ganz wichtigen Faktor - nur die pflegenden und betreuenden Angehörigen meinen, sie müssten über sich und ihre Möglichkeiten, Fähigkeiten und Kräfte hinauswachsen, um nur ja möglichst perfekt zu sein und wundern sich dann, wenn sie früher oder später zusammenbrechen, psychisch völlig ausgelaugt sind, gute Beziehungen dran zerbrechen usw.

    Liebe ecia25,

    Da magst Du schon Recht haben ... Man lernt, wenn man diese Berufe erlernt.... Pflegende Angehörige lernen das nicht, sie werden mehr oder weniger ins kalte Wasser geworden, müssen sich mit Situationen auseinandersetzen, die sie so nie gewollt und erwartet haben und haben zu allem Überfluss noch die moralische Verpflichtung sich um die Menschen zu kümmern, die sich um sie gekümmert haben, als sie "klein und hilflos" waren. Wie oft bin ich mit der Aussage konfrontiert worden "es ist doch Deine Mutter, dann ist es Deine verdammte Pflicht und Schuldigkeit.... "

    Da Grenzen zu ziehen fällt mir persönlich extrem schwer.

    Ich bin sehr weit davon entfernt, perfekt zu sein.


    Liebe Grüße

    Genauso empfinde ich das auch: die Dankbarkeit fühlt sich nicht "richtig" an ... es ist schwer, das für Außenstehende zu beschreiben. Das Mißtrauen sitzt tief bei mir, wenn man ein Leben lang auf Zuspruch und Anerkennung gewartet hat und es nie kam ...


    Als sie dann so in ihrem Sessel saß und normal mit mir sprach war da wieder dieses Trugbild, das mich ganz fertig macht und mich (fast) (ver)zweifeln lässt.

    Wie ich das alles nachfühlen und nachvollziehen kann... und dann ist es wieder da, dieses schlechte Gewissen, dieses Nagen, ob man der armen alten Frau (die einen in früheren Zeiten mehr als ein mal verletzt und gedemütigt hat) Unrecht tut...

    Hallo an Alle,


    ich habe wieder Mal zwei eigentümliche Tage hinter mir, von denen ich gerne berichten möchte.


    Gestern, Donnerstag, regulärer "Muttertag" verlief recht ausgeglichen und ruhig, wobei es sicher auch daran lag, dass ich mir im Vorfeld vorgenommen habe, mich nicht auf die Palme bringen zu lassen, also Angriffe "keiner kümmert sich", "Du beraubst mich meiner sozialen Kontakte", "ich werde abgestellt", und dergleichen mehr zu ignorieren, schlicht und ergreifend nicht zu hören.... Sehr schwer, gebe ich zu, aber da genug zu erledigen war, hat es geklappt.... Das erklärt sie, und im gleichen Atemzug will sie keine Kontakte zu anderen, die sind nicht ihr Niveau, das will sie nicht....


    Heute hingegen war ihre Taktik auf "ich mach ja immer alles falsch", "Du redest nicht mit mir" (ich war in einem anderen Raum und habe geputzt, sie saß im Wohnzimmer und hatte laut Musik laufen...

    Sie hat sich dann zwar beruhigt, war aber dann wieder verärgert, weil ich mich an Kriegsereignisse nicht erinnern konnte ( ich wurde nach dem Krieg geboren!)

    Trotz Ausflug und Essen gehen unzufrieden und weinerlich.... Ruf mich an wenn Du zu Hause bist.... Warum das denn ? Das ist mein einziger Kontakt zur Außenwelt.... Nach drei Stunden intensiver "Außenwelt"!!!!


    Und ich stehe da und frage mich ob ich ihr unrecht tue.... Will sie schikanieren, manipulieren, verletzen oder ist es ein Abbild ihrer Krankheit? Inzwischen sind wir bei mehreren Anrufen täglich, ohne jeden Sinn, wenn sie mich nicht erreichen kann "wo hast Du Dich den rumgetrieben?", vielleicht spaßig gemeint, kommt aber bei mir nicht mehr lustig an.... als ich sagte ich hatte Kopfschmerzen und habe mich eine Stunde hingelegt..... "Das kann ich ja nicht wissen, ich wünsche informiert zu werden.".....


    Für mich ist das ganze im Moment schwer zu durchschauen.... wie viel ist klar, wo ist nichts mehr klar, wo manipuliert sie, wo ist sie hilflos..... Sie will den ganzen Tag mit allen möglichen Leuten telefonieren, da sie schlecht sieht kann sie nicht richtig wählen und erklärt, das Telefon sei defekt und ich solle kommen.... möglichst sofort und gleich..... wenn ich bei ihr bin, geht dieser Wunsch nach telefonieren weiter.... ruf mal diesen an, ruf mal jenen an und wenn ich sage, dass derjenige grade arbeitet und nicht telefonieren kann, wird mir erklärt ich beraube sie ihrer sozialen Kontakte. Anfangs habe ich versucht, die Leute noch ein wenig vor ihrer "Telefonitis" zu schützen, inzwischen bin ich so weit, dass ich sie machen lasse.... ich kann nicht jeden retten und alles organisieren und glätten.... Vielleicht etwas egoistisch?


    So, nun habe ich wieder eine Menge geschrieben und gebe zu etwas verloren zu sein.


    Liebe Grüße Taybeere

    Guten Abend Ihr Lieben


    ich wünsche allen ein gutes neues Jahr.


    Ich habe mal wieder ein Problem und hätte gerne Eure Meinung dazu gehört, bzw. gelesen.


    Ich bin normalerweise ein Mal in der Woche für mehrere Stunden bei meiner Mutter. Nun hat es sich so ergeben, weil sie sich alleine auch nicht mehr duscht oder Haare wäscht, dass ich das übernommen habe. Es klappt, wenn auch mit einigem maulen, aber was mich umtreibt ist die Tatsache, dass es mich jedes Mal eine gewisse Überwindung kostet. Sie macht inzwischen fast nichts mehr alleine, steht da, will dass ich ihr beim Entkleiden helfe, beim Waschen, beim Abtrocknen, beim Ankleiden ....


    Ich bin Mutter von vier Kindern, Großmutter von sieben Enkeln. Sie alle zu betreuen, den Po zu putzen und sauber zu machen hat mich nie angefochten, das gleiche für meine Mutter zu tun fällt mir unendlich schwer... Ist das normal ?


    So, das wars für heute, das restliche Dilemma immer zu wiederholen bringt nichts, es scheint sich alles schubweise zu verschlimmern und es gibt wöchentlich neue Dinge, an denen ich schuld bin... Ist eben so.


    Liebe Grüße

    Dass deine Mutter das nicht zu schätzen weiß, liegt nicht an dir, sondern in erster Linie an ihrer Demenz. Ohne diese Demenz würden vielleicht bestimmte Schwierigkeiten gar nicht auftauchen bzw. viel leichter handhabbar sein für beide Seiten.

    Liebe Schwarzerkater,


    ich werde versuchen, mir Deine Worte immer wieder vor Augen zu halten.

    Das Verhältnis zu meiner Mutter war mein ganzes Leben lang eine Sinuskurve, in der die großen Ausschläge rückblickend immer etwas damit zu tun hatte, dass ich nicht dem Idealbild der Tochter entsprach... Egal, ich bemühe mich auch nicht mehr....

    Ich bin auch selbst sehr traurig und momentan weine ich viel, weil es schwer ist, einem Menschen wie meiner Mutter (dieser ehemals starken Person) beim langsamen Untergang zuzuschauen.

    Das mit dem weinen kann ich so gut nachempfinden. so geht es mir mehrmals täglich, den bei allem Ärger und Frust ist es meine vormals hoch intelligente Mutter die plötzlich hilfloser und hilfebedürftiger als meine jüngste, dreijährige Enkeltochter... nur dass man der Kleinen z.B. spielerisch beim Ankleiden helfen kann und das gut funktioniert, meine alte Dame mich aber eher an ein Holzweibchen erinnert, dass störrisch und steif vor einem steht und dauernd behauptet, man täte ihr weh, auch wenn man sie nicht berührt.... Es ist so traurig und was mir noch sehr zu schaffen macht ist die unendliche Hilflosigkeit, der man ausgeliefert ist.

    Und ich gebe zu mit Hilflosigkeit kann ich sehr schlecht umgehen.... eben so wenig wie mit der Tatsache das man der Tatenlosigkeit ausgeliefert ist...

    Darf ich sagen, dass ich Dich Umarme und Dir Kraft und Stärke schicke?

    Liebe Grüße

    Taybeere

    Guten Abend Ihr Lieben,


    ich habe es hinter mir.... Der Geburtstag ist durch.... wie, das ist eine andere Sache.


    Es begann damit, dass ich in Ihrer Wohnung ankam, eine der Damen schon vor Ort war und mich mit den Worten empfing "sie weint die ganze Zeit".


    Mutter lag, wie meist, in ihrem Sessel, eine Decke bis zum Hals gezogen und reagierte fast nicht auf die Begrüßung und die Geburtstagswünsche.... Auf die Frage, ob sie sich nicht lieber an den Tisch setzen möchte, um die Geschenke auszupacken, die ich Ihr zum Beispiel von ihrer Schwester und meiner Schwester mitgebracht habe, murmelte sie irgend etwas unverständliches. Als man ihr hochhelfen wollte, rastete sie fast aus.... "Ich will nicht mehr ,ich kann nicht mehr, ich will meine Ruhe", setzte sich aber an den Tisch und begann die Päckchen auszupacken.... ach was ist denn das alles... und schien sich zu freuen. Die Päckchen waren ausgepackt, die Blumen in den Vasen untergebracht und sie wurde wieder weinerlich und mürrisch....

    Mutti, wenn Dir das hier alles zu viel ist, räumen wir den Rest auf und gehen dann. Getriggert!!!!!

    "Ihr habt doch gesagt wir gehen essen, ich will jetzt essen gehen...."

    Also Anziehen, zum Auto, zum Restaurant, es kam noch eine Verwandte mit ihrem Mann dazu.... Im Lokal ging es dann stimmungstechnisch, auch wenn sie immer wieder etwas stichelte..... Ignorieren war meine Devise !

    Auf dem Heimweg alles still, zu Hause angekommen, Jacke und Schuhe ausziehen und sofort wieder in den Sessel.... Decke.... Schlafen....

    Ich hatte versprochen, noch einen Anruf abzuwarten.... als der durch war, wollte ich, nach nunmehr mehr als 7 Stunden gehen....

    "Wenn Du meinst dass Du gehen musst..... Bitte!!" kam in einem etwas abweisenden, mürrischen Ton.

    Keine Antwort auf die Frage warum ich noch bleiben soll.... "Du hast ja da gesessen und Dich beschäftigt, da scheint es Dir ja nicht schlecht gegangen zu sein, dann kannst Du ja noch bleiben..." (sie ist zwei Mal wach geworden und wollte, dass ich Ihr etwas bringe! ). Als der Pflegedienst kam, habe ich mich verabschiedet.


    Mir ging es danach gut und ich habe mir seit langem mal keine Gedanken gemacht... Höchstens, dass ich mich auch weniger aufreiben würde wenn ich solche Tage mit einem Telefongespräch abarbeiten könnte.


    @ Martin Homborg

    Töchterliche Liebe? würde das nicht beinhalten, dass ich sie in den Arm nehmen kann und trösten?

    Mein Vater hat mir vor fast 50 Jahren das Versprechen abgenommen, dass ich mich um meine Geschwister (alle um einiges jünger als ich) und meine Mutter kümmere, falls ihm etwas zustoßen sollte.... kurz darauf ist er bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Bei meinen Geschwistern fühlte ich mich irgendwann nicht mehr verpflichtet (als der jüngste 30 wurde). Bei meiner Mutter fühle ich mich an das Versprechen gebunden...


    So genug für heute, hab wieder viel geschrieben, danke für Eure Geduld

    Liebe Schwarzerkater,


    vielen Dank für Deine Ausführungen. Ich bewundere immer wieder, wie Du Dinge verbal auf den Punkt bringst und mir damit einen Schritt weiter hilfst.


    Ich werde berichten, was aus dem Geburtstag geworden ist ...


    Danke !

    Ich würde gerne noch einmal auf das Thema Geburtstag kommen....

    Der Geburtstag meiner Mutter ist nächste Woche. Vor ca. 10 Tagen beschwerte sie sich bitterlich, dass keiner an ihren Geburtstag gedacht hat, niemand gratuliert hätte und an dem Tag nichts war.

    Ich habe sie gefragt, wann sie denn Geburtstag hat... sie nannte korrekt Tag und Monat.... Sie wußte aber nicht welchen Tag wir haben und wie lange es noch bis zum Geburtstag ist... Zwei Tage später kam wieder "Keiner hat mir zum Geburtstag gratuliert".

    Ich werde an ihrem Geburtstag zu ihr fahren und mit ihr und den beiden anderen Damen, die sie betreuen, essen gehen. Vielleicht ist ja noch ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt möglich, das kommt auf ihre Stimmung an...

    Was davon letztlich ankommt, weiß ich nicht. Aber den Geburtstag zu übergehen wäre eine sehr schlechte Idee....

    Hallo lieber Martin Hamborg,

    danke für Ihre aufbauenden Zeilen und Ihre lieben Worte.

    Leider komme ich mir so wenig liebevoll vor! Ich schaffe es nicht mehr, meine Mutter liebevoll zu umarmen oder tröstende Worte zu finden ... Es ist einfach zu viel geschehen...

    Wie lange schon? Seit sieben Jahren! Sie ist damals in meine Nähe gezogen, weil sie davon ausging dass zwei ihrer Kinder sich dann kümmern können.... das andere Kind hat sie vergrault ... das mag nicht mehr, schon lange nicht mehr.... und zwei weitere sind weit weg ....

    Es gibt sicher die Situationen, in denen sie sagt, dass ich mich ja kümmere und dass sie dankbar ist, aber sie sagt es und im nächsten Moment ist dann alles wieder furchtbar und schrecklich und alle bevormunden sie, und so weiter....

    Auf die Frage was sie denn gerne möchte, was sie sich wünscht, kommt dann ein harsches "ich wünsche in Ruhe gelassen zu werden"...

    Es ist so traurig und frustrierend, dass ich es nicht schaffe, über meinen Schatten zu springen und das alles zu ignorieren und zu überhören ....


    Herzliche Grüße und einen schönen 2. Advent

    Liebe Ecia und Buchenberg

    auch von mir mein herzlichstes Beileid .

    Ich wünsche Euch für die kommenden Tage und Wochen viel Kraft und viele liebe Menschen um Euch herum, die Euch unterstützen...

    Alles Liebe

    Guten Abend Ihr Lieben,


    habe mich schon lange nicht mehr gemeldet und es hat sich nichts grundlegend geändert.


    Da ich mich etwas öfter weigere einfach anzutanzen, weil der Schlüssel verschwunden ist oder das Telefon angeblich nicht funktioniert, obgleich meine Mutter gerade mit eben diesem Telefon mit mir telefoniert, bin ich nun ganz böse....


    Ich habe mir erlaubt, Ende Oktober für eine Woche zu meiner Freundin nach Spanien zu fliegen und meine Mutter hat überall verkündet dass es rücksichtslos und verantwortungslos von mir sei, dass ich meine schwer kranke Mutter einfach alleine lasse.... Ich weiß von keiner Krankheit außer von ihrem Alter und ihrer Demenz.... Sie war versorgt, es kam täglich zwei Mal der Pflegedienst und sie hatte innerhalb der Woche jeden Tag zusätzlich noch jemanden der mit ihr spazieren gegangen ist... im Rollstuhl, weil sie sich weigert, mehr als nötig zu laufen. Sie will immer jemanden um sich haben, aber immer gerade denjenigen, der im Moment nicht vor Ort ist.... Sie beschwert sich, bevormunde zu werden, nicht gefragt zu werden, kann aber auf die einfache Frage, was möchtest Du heute essen, Auswahl A, B oder C keine Antwort geben, sagt entscheide Du, um sofort danach wieder verärgert zu verkünden, dass man sie bevormundet....


    Sie hat mir letztens erklärt , sie verlange von mir keine Sonderleistungen, nur das Selbstverständliche.... Das sei doch nicht zu viel verlangt.

    Ich habe nachgefragt, was denn das Selbstverständliche sei.... Dass sie ein sauberes Bett habe, dass bei ihr alles sauber sei, dass ihre Wäsche gewaschen wird, dass ich für sie einkaufe und Ordnung halte und ihr helfe wann immer sie Hilfe erwarte.... Klare Ansage, oder?

    Sie hat mich verbal angegriffen, weil sie das Gefühl hat, ich helfe ihr nicht gerne... Nein, ich gebe zu, dass mich die Berge nasser Wäsche nicht begeistern, die entstehen, weil sie ihr Inkontinenzhöschen zuweilen nicht trägt... warum sie sie nicht trägt ist nicht zu klären...


    Mein Kopf sagt mir immer wieder, nimm sie nicht ernst, warum aber um alles in der Welt verletzt dann dieses Verhalten mich immer wieder...

    Sie hat in einer Woche Geburtstag und mir graut ein wenig davor... Ich weiß nie, was ankommt und was nicht, ich weiß nie, wieviel Wahrheit und wieviel Show ist... sie war zeitlebens ein Mensch der anderen gut etwas vormachen konnte....


    Und sie versucht weiterhin, uns unter Druck zu setzen... sie will nicht mehr, gib mir eine Tablette, ich nehme mir das Leben .... Erpressung eben.... wie schon seit Jahren, mit Pausen, aber doch immer wieder.


    Oh weh, nun habe ich Euch wieder einmal mein Herz ausgeschüttet... Danke für Eure Geduld


    Ich wünsche Euch allen eine schöne Adventszeit... Passt auf Euch auf

    Guten Abend, all Ihr Lieben,


    heute muss ich mal wieder schreiben...


    vor vier Tagen ist die Schwester meiner Mutter zu Besuch gekommen und wir haben an drei aufeinanderfolgenden Tagen meine Mutter besucht, waren zwei Mal mit ihr Essen, haben an einem Nachmittag zusammen Kaffee und Kuchen genossen.... und es war für mich einigermaßen schwierig...


    Ich weiß nicht, ob meine Mutter ihre Schwester überhaupt erkannt hat.


    Ich habe mich etwas im Hintergrund gehalten um den beiden Raum für Gespräche und Erinnerungen zu geben, aber es kam kaum etwas. Mutter hat mit ihrer Schwester fast genauso wenig geredet wie mit mir und ich habe vergeblich nach einem Zeichen der Freude oder dergleichen gesucht. All ihre Äußerungen und Gesprächsbeiträge waren vorwiegend negativ, passten selten zusammen oder zum Thema und ich war schon lange nicht mehr so traurig wie an den drei Tagen. Meine Mutter meinte dann aber, es hätte Spaß gemacht und sie habe sich über die Menüfolge gefreut. Es ab kein Menü.... Es gab einfach ein Mittagessen.... Meine Tante meinte, sie bewundere meine Geduld, aber das hilft mir auch nicht wirklich weiter..... Ich bin mit meiner Geduld oft am Limit, vor allem, wenn wieder der Schwall an Vorhaltungen kommt... Ich weiß, es ist die Krankheit, aber es läßt einen deswegen nicht weniger hilflos dastehen.


    Heute kam dann ein Anruf von Mutter, sie finde ihren Schlüssel nicht.... sie habe stundenlang gesucht....

    Ich habe mit ihr zusammen am Telefon (geh bitte zu der Braunen Jacke, geh bitte zur blauen Jacke, schau bitte in die Taschen der Weste.....) versucht das Problem zu lösen.... "Ich finde nichts"

    Ich bin dann hingefahren, weil sie nur den einen Schlüssel für ihre Wohnung hat und ich keine neuen Probleme hervorrufen wollte..... Die Schlüssel waren in der Tasche der Weste...


    Elbe

    die Angst vor den Besuchen kenne ich auch... sie war jetzt auch wieder sehr stark da, als ich mit meiner Tante zu Mutter gefahren bin.


    Silly

    Ich kann Dir nur beipflichten. Die Texte von Rose60 haben auch mir sehr geholfen.


    Rose60

    Danke für die vielen Gedanken und Tipps


    Ich wünsche Euch allen einen guten Start in die Woche, wenig Probleme mit den Aufgaben die wir alle zu bewältigen haben und jeden Tag mindestens einen Menschen der Euch signalisiert, dass Ihr einen guten Job macht!


    Alles Liebe Taybeere

    Hallo Rose60,


    danke für Deine Ausführungen.


    Ich hoffe, es ist ok, wenn ich das so klar anspreche.

    Selbstverständlich ist das OK, ich bin Dir sehr dankbar, denn oft steht man da und zweifelt an seinem Verstand. Klare Worte sind dann hilfreich.


    Anerkennung für Dinge, die ich für meine Mutter tue erwarte ich schon lange nicht mehr von ihr. Was mich jedoch zuweilen irritiert ist, dass sie mir Dinge in die Schuhe schiebt, die mein Bruder für sie entschieden hat und die ihr nicht passen, nur weil es anscheinend nicht sein kann, dass er das war... er macht doch alles richtig, er kümmert sich doch so.... (hat sie seit mehr als 5 Jahren nicht mehr persönlich gesehen!)... Daran habe ich noch ein wenig zu arbeiten...


    Liebe Grüße

    Taybeere

    Hallo Ihr Lieben,


    ich wünsche allen einen schönen Sonntag.



    Deine Mutter scheint mit dem Alleine sein nicht so gut zurecht zu kommen, vielleicht könntest du mal nach einer Tagespflege für sie Ausschau halten. Dort wird sie beschäftigt, geht mit den anderen spazieren, es gibt ein gemeinsames Frühstück, Mittagessen und Kaffee und Kuchen, etc.

    Leider verweigert meine Mutter jeden Kontakt zu anderen Menschen. Die sind ihr alle zu blöde, nicht ihr Niveau (org. Ton). Selbst als es ihr noch sehr viel besser ging hatte sie diesen für mich nicht nachvollziehbaren "Standesdünkel", den ich total furchtbar finde. Das Essen in solchen Einrichtungen ist nur Fraß, man will sie bevormunden, da sind nur alte Leute....


    Deine Mutter hat eine Pflegestufe und Du hast einen Pflegedienst mit an Bord, korrekt?


    Der Pflegedienst hat keine emotionale Beziehung zu ihr, die machen ihre Arbeit und gut ist.

    Mutter hat Pflegegrad drei , der Pflegedienst kommt jeden Morgen zum Aufstehen/Anziehen und Frühstück bereiten und jeden Abend zum ins Bett bringen, sowie Samstag und Sonntag zum Mittagessen erwärmen.

    Die Pfleger und Pflegerinnen sind sehr liebevoll und zugewandt, ich kann sie nur alle sehr loben. Ich stehe in engem Kontakt mit der Pflegestation, die sich auch immer wieder Gedanken machen, wie man meiner Mutter helfen kann. Von Montag bis Freitag ist täglich zusätzlich jemand 2-3 Stunden bei ihr, zwei Damen wechseln sich mit mir ab.

    Auf den Vorschlag, sie könnte doch Mal einen Tag die Tagespflege anschauen reagiert Mutter total ablehnend und wütend.... "Ich wünsche in Ruhe gelassen zu werden!" ... Die Menschen, die sich um sie kümmern sieht sie als ihr Personal (was sie früher einmal hatte) an und behandelt uns zuweilen auch so.


    Ich weiß, das meiste ist dieser verflixten Krankheit anzulasten. Und doch habe ich oft das Gefühl, dass sie sehr genau weiß was sie sagt oder tut und dass sie oft auch angreifen und verletzen will.... ich weiß es einfach nicht.


    Danke für Eure Gedanken und Ratschläge.


    Liebe Grüße

    Taybeere