Beiträge von Stern0709

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    Danke für deine gute Einschätzung liebe SunnyBee. Das hört sich so ungefähr genau, wie bei mir an. Leider habe ich keine Geschwister, so dass alles an mir abprallt.

    Das viele Diskutieren hab ich mir schon abgewöhnt, dank dieses Forums hab ich das gelernt. Das sagte ich auch schon.

    Sie lebt nun seit einem halben Jahr im betreuten Wohnen und ist dort, wie ich finde, sehr gut umsorgt. Wir besuchen sie ungefähr einmal pro Monat, mehr geht nicht und das ist auch gut so. Sie versteht mittlerweile auch nicht mehr, was 470km Entfernung bedeuten, insofern bekomme ich das schon zu hören, aber egal, damit kann ich leben.

    Liebe Grüße

    Hallo ihr Lieben,

    neben all den vielen Alltagsgeschichten und Problemen lese ich sehr aufmerksam, was ihr über eure Mutter-Tochter-Verhältnisse schreibt. Mittlerweile stellen sich dazu viele Fragen, was dieses Verhältnis zwischen meiner Mutter und mir betrifft.

    Ich bin ein Einzelkind und die meisten meiner Kindheitserinnerungen habe ich an Dinge, die mein Vater mit mir unternommen hat. Ich hatte zu ihm schon immer einen stärkeren Bezug. Bis auf die „normalen“ Pupertätsprobleme“ hatte ich aber keine großen Schwierigkeiten mit meiner Mutter.

    Aber meine beste Freundin, so wie es bei vielen ist, war sie auch nicht.

    Nach meinem Studium ging ich nicht wieder zurück nach Hause, in einer 50km Entfernung fand ich eine Arbeit. Genau das wirft mir meine Mutter nun schon fast 40 Jahre in mehr oder weniger großen Abständen und aus verschiedensten Anlässen vor. Immer, wenn’s aus ihrer Sicht gut passt.

    Mittlerweile stehe ich da drüber, da ich auch nicht ständig Lust auf immer wieder die gleichen Erklärungen habe. Seit die Demenz Fahrt aufgenommen hat sowieso.

    Alles, was familiäre Angelegenheiten betraf, bekam ich meistens nach erfolgter Entscheidung präsentiert, so zum Beispiel den Verkauf meines Elternhauses.

    Als mein Vater vor 10 Jahren an Krebs erkrankte und per Notarzt ins Krankenhaus kam, erlaubte sie dem Chefarzt keine Auskünfte an mich über seinen Gesundheitszustand. Angeblich um mich zu schützen. Das waren ein paar Beispiele. Jedes Mal fragte ich mich dann, warum tut sie das???

    Wenn ich nachfragte, konnte oder wollte sie mir keine Antwort geben.

    Ansonsten lebte jeder sein Leben, wir telefonierten und trafen uns regelmäßig.

    Im Verlauf der Demenz hatten wir viele Diskussionen. Grundtenor ihrerseits ist immer wieder, ich bin schuldig an ihrer Gesamtsituation. Mittlerweile diskutiere ich nicht mehr, dank euch allen hab ich das gelernt. Ihre aggressive Phase aktuell macht es leider nicht besser.

    Trotzdem kümmere ich mich gerne um alles, ich möchte, dass es ihr gut geht, auch wenn ich 470km entfernt wohne.

    Mir stellt sich die Frage, hat sie all die Dinge ihr Leben lang zurück gehalten und jetzt mit der Demenz lässt sie es ungefiltert raus?

    Ich weiß nicht mehr, was ich davon halten soll.


    Danke erstmal für eure Zeit und fürs Lesen, ich wünsche euch allen noch einen schönen, sonnigen Sonntag.


    Liebe Grüße, eure Stern

    Ganz ehrlich hoffe ich, dass es nicht so weit kommt, dass eine Pflege ansteht. Nicht jeder wird zum Pflegefall.


    Bis dahin habe ich das Thema für mich eigentlich verlagert und möchte erst dann eine Entscheidung treffen, wenn es dann sein muss.

    Das ist natürlich deine Entscheidung und auch dein gutes Recht.

    Es bringt jedoch die Gefahr mit sich, dass ggf. an einem Tag X ein Tsunami auf dich zukommt. Da sind soviele Dinge zu klären und zu organisieren, die unglaublich zeit- und nervenaufreibend sind, das man sehr schnell an seine eigenen Grenzen kommt. Zusätzlich noch der Widerstand der Erkrankten.

    Und da gibt es ja auch noch die bekannten Wartelisten….

    Liebe sommergarten,

    so wie du eben und auch gestern schon beschrieben hast, bedient deine Mutter noch das alte Klischee „Kinder müssen ihre Eltern pflegen“. Sicher ist das aus alten Zeiten überliefert, aber ich finde, es muss der heutigen pflegebedürftigen Generation, also deiner Mutter, deutlich klar gemacht werden, dass es eben nicht mehr so wie früher ist.

    Viele Gründe spielen da eine Rolle, nicht zuletzt die Vollbeschäftigung vieler Frauen.

    Das musst du deiner Mutter unbedingt klarmachen, genauso deine Entscheidung, dass du sie nicht pflegen kannst und willst. Das wird schwierig und ist bestimmt nicht nach einem Gespräch erledigt, aber anders geht’s nicht.

    Entsprechend ihrem jetzigen Gesundheitszustand ist eine Hilfe in der häuslichen Umgebung, also Pflegedienst, bestimmt noch eine Weile möglich. Aber irgendwann geht eben auch das nicht mehr.


    Meine Situation war ähnlich, ich war vollbeschäftigt, 2 Stunden täglich Arbeitsweg und zusätzlich noch 470km einfache Entfernung zu meiner Mutter.

    Meine Mutter sträubte sich gegen alles, Pflegedienst, Tagespflege, Essen auf Rädern…

    Es ging nach der Diagnose der Demenz ungefähr noch ein Jahr mehr schlecht als recht in ihrer eigenen Wohnung.

    In dieser Zeit haben wir, mein Mann und ich, uns schon mal ringsherum informiert. Pflegeheim angesehen, betreutes Wohnen.

    Davon wusste meine Mutter nichts, aber für den Notfall waren wir im Prinzip einigermaßen vorbereitet.

    Letztes Jahr verschlechterte sich ihr Zustand schlagartig und eine Lösung musste her.

    Das Pflegeheim kam nicht in frage, wir entschieden uns fürs betreute Wohnen.

    Das ging natürlich auch nur mit Diskussionen und hat uns viel Nerven gekostet.

    Sie hat dort eine wunderschöne Einraumwohnung mit großem Badezimmer und ihren eigenen Möbeln. Der Pflegedienst ist 24/7 vor Ort und alle sind ganz lieb.

    Meine Mutter sieht das alles etwas anders, aber das ist jetzt eine andere Sache.

    Bevor wir den Mietvertrag unterschrieben haben, erkundigte ich mich dort auch, was ist, wenn sie z. B. bettlägerig wird. Ich hab die Antwort nicht schriftlich, aber es wurde mir zumindest zugesagt, dass die Pflege dort bis zum Lebensende sichergestellt wird und somit nicht irgendwann ein weiterer Umzug notwendig wird.

    Eine Kündigung durch den Vermieter ist nur im Falle von Mietrückstand möglich, so steht es im Mietvertrag. Ansonsten ist es im betreuten Wohnen ja so, dass jede Extraleistung separat in einem Pflegevertrag vereinbart wird, je nach Höhe des Pflegebedarfs.

    Alles in allem sind wir mit dieser Lösung sehr zufrieden. Trotzdem bleibt immer noch genug zu organisieren und erledigen, ich sage nur mal Schriftkram…

    Vielleicht wäre das auch eine Option für deine Mutter.

    Da kommen mit Sicherheit noch viele Fragen auf dich zu. Zum Glück hast du dieses Forum früh genug gefunden, das war bei mir leider nicht so.

    Es wird dir bestimmt helfen.

    Liebe Grüße

    Stern

    Ich finde die von dir beschriebene Situation bzw. dein Verhältnis zu deiner Mutter wirklich sehr kompliziert. Du beschreibst es hier sehr offen und ich höre deinen Frust heraus und ich verstehe dich total.

    Deshalb denke ich, deine erste Überlegung sollte tatsächlich sein, wie eurer Verhältnis in Zukunft aussehen soll. Bist du dazu bereit, im Falle einer Demenzdiagnose weiterhin für deine Mutter zur Verfügung zu stehen und sie ggf. zu pflegen? Ich stelle mir das schwierig vor, nicht zuletzt deshalb, weil es ja jetzt schon schwierig genug ist und es garantiert nicht einfacher wird im Falle einer Demenz.

    Oder möchtest du lieber mehr Abstand?


    Bei mir ist es tatsächlich so, dass ich mich selbst dabei erwische, wie ich mich an die Diagnose klammere. Das ist eigentlich die einzige Möglichkeit für mich, ihre zurzeit aggressive Phase überhaupt zu ertragen.

    Sie kann nichts dafür. Ich hoffe nur, es verbessert sich bald wieder.

    Allerdings ist das mit deiner aktuellen Situation auch nicht vergleichbar.

    Wahrscheinlich ist da wirklich ein Therapeut

    sehr hilfreich.

    Liebe Lillemor,

    was du hier schreibst, ist unglaublich heftig und mir stehen die Tränen in den Augen.

    Ich kann und will mich nur den anderen anschließen, lass dir helfen, so schnell es geht.

    Ich hoffe und wünsche dir, dass deine beantragte Untersuchung nicht noch schlimmere Ergebnisse zu Tage bringt, sondern deine körperliche Erschöpfung und die vorhandenen Symptome „nur“ auf den Stress zurückzuführen sind.

    Wenn es absolut garnicht mehr geht, rufe den ärztlichen Notdienst.

    Ich schicke dir eine ganz herzliche Umarmung!

    Alles Liebe erstmal <3 <3

    Hallo Sommergarten,

    ich schließe mich erstmal eindeutig den bis hier geschriebenen Zeilen an.

    Zum Thema Narzissmus kann ich mich zum Glück nicht äußern… wenigstens blieb mir das bei meiner Mutter erspart.


    Einige andere Gedanken fallen mir noch ein.

    Die Demenz kommt schleichend, das kenne ich auch. Lange hab ich auch bei meiner Mutter gedacht, naja das Alter….im Nachhinein muss ich sagen, viel zu lange.

    Da ist erstmal sehr gutes Beobachten angesagt. Vielleicht kannst du bei einem nächsten Besuch bei ihr mal etwas genauer die Wohnung inspizieren. Leider bin ich darauf viel zu spät gekommen. Beim Ausräumen ihrer Wohnung, sie lebt jetzt im betreuten Wohnen, ist mir vieles klar geworden. Ich fand Post der letzten Jahre, teilweise ungeöffnet oder beschriftet mit „noch lesen“ in allen Schränken versteckt. Angefangen von Werbepost bis hin zu unbezahlten Rechnungen und sogar Mahnungen war alles dabei. Dazu muss ich sagen, es lag nicht an finanziellen Problemen. Meine Mutter war Bankangestellte und hat sich immer akribisch um alles gekümmert früher.

    Auf den ersten Blick war die Wohnung einigermaßen sauber, aber näheres Hingucken hat mich eines Besseren belehrt. Weiter will ich das garnicht vertiefen.


    Ist deine Mutter in ärztlicher Behandlung, wenigstens beim Hausarzt?

    Meine Mutter hat mit fortschreitender Demenz alle Termine abgesagt, immer mit der Begründung „ich hab doch nichts“.

    Irgendwann hab ich sie im Prinzip gezwungen, einen neuen Termin zu machen und vorher mit der Ärztin meinen Verdacht der Demenz telefonisch besprochen. Das hat sich dann im CT bestätigt.

    Das wäre auf jeden Fall auch gut zu wissen, denn es ist ein sehr beliebtes Thema hier.


    Vor allem möchte ich dir raten, egal ob Demenz oder nicht, lass dich nicht auf so viele Diskussionen ein. Ich weiß, das ist oftmals sehr schwierig und ich musste es auch erst lernen. Aber damit tust du dir selbst keinen Gefallen. Beende das Thema einfach, wenn du spürst, ein Gespräch führt zu nichts.

    Unter deinen speziellen Umständen in Bezug auf das Verhältnis zu deiner Mutter, ist dann vielleicht eine gerichtliche Betreuung die beste Option.


    Ich bin sicher, du erhältst hier noch viele gute Tipps. Erstmal alles Liebe und gute Nerven!

    Vergiss in dieser Situation nicht, an dich selbst zu denken, das hat nichts mit Egoismus zu tun.


    Liebe Grüße

    Stern

    Ich meine, irgendwo hab ich hier mal etwas gelesen, dass es möglich ist, weitere Kontaktdaten zu erfragen. Erinnere mich aber leider nicht mehr konkret.

    Ich hoffe, es ist keine beginnende Demenz 😆

    Es gibt hier ein Kontaktformular rechts oben im Menü. Vielleicht hilft euch beiden das weiter.

    Liebe Zebulon,

    im ersten Moment hört sich die Geschichte deiner Mutter mit den Nachbarn ein bisschen lustig an, aber wirklich nur im ersten Moment. Ich verstehe dich sehr gut, denn ich hab mit meiner Mutter ein ähnliches Problem, nur keine Lösung dafür. Einen guten Rat hab ich also leider nicht für dich parat.

    Meine Mutter lebt seit letztem Jahr im betreuten Wohnen. Ihr früheres Haus liegt etwa 200 Meter von dort entfernt. Seit knapp 2 Monaten macht sie sich fast täglich auf den Weg zum Haus, um dort Sachen zu holen, sucht meinen Vater, der seit knapp 10 Jahren tot ist und ihre Mutter dort. Das Haus ist ebenfalls seit mehr als 10 Jahren verkauft und die neuen Eigentümer lehnen jeden Kontakt ab. Ich wollte ja auch keinen Kontakt zu Ihnen aufbauen, sondern sie lediglich vorwarnen, falls meine Mutter mal dort klingelt.

    Ich bin auch ratlos, hab keine Lösung. Das Pflegepersonal kann meine Mutter auch nicht 24/7 überwachen.

    Ich denke, auf längere Sicht wird ein Heimplatz bei euch sicher unumgänglich. Stellt sich die Frage, wie die Nachbarn für diese Zeit beruhigen. Ich weiß es leider nicht. Auf jeden Fall auf die verschlossenen Türen achten.

    Liebe Grüße

    Stern

    Liebe groundhog day

    Die Diskussionen über die Tagespflege hatten wir letztes Jahr im Sommer mit meiner Mutter.

    Da wohnte sie noch in ihrer eigenen Wohnung. Dann hat sich ihr Zustand innerhalb von ein paar Wochen so derart verschlechtert, dass eine Entscheidung her musste.

    Wir haben den Pflegedienst dann 3 x täglich zur Med.gabe gehabt plus zusätzlich 2 Stunden pro Woche für Betreuung und Unterstützung im Haushalt.

    Dazu muss ich aber sagen ich wohne 370km entfernt.

    Aber auch das ging nur ein paar Wochen gut.

    Scheinbar hatte meine Mutter zu dieser Zeit einen heftigen Schub. Sie wusste nicht mehr wann und ob sie überhaupt etwas gegessen hatte, lief orientierungslos im Haus herum und klingelte nachts bei den Nachbarn.

    Wir haben sie dann zu einem Umzug in Betreute Wohnen gedrängt. Die Wohnung hatten wir uns längere Zeit vorher schon angesehen und sie war glücklicherweise noch frei.

    Seitdem geht sie nun einmal pro Woche zur Tagespflege, was sie ja niemals wollte.

    Am Anfang hat sie sich gesträubt und wollte immer zurück in ihre Wohnung.

    Mittlerweile hat sie sich aber daran gewöhnt. Zumindest bekomme ich diese Info vom Pflegepersonal. Allerdings sagt ihr der Begriff Tagespflege mittlerweile auch nichts mehr.

    Auch bei uns war es damals genauso, dass Außenstehende kaum etwas von ihrer Demenz mitbekommen haben. Dinge, die mehrfach erzählt wurden, waren dann eben normale Altersvergesslickeit. Auch ich selbst hab noch fast ein Jahr nach der Diagnose gedacht, es geht ja noch… Das ganze Ausmaß haben wir dann eigentlich beim Ausräumen der Wohnung erst erkannt. Was wir dabei vorgefunden haben, hat sich nicht nur in ein paar Wochen entwickelt.

    Vielleicht musst du mal unauffällig den ein oder anderen Schrank anschauen, das hätte ich auch viel früher tun sollen.

    Was ist mit Arztterminen, nimmt deine Mutter sie wahr? Alleine oder mit dir?

    Auf jeden Fall solltest du alle Aussagen deiner Mutter mit einer gewissen Skepsis betrachten.

    Nicht immer merkt man sofort, ob das Gesagte stimmt oder nicht…

    Liebe Grüße

    Stern

    Liebe Sabine,

    alles, was ich heute von den anderen hier vor mir gelesen habe, möchte ich dick unterstreichen!

    Deine Mutter braucht sicher selbst Hilfe, mindestens in Form ärztlicher Behandlung. Erwarte von ihr keine Unterstützung mehr.

    Damit reibst du dir nur die Nerven auf und vergeudest Kraft, die du für andere Dinge nötig hast. Ich an deiner Stelle würde mich umsehen, so wie du es ja schon tust und im Anschluss deine Mutter lediglich darüber informieren. Alles andere endet in Endlosdiskussionen.

    Ich hab es haargenau so mit meiner Mutter letztes Jahr durchgemacht. Immer wieder über den Umzug in Heim oder betreutes Wohnen diskutiert. Heute ja, morgen nein oder morgens ja, mittags nein. Das ging solange, bis ich selbst kaum noch konnte. Trotzdem hätte ich weiter versucht, sie zu überzeugen.

    Mein Mann hat das Drama dann beendet.

    Er sagte irgendwann, jetzt ist Schluss, nächste Woche machen wir den Umzug!! Und das war auch gut so.

    Du gibst dir alle Mühe dieser Welt. Leider kann man es auf dieser Welt nicht immer allen gleichzeitig recht machen. Das Problem kenne ich zur Genüge. Das muss deine Mutter dann akzeptieren. Du hast ihr genügend Zeit und Möglichkeit gegeben, sich mit zu kümmern.

    Du hast nun die Vollmacht, fülle sie mit Leben, wie Schwiegertochter71es so schön formuliert hat.

    Ich drück dir fest die Daumen, du schaffst das!

    Ja ihr Lieben, ihr habt so Recht!

    Dieses versprühte Gift muss man erstmal verarbeiten. Es bleibt schwierig. Ich hatte auch eine Zeit lang nur noch zwei mal pro Woche angerufen und das ging relativ gut. Meine Mutter kommt schon seit ein paar Monaten nicht mehr mit ihrem Telefon klar und dadurch war dann Ruhe. Jetzt ist sie auf den Trick gekommen, die Damen vom Pflegedienst zu zwingen, bei mir anzurufen, wenn sie grade bei ihr sind. Deshalb hab ich den geballten Frust täglich. Das ertrage ich nicht und das werde ich dem Pflegedienst auch so sagen.

    Ich bin wirklich froh, dass ich hier so gut verstanden werde und eure Worte tun mir gut. Danke!

    Ich habe allergrößte Achtung vor allen, die ihre kranken Angehörigen zu Hause pflegen!!

    Im Moment sind wir, mein Mann und ich, froh über jeden kleinsten Hinweis, den man irgendwie positiv nutzen kann. Meine Mutter ist gerade so krass drauf und bringt uns damit auch an den Rand der Verzweiflung. Es ist nicht mehr schön. Ich wünsche mir so sehr, dass sie noch ein paar „fröhliche“ Jahre hat, körperlich wäre es durchaus denkbar.

    Aber dieses aggressive Verhalten macht uns alle fertig.

    Liebe/r groundhog day,

    auch von mir noch ein nettes Hallo…

    Seitdem ich selbst hier im Forum bin und das ist auch noch nicht sooo lange, sind wir beim DU und ich finde, es vermittelt eine gewisse Leichtigkeit untereinander. Jeder hier hat so sein persönliches Päckchen zu tragen und im Kreise aller Anonymen finde ich das DU eine optimale Lösung.

    Bei meiner dementen Mutter fing es auch mit einer Wochenstunde Unterstützung durch den Pflegedienst an. Selbst dagegen wehrte sie sich schon mit Händen und Füßen.

    Ganz schnell wurde aber mehr Hilfe nötig. Auch meine Mutter wollte damals auf gar keinen Fall in die Tagespflege. Nach langen Diskussionen stellte ich sie dann vor die Wahl: Tagespflege oder mehr Hilfe durch den Pflegedienst zu Hause?

    Damit war das Thema Tagespflege erst einmal vom Tisch.

    Aus meiner heutigen Sicht, hab ich damals viel zu lange mit ihr diskutiert. Also bitte, warte nicht zu lange auf die nötige Hilfe.

    Überlege dir, wieviel Hilfe und wofür sie nötig ist und dich entlastet.

    Du könntest dann mit eurem Pflegedienst besprechen, was machbar ist.

    Gibt es schon einen Pflegegrad?

    LG Stern

    Wir (mein Mann und ich) haben sehr bald aufgehört, meine Mutter nach etwas zu fragen, sondern das komplette Gegenteil praktiziert: Wir haben immer gleich Zusatzinformationen mit geliefert. Beispiel: Ich kam morgens mit dem Frühstück und sagte "Hallo, ich bin die xxxx (Name) und bring das Frühstück." Das hat(te) den Vorteil, dass sie schneller informiert war und nicht in Stress geriet. Auch merkwürdige Aussagen von ihr habe ich im Prinzip nie offensichtlich richtig gestellt, sondern entweder die falsche Info einfach hingenommen oder die richtige Info unauffällig verpackt nachgeliefert.

    Wow! Ich finde diese Taktik sehr interessant und es funktioniert ja offensichtlich bei dir, liebe schwarzerkater.

    Meine Mutter erkennt aktuell noch meinen Mann und mich, aber den Rest der Familie leider nicht mehr. Da ist immer eine Erklärung nötig. Das funktioniert noch mit meinen Söhnen, also ihren Enkeln. Aber meine beiden Enkelinnen, Ihre Urenkelinnen, kann sie auch nach Erklärung nicht mehr zuordnen.“ Hab ich noch nie gesehen“ ist dann die Standardantwort.

    Auf jeden Fall find ich das oben beschriebene

    Herangehen sehr interessant und werde mir das unbedingt merken und bei nächster Gelegenheit ausprobieren.

    Danke für diesen tollen Tipp!

    Lieber Herr Hamborg,

    zunächst vielen lieben Dank für Ihre wertvollen Hinweise.

    Die Beschimpfungen meiner Mutter richten sich in erster Linie gegen mich und jetzt zunehmend gegen das Pflegepersonal.

    Sie verhält sich dabei wie ein kleines Kind, dass bockig und böse wird, wenn es seinen Willen nicht bekommt.

    Hauptauslöser sind nach meinen Beobachtungen immer wieder die Themen, warum sie in dieser Wohnung ist sowie ihre Suche nach meinem Vater und ihrer Mutter und dem damit verbundenen Hinlaufen zum früheren Haus. Dabei stellt sie immer wieder voran, dass ich ihr das alles angetan habe und damit Schuld an ihrer Situation habe.

    Ich werde das alles entsprechend ihrem Vorschlag dokumentieren für die geplante Aufnahme in der PIA.

    Die PIA befindet sich hier innerhalb der Heliosklinik und verfügt neben einer Tagesklinik auch über eine geschlossene sowie eine offene stationäre psychiatrische Abteilung. Die Aufnahme ist vorgesehen für die offene Abteilung.

    Ich hoffe, dass die Behandlung eine Besserung für meine Mutter bringt. Ich würde ihr so sehr wünschen, dass sie noch ein paar „fröhliche“ Jahre in ihrer wirklich schönen Wohnung verbringen kann. Aber auch für mich selbst wünsche ich mir eine Besserung der Situation, denn der jetzige Zustand setzt mir auch ziemlich zu. Ich muss aufpassen, dass ich nicht selbst depressiv davon werde. Es fühlt sich nicht schön an, wenn ich mit den Tränen kämpfen muss, während oder nachdem ich mit ihr spreche. Ich weiß natürlich, dass sie nichts dafür kann und trotzdem gelingt es mir nicht immer, solche Attacken einfach weg zu stecken.

    Der Kontakt mit den früheren Nachbarn entwickelt sich gut und es zeichnet sich eine gewisse Kontinuität ab. Das ist sehr erfreulich.

    Zumindest für den Moment hat meine Mutter auch Freude daran.

    Es wäre schön, wenn sich im Haus jemand findet, der sich ein bisschen mehr um sie kümmert oder vielleicht sogar mit ihr anfreundet. Aber auch an diesem Punkt sträubt sich meine Mutter leider schon vorab. Obwohl sie ihr Leben lang bei der Sparkasse beschäftigt war und immer Kontakt zu vielen Menschen hatte, lehnt sie jetzt fast jeden Kontakt ab, immer mit der Begründung, dass sie niemanden kennt und SIE nicht angesprochen wird. Das stimmt aber nicht.

    Nichts desto trotz, ich werde es weiterhin versuchen, irgendwie angenehmer für sie zu machen.

    Liebe Grüße

    Stern

    Lieber Buchenberg und Frau,

    auch ich möchte mich noch anschließen und euch beiden mein herzliches Beileid übermitteln.

    Ich wünsche euch viel Kraft in dieser schwierigen Zeit. Erfreut euch nun wieder mehr an den schönen Dingen des Lebens und genießt eure Zeit zu zweit und mit Familie und Freunden. Bleibt vor allem gesund.

    Alles Liebe 🌹🌹

    Eure Stern

    Hallo ihr Lieben,

    heute mal wieder ein Update von mir.

    An der Gesamtsituation hat sich garnichts geändert, meine Mutter ist weiterhin aggressiv und versucht mehrmals täglich die betreute Wohnanlage zu verlassen. Das wurde bis jetzt vom Pflegedienst zum Glück immernoch rechtzeitig bemerkt und sie konnte zurück in ihre Wohnung gebracht werden. Auch gegenüber dem Pflegepersonal wird sie immer aggressiver. Alle versuchen liebevoll meine Mutter von ihren Ausflügen abzuhalten. Meine Mutter fordert dann aber von ihnen, dass sie mit ihr zusammen spazieren gehen, weil sie ja sowieso nichts zu tun haben.

    Wir sind heute Abend nach 6 Stunden Autobahnfahrt bei meiner Mutter angekommen und wollen bis Ende der Woche bleiben. Nach 21 Anrufen während der Fahrt wurden wir herzlich mit „so spät braucht ihr auch nicht mehr kommen, Ostern ist vorbei“ begrüßt. Tatsächlich hatten wir uns erlaubt, vor ihr mal meinen Sohn und die Enkel zu besuchen. Wir haben uns dann noch knapp 2 Stunden bei ihr aufgehalten und uns dann ins Hotel verabschiedet.

    Im Moment weiß ich noch nicht, wie wir die Tage überstehen sollen. Letzte Woche kamen noch tägliche Anrufe mit diversen Beschimpfungen und Beschuldigungen dazu.

    Die Hausneurologin hat nun eine stationäre Einweisung in eine PIA veranlasst. Das soll am 09.04. erfolgen.

    Ich weiß bis jetzt nur, dass eine neue Einstellung der Medikamente gemacht werden soll. Kennt sich jemand hier mit PIA aus? Was wird dort an Behandlungen gemacht?

    Auf der Website des Krankenhauses konnte ich nicht sehr viel finden.

    Natürlich kann es so nicht weitergehen mit meiner Mutter, aber als erstes schoss mir der Gedanke Demenz und Krankenhaus in den Kopf. Wir wissen ja alle, was das bedeutet.

    Vielleicht kann mir jemand von euch weiterhelfen….

    Liebe Grüße

    Stern

    Liebe Trinity,

    ich finde dieses ständige AUF und AB bei der Demenz auch super anstrengend. Ich kenne das 1:1 von meiner Mutter. So wie du alles beschreibst, glaube ich nicht, dass deine Mutter dir bewusst sowas vortäuschen kann.

    Es ist die Krankheit. Solche extremen Schwankungen hab ich bei meiner Mutter seit letztem Jahr nicht nur tageweise, sondern sogar innerhalb einiger Stunden erlebt.

    Sie beschimpfte mich nachmittags am Telefon bitterböse, forderte sofortige Klärung von allen möglichen Sachen, weinte und wollte aus dem Fenster springen. Ich sagte ihr, wir beenden das Gespräch, ruh dich etwas aus und ich rufe später wieder an. 2 Stunden später, ich war immer noch fix und fertig, geht sie lachend an Telefon und weiß von allem nichts mehr!

    Mein Vater ist 2014 verstorben. Sie hat fast 10 Jahre kaum von ihm gesprochen und ich hab bewusst auch nicht davon angefangen, da sie schon länger depressiv ist. Seit 2 Monaten sucht sie ihn plötzlich. Gestern hat ihr angeblich jemand erzählt, dass er gerade verstorben ist und damit war das Drama perfekt. Wer dieser JEMAND ist, weiß sie nicht.

    Ich wurde beschuldigt, sie nicht informiert zu haben und letztendlich sagte sie: wenn dein Vater schon nicht da ist, dann muss doch wenigstens ihre eigene Mutter zu Hause sein.

    Auch wenn ich weiß, es ist die Krankheit, machen solche Situationen mich immer wieder fertig. Ich hab fast einen ganzen Tag gebraucht, um mich wieder einigermaßen zu erholen.

    Vielleicht bringen dir diese Zeilen ein kleines bisschen mehr Klarheit, was im Dschungel der Demenz so alles passieren kann. Es liegt auf jeden Fall nicht an dir!

    Du bildest dir auch nichts ein.

    Mir stellt sich allerdings immer öfter die Frage, verwechselt meine Mutter eventuell Traum und Realität oder wirft sie alles durcheinander? Vielleicht weiß ja hier in der Runde jemand etwas interessantes darüber??

    Liebe Grüße

    Liebe Sabine,

    ich wünsche dir erstmal eine schöne Zeit mit deinem Vater. Du hast dir so viele Gedanken gemacht in der letzten Zeit und deshalb hoffe ich für euch, ihr könnt gemeinsam etwas zur Ruhe kommen in den nächsten Tagen.

    Trotz all deinen Gedanken, wie es weitergehen könnte, hab ich immer noch deine ersten Zeilen mit der Demenz- WG im Kopf. Das schien mir schlüssig in viele Richtungen.

    Die Wünsche und Vorstellungen deines Vaters, die kürzere Entfernung zu dir könnten doch positiv wirken. Wenn ich mich richtig erinnere, war die Entfernung zu deiner Mutter 20km. Das fände ich kein Problem, es ist zu händeln. Du bist ein Organisationstalent!

    Weiterhin wäre die Betreuung und Pflege dort speziell auf Demenz ausgerichtet.

    Vielleicht kommt ihre beide nochmals darauf zurück in den nächsten Tagen.

    Das ist meine Meinung und mein Gefühl und ich wollte es dir gerne mitteilen.

    Eine schöne Zeit und alles Liebe ❤️