Beiträge von Stern0709

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    Liebe Alfi,

    mit diesen vielen Problemen rund um das Thema Narzissmus hab ich (zum Glück) überhaupt keine Erfahrung. Eigentlich bin ich hier im Forum überhaupt zum ersten Mal darauf aufmerksam geworden und hab mich dann erstmal ein bisschen schlau gemacht.

    Da hast du wirklich noch eine Menge extra Last zu tragen.

    Die vielen Beschuldigungen meiner Mutter sind auch so schon genug für mich. Wenn ich mal so zurück denke:

    1. Pflegeantrag vor 3 Jahren abgelehnt, meine Schuld, nicht gut genug begründet!

    2. Pflegeantrag vor 2 Jahren: PG 3, jetzt bin ich deinetwegen krank!

    Unter anderem ihre völlig schwachsinnigen und an den Haaren herbei gezogenen Begründungen gegenüber Nachbarn und Bekannten, vor denen ich mich dann auch noch rechtfertigen musste, haben mir jede Menge Nerven gekostet.


    Ich wünsche dir auf jeden Fall heute einen ruhigen Besuch bei deiner Mutter ❤️🌺

    Danke Herr Hamborg für ihre Erklärung und vor allem den sehr interessanten Hinweis auf die Möglichkeit der „Erprobung“ in einer Kurzzeitpflege.

    Daran hab ich bisher überhaupt noch nicht gedacht und ich werde das auf jeden Fall mit dem Pflegedienst bzw. Arzt besprechen.

    Ich denke sogar ein Doppelzimmer würde meiner Mutter gut tun, vor allem, weil sie sich auch ständig über Einsamkeit beklagt. Jedoch befürchte ich, es wird zum jetzigen Zeitpunkt absolut schwierig, ihr das nahe zu legen. Dagegen hat sie sich schon seit eh und je gesträubt. Den Zusammenhang erkennt sie vermutlich nicht.

    Ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht, im Moment aber vor allem dankbar über jeden Tag, an dem es keine Vorfälle gibt.

    Vielen Dank und viele Grüße

    Stern

    Lieber Sohn & Schwiegertochter & Nicole,

    ich stimme euch beiden, Sohn und Schwiegertochter, voll und ganz zu. So lieb wir unsere dementen Angehörigen haben, irgendwann drängen viele verschiedene Umstände in jeder einzelnen Situation uns dazu, auf den Plan B zurückzugreifen.

    Letztendlich hängt eigentlich alles von der Gesundheit der Pflegeperson ab. Wir haben hier schon viele Beiträge von pflegenden Angehörigen gelesen, die in die Richtung „ich kann nicht mehr“ gehen. An diesem Punkt kommt dann Plan B ins Spiel. Oft viel zu spät.

    Aber ich verstehe auch dich liebe Nicole. Du hast hier schon sehr viel und gut beschrieben, mit welcher Hingabe du deine Mutter pflegst und dich um alles kümmerst.

    Wenn an dieser Stelle dann die Empfehlung Heim kommt, ist das erstmal schockierend, das empfinde ich genauso. Aber diese guten Ratschläge kommen hier von lieben Menschen, die dir und auch mir gegenüber schon jahrelange Erfahrungen voraus haben. Das ist mein Empfinden. Letztendlich muss jeder Pflegende für sich die Entscheidung treffen, an welcher Stelle der Plan B zum Einsatz kommt.

    Ich verstehe auch sogar unsere dementen Angehörigen. Jeder möchte am liebsten so lange, wie es irgendwie geht zu Hause bleiben. Leider haben sie aber den Blick auf die Realität verloren und können die Probleme nicht mehr einordnen. Das erfordert von den Pflegenden irgendwann mehr Kraft, als vorhanden ist.

    Ich habe allergrößte Achtung vor dir, liebe Nicole und ich wünsche dir, dass es für dich in deinem Sinne positiv weitergeht. Deine Mama ist dir ganz bestimmt sehr dankbar dafür, auch wenn sie es nicht mehr zum Ausdruck bringen kann.

    ABER: Bitte verliere dich selbst nicht aus den Augen! ❤️

    Ich habe mir fest vorgenommen, all diese schwierigen Dinge für später früh genug zu planen und zu regeln, um meinen Kindern diese unendliche Last nicht aufzubürden. Das will ich auf gar keinen Fall.


    Alles Liebe für Euch!

    Liebe Alfi,

    meine Mutter lebt ja bereits im betreuten Wohnen und ich wohne in 470 km Entfernung.

    Deshalb macht sie mir auch regelmäßig Vorwürfe, aber mittlerweile sehe ich das für mich positiv. Außer die langen Fahrten, wenn wir zu ihr fahren.

    Scheinbar haben wir mit „diesem“ betreuten Wohnen eine ziemlich gut Wahl getroffen, denn es wird sich dort um Vieles gekümmert.

    Die Bewohner sitzen nicht den ganzen Tag in ihrer Wohnung, vormittags werden kleine gemeinsame Dinge gemacht, Bingo, Basteln, Sport. Einmal pro Woche gemeinsam einkaufen, alles nach Bedarf. Geburtstage werden gemeinsam gefeiert und die Arzttermine erledigt. Es wurde uns zugesagt, dass die Unterbringung und Pflege dort auch bis zum Lebensende möglich sind.

    Also eigentlich kein Grund zur Klage, jedenfalls unsererseits nicht. Leider versteht meine Mutter das alles nicht.

    Ich habe allerdings auch schon viele andere Dinge und Meinungen über betreutes Wohnen gehört, also dass es vielerorts ganz anders abläuft.

    Momentan kann ich nur hoffen, dass es in naher Zukunft mal wieder entspannter wird und das alles nur eine Phase ist.

    Auf jeden Fall halte ich mich an Eure wertvollen und lieben Ratschläge und das tut mir sehr gut. Heute war ein Tag ohne Kontakt und es geht mir schon ein kleines bisschen besser. Die letzten Tage waren einfach zu viel des Bösen.

    Trotzdem nochmals Danke liebe Alfi 🤗🌺

    Alleine schon die Anrufe machen mich psychisch fertig.

    Liebe Alex,

    ich verstehe dich sehr sehr gut. Ich hatte mit meiner Mutter exakt die gleichen Probleme letztes Jahr, als es noch um mehr Hilfe zu Hause bzw. später um den Umzug ging.

    Letztendlich haben wir ihr keine große Wahl mehr geboten, sie konnte unmöglich alleine in ihrer Wohnung weiter leben.

    Irgendwannn kam eine Einsicht, nachdem mein Mann Klartext mit ihr geredet hat. Sie stimmte dem Umzug ins betreute Wohnen zu.

    Ich dachte, damit müsste endlich Ruhe einkehren, aber leider habe ich mich da schwer getäuscht. Auch nach dem Umzug regelmäßiges Schimpfen, Drohungen und Beleidigungen.

    Genau deshalb musst du für dich versuchen, den Telefonterror zu unterbinden. Er macht uns krank und damit ist niemandem geholfen, auch deiner Mutter nicht.

    Ich hab selbst gerade auch wieder eine sehr schwierige Phase mit meiner Mutter. Ihr aggressives Verhalten wird immer schlimmer.

    Es tut mir gut, dass ich heute mal nichts von ihr gehört habe. Aber es ist auch bei mir so, dass ich mich bei jedem Telefonklingeln erschrecke. Das muss sich unbedingt wieder ändern. Im Laufe der Zeit wird es einfacher, nicht jedes Mal ans Telefon zu gehen, diese Erfahrung hab ich gemacht.

    Bitte versuche auch DU das unbedingt!

    Alles Liebe

    Hallo ihr Lieben,

    euer Zuspruch und eure wirklich lieben Worte sind momentan das Einzige, was mir Mut macht. Eben das Verstandenwerden tut mir gut. Danke dafür!!!

    Meine Mutter kommt mit ihrem Telefon selbst nicht mehr wirklich klar. Selten gelingt das noch. Letzte Woche an einem Abend kurz vor Mitternacht klappte es 11mal hintereinander. Ich frage mich allerdings, wen sie um diese Uhrzeit vielleicht noch anruft… Da bin ich aber auch nicht rangegangen.

    Problem ist nur, wenn der Anruf vom Diensttelefon oder einer anderen Handynummer kommt. So war es die letzten Tage. Die Dame gestern hat sich gleich erstmal bei mir dafür entschuldigt, bevor meine Mutter zu Wort kam. Ich kann nicht deren Nummern blockieren.

    Das Pflegepersonal tut mir auch wirklich leid, denn ich konnte bisher noch nichts Negatives sagen. Alle sind echt lieb und haben eine Engelsgeduld. Nur zur Ruhe kriegen sie meine Mutter eben nicht. Außer mit spazieren gehen,

    aber das ist nicht jederzeit immer gleich machbar, was ich auch wieder verstehe.

    Der Pflegedienstleiterin hab ich heute schon gesagt, dass ich solche Anrufe demnächst zügig beenden werde.

    Heute war bis jetzt ein ruhiger Tag, kein Anruf, ich hoffe, es bleibt dabei.

    Seid alle lieb gegrüßt!

    Eure Stern

    Heute ein weiterer, nicht zu bremsender Anruf meiner Mutter. Neuerdings erzwingt sie vom Pflegepersonal den Anruf über den Telefonanschluss der Einrichtung. Ich dachte also, jemand vom Pflegedienst ruft mich an.

    Meine Mutter schrie ins Telefon, immer und immer wieder, sie will nach Hause, wird nicht rausgelassen und ich habe sofort dort zu erscheinen und sie nach Hause zu bringen. Dazu heftige Beschimpfungen und Beschuldigungen.

    Ich versuchte sie immer wieder zu beruhigen, aber sie ließ mich nicht einen einzigen Satz zu Ende sprechen.

    Das Gespräch dauerte 19 Minuten, davon 16 Minuten in der oben beschriebenen Art und Weise. Plötzlich kurz vor dem Ende wurde sie ruhiger, nachdem ich es doch noch geschafft hatte, auf das Wetter abzulenken.

    Die diensthabende Dame vom Pflegedienst konnte sie auch nicht bremsen und es war auch nicht die Möglichkeit, mit meiner Mutter ein Stück nach draußen zu gehen, da sich das Ganze ein paar Minuten vor der Essenszeit abspielte.

    Morgen früh erneute Rücksprache mit der Pflegedienstleiterin.

    Ich hoffe, es wird schnellstens eine Lösung gefunden, es kann so nicht weitergehen mit meiner Mutter und auch ich verkrafte es nicht.

    Meiner Meinung nach müsste sie sofort wieder in die Klinik. Die Entlassung nach drei Tagen in der vergangenen Woche verstehe ich bis heute nicht.

    Können das auch Nebenwirkungen der höheren Dosis Memantin sein? Vielleicht können die Experten das einschätzen?

    Bin weiterhin ratlos.

    Liebe Grüße

    Stern

    Ja liebe Rose60, da hast du vollkommen Recht.

    Ich hatte schon angefangen, mir Vorwürfe zu machen wegen des betreuten Wohnens.

    Darum vielen lieben Dank für deinen Zuspruch. Es gibt sicher auch andere Erfahrungen mit betreutem Wohnen, aber jedesmal, wenn ich jemandem beschreibe, wie es dort bei meiner Mutter läuft, erhalte ich die gleiche Einschätzung, wie du sie auch eben gemacht hast. Ich glaube, sehr viel anders läuft es auch in einem Pflegeheim nicht.

    Liebe Grüße und eine gute, erholsame Nacht!

    Liebe Rose60,

    viele gute Meinungen über dieses betreute Wohnen haben uns letztes Jahr unter anderem zum Entschluss gebracht, meine Mutter dort unterzubringen.

    Der Pflegedienst ist im Haus stationiert und 24/7 sind mehrere Pflegekräfte vor Ort. Meine Mutter wird zu jeder gemeinsamen Mahlzeit von ihrer Wohnung abgeholt und auch wieder zurückgebracht, da sie sich selbst nicht zurecht findet. Vormittags werden gemeinsam kleine Dinge zusammen gemacht, Bingo, Basteln, Einkaufen oder spazieren gehen und die Arzttermine werden mit ihr erledigt. Das Personal bemüht sich wirklich, das kann ich nicht anders sagen. Das Problem der Nähe zu ihrem früheren Haus in 200 Metern Entfernung war uns allerdings nicht bewusst . Auch von der Einrichtung kamen diesbezüglich keine Einwände.

    Gerade hatte ich noch ein langes Telefonat mit dem Pflegedienst. Auch sie sind sprachlos über den Verlauf der letzten Tage und dem heutigen Verhalten meiner Mutter.

    Sie wird ja nicht nur zu mir, sondern auch dem Pflegepersonal gegenüber richtig böse und wütend.

    Nächste Woche wird jedenfalls erstmal streng beobachtet und dann müssen wir weitersehen. Die weiteren Erhöhung der Memantindosis sehen sie als skeptisch. Wenn meine Mutter dadurch den halben Tag schläft und dann dafür in der Nacht aktiv wird, ist auch niemandem geholfen.

    Der Höherstufungsantrag wurde auch abgelehnt, also es wird mir mit Sicherheit nicht langweilig.

    Hallo ihr Lieben,

    der besagte 09.04. ist ja nun vorbei und wir haben einige Tage voller ungeahnter Überraschungen hinter uns.

    Meine Mutter wurde wie geplant am 9.4. stationär aufgenommen, allerdings nicht in die offene sondern geschlossene Psychiatrie der PIA aufgrund ihrer Hinlauftendenz.

    Ich sollte zeitnah durch einen Arzt telefonisch informiert werden, wie der Sachstand ist und was genau getan wird. Grund der Einweisung war ihr aggressives Verhalten und die Hinlauftendenz, die Medikation sollte verändert werden. Leider blieb der versprochene Anruf aus und ich erkundigte mich am Abend des nächsten Tages, ob meine Mutter wenigstens die Einweisung erstmal einigermaßen verkraftet hat. Eine Azubine am Telefon konnte und durfte mir keine Auskunft geben und bat mich, am nächsten Vormittag anzurufen, dann wäre ein Arzt zu sprechen.

    Also Donnerstag Vormittag wieder angerufen.

    Ich sprach mit einer Ärztin, die mir dann völlig überraschend sagte, es ist alles gut, so schlimm ist es nicht mit ihrer Mutter, morgen früh wird sie nach Hause entlassen!

    Darüber war ich erstmal sprachlos.

    Gestern früh bestellte man ein Taxi und meine Mutter wurde nach Hause gebracht in ihre Wohnung. Erstmal hatte sie dem Taxifahrer die falsche Adresse gesagt, also da hat sich scheinbar niemand verantwortlich gefühlt, dafür zu sorgen, dass sie auch zu Hause ankommt. Das Pflegepersonal aus dem betreuten Wohnen sah zufälligerweise das herum irrende Taxi und löste die Situation.

    Gestern Abend telefonierte ich mit meiner Mutter und sie war verwirrt, wie noch nie zuvor. Fragte mich, ob ich wüsste, wo ihr Mann und ihr Kind sind. Sie kommt aus dem Urlaub und zur Arbeit muss sie auch noch.

    Ich soll ihrer Tochter ausrichten, sie ist zurück.

    Aus dem Entlassungsbericht konnte ich erfahren, dass die Dosis an Memantin erhöht wurde und nächste Woche eine weitere Erhöhung geplant ist.

    Vor 2 Stunden ein Anruf meiner Mutter:

    die gleiche Agressivität, wie in den letzten Wochen, für alles, was ihr nicht passt, bin ich verantwortlich, die Wohnung ist nicht ihre und ich soll sie gefälligst zu ihrer Mutti bringen!

    Lange Rede kurzer Sinn: Das alles hat außer Aufregung nichts gebracht. Ich weiß nicht, was ich vom Vorgehen des KH halten soll und die Aggressivität meiner Mutter macht mich fertig.

    Bin ratlos !????

    Liebe Grüße

    Stern

    Liebe Zebulon,

    ich hab schon eine ganze Weile nachgedacht über dein Problem mit dem Duschen.

    Bei uns ist es mit meiner Mutter noch nicht ganz so dramatisch, sie diskutiert auch mit der Pflegekraft, aber meistens lässt sie sich überreden. Mir ist letztens aufgefallen, dass sie neuerdings wieder Freude am Radiohören hat.

    Vielleicht hört dein Vater auch gerne Musik und ihr probiert es mal mit einem Radio oder CD im Badezimmer, am besten mit seiner Lieblingsmusik?

    Versuchen kann man es auf jeden Fall mal.

    Ich wünsche dir viel Glück, dass es klappt und er irgendwie überredet werden kann ✊

    Liebe Grüße

    Stern

    Ich hab grade eure interessanten Beiträge zu diesem, für mich noch schwierigen Thema, gelesen.

    Bis Mitte Februar hatte ich mit meiner Mutter diese „Sorge“ noch nicht.

    Eines Abends telefonierte ich mit ihr und sie fragte mich plötzlich, ob ich wüsste, wo mein Vater ist. Er ist seit knapp 10 Jahren tot.

    Ich wusste zwar, dass solche Fragen von Demenzkranken gestellt werden, aber in diesem Moment war ich so schockiert, dass ich erstmal nach Luft schnappen musste und auch nicht gleich eine Antwort parat hatte.


    Ich habe damit immer noch Probleme, weil solche schwierigen Situationen ja oft unvermutet kommen und mir dann die Zeit und Idee schlicht fehlt da adäquat zu reagieren.


    Das geht mir auch immer noch so und deshalb DANKE an euch für die guten Tipps!

    Irgendwie kann ich auch immernoch nicht das Gefühl loswerden, dass ich sie anlüge.

    Liebe taybeere,

    zuerst mal, es ist gut und richtig, dass du dein Herz hier ausgeschüttet hast und deinen Frust mit uns teilst. Das befreit ein kleines bisschen von dieser großen Last.

    Ich verstehe dich nur zu gut, denn ich hab die gleichen Probleme mit meiner Mutter durchgemacht und es geht immer noch weiter. Wie die anderen schon beschrieben haben, hilft es nur, all die vielen Schuldzuweisungen nicht persönlich zu nehmen. Aber auch das ist super schwierig.

    Mir gelingt das mal besser und mal schlechter.

    Ich sage mir oft, das ist nicht der Charakter meiner Mutter, es ist die Demenz, die das aus ihr macht!

    Auf jeden Fall kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen, es hilft, die Kontakte zu reduzieren. Das hab ich hier sehr schnell gelernt und dafür bin ich dankbar.

    Wirklich schade, dass man nicht weiß, wie lange diese schreckliche Phase andauern wird, es gibt kein Licht am Ende des Tunnels…

    Einige Male hatte ich den Eindruck, es sieht so aus, als würde es besser, aber ein paar Tage später wurde ich eines Besseren belehrt.

    Tu dir was Gutes, um dir Ablenkung zu verschaffen, Dinge, die dir Freude bereiten.

    Schreib dir hier jeden Tag den Frust von der Seele….. du wirst gehört und verstanden!


    Alles Liebe für dich ❤️

    Liebe Tochter,

    ich verstehe dich soooo gut! Mir ging es ja letztes Jahr genauso. Ich hab mir wochenlang jeden Tag Gedanken und Sorgen gemacht und keine Nacht vernünftig geschlafen.

    Man fühlt sich, als wenn man gegen dicke Betonwände läuft und das täglich aufs Neue.

    Meine Mutter sagte irgendwann zu mir „unterlasse deine guten Ratschläge, die interessieren mich sowieso nicht“.

    Letztendlich hat mein Mann Klartext mit ihr geredet, persönlich, nicht am Telefon und zwar richtig heftig.

    Wäre es ein Option, wenn dein Bruder oder dein Mann so ein Gespräch mit deiner Mutter mal führt?

    Ansonsten hört es sich wirklich so an, als wenn erst etwas passieren muss. Da will man doch garnicht dran denken.


    Ich wünsche dir, dass du hoffentlich schnell eine Lösung finden kannst und vor allem, vergiss dich selbst nicht dabei.


    Alles Liebe <3

    Aus all den guten Gründen haben wir uns auch für dieses betreute Wohnen entschieden.

    Ein Pflegeheim in der Nähe hatten wir uns auch angesehen. Die Betreuung wäre fast die gleiche gewesen, aber die Räumlichkeiten waren eine Katastrophe. Das wollte ich meiner Mutter nicht antun.

    Für morgen hab ich ein mulmiges Gefühl. Meine Mutter weiß ja noch nicht, dass sie morgen ins KH muss. Ich hatte es so mit der Pflegedienstleiterin besprochen. Die Aufregung vorher wollten wir ihr ersparen.

    Ich hoffe, es wird kein allzu großes Drama.

    Vorhin hab ich mit meiner Mutter telefoniert.

    Da war sie relativ ruhig. Sie sagte mir, dass sie dort sowieso ausziehen möchte, weil sie keine Lust hat, dort immer arbeiten zu müssen…🙈

    Da musste ich ein bisschen lachen.

    Also lass ich morgen erstmal auf mich zukommen und hoffe, ihr wird geholfen und der Rest verschlimmert sich nicht extrem.

    Liebe Grüße

    Stern

    Liebe Magret,

    ich möchte jetzt gerne vorschlagen, auch du ziehst einfach einen Strich unter die Sache.

    Vielleicht hast du auch alles ein bisschen überbewertet. Selbst wenn es nicht so ist und du die Worte von Rose60 so empfunden hast, dann kannst du sicher auch damit leben.

    Jeder von uns hier hat sein Päckchen zu tragen und ist dadurch mal mehr, mal weniger belastbar oder vielleicht auch empfindlich.

    So ist es jedenfalls bei mir.

    Du bist noch nicht lange hier im Forum und hast in dieser kurzen Zeit schnell festgestellt, wie wertvoll es ist und wie gut es tut, sich hier austauschen zu dürfen. Sicherlich helfen dem oder der Einen oder Anderen deine jahrelangen Erfahrungen auch weiter.

    Deshalb solltest auch Du hier weiterhin bleiben. Hier gibt es täglich neue Sorgen und Probleme, die viel wichtiger sind, als sich zu ärgern.

    Liebe Grüße

    Stern

    Liebe Tochter60,

    wir haben das Gleiche mit meiner Mutter erlebt. Sie lehnte kategorisch den Pflegedienst ab und sagte von vornherein, sie lässt niemanden in die Wohnung.

    Darüber war ich auch frustriert und knickte erstmal ein. Ich merkte jedoch immer öfter an den Aussagen meiner Mutter am Telefon, dass sie nicht sicher war, ob sie ihre Medikamente genommen hat oder nicht.

    Ich hab das dann mit der Leiterin des Pflegedienstes besprochen und sie machte den Vorschlag mit einer Wochenbox für die Medikamente zu beginnen. Das machten wir dann auch erstmal so und siehe da, es gab nur am ersten Tag eine Diskussion an der Tür, weil meine Mutter die Dame nicht kannte.

    Leider ging das alles aber nicht lange gut, denn die Wochenbox schützte nicht vor dem Vergessen der Einnahme.

    Ich fand 2 Biergläser voll vergessene Tabletten im Schrank meiner Mutter, die Sie sammelte, für den Fall, dass sie mal keine mehr hat!

    Dementsprechend war auch ihr Zustand schlecht, denn auch die Tabletten gegen die Depressionen hatte sie nicht genommen.

    Das war für mich endgültig das Zeichen, dass es so nicht mehr weitergehen konnte.

    Ich vereinbarte dann 2x täglich Med.gabe.

    Meine Mutter war nicht einverstanden und drohte weiter, die Damen nicht rein zu lassen.

    ABER: Es passierte nichts! Meine Mutter war sanft, wie ein Lamm, ließ sich die Tabletten geben und dann tschüss. Das ganze dauert ja sowieso nur ein paar Minuten.

    Manchmal wusste sie auch garnicht mehr, dass sie dort waren.

    Weiter ist es ja auch so, dass sich die Leute vom Pflegedienst mit solchen Situationen auskennen und sich nicht gleich abwimmeln lassen.

    Zusätzlich hatte ich meiner Mutter noch gesagt, dass wir keine andere Möglichkeit mehr haben und es jetzt so gemacht wird, ob es ihr gefällt oder nicht, keine Diskussion.

    Manchmal geht es eben leider nicht anders.


    Vielleicht könnt ihr mit dem Pflegedienst eine Probewoche vereinbaren? Ggf. auch für die Haushaltshilfe?


    Ich wünsche dir viel Erfolg und gut Nerven!


    Liebe Grüße

    Stern

    Vielleicht ist es auch der Wille beschäftigt zu sein, ich weiß es nicht. Bei meiner Mutter hab ich mehr das Gefühl, sie tut es um Dinge gut zu verstecken. Wir sind zum Beispiel immer auf der Suche nach nicht mehr vorhandenem Geschirr. Sie meint, DIE klauen mir alles. Letzte Woche fand ich 3 benutzte Messer schön in Toilettenpapier eingewickelt zwischen ihrer Unterwäsche im Badschrank 🙈

    So taucht das ein oder andere Teil manchmal wieder auf, wenn ich auf der Suche nach etwas bin. Aber vieles bleibt verschwunden….

    Lass uns drüber schmunzeln 😅